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AJOURE´ Magazin Mai 2018

AJOURE´ ist alles, was eine Frau braucht. Die brandneuen Styles und Trends der Mode - Wir zeigen euch die Lifestyle-Welt und bringen euch immer auf dem neuesten Stand – schneller als alle anderen! Entdecke jetzt die AJOURE´ Mai Ausgabe mit Cover-Star Almila Bagriacik!

AJOURE / PEOPLE Ajouré:

AJOURE / PEOPLE Ajouré: Das heißt, wir können in deinem Buch auch psychologische Ratschläge erwarten? Definitiv ja. Styling und Mode klingt zwar erstmal sehr oberflächlich, ist es aber tatsächlich gar nicht. Denn im Grunde ist Mode ein Spiegel unserer Gesellschaft, Mode zeigt die Strömung, Mode bedeutet eben nicht nur Klamotte, sondern alle Strömungen, die uns prägen. Ob wir jetzt einen Links- oder Mittelscheitel tragen oder was gerade das In-Getränk ist, aber auch, dass man anfängt, den Müll zu trennen. Das ist alles letztendlich Mode bzw. Trend. Psychologisch ist es auf jeden Fall, denn was wir tragen, sagt viel über uns aus. Man kann letztendlich in dem Style von jedem auch lesen, ob derjenige sich mag oder nicht und wie sehr. Es kann sein, dass sich jemand mit seiner Kleidung versteckt, aber auch, dass jemand ganz stark nach außen geht oder provozieren will, mit dem, was er trägt. Es ist also extrem viel Psychologie dahinter und eine Stylistin ist immer auch eine ganze Ecke Psychologin. Erst einmal muss man Vertrauen aufbauen, dann muss man auch kapieren, wie derjenige tickt, was das Lebensumfeld ist, wo man hinwill oder was man vielleicht auch mit Mode momentan noch versteckt. Das muss man dann umdrehen und mit viel Vertrauen den Kunden dazu bringen, Mode zu benutzen, seine Persönlichkeit auszudrücken. Und da wollen wir hin! Ajouré: Du bist durch Schrankalarm in zig Städten Deutschlands gewesen und hast die verschiedensten Charaktere kennengelernt. Da gibt es von Region zu Region auch unterschiedliche Styles und Looks. Würdest du trotzdem behaupten, dein Buch funktioniert für jeden? Ich glaube, es ist wirklich universal. Ich behaupte sogar, es bezieht sich nicht nur auf Deutschland, sondern das ist etwas, das weltweit funktioniert. Denn es geht hier nicht um Trends. Diese werden zwar auch behandelt, aber es geht nicht darum, die aktuellen Trends vorzustellen, denn dafür ist Mode auch zu schnelllebig. Da wäre ein Buch gar nicht das richtige Medium dafür. AJOURE MAGAZIN SEITE: 62 | MAI 2018

AJOURE / PEOPLE Fotos: Mirjam Knickriem; lushik / Getty Images In dem Buch geht es wirklich darum, seinen eigenen ganz persönlichen Style zu finden, sich mit diesem Style auch ausdrücken zu können, sich selbst ein bisschen damit zu helfen und die richtige Message nach außen zu senden. Da ist es auch egal, ob man auf Tattoos und einen rockigen Style steht oder ob man der Hip-Hopper ist oder ob man meint, ich habe einen Berlin-Look oder Hamburg ist mein Hood, das ist tatsächlich allgemeingültig. Natürlich haben verschiedene Regionen in Deutschland und auch weltweit eine gewisse Handschrift, aber wir sind doch auch in sich noch sehr unterschiedlich. Was uns vereint, ist dann eher der Wunsch, sich modisch anzuziehen und sich damit auszudrücken. Und das Buch bestärkt einen ja darin, seinen eigenen Style zu finden, egal, aus welcher Region oder welchem Hintergrund man kommt. Ajouré: Wir können also sehr vielschichtigen Inhalt erwarten. Wie verlief für dich die Arbeit und Recherche an dem Buch? Es war eine Menge Vorbereitung. Drei Jahre Schrankalarm zu drehen war natürlich eine gute Schule. Ich habe sehr viel während der Dreharbeiten gelernt. Wenn man sich überlegt, dass man vorher als Stylistin hauptsächlich mit Models oder Künstlern zu tun hatte, dann ist das eine ganz andere Arbeit, plötzlich in einer Fernsehsendung mit der ganz normalen Frau zu tun zu haben. Wir hatten eine tolle Bandbreite an Frauen, von der Kindererzieherin oder Hausfrau bis hin zu einer Kardiologin und allem, was so dazwischen liegt. Und dennoch gab es so viele Dinge, die uns Frauen vereint haben, was Unsicherheiten oder auch Wünsche angeht. Ich habe trotzdem noch lange recherchiert. Es zeigte sich, dass es zwar viele Ratgeber auf dem Markt gibt und man auch hier die Themen findet, die man in einem Styling-Ratgeber sucht, wie zum Beispiel die Body Types, die passenden Schnitte und Farben dazu und so weiter. Aber wir gehen auch sehr stark auf Dinge ein, die man in typischen Styling-Ratgebern sonst nicht findet. Wir sind nicht die Mode-Polizei, es gibt kein No-go und es gibt keine absoluten Regeln, im Sinne von: „Du musst das und das tun und dann hast du einen guten Style.“ Denn wir haben den Ansatz, dass Styling eben nicht eine Marke ist bzw. nicht auf Regeln basiert wie „trage immer die und die Farben“ oder „du musst darauf achten, dass du immer classy bist“ oder „trage die und die Klassiker und dann bist du auf der sicheren Seite“. Die Erfahrung zeigt, dafür sind wir doch zu unterschiedlich und eine Frau braucht im Alltag das Kleine Schwarze sehr viel weniger als wir denken. Deswegen ist es praxisorientierter und es ist vor allen Dingen getragen von sehr viel Selbstliebe. Ajouré: Du hast das Buch gemeinsam mit deinem Partner Manuel Cortez geschrieben, mit dem du auch Schrankalarm gedreht hast. Gibt es im Buch auch Styling- Tipps für Männer? Wir haben in dem Buch keine Unterteilung Männer oder Frauen. Es gibt auch keinen Teil, den nur einer von uns geschrieben hat, sondern wir haben uns viel ausgetauscht und das aufgeteilt, wie wir das auch schon in der Sendung gemacht haben. So wie wir uns zu zweit um die Frau generell gekümmert haben, so machen wir das auch im Buch. Es ist also eher ein Frauen-Buch, weil das einfach auch unsere Kandidatinnen in der Sendung waren. Und demensprechend richtet sich das Buch an Frauen, das die vielen Fragen, die uns dort gestellt wurden zusammenfasst und beantwortet. Ajouré: Hand aufs Herz: Wer hat mehr Styling-Probleme – Mann oder Frau? Das kommt tatsächlich auf die Frau oder den Mann an. Wir reden mal in Klischees: Der klassische heterosexuelle Mann hat seine paar Jeans, T-Shirts und vielleicht noch einen schicken Anzug für die Gelegenheiten im Schrank und ist eher einkaufsfaul. Er ist aber trotzdem an Mode nicht uninteressiert. Ich habe schon öfters erlebt, dass genau diese Männer beim Einkaufen sehr schwierig waren. Denn es muss zum Beispiel eine ganz bestimmte Hose sein, die dann auch gerne dreimal gekauft wird, wenn sie gut aussieht. Aber da kann dann auch schon die falsche Farbe der Naht ein Problem sein. Frauen sind in der Regel experimentierfreudiger, aber von mehr Ängsten getragen. Da höre ich viel mehr: „wie kann ich richtig kaschieren“ oder: „ich bin unzufrieden mit meiner Problemzone (ein Wort, das es übrigens bei uns nicht gibt) und darum würde ich niemals Kleider tragen“. Bei Frauen und Styling sind da also viel mehr Ängste dahinter und damit wollen wir aufräumen. Ajouré: Die Veröffentlichung des Buches steht nun kurz bevor. Hat dich dabei das Schreibfieber gepackt, sodass wir noch mehr in dieser Richtung von dir erwarten können? Mich hat das Schreibfieber absolut gepackt! Ich komme aus einer Familie, in der sehr viel geschrieben wird und es war immer so ein geheimer Wunsch von mir. Dass sich dieser jetzt als erstes über einen Styling-Ratgeber verwirklicht hat, war unerwartet. Es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Teilweise war es auch eine Qual, aber ich habe Blut geleckt und sitze schon am zweiten Buch. Ajouré: Kannst du uns darüber schon etwas verraten? Ja, das zweite Buch hat dann weniger mit Mode und Styling zu tun, diese Themen haben wir glaube ich ganz gut im ersten Buch verpackt. Es geht vielmehr um Self Love und Body Positivity. Selbstliebe bedeutet ja nicht Egoismus oder Selbstüberschätzung, sondern sich selbst anzunehmen und zu lieben und zudem positiv mit dem eigenen Körper umzugehen. Also große Frauenthemen gerade. Ajouré: Wir genießen gerade die ersten Frühlingstage, was ist dein Must-have Fashion-Piece aktuell? Nackte Beine! Endlich ist der Frühling da, also zeigt her eure Beine, werdet knackig braun, lasst Sonne an eure Haut! Buchtipp AJOURE MAGAZIN SEITE: 63 | MAI 2018