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AJOURE´ Magazin Mai 2018

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AJOURE / PEOPLE

AJOURE / PEOPLE #INTERVIEW LOUKA SIE KAM, SAH UND SANG. AJOURE MAGAZIN SEITE: 54 | MAI 2018

AJOURE / PEOPLE Fotos: Sophie Krische Selten haben wir in einem Interview so viel gelacht, wie mit Louka. Die wortgewandte, quirlige Wahlberlinerin fand schon früh zur Musik und überzeugt besonders durch die Einzigartigkeit ihrer Liedtexte, gepaart mit einer unverkennbaren Stimme. Trotz all dem Stress rund um ihre aktuelle Tour zum neuen Album „Lametta“ schafft sie es, den Spaß an allem nicht zu verlieren, den Blick fürs Wesentliche zu behalten und an Lebensfreude und Tiefgang festzuhalten. Seit drei Jahren lebt die 31-jährige in Berlin-Wedding. Es wurde also Zeit, dass wir uns Louka geschnappt haben, um sie zu ihrer Tour, ihrem Leben und ihrer Kreativität bezüglich ihrer Texte zu befragen. Ajouré: Wie kam es zu dem Namen Louka, denn dein richtiger Name ist ja Lisa? Ehrlich gesagt habe ich es gerne, einen Künstlernamen zu haben, um eine gewisse Distanz zu meiner Privatperson zu haben. Also nicht, dass ich jetzt berühmt wäre, aber ich finde, wenn ich eine Figur habe, die ich erschaffen habe, kann ich vielleicht manchmal Dinge tun, die ich als Lisa gar nicht tun würde. Das ist dann ein bisschen wie eine Spielwiese. Ganz früher habe ich oft den Song „(My name is) Luka“ von Suzanne Vega gecovert und finde, das passt zu mir (grinst). Ajouré: Du bist ja, wie viele hier, eine Wahlberlinerin. Was genau hat dich denn nach Berlin verschlagen? Ich war vorher lange in Mannheim und dachte mir irgendwann, dass ich als Künstlerin vielleicht ich mal in Berlin beziehungsweise einer Großstadt leben sollte. Gesagt, getan. Und so haben mein Freund und ich spontan die Koffer gepackt und sind nach Berlin. Im Wedding haben wir dann die erste Wohnung bekommen und sind bis heute dort geblieben. Ich mag Wedding und bin gerne dort, denn ich finde es gut, dass dort nicht so viel los ist. Also ich bin gerne in Berlin unterwegs und finde ja, dass Wege machen kreativ macht, was meinen Songtexten natürlich zugute kommt. Außerdem bin ich mit dem Wissen hierher gezogen, dass ich hier Wege machen muss, daran habe ich mich gewöhnt und ich mache sie gerne. Ajouré: Du hast vor einiger Zeit am Theater in Zürich gearbeitet, um dort die Theatermusik für „Alice im Wunderland“ aus übereinandergeschichteten Stimmen zu komponieren. Was müssen wir uns denn darunter vorstellen? Unser Konzept war, die Musik zu erarbeiten, nur aus den Sounds raus, die man mit der Stimme machen kann. Da kann man ja auch Akkorde und Akkordstrukturen bauen. Dann kam ein bisschen Beatboxen hinzu, aber ich würde jetzt nicht behaupten, dass ich das beherrschen würde. Aber wir haben es probiert. Ich fand das sehr spannend für mich selbst und auch für Louka, denn ich bin am Instrument nicht ganz so stark und so wurde es dann gut. So sind dann die ersten Demos für Louka entstanden. Insgesamt war ich drei Monate in Zürich und in dieser Zeit wurde das Stück erarbeitet. Das ist halt geil, denn du kommst da hin, bekommst ein Budget und einen Zeitraum, dann ist Premiere und es muss fertig sein. Bei deiner eigenen Mucke wirst du irgendwie nie fertig. Fehlt dir das Theater? War es vielleicht weniger stressig? Ja. Es ist weniger stressig in dem Sinn, dass du dich eben so aussperrst aus der Welt und dir in dieser Zeit deine eigene Welt aufbaust, was aber auf Dauer auch nicht so gut ist (lacht). Aber es fehlt mir schon, denn ich bin gerne in diese Welt ein- und abgetaucht. Oder auch den Schauspielern zuzusehen, wie diese aus sich rausgehen. Von denen habe ich einiges lernen können. Da war ich schon sehr beeindruckt, als ich gesehen habe, wie die Leute ihre Eitelkeiten komplett fallengelassen haben. Ajouré: War für dich schon immer klar, dass du Sängerin werden möchtest? Nein. Aber ich habe schon immer Musik gemacht. Mein Vater ist Gitarrist und hat viel mit uns Musik gespielt. Irgendwann hat er mir die erste Gitarre geschenkt und ich habe dann auf Mini-Discs Songs aufgenommen für Leute, in die ich da halt gerade verknallt war. Dann hatte ich verschiedene Bands von dort, wo ich herkomme. Coverbands zum Beispiel. Wir haben auch auf Festen gespielt und hatten so treue Fans, die einfach immer da waren und mitgegrölt haben. Das war auf jeden Fall eine coole Zeit. Dann habe ich nach dem Abitur eine Schneiderlehre angefangen, habe diese aber abgebrochen, weil ich nach Mannheim an die Popakademie gegangen bin. AJOURE MAGAZIN SEITE: 55 | MAI 2018