artig Kunstpreis 2018 - Katalog zur Ausstellung

artigkunst

Der Katalog zum artig Kunstpreis 2016 mit den Preisträgern, den Laudatios und vielen Infos mehr

KATALOG ZUR AUSSTELLUNG


INHALT

Vorwort Seite 4

Die Preisträger Seite 6 - 11

Die Finalisten und ihre Werke A-Z Seite 12 - 78

Werksverzeichnis Seite 79

Wie wir jurieren Seite 80

Der artig Kunstpreis 2018 in Zahlen Seite 82

Impressum Seite 84


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artig Kunstpreis 2018

KATALOG ZUR AUSSTELLUNG

VON 13. APRIL BIS 13. MAI 2018

GALERIE KUNSTREICH KEMPTEN


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AUF EIN (VOR)WORT

Ein Preis von Künstlern für Künstler

Heng Li: Gnade, 2013, Öl auf Leinwand, 145 × 100 cm

Liebe – und ja, so sollte die Begrüßung hier und auf

jeder Vernissage zu aller vorderst lauten – liebe Künstlerinnen

und Künstler! Liebe 70 Künstler, die Ihr bei

dieser jurierten Ausstellung dabei seid, und liebe 490

Künstler, denen wir absagen mussten, herzlich willkommen

zu einer wunderbaren Ausstellung, die Eure

ist. Denn sie wurde vor allem durch Eure Kunst sowie

– und das kann man durchaus gleich zu Beginn sagen –

Euren Teilnahmebeitrag möglich. Denn das wird viel zu

oft als naturgegeben aus den Augen verloren.

Und liebe Kunstfreunde und Kunstgenießer, ebenfalls

herzlich willkommen zu einer Ausstellung, die natürlich

auch die Ihre ist. Denn Kunst geschieht immer

zweimal: Einmal während ihrer Entstehung im Atelier

des Künstlers, und einmal im Auge des Betrachters,

ohne den sich Kunst immer nur „halb“ fühlen würde.

Diese sich alle zwei Jahre wie ein Füllhorn öffnende

Ausstellung ist für uns eine ganz besondere: Einerseits

durch das immense Vertrauen, das uns Künstler aus

halb Europa entgegenbringen. Andererseits, weil wir

damit eine „Schau“ zeigen können, die es nicht nur

zahlenmäßig so in der Region nicht gibt, da sie weder

herkunfts- noch gar verbandsgebunden ist. Zudem

kann sie keinen faden Beigeschmack haben, da Organisatoren

und Juroren nicht selbst in die Ausstellung

oder gar auf’s Siegertreppchen kommen können.

Bereits vor vier Jahren, als wir den Preis erstmals ausschrieben,

haben wir ihn als einen Preis von Künstlern

für Künstler verstanden und auch so deklariert. Und

ja, so stand es als Überschrift bereits im Katalog des

Kunstpreises 2016 – und kann gerne so bleiben. Nun,

nach 2014 und 2016 zum dritten Mal veranstaltet, hat

sich das Gewicht dieses anfangs eher kleinen Preises

sozusagen mehr als verdoppelt: 560 Künstler reichten

online oder per Post insgesamt 1.080 Werke ein.

In dieser Vielfalt fanden sich viele tiefgehende, ideenreiche

oder unkonventionelle Arbeiten wieder, aus

denen man problemlos mehrere wunderbare Ausstellungen

hätte zusammenstellen können.

In der Natur eines Kunstpreises liegt aber auch immer

die Beschränkung: Wenn die Jury zu einem Ergebnis

kommen und sich lange vor der Vernissage von manchem

liebgewonnenen Werk verabschieden muss.

Es fällt, auch weil viele von uns selbst Künstler sind,

wahrlich nicht leicht, fast 500 Kollegen zu sagen: Du

bist nicht dabei.

Die Preise, die wir nun an vier der nominierten Kunstschaffenden

überreichen, sowie einiges mehr wie z.B.

dieser Ausstellungskatalog, finanzieren sich weder aus

dem (nicht vorhandenen) Sparstrumpf des artig e.V.

noch einer anonymen Großspende, sondern wie anfangs

erwähnt gerade auch aus den Teilnahmegebühren

all der 490 Kollegen, die nicht in dieser Ausstellung

vertreten sind.

Merlin Ortner: Jules, 2016, Leuchtdia, gerahmt, 30 x 45 cm

Die daraus resultierenden Mehreinnahmen verpflichten

und erlauben uns, erneut die Preisgelder anzuheben,

und zudem einen weiteren, vierten Preisträger

küren zu können. Somit vergeben wir dieses Jahr

folgende Einzelpreise:

artig Kunstpreis 2018, dotiert mit 2.500 € (statt 2.000)*

artig Sonderpreis 2018 mit 1.500 € (statt 700)*

artig Extrapreis 2018 mit 1.000 € (neu)

artig Publikumspreis 2018 mit 1.000 € (statt 700, gestiftet

von der Brauerei Clemens Härle aus Leutkirch)

*Kunstpreis und Sonderpreis beinhalten zudem je eine

kostenfreie Ausstellung in der Galerie Kunstreich (Gegenwert

ca. 1.000 € plus diverse ehrenamtliche Leistungen)

sowie eine Übernahme von Transport- und

Reisekosten des Künstlers bis zu 400 €.

Damit vergeben wir dieses Jahr nicht nur Preise im

Gesamtwert von rund 8.800 Euro, sondern investieren

auch unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit für

Organisation, Jurierung, Hängung, Umbau oder die

Aufstellungsaufsichten. Dafür danke ich all unseren

Mitgliedern, die ihre Freizeit für die Kunst gerne opfern,

herzlich – und ich denke, dies darf ich gerne auch im

Namen der Künstler und Besucher tun.

Halten wir kurz inne und lehnen uns zurück, um den

Blick auf das Gesamte zu schärfen: Wir sind ebenso

zufrieden wie überrascht, welch eine Bandbreite von


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Nils Franke : BDM (Bärtiges Deutsches

Mädel) II, 2015, Öl auf Leinwand, 35 x 40 cm

Elsa Nietmann: Elefantenherde, 2013, Eisen, Draht, Gewebe, Beton, 26 x 85 x 26 cm

den Themen bis zu den Stilen, Formaten und Techniken diese

finale Auswahl hat, und wie weit die vermeintlichen Grenzen der

Kunst ausgelotet sind, die – da die Kunst frei ist – eigentlich keine

Grenzen haben dürfte.

2014 haben wir ein großformatiges, dunkles Landschaftsgemälde

von Heng Li aus München mit unserem Kunstpreis ausgezeichnet,

2016 stand ein eher kleines, hinterleuchtetes Foto von Merlin Ortner

aus Berlin im Rampenlicht, und bei den beiden Sonderpreisen eine

Plastik aus Beton und Draht von Elsa Nietmann aus München sowie

die altmeisterliche Portraitmalerei von Nils Franke aus Leipzig.

Dass wir den artig Kunstpreis 2018 nun an eine Videoarbeit aus

München, den Sonderpreis an eine Videoinstallation aus Weimar

und den Extrapreis an ein Gemälde wiederum aus München

verleihen, macht ihn nicht berechenbarer (außer man möchte

konstatieren, dass die Wahl bisher eher auf Gegenständliches als

auf Abstraktes fiel). Und an dem Zufall, dass der Preis ungewöhnlich

oft nach München geht, mögen sich Stochastiker abarbeiten

– schließlich werden der Jury die Werke anonymisiert vorgelegt.

(Tiefere Einblicke in die Juryarbeit bekommen Sie ab Seite 80.)

Jedenfalls: Diese Bandbreite gestattet auch diesmal wieder einen

Kunstvermittlungsauftrag, der einem möglichst offenen

Kunstbegriff verpflichtet sein kann – und nicht nur intellektuelle

Deutungshoheiten bedient. Hier kann sich der „ganz normale

Mensch“ auch einfach nur erfreuen wie an schöner Musik für‘s

Auge, und entdecken, was auch in einer unverkopften Kunst, die

mitten im Leben stehen kann (und muss), alles möglich ist.

Mit diesen Worten wünsche ich Ihnen ein ebenso grenzenloses

wie dennoch nicht lebensfremdes Kunsterlebnis!

Für den Vorstand und die Jury

Ihr Stephan A. Schmidt, Vorsitzender artig e.V.

DIE PREISTRÄGER


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ARTIG KUNSTPREIS 2018

Wär‘s doch

nur eine Kuh!

ROTE KUH AUF GRÜNER WEIDE

VON THOMAS SILBERHORN

Rote Kuh auf grüner Weide 2014

Thomas Silberhorn München

HD-Video, 3:42 min.

auf 10‘‘ Display

800 € / 950 inkl. Display (1 v. 5)

Die Antwort auf die Frage nach dem

„Leben, dem Universum und allem“ aus

Douglas Adams Werk „Per Anhalter

durch die Galaxis“ lautet 42 und hat bei

Wikipedia in 29 Sprachen eine eigene

Seite. Und die Antwort auf Vieles, zumindest

auf viel Menschliches, hat in

einer nonverbalen, fast universellen

Bildsprache ein eigenes Video.

Viel passiert nicht in „Rote Kuh auf

grüner Weide“ von Thomas Silberhorn.

Eigentlich nur eines, nämlich das, was

jede Kuh jeden verdammten Tag nun

einmal größtenteils macht: Sie grast,

und zwar in Nahaufnahme und für die

Dauer eines üblichen Pop-Songs. Beziehungsweise:

Er grast. Denn der Künstler

transferiert diese simple, eintönige und

vegetative Handlung eins zu eins ins

menschliche Leben – er kehrt die Perspektive

um in das, was vom Leben übrig

bleibt, wenn ein Männerkopf mit rotem

Bart stupide in grüner Kresse grast. Für

3:42 min und wohl für auch den Rest

seines Daseins.

Wär‘s eine Kuh, wäre all diese Stupidität

normal, nur ihr Ein- und Ausatmen wäre

noch langweiliger, und das Video würde

es – etwas Verständnis für alpenländlerische

Heimatfolklore vorausgesetzt

– ebenso wie jedes Jahr so manches

Kuhgemälde in eine der hiesigen, seit

dem Weltkrieg stattfindenden Kunstausstellungen

schaffen. (Das aber nur am

Rande für die Auswärtigen, die nicht

wissen, dass Kühe so unvermeidlich

zum Repertoire des Allgäus gehören wie

shabby-chic Flechtkorbherzchen zur Deko-Abteilung

eines Möbel-Discounters.)

Nur es ist, zur Hölle, keine Kuh – und

das verstört dann den Allgäuer wie jeden

anderen – sondern ein darüberstehendes,

vernunftbegabtes Wesen, gleich

auf Stufe drei in der Nahrungskette

direkt nach Gott und den Engeln. Nein,

nein, nein, die Welt ist keine Scheibe,

und ein Mensch grast nicht. Niemals. Er

grast nicht einmal nach einem tieferem

Sinn, und er kalbt auch keine Weisheit.

Nein, er grast überhaupt nicht, und

wenn überhaupt, dann frisst er die, die

grasen. Schließlich ist die Welt ihm, in

seiner Dominium terrae aus Genesis 1, ja

untertan.

Wir leben längst in Häusern, der Rest

der Schöpfung, aus der wir zwar stammen,

ist nach draußen ausgelagert: Tier

ist Nutztier, die Milch kommt aus Tetrapacks

und die Natur wird wahlweise

zur Panoramatapete oder zum Zoo. Je

nachdem, wie es uns gerade ins Programm

passt.

Zu Kuh und Kresse gesellt sich ein

letztes, drittes Element: ein simpler


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Zaun – und der fanatisch bis depressiv

veranlagte Humanist in uns verkrümmt

sich endgültig vor Wut: Wieso nur grast

(nicht eine Kuh, sondern) dieser vernuftbegabte

Mensch immer am Zaun

entlang und erkennt ihn als gegeben, als

Gesetz an? Wieso reißt er ihn nicht einfach

ab? Das Dumme (und fatale) ist nur:

Zäune hat nur dieser eine erfunden, der

Mensch. Genau: Jener Mensch, der jenseits

aller Vernunftbegabung (was nicht

mit Vernunft selbst zu verwechseln ist),

meint, hinter diesem Zaun wäre des

Gras grüner oder hinter jener Türe hätte

jemand anderes etwas unverdient Besseres.

Man ist unzufrieden, will immer

mehr, beneidet die, die es schon haben,

und wettert gegen die, die es einem –

vielleicht – wegnehmen könnten.

Eine Bildersuche im Web nach „Cow

Grass Fence“ spuckt schaudrige Fotos

von Rindviechern aus, die sich aus

Gier nach dem unerreichbaren Gras im

Stacheldraht erwürgt haben (weswegen

Elektrozäune inzwischen im Trend

liegen). Doch so fatalistisch ist Thomas

Silberhorn nicht, zumal es auch keinen

Beleg dafür gibt, dass ein Autofahrer

an einer defekten dauergeschlossenen

Bahnschranke verhungert ist. Der

Künstler gibt der Handlung kein wirkliches

Ende und die Moral von der Geschicht

offen.

Die Reduzierung auf das Wesentliche,

das Weglassen von Redundantem oder

Ablenkendem, ist eine der Königsdisziplinen

in der Kunst. Nur so wird der

Betrachter nicht auf eine falsche Fährte

geschickt.

Silberhorn, der 2015 an der Akademie

der Bildenden Künste München sein Diplom

machte, beherrscht diese Disziplin

in „Rote Kuh auf grüner Weide“ meisterlich:

in der Reduzierung der Handlung, in

der Beschränkung auf die drei Elemente

Kuh, Gras und Zaun sowie auf das gerade

mal Nötigste im Bildausschnitt bis hin

zur Einfachheit des Werktitels und der

Reduzierung auf diese Frage, die Hinterfragung

eines Ist-Zustandes. Damit

bleiben Antworten unweigerlich offen,

und wir Vernunftbegabten sind schon

selbst gefragt. Denn warum auch sollte

uns, den Vernunftbegabten, die Kunst

das Denken abnehmen?

Das Video ist nur Sekunden kürzer als der

Song Side der britischen Band Travis – im

Refrain mit jenem englischen Sprichwort

„The grass is always greener on

the other side“. Im Video zu Side wartet

die Band auf Außerirdische und wird

gegen Ende von ihnen abgeholt (auf

die andere, vermeintlich bessere Seite?)

– womit sich der Kreis zu Douglas

Adams, dem die Idee zu der Geschichte

angeblich betrunken in einem Acker bei

Innsbruck liegend kam, und zu Thomas

Silberhorn von ganz alleine wieder

schließt.

Ganz in diesem Sinne begrüßt die Website

www.thomas-silberhorn.com ihre

Besucher mit einem Satz in Kinderschrift

aus einem Tintenfüller: „Ich komme vom

Planeten Erde“.

Stephan A. Schmidt

PS: Natürlich ließe sich das Werk auch kunsthistorisch

beleuchten; ernstzunehmende Rückgriffe

auf rote Kühe ab der frühen Moderne

wären bei Gaugin, Marc oder Chagall durchaus

möglich. Das hieße aber, nach Trüffeln zu

graben, obwohl man einen guten Wein besprechen

möchte.


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ARTIG SONDERPREIS 2018

Von innerer und äußerer Freiheit

AGAIN VON JUDITH RAUTENBERG

Er sitzt fest in dieser weißen Box. Einer Box, in der er

nicht aufrecht stehen und auch nur mit angewinkelten

Beinen sitzen kann. Eng. Beklemmend. Unfrei.

Mal klopft er neurotisch mit dem Kopf gegen die

Wand. Again. Mal legt er ein Ohr daran, um zu hören,

ob da draußen jemand ist, der ihm helfen könnte.

Again. Mal versucht er zu meditieren, seine eigene

Situation anzunehmen, so wie sie ist. Again. Und sackt

nach kurzer Zeit zusammen. Again.

Dann startet er einen neuen Versuch, sich aus der Box

zu befreien. Again. Mal springt er mit aller Kraft

nach oben. Again. Mal steht er auf seinen Händen und

schiebt seine Beine vorsichtig die Wand hinauf in der

Hoffnung darauf, so hinaus zu kommen. Again.

Doch seine Selbstbefreiungsversuche beginnen und

enden alle in der Box. Nach dem Sprung landet er wie

ein Frosch mit angewinkelten Beinen wieder dort.

Statt in die Freiheit schiebt er sich aus dem Handstand

mit den Füßen voran in die nächste Box – bis er wieder

mit dem Kopf gegen die Wand schlägt. Again.

Ein Kreislauf, aus dem es in Judith Rautenbergs

technisch ausgefeilter und zugleich unprätentiösen

Videoinstallation auf den ersten Blick keinen Ausweg

gibt. Der Mensch in der Box durchläuft viele Phasen:

Von Verzweiflung und Wut über etwas halbherzige

Akzeptanz bis hin zu Ironie und wildem Aktionismus.

Und again. Es geht wieder los. Er landet wieder in der

Box. Einer anderen? Der gleichen? Der selben?

Diese Frage lässt

die 35-jährige Videokünstlerin

und

Fotojournalistin aus

Weimar, wo sie 2015

ihr Diplom im Fach

Freie Kunst machte,

unbeantwortet. Die

Offenheit entsteht

dadurch, dass sie ihre

Arbeit auf fünf stehende

Projektionsflä-

Again 2015

Judith Rautenberg Weimar

Videoinstallation, Projektion auf Holzplatten

Maße variabel

2.000 € inkl. Technik (1 v. 5)


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chen und damit in die Dreidimensionalität des Raumes

bringt. So überlässt sie dem Betrachter die Interpretation,

ob der äußere Rahmen immer derselbe bleibt oder

ob der Mensch nur immer wieder in einer ähnlichen

Struktur landet, scheinbar ganz egal, was er tut und wie

er sich anstrengt, dieser Struktur zu entkommen.

Als Betrachter wirst Du zum Voyeur dieser einsamen,

auf das Wesentliche reduzierten wie ungeschönten

und authentischen Momentaufnahmen eines Menschen,

der nicht weiß, dass er beobachtet wird. Judith

Rautenberg lässt Dich tief blicken und

so nah ran, dass es teils schmerzt, zu

sehen, wie er sich selbst kratzt, beißt

und verletzt. Manchmal möchtest Du

ihm helfen, da raus zu kommen, und

denkst: „Ja, genau so ist es: Wenn man

drinsteckt, dann sieht man den Ausweg

nicht. Das kenne ich von mir selbst.“

Ein zweiter Blick, der

eine Ebene hinter

dieser allzu menschlichen

Situation aufmacht,

lohnt sich und gibt der Videoinstallation eine

besondere Tiefe. Judith Rautenberg bietet dem Betrachter

mit „Again“ eine echte Projektionsfläche für

die Selbstreflexion:

Renne ich auch in einem Hamsterrad mit all diesen

gemischten Gefühlen, mit kleineren und größeren

Ups und Downs? Halte ich an meinen Strukturen fest,

obwohl sie mir zu eng sind? Wovon kann oder will ich

mich nicht lösen, auch wenn es mich unfrei macht?

Wende ich immer wieder die gleichen Strategien an,

obwohl ich mehrmals erfahren habe, dass sie nicht zur

echten Veränderung führen? Ist das nun mal der Geist

unserer Zeit – oder hilft mir ein Perspektiven-Wechsel,

die Dinge anders zu sehen? Kann ich

mich selbst überhaupt so schonungslos

beobachten wie andere in ihrer Box?

So gibt uns „Again“ wertvolle Impulse, uns

selbst wiederzufinden

und die

eigenen Strategien,

Strukturen, Pfade

und gelernten

Reaktionsmuster besser zu erkennen. Eine daraus

gewonnene, eigene Erkenntnis wiederum mag um

ein Vielfaches bedeutungsvoller sein als ein gut gemeinter

Rat von außen. Denn: „Die äußere Freiheit

wird uns erst dann bewilligt, wenn wir unsere innere

Freiheit entwickelt haben.“ (Mahatma Gandhi)

Darin liegt ein Geschenk von Judith Rautenbergs

emotionaler Arbeit an ihre Betrachter: In den Impulsen,

die Dich zum Beobachter Deiner Selbst werden lassen.

Wenn Kunst dies schafft, dann erreicht sie schon viel.

Katja Egli


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ARTIG EXTRAPREIS 2018

Präzise Unschärfe

THE P. COLLECTION VON CLAUDIA HOFFER

nochromen Malerei an den hohen Wänden

frei erfunden?

Selbst wenn es den Raum wirklich so

geben sollte, wie ihn die ausgebildete

Theater- und Bühnenmalerin aus München

auf ihrer Leinwand nachempfunden

hat: Die Kraft dieses Bildes entsteht

bei Weitem nicht nur aus dem Kontrast

zwischen alten, verschnörkelten Tischbeinen

und einfarbiger Flächenmalerei

aus dem vorigen Jahrhundert, obwohl

diese Spannung durchaus reizvoll und

ein wunderbares Motiv ist. Die Kraft

stammt auch nicht nur aus dem stimmigen

Bildaufbau und den wohl gewählten

Fluchten, die dem Betrachter das Gefühl

geben, als stehe er in diesem Zimmer

und schreite gleich weiter.

Die (Anziehungs-)Kraft kommt vor allem

aus dem WIE. Aus der Art und Weise,

wie Claudia Hoffer dieser Zimmerflucht

ihren eigenen, charakteristischen Pinselstrich

gibt. Die Malerei wirkt durch

ihre perfektionierte Unschärfe weich

und offen, bekommt etwas Mystisches,

fast Geheimnisvolles, Ungewisses,

irgendwie Historisches. Man will am

liebsten alles über die Geschichte dieses

Hauses und seiner Bewohner erfahren.

Einzig die Fluchtweg-Lampe und der

Rauchmelder über der Tür rechts weisen

auf die echte Zeit hin, in der diese Räume

und Bilder leben. Es könnte also auch ein

öffentlich zugängliches Gebäude sein.

Gleichzeitig erreicht Claudia Hoffer in

ihrer Unschärfe neben der Offenheit und

Weichheit einen bemerkenswerten Grad

an Präzision, Klarheit und Authentizität.

So kreiert sie eine Stimmung von Tiefe

und melancholischer Stille, die genaue,

The P. Collection 2012

Claudia Hoffer München

Öl auf Leinwand

110 x 150 cm

6.800 €

Wissen Sie, was die P. Collection ist? Vielleicht

ist es gar nicht entscheidend, was

sich hinter dem P.* verbirgt. Und vielleicht

hat die Künstlerin den Titel genau

deswegen abgekürzt. Schließlich zieht

die Ölmalerei von Claudia Hoffer ganz

unabhängig davon die Aufmerksamkeit

auf sich und den Betrachter direkt hinein

in das Bild.

Was kommt im nächsten Zimmer?

Was erscheint am Ende des Ganges?

Wer biegt hier in diesen herrschaftlichen

Räumen gleich um die Ecke? Wo

ist der Haken an dieser makellosen,

fast altmeisterlichen Ästhetik? Ist diese

gegensätzliche und zugleich besonders

interessante Kombination von antikem,

norditalienischen Mobiliar und der mo-


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fotorealistische Malerei so kaum zu erzeugen

vermag. Man will schon wissen,

wie es weitergeht. Aber man verspürt

dabei keine Hektik. In dieser Ruhe entfaltet

die Ästhetik dieser Malerei ihre

Wirkung.

Warum malt Claudia Hoffer unscharf?

„Das ist das, was aus mir, aus dem Pinsel

in meiner Hand, herausfließt“, sagt sie so

schnörkellos wie die moderne Kunst an

den Wänden der P. Collection. Diese fließende

Natürlichkeit ist auch das, was der

Betrachter zwischen Kopf- und Bauchgegend

wahrnehmen kann. Und so entsteht

Raum für die eigene Imagination.

Der eine sieht aus der Nähe alles so verschwommen

wie ungewiss, blickt aber

aus der Weite auf den Weg in eine klare,

helle Zukunft – wie einen Hinweis darauf,

im Leben einmal inne zu halten und

gar einen Schritt zurück zu setzen. Die

andere mag meinen, wie in einer Traumsequenz

den Gang entlang zu schweben,

ins Licht.

Katja Egli

* Nur wer es wirklich wissen will, dreht nun

diesen Katalog auf den Kopf und liest den

folgenden Absatz. Andernfalls: Lassen Sie sich

nicht von Fakten beeinflussen.

DIE FINALISTEN

UND IHRE WERKE A-Z

Das P. steht für Panza, den Namen von Giuseppe

Panza di Biumo (1923–2010), einen

bekannten und bedeutenden Sammler moderner

(amerikanischer) Kunst des 20. Jahrhunderts.

Etwa 250 Werke seiner zehnmal

so großen Sammlung sind in der Villa Menafoglio

Litta Panza in Varese außerhalb von

Mailand zu sehen – dort, wo Claudia Hoffer

die Vorlage für ihr Gemälde „The P. Collection“

fotografiert hat.


Casa 2014

Wolfgang Bittner Leipzig

Betonguss

29 x 18 x 18 cm

650 €


ohne Titel 2016

Bohlius Berlin

Collage, Acryl, Kreide

110 x 160 cm

3.000 €


Körper als Bekleidung 2016

Clara Boesl Linz / A

Digitaldrucke auf Papier

Serie von 5 Bildern, je 60 x 40 cm

2.100 €


open field 2017

Nina Chubinishvili Bonn

Stop-motion Video (HD, auf Tablet mit Lupe)

unverkäuflich


Einsamer Baum auf altem Hühnerstall 2015

Andrea Cordes-Thalmeier Dorfen

Mischtechnik (Gouache, Bleistift, Schnitzerei) auf altem Holz

25 x 34 cm

90 €


Und die Feinde

werden alle

verquetscht,

gell? I 2017

Ursula Donn Stuttgart

Mischtechnik auf Leinwand

90 x 70 cm

500 €

Das sieht der

Gesetzgeber

so vor. 2017

Chris Dietzel Berlin

Lack, Acryl, Latex, Klebeband

auf Fliesen

60 x 60 cm

1.700 €


Eisglühen 2018

Karin Drechsler-Ruhmann Erlangen

drei transparente Malgründe hintereinander, Acryl

100 x 120 cm

4.900 €


Turn over 2017

Gudrun Fischer-Bomert Berlin

Draht, Trinkhalme, LED

107 x 52 x 27 cm

3.000 €


Von Wegen 2014

Elisabeth Frei Laien / It

Acryl auf Zeitschrift, auf Holz geleimt

148 x 112 cm

3.700 €


Wohin sind wir unterwegs? 2017

Elisabeth Frei Laien / It

Acryl auf belichteter Offset-Aluminium-Druckplatte

46 x 75 cm

2.000 €


once i was blind and now i see 2016

Andrea Freudenreich Oberstadion

Ton gebrannt, bemalt, Kupferdraht

34 x Ø 40 cm

1.250 €


ohne Titel Nr.2 2017

Wolfgang Fritz Reutlingen

Fotografie

60 x 80 cm

420 €


Essen 2014

Beate Gärtner Essen

Papier (Stadtplan)

15 x 15 x 13 cm

600 €


Querreiter 2015

Uta Grün Boppard

Öl auf Spanplatte

69 x 120 cm

2.200 €


Endless Green 2010

Stefan Grzesina Neu-Ulm

Fotoabzug auf AluDibond

90 x 120 cm

850 €


Fin 2018

Stefan Guggenbichler Rosenheim

Kohle auf Holzplatte

100 x 80 m

1.440 €


No. 99 - ohne Titel - 2017

Petra Hedwig

Straßlach-Dingharting

Acryl auf Leinwand

120 x 100 cm

1.540 €

CHIMALIS 2017

Deniz Hasenöhrl München

Acrylfarbe, in mehreren

Schichten auf Leinwand

140 x 140cm

3.800 €


Azadi VI 2016

Barbara Hein-Dadfar Dortmund

persischer Wortstempel (Bedeutung: „Freiheit“)

auf Papier

50 x 37 cm

450 €


Mut 2018

Fabian Helmich München

Text, Beton, Photographie

je 15 x 15cm

1.200 €


Die Kreatur schlägt zurück 2017

Theresia Hillebrand Friedrichshafen

Pappe, Papier, Styropor

22 x 43 x 36 cm

unverkäuflich


Was geschah wirklich mit Hänsel und Gretel 2015

Theresia Hillebrand Friedrichshafen

Pappe, Papier

25 x 41 x 25 cm

unverkäuflich


Mädchen-Portrait 2018

Matthias Höfling

Saarbrücken

Acryl auf Leinwand

200 x 140 cm

1.600 €

Winter 2 2017

Claudia Hölzel

Schauenstein

Textile Kunst

40 x 40 cm

500 €


Anonym I 2013

Masumi Igarashi Marne

Floatglas im Ofen geformt und emailliert

32 x 31.5 x 28 cm

3.000 €


Kyrill 2017

isterika

(Nata Dolheimer &

Alex Petrenko) Fürth

mixed media

97 x 60 x 60 cm

1.313,13 €


Verborgen 2015

Lucie Kazda Bayreuth

Öl auf transparenter Folie

100 x 100 cm

3.500 €


Denise, 32 2017

Ji-yeon Kim Berlin

Acryl auf Leinwand

80 x 80 cm

1.800 €


In de gaten houden 2018

Marion Klatt Füssen

Mischtechnik

130 x 220cm

2.900 € / einzeln 120 €


Vergessener 2010

Jürgen Klugmann Tübingen

Tusche, Acryl, Graphit auf Papier, auf

Holz aufgezogen

34 x 29 cm

740 €


Vollendung 2017

Radan Knobloch Stuttgart

Drahtgeflecht, teilweise gefärbt

auf Kapa-Schaumplatte

100 x 100 x 10 cm

960 €


SHOOT://THEM/UP 2018

Kombinat Äppärät Cyberspace

Kinderspielzeug, Open Source

Software, gehackte Consumer Hardware

Maße variabel

0,1 Bitcoin


Rosshaupten 01 / 2015 2015

Rüdiger Lange München

Öl auf Sperrholz

115 x 172 cm

6.700 €


The Interplay of Calm and Breeze 2018

Katharina Lehmann München

Thread Drip Painting, Acryl, Kreide auf Leinwand

160 x 120 cm

5.600 €


Munich Nightlife 2016

Philipp Liehr Halle

Lindenholz geschnitzt,

Acryl, Gips

50 x 30 x 40 cm

2.200 €


Zeitzeugenberichte 2003

Dana Lürken München

experimentelles Buchprojekt, Digitalprint, Malerei,

Zeichnung, Prägung auf diversen Papieren und Materialien

22 x 34 cm

unverkäuflich


GGArt3 2016

Markus Maier

Warendorf

Acryl durch

Industriegewebe

40 x 30 x 4 cm

600 €


Der Wind ist lauter als wir 2017

Stefanie Manhillen Sinzig

Schichtfoto, übermalte, zerkratzte Malerei-Foto-Collage

60 x 80 cm

800 €


Cloud 7 2018

Uwe Mertsch Greven

Acryl, Glas und Holz

22 x 34 x 11,5 cm

1.800 €


Back to the Garden 2017

Ute Milotich Pähl

Öl auf Leinwand

80 x 60 cm

5.200 €


Teaparty (Diptych) 2017

Sun Hee Moon Grado / It

Öl, Stift auf Leinwand

je 120 x 90 cm

3.500 €


e that guy 2016

wabato movement Ebershausen

Installation aus 66 Einzelfiguren

50 x 210 x 210 cm

2.400 €


durch die Wand 2017

Eileen O‘Rourke Augsburg

Graphit auf Papier

160 x 150 cm

3.800 €

The Thinker 2015

Sandro Porcu Sohland

Macrophotographie einer

präparierten Ameise, sitzend

auf einem Lihtographiestein.

90 x 70 cm

1.600 €


Aphasia 1 2018

Mike Prinz München

Monotypie auf Papier

105 x 80 cm

550 €


Portrait X 2017

Florian Prünster

Meran / It

Blei- und Kohlestift auf Papier

96 x 72 cm

1.400 €


Seelenlandschaften 9 (der Stein so still) 2017

Dagmar Reiche Lindau

Sumpfkalk, Steinmehle, Pigmente auf Loktapapier

40 x 40 cm

640 €

Halt‘ du sie dumm ich halt sie arm! 2015

Christian Ristau Flensburg

Acryl auf Leinwand

80 x 120 cm

1.800 €


Blaue Schmeissfliege 2016

Meike Rohde Bremen

Collage, Acryl auf Holzfaserplatte

70 x 70 cm

900 €

Es sitzt mir im Nacken 2017

Nadine Elda Rosani Heideck

Lärchenholz gesägt, geschnitzt, teilweise farbig gefasst

180 x 40 cm

2.200 €


spy me 2017

Gerd Rucker Wien / A

Polymer mit Glasauge

22 x 17 x 5 cm

220 €

untitled (JS-Pencil-BI

14th May 2016 - 19th November 2016) 2016

John Schmitz Tacherting-Peterskirchen

2B Bleistift auf mit Tusche geschwärztem Papier, 256 Stecknadeln

203 x 203 cm

4.800 €


Cartagena 2017

Tina Schramm Karlsruhe

Acryl, Fotografie auf Holz

20 x 40 cm

450 €


o.T. 2017

Melanie Siegel

München

Acryl, Öl auf Leinwand

80 x 60 cm

2.700 €


Nine Eleven II 2015

Gerhard Silber Wittmund

Acryl auf Leinwand

140 x 200 cm (2-teilig)

3.500 €


Kleine Leute 1 2015 + Kleine Leute 2 2017

Ljuba Stille Köln

Linde coloriert

je 30 x 10 x 10 cm

je 1.100 €


Ein Tag mit Cosima Strähhuber 2017

Cosima Strähhuber Traunstein

versilberter Draht, Elektrobauteile, Kabel

Ø 30 cm

2.800 €

Existenz - Linearitaet 21 2017

Monika Supé Hohenschaeftlarn

Tusche auf Papier

59 x 84 cm

2.200 €


Zeitschläger 2015

Tim David Trillsam Eybach

Bronzeplastik

32 x 48 x 28 cm

5.900 €


Cluster III 2017

Lars Unger Oldenburg

Collage, diverse Materialien

43 x 55,5 x 8 cm

1.100 €


Verloren 2016

Marcus Vallböhmer Jestetten

Acryl auf Leinwand

60 x 80 cm

1.900 €


o. T. 2013

Alexandra Vogt Kammlach

Lambda-Print hinter Echtglas

120 x 80 cm

2.000 € (3 v. 8)


Jana 2017

Luzia Werner Halle

Lindenholz bemalt, Papier, Gießharz,

Plastik, Türspion

34 x 25 x 28 cm

2.000 €

Mira 2017

Claudia Wirth Egloffstein

Öl auf Leinwand

30 x 30 cm

unverkäuflich


Grünes Zimmer 2007

Dorothée Zombronner Berlin

Aquarell auf Leinwand

40 x 50 cm

850 €


WERKSVERZEICHNIS

Wolfgang Bittner, Leipzig

Casa

Bohlius, Berlin

ohne Titel

Clara Boesl, Linz / A

Körper als Bekleidung

Nina Chubinishvili, Bonn

open field

Andrea Cordes-Thalmeier, Dorfen einsamer Baum auf altem Hühnerstall

Chris Dietzel, Berlin

Das sieht der Gesetzgeber so vor.

Ursula Donn, Stuttgart

Und die Feinde werden alle verquetscht, gell? I

Karin Drechsler-Ruhmann, Erlangen Eisglühen I

Gudrun Fischer-Bomert, Berlin

Turn over

Elisabeth Frei, Lajen / I

Von Wegen

Wohin sind wir unterwegs?

Andrea Freudenreich, Oberstadion once i was blind and now i see

Wolfgang Fritz, Reutlingen ohne Titel Nr. 2

Beate Gärtner, Essen

Essen

Uta Grün, Boppard

Querreiter

Stefan Grzesina, Neu-Ulm

Endless Green

Stefan Guggenbichler, Rosenheim Fin

Deniz Hasenöhrl, München

CHIMALIS

Petra Hedwig, Straßlach-Dingharting No. 99 - ohne Titel -

Barbara Hein-Dadfar, Dortmund

Azadi VI

Fabian Helmich, München

mut

Theresia Hillebrand, Friedrichshafen Die Kreatur schlägt zurück

Was geschah wirklich mit Hänsel und Gretel

Claudia Hoffer, München

The P. Collection

Matthias Höfling, Saarbrücken

Mädchen-Portrait

Claudia Hölzel, Schauenstein Winter 2

Masumi Igarashi, Marne

Anonym I

isterika (Petrenko / Dolheimer), Fürth Kyrill

Lucie Kazda, Bayreuth

Verborgen

Ji-yeon Kim, Berlin Denise, 32

Marion Klatt, Füssen

In de gaten houden

Jürgen Klugmann, Tübingen

Vergessener

Radan Knobloch, Stuttgart

Vollendung

Kombinat Äppärät, Cyberspace

SHOOT//THEM/UP

Rüdiger Lange, München Rosshaupten 01 / 2015

Katharina Lehmann, München

The Interplay of Calm and Breeze

Philipp Liehr, Halle

Munich Nightlife

Dana Lürken, München

Zeitzeugenberichte

Markus Maier, Warendorf

Art 3 GG

Stefanie Manhillen, Sinzig

Der Wind ist lauter als wir

Uwe Mertsch, Greven Cloud 7

Ute Milotich, Pähl

Back to the Garden

Sun Hee Moon, Grado / I

Teaparty - diptych

wabato movement, Ebershausen

be that guy

Eileen O’Rourke, Augsburg

durch die Wand

Sandro Porcu, Sohland

The Thinker

Mike Prinz, München Aphasia 1

Florian Prünster, Meran / I

Portrait X

Judith Rautenberg, Weimar

Again

Dagmar Reiche, Lindau Seelenlandschaften 9

Christian Ristau, Flensburg

Halt’ du sie dumm ich halt sie arm!

Meike Rohde, Bremen

Blaue Schmeissfliege

Nadine Elda Rosani, Heideck

Es sitzt mir im Nacken

Gerd Rucker, Wien / A

spy me

John Schmitz, Tacherting-Peterskirchen Untitled (JS-Pencil-BI-14th May 2016 – 19th

November 2016)

Tina Schramm, Karlsruhe

Cartagena

Melanie Siegel, München

o.T.

Gerhard Silber, Wittmund

Nine Eleven II

Thomas Silberhorn, München

Rote Kuh auf grüner Weide

Ljuba Stille, Köln Kleine Leute 1

Kleine Leute 2

Cosmia Strähhuber, Traunstein

Ein Tag mit Cosima Strähhuber

Monika Supé, Hohenschaeftlarn Existenz – Linearitaet 21

Tim David Trillsam, Eybach

Zeitschläger

Lars Unger, Oldenburg

Cluster III

Marcus Vallböhmer, Jestetten

Verloren

Alexandra Vogt, Kammlach o. T.

Luzia Werner, Halle

Jana

Claudia Wirth, Egloffstein

Mira

Dorothée Zombronner, Berlin

Grünes Zimmer

79


80

BLICK HINTER DIE KULISSEN

Wie wir jurieren

„Wieso noch ein Kunstpreis?“, werden

wir seit dem ersten im April 2014 gefragt.

Unsere Antwort war und bleibt: Nein,

nicht noch ein weiterer Kunstpreis,

sondern ein anderer. Einer, der Künstler

nicht gängelt, ihnen Steine in den Weg

legt oder sie degradiert: „Der Künstler

unterwirft sich der Jury“ – ein Zitat aus

vielen Ausschreibungsbedingungen.

Und ein Kunstpreis, der nicht noch ein

weiteres regionales Klassentreffen ist.

Und auch keiner, an dessen Eröffnung

zuallererst diverse Namen genannt, aber

nicht diejenigen begrüßt werden, um

die es geht: Die, die von der ersten Idee

bis hin zur kilometerlangen Anlieferung

ihrer Werke – bis zum Vertrauen, dass

diese gut behandelt werden – den Kern

all der Arbeit getan haben, damit die ganze

„Show“ überhaupt stattfinden kann.

Unsere Kritik an so manchen Zuständen

und die daraus entstehenden Probleme

– all das haben wir seit 2014 an verschiedener

Stelle beleuchtet und diskutiert.

Ebenso haben wir unsere Antwort

formuliert: zum einen ein Preis von

Künstlern für Künstler, der zum anderen

möglichst so frei ist wie die Kunst selbst.

Heute nun soll es um die daraus resultierende

Praxis gehen.

Einfach, für alle und von überall

Ein Kunstpreis möglichst ohne Beschränkungen

– daraus folgt ein Grundsatz:

Jeder Künstler soll zu jeder Zeit und

von fast jedem Ort ohne Schlepperei und

Kilometerfresserei seine Kunstwerke

einreichen können, ohne dabei mehr

Geld an Tankstellen zu zahlen als für den

Teilnahmebeitrag, und ohne das Risiko,

dass bei einer Ausjurierung das Ganze

umsonst war.

Längst ist das Internet so verbreitet und

seine Technik so weit, dass sich – gute

Programmierung und einen performanten

Server vorausgesetzt – Werkfotos

per Datei hochladen und samt der übrigen

Angaben strukturiert abspeichern

lassen. Natürlich gibt es Skeptiker, die

meinen, eine Jury könne nur im Anblick

eines echten Werkes wirklich urteilen.

Aber so mancher Juror, der schon einmal

in einer Halle mit hunderten nicht

direkt angeleuchteten und eng aneinander

stehenden oder lehnenden Werken

stand, wird dem nicht mehr zustimmen.

Fotos sind Standard

Abbildungen von Kunstwerken, egal

ob gedruckt oder am Monitor, sind kein

abwegiges Teufelszeug. Ein Großteil der

Kunst wird heute nicht direkt, sondern

über diverse Medien rezipiert – ob wir

das für gut halten mögen oder nicht.

Schon immer waren gute Fotos für

Kunstmagazine und Feuilletons, Künstlerbücher,

Kataloge oder Bewerbungen

notwendig. Ganz abgesehen von Videokunst

und größeren Installationen:

Letztlich braucht ein Künstler Fotos wie

ein Musiker Tonaufnahmen.

Längst wird digital ohne Filme und

Abzüge fotografiert. Ob ich nun von einer

Fotodatei einen Abzug im Drogeriemarkt

mache oder es auf teurem Papier auf

meinem Tintenstrahler ausdrucke und

einsende – oder die gleiche Datei per Online-Formular

hochlade, macht technisch

keinerlei Unterschied.

Qualitätssicherung an

kalibrierten Monitoren

Sieht denn die Jury auf ihren Monitoren

das, was ich auf meinem sehe? Beim

artig Kunstpreis lautet die Antwort:

mindestens. Denn zum einen sind und

bleiben die Farben in der Bilddatei dieselben

und werden beim Hochladen

und Abspeichern auf einen Webserver

nicht verändert. Zweitens checken wir

jede eingesendete Datei auf kalibrierten,

hochauflösenden Profi-Monitoren. Bei

seltsamen Darstellungen, z.B. bei vermuteten

Farbverschiebungen, prüfen wir,

ob ein falsches Farbprofil eingebunden

ist, oder fragen beim Einsender nach, ob

das so beabsichtigt ist.

Schicke Mappen sind sinnlos

Natürlich können „analogere“ Künstler

weiterhin Fotos per Post einsenden. Diese

Abzüge und Ausdrucke werden eingescannt

(ebenfalls auf einem kalibrierten

Scanner) und online in die Jury-Software

geladen. Daher macht es keinen Sinn, die

Abzüge in schicke Mappen mit Goldkante

zu heften oder mit Hochglanzfolie zu

laminieren, dann zwei Kilometer Lebenslauf

plus einen Katalog auf Bütten dazu

zu packen.

Die Kunstpreis-Software

All das Brimborium sehen die Juroren

nicht, sondern nur das Foto plus Titel,

Technik und Maße. Alles andere ist während

des gesamten Auswahlprozesses

anonymisiert. Name, Geschlecht, Herkunft

oder Alter des Künstlers können

so nicht beeinflussen – es geht allein um

das Werk selbst.

Für die Einreichungen und deren Jurierung

haben wir seit 2014 mit einem

Programmierer eine Web-gestützte

Software entwickelt, die uns möglichst

in kein Korsett zwingt, sondern zudem

bei der Verwaltung und Dokumentation

unterstützt. Darin kann z.B. unser Kassier

in einer gesonderten Ansicht alle

Einreichungen, zu denen eine Teilnahmegebühr

eingegangen ist, markieren

und so zur Jurierung freigeben.

Womit wir beim Thema wären: Wie wird

bei artig juriert?

1. Runde: Juror allein zu Haus

In einer ersten groben Vorrunde sitzen

die fünf Juroren zuhause. Online in die

Software eingeloggt, wählen sie per

Mausklick diejenigen Werke aus, die sie

gerne in der Ausstellung hätten oder gemeinsam

mit ihren Kollegen noch einmal

genauer besprechen möchten – z.B. weil

man sich bei Qualität oder Aussage nicht

sicher ist.

Die Software listet die Werke kachelartig

(s. Abbildung) und für jeden Juror in einer

anderen Reihenfolge auf. So vermeiden

wir, dass am Ende die gleichen Werke

einer nach 1.000 Bildern sinkenden Aufmerksamkeit

zum Opfer fallen.

Jeder hat zwei Tage Zeit und wählt

erfahrungsgemäß ca. 100 bis 200 Werke

aus. Bei fünf Juroren hat ein Werk in

dieser eher noch groben Auswahlrunde

fünfmal die Chance, weiter zu kommen.

Und bei durchschnittlich 150 Werken pro

Juror könnten es theoretisch ganze 750

Werke in die nächste Runde schaffen.

In der Praxis ist dies aber meist nur ein

Drittel: So kamen in diesem Jahr 372 von

1.080 Arbeiten weiter.

2. Runde: Diskussionen am

Schachbrett

Am dritten Tag trifft sich die Jury und

geht gemeinsam per hochwertigem

Projektor und Leinwand die Vorauswahl

durch. Unterstützt werden wir auch hier

durch die Software, die die Werke wieder

schachbrettartig ausgibt und jeweils per

Klick vergrößert.

Jedes Werk wird kurz besprochen, wir

erörtern Idee, Ausführung sowie eventuelle

Fragen dazu und setzen dann in

der Software ein Häkchen – oder auch

nicht. Am Ende eines langen Abends bleiben

davon ca. 40 Prozent (2018: 149 Werke)

in einer engeren Auswahl, aus der

am nächsten Tag die endgültigen Werke

nominiert werden sollen.

3. Runde: Es wird eng...

... auch für den einen oder anderen

Juror, wenn es nun daran geht, sich von


so manchem liebgewonnenen Werk

zu verabschieden, weil er überstimmt

wird – bis vielleicht auf eines. Aber dazu

später.

Jeder bekommt eine mehrseitige Liste

mit der Auswahl vom Vortag, darauf also

149 Werke mit Bild, Titel, Technik und

Maßen sowie einem freien Feld am Ende,

in das er – nach nochmaliger Besprechung

jedes Werkes – eine Note von 1 bis

6 einträgt. „Das ist jetzt schon das fünfte

Portraitfoto mit dieser Tonalität – können

wir die anderen vier nochmal anschauen?“

Spätestens jetzt besprechen wir

auch solche Themen.

Anschließend werden alle Listen eingesammelt,

der Notendurchschnitt ausgerechnet

und in die Software eingetragen.

Per Klick sortiert diese dann die Werke

nach der Note.

Mit dieser Reihenfolge erhalten wir

schlussendlich eine greifbare Gewichtung,

eine erste sichtbare „Willens-Sortierung“

– und etwas, was noch längst

nicht endgültig ist, sondern zu neuen

Diskussionen anregen soll und muss:

Bei so manchem Werk und seiner nun

errechneten Position fragen sich etliche

Juroren nun (und manchmal erstaunt):

Warum ist dieses Werk jetzt doch soweit

hinten und jenes so weit vorne? Und man

wird sich wieder bewusst, dass eine

Drei (nicht) eine Drei ist: Vergeben fünf

Juroren z.B. alle die Note 3, macht das

im Durchschnitt eine glatte 3 – ebenso,

wenn drei Juroren eine 1 vergeben und

zwei eine 6. Doch warum haben diese

drei uneingeschränkt begeisterten Juroren

gegen die beiden abgeneigten nicht

mehr Gewicht, als wenn alle ein „befriedigend“

vergeben?

Einfache Mehrheiten machen

einfache Ausstellungen

Statistiker kennen das: Liefern Durchschnitte,

dargestellt in einer einzigen

simplen Kurve ohne Häufungen und

Abweichungen, nicht eine fade Nivellierung?

Werden Spitzen nicht einfach nur

gekappt? Macht eine einfache demokratische

Mehrheit (statt Konsens) nicht

nur „einfach“ und langweilig? Wer berücksichtigt

(in einer

Demokratie, aber

auch beim Fernsehprogramm)

die Minderheiten?

Wir kennen solche

Ausstellungen – mit

einem (ob größten

oder kleinsten) sogenannten

gemeinsamen

Nenner ohne

Spitzen und Extreme.

Und bei mancher

Ausstellung scheint,

dass im Zwang zum

Kompromiss die „normaleren“,

konsensfähigeren

Werke eher

reinrutschen als die ungewöhnlichen,

weil man sich auf letztere nicht einigen

konnte. Diese Aspekte sind uns durchaus

bewusst.

Ist das nun wirklich unser Ernst...

... oder nur Gleichmacherei? Die Jury

diskutiert die dank Notenliste konkret

sichtbare Gewichtung: „Die beiden sind

Landschaften recht ähnlich (weil offensichtlich

vom gleichen Künstler), sind

einerseits kein Dyptichon, verstärken

aber die Aussage auch nicht. Kann da

nicht eines raus?“

Anschließend rechnen wir im Sinne der

Hängekommission (zu der einige von

uns auch gehören) anhand eines maßstabsgetreuen

Galeriegrundrisses aus,

wie viele Meter (plus Luft dazwischen) in

etwa gehängt und gestellt werden kann.

2018 waren etliche großformatige Gemälde

dabei, so dass wir in der diskutierten

und korrigierten Liste nach 70 Werken

ein Strich ziehen mussten, der keinem

leicht fiel.

Es wurde 23 Uhr, und in Anbetracht der

sinkenden Konzentration beschlossen

wir, die endgültige Nominierung erst am

nächsten Abend, an dem sowieso ein Backup-Termin

angesetzt war, festzulegen.

Also: drüber schlafen. Per E-Mail ging

noch ein PDF mit allen 149 Werken in der

aktuellen Reihenfolge raus, damit wir

tagsüber nochmals grübeln konnten.

Auswahl in der Jury-Software: Per Klick können die einzelnen Werke vergrößert werden (die Unschärfen wurden nachträglich eingefügt)

5 Joker gegen die Gleichmacherei

Zunächst wägen wir am letzten Abend

nochmals ab, argumentierten, rekapitulieren

– es gilt, wirklich kritisch auch

gegenüber der bisherigen eigenen Meinung

zu sein: „Bei der Kellerfläche links

wäre das durchaus möglich – und das

stand ursprünglich ja auch nicht zur

Disposition, also können wir das durchaus

in der Auswahl lassen.“ „Können

wir nochmal über Werk X reden?“ „Mir

wäre die Arbeit Y schon wichtig. Warum

geht die bei Euch nicht?“ „Das hat schon

Gursky so fotografiert.“ „Aber er hat kein

Patent darauf – und vielleicht wurde das

ja auch schon vorher so fotografiert.“

Nach allen Diskussionen und entsprechenden

Änderungen in der Reihenfolge

stand dann der endgültige Schlussstrich

bei 67 Werken. Nun kann, aber muss

nicht, jeder Juror seinen Joker ziehen:

für das Werk, das ihm wichtig ist und er

ohne Diskussion gegen alle Noten und

Meinungen nominiert haben will. Dieses

Jahr haben alle fünf davon Gebrauch

gemacht.

Nun ist‘s wirklich definitiv: Die Liste mit

den 72 nominierten Werken geht online.

Zudem informieren wir alle Finalisten

per E-Mail über das weitere Procedere

und danach auch die 490 Künstler, die

nicht ausgewählt wurden. Die Nominierten

haben nun bis zu drei Wochen Zeit,

ihre Werke per Post einzusenden oder

an zwei Terminen abzugeben. Die Galerie

füllt sich Tag für Tag mit 70 Arbeiten

(zwei Künstler hatten es nicht geschafft,

ihre Werke einzuliefern).

Drei Wochen später: das Finale

Die Jury trifft sich ein letztes Mal: Nun,

um die Preisträger zu küren – vermutlich

in einem ähnlichen Ablauf wie bei vielen

anderen Kunstpreise auch.

Wir laufen alle 70 Arbeiten gemeinsam

ab, nehmen sie unter die Lupe und besprechen

sie. Währenddessen machen

wir uns Notizen: Was ist wirklich preisverdächtig?

Rund 15 Werke kommen in

die engere Auswahl, wovon anschließend

jeder drei Werke auf einen Zettel

schreibt. Nach deren Auswertung diskutieren

wir nochmal intensiv, bis die

diesjährigen drei Preisträger endgültig

feststehen. Sicher hätte so mancher von

uns, hätte er alleine entschieden, die

Preise anders vergeben, kann aber im

Korrektiv der Kollegen mehr als gut mit

dem gemeinsamen Ergebnis leben.

Stephan A. Schmidt

PS: Dieser Beitrag erscheint auch unter

www.artig.st – samt einer Kommentarfunktion

darunter. Hier stehen wir gerne Rede und

Antwort, und hier kann jeder (auch anonym)

dieses Vorgehen kommentieren und kritisieren

– bestenfalls konstruktiv. Schließlich lebt

der artig Kunstpreis als ein Preis von Künstlern

für Künstler auch vom Mitdenken.


82

Der artig Kunstpreis 2018 in Zahlen

Die Jury 2018

Die Jury setzt sich seit 2014 aus Vorstands- und weiteren Mitgliedern des artig

e.V. zusammen und ist vom Vorstand mit der Wahl der Preisträger beauftragt.

2018 waren dies: Katja Egli, Matthias Herzog, Susanne Praetorius,

Stephan A. Schmidt und Florian Wendel.

Der artig e.V. und das Allgäuer Kulturleben

bedanken sich herzlich bei:

»»

560 Künstlerinnen und Künstlern für insgesamt 1.080 eingereichte Werke

»»

und ihren solidarischen Beitrag, mit dem sie die Preisgelder, die Ausstellung,

diesen Katalog und vieles Weitere möglich machen,

»»

67 Finalisten für das Anliefern von 70 Kunstwerken, die uns mit ihrer

großen Bandbreite sehr bereichern,

»»

der Stadt Kempten und der BSG Allgäu für die wunderbaren, historischen

Galerieräume,

»»

der Brauerei Clemens Härle aus Leutkirch für die Stiftung des Publikumspreises,

»»

und all den vielen engagierten Helfern bei Planung, Ausschreibung, Bewerbung,

Plakatierung, Paketabholung, Werkannahme, diversen Verwaltungsarbeiten,

Künstler-Korrespondenz, Vorbereitung und Durchführung

der mehrtägigen Foto- und Preisjurierung, Fotografie, Ausbau der Ausstellungsflächen,

Pressearbeit, Online-Redaktion, Katalog-Layout, Aufbau,

Hängung, Elektrik und Ausleuchtung, Galeriedienste uvm...

Vergeben werden im Jahr 2018

• der artig Kunstpreis* (Hauptpreis), dotiert mit 2.500 Euro

• der artig Sonderpreis*, dotiert mit 1.500 Euro

*beide inkl. einer kostenfreien Ausstellung in der Galerie Kunstreich in Kempten

und der Übernahme von Transport- und Übernachtungskosten bis zu 400 €

• der artig Extrapreis, dotiert mit 1.000 Euro

• der artig Publikumspreis, dotiert mit 1.000 Euro und gestiftet von der

Brauerei Clemens Härle aus Leutkirch

Eingereicht wurden vom 27. November 2017 bis zum 24. Februar 2018

1.080 Werke von 560 Künstlern aus P, ES, F, B, L, D, CH, A, CZ, I, SLO und MK.

Hieraus wählte die Jury 72 Werke aus. Davon schafften es zwei Künstler nicht, ihre

Werke einzusenden. Bleiben 70 Werke von 67 Künstlern.

Die 67 Finalisten (Herkunft siehe Karte):

39 Frauen = 58 %

26 Männer = 39 %

2 Künstlergruppen = 3%

geboren

1943

1947

1950

1951

1954 1954

1955 1955

1956

1959 1959

1960 1960

1961 1961

1962 1962

1963

1964 1964 1964 1964

1965 1965

1966 1966 1966 1966

1967 1967

1969 1969 1969

1970 1970 1970

1972 1972 1972

1973

1974 1974

1975 1975 1975 1975 1975 1975

1976

1977 1977

1978 1978

1980 1980 1980 1980 1980

1981

1982 1982 1982

1984 1984

1985 1985

1986

1987

1993

1995

------------------------------

= Ø 1970 = 48 Jahre (Kunstpreis 2016: 1967 / 49 Jahre)

Köln

Ljuba Stille

Bonn

Nina Chubinishvili

Sinzig

Stefanie Manhillen

Boppard

Uta Grün

Cyberspace

Kombinat Äppärät


Flensburg

Christian Ristau

Marne

Masumi Igarashi

Wittmund

Gerhard Silber

Oldenburg

Lars Unger

Bremen

Meike Rohde

Greven

Uwe Mertsch

Warendorf

Markus Maier

Essen

Beate Gärtner

Dortmund

Barbara Hein-Dadfar

83

Berlin

Bohlius

Chris Dietzel

Gudrun Fischer-Bomert

Ji-yeon Kim

Dorothée Zombronner

Halle

Philipp Liehr

Luzia Werner

Weimar

Judith Rautenberg

Leipzig

Wolfgang Bittner

Schauenstein

Claudia Hölzel

Sohland

Sandro Porcu

Bayreuth

Lucie Kazda

Egloffstein

Claudia Wirth

Erlangen

Karin Drechsler-Ruhmann

Fürth

isterika (Alex Petrenko &

Nata Dolheimer)

Saarbrücken

Matthias Höfling

Karlsruhe

Tina Schramm

Stuttgart

Ursula Donn

Radan Knobloch

Tübingen

Jürgen Klugmann

Reutlingen

Wolfgang Fritz

Eybach

Tim David Trillsam

Oberstadion

Andrea Freudenreich

Jestetten

Marcus Vallböhmer

Neu-Ulm

Stefan Grzesina

Friedrichshafen

Theresia Hillebrand

Lindau

Dagmar Reiche

Ebershausen

wabato movement

Kammlach

Alexandra Vogt

Füssen

Marion Klatt

Meran

Florian Prünster

Lajen

Elisabeth Frei

Grado

Sun Hee Moon

Rosenheim

Stefan Guggenbichler

Straßlach-Dingharting

Petra Hedwig

Hohenschaeftlarn

Monika Supé

Pähl

Ute Milotich

Heideck

Nadine Elda Rosani

Augsburg

Eileen O‘Rourke

Dorfen

Andrea Cordes-Thalmeier

Wien

Gerd Rucker

Linz

Clara Boesl

Tacherting-Peterskirchen

John Schmitz

Traunstein

Cosima Strähhuber

München

Deniz Hasenöhrl

Fabian Helmich

Claudia Hoffer

Rüdiger Lange

Katharina Lehmann

Dana Lürken

Mike Prinz

Melanie Siegel

Thomas Silberhorn


Impressum

artig kunstpreis 2018

Katalog zur Ausstellung

vom 13. April bis 13. Mai 2018

in der Galerie Kunstreich, Kempten

Herausgeber & Veranstalter

artig / art interessengemeinschaft e.V.

c/o Galerie Kunstreich

Schützenstraße 7

D 87435 Kempten (Allgäu)

info@artig.st

www.artig.st

fb.com/artig.st

Text & Redaktion:

Stephan A. Schmidt, Katja Egli

Umschlagbild: Videostill aus „Rote Kuh

auf grüner Weide“ von Thomas Silberhorn

Werkfotos: Florian Wendel oder die

Künstler selbst

Layout: KuMaKom Ges. für Kultur- &

Markenkommunikation, Kempten

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