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„Seien Sie doch

„Seien Sie doch froh“, hatte die Mitarbeiterin des Jugendamtes noch nach einem Jahr gesagt, „dass Maurice erstmal in Adoptionspflege bei Ihnen leben kann. Das ist gar nicht so selbstverständlich, wie Sie vielleicht annehmen. Wir haben uns da ja schon sehr unbürokratisch gezeigt. Für eine Adoption brauchen Sie schon einen längeren Atem. Schließlich kann jederzeit ein Elternteil gefunden werden.“ „Und was ist“, hatte ich gefragt, „wenn das passiert und wenn sie Maurice zurückhaben wollen?“ Wie sich herausstellte, hätten wir in diesem Fall kaum Rechte gehabt. „Dann freuen Sie sich einfach, dass der Junge seine Eltern wiederhat. Gerade wenn Ihnen am Wohl des Kleinen etwas liegt. Ein Kind gehört zu den Eltern. Alles andere sind doch letztlich nur Notlösungen.“ Nina hatte meine Reaktion, die Dame unmittelbar nach dieser Aussage vor die Tür zu setzen, für zu impulsiv gehalten. Ich dagegen freute mich noch Tage später, wenn ich an ihr verdattertes Gesicht dachte, als ich sie an beiden Schultern hinausschob. Nina hat später bei ihr angerufen und sich für mein überzogenes Verhalten entschuldigt. „Er ist in letzter Zeit mit den Nerven am Ende, hat sie am Telefon gesagt. In meinen Augen waren wir zu diesem Zeitpunkt bereits die Eltern von Maurice. Und dann wollte diese Frau uns erzählen, wir seien nur eine Notlösung! Wer hatte denn den Winzling in eiskalter Nacht am Strand ausgesetzt? Wir vielleicht? Nina versuchte vergeblich, mich zu beruhigen. „Solche Eltern müssen ihr Kind doch hassen“, sagte ich. „Ihre Elternrechte haben sie in meinen Augen lebenslang verscherzt.“ „Vielleicht stimmt das“, meinte Nina nachdenklich. „Vielleicht aber auch nicht. Ich finde, man kann das nur beurteilen, wenn man die ganze Geschichte kennt. Ich glaub nicht, dass unbedingt Hass dahinter stecken muss, wenn jemand sein Kind aussetzt.“ „Pah!“, zischte ich. „Was denn sonst? Liebe vielleicht?!“ „Vielleicht sogar das“, sagte Nina. „Aber gerade denke ich, dass es auch etwas ganz anderes sein kann.“ 20

„So? Und was, bitte schön, sollte das sein?“ Ninas Besonnenheit puschte mich nur noch mehr. „Angst?“, schlug sie vor. „Wie wäre es mit Angst?“ Der Gedanke ließ mich lange Zeit nicht mehr los. Immerhin war ich schon nach der ersten Woche so weit, Maurice erstmals eine komplette halbe Stunde allein bei Charlotte Kramer zu lassen. Während dieser Zeit erledigte ich ein paar Einkäufe. Ich kaufte nur Unsinniges, aber fürs Erste war das egal. Als ich aber zurückkam und an der Haustür mit dem Schild Seepferdchen klingelte, wurde ich wieder unsicher. Bestimmt hatte er sich den Finger eingeklemmt oder sich auf die Zunge gebissen und keiner kümmerte sich um ihn. Ich klingelte ein zweites und ein drittes Mal, ohne dass jemand öffnete. Meine Sorge wuchs. „Kommen Sie doch ums Haus herum, Herr Thailer.“ Urplötzlich war Charlotte Kramer neben mir aufgetaucht. Freundlich lächelte sie. „Wir sind im Garten. Die Sonne ist schon so wunderbar warm. Kommen Sie. Maurice fühlt sich pudelwohl mit den anderen.“ Ich konnte das nur schwer glauben. Wie sollte Maurice sich wohl fühlen inmitten einer Gruppe wildfremder Kleinkinder, wenn ich nicht dabei war? Unter der Aufsicht dieser ebenso fremden Frau? Noch nie hatte ich ihn länger als eine halbe Minute unbeobachtet gelassen. Außer wenn er schlief, zugegeben. Dann konnten es schon mal ein, zwei Stunden sein. Wurde es auch nur eine Minute mehr, was nachts manchmal vorkam, plagte mich sofort ein schlechtes Gewissen. Ich konnte dann unmöglich wieder einschlafen. Es gab so viele Dinge, die mit einem kleinen Kind passieren konnten. Und es gab kaum einen Ort auf der Welt, an dem sie wirklich sicher waren. Da aber alles stimmte, was Charlotte Kramer über Maurice und sein Befinden bei den Seepferdchen sagte, war ich einen Monat später soweit, ihn bis zu zweieinhalb Stunden allein dort zu lassen. Und das an bis zu fünf Tagen die Woche! Noch vor kurzer Zeit hätte ich das für vollkommen unmöglich gehalten. 21

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