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Anzeige 40 dünne Frau

Anzeige 40 dünne Frau ganz vorn, die nach Schweiß roch und ein spitzes Gesicht hatte, weigerte sich, mich vorzulassen, obwohl ihr Wagen rettungslos überfüllt war. „Glauben Sie vielleicht“, schimpfte sie laut, „andere Menschen hätten ihre Zeit gestohlen?“ Da ich das nicht glaubte, ergab ich mich meinem Schicksal, was meine Eile nicht verringerte. In ein paar Minuten würde zu Hause das Telefon klingeln. Hübner hasste es, versetzt zu werden. Und unser Verhältnis war in letzter Zeit aufgrund stagnierender Verkaufszahlen angespannt genug. Hektisch stellte ich den Einkaufswagen, in dem Maurice geduldig wartete, neben dem Auto ab und öffnete die Heckklappe. Vor dem Umladen musste ich noch den Benzinkanister, Werkzeuge und Ähnliches zur Seite räumen, wofür ich mich halb auf die Ladefläche kniete. Für ein paar kurze Momente beachtete ich den Einkaufswagen mit Maurice darin nicht. Dann hörte ich den auf-

Anzeige heulenden Motor eines Autos, das viel zu schnell fuhr. Im nächsten Augenblick folgten der erschrockene Schrei einer Frau, ein lang gezogenes, schrilles Hupen, das Quietschen von Bremsen und ein metallenes Scheppern, das sich anhörte, als kippe der Einkaufswagen um. Dies alles innerhalb eines Sekundenbruchteils. Mein Herz zog sich zusammen und wurde schwer wie ein Stein. Was war passiert? Vor meinem inneren Auge spielten sich in blitzartiger Geschwindigkeit unbeschreibliche Horrorszenarien ab. Als ich mich umdrehte, sah ich als erstes eine Frau, die meinen Einkaufswagen festhielt. Vor Schreck war sie weiß wie eine Wand. Maurice saß unverletzt vor ihr im Sitz des Wagens. Ich sprang aus dem Kofferraum. Ich wusste nicht, was ich sagen oder tun sollte. Das Auto, das gebremst und gehupt hatte, ein schwarzer Sportwagen, fuhr mit einem Affenzahn wieder an. Der Fahrer, ein Typ mit gegeltem Haar und spiegelnder Sonnenbrille, streckte den hochgestellten Mittelfinger der 41