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Leseprobe "Übergriffe auf Muslime in Deutschland" von Namika Gazza

Kaum ein Attentäter macht sich darüber Gedanken, was ein Anschlag für eine Auswirkung haben kann, sowohl für das Opfer als auch für die Angehörigen. Und derjenige, der hilft und versucht zu unterstützen, zieht sich in alles mit rein und bekommt auch Probleme. Ausländerfeindlichkeit und Islamhass wird durch die Medien geschürt. Menschlich ist so etwas nicht nachvollziehbar. Wir sollten einander kennenlernen und uns eine Chance geben von Mensch zu Mensch.

hörte.

hörte. Einige Monate später fuhr ich mit meiner Freundin nach Tunesien. Meine Freundin wollte heiraten. Als wir in Afrika landeten, war schon alles anders für mich. Das Land. Die Kultur. Alles war anders. Ich fühlte mich sehr wohl. Als ich dann plötzlich eine wunderschöne Stimme hörte, die über Lautsprecher weit über die Stadt zu hören war, war ich erstaunt, wie mein Herz anfing schneller zu schlagen. Ich konnte dieses Geschehnisse nicht einordnen. Ich wusste aber, dass es sich bei der Stimme um den Adhan, den Gebetsruf handelte. Einige Tage später konvertierte ich von einer Minute auf die andere zum Islam. Ich hörte eine Stimme in meinem Traum, die einfach so auftauchte. Ich weiß bis heute nicht, ob es ein Traum war oder doch eine echte Stimme. Nachdem ich nun Muslima war, machte ich mir Gedanken, Kopftuch zu tragen. Als Muslima muss man Kopftuch tragen. Gott ordnet es so an: „Und sag zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham hüten, ihren Schmuck nicht offen zeigen, außer dem, was (sonst) sichtbar ist. Und sie sollen ihre Kopftücher auf den Brustschlitz ihres Gewandes schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen, außer ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer

Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen, die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen (Geschlechts)trieb (mehr) haben, den Kindern, die auf die Blöße der Frauen (noch) nicht aufmerksam geworden sind. Und sie sollen ihre Füße nicht aneinanderschlagen, damit (nicht) bekannt wird, was sie von ihrem Schmuck verborgen tragen. Wendet euch alle reumütig Allah zu, ihr Gläubigen, auf daß es euch wohl ergehen möge!“ (Quran 24:31) Nachdem ich diese Worte gelesen hatte, lief mir eine kleine Träne über die Wange. Zurück in Deutschland fing ich an, Kopftuch zu tragen, ohne jemanden vorzuwarnen. Meine Freundin wusste schon von meiner Konversion, klar. Aber meine Familie und meine Freunde waren noch nicht informiert. Ich fragte mich, was die wohl denken würden, wenn sie mich mit Kopftuch sehen. Aber eigentlich war es mir egal, was sie dachten. Ich war froh endlich angekommen zu sein und dass meine Suche nach meiner religiösen Identität geklärt war. Ich fühlte mich wohl und wie ein neuer Mensch.