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Schuberth schien mit

Schuberth schien mit seiner Weisheit am Ende. Es bewegte sich nichts mehr vor oder zurück und er holte Lara in die Gegenwart. Noch auf dem Sofa liegend schlief sie sofort ein. Gemeinsam mit Schuberth verließ ich den Raum. „Und jetzt?“, wollte ich wissen. „Wie geht es jetzt weiter?“ Wir saßen in Schuberths Büro. Er, der riesige Mensch, hatte hinter seinem überdimensional großen Schreibtisch Platz genommen. „Es war eine sehr lange Sitzung“, meinte er ungenau. „Lara ist erschöpft.“ „War die Sitzung zu lang?“, fragte ich. „Oder ist eine solche Erschöpfung normal?“ „Nun, Sitzungen von solcher Qualität, also von dieser enormen Tragweite, sind natürlich anstrengend. Sie zehren an den Energiereserven von Körper, Geist und Psyche. – Aber zu Ihrer Frage, wie es weitergeht. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wir beenden an diesem Punkt oder wir vereinbaren einen neuen Termin. Aber das muss Lara natürlich ganz allein entscheiden. Vielleicht reicht ihr das, was sie neu erfahren hat. Oder sie will mehr wissen. Wie auch immer Laras Entscheidung ausfällt, Herr Thailer, ich werde mich ihr anschließen und ihr zur Verfügung stehen, wenn sie dies wünscht.“ Kapitel 30 Nachdem Lara aufgewacht war, blieb sie noch eine Weile ziemlich verstört, was mich nicht wunderte. Obwohl sie sich keineswegs sicher war, seine Dienste noch ein zweites Mal in Anspruch zu nehmen, ließ sie sich einen weiteren Termin von Schuberth geben, der dann in einer Woche wäre. „Nur für alle Fälle“, sagte sie zu mir, als wir im Auto saßen. „Absagen kann ich immer noch.“ 230

Anzeige Wir hatten beschlossen, diese Nacht noch einmal gemeinsam in dem Hamburger Hotel zu verbringen. Mit meinem Wagen fuhren wir dorthin. Laras Auto würden wir irgendwann später aus Schuberths Garten abholen, wo es zunächst sicher stand. Nachdem wir uns von Schuberth verabschiedet hatten, standen wir mit Katja vorm Haus. „Ich hoffe“, sagte sie zu Lara, „das Ganze hier hat dir wenigstens ein bisschen weitergeholfen.“ „Ich glaube schon“, antwortete sie. „Viel Verlorenes ist wieder aufgetaucht. Das Puzzle in meinem Kopf hat ein paar zusätzliche Teile. Ich hoffe, manches ordnet sich nun neu.“ Katja war damit nicht zufrieden. „Mehr kann ich dir jetzt nicht sagen“, erklärte Lara. „Es ist alles noch zu frisch. Ich bin viel zu verwirrt, um davon zu erzählen. Ich rufe dich sofort an, wenn es mir wieder besser geht. Dann treffen wir uns und reden.“ Vorsichtig legte Katja den Arm um sie. „Ich danke dir“, sagte Lara leise. „Für alles.“ „Ich danke dir auch“, antwortete Katja. „Ich mag dich sehr.“ „Ich dich auch.“ 231