eLJ_BMS2017_digitale-transformation

lemonhead14

2017

eLearning

BENCHMARKING Studie

TEILSTUDIE

Digitale Transformation

& betriebliche Trainingsstrategie

Projektdurchführung:

Learnin

eJ O U R N A Lg

Projektpartner:

Kooperationspartner:

siepmann|media + research


2

Impressum

Redaktion:

Siepmann Media

Redaktion eLearning Journal

Zum Dorfe 28

27628 Hagen im Bremischen

Telefon: 0 47 46 / 72 68 85

Telefax: 0 47 46 / 72 68 87

eMail: redaktion@elearning-journal.de

URL: www.elearning-journal.de

Herausgeber: Frank Siepmann

Redaktion: Mathias Fleig, Frank Siepmann

Schlussredaktion: Mathias Fleig, Steffi Fritz, Nicole Fricke

Gestaltung und Satz: Matthias Gerth

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3

Inhalt

Impressum 2

Inhaltsverzeichnis 3

Vorwort 4

Zusammenfassung 5

Kapitel 1 6

Digitalisierung und Trainingsstrategien

Kapitel 2 10

Digitale Kompetenzen

Kapitel 3 14

Schulung digitaler Kompetenzen

Methodologie 18

Anerkennungen 20


4

Vorwort

Frank Siepmann

Herausgeber

eLearning Journal

Mathias Fleig

Chefredakteur

eLearning Journal

Die Digitalisierung ist da. So lässt sich im Großen und Ganzen die aktuelle

Situation der deutschen Wirtschaft im Jahr 2017 darstellen. Wie ernst die Unternehmen

in Deutschland die Digitalisierung mittlerweile nehmen, zeigen die

Ergebnisse der Studie „Industry 4.0: Building the digital enterprise“ der PwC

AG. Demnach soll sich der Digitalisierungsgrad der befragten Unternehmen

von 33 % im Jahr 2016 bis 2020 auf 82 % mehr als verdoppeln. Um diesen

großen Sprung zu vollziehen, planen deutsche Unternehmen bis 2020 jährlich

31 Mrd. Euro in die Digitalisierung und Industrie 4.0 zu investieren.

Auswirkung der Digitalisierung auf die betriebliche Bildung

Doch neue Maschinen, Software oder Produkte sind nicht die einzigen Herausforderungen,

mit denen sich Unternehmen konfrontiert sehen. Gerade

in Deutschland identifizieren die befragten Unternehmen die Qualifizierung

ihrer Mitarbeiter (43 % Nennungen) als die größte Herausforderung. Welche

Bedeutung hat die Digitalisierung also für die betriebliche Aus- und Weiterbildung?

Dies war die zentrale Frage, welche das eLearning Journal im Rahmen

der eLearning BENCHMARKING Studie 2017 mit einer eigenen Teilstudie erstmals

thematisierte. Die vorliegende Auswertung gibt erste Zahlen, Daten und

Fakten zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf die betriebliche Aus- und

Weiterbildung.

Estelle Milo

Marketing Director

CrossKnowledge

Die Digitalisierung bringt viel tiefgreifendere Veränderungen mit sich als

„nur“ eine Weiterentwicklung der Computerlandschaft. Aufkommen neuer

Organisationsformen, Auslaufen des traditionellen Managementmodells verändern

das Mapping neuer Fachkenntnisse, die heute von den Unternehmen

verlangt werden.

Kollaboration, Unabhängigkeit, Mobilität, Netzwerken, Co-Kreation im Team

sind nur einige der Verhaltens-, Organisations-, und technologischer –kompetenzen

notwendig für den Unternehmenserfolg. Als Mitgestalter der Studie

ist es für CrossKnowledge sehr wichtig eine Basis „zur Selbstbewertung“ für

Unternehmen zu liefern, um vor allem eigene Trainingsstrategie auf den Prüfstand

stellen zu können.

Die Ergebnisse der BENCHMARKING Studie ergeben eindeutig, dass die Digitalisierung

in den Unternehmen der DACH-Region angekommen ist – dies ist

unumstritten. Essentiell ist jedoch aufzuzeigen, welche Relevanz die Unternehmen

den Trainingsstrategien beimessen, um die Herausforderungen der

digitalen Transformation erfolgreich angehen zu können, sowie durch welche

Instrumente diese Traningsstrategien in die Praxis umgesetzt werden.

Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.


5

Zusammenfassung

Die Digitalisierung ist im vollen Gange und wird sich stark auf die Unternehmen

auswirken, da sind sich die befragten Unternehmen der eLearning BENCHMAR-

KING Studie 2017 weitgehend einig. Gleichzeitig schätzt nur eine kleine Minderheit

der Studienteilnehmer die im Unternehmen aktuell vorhandenen digitalen

Kompetenzen der Mitarbeiter für ausreichend an, obwohl sich die Studienteilnehmer

einig sind, dass sich die digitalen Kompetenzen positiv auf die Produktivität

im Unternehmen auswirken.

Vor diesem Hintergrund ist es wenig überraschend, dass mit 61,8 % fast zwei

Drittel der befragten Unternehmen dem Thema Digitale Transformation in der

eigenen Trainingsstrategie eine hohe oder moderate Bedeutung zumessen. Ein

Blick auf die Verteilung nach Branchen zeigt allerdings auch, dass es deutliche

Unterschiede in der Bewertung der Relevanz der Digitalisierung für die eigenen

Schulungsmaßnahmen gibt. Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationsbranche,

dem Dienstleistungssektor oder aus der Finanzwelt, in denen

die Digitale Transformation bereits hochaktuell ist, sind sich der Relevanz des

Themas bewusst, was sich auch in den Trainingsstrategien reflektiert.

Auch beim aktuellen Schulungsangebot zur Förderung digitaler Kompetenzen

gibt es nach Einschätzung der Studienteilnehmer noch großes Verbesserungspotential.

Momentan attestiert eine klare Mehrheit dem Schulungsangebot nur eine

geringe Wirkung oder bewertet die Maßnahmen gar als unwirksam.

Digitale Kompetenzen in 4 Stichworten

Digitale Bedarfe

Führungskräfte

Zusammenarbeit und Austausch

bzw. Kollaboration (64,8

%) und die Nutzung von IT-Anwendungen

sowie Medienkompetenzen

(64,4 %) sind die beiden

meistbenötigten digitalen

Kompetenzen.

Lediglich 25,7 % der Studienteilnehmer

schätzen aktuell die

digitalen Kompetenzen der Führungskräfte

als gut oder sehr

gut ein.

Blended Learning

Wettbewerbsvorteil

Mit 92,3 % bewertet eine klare

Mehrheit der Studienteilnehmer

Blended Learning als

wichtigste Lernmethode zur

Vermittlung digitaler Kompetenzen.

94,5 % der Befragten stimmen

der Aussage zu oder teilweise

zu, dass die Förderung der

digitalen Kompetenzen der

Mitarbeiter dem Unternehmen

einen Wettbewerbsvorteil gibt.


6

Teilstudie Digitale Transformation

Digitalisierung

in der betrieblichen

Bildung

In der Digitalen Transformation spielen die Kompetenzen

der Mitarbeiter eine entscheidende Rolle, schließlich

bringt die beste neue Technik nur wenig, wenn die Belegschaft

deren Vorteile nur teilweise oder gar überhaupt

nicht nutzen kann. Um die Mitarbeiter für die digitalisierte

Arbeitswelt fit zu machen, spielt die betriebliche

Aus- und Weiterbildung eine zentrale Rolle.

Doch ist diese Erkenntnis überhaupt schon in

den Unternehmen angekommen?

5


7

Digitalisierung hat hohe Bedeutung in Trainingsstrategien

Vor diesem Hintergrund ist es also keine Überraschung,

dass in den Trainingsstrategien in

Deutschland, Österreich und der Schweiz der Digitalisierung

mittlerweile einen hohen Stellenwert

eingeräumt wird. Im Rahmen der aktuellen eLearning

BENCHMARKING Studie 2017 gab mit 61,8 %

eine deutliche Mehrheit der befragten Unternehmen

an, dass dem Thema Digitalisierung und der

Digitalen Transformation in der Trainingsstrategie

des Unternehmens eine hohe (33 %) oder zumindest

eine moderate (28,8 %) Bedeutung zugemessen

wird. Eine geringe oder keine Bedeutung hat

das Thema lediglich in rund 20 % der befragten

Unternehmen.

Erstaunlich ist darüber hinaus auch die Tatsache,

dass mit 18,5 % ein substanzieller Teil der Studienteilnehmer

in ihrem Haus keine Trainingsstrategie

definiert haben. Rechnet man diese Unternehmen

aus den Ergebnissen heraus, dann ist die Bedeutung

der Digitalisierung noch deutlicher, denn unter den

Unternehmen, die in ihrem Haus eine Trainingsstrategie

definiert haben, messen mit 75,89 % sogar

über drei Viertel der Befragten dem Thema eine

hohe (40,54 %) oder moderate Bedeutung (35,36

%) zu.

Bedeutung der Digitalisierung in der Trainingsstrategie

korreliert mit Unternehmensgröße

Diese Zahlen der eLearning BENCHMARKING Studie

2017 zeigen also, dass die Digitalisierung mittlerweile

in der breiten Masse der befragten Unternehmen

thematisiert und in der betrieblichen Bildung berücksichtigt

wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht

deutliche Unterschiede in größeren und kleineren

sowie Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen

bzgl. ihrer Einschätzung der Bedeutung der Digitalisierung

auf die Trainingsstrategie gibt.

In Bezug auf die Unternehmensgröße ergibt die eLearning

BENCHMARKING Studie 2017 ein klares Bild:

Je größer das Unternehmen, desto größer scheint die

Bedeutung für die Trainingsstrategie zu sein. Während

Unternehmen bis 500 Mitarbeiter mit 54,78 %

knapp über die Hälfte der Digitalisierung in ihren Trainingsstrategien

eine hohe oder moderate Bedeutung

zumessen, liegt dieser Wert bei Großunternehmen mit

mehr als 25.000 Mitarbeitern mit 74,07 % bereits bei

fast drei Vierteln. Noch deutlicher ist der Unterschied

bei den Unternehmen, für die das Thema eine hohe

Bedeutung hat. Während für Unternehmen bis 500

Mitarbeiter dieser Wert bei 26,96 % liegt, verdoppelt

Bedeutung von Digitaler Transformation in Trainingsstrategien

6,1 %

hohe Bedeutung

moderate Bedeutung

18 %

40,5 %

geringe Bedeutung

keine Bedeutung

35,4 %

Learnin

eJ O U R N A Lg

BENCHMARKING

n=687

Frage: Falls es in Ihrem Unternehmen eine Trainingsstrategie gibt: Welche Bedeutung wird dem

Thema „Digitale Transformation“ in derTrainingsstrategie Ihres Unternehmens zugemessen?

powered by:


8

Bedeutung der Digitalen Transformation in Trainingsstrategien nach Unternehmensgröße

Bis 500 Mitarbeiter

37,4 % 38,5 % 12,1 % 10,9 %

500 bis 1.000 Mitarbeiter

28,2 % 31 % 26,8 % 14,1 %

1.000 bis 10.000 Mitarbeiter

37 % 35,8 % 22,6 % 4,7 %

10.000 bis 25.000 Mitarbeiter

44,3 % 40,5 % 10,1 % 5,1 %

Über 25.000 Mitarbeiter

58,2 % 29,7 % 12,1 %

0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 %

hohe Bedeutung

Learnin

eJ O U R N A Lg

BENCHMARKING

moderate Bedeutung

geringe Bedeutung

n=686

Frage: Welche Bedeutung wird dem Thema „Digitale Transformation“ in der Trainingsstrategie

Ihres Unternehmens zugemessen?

powered by:

keine Bedeutung

sich dieser Wert mit 49,07 % für Unternehmen mit

mehr als 25.000 Mitarbeitern nahezu.

Eine mögliche Erklärung für diese Ergebnisse könnte

sich durch den benötigten Investitionsbedarf des Aufbaus

von Digitalisierungs- und Industrie 4.0-Lösungen

ergeben. In der Studie von PwC wurde die Qualifizierung

der Mitarbeiter zwar als größte Herausforderung

im Kontext der Digitalisierung genannt, jedoch folgte

direkt dahinter der hohe Investitionsbedarf als eine

weitere große Hürde für Unternehmen. Mit zunehmender

Unternehmensgröße könnte einerseits der

Bedeutung von Digitaler Transformation in Trainingsstrategien

nach Branchen

1,1 %

11,6 %

6,9 %

30,2 %

35,7 %

21,4 %

20,9 %

9,3 %

38,3 %

36,9 %

14,2 %

$

47,6 %

51,1 %

42,8 %

31,4 %

Verarbeitendes Gewerbe Ressourcen Handel, Verkehr und Logistik Finanz- und Versicherungsdienstleistungen

Learnin

eJ O U R N A Lg

BENCHMARKING

n=687

Frage: Welche Bedeutung wird dem Thema „Digitale Transformation“ in der Trainingsstrategie Ihres Unternehmens

zugemessen?


9

Bedarf größer sein, umfangreich in das Thema Digitalisierung

zu investieren, und andererseits auch die

entsprechenden Budgets eher zur Verfügung stehen.

Daraus würde folgern, dass die Digitalisierung in den

Trainingsstrategien eine umso größere Bedeutung

hat, je nachdem wie energisch und umfangreich in das

Thema in einem Unternehmen vorangetrieben wird.

Eine weitere Erklärung liefert die eLearning

BENCHMARKING Studie 2017. Auf die Frage hin, ob

die vorhandenen digitalen Kompetenzen im Unternehmen

ausreichend sind, stimmten Studienbeteiligte

aus kleineren Unternehmen deutlich öfter dieser Aussage

zu, als es bei größeren und Großunternehmen

der Fall war. Während mit 65,65 % fast zwei Drittel

der Studienteilnehmer aus Unternehmen bis 500 Mitarbeitern

dieser Aussage zustimmten oder teilweise

zustimmten, lag dieser Wert bei Unternehmen mit

mehr als 25.000 Mitarbeitern mit 51,33 % deutlich

geringer. Es wäre also durchaus plausibel, dass kleinere

Unternehmen dem Thema Digitalisierung in ihren

Trainingsstrategien durchschnittlich deshalb eine

geringere Bedeutung zumessen, weil nach eigener

Ansicht bereits mehr digitale Kompetenzen im Haus

vorhanden sind.

Digitalisierung ist insbesondere für IKT- und Finanzbranche

sowie das verarbeitende Gewerbe bedeutsam

Doch nicht nur bei der Betrachtung der Unternehmensgröße

zeigen sich Unterschiede bei der Relevanz,

die das Thema Digitalisierung für die Trainingsstrategien

der Unternehmen hat. Auch beim Blick auf

die Branche zeigen sich deutliche Unterschiede bei

der Bedeutung, die dem Thema Digitalisierung für die

betriebliche Bildung zugemessen wird. Wenig überraschend

kommen vor allem Unternehmen aus dem Bereich

der Informations- und Kommunikationsbranche

nicht um die Digitalisierung herum. In Unternehmen

aus dieser Branche spielt das Thema in den Trainingsstrategien

mehrheitlich mit 69,23 % Nennungen eine

hohe und mit weiteren 20,51 % immerhin eine moderate

Rolle. Darüber hinaus gab es nicht ein Unternehmen

aus der IKT-Branche, welches der Digitalisierung

keine Bedeutung zugemessen hat.

Auch in der Finanz- und Versicherungsbranche scheint

die Erkenntnis gereift zu sein, dass die Digitalisierung

in den Trainingsstrategien der Unternehmen berücksichtigt

werden sollte. Mit 84,52 % hat das Thema für

eine deutliche Mehrheit der befragten Unternehmen

aus dieser Branche bereits eine hohe (47,62 %) oder

zumindest eine moderate (36,90 %) Bedeutung. Auch

die Studienteilnehmer aus dem verarbeitenden Gewerbe

sehen die Relevanz der Digitalisierung für ihre

betriebliche Bildung und bewerten dementsprechend

das Thema mit 81,40 % mehrheitlich für ihre Unternehmen

als relevant ein. Das Schlusslicht stellt dagegen

die öffentliche Verwaltung dar. Lediglich 52,38 %

der Studienteilnehmer aus öffentlichen Verwaltungen

bewerteten das Thema Digitale Transformation für

die Trainingsstrategie ihrer Organisation mit hoher

(16,67 %) oder moderater (35,71 %) Bedeutung.

11,9 %

16,6 %

11,4 %

10,2 %

6,1 %

22,8 %

34,2 %

20,5 %

17,2 %

46,9 %

35,7 %

35,7 %

31,4 %

69,2 %

29,6 %

Öffentliche Verwaltung

Gesundheitsund

Sozialwesen

Information und

Kommunikation

Dienstleistungen

hohe Bedeutung

moderate Bedeutung

powered by:

geringe Bedeutung

keine Bedeutung


10

Teilstudie Digitale Transformation

Digitale

Kompetenzen

Die schöne, digitale Arbeitswelt bedeutet sowohl für Unternehmen

als auch für deren Mitarbeiter tiefgreifende Veränderungen

in den Unternehmenskulturen und Arbeitsprozessen. Durch

Digitalisierung benötigen Mitarbeiter daher neben den fachlichen

Kompetenzen immer öfter auch digitale Kompetenzen,

um mit neuen digitalen Technologien und Arbeitsweisen

Schritt halten zu können. Welche digitalen Kompetenzen

aus Sicht von Unternehmen besonders relevant sind

und wie gut die vorhandenen digitalen Kompetenzen

in verschiedenen Abteilungen im Unternehmen

bereits sind, illustriert das nachfolgende

Kapitel.


11

Digitale Kompetenzen in den Unternehmen

Die Digitalisierung verändert nicht nur externe Rahmenbedingungen

für Unternehmen, wie etwa neue

Märkte, eine veränderte Beziehung von Unternehmen

zum Kunden sowie neue Geschäftsmodelle, sondern

auch auf die interne Organisation von Unternehmen

aus. Digitale Technologien sowie neue Kundenanforderungen

an Unternehmen und deren Mitarbeiter

ziehen eine umfassende Flexibilisierung von Arbeitsort

und –zeit nach sich, mit tiefgreifenden Auswirkungen

auf die Unternehmenskulturen. Die oftmals noch

hierarchischen Strukturen in Unternehmen werden

zukünftig zunehmend flexiblen Netzwerken weichen

müssen. Dadurch werden Unternehmen und deren

Führungskräfte vor neue Herausforderungen gestellt.

Doch auch die Mitarbeiter müssen sich an die neuen

Unternehmenskulturen anpassen. Home Office und

flexible Arbeitszeitmodelle helfen Mitarbeiter zwar

einerseits dabei, die oft zitierte „Work-Life-Balance“

zu verbessern, fordern ihnen andererseits aber

auch neue Kompetenzen ab. Denn je weniger Kollegen

ein Mitarbeiter persönlich zu Gesicht bekommt

und je mehr Kommunikation über digitale Medien wie

E-Mails, Telefon, WhatsApp & Co. stattfindet, desto

wichtiger wird es, dass Mitarbeiter über die entsprechenden

Kommunikationskompetenzen verfügen. Das

bedeutet nicht nur, die technischen Hilfsmittel bedienen

zu können, sondern auch die Kommunikation so

zu gestalten, dass diese verständlich ist und ggf. auch

kulturelle Unterschiede berücksichtigt.

Trainingsbedarfe im Bereich digitaler Kompetenzen

Wenn sich im Zuge der Digitalisierung also die Unternehmenskultur,

Arbeits- sowie Kommunikationsprozesse

ändern und, daraus resultierend, die Mitarbeiter

neue Kompetenzen benötigen, dann ergeben sich für

Unternehmen zusätzliche Trainingsbedarfe, die speziell

ebendiese digitalen Kompetenzen aufbauen und

fördern sollen. Doch welche digitalen Kompetenzen

haben in den Trainingsstrategien von Unternehmen

einen besonders hohen Stellenwert?

Auf diese Frage liefert die eLearning BENCHMARKING

Studie 2017 eine Antwort. Demnach stehen aus der

Sicht von Unternehmen insbesondere kollaborative

Kompetenzen, also die Zusammenarbeit und der Austausch

mit und zwischen Kollegen, an oberster Stelle.

Mit 64,8 % nannten fast zwei Drittel der Studienteilnehmer

diese digitale Kompetenz als ein Trainingsbedarf

im Rahmen der digitalen Transformation ihres Unternehmens.

Ebenso relevant wurde von den befragten

Unternehmen auch die Nutzung von IT-Anwendungen

bzw. allgemein die Medienkompetenzen ihrer Mitarbeiter

angesehen. Mit 64,6 % hat eine klare Mehrheit

der Studienteilnehmer einen klaren Trainingsbedarf im

Umgang mit digitalen Technologien. Aber auch in zwei

„Klassikern“ der Digitalisierung gibt es noch Verbesserungspotentiale,

denn sowohl beim Thema Soziale

Netzwerke (55,7 % Nennungen) als auch beim Umgang

mit mobilen Endgeräten (51 % Nennungen) sehen die

befragten Unternehmen noch Schulungsbedarfe.

Die Ergebnisse der eLearning BENCHMARKING Studie

2017 zeigen, dass sich Unternehmen den Veränderungen

der Digitalisierung bewusst sind und gerade

den beiden Bereichen Kollaboration und Nutzung von

neuen, digitalen Technologien auf der einen Seite eine

hohe Bedeutung zumessen und auf der anderen Seite

allerdings auch noch hohe Trainingsbedarfe bei den

Mitarbeitern in ihren Häusern sehen. Es liegt jedoch in

der Natur der Digitalisierung und in der von digitaler

Technologien, dass Innovationszyklen immer kürzer

werden und damit die Halbwertzeit von Wissen weiter

sinkt. Das bekannte Credo des lebenslangen Lernens

wird im Zeitalter der Digitalisierung aktueller und re-

Einschätzung vorhandener digitaler Kompetenzen verschiedener Abteilungen

IT

Kundenservice

Produktion

Führungskräfte

37,5 % 44,9 % 24,2 % 19,2 % 35,6 % 67,4 % 51,4 % 25,7 %

Vertrieb/Verkauf

Verwaltung

Personal/HR

Marketing

Learnin

eJ O U R N A Lg

BENCHMARKING

n=655-688

powered by:

Wie gut sind Ihrer Meinung nach die Mitarbeiter folgender Abteilungen in Ihrem Unternehmen

auf die digitale Transformation vorbereitet? - Prozentwerte: Gut und Sehr Gut


12

Trainingsbedarfe im Bereich digitaler Kompetenzen

Zusammenarbeit und

Austausch/Collaboration

64,8 %

IT-Anwendungen/Medienkompetenzen

64,6 %

Soziale Netzwerke/Communities

55,7 %

Mobile Endgeräte

51 %

Big Data/Cloud SaaS

37,6 %

Produktivität

34,6 %

Webentwicklung

25,5 %

Andere Trainingsbedarfe

4,4 %

0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 80 %

Learnin

eJ O U R N A Lg

BENCHMARKING

n=765 (Mehrfachnennungen waren möglich)

Frage: Welche Trainingsbedarfe hat Ihr Unternehmen im Bereich digitaler Kompetenzen?

powered by:

levanter denn je, denn die Mitarbeiter müssen schnell

und kontinuierlich auf die neuen Anforderungen an

Arbeitsprozesse und Berufsfelder eingestellt und vorbereitet

werden.

Digitale Bereitschaft in Unternehmen

Wenn es also insgesamt noch einen umfangreichen

Trainingsbedarf im Bereich digitaler Kompetenzen

gibt, wie gut sind nach eigener Einschätzung verschiedene

Abteilungen in Unternehmen auf die Digitalisierung

vorbereitet?

Auch auf diese Frage liefert die eLearning BENCHMAR-

KING Studie 2017 erste Antworten. Demnach gibt es

nach der eigenen Einschätzung der Studienteilnehmer

große Unterschiede beim Thema digitale Bereitschaft

zwischen verschiedenen Bereichen im Unternehmen.

Vorhandene digitale Kompetenzen nach Abteilung und Unternehmensgröße

Abteilung Bis 500 MA 500 bis 1.000 MA

1.000 bis

10.000 MA

10.000 bis

25.000 MA

Über 25.000 MA

Vertrieb 39,2 % 28,2 % 38,7 % 40,7 % 36,3 %

Kundenservice 53 % 40 % 44 % 43,9 % 42,4 %

Verwaltung 33,3 % 32,2 % 20,3 % 21,6 % 19,8 %

Produktion 32,6 % 20,2 % 14,5 % 18,1 % 16,6 %

Personal 40,5 % 42,7 % 34,1 % 26,5 % 37,8 %

IT 66,6 % 70,3 % 69,5 % 60 % 66,3 %

Marketing 50 % 55,8 % 51,2 % 51,8 % 49,4 %

Führungskräfte 38 % 28,5 % 23,6 % 15,2 % 23,1 %

Learnin

eJ O U R N A Lg

BENCHMARKING

n=77-287 (Mehrfachnennungen waren möglich)

Frage: Wie gut sind Ihrer Meinung nach die Mitarbeiter folgender Abteilungen in Ihrem Unternehmen

auf die digitale Transformation vorbereitet? - Prozentwerte: Gut und Sehr Gut

powered by:


13

Am besten auf die Anforderungen der Digitalisierung

sind demnach die IT-Abteilungen vorbereitet. Mit 67,5

% schätzen über zwei Drittel die digitale Bereitschaft

der IT-Abteilung als gut oder sehr gut ein. Damit liegt

die IT-Abteilung deutlich vor dem Marketing, deren

digitale Bereitschaft die Studienteilnehmer zu 51,4 %

mit gut oder sehr gut bewerteten und damit auf zweiter

Stelle liegt.

Für die anderen Abteilungen liegen die Werte allesamt

unter der 50%-Marke, womit die Einschätzungen der

Studienteilnehmer deutlich schlechter aussehen.

Während die digitale Bereitschaft des Kundenservice

bzw. der technische Support wenigstens noch

von 44,9 mit gut oder sehr gut bewertet wurden, fällt

dieser Wert für Vertrieb und Personal respektiv auf

37,5 % sowie 35,6 %. Noch größere Defizite sehen die

Studienteilnehmer bei den Führungskräften (25,7 %),

die Verwaltung bzw. Administration (24,2 %) und die

Produktion (19,2 %).

Es ist keine große Überraschung, dass vor allem in

der IT-Abteilung die digitalen Kompetenzen weitgehend

als gut oder sehr gut angesehen werden. Dem

gegenüber ist es allerdings bemerkenswert, wie unzureichend

die Führungskräfte nach Einschätzung der

Studienteilnehmer auf die Digitalisierung vorbereitet

sind. Denn gerade die Führungskräfte nehmen eine

Sonderrolle ein, denn der Erfolg oder Misserfolg einer

digitalen Strategie in einem Unternehmen kann maßgeblich

durch die Führungskräfte beeinflusst werden.

Digitale Bereitschaft in verschiedenen Branchen

Betrachtet man die Einschätzung der Studienteilnehmer,

wie gut oder schlecht einzelne Abteilungen in

ihrem Unternehmen auf die Digitalisierung vorbereitet

sind, aus der Sicht verschiedener Branchen, dann

bestätigt sich das Bild, welches sich bereits in Kapitel

1 bzgl. der Bedeutung der Digitalisierung im Unternehmen

ergeben hat. Mit Abstand am besten schneidet

die Informations- und Kommunikationsbranche ab,

welche die digitalen Kompetenzen ihrer Abteilungen

durchschnittlich mit 55,63 % als gut oder sehr gut

einschätzt. Besonders große Unterschiede gibt es

in der ITK-Branche beim Vertrieb und dem Kundenservice.

Während diese beiden Abteilungen über alle

Branchen hinweg nur einen Wert von 37,5 % sowie

35,6 % erreichten, haben sich die positiven Einschätzungen

der Studienteilnehmer aus der ITK-Branche

für diese beiden Abteilungen mit 64,29 % und 66,67

% beinahe verdoppelt.

In den anderen Branchen liegen die Werte teilweise

deutlich unter der 50%-Marke: 47,39 % bei Unternehmen

aus der Ressourcen-Branche, 40,72 % beim

Dienstleistungsgewerbe, 38,61 % in der Finanz- und

Versicherungsbranche, 36,52 % im verarbeitenden

Gewerbe, 36,48 % beim Handel, Verkehr und Logistik,

29,24 % im Gesundheits- und Sozialwesen sowie

28,07 % in den öffentlichen Verwaltungen.

Ein interessanter Ausreißer sind die Führungskräfte

in der Finanz- und Versicherungsbranche. Obwohl

die Branche insgesamt eigentlich zu den Bereichen

der Wirtschaft gehört, in denen die Digitalisierung

bereits deutlich fortgeschritten ist, sind nach eigenen

Angaben die Führungskräfte nur in 13,46 % der

Unternehmen aus dieser Branche gut oder sehr gut

auf das Thema vorbereitet. In Anbetracht der Tatsache,

welche Relevanz die Digitalisierung bereits in der

Finanzbranche hat, ist es umso erstaunlicher, dass

der Wert für die Führungskräfte noch deutlich unter

dem bereits recht geringen Wert von 25,7 % über alle

Branchen hinweg liegt.

Ebenfalls bemerkenswert ist der extrem geringe Wert

für die Produktion im verarbeitenden Gewerbe. Von

den befragten Unternehmen dieser Branche schätzten

lediglich 6,42 % die Vorbereitung ihrer Produktion

als gut oder sehr gut ein. Gerade das verarbeitende

Gewerbe scheint aktuell unter dem Banner von

Industrie 4.0, Fortschritten bei der Automatisierung,

Smart Factories & Co. die Digitalisierung vollends

aufzugreifen und mit großen Schritten umzusetzen.

Doch gerade in dem für das verarbeitende Gewerbe

wichtigen Bereich der Produktion scheint es noch einen

großen Schulungsbedarf im Bereich der digitalen

Kompetenzen zu geben.


14

Teilstudie Digitale Transformation

Schulung digitaler

Kompetenzen

Wie das vorherige Kapitel gezeigt hat, gibt es in vielen

Unternehmen im Bereich der digitalen Kompetenzen

der Mitarbeiter noch ein großes Verbesserungspotential

– eine klassische Aufgabe für die betriebliche

Aus- und Weiterbildung. Doch wie gut sind aktuell

die Schulungsangebote zur Förderung digitaler

Kompetenzen und welche Lernmethoden sind

zur Vermittlung dieses Themas besonders

geeignet? Das nachfolgende Kapitel gibt

Antworten auf diese Fragen.


15

Schulung digitaler Kompetenzen

Die Ergebnisse der eLearning BENCHMARKING Studie

2017 aus dem vorherigen Kapitel zeigen, dass

es in den meisten Abteilungen nach Einschätzung

der Studienteilnehmer noch ein großes Verbesserungspotential

bei der Vorbereitung auf die Digitalisierung

und bei den digitalen Kompetenzen

gibt. Damit die Belegschaften mit dem rasanten

Entwicklungstempo der Digitalisierung Schritt halten

können und Unternehmen die entsprechenden

Fachkräfte haben, um den Herausforderungen begegnen

zu können, nimmt die betriebliche Bildung

eine zentrale Rolle im Erfolg und Misserfolg von

Unternehmen ein, denn mit der Hilfe von passenden

Schulungsmaßnahmen können Defizite bei den

bestehenden Mitarbeitern im Umgang mit digitalen

Technologien oder neuen Arbeitsprozessen abgebaut

und neue Mitarbeiter schnellstmöglich auf ihre

neuen Tätigkeiten eingestimmt werden. Soweit die

Theorie. Doch wie effektiv sind aktuell die Schulungsangebote

zur Förderung digitaler Kompetenzen

in Unternehmen?

Geringe Effektivität bei der Schulung digitaler

Kompetenzen

Auch auf diese Frage ergeben sich aus der eLearning

BENCHMARKING Studie 2017 mögliche Antworten.

Demnach schätzen lediglich 2,9 % der befragten Unternehmen

ihre aktuellen Schulungsmaßnahmen im

Kontext digitaler Kompetenzen als sehr effektiv ein.

Mit 34,8 % hält immerhin rund ein Drittel der Studienteilnehmer

ihr aktuelles Schulungsangebot für

effektiv. Dagegen bescheinigt mit 55,3 % eine klare

Mehrheit die Schulungsmaßnahmen zur Förderung

digitaler Kompetenzen in ihren Häusern nur eine geringe

Wirkung, während 7 % sogar das Urteil „unwirksam“

auswählten.

In Anbetracht dieser Ergebnisse sticht natürlich insbesondere

die Tatsache heraus, dass die aktuellen

Schulungsangebote in Unternehmen entweder noch

nicht die Bedarfe im Bereich der digitalen Kompetenzen

berücksichtigen oder diese Bedarfe zwar ver-

Relevanz verschiedener Lernmethoden zur Schulung digitaler Kompetenzen

Workplace Learning

83,2 %

Social Learning

70,3 %

Coaching

72,3 %

Blended Learning

92,3 %

eLearning

88 %

Präsenztraining

73 %

60 % 70 % 80 % 90 % 100 %

Learnin

eJ O U R N A Lg

BENCHMARKING

n=727-744

Frage: Welche Bedeutung haben folgende Lernformen Ihrer Einschätzung nach bei der

Schulung digitaler Kompetenzen? - Prozentwerte: Wichtig und Sehr Wichtig

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16

Effektivität aktueller Schulungsangebote zur Förderung digitaler Kompetenzen

2,9 % 34,8 % 55,3 % 7 %

sehr effektiv effektiv geringe Wirkung unwirksam

Learnin

eJ O U R N A Lg

BENCHMARKING

n=646

Frage: Wie effektiv schätzen Sie das aktuelle Schulungsangebot zur Förderung der digitalen

Kompetenzen der Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen ein?

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sucht werden abzudecken, dies in den Mehrheit der

Unternehmen aktuell jedoch nur sehr unbefriedigend

gelingt. Diese Ergebnisse zeigen aber auch die große

Herausforderung auf, die in den kommenden Jahren

auf Personal-, Fach- und eLearning-Abteilungen zukommen

dürfte. Sollte sich, wie von der PwC AG prognostiziert,

bis 2020 der Digitalisierungsgrad in deutschen

Unternehmen wirklich von 33 % auf 82 % mehr

als verdoppeln, dann werden digitale Kompetenzen

und deren Berücksichtigung im Schulungsangebot in

den nächsten Jahren eine immer gewichtigere Rolle

einnehmen. Sollte die Effektivität der Schulungsangebote

nicht zunehmen, könnte es für Unternehmen

noch schwieriger werden, die eigene Digitale Transformation

erfolgreich umzusetzen.

Höhere Bedeutung des Themas Digitalisierung =

besseres Schulungsangebot?

Die Ergebnisse der eLearning BENCHMARKING Studie

2017 legen allerdings auch den Schluss nahe, dass die

Qualität des Schulungsangebots mit der Bedeutung,

die dem Thema Digitalisierung im Unternehmen beigemessen

wird, steigt. Von den befragten Unternehmen,

in denen die Digitale Transformation bereits

eine hohe Bedeutung in der Trainingsstrategie besitzt,

bewerten mit 49,76 % rund die Hälfte ihre aktuellen

Schulungsmaßnahmen zur Förderung digitaler

Kompetenzen als sehr effektiv oder effektiv. Von den

Studienteilnehmern, die der Digitalen Transformation

eine moderate Bedeutung zuschreiben, schätzen immer

hin noch 43,60 % ihre Schulungsmaßnahmen als

sehr effektiv oder effektiv ein.

Deutlich dramatischer ist der Rückgang dieses Werts

allerdings bei den Unternehmen, die dem Thema Digitalisierung

nur eine geringe oder gar keine Bedeutung

in ihren Trainingsstrategien zumessen. Studienteilnehmer

aus ersteren Unternehmen bewerten ihre

Schulungsmaßnahmen zur Förderung digitaler Kompetenzen

mit 80,90 % mit einer eindeutigen Mehrheit

mit einer geringen Wirkung und gar unwirksam. In der

verbleibenden Zielgruppe der Unternehmen, in denen

die Digitale Transformation keine Rolle spielt, sinkt

dieser Wert weiter auf 95,83 %.

Bemerkenswert an diesen Zahlen ist vor allem die Tatsache,

dass nur rund die Hälfte der Unternehmen, in

denen die Digitale Transformation eigentlich bereits

eine hohe Bedeutung besitzt, ihren Schulungsmaßnahmen

für digitale Kompetenzen als effektiv einschätzen.

Diese Diskrepanz zwischen Erwartung und

tatsächlicher Umsetzung beim Training der Mitarbeiter

legt die Vermutung nahe, dass es in den meisten

Unternehmen noch einen großen Nachholbedarf in

der betrieblichen Aus- und Weiterbildung gibt, wenn

es um die richtige Integration des Themas Digitalisierung

geht.

Blended Learning wichtigste Lernmethode zur Vermittlung

digitaler Kompetenzen

Wenn es also im Bereich der Schulung digitaler Kompetenzen

bei den befragten Unternehmen noch große

Verbesserungspotentiale gibt, welche Lernmethoden

können die Unternehmen in diesem Kontext unterstützen?

Der klare Favorit scheint bei den Studienteilnehmern

mit einer Bewertung von 92,3 % als sehr

wichtig oder wichtig die Methode des Blended Learnings

zu sein, in dem Präsenztraining und eLearning

miteinander verbunden werden. Ebenfalls eine große

Wichtigkeit wird mit 88 % Nennungen eLearning als

Einzelmaßnahme (z.B. als WBT) und mit 83,2 % dem

Ansatz des Workplace Learnings zugemessen.

Interessanterweise folgt Präsenztraining mit einer Bewertung

von 73 % als sehr wichtig und wichtig erst

mit etwas Abstand an vierter Stelle und liegt damit

quasi gleichauf mit den Ansätzen des Coachings (72,3

%) sowie Social Learning (83,2 %). Diese Tatsache ist


17

vor allem deswegen bemerkenswert, weil Präsenztraining

in früheren Erhebungen in allgemeineren

Kontexten im Rahmen der eLearning BENCHMAR-

KING Studie konstant als relevanteste Lernmethode

genannt und damit auch immer als wichtiger als

eLearning und Blended Learning eingestuft wurde. In

der eLearning BENCHMARKING Studie 2015 bewerteten

die Studienteilnehmer damals auf die Frage „Welche

Lernformen werden aus Sicht Ihres Unternehmens

als am wertvollsten eingeschätzt?“ mit 92,9 %

Nennungen (sehr wichtig und wichtig) eine eindeutige

Mehrheit Präsenzveranstaltungen als am wichtigsten.

An zweiter Stelle folgte damals mit einer Bewertung

von 63,9 % als sehr wichtig und wichtig das Blended

Learning, während eLearning 2015 mit einem Vergleichswert

von 63 % knapp dahinter auf dem dritten

Platz landete.

Für die betriebliche Aus- und Weiterbildung wurde

Präsenztraining in der eLearning BENCHMARKING

Studie 2015 also noch als deutlich wichtiger eingeschätzt

als sowohl Blended Learning als auch eLearning.

Wie könnte sich die große Veränderung zu

den Ergebnissen in der eLearning BENCHMARKING

Studie 2017 erklären? Eine naheliegende Erklärung

ist sicherlich die Eingrenzung auf das Thema Digitalisierung.

Wie bereits erwähnt, verändern sich durch

die Digitalisierung nicht nur Produkte und Geschäftsmodelle,

sondern im großen Rahmen auch Unternehmenskulturen

und Arbeitsprozesse. Je seltener

Unternehmen wirklich Mitarbeiter mit festen Arbeitsplätzen

an einem Ort versammeln und je mobiler und

internationaler die Belegschaften werden, desto aufwendiger

und schwieriger wird es, die Mitarbeiter mit

Präsenzveranstaltungen zu schulen. Darüber hinaus

gehören Medienkompetenzen und der Umgang mit

mobilen Endgeräten zu den verbreitetsten digitalen

Kompetenzen, die Mitarbeiter in einer digitalisierten

Arbeitswelt benötigen. Dies könnten beides Faktoren

sein, wieso sowohl Blended Learning als auch eLearning

als Einzelmaßnahme im Kontext der Digitalisierung

und digitaler Kompetenzen an Bedeutung gewonnen

haben.

Einschätzung der Effektivität des Schulungsangebots

zur Förderung digitaler Kompetenzen nach Land

Deutschland

Österreich

Schweiz

D

A

CH

35,8 %

38,4 %

50,7 %

0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 %

Learnin

eJ O U R N A Lg

BENCHMARKING

n=646

Frage: Wie effektiv schätzen Sie das aktuelle Schulungsangebot zur Förderung der digitalen

Kompetenzen der Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen ein?

powered by:


18

Methodologie

Die Redaktion des eLearning Journals führt seit 2014 jährlich die eLearning

BENCHMARKING Studie durch, um aktuelle Einblicke in die eLearning- und

Weiterbildungspraxis der deutschsprachigen Wirtschaft inklusive des momentanen

Einsatz von eLearning-Maßnahmen sowie erwartete Trends und

zukünftige Entwicklungen in diesem Bereich für die kommenden Jahre zu erlangen.

Damit bietet die eLearning BENCHMARKING Studie eine umfassende

Orientierungshilfe für Unternehmen und Organisationen aus Deutschland,

Österreich und der Schweiz.

An der aktuell vorliegenden eLearning BENCHMARKING Studie 2017 mit dem

Titel „eLearning & Weiterbildung“ beteiligten sich ca. 850 Unternehmen. Die

Studie umfasst insgesamt 6 Teilstudien mit den Themenschwerpunkten Gamification,

LMS, Talent Management und Digitalisierung, eLearning-Budgetierung

sowie eine eigene Teilstudie für eLearning-Dienstleister.

Die eLearning BENCHMARKING Studie 2017 befragt primär eLearning-anwendende

Unternehmen und Organisationen. Im Rahmen der Studiendurchführung

luden Mitarbeiter des eLearning Journals die Studienteilnehmer aus den

Vorjahren sowie die Teilnehmer aus anwendenden Unternehmen und Organisationen

der eLearning SUMMIT Tour 2016, welche sich aus insgesamt 24 Veranstaltungen

sowie rund 2.700 Teilnehmern zusammensetzte, telefonisch zur

Studie ein. Die eigentliche Datenerhebung erfolgte anonymisiert über eine

spezielle Online-Umfrage-Software. Ergänzend wurden mit einer E-Mailaktion

die 20.000 redaktionellen Kontakte des eLearning Journals zu einer Beteiligung

an der eLearning BENCHMARKING Studie eingeladen.

Aus welchem Land der DACH-Region

stammen die Studienteilnehmer?

77,2 %

Deutschland

Schweiz

Österreich

11,2 %

11,6 %

Learnin

eJ O U R N A Lg

BENCHMARKING

n=758

Frage: In welchem Land der

DACH-Region sind Sie tätig?

powered by:


19

Unsere Studienteilnehmer im Querschnitt

Unternehmensgröße

Bis 250 Mitarbeiter

12,4 %

250 bis 500 Mitarbeiter

5,7 %

500 bis 1.000 Mitarbeiter

12,5 %

1.000 bis 10.000 Mitarbeiter

41,2 %

10.000 bis 25.000 Mitarbeiter

12,4 %

Über 25.000 Mitarbeiter

Learnin

eJ O U R N A Lg

BENCHMARKING

15,8 %

0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 %

n=758

powered by:

Frage: Wie viele Mitarbeiter hat Ihr

Unternehmen?

Branche

Handel, Verkehr und Logistik

Verarbeitendes Gewerbe

Andere Branche

Dienstleistungen

Finanz- und Versicherungsdienstleistungen

Öffentliche Verwaltung

Information und Kommunikation

Gesundheits- und Sozialwesen

Learnin

eJ O U R N A Lg

BENCHMARKING

6,3 %

5,9 %

Ressourcen

2,5 %

0 % 5 % 10 % 15 % 20 %

n=758

Frage: Welcher Branche gehört Ihr

Unternehmen an?

7,9 %

powered by:

16,8 %

16,2 %

15,3 %

14,9 %

14,1 %

Position der Studienteilnehmer

HR-/Personalentwicklung

41,3 %

eLearning-Abteilung

Fort- und Weiterbildung

19,3 %

18,6 %

Anderer Bereich

Vertrieb

Fachbereich

4,9 %

4,1 %

9 %

Geschäftsführung

Learnin

eJ O U R N A Lg

BENCHMARKING

2,9 %

0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 %

n=758

Frage: In welchem Bereich arbeiten

Sie in Ihrem Unternehmen?

powered by:


20

Anerkennungen

Projektdurchführung:

Learnin

eJ O U R N A Lg

Das eLearning Journal ist ein Fachblatt des Wirtschaftsverlags Siepmann

Media und veröffentlicht jährlich 5 Printpublikationen mit verschiedenen

Themenschwerpunkten aus dem Bereich eLearning und Betriebliche Bildung.

Darüber hinaus führt das eLearning Journal seit 2014 mit der eLearning

BENCHMARKING Studie jedes Jahr die größte Studie zum betrieblichen Einsatz

von eLearning im deutschsprachigen Raum durch. Neben den publizistischen

Tätigkeiten organisiert das eLearning Journal die dezentrale Konferenzreihe

„eLearning SUMMIT Tour“ mit ca. 25 Veranstaltungen und 2.500

bis 3.000 Teilnehmern aus Unternehmen und Organisationen aus Deutschland,

Österreich und der Schweiz.

Projektpartner:

Mit über 10 Millionen Nutzern in 130 Ländern gehört CrossKnowledge nach

16-jähriger Marktpräsenz zu den globalen Marktführern im Digitalen Lernen.

CrossKnowledge unterstützt mit zukunftsorientierten digitalen Lösungen Unternehmen

aller Größen beim Erreichen strategischer Geschäftsziele. Basierend

auf weltweit anerkannten Lerninhalten, neuesten mobil-unterstützten

technologischen Entwicklungen und etablierter Erfahrung im Bereich des

Sozialen Lernens liefert CrossKnowledge individuelle, vollintegrierte Lernlösungen.

Diese sind in bisher unvergleichbarer Geschwindigkeit umsetzbar und

machen gleichzeitig die Fortschritte der Lerner für die Kunden erfassbar.

Kooperationspartner:

Der Didacta Verband e. V. ist der ideelle Träger der weltgrößten Fachmesse

für Bildung, der didata – die Bildungsmesse, auf der sich jährlich über 100.000

Fachbesucher zu Neuigkeiten rund um das Thema Bildung informieren können.

Der Didacta Verband e. V. vertritt die Interessen von mehr als 260 Unternehmen

und Organisationen im In- und Ausland und setzt sich gemeinsam mit

diesen dafür ein, die Marktchancen im nationalen und internationalen Wettbewerb

zu verbessern. Im Namen seiner Mitglieder macht sich der Didacta

Verband e. V. für den Einsatz qualitativ hochwertiger Lehr- und Lernmittel

und eine bedarfsgerechte Einrichtung und Ausstattung aller Lernorte stark.

Darüber hinaus bringt sich der Verband aktiv in die Debatten über die Weiterentwicklung

der Bildungssysteme ein und informiert die Öffentlichkeit über

wichtige Entwicklungen rund um die Bildung.

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