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Ich gab ihr keine

Ich gab ihr keine Antwort. Neben Maurice war Lara das Opfer in dieser Geschichte. Ich fand nicht, dass wir ausgerechnet über sie zu Gericht sitzen sollten. Lara war davon ausgegangen, dass Marlies Schwalm nicht tiefer in die Sache involviert war. Mittlerweile erschien es mir immer wahrscheinlicher, dass sie sich damit irrte. „Wollte Kirchhoff das Baby töten?“, fragte ich. Fast verächtlich sah sie mich an. „Wie kommen Sie denn darauf?“ „Wollte er?“, wiederholte ich die Frage. „Unsinn!“, sagte sie entschieden. In diesem Moment klingelte es an der Tür. Marlies Schwalm stand sofort auf. Ich wollte das Gleiche tun, aber zu meiner Überraschung bat sie mich, noch sitzen zu bleiben. „Ich bin gleich wieder bei Ihnen“, sagte sie. „Dann können wir das Gespräch gern in Würde beenden.“ Mit diesen Worten verließ sie das Zimmer und schloss die Tür hinter sich. Draußen hörte ich gedämpfte, aber aufgeregte Stimmen. Nur kurze Zeit später war Marlies Schwalm zurück. Plötzlich war nicht mehr die Rede davon, das Gespräch in Würde zu beenden. „Wenn ich Sie jetzt bitten dürfte“, sagte sie stattdessen, ohne sich selbst wieder zu setzen. Irgendetwas musste in der Zwischenzeit passiert sein. Verblüfft sah ich sie an, stand aber auf. „Sie sind mir noch eine Antwort schuldig“, sagte ich. „Das glaube ich kaum“, antwortete sie schnippisch und ging zur Tür. „Ich habe Ihnen schon erklärt, dass Ihre Unterstellung, oder die Ihrer Freundin, vollkommen absurd ist. Natürlich wollte Bruno das Kind nicht töten. Er wollte seine Frau für ihre Untreue bestrafen, das war klar. Und er wollte erreichen, dass sie das Kind zur Adoption freigab. Das ist alles. Er hätte niemals … dafür war er ein viel zu guter Mensch.“ Wir gingen über den Flur zur Haustür, die sie mir öffnete. Ihren „Termin“ hatte sie offenbar in ein anderes Zimmer gelotst. 186

Anzeige „Und in dieser wohlmeinenden Absicht“, sagte ich ironisch, „hat er seine Frau so sehr unter Druck gesetzt, dass sie Angst um das Leben ihres Kindes hatte. Ein richtiger Gutmensch, der liebe Bruno.“ „Auf Wiedersehen“, antwortete sie regungslos. Ich stand vor dem Haus und sie war im Begriff, die Tür hinter mir zu schließen. „Woran ist Kirchhoff eigentlich gestorben?“ Meine überraschende Frage hatte auf sie die Wirkung einer Backpfeife. Deutlich sichtbar zuckte sie zusammen. Sie fragte sich, ob es klüger war, mir zu antworten oder nicht. „Er hatte einen Unfall“, sagte sie schließlich. Irgendwie klang das trotzig. „Einen Unfall?“ Ich machte noch einmal einen Schritt aufs Haus zu und wartete gespannt auf eine nähere Erklärung. „Mit dem Auto?“ „Nein“, sagte sie. „Er ist gestürzt. Es war glatt, er ist ausgerutscht und 187

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