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schätzen. Unsere

schätzen. Unsere Freundschaft vertiefte sich schnell. Wir verbrachten sehr viel Zeit zusammen.“ Katja zündete sich eine neue Zigarette an, ich ließ mir einen weiteren Grappa bringen. „Wo ist eigentlich Ihr Mann?“, fragte ich. Bisher hatte sie weder von ihm geredet noch schien er irgendwo auf sie zu warten. „Über alle Berge“, sagte sie. „Auf und davon. Mit einer Jüngeren. So sind die Männer. Ist aber schon eine Weile her.“ Offenbar lag ihr daran, dieses Kapitel kurz abzuhandeln, was mir nur Recht war. Ich bestellte die Rechnung. Das Gewitter hatte sich beruhigt. Nur hin und wieder grollte es noch etwas nach. Der Regen war zum plätschernden Mittelmaß verkümmert. „Es ist so eine Sache“, meinte Katja, „mit den Menschen, die einem begegnen im Leben.“ Sie war leicht angetrunken. „Die meisten interessieren einen nicht. Und von den paar, die einen dann doch interessieren, bleiben am Ende nur Episoden. In meinem Leben gab es bisher jedenfalls noch nichts anderes als Episoden. Die Menschen, die mir etwas bedeutet haben, sind gekommen und wieder gegangen. Wie dieses Gewitter draußen. Am Ende bleibt nicht viel zurück. Episoden. Und oft genug weiß man nicht mal, wem man davon erzählen soll. ¬– Wie steht es damit bei Ihnen?“ Ich dachte an Nina. Auch wenn unsere Liebe sich erschöpft hatte, so würde doch mehr von ihr bleiben als eine Episode. Dass Maurice mehr war als eine Episode, war unstrittig. Meine Gefühle für ihn würden bis an mein Lebensende unverändert bleiben. Der Gedanke, dass Lara am Ende vielleicht nur eine Episode bleiben könnte, beunruhigte mich. „Nein“, sagte ich schnell, „Die Menschen, die mir etwas bedeuten, sind immer mehr als Episoden.“ „Sie sind ja ein richtiger Idealist“, sagte sie lächelnd. „Ein kleiner Romantiker.“ „Vielleicht“, antwortete ich. „Aber ich glaube, eher nicht.“ Der Kellner brachte die Rechnung. Ich zahlte und bestellte noch einen 140

Anzeige letzten Grappa, den ich in einem Schluck trank. Der Abend schien gelaufen. Selbst wenn Katja Baumeister mehr wusste über Lara, würde sie es jetzt nicht mehr erzählen. Ich hielt ihr die kurze Lederjacke, sie zog sie an. „Lara ist auch so eine Romantikerin“, sagte sie leichthin. „Über die Trennung von ihrem Mann ist sie nie hinweg gekommen.“ „Nun“, sagte ich. „Das ist ja auch noch nicht so lange her.“ „Schon wieder sehr romantisch“, grinste sie. „Ich finde, zwei Jahre sollten ausreichen.“ Zwei Jahre? Ich kämpfte gegen meine Überraschung an. „Wissen Sie“, fragte ich so ruhig wie möglich, während ich ihr die Tür aufhielt, „was aus ihrem Mann geworden ist?“ „Nein“, sagte sie. „Sie hat nie viel über ihn gesprochen. Ich weiß nur, dass für sie nach der Trennung feststand, dass sie ihn nie wiedersehen würde. Die Konsequenz fiel mir auf.“ Mit dem Regen war es vorbei. Die Luft roch wie frisch gewaschen, was 141

Gute Stimmung beim Branchentreff -; gro
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