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Anzeige ein Strich zur Decke aufstieg. Nach dem Essen hatte ich noch einmal bei Ninas Mutter angerufen. Bei Maurice war alles in Ordnung. Schon seit Stunden schlief er tief und fest. Zumindest in diesem Punkt konnte ich beruhigt sein. Inzwischen war mir klarer geworden, welche Rolle Katja Baumeister im Leben von Lara gespielt hatte und vielleicht noch immer spielte. Während der letzten Stunden hatte Katja viel erzählt, aber ich hatte keine Ahnung, wo sie die Grenze zog zwischen dem, was sie sagen durfte und was nicht. Katja und Lara hatten sich vor knapp zwei Jahren kennen gelernt. „An einem diesigen Sonntagmorgen auf dem Fischmarkt“, hatte Katja erzählt. „Ich stand in einer Menschentraube vor einem der Marktschreier, als sie vorbeiging. Sie fiel mir sofort auf.“ Ich wusste bereits, dass sie Männer und Frauen mochte. Zwischen ihr und Lara spielte dies aber keine Rolle, wie sie mir etwas umständlich erklärt 138

139 hatte, da Laras Vorliebe für Männer exklusiv war. „Sie wirkte so verloren. Und sie war so schön. Unsere Blicke trafen sich, wir lächelten uns zu. Ich konnte nicht anders, als ihr zu folgen. Später haben wir in einem Café zusammen gefrühstückt. Ich spürte, dass sie ein Geheimnis hatte, und dass dieses Geheimnis sie bedrückte. Trotzdem haben wir viel miteinander gelacht. Wir hatten wirklich Spaß miteinander. Schon am nächsten Tag haben wir uns wieder getroffen. Aber an ihr Geheimnis ließ sie mich nicht heran, übrigens auch später nicht. Mir wurde schnell klar, dass es etwas sein musste, was das normale Ausmaß eines Geheimnisses klar überschritt.“ Dies alles musste kurz nach meiner ersten Begegnung mit Lara am Strand gewesen sein. „Sie war ganz neu nach Hamburg gekommen“, hatte Katja weiter erzählt. „Sie kannte noch niemanden, hatte keine Arbeit und lebte in einer kleinen Pension. Ich verlangte keine Erklärungen für ihre Situation und ich glaube, das wusste sie zu