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Leseprobe "Übergriffe auf Muslime in Deutschland" von Namika Gazza

Kaum ein Attentäter macht sich darüber Gedanken, was ein Anschlag für eine Auswirkung haben kann, sowohl für das Opfer als auch für die Angehörigen. Und derjenige, der hilft und versucht zu unterstützen, zieht sich in alles mit rein und bekommt auch Probleme. Ausländerfeindlichkeit und Islamhass wird durch die Medien geschürt. Menschlich ist so etwas nicht nachvollziehbar. Wir sollten einander kennenlernen und uns eine Chance geben von Mensch zu Mensch.

Die Suche nach

Die Suche nach meiner religiösen Identität Nachdem ich den Buddhismus kennengelernt hatte, wurde ich mir immer unsicherer, wo ich hin gehörte. Etwas später googelte ich nach dem Judentum und fragte mich, ob diese Religion die Richtige für mich wäre. Als ich las, dass die Juden vor einer Mauer beten, man nennt das Tuch Tallit, fragte ich mich, wie kann man nur eine Mauer anbeten? Das Schlimmste war dabei: egal, was die Juden haben wollen, schreiben sie auf den Zettel und stecken es in ein Mauerloch. Die Juden beten den Zettel und die Mauer an. Auch da wusste ich, dass es nichts für mich war. Ich konnte keine Mauer anbeten, auch wenn diese Mauer für die Juden, eine heilige Mauer war. Mich machte die Situation sehr verzweifelt, sodass ich an nichts mehr glaubte. Aber ich wollte nicht aufgeben und so tippte ich das Wort Islam bei Google ein. Mir kam sofort ein Bild mit einer verschleierten Frau auf den Bildschirm. Mich beeindruckte diese Frau sehr. Ich sah, wie die Muslime beten und fand daran etwas ganz Besonderes. Muslime beten in einer wunderschönen Gemeinde in einer Moschee. Muslime werfen sich im Gebet nieder und berühren mit der Stirn und den Knien den Boden. Frauen und Männer beten

getrennt von einander, in jeweils anderen Räumen, jedoch trotzdem gleichzeitig. Nur die Verschleierung der Frauen, dem konnte ich nichts abgewinnen. Das war nichts für mich. Was mir aber am Islam gefiel, war der Zusammenhalt. Man war nie alleine mit seinen Problemen. Es war immer jemand für einen da. Wenn man beten wollte, musste man sich vorher waschen. Diese Waschung nennt man Wu`du. Das war für mich etwas Neues, denn in den anderen Religionen, die ich vorher kennenlernte, da gab es so etwas nicht. Bei den Buddhisten z.B. sind drei Kellen Wasser eine Reinwaschung. Die Seele soll damit gereinigt werden. An so etwas glauben die Foshan- Buddhisten. Bei den Juden geht es noch anders: Die Juden tauchen den gesamten Körper in eine Mikwe. Die ersten Aufzeichnungen darüber findet man in der Tora. Genauer erläutert wird diese Waschung in der Mischna und dem Talmud. Als ich diese zwei Religionen und Kulturen kennengelernt hatte, wusste ich nicht, was das Richtige für mich war. Ich suchte nach Antworten, die ich auch in der Kirche nicht bekam. Ich ging fast jeden Tag in die Kirche, auch wenn ich eine Zeit lang nicht so gläubig war. Immer, wenn ich auf die Knie ging, machten sich Zweifel in mir breit. Ich wusste noch lange nicht, wo ich hin ge-

Rezension "Übergriffe auf Muslime in Deutschland" von Namika Gazza