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GRO_Taschenbuch_MUSTER

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„Ich weiß“, sagte Nina, und ich glaubte ihr, dass es wirklich so war. Ich spürte ihren warmen, festen Körper in meinem Arm und wieder kam die Lust, diesmal stärker als zuvor. Sehr lange waren wir uns nicht mehr so nah gekommen wie in diesen Momenten. Vielleicht, weil wir beide wussten, dass es das letzte Mal war. Wir küssten uns. So, wie wir es seit vielen Monaten nicht gemacht hatten. Wortlos gingen wir ins Wohnzimmer und schliefen dort hastig und gierig miteinander. „Lara Braun ist die Mutter von Maurice“, sagte ich, als wir uns danach erschöpft und atemlos in den Armen lagen. „Ich hab mich in sie verliebt.“ Dass ich Ninas Gesicht in diesem Moment nicht sehen konnte, war kein Zufall. Ich hatte es so eingerichtet. Ich spürte, wie ihr schweißbedeckter Körper in meinem Arm erstarrte. Kapitel 17 Als ich am nächsten Morgen Maurice bei den „Seepferdchen“ abgeben wollte, erwartete uns vor Charlottes Haus ein kleiner Menschenauflauf. Sofort befiel mich eine unbestimmte Angst. Mit Maurice auf dem Arm rannte ich vom Auto zum Haus. Als ich näher kam, erkannte ich die einzelnen Personen. Es waren vier Mütter mit ihren Kindern, die ebenfalls zu den „Seepferdchen“ gehörten. Die Frauen schienen nervös und unschlüssig. Meine Angst milderte das nicht. „Hallo Herr Thailer“, wurde ich von einer der Mütter begrüßt. Sie hieß Susanne Kern. „Es macht niemand auf. Hat Lara Ihnen vielleicht gesagt, dass sie heute später kommen wollte? Sie ist noch nicht da. Wir haben schon durch alle Fenster geschaut. Im ganzen Haus ist kein Mensch.“ Ich schaute auf die Uhr. Lara war noch nie auch nur eine Minute zu 117