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südländisch wirkenden

südländisch wirkenden Augen sanft und wohlwollend auf mir ruhen ließ und mich so dazu verführte, immer weiter zu erzählen. Maurice spielte vertieft in einer Ecke auf dem Teppich. Er war immer ein in sich ruhendes, ausgeglichenes Kind, aber in diesen Minuten schien er mir besonders zufrieden. Unser Gespräch unterbrach er nicht ein einziges Mal. Fast war es, als wolle er so seine Zustimmung darüber ausdrücken, dass ich mein Herz erleichterte. Nachdem ich zunächst über dies und jenes geredet hatte, saß ich mittlerweile da und erzählte dieser fremden Frau tatsächlich, wie sehr Nina und ich uns im letzten Jahr auseinandergelebt hatten. „Es gab schon einmal eine solche Zeit“, sagte ich. „Damals, bevor Maurice zu uns kam.“ „Er ist nicht ihr leibliches Kind?“, fragte sie überrascht. Kurz musste ich schlucken. Maurice war für uns, war vor allem für mich, unser Kind. Deshalb redeten wir auch kaum über seine Herkunft. Ob adoptiert oder leiblich spielte bei mir schon lange keine Rolle mehr. Meine Liebe für ihn war uneingeschränkt. Ohne mit der Wimper zu zucken, hätte ich in jedem Augenblick mein Leben für ihn gegeben. „Er ist ein Findelkind“, sagte ich. „Ich habe ihn am Strand aufgelesen, an einem Weihnachtsabend.“ „Ach“, sagte Charlotte Kramer nachdenklich, „das waren Sie?“ Der Fall hatte damals hohe Wellen geschlagen. Ebenso intensiv wie erfolglos war nach der Mutter gesucht worden. Ein paar heiße Spuren hatte es zwar gegeben, aber am Ende waren sie allesamt im Sand verlaufen. Natürlich war ich darüber nicht unglücklich gewesen. Niemand konnte wissen, wie eine Mutter sich entschied, die plötzlich ihr eigenes Kind wieder sah. Und ein Leben ohne Maurice war für mich schon nach sehr kurzer Zeit unvorstellbar geworden. Charlotte Kramer stöberte in ihren Erinnerungen. „Hätten Sie damals die Mutter nicht fast noch erwischt?“, fragte sie und schenkte Tee und Kaffee nach. 30

„Ich habe jemanden fliehen sehen“, sagte ich. „Das ist alles. Aber ich könnte nicht mal sagen, ob es ein Mann war oder eine Frau. Dieser Mensch war nicht klein und er floh in geduckter Haltung. Er verschwand sehr schnell, als habe er sich in Luft aufgelöst.“ „Sie rechnen also nicht mehr damit“, fragte sie, „dass die Mutter – oder der Vater ¬– eines Tages wieder auftaucht?“ „Nicht mehr nach so langer Zeit“, sagte ich. „Und selbst wenn, wäre das inzwischen kein Problem mehr. Mittlerweile ist Maurice rechtmäßig adoptiert. Ein Gerichtsentscheid hat das nach zwei Jahren möglich gemacht.“ Maurice kletterte auf meinen Schoß. „Er ist ein sehr hübscher Junge“, meinte Charlotte lächelnd. „Und er hat Ähnlichkeit mit Ihnen.“ „Ja“, meinte ich. „Das sagen viele. Obwohl es ja eigentlich nicht sein kann.“ „Warum nicht?“, fragte sie munter. „Kinder lernen und entwickeln sich vor allem durch Vorbild und Nachahmung.“ Maurice kletterte von meinem auf ihren Schoß. Im allerletzten Moment konnte ich meinen Kaffeebecher noch festhalten. „Was geht in einem Menschen vor“, fragte Charlotte nachdenklich, „der sein Kind aussetzt? Ich vermag mir das nicht vorzustellen.“ Sie streichelte Maurices volles Haar und klemmte eine winzige Strähne hinter sein Ohr. Anzeige 31

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  • Seite 23 und 24: nommen hatte, dachten wir uns anfan
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  • Seite 27 und 28: Kapitel 4 „Was macht Ihre Frau?
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    lag ein kleiner, lebloser Körper.

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    Anzeige … ich … ich kann doch n

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    „Und warum?“ Plötzlich grinste

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    „Das befürchte ich auch“, sagt

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    „Sie hat es Ihnen anvertraut“,

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    einer sah sie erstaunt an. „Ich w

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    weißes T-Shirt übergestreift. Der

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    de stärker. Es dauerte nicht lange

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    Lara noch ich hätten es in irgende

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    ner linken Hand, bevor ich es sah.

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    daraus die Möglichkeit ergab, das

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    „Ich weiß“, sagte Nina, und ic

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    Vor Laras Wohnung gab es keinen fre

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    ne eigentliche Absicht immer mehr i

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    Kapitel 18 Nina verließ unser geme

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    „Nicht nötig“, sagte ich. „L

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    Ich betrachtete Möwen, Tauben, Ska

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    hen. „Nein“, sagte ich und zog

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    kann.“ „Holst du uns ein Glas C

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    schon im Bad. Ich hörte die Dusche

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    Kapitel 31 Fast im Vorübergehen ha

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    die Lehne des Sofas, zog ihre Schuh

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