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Lichterfelde West extra AUG/SEP 2017

Journal für Lichterfelde West, Botanischer Garten und Schweizer Viertel

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14 Lichterfelde West extra meinsam eingekauft oder eine Bluse zusammengelegt – als ein Training gefährdeter, fast verlorengegangener Alltagskompetenzen. Oder es wird ganz nach Wunsch und Interesse vorgelesen, erzählt, Musik gehört oder spazieren gegangen, denn das Wohlbefinden steht im Vordergrund. Vertrauen und Verlässlichkeit sind die wichtigste Voraussetzung, um eine tragfähige Beziehung zwischen Besuchtem und Besucher zustande kommen zu lassen. Dies zu erreichen, geht Gisela Müller mit ihrem Team behutsam Schritt für Schritt vor, wenn sich Interessenten für einen Hausbesuch angemeldet haben: Das erste Mal besucht die Leiterin alleine die Klienten, um sie, deren Lebenssituation und die Angehörigen und Begleitenden kennenzulernen. „Jeder Mensch ist anders, aus der ersten Kontaktaufnahme kann ich ableiten, wer im Team als Besucher geeignet wäre, der noch Besuchskapazitäten frei hat. Ich lerne eventuelle Vorlieben und Hobbys des neuen Klienten kennen und wähle denjenigen Fotos: Haltestelle/Lorenz Mitarbeiter aus, der meiner Erfahrung nach gut passen könnte.“ Dies ist wichtig, um später ein Vertrauensverhältnis aufbauen zu können, das mit dem nötigen Spielraum zwischen Nähe und Distanz zur Verbesserung der Lebensqualität des Besuchten beiträgt. In einem zweiten Besuch begleitet Gisela Müller der ausgewählte Mitarbeiter. Der nimmt nun ersten Kontakt zu seinem zukünftigen Klienten auf, und oft ist das der Beginn einer jahrelangen, beiden Seiten wohltuenden Begleitung. Zum dritten Besuch schließlich erscheint nur der Mitarbeiter. Anschließend befragt Gisela Müller beide Seiten – Besuchten und Besuchenden – über deren Eindrücke und Empfindungen. Die Chemie muss stimmen und ohne Sympathie läuft nichts. Erst dann, wenn beide Seiten harmonieren, wird der Besuchsvertrag zwischen ihnen geschlossen. Die Besuchszeiten werden flexibel gewählt, den Bedürfnissen der Erkrankten und ihrer Angehörigen angepasst. – Ein Anspruch, den kein Pflegedienst erfüllen kann. „Wir haben erlebt, dass ein demenzkranke Ehepartner kein Wort mehr sprach und unter unserer Besuchsbetreuung wieder zu sprechen anfing“, erzählt die Koordinatorin, das sei dann der schönste Lohn. Derzeit betreut die Haltestelle 25 Lankwitzer Klienten. Zwischen 10 und 12 Stunden monatlich ist jeder ehrenamtlicher Betreuer im Einsatz. Im Jahr 2016 erbrachte die Haltestelle rund 1300 Besuche mit 3000 Betreuungsstunden, durchschnittlich 250 Stunden monatlich. Dennoch muss Gisela Müller jedes Jahr neu die Grundfinanzierung beantragen und wünscht sich, dass die langfristiger genehmigt würde, um besser planen zu können. Dank ihrer so kontinuierlich Hand in Hand agierenden Besuchsgruppe schaut sie positiv in die Zukunft. Eine Zukunft, in der sie mit ihrem Team noch viele betroffene Menschen erreichen möchte, um ihnen wieder mehr Lebensfreude und den Erhalt einer bestmöglichen Alltagskompetenz zu vermitteln. Informationen und Anfragen Mo. und Di. 9-13 Uhr unter Telefon 030 77 00 00 22 oder E-Mail haltestelle@diakonie-lankwitz. de Ähnliche Haltestellen-Einrichtungen gibt es in den jeweiligen Bezirksteilen in Berlin und Brandenburg, siehe www. diakoniehaltestelle.de ◾ Jacqueline Lorenz

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