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GRO_Taschenbuch_MUSTER

„Ja?“ „Ich finde

„Ja?“ „Ich finde es toll, wie du dich um Maurice kümmerst. Ich hab heute mal wieder festgestellt, wie anstrengend das ist. Und du hast ja daneben auch noch deine Arbeit. Ich glaub, ich könnte das auf Dauer nicht.“ Sie lächelte etwas, während ich ihre Worte kurz auf mich wirken ließ. „Gute Nacht“, wiederholte ich schließlich und ging hinaus. Ich zog meine Jacke über und trat vor die Tür. Ich setzte mich ins Auto und fuhr los, ohne auf die Richtung zu achten. Immer wieder dachte ich an das, was Nina gesagt hatte. Noch immer hatte sie Maurice nicht als ihr Kind akzeptiert. Sie konnte es nicht und wahrscheinlich würde sie es niemals können. Joshua war ihr Baby und würde es immer bleiben. Das war bei mir nicht anders. Aber in ihr gab es keinen Platz daneben. In gewisser Weise liebte sie Maurice, das wusste ich, aber sie liebte ihn nicht wie eine Mutter ihr Kind liebt. Während ich weiter ziellos durch die nächtlichen Straßen fuhr, dachte ich über Nina und mich nach. Wir hatten kaum noch etwas gemeinsam. Auch unsere Gefühle für Maurice waren nicht mehr die gleichen. Vielleicht waren sie es auch noch nie gewesen. Ich hatte es mir immer eingeredet, aber Nina selbst dabei irgendwann aus den Augen verloren. Wie ein endloser Kreis zogen die Gedanken durch meinen Kopf. Dass ich dabei ohne Zögern zu Laras Wohnung gefahren war, wurde mir erst bewusst, als ich schon geparkt und den Motor ausgestellt hatte. Ich warf einen Blick nach oben. In ihrer Küche brannte Licht. Ich stieg aus, schloss den Wagen ab und klingelte an der Tür. 102

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