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AJOURE´ Men Magazin Mai 2018

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AJOURE MEN / PEOPLE Jens

AJOURE MEN / PEOPLE Jens Koch Berliner Starfotograf In unserer letzten Ausgabe haben wir Jens Koch, Starfotograf aus Berlin, für ein Interview besucht. Jens erzählte uns, wie er zum Beruf des Fotografen gekommen ist, was alles dazu gehört um dazuzugehören und wie schwer dieser Job teilweise ist. Er berichtete über Shootings, beantwortete uns Fragen, wie er genau fotografiert und was es ist, das seine Bilder so begehrt und gut macht. Gerne stellt Jens uns seine Fotos für die Ajouré-MEN zur Verfügung, von welchen wir bereits in der letzten Ausgabe viele zeigen durften. Allerdings ist sein Portfolio so groß, dass wir uns entschlossen haben, einen Teil II zu bringen, ihm noch einige kurze Fragen zu stellen und dann die Bilder genießen dürfen. Ajouré: Jens, gibt es denn auch etwas, was dich am Fotografieren irgendwie nervt? Jens: Auf jeden Fall. Equipment packen. Da sind Taschen mit Lichtformern dabei und Stative, Hintergründe. Im Normalfall habe ich natürlich Assistenten dabei, die mir dabei helfen, aber ich packe einfach selbst gerne ein, aus und an, damit ich weiß, wo was steht und was wo hinkommt und dann geht es unterm Strich auch schneller. Ich habe da die Routine und bis diese jemand anders hat, dauert es einfach ein wenig. Es ist ja auch unterm Strich gar nicht so viel. Ich habe gerade neues Equipment bestellt und dann kriegst du alles auch in zwei große Taschen rein. Es wird ja heutzutage auch immer alles kleiner und stärker. Aber die Schlepperei kann einen schon etwas nerven. Was auch hin und wieder etwas nervig ist, ist die Tatsache, dass Publizisten gerne mal Fotoideen verwerfen, oder hinter dir stehen und auf die Uhr schauen. Das kann dann durchaus etwas stressig werden. Kannst du denn grundsätzlich deine eigenen Ideen verwirklichen, wenn es um ein Shooting geht? Teilweise schon. Das hängt immer ein wenig davon ab, ob die Kunden mich kennen, oder nicht. Aber oftmals habe ich da durchaus freie Hand. Auf dem deutschen Markt kennt man sich natürlich irgendwann. Bei den internationalen Quick-Shots sieht es da schon mal anders aus. Wir waren ja gerade dabei, als du Almila Bagriacik (4 Blocks) geshootet hast. Die Bilder haben ihr und uns auf Anhieb gefallen und sahen direkt nach dem Abdrücken druckreif aus. Bearbeitest du denn im Nachhinein viel an deinen Fotos, oder lässt du die Künstler so, wie sie sind. Da ist nur ein kleiner Filter drauf und das wars. Ich mache vielleicht hier und da nochmal ein Auge heller, falls es etwas zu dunkel ist, aber sowas wie eine Retusche mache ich gar nicht. Es gibt einfach keinen Grund dazu finde ich. Wenn du ein schönes AJOURE MEN MAGAZIN SEITE: 66 | MAI 2018

AJOURE MEN / PEOPLE Licht hast, dann sollst du die Leute zeigen, wie sie sind. Wenn natürlich jemand gerade einen riesen Pickel im Gesicht hat, dann mache ich den natürlich weg, aber ansonsten sollten die Künstler authentisch wirken. Besonders versuche ich diesem Trend entgegenzuwirken, dass alles so schön und makellos sein muss. Gerade bei Frauen fällt das besonders auf und da muss man dagegenhalten. Ich finde es schade, wenn man die Welt immer verfälscht darstellt. Was ist dir denn an der Fotografie besonders wichtig? Ich denke, das Wichtigste ist, Spaß zu haben und eine gute Zeit miteinander zu verbringen. Generell ist mir natürlich auch wichtig, dass den Leuten auch gefällt, was man da macht. Und das ist das schöne an der Fotografie. Du bekommst sofort eine Rückmeldung, ob es den Leuten gefällt und das schon während des Shootings. Und gegebenenfalls kannst du dann noch das ein oder andere ändern, so dass am Ende jeder glücklich ist. Was machst du denn, wenn am Ende jemand überhaupt nicht zufrieden ist? Gab es das schon? Es ist schon einmal vorgekommen. Mädchen sind da immer etwas picky und ein wenig unentspannter, denn sie wissen, wie sie am besten aussehen. Ich versuche dann natürlich drauf einzugehen, denn mir ist es am Ende ja weniger wichtig, als denen. Mir ist es da ein Stück weit unwichtig, ob ich sie von rechts oder links fotografieren, denn ich hole das für mich beste raus. Aber die Leute können gerne sagen, was sie mögen oder nicht mögen. Es ist ja immer eine Zusammenarbeit. Bei einem Werbeauftrag ist es wieder anders. Da bekommst du genau gesagt, wie der Kunde etwas haben möchte und dann machst du es genau nach deren Vorstellungen. Bei einem Portrait mache ich dann doch eher mein Ding. Du hast ja zum Beispiel Bryan Cranston in Los Angeles im Freien geshootet. Ist dir das lieber, als im Studio zu fotografieren? Ich würde gerne viel mehr draußen im Freien fotografieren. Aber man hat halt leider nicht die Zeit, mit den Leuten irgendwo hin zu gehen. Dazu kommt, dass es draußen schon etwas Besonderes sein muss, weil einfach nur draußen vor einem Baum ist es halt auch langweilig. Da fällt es mir schon leichter, jemandem vor einer Wand etwas Aussagekräftiges aus dem Gesicht zu kitzeln. Aber oft ist es einfach begründet durch die Tatsache, dass man sehr wenig Zeit hat. Gibt es denn einen Ort, an dem du unheimlich gerne mal ein Shooting haben würdest? Ja, in der Antarktis. Da hast du die schönste Natur, die sehr inspirierend ist. Generell ist es schön außerhalb der gewohnten Umgebung zu Arbeiten. Du hast zwar noch nicht Trump, dafür aber Angela Merkel fotografiert. Wie war das so? Foto: Jens Koch Sie ist super routiniert, was Fotos angeht. Das fand alles im Kanzleramt statt und ich muss sagen, dass sie auch durchaus mal lustig sein kann. Anders ist es natürlich, wenn sie als staatstragende Person vor den Kameras dieser Welt steht. Aber das versteht sich ja von selbst. AJOURE MEN MAGAZIN SEITE: 67 | MAI 2018