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GRO_Taschenbuch_MUSTER

Anzeige ihre

Anzeige ihre Aufmerksamkeit auch nur eine Sekunde nachgelassen hätte. Jedes Wort saugte sie in sich auf, jede Silbe, jeden Buchstaben. „Ich hab so Sehnsucht nach ihm“, sagte sie und sah mich immer weiter an. „Und ich hab Sehnsucht nach dir.“ „Aber ich bin doch hier.“ Ich lächelte und streichelte sanft ihr Gesicht. „Ich sehne mich trotzdem nach dir“, sagte sie ernst. „Verstehst du das nicht?“ Sie küsste meine Hand. Ihre Lippen auf meiner Haut knisterten. „Doch“, sagte ich. „Doch.“ 192 Wir nahmen uns eine Flasche Champagner mit aufs Zimmer. Die Tür war noch nicht zu, ich hatte die Flasche noch in der Hand, als wir uns lange küssten. Wochenlang hatte ich nur von Laras Geruch geträumt, jetzt hatte ich ihn wieder. Am liebsten hätte ich mich sofort in sie hinein verkrochen. Ich stellte die Flasche und die beiden mitgebrachten Gläser auf einem kleinen Tischchen direkt unterm Fenster ab. Ich warf einen Blick nach draußen und sah den Hamburger Hauptbahnhof, in den ununterbrochen Züge ein- und ausfuhren. Um unser Gefühl von Zweisamkeit zu vervollkommnen, zog ich die Vorhänge vor. „Gehen wir duschen?“, fragte Lara und begann, sich auszuzie-

hen. „Nein“, sagte ich und zog mich ebenfalls aus. „Dann verschwindet dein Duft. Ich dusche schnell und komme dann zurück. Ich stinke sicher.“ Aber sie ließ sich nicht abwimmeln. Kaum stand ich unter der Dusche, kam auch sie. „Ich stinke auch“, lächelte sie und küsste mich. „Tust du nicht“, sagte ich und erwiderte ihren Kuss. „Aber wo du schon mal hier bist …“ Laras Haut zu spüren war wie die Wiedereroberung des Paradieses. Sanfte Magnete in unseren Anzeige Händen und Körpern zogen sich gegenseitig an. Meine Finger und Hände vollzogen jede Form, jeden kleinen Winkel ihres Körpers nach. Wir seiften uns gegenseitig ein und wuschen uns. Es war, als spüle Lara die Enttäuschungen und den Frust der letzten Wochen mit einem Mal von mir ab. Sie sagte, dass sie mich liebe. In mir ging eine Sonne auf, die ich noch nicht kannte. „Ich möchte so gerne bei dir bleiben“, hauchte sie in mein Ohr. Eine große Welle schlug über mir zusammen, in der ich vollständig versank. „Was glaubst du, was ich möchte?“, fragte ich leise, als ich wieder atmen konnte. Nachdem wir uns abgetrocknet hatten, gingen wir ins Zimmer 193