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15042018howardchance

Manuskript "Das neue Prostitutionsgesetz 2017 - Todesstoß für das Rotlicht-Gewerbe?"

Sittenwidrigkeit und

Sittenwidrigkeit und selbst mit Straftaten noch nie ein „monetäres“ Problem hatten, weil solche Vergehen dem Staat ja steuerlichen „Umsatz“ bringen. Erträge aus Drogenhandel, Zuhälterei und Menschenhandel unterliegen nach geltendem Recht der Umsatz- und Einkommenssteuer- Pflicht. Mancher Verbrecher hat sich schon sehr gewundert, als im Knast ein Steuerbescheid eintraf, der sich auf Umsätze aus seiner krimineller Handlung bezog. Es galt und gilt schlicht und ergreifend das beliebte Motto: „Geld ist Geld und stinkt nicht!“ Ist die Prostitution nun wirklich ein „richtiger“ oder ein „anerkannter“ Beruf geworden und hat sich die Situation der Prostituierten überhaupt verbessert? Der Gesetzgeber betrachtet Menschen, die sich prostituieren, noch immer gerne als sonderbare Mitglieder einer „niederen Kaste“, deren fragwürdige Tätigkeit kein Beruf wie jeder andere ist. In der Einführung zum Gesetzes-Entwurf lesen wir dazu folgendes: Zugleich ist daran festzuhalten, dass Prostitution kein „Beruf wie jeder andere“ ist. So hält bereits der Bericht der Bundesregierung zu den Auswirkungen des Prostitutionsgesetzes (Bundestagsdrucksache 16/4146, S. 6) fest, dass empirische Befunde nicht außer Acht bleiben dürfen, wonach die in diesem Bereich Tätigen belegbar erheblichen psychischen und physischen Gefährdungen ausgesetzt sind, und dass diese Tätigkeit nicht selten von Personen aus besonders vulnerablen Gruppen ausgeübt wird. Es ist darüber hinaus eine soziale Realität, dass viele Prostituierte sich in einer sozialen und psychischen Situation befinden, in der es fraglich ist, ob sie sich wirklich frei und autonom für oder gegen diese Tätigkeit entscheiden können. Hieraus lässt sich sehr klar erkennen, dass man Prostitution und Prostituierte „politisch“ nicht wertschätzt, sondern dass man bei der Betrachtung bewusst die „verwundbaren Gruppen“ in den Fokus rückt, also die sozial und geistig eher schwachen innerhalb der Gesellschaft. Diese Personen werden damit unterschwellig zu „Norm-Prostituierten“ erklärt. Was sonst soll der Hinweis auf die „soziale Realität“ in diesem Kontext bedeuten? – Das ist natürlich ein Schlag ins Gesicht vieler Tausender Rotlicht-Damen, die durchaus über Bildung verfügen, eine bewußte Entscheidung für die selbstbestimmte Prostitutions-Arbeit getroffen haben, aber dennoch gesellschaftlich stigmatisiert werden. Alle in einen Pott! – Passt schon! Den Gedanken einmal weitergesponnen, könnte man folgern, dass nur dumme Personen mit sozialen und psychischen Störungen einen solchen „Beruf“ ergreifen können, weil sie wohl gar nicht so genau wissen, was sie da tun oder schlicht zu blöd sind, um die Gefahren zu erkennen? – Auch in medialen Diskussionsrunden fällt mir auf, dass man Prostituierte, die durchaus gut vorbereitet sind, dennoch gerne belächelt, weil, ja weil sie eben Prostituierte sind, denen man schlicht und ergreifend den Respekt verweigert: Schmuddelkinder bleiben Schmuddelkinder! Und mit denen 15

spielt man nun mal nicht! – Man könnte sich ja dreckig machen! Es ist etwas faul im Staate (Dänemark) … frei nach Hamlet Wir haben es also in diesem großen gesellschaftlichen Sandkasten weiter mit einem Zerrbild zwischen Realität und Legende zu tun, mit einem Zerrbild, das man auch nicht wirksam gerade rücken kann, weil die Vielfältigkeit des Themas jegliche Form der Verallgemeinerung verbietet. Aber mit einer solchen einfachen These lässt sich verständlicherweise keine Politik und auch kein Gesetz machen! - Also bedarf es einer grundsätzlichen Polarisierung und einer unendlichen Fülle von neuen gesetzlichen Vorschriften, um der „sauberen“ Gesellschaft einen vermeintlich wichtigen Dienst zu erweisen. Aber sein wir doch einmal ehrlich: wer außer den Betroffenen interessiert sich wirklich in den gegenwärtigen Zeiten für das Thema als solches? – Es ist und bleibt ein thematischer Randbereich, der gerade angesichts der Flüchtlingskrise und der allgegenwärtigen Terror-Problematik von der breiten Mehrheit unserer Bevölkerung, wenn denn überhaupt, nur ganz beiläufig wahrgenommen wird. Die Prostitution hat keine Lobby und ihre Berufsverbände haben viel zu wenige Mitglieder und dann eben solche, die nicht das breite und problematische Feld repräsentieren, sondern eher die gebildeten Eliten des Rotlichts, die ihr eigenes Berufsbild ideologisch überhaupt nicht mit Zwangsprostitution und Migrationsschicksalen in Verbindung bringen können. – Wie auch? – Die persönlich erlebte Realität ist ja eine ganz andere. Hier kann man von einer Klassengesellschaft sprechen: Die Sexworker, die sich gegen aufgezwungenen Schutz und Reglementierung wehren, weil sie nachweislich keine Hilfe benötigen, und die, die sich generell nicht wehren können und folglich jede Form von Schutz sehr dringend benötigen. Wie will man diesen beiden „Gruppen“ mit ein und dem selben Gesetz gleichermaßen gerecht werden? – Wählt man nun den kleinst-möglichen gemeinsamen Nenner, differenziert man breit und vielfältig oder verordnet man das staatliche Komplett- Fürsorge-Programm? – Die Volksvertreter haben sich nun für die radikale Lösung entschieden! Ja, haben Sie es gemerkt? - Ich habe im „Vorwort“ bei der grundsätzlichen Betrachtung etwas vergessen! - Und zwar etwas ganz Wesentliches! - Alle reden von „dem neuen Gesetz“, seinen Zielen und den möglichen Auswirkungen. - Aber, wer kennt denn auch nur ansatzweise den äußerst komplexen Inhalte und die Vielfalt der neuen Bestimmungen im Prostitutionsgesetz? Ich erinnere mich an den sprichwörtlichen „Blinden“, der so begeistert von „der Farbe“ spricht, die er leider nicht sehen kann, weil er eben blind ist. Zwar hat die eine oder der andere in Talkshows, in Foren und in diversen Medien davon gehört, dass es der Prostitution in Deutschland nun endlich oder leider – jeweils zu bewerten nach Geschmack, Moralvorstellung, Erziehung oder Meinung – an den roten Kragen gehen soll. Wie das genau geschehen soll und 16

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