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sehr angenehm war.

sehr angenehm war. „Wieso denken Sie“, fragte ich, „dass Lara die Trennung nicht verwunden hat?“ Wir schlenderten die Alster entlang und mussten immer wieder riesige Pfützen umkreisen. „Man merkte es ihr an“, sagte Katja. „Irgendwie war sie immer ein bisschen … bedrückt. Selbst wenn wir Spaß miteinander hatten oder einen draufgemacht haben.“ „Was mit der Trennung von ihrem Mann zu tun hatte?“, fragte ich. Sie blieb stehen und zwang mich so, das Gleiche zu tun. Ihre Augen glänzten im Licht einer Straßenlaterne. „Ja“, sagte sie. „Es bedrückte sie, wie sie sich voneinander getrennt hatten.“ Langsam gingen wir weiter. Kapitel 20 Ich fuhr gleich die erste Raststätte an. Ich hatte das dringende Bedürfnis nach einem starken Kaffee. Sonst würde ich noch am Steuer einnicken. Die Nacht im Hotel hatte ich nicht besonders gut geschlafen. Es war schon später Vormittag, aber der Tag konnte sich noch immer nicht entscheiden, wie er werden wollte. Die Sonne wirkte unmotiviert, die magere Wolkendecke zu verscheuchen. Die Luft war stickig. Ich stieg aus dem Auto, setzte mich halb auf die Motorhaube und zog mein Handy aus der Tasche. Ich wählte die Nummer von Ninas Mutter. An ihrer Stimme hörte ich sofort, dass etwas nicht stimmte, obwohl sie sich bemühte, sich nichts anmerken zu lassen. „Was ist mit Maurice?“, fragte ich nervös. Meine Müdigkeit war wie weggeblasen. Meine Alarmglocken schlugen an. „Wirklich nichts Schlimmes“, sagte sie. „Er hat nur ein bisschen Fieber.“ 142

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