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diesem Moment meldeten

diesem Moment meldeten sich die Farben in meinem Kopf zurück. Ich nahm wieder wahr, was ich tat und wo ich mich befand. Ich dachte wieder. Ich war froh, mich in mir selbst wieder zu finden. Der Türsummer ertönte. Ich drückte die Tür auf und ging nach oben. Katja Baumeister stand bereits im Treppenhaus. Sie lächelte nicht. „Paul“, sagte sie gelassen. „Ich habe Sie erwartet. Kommen Sie herein.“ Wie bei unserer ersten Begegnung saßen wir am Tisch direkt unter dem Fenster mit Elbblick. Draußen war es warm und windig, ein paar auseinander gerissene Wolken trieben vereinzelt am Himmel. Um diese frühe Vormittagsstunde war an den Landungsbrücken noch nicht ganz so viel los. Katja Baumeister trank Tee und bot mir an. „Nein danke“, sagte ich. „Aber wenn Sie vielleicht noch ein Wasser hätten?“ „Kein Problem“, lächelte sie. Anders als bei unserem ersten Treffen wirkte sie dieses Mal ziemlich entspannt. Als sie hinausging, stellte ich fest, dass auch das Kleid, das sie heute trug, nichts verbergen wollte von der prallen Rundung ihres Hinterteils. Sie kam zurück und schenkte mir sofort ein. Ich hatte großen Durst und trank das Glas in einem Zug halbleer. „Wieso haben Sie mich erwartet?“, fragte ich. „Ich könnte jetzt sagen“, meinte sie wieder lächelnd, „dass ich die ganze Zeit darauf gewartet habe, weil Sie mir gefallen haben. Damit würde ich nicht mal lügen.“ Sie legte den Kopf schräg und sah mich an, als wolle sie abschätzen, wie es wohl wäre mit uns beiden. „Aber es wäre nicht die richtige Antwort auf Ihre Frage.“ „Sondern?“ Sie legte ein Stück Kandis in ihre Tasse. Als sie den heißen Tee darüber kippte, knisterte es leise. Sie rührte um und schaute aus dem Fenster. „Lara hat mich auf Ihren Besuch vorbereitet“, sagte sie endlich. Mein Puls schlug sofort schneller. Es reichte schon, ihren Namen zu hören. „Hat sie angerufen?“, fragte ich. 202

Anzeige Katja schüttelte den Kopf, trank schlürfend einen Schluck heißen Tee und setzte sich bequemer hin. „Sie war hier“, sagte sie. „Vor einer guten Stunde ist sie wieder los.“ „Was wollte sie?“, fragte ich verblüfft. „Warum war sie bei Ihnen?“ „Sie wollte reden“, sagte Katja unbestimmt. „Reden über was?!“, rief ich. Plötzlich war ich unglaublich gereizt. Warum musste ich dieser Frau jedes Wort einzeln aus der Nase ziehen? Mich überfiel die Lust, sie durchzuschütteln, damit sie endlich erzählte. „Zum Beispiel über Sie“, sagte sie lasziv. „Darüber, dass sie Sie liebt.“ Es verschlug mir die Sprache. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. „Sie musste über Sie reden, Paul. Sonst wäre sie geplatzt. Sie war voll von Ihnen, wie besoffen. Ihre sämtlichen Gedanken und Gefühle waren bei Ihnen. Das musste sie loswerden, ehe sie über irgendetwas anderes reden konnte.“ Ich lauschte gespannt, was nun kommen würde. Aber Katja Baumeister ließ sich Zeit, ehe sie weitersprach. Äußerlich in aller Ruhe schlürfte sie zweimal von ihrem Tee. Dabei war ihr deutlich anzumerken, dass sie sich konzentrierte. Auf keinen Fall wollte sie etwas Falsches 203

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