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Erste Schritte im neuen Leben

27. Dezember 2013

27. Dezember 2013 Strahlend blauer Himmel, ein Wetter zum verlieben. Nun wie soll ich mich verlieben?? Keine Menschenseele in der Nähe, dann spreche ich die Sprache nicht und was man sonst noch so an Schwierigkeiten kennt, ich habe im Moment das Gefühl alles bündelt sich gerade gegen mich. Das schöne Wetter entschädigt mich ein wenig dafür, dass im Moment alles nicht so glatt läuft. Seit gestern habe ich kein Wasser mehr. Ich habe den ganzen Tag ein Rauschen gehört und plötzlich sehe ich in meiner Dusche, Wasser kommt aus der Wand. Nun hier hat man keinen Feiertagsnotdienst, der dann kommt, nein hier geht erst mal die Welt unter und wenn Du überlebt hast, kannste überlegen was Du machen könntest. Krassi ist krank und nun auch noch Wasserprobleme. Besser kann Weihnachten ja nun wirklich nicht verlaufen. Gott sei Dank konnte er sich in den Keller schleppen und das Wasser abdrehen. Nun ist die Frage, wann wird das gemacht. Hier ticken die Uhren anders. Komm ich heute nicht, dann eben morgen. Ist aber sehr nervig, wenn Du immer wenn Du aufs Töpfchen musst ins Nachbarzimmer rennen darfst. Aber ich schaue aus dem Fenster und freue mich trotzdem hier zu sein, das Meer liegt vor mir, es ist eine Pracht, es lässt soviel Sehnsucht nach Weite zu, man kann es nicht in Worte fassen. Diese Sehnsucht werde ich nach dem Essen stillen gehen. Ich werde an dem Kilometerlangen Strand lustwandeln und dankbar sein, hier sein zu dürfen. Ich werde mir wieder die Möwen anschauen wie sie schaukelnd auf dem Wasser sitzen, eine neben der anderen, in kurzen Abständen hochflattern, alle zusammen und dann wieder sitzen, schaukeln und genießen. Immer wenn eine neue Welle angerollt kommt, dann flattern sie hoch, wenn sich die Welle entspannt hat, setzen sie sich wieder hin. Ein wirklich schöner Anblick. Ja und von gestern habe ich ja noch Rotkraut übrig. Im Kühlschrank schrien zwei Würstchen, bitte iss mich, sonst werden wir alt. Habe alles auf meinem Campingherd erwärmt und hatte ein wunderbares Mittagessen. Brauchte nicht mal Wasser dazu, weil die Würstchen einfach ins Rotkraut kamen. Jetzt fühle ich mich gesättigt und gestärkt. Ich werde nun ans Wasser, nicht ins Wasser, gehen. Will einfach nur die Sonne genießen, will einfach nur entspannen. 28. Dezember 2013 Ach du meine Güte, es ist schon 7.30Uhr, jetzt aber schnell aus dem Bett, muss mich ja anziehen und fertig machen, Kaffeetrinken. Könnte ja sein, dass der Mensch auftaucht, der nach dem Wasser schauen soll. Ich fange mal wieder an zu improvisieren. Das heiße Wasser läuft ja noch, nur das kalte ist abgestellt. Also denke ich, lasse ich das heiße Wasser ins Waschbecken einlaufen, dann kann es abkühlen und ich kann mich notdürftig waschen. Gedacht, getan.