GAB Mai 2018

blumediengruppe

22 BÜHNE

FOTO: ISABELLE WENZEL, ZU SEHEN IM KUNSTFORUM DER TU DARMSTADT

FOTOGRAFIE

RAY EXTREME – Die Fotoausstellung in Rhein-Main

Isabelle Wenzel, Field 1, 2015, aus der Serie Field Studies 2014/2015

Alle drei Jahre schließen sich Kulturinstitutionen

im gesamten Rhein-Main-Gebiet

zusammen, um mit der gemeinsamen

Ausstellungsreihe RAY zeitgenössische

Fotografie in ihrem vielfältigen Spektrum

zu zeigen. Ausgangspunkt der dritten

Triennale ist der Gedanke des weltweit immer

größer werden Gegensatzes zwischen

Globalisierung und gesellschaftlichem Rollback

– die beiden Extreme des 21. Jahrhunderts.

Unter dem Titel „Extreme“ gibt

es fünf unterschiedliche Ausstellungen, die

an fünf Orten realisiert werden: „EXTREME.

SELF“ in der TU Darmstadt setzt sich mit

der Wahrnehmung des Selbst jenseits

von Selfi-Wahn auseinander, „EXTREME.

TERRITORIES“ im The Cube in Eschborn

zeigt Landschaften unter politischen

und wirtschaftlichen Entwicklungen, das

Fotografieforum Frankfurt widmet sich

mit „EXTREME.ENVIRONMENT“ dem ökologischen

Wandel, „EXTREME.NOMADS“

im MMK1 dem Phänomen des zeitgenössischen

Nomadentums und „EXTREME.

BODIES“ im MAK beschäftigt sich mit

Genderfragen, Drogenexzessen und Lebensweisen

jenseits des Mainstreams. Hier

sind zum Beispiel Transgender-Portraits

von Carolin Saage zu sehen oder die Arbeiten

des Duos Inez van Lamsweerde und

Vindoodh Matadin, die in den 1980er und

90ern die Modefotografie revolutioniert

hatten. Neben den fünf Hauptausstellungen

gibt es eine Reihe von RAY Partnerausstellungen,

zum Beispiel im DZ Bank Art

Foyer, im Frankfurter Kunstverein oder im

Nassauischen Kunstverein Wiesbaden. Das

erste Ausstellungswochenende wird mit

einem großen Festival zelebriert, begleitet

mit verschiedenen Vorträgen und Panel-

Diskussionen. *bjö

23.5. – 9.9., RAY EXTREME Fotografieprojekte

Frankfurt / Rhein-Main,

Infos über www.ray2018.de

Carolin Saage, Ohne Titel, aus der Serie Helena, Athen, 2017

FOTO: MISSINGFILMS

FOTO: MISSINGFILMS

Matthias Luckey spielt Goethe in

Rosa von Praumheims „Männerfreundschaften“

LICHTER-FILMFEST-PREIS

Weißer Bembel für Rosa

„Männerfreundschaften“, der neue Film von Rosa von Praunheim, ist auf dem Lichter Filmfest

mit dem Preis für den besten regionalen Film ausgezeichnet worden. Der Film feierte

auf dem Festival, das diesmal unter dem Motto „Chaos“ stand, seine Weltpremiere; Rosa

von Praunheim geht im Doku-Streifen mit Spielszenen der Frage nach, wie schwul Goethe,

Schiller und andere Dichter der deutschen Klassik gewesen waren. „Amüsant, schärflich

und schwül lustwandelt Rosa von Praunheim durch die Parklandschaften der Literaturwissenschaft,

befragt Privatgelehrte und nachgeborene Liebhaber Goethes, Schillers und

Gleims, und lässt so manchen, durchschüttelt vom Eros, wiederauferstehen“, heißt es in

der Begründung der Jury, die aus der Filmkritikerin Carolin Weidner, der Schauspielerin Julia

Zange und den Theaterregisseur Uwe B. Carstensen bestand. Rosa von Praunheim bekommt

neben einem weißen Bembel ein Preisgeld von 3.000 Euro. Wegen Krankheit konnte er zur

Premiere seines Films sowie an der Preisverleihung persönlich leider nicht teilnehmen. *bjö

www.lichter-filmfest.de

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