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Anzeige chen

Anzeige chen Amnesiefällen.“ „Bei ihr passierte das aber nicht?“, mutmaßte ich. „Nein“, sagte Katja. „Dafür verdichtete sich in ihrem Kopf immer mehr der Verdacht gegen sich selbst. Die Staatsanwaltschaft hat zwar einen –¬ aus ihrer Sicht eindeutigen –¬ Unfalltod festgestellt, aber Laras Zweifel konnte das nicht ausräumen.“ „Direkt erinnern“, fragte ich, „konnte sie sich aber weiterhin nicht?“ Katja schüttelte den Kopf. „An gar nichts. Ihre Erinnerung setzt erst wieder ein, als sie Stunden später, auf dem Fußboden liegend, aufwachte. In totaler Erschöpfung muss sie dort eingeschlafen sein. Als sie, noch völlig benommen, im und beim Haus nach Kirchhoff suchte, hat sie ihn schließlich gefunden. Er lag tot auf den vereisten Treppenstufen des Hauses.“ „Wenn das alles ist?“, fragte ich etwas ratlos, „wieso schließt sie daraus, dass sie irgendetwas mit seinem Tod zu tun hat?“ „Sie glaubt“, meinte Katja, „dass sie selbst mehr miterlebt hat als das, an was sie sich direkt erinnern kann.“ „Dass sie also nicht geschlafen hat während des Unfalls?“ „Genau. Sie glaubt, dass in der Zwischenzeit etwas Entscheidendes passiert ist.“ „Über das sie aber nur Mutmaßungen anstellen kann …“ 206

„… bei denen sie selbst nicht besonders gut abschneidet“, ergänzte Katja meinen begonnenen Satz. „Richtig. Gestern war sie bei dieser Hebamme, aber die konnte ihr auch nicht weiterhelfen. Sie war keine Augenzeugin und kannte nur die offizielle Version des Todes.“ Eine Weile saßen wir uns schweigend gegenüber, jeder seinen eigenen Gedanken nachhängend. Unkonzentriert schaute ich aus dem Fenster, ohne wirklich etwas von dem wahrzunehmen, was ich sah. „Der Polizei hat sie von ihrer Amnesie nichts erzählt“, meinte Katja schließlich nachdenklich. „Womit sie natürlich die Ermittlungsergebnisse ganz schön verfälscht hat. Ein Grund mehr für sie, nicht an diese Ergebnisse zu glauben. Ihre eigenen Zweifel sind es, die ihr keinen Frieden lassen. … Damals hat sie beschlossen, nachdem sie ihren Mann ordnungsgemäß beerdigt hatte, ein neues Leben zu beginnen. Um alle Spuren zu verwischen und unter ihre Vergangenheit einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen, hat sie sogar ihren Namen geändert. Sie wollte sich hier in Hamburg eine völlig neue Existenz aufbauen. Aber das ist ihr nie wirklich gelungen, in ihrem alten Leben gab es wohl noch zu viele offene Rechnungen. Übrigens meinte sie, eine der größten dieser Rechnungen würden außer ihr selbst nur Sie kennen.“ Neugierig sah sie mich an. Ich entschied mich, ebenfalls zu schweigen. Genau wie Lara glaubte auch ich nicht, dass dies der richtige Zeitpunkt war, die Sache mit Maurice offen zu machen. „Jetzt würde sie gern einen neuen Versuch starten“, sagte sie schließlich. „In Sachen anderes Leben. Und zwar mit Ihnen, Sie Glücklicher.“ „Ich bin hier“, entgegnete ich. „Aber wo ist sie?“ Lange sah Katja mich an ohne weiterzureden. „Verstehen Sie das wirklich nicht?“, stellte sie dann die Gegenfrage. „Nein“, gab ich zu. „Das verstehe ich nicht.“ „Sie kann nicht“, meinte Katja entschieden. „An ihrer Vergangenheit hat sich ja nichts geändert.“ „Aber an der Gegenwart“, beharrte ich. „Und an den Möglichkeiten der Zukunft. Wo ist sie jetzt?“ „Ihre Vergangenheit würde sie weiter mit sich tragen. Diese Erfah- 207

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