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"Das Leben einer italienischen Muslima" - wie das Buch entstand

Eine tolle Geschichte. Nicht nur die Geschichte, um die es in Filomena´s Buch ging, sondern auch die Geschichte, wie es dazu kam, dass es dieses Buch überhaupt gibt.

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www.assira-verlag.de In dieser Zeit musste ich mir auch einen Vertrieb suchen, den ich auch fand. Erdinç Aydın ist ein Mensch, der mich immer in die richtige Richtung gedrückt hat. Ich hatte alles irgendwie, nur es fehlte der gewisse Punkt. Ich konnte alles, nur ... ich weiß nicht warum es erst ging als ich Druck hatte und in der Verantwortung gegenüber eines anderen stand. Schlussendlich hatten wir es geschafft aus seinem Skript ein Buch zu machen. Ich fand das gut und es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Etwa in dieser Zeit, es kann sein, dass ich den reumütigen Sünder schon als „Ich will mein Leben zurück“ umgeschrieben hatte, kam Filomena De Luca dazu. Filomena De Luca hatte „Mein Leben lang“ veröffentlicht und ein Buch auch. Aber das Buch hatte das falsche Format, keinen Klapptext und das Cover war auch nicht schön. Es war nur ein nichtssagendes Bild. Filomena hatte eine Seite auf Facebook, in der sie immer wieder sich und ihre Bücher vorstellte. Ich fand sie sehr sympathisch und süß, wie sie sich präsentierte und Videos machte. Filomena kann kein Deutsch. Sie kann schön erzählen, aber wenn man ihren Text nicht korrigiert, kann man es nicht lange aushalten. Ich wusste nicht, ob ich umdeutschen konnte, fand aber die Idee es zu tun, spannend. Ich hab Flomena angeschrieben und sie gefragt, ob ich eine Textprobe von ihr haben könnte, da ich mal ausprobieren wollte, ob sowas bei mir klappt und ich es kann. Ich glaube, sie hatte mich nicht verstanden und ich bekam keine Antwort. Irgendwann hat sie mal öffentlich gefragt, wer Lust hätte ihre Text richtig zu deutschen. Sie schrieb, derjenige, der sich meldet, würde dann als Lektor sich in ihrem Buch eintragen können. Ich fand ihre Idee gut, nur Lektoren peinlich. Weil bei einem Buch sieht man nicht, was der Korrektor verbessert hatte, sondern die Fehler, die er selbst bei seiner Arbeit hinterlässt. „Am besten Klappe zu und der Autor bleibt Schuld“. Ich finde solche Leute eher peinlich und unbezahlbar. Weil, wenn jemand ein Komma findet, was ich vergessen habe, soll er es selber setzen. Auch Geld zu verlangen für so eine Arbeit ist unverschämt, obwohl es eigentlich rechtschaffene Arbeit ist. Ich muss noch dazu lernen in dieser Hinsicht. Denn so ganz einverstanden oder das Eingeständnis Assira-Verlag wirklich als Job zu sehen, das fehlt mich noch. So korrigierte ich einfach den Satz, den sie geschrieben hatte, im Kommetarfeld. Filomena bot mir daraufhin an, ihr Buch umzudeutschen. Ich fand das gut und hatte Lust. Ich wollte aber zuerst ihr erstes Buch vernünftig machen und fing daher an mit „Mein Leben lang“. Mir war allerdings unklar, warum Filomena mir sagte, ich solle das Buch als E-Book kaufen. Aber „what a fish?“! Das waren fünf Euro und jetzt nicht wirklich das letzte Drama. Ich kaufte mir also das Buch und las es. Ich fand die Geschichte sehr spannend und schrieb auch eine Rezension dafür. Nur, wenn man aus einer Geschichte ein Buch machen will, dann geht das nicht mit einer Arbeitsgundlage als E-Book. Die Datei musste also her. Sie gab mir dann die Datei und ich sah einen Text, der wirklich umstrukturiert werden musste. Als ob man einen Text anders hat, wenn man so tut als wäre er 12 x 19 aber nicht das Format ändert. War nicht schlimm, nur etwas Arbeit. Das Cover ging auch und der Klapptext. Ich hatte etwas das Deutsch verbessert und nach einiger Zeit hatten wir das Buch fertig. Wir fingen dann an „Meine neue Stadt“ zu schreiben. Filomena schrieb vor und ich ihr hinterher. Ich finde es sehr spannend Texte richtig hinzudeutschen. Weil, wenn man schreibt wird man automatisch ein Teil der Geschichte. Man folgt einem Autor in seinen Worten und kreiert alles neu. Un- 2

www.assira-verlag.de gedeutsche Text umzuschreiben ist auch nicht schwer, da man, sobald man den Text liest, verstanden hat und es neu schreibt, sich das richtige Deutsch von alleine ergibt. Das ist sehr einfach und macht sehr viel Spaß. Man übernimmt dabei aber den Schreibstils des Autors und ist nicht wirklich der Akteur. Man entwickelt dabei aber Fantasie und kann dann selber besser schreiben. Weil man sich an das Schreiben gewöhnt und lernt, seine Gedanken in Worte zu fassen. Meine Tochter, sie ist 16 Jahre, kann es aber nicht und versteht auch nicht, wieso mir es leicht fällt. So kam es, dass wir Filoma`s zweites Buch herausbrachten. Diese Geschichte hieß „Meine neue Stadt“. In beiden Geschichten, die uns Filomena erzählt, ging es darum, dass sie in einem Frauenhaus war, um neu anzufangen und geschützt zu sein. Filomena erlebte Gewalt zu Hause von ihrem damaligen Ehemann. Sie war dreimal verheiratet bereits, bevor sie ihren jetzigen Mann kennenlernte. Wir redeten über die Situation im Frauenhaus. Wenn man so etwas nicht kennt und nie da war, dann denkt man das Frauenhaus ist eine Bedrohung, aber nicht die Situation, in der man sich befindet. Das Frauenhaus ist ein geheimer Zufluchtsort für Frauen, die Gewalt oder Vergewaltigungen erlebt haben. Das Ziel dieses kleinen Heftchens war, Frauen Mut zu machen, sich, wenn sie in Gefahr sind, zu trennen und sich an eine Beratungsstelle zu wenden. Auf dem Buchrücken steht die Hotline drauf. Damals, als ich anfing, war ich noch nicht soweit. Ich hab viel dazu gelernt und bin, glaube ich, auch besser in Deutsch geworden. Wir haben alle drei Bücher, die wir damals in Etappen erreicht hatten, zu einem ganzen Buch zusammen gefasst. Mit Kapiteln und einem tollen Cover. Filomena`s Geschichte ist sehr spannend. Das Leben, so wie es wirklich ist, ist am spannendsten. Keine Geschichte, die man sich ausdenkt, kann so spannend sein, wie das wahre Leben. Oder täusche ich mich da? Andrea Mohamed Hamroune 3

Leseprobe dieses Buches - Arbor Verlag
Leseprobe "Arbeitsbuch Sira Teil 1" von Andrea Mohamed Hamroune
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