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Blick ins Heft - Ausgabe 4

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Auswandern? Erfahrungsbericht eines Heimkehrers Bald heißt's Schlafengehen: Die Sperrstunden im grünen Freiburg erinnern den Autor Jang Modert an seine Heimat Luxemburg. Bürokratie gibt es in Deutschland gratis dazu. Vor etwa zehn Jahren hatte ich als luxemburgischer Schüler beschlossen, nach meinem Abitur 2010, unbedingt ein komplettes Studium im deutschsprachigen Ausland absolvieren zu wollen. Am liebsten in einer Großstadt. München oder Berlin wären ideal. Falls es dort nicht klappen sollte, wäre Wien vielleicht auch nicht schlecht. Die Entscheidung, meiner Heimat auf unbestimm te Zeit den Rücken zu kehren, war einerseits finanziell motiviert. Nach Absitzen der Schulzeit wollte ich auch das Elternhaus, möglichst zu be zahlbaren Wohnpreisen, verlassen. Im Fall eines Heimatverbleibs hätte sich dieses Projekt nicht mal mit einem gut bezahlten Beamtenjob realisieren lassen. Andererseits wollte ich der in Luxemburg einzigartigen, kulturellen Zwangsumerziehung entkommen. Von seinen Wurzeln her ist das Land eigentlich dem westgermanischen Kulturkreis, mit Luxemburgisch als eigenständiger Sprache, zuzuordnen. Jeder Absolvent einer staatlichen Schule durchläuft jedoch ein hartes, französisches Umerziehungsprogramm. Aufgrund der kulturellen Wurzeln geht mir Hochdeutsch aber ähnlich leicht von der Hand wie meine Muttersprache. Auch dank meiner damals schon ausgeprägten Zuneigung zu Deutschland, stellten kulturelle Differenzen bei meiner Entscheidung ein zu vernachlässigendes Problem dar. Mit einem Jahr Verzögerung verschlug es mich dann 2011 ins, allen grünen Oberlehrern zum Trotz, traumhafte Freiburg. Nach einem, mit sechs Jahren beinahe in der Regelzeit abgeschlossenen Geschichtsstudium und anschließender 38 Heimkehr, war es also mal langsam Zeit Bilanz zu ziehen. Nicht überraschend fällt das Fazit ge mischt aus. Natürlich lernt man die eigene Heimat in der Ferne immer neu zu schätzen. Entgegen aller angeblichen Kulturexperten übrigens auch, oder gerade dann, wenn man sich im Einwanderungsland insgesamt sehr wohl fühlt. Nach sechs Jahren Erfahrung mit deutschen Ämtern werde ich wohl nie mehr ein schlechtes Wort über die vormals so beschimpfte, lu xemburgische „Bürokratie“ verlieren. Ebenso betrach te ich die, im Vergleich zum europäischen Ausland etwas milder ausfallende, finanzielle Repression mit ganz neuen Augen. Auch die kurzen Wege und die hocheffiziente Mund-zu-Mund Propaganda eines Zwerg staates, kommen bisweilen sehr erfrischend daher. Nachdem ich mich in Klausuren jahrelang mehr damit quälen musste, dass sie auf Französisch gehalten waren, als mich auf die eigentlichen Lerninhalte zu konzentrieren, erwies sich Deutsch als Universitätssprache hingegen als absolute Wonne. In diesem unpolitisierten Umfeld konnte ich mich sogar dazu durchringen, meine welschen Sprachkenntnisse als praktische, aber gelegentliche Zusatzfähigkeit im Studium zu betrachten. Die fehlende Sperrstunde für Kneipen in Deutschland erwies sich für das Studentenleben außerhalb der Uni ebenso als unbezahlbar. Alle hier vermeintlichen durchscheinenden Bezüge zur verlängerten Studienzeit sind selbstredend rein zufälliger Natur. Teilweise sind es auch sehr kleine Details, die einen hohen Einfluss auf die Lebensqualität ausüben können. Gerade in der Ferne tendiert man nämlich dazu, sie stärker zu beachten als zu Hause. Als richtig angenehm empfand ich beispielsweise die deutsche Gewohnheit,

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