FINDORFF GLEICH NEBENAN Nr. 6

FINDORFF.GLEICH.NEBENAN
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FINDORFF GLEICH NEBENAN ist das Magazin für Handel, Dienstleistung, Kultur & Politik im Stadtteil. Jetzt online lesen!

Im Sommer 2018 | Ausgabe 06 | Kostenlos, aber nicht umsonst

GLEICH NEBENAN Handel, Dienstleistung, Kultur & Politik im Stadtteil

®

TINA POORT ÜBER

DIE JUGEND VON HEUTE

» Die Kids können bei uns

ihre Freizeit verbringen ! «

SOMEDAY JACOB Soundtrack für den Sommer GEORG GERSBERG Vom Schäfer zum

Fairtrader KERSTIN SCHRÖCK Gut aufgelegte Singles WOLLENS & POHL Entspannt

LA GITANA Bye, bye, Findorff ! POSTFILIALE Schluss, Ende und aus FLOWER POWER


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» Wo bleibt das Positive ? « Kommt sofort !

Z

u Anfang eine wenig erfreuliche

Nachricht: Das

Postbank Finanzcenter

im Jan-Reiners-Center

macht dicht. » Glaubst

du an den lieben Gott ?

Oder an Guevara ? Ich

glaube an die Deutsche

Bank, denn die zahlt aus in

bar « sang vor ziemlich genau 40 Jahren Rock-Musiker

Marius Müller-Westernhagen, der übrigens Mitte August live

und in Farbe in der ÖVB-Arena auftreten wird.

Wir wissen leider nicht, ob Marius Müller-Westernhagen (69)

Online-Banking nutzt wie bereits 42 Millionen Menschen

in Deutschland, aber wir wissen, dass die Postbank seit

Jahrzehnten kein Staatsunternehmen mehr ist und heute der

Deutschen Bank gehört – und die Barauszahlung durch echte

Postbank-Beamten hinter einem Glasschalter in der Finanzbranche

nicht mehr zu den aktuellen Hits zählt, sondern ein

Oldie aus längst vergangenen Zeiten ist. Wir wissen aber

auch, dass es in Findorff gegen die Schließung der Filiale

großen Protest und viele Unterschriften gegeben hat. Das

Engagement der UnterzeichnerInnen ist ehrenwert – und steht

auch für ein Gefühl des Unbehagens vorrangig der älteren

Generation in bereits ziemlich bargeldlosen Zeiten, in denen

04 l TINA POORT

Plädoyer für mehr Offenheit gegenüber Jugendlichen

10 l SOMEDAY JACOB

Bremer Stadtmusikanten auf Erfolgswegen

14 l GEORG GERSBERG

Vom Schäfer zum Inhaber von »Georgs Fairkkauf«

18 l KERSTIN SCHRÖCK

Der neue »Single-Kulturtreff« für Findorff

21 l WOLLENS & POHL

Vorbildlich: entspannte Verbindung

26 l ZWISCHENRUF

»LaGitana« über Mode und neue Wege

27 l MAHLZEIT

»Kitchens of India« in der Hemmstraße

28 l DER GUTE TIPP

Zwei Partner und ein Beratungsangebot

GLEICH NEBENAN

sogar der Geldautomat mittlerweile als Auslaufmodell

gilt. Aber darf man darauf hinweisen, dass

der sicherlich gut gemeinte Protest leider keinen

Erfolg haben wird ? Selbstverständlich darf man,

denn »Wissen macht uns verantwortlich.« (Che

Guevara). Aufklärung ist gefragt, wie es soweit

kommen konnte – und Service: Wir zeigen die Alternativen

auf, wenn die Postfiliale endgültig schließt.

Nicht gut: Das Modelabel »LaGitana« verlässt Findorff.

Inhaberin Gitana Schilowitsch hat einen »Zwischenruf« geschrieben

– mit spannenden An- und Aussichten.

Bevor Sie jetzt denken » Wo bleibt das Positive ? «, sagen wir:

»Kommt sofort !« Tina Poort und Team machen einen tollen

Job für Jugendliche, die sogar aus anderen Stadtteilen in

das Findorffer »Freizi« kommen. »Someday Jacob« sind eine

phantastische Band, die sehr angesagt ist. Georg Gersberg ist

begeisterter Fairtrader. Bryan Ferry kommt nach Bremen.

Und der Sommer steht nicht mehr nur vor der Tür: Er ist da !

Genießen wir die Sonne im Biergarten »Port Piet« oder geben

wir uns bei »Eis-Butzke« oder im «Eiscafé Cercena« die Kugel

zum Preis der Saison. Schön, dass wir diese Lebensqualität

ganz entspannt im sommerlichen Findorff genießen können.

Wir freuen uns auf viele Meinungen zu dieser Ausgabe –

und über Leserbriefe auf www.findorff.info/leserbriefe

29 l TREFFPUNKTE

Die »Findorffer Spielfreunde«

30 l LIEBLINGSORTE

Das Tiergehege im Bürgerpark

32 l JA ODER NEIN ?

Rettung für die Jan-Reiners-Lok

34 l IN DER ZEITBLASE

Warum das Postbank Center schließt

38 l FLOWER POWER

Pflanzfest an der Münchener Straße

40 l NACHSCHLAG

41 l DORFFKLATSCH

44 l FINDORFF GEHT AUS

46 l TOM GROTE GUCKT

Die Findorff Kolumne

Ob Zitrone, Schokolade oder Malaga: Eis im

Sommer wirkt positiv auf unser Wohlbefinden.

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 03


PROFILE

q TINA POORT LEITET DAS JUGENDZENTRUM FINDORFF

» Die Kids können bei uns ihre Freizeit verbringen .«

TINA POORT

SOZIALPÄDAGOGIN

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 04

T

ina Poort, Sie haben vor anderthalb Jahren

die Leitung des Jugendzentrums in Findorff

übernommen. Wie ist bis jetzt ihr Eindruck

von der Jugendarbeit in Findorff ? Wird hier

viel gemacht ? Lässt sich hier viel bewegen ?

Ich meine, Jugendarbeit in Findorff findet

bei uns auf einem sehr hohen Niveau statt.

Alle aus dem Stadtteil ziehen an einem Strang

– also Beirat, AnwohnerInnen, Schule, Jugendzentrum und

natürlich unser Träger, das »Deutsche Rote Kreuz«. Mit den wenigen

Mitteln, die wir für die offene Kinder- und Jugendarbeit

zur Verfügung haben, wird hier sehr viel auf die Beine gestellt.

Dadurch, dass wir hier immer große Jugendbeteiligungsrunden

stattfinden lassen, wo dann zwischen 50 und 80 Jugendliche

einmal im Jahr stellvertretend für alle anderen Jugendlichen befragt

werden, wissen wir sehr gut, was ihnen eigentlich wichtig

ist – und wir versuchen dann basierend auf den Ergebnissen der

Jugendbeteiligungsrunden das Beste herauszuholen.

Welche Funktion sollte Jugendarbeit im Stadtteil erfüllen und

warum ist sie so wichtig ?

Die offene Kinder- und Jugendarbeit soll den Jugendlichen die

Möglichkeit geben sich in einem angstfreien Raum auszuprobieren

und ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Sie sollen eine

Begleitung für den Übergang zwischen Kindheit und Erwachsenenleben

haben. Diese Begleitung muss manchmal eine andere

sein als die durch das Elternhaus. Jugendarbeit ist auch dazu

da, damit Kinder und Jugendliche zu demokratischen TeilnehmerInnen

dieser Gesellschaft werden. Diese Arbeit machen

wir hier, indem wir verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten

anbieten. Zudem betreiben wir nonformale Bildungsarbeit. Das

heißt, wir erziehen nicht, sondern wir zeigen Möglichkeiten auf

und wir bieten Chancen. Vieles können wir hier anders umsetzen

als in der Schule, weil wir an keinen Lehrplan gebunden

sind. Wenn zum Beispiel Jugendliche gerne mehr über den

Nationalsozialismus in Bremen wissen wollen, dann können

wir mit ihnen zum Thema arbeiten. Wir können zum »Bunker

Valentin« fahren und vor Ort einen Projekttag machen. Aber

Jugendarbeit hat natürlich auch die Aufgabe in verschiedenen

Lebenslagen zu unterstützen. Wir können nicht jedes Problem

auffangen, aber wir nehmen Sachen wahr, wir sprechen Sachen

an, wir vermitteln. Es gibt Elternhäuser, wo nicht alles toll läuft,

wo die Eltern psychische Probleme haben oder Drogen im Spiel

sind. Genauso gibt es Eltern, die gar keine Zeit für ihre Kinder

haben, weil sie zu viel arbeiten. Es ist dann unsere Aufgabe zu

schauen, wie wir das jeweilige Kind unterstützen können.

Unsere BesucherInnen kommen aus allen sozialen Schichten –

also von Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern bis hin zu

Akademikerkindern. Bei uns ist alles bunt gemischt und das ist

toll und auch das Besondere – das ist spannendes Arbeiten.

Hat sich die Arbeit mit Jugendlichen über die Jahre verändert ?

Gibt es Dinge, die heute ganz anders laufen als vor ein paar

Jahren ? Sind die Jugendlichen von heute anders ?

In den zehn Jahren, in denen ich in der offenen Kinder- und

Jugendarbeit arbeite, hat sich mit der Einführung der Ganztagsschule

ganz viel verändert. Dadurch, dass die Jugendlichen

jetzt länger in der Schule sind, haben sie viel weniger Freizeit.

Die kommen fast jeden Tag erst nach 15:00 Uhr aus der Schule.

Dann haben sie im Schnitt zweimal die Woche Sporttraining,

dazu kommt oftmals noch Nachhilfe und sie haben nur einen

Nachmittag in der Woche wirklich freie Zeit, die sie so verbringen

können, wie sie wollen. Diese Veränderung merken wir

auch: Wenn die Kids direkt nach der Schule zu uns kommen,

dann ist das Erste, was sie machen erstmal gar nichts zu machen.

Weil sie einfach völlig kaputt sind. Früher war das anders.

Da sind sie um 13:00 Uhr aus der Schule gekommen, haben

Mittag gegessen, sich ein bisschen ausgeruht und hatten dann

Freizeit. Sie hatten immer noch Fußballtraining oder Nachhilfe,

aber sie hatten im Großen und Ganzen mehr Zeit.

Welche Angebote gibt es im »Freizi« für die Jugendlichen und

welche davon werden besonders gut angenommen ?

Unser Kernangebot ist die offene Tür; das heißt, wir sind vor

Ort da und die Kids können bei uns ihre Freizeit verbringen.

Sie können spielen. Wenn sie ein Referat halten müssen, können

sie Fragen stellen. Aber vor allem können sie hier einfach sein.

Daraus entstehen verschiedene Projekte wie beispielsweise eine

Mädchen- und eine Jungengruppe, in denen geschlechtsspezifisch

Themen gesetzt werden, die für die entsprechende Altersgruppe

gerade relevant sind. Außerdem haben wir verschiedene

Sportangebote für die Jugendlichen. Es gibt Hip-Hop-Tanz für

Mädchen. Es gibt ein Graffiti-Angebot, bei dem die Jugendlichen

unter Anleitung sprühen können. Wir spielen ganz viel;

aber nicht nur. Wir bieten konkrete Unterstützung beim Übergang

zwischen Schule und Beruf oder Schule und Studium an.

Wir stellen Räume zur Verfügung, die auch ohne uns genutzt

werden können. Wir haben einen Proberaum, einen Bewegungsraum,

einen Medienraum und einen Mädchenraum. Außerdem

verreisen wir mit den Jugendlichen zwei- bis dreimal im Jahr.

Diese Reisen beinhalten Sport- und Freizeitangebote und nebenbei

versuchen wir Gruppenprozesse in Gang zu setzen. In den

Sommerferien fahren wir für eine Woche nach Wangerooge.

Mit den älteren Jugendlichen fahren wir alle zwei Jahre u. a.

nach Berlin, besuchen natürlich das Reichstagsgebäude und das

Holocaust-Mahnmal – und beschäftigen uns anschaulich mit

der Geschichte der Stadt. Wir haben auch ganz normale Ferienangebote.

In den Sommerferien fahren wir in den »Heidepark

Soltau« oder gehen gemeinsam schwimmen, machen Fahrradtouren,

Sportturniere oder basteln. Kurz gesagt: Wir versuchen,

den Bedürfnissen der Jugendlichen gerecht zu werden. u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 05


▼ TINA POORT IM INTERVIEW

»Jugendliche sind im Stadtbild kaum vorhanden.«

Kompetenz,

Zu Ihnen kommen sogar Jugendliche aus anderen Stadtteilen.

Warum ist das Findorffer »Freizi« so beliebt ?

Weil wir einfach unglaublich nett sind (lacht). Ich glaube,

wir haben eines der größten oder sogar das größte Haus in

Bremen-Stadt. Wir bieten einfach ganz viele Möglichkeiten.

Wir haben dieses tolle Außengelände mit einer sehr beliebten

Basketballanlage. Wir liegen in Bremen sehr zentral. Wir sind

dicht am Bahnhof gelegen, an Mitte, an Schwachhausen, Walle

und Gröpelingen. Es spielt auch eine Rolle, dass die Jugendlichen,

die in Findorff zur Schule gehen, natürlich auch ihre

Freizeit hier verbringen, weil auch ihre FreundInnen hier sind.

Auch viele Jugendliche mit Migrationshintergrund besuchen das

Jugendzentrum. Leistet das »Freizi« einen wichtigen Beitrag zur

Integration ?

Ja, natürlich. Zu uns kommen auch Jugendliche, die noch kein

Jahr in Deutschland sind. Andere sind schon in der dritten oder

vierten Generation hier – und genauso viele Jugendliche haben

gar keinen Migrationshintergrund. Zu uns kommen sowohl

Jugendliche mit als auch ohne Behinderung und genauso

kommen Jugendliche, die eventuell eine Fluchterfahrung haben.

Diese Jugendlichen sind auch diejenigen, die hier im Stadtteil

wohnen. Und sie nutzen natürlich auch die Angebote hier. Wir

haben kein spezielles Angebot für geflüchtete Jugendliche,

sondern wir sehen unsere Aufgabe eher darin zu vermitteln, zu

verbinden und zu vernetzen. Was an unserem Haus besonders

ist: Es gibt drei Angebote, die bei uns angesiedelt sind, die

wir aber nicht selbst betreiben. Das eine ist ein Angebot für

Familien mit Fluchthintergrund, die einmal die Woche gemeinsam

mit Ehrenamtlichen kochen. Es gibt eine Fahrradwerkstatt

für Geflüchtete, die auch ehrenamtlich betrieben wird. Wir

stellen Räume zu Verfügung und schreiben ab und zu mal einen

Antrag, um Geld zu bekommen. Außerdem gibt es das Projekt

»AVA«. »AVA« heißt übrigens »Ankommen - Verwurzeln - Auf

eigenen Beinen stehen«. In diesem Projekt wird mit Jugendlichen

und jungen Menschen mit Fluchterfahrung gearbeitet, die

so Unterstützung bekommen können. Diese Angebote heben

unser Haus in punkto Integration besonders hervor. Die Kinder

und Jugendlichen, die daran teilnehmen, sehen, dass sie hier

willkommen sind. Aufgrund der positiven Erfahrungen kommen

sie vielleicht in Zukunft öfter zu uns. Genauso sitzen die

Jugendlichen, die sonst immer kommen, bei den gemeinsamen

Essen mit den Geflüchteten am Tisch. Für sie ist es auch toll,

eine andere Kultur kennenzulernen. Letztendlich verbringen

einfach alle Jugendlichen ihre Freizeit bei uns gemeinsam.

Ist Findorff als Stadtteil gut auf Jugendliche eingestellt ?

Vieles könnte natürlich noch besser sein. Bei der letzten Jugendbeteiligungsrunde

stellte sich zum Beispiel heraus, dass sich

die Jugendlichen auf Spielplätzen auch Spielgeräte wünschen

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 06

würden, die für ihre Altersgruppe interessant sind – und nicht

nur für die ganz Kleinen. Früher gab es am Torfhafen eine

Drehscheibe, die hauptsächlich von Jugendlichen und älteren

Kindern genutzt wurde. Die gibt es mittlerweile nicht mehr. Die

Menschen aus Findorff sind Jugendlichen gegenüber überwiegend

sehr positiv eingestellt, aber wenn man sich umschaut,

stellt man fest, dass Jugendliche im Stadtbild eigentlich kaum

vorhanden sind. Die hätten einfach gerne einen Ort, wo sie

sich treffen können, ohne dass Erwachsene dabei sind. Es gibt

keinen Unterstand auf dem Spielplatz, wo nicht nur Dreijährige

Platz haben sondern auch 16-Jährige. Jugendliche sind im

öffentlichen Raum teilweise auch gar nicht gern gesehen, weil

viele mit dem Vorurteil kämpfen, dass alle Jugendlichen frech

sind, Dreck machen, rauchen und Alkohol trinken. Natürlich

gibt es Jugendliche, die rauchen und Alkohol trinken, aber eben

längst nicht alle. Wenn Jugendliche sich auf einem Spielplatz

aufhalten, heißt das nicht, dass am nächsten Morgen überall

Zigarettenkippen und Bierflaschen herum liegen; ebenso wenig

wie hier im »Freizi«. Natürlich liegt mal ein Lollistiel auf dem

Boden, aber insgesamt sehen unsere Räume super aus. Die

Jugendlichen werden bei uns an der Raumgestaltung beteiligt,

auch wenn wir nicht alles eins zu eins umsetzen können. Warum

sollten sich die Jugendlichen auch ihre Orte kaputt machen ?

Wie werden Möglichkeiten zur politischen Teilhabe wie der

Jugendbeirat Findorff von den Jugendlichen genutzt ?

In dieser Legislaturperiode ist der Jugendbeirat nicht zustande

gekommen. Aus dem Stadtteil haben sich nicht genügend Jugendliche

bereit erklärt sich wählen zu lassen. Deshalb konnten

wir als Wahlausschuss natürlich auch keine Wahl abhalten.

Die Jugendlichen schätzen die Möglichkeit sich einbringen zu

können und auch, dass der Beirat sie so großzügig mit finanziellen

Mitteln ausstattet. Aber momentan ist das nicht die

Partizipationsform, die sie anspricht. Das ist in Bremen nicht

nur bei uns in Findorff so, sondern auch in vielen anderen Stadtteilen.

Die Jugendlichen von heute sind zeitlich vielmehr auf die

Schule konzentriert, die einen großen Raum einnimmt. Es ist

aber auch das pure Angebot an Möglichkeiten, wie man heute

als junger Mensch seine Freizeit verbringen kann. Beteiligung

bedeutet nicht immer gleich unbedingt, sich einmal im Monat

zu treffen. Beteiligung kann es auch im Kleinen geben. Ein

Beispiel: Die Jugendlichen wünschen sich, dass die Basketballanlage

erneuert wird. Und jetzt gibt es eine Gruppe direkt aus

dem »Freizi«, die sich dafür einsetzt. Aber das ist ein einzelnes

Projekt. Nachdem es abgeschlossen ist, haben diese Jugendlichen

vielleicht auch keine Lust mehr, sich regelmäßig in einem

Jugendbeirat zu engagieren. Es gibt dennoch viele weitere Möglichkeiten

für Jugendliche sich einzubringen. Und ich glaube,

die Jugendlichen haben momentan keinen Leidensdruck. Sie

wissen, dass sie hier im Stadtteil gehört werden. Auch das ist

ein schönes Ergebnis. u

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▼ TINA POORT IM INTERVIEW

» Typisch Findorff, Sonderrolle. «

Welches sind für Sie die größten Probleme und Hürden, die zu

bewältigen sind, wenn man Jugendarbeit leistet ?

Eine ganz große Hürde ist das Geld. Jugendarbeit ist finanziell

einfach unglaublich schlecht ausgestattet. Wir wissen alle, wie

schlecht die Haushaltslage in Bremen ist. Außerdem gibt es ja

auch noch Kindergärten und Schulen. Es ist klar, dass an den

Jugendzentren zuerst gespart wird. Geld bedeutet aber auch

Personal. Je mehr Personal da ist, desto bessere Arbeit können

wir natürlich leisten. Eine weitere Hürde ist, dass wir sehr viele

Anträge schreiben, weil wir immer schauen müssen, woher wir

Geld bekommen. Das Geld von der Stadt wird voraussichtlich

eher weniger als mehr werden. Also müssen wir andere Quellen

auftun – und uns zum Beispiel an Stiftungen wenden. Ein

weiteres Problem ist, dass viele nach wie vor denken, offene

Kinder- und Jugendarbeit wäre gleichbedeutend mit Benachteiligtenarbeit.

Das allerdings ist nicht richtig. Zu uns kommen

Jugendliche aus unterschiedlichsten Verhältnissen. Und nur weil

Kinder aus einem geordneten Elternhaus kommen, heißt das

nicht, dass bei denen alles perfekt ist. Genauso bringen Kinder,

die aus einem sehr benachteiligten Elternhaus kommen, nicht

automatisch Probleme mit sich.

Letztendlich sind es zumeist finanzielle Hürden, mit denen die

Jugendarbeit zu kämpfen hat.

Wie kommt es eigentlich, dass das »Deutsche Rote Kreuz«

Träger des Jugendzentrums ist ?

Früher wurden die meisten Jugendeinrichtungen von der Stadt

Bremen betrieben, also vom »Amt für soziale Dienste«. Vor ungefähr

etwas über zehn Jahren wurden die Einrichtungen dann

entkommunalisiert und an freie Träger gegeben. Die Leute, die

in den Einrichtungen arbeiten, sind nicht mehr bei der Stadt

angestellt sondern bei den freien Trägern. Der freie Träger des

Jugendzentrums ist seit 2007 das »Deutsche Rote Kreuz«. Wir

waren auch das letzte Jugendzentrum, das entkommunalisiert

wurde. Typisch Findorff, Sonderrolle. Seit der Entkommunalisierung

läuft es so ab: Wir stellen als Jugendeinrichtung einen

Antrag über das Gesamtbudget an die Stadt Bremen, also an

unser Sozialzentrum. Darüber wird im Controlling Ausschuss

beschieden, der für die Vergabemittel der offenen Kinder- und

Jugendarbeit im Stadtteil zuständig ist. Es wird geprüft, ob

dieser Antrag genehmigt werden kann und wieviel Geld dem

Stadtteil eigentlich zusteht. Das Jugendzentrum hat natürlich

feste Ausgaben. Es gibt feste Personal- und Energiekosten, die

gedeckt werden müssen. Dazu kommen die Programmgelder

für Angebote wie einen Ausflug ins Schwimmbad. Aus diesen

Posten ergibt sich ein fester Betrag. Das Geld von der Stadt

Bremen reicht dafür nicht aus. Wir versuchen daher so viel wie

möglich über Anträge und Drittmittel zu bekommen, den Rest

zahlt das »Deutsche Rote Kreuz« dazu. Das DRK verdient mit

der Jugendarbeit kein Geld, sondern ist ein Wohlfahrtsverband.

Viele denken immer an Rettungswagen und Krankenhäuser,

aber das DRK macht total viel im sozialen Bereich.

Was wünschen Sie sich von den FindorfferInnen für die

Jugendlichen im Stadtteil ?

Wenn es nach den Jugendlichen ginge, hätten wir hier eine

zweite »Waterfront«, ein Schwimmbad und eine Eislaufhalle im

Stadtteil. Aber ich würde mir einfach noch mehr Offenheit und

Toleranz gegenüber Jugendlichen wünschen. Es sollte zum Beispiel

niemand komisch gucken, wenn Jugendliche im Sommer

am Torfhafen Zeit verbringen, sondern sie sollten dort genauso

gern gesehen sein wie andere Leute. Das wünsche ich mir.

Text & Gestaltung: rätsch communications, www.raetsch.de, Foto: »grey rabbit on a white background« © Jiang Hongyan, www.shutterstock.com

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FINDORFF GLEICH NEBENAN | 08

▼ ÜBER TINA POORT

Tina Poort leitet seit 2016 das Jugendzentrum Findorff in der

Neukirchstraße 23 a. Die Sozialpädagogin und ihr Team haben

immer ein offenes Ohr für ihre BesucherInnen. Neben ihrer

Tätigkeit im »Freizi« engagiert sie sich für die politische Beteiligung

von Jugendlichen. www.jugendzentrum-findorff.de

Interview: Leona Ilgner, Foto: Kerstin Rolfes ▲

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PROFILE

q IM GESPRÄCH MIT JÖRN SCHLÜTER VON »SOMEDAY JACOB«

» Den Seventies-Einfluss haben wir gar nicht angepeilt.«

STADT-

MUSIKANTEN

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 10

SOMEDAY JACOB

D

ie Band »Someday Jacob« gibt es bereits seit

einigen Jahren. Wie seid ihr damals auf die

Idee gekommen, eine Band zu gründen ?

Das war ich zunächst alleine. Ich hatte schon

viel für andere Leute geschrieben und wollte

dann etwas Eigenes machen. Ich bin die

ersten zwei bis drei Jahre allein aufgetreten

und habe mir gelegentlich jemanden dazu

geholt. Eine Zeit lang war Martin am Schlagzeug dabei oder Uli

hat als Gitarrist Gigs mit mir gespielt. Dann waren wir manchmal

als Trio unterwegs. Schließlich kam unser Bassist Manuel

dazu. Zum zweiten Album hat sich das Line-Up gefestigt und ab

dem Zeitpunkt fühlte es sich so an, als wären wir eine Band.

Was heißt es, die Idee für eine Band professionell umzusetzen ?

Man hat ein Album und fängt an zu spielen, wo immer es geht.

Man hofft, dass man über die Region hinaus kommt. Das hat

bei uns funktioniert. Irgendwann nimmt man ein neues Album

auf, spielt dann etwas größere Konzerte und tritt in weiter

entfernten Städten auf. Vielleicht ist professionell nicht das richtige

Wort. Man trägt Erfahrungen mit sich herum von vorigen

Bands oder von dem, was man bei anderen Bands sieht. Man

weiß, wenn man bekannter werden möchte, muss man zum

Beispiel einen Internetauftritt erstellen. Also tut man die Dinge,

die getan werden müssen und das bringt auch Spaß. Man

versucht intuitiv, ein stimmiges Bild zu entwickeln.

Welche Bedeutung steckt eigentlich hinter dem Bandnamen

»Someday Jacob« ? Wer ist dieser geheimnisvolle Herr Jacob ?

Am Anfang wollte ich, dass man an dem Namen erkennen

kann: Das ist ein Typ und er singt englisch. So wie bei Songwritern

wie »Badly Drawn Boy« oder »Tallest Man of the Earth«.

Als ich »Someday Jacob« gegründet habe, habe ich mich viel mit

dem alttestamentarischen Jacob befasst. Um diesen Jacob ranken

sich absurde Geschichten, in denen er sich zum Beispiel mit

Gott prügelt und für den Rest seines Lebens humpelt. Offenbar

wird es da richtig gefunden, dass unser Held für sein Leben

gebrochen ist. Ich glaube, diese Geschichten sind auf so vielen

Ebenen aufgeladen, psychologisch, mystisch und archaisch,

dass sie eher einen selbst lesen, als dass man sie liest.

Eure Musik ist ziemlich retro. Sie klingt sehr vertraut und erinnert

an die Siebzigerjahre und Gruppen wie die britisch-amerikanische

Folk-Rock-Band »America«. Ich sage nur Schallplattensammlung

der Eltern: Haben euch die Siebzigerjahre beeinflusst

– und wie würdet ihr Euren Stil beschreiben ?

Mit meinen Eltern hat das nichts zu tun. Die haben ganz andere

Musik gehört oder überhaupt keine. Aber Musik war für mich

ein riesiges Thema. Diesen Seventies-Einfluss haben wir am

Anfang gar nicht angepeilt und dass der sich in unserer Band

in dieser Form hörbar macht, überrascht mich selbst ein bisschen.

Auf dem aktuellen Album hingegen wird das Britische,

das mich musikalisch eher prägt, etwas deutlicher. Bewusst für

einen Stil entschieden haben wir uns nicht. Wir hatten überhaupt

keine Vorstellung, wie unsere Songs klingen. Unser erstes

Album ist klanglich noch sehr unentschieden. Die ersten Platten

sind oft sehr interessant, weil sie noch eine gewisse Offenheit

mitbringen. Musik ist gut, wenn Musik ein Fragezeichen hat.

Letztendlich mag ich einfach einen guten Sound. Wir hatten

das Glück, dass wir mit den Produzenten Ryan Hewitt und

Vance Powell zusammen arbeiten konnten, beide mehrfache

Grammy-Gewinner. Vance Powell habe ich über meine Arbeit

für den »Rolling Stone« kennengelernt. Ich habe ihn gefragt und

er hatte tatsächlich Lust, Ryan Hewitt genauso. Das war toll.

In der deutschen Rockmusik wurde früher ausschließlich auf

englisch gesungen. Doch spätestens seit der »Neuen Deutschen

Welle« ist es heute völlig selbstverständlich in der Sprache des

eigenen Landes zu singen. Warum singt ihr als deutsche Band

im Jahr 2018 wieder auf englisch ?

Deutsch war nie eine Option für eigene Songs. Vermutlich

ergibt sich das direkt aus meinem Musikgeschmack. Ich schätze

und respektiere viele deutsche Künstler, aber getroffen und

geprägt haben mich englischsprachige Bands. Außerdem habe

ich einen Bezug zum Englischen: Meine Frau ist Engländerin.

Ihr habt ja bereits mit internationalen Produzenten zusammengearbeitet.

Gab es schonmal den Gedanken, Bremen zu

verlassen und vielleicht sogar ins Ausland zu gehen ?

Als wir eine Band geworden sind, waren wir alle nicht mehr 19,

sondern hatten uns hier schon ein Leben aufgebaut. Ich bin in

Bremervörde geboren. In Bremen bin ich zuhause; schon sehr

lange. Es war es nie ein Thema, als Band in die Welt zu ziehen.

Seid ihr alle hauptberuflich Musiker oder arbeitet ihr noch in

anderen Jobs ?

Das ist bei allen unterschiedlich. Ich arbeite seit fast 20 Jahren

für den »Rolling Stone«. Außerdem bin ich hier in Bremen in

einer Werbeagentur als Texter und Konzepter tätig. Dann arbeite

ich noch als Songschreiber für »BMG«. Martin macht auch

noch andere Sachen nebenher. Manuel lebt zum größten Teil

von der Musik, hat aber auch noch ein Standbein im Grafikdesign.

Uli ist der einzige, der komplett von der Musik lebt. Er hat

ganz viele Musicals gespielt, ist Studiogitarrist, Tourgitarrist für

andere MusikerInnen, produziert selbst Platten und unterrichtet

an diversen Hochschulen.

Ihr seid gerade mit eurem dritten Album »Everybody Knows

Something Good« auf Tournee gegangen. Wenn man so viel

Zeit zusammen verbringt, versteht man sich da immer oder

gibt es auch mal Streit ? u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 11


▼ JÖRN SCHLÜTER IM INTERVIEW

»Es war nie Thema, als Band in die Welt zu ziehen.«

Wir kennen uns sehr gut und kommen super miteinander klar.

Wir haben auch Potenzial uns zu reiben, aber wir schätzen diese

kreative Reibung mehr, als dass uns das verunsichern würde.

Wie wild ist das Tourleben eigentlich noch ? Ist an dem gern

zitierten Klischee von »Sex, Drugs & Rock’ n‘ Roll« etwas dran?

Irgendwo gibt es das bestimmt. Aber ich muss um acht ins Bett.

Ihr seid augenscheinlich keine »Boyband«, sondern habt schon

Familien. Wie lässt sich das »normale Familienleben« mit

Touren und nächtlichen Auftritten vereinbaren ?

Wir sind ja keine Band, die 200 Konzerte im Jahr spielt und

durch die Welt reist. Wenn wir in diesem Jahr auf 50 Konzerte

kommen, sind wir zufrieden. Das ist alles relativ unspektakulär

in unseren normalen Alltag integriert. Wenn die Band irgendwann

mehr Zeit in Anspruch nehmen würde, wäre das auch

in Ordnung. Das ist nicht mit dramatischen Entscheidungen

verbunden.

Tretet ihr größtenteils in Bremen auf ?

Nein, denn in Bremen muss man, wie in jeder Stadt, immer ein

bisschen aufpassen, dass man sich nicht »totspielt« und die

Leute dann nicht mehr kommen. Das heißt, wenn wir auf der

»Breminale« gebucht sind und im selben Jahr auf Tour waren,

dann überlegen wir schon, ob wir wirklich noch ein drittes Mal

auftreten. Wie oft soll man die Leute bitten, zum Konzert zu

kommen ?

Wie steht ihr zu euren Fans ? Versteht ihr Euch als eine ein Band

»zum Anfassen« ? Hattet ihr auch schon mal mit aufdringlichen

Fans zu kämpfen ?

Unser Publikum besteht aus sehr sittsamen Menschen, die keine

»Fans« sind, sondern die unsere Musik gerne mögen und, wenn

wir Glück haben, unsere Platten kaufen. Mit denen tauschen

wir uns gerne aus und führen schöne Gespräche über Musik.

Alles andere entspricht ja auch nicht dem, was bei uns passiert.

Wir backen keine riesigen Brötchen.

Wir sind ja ein kulturaffines Magazin aus Findorff für Findorff.

Wann dürfen wir euch im Stadtteil live begrüßen – und wo

würdet ihr bei uns besonders gern spielen ?

Wir haben vor einigen Jahren im »Alten Pumpwerk« gespielt

und fanden es dort total schön. Das war ein ganz toller und

sehr ruhiger Abend, man konnte sehr leise werden. Diese großartige

Findorffer Location hat uns ausgesprochen gut gefallen:

Also gerne wieder im Pumpwerk !

▼ ÜBER SOMEDAY JACOB

Sänger, Gitarrist und Songschreiber Jörn Schlüter gründete

»Someday Jacob« als Soloprojekt. Nach und nach kamen Uli

Kringler (Git, Voc), Martin Denzin (Drums, Voc) und Manuel

Steinhoff (Bass, Voc) dazu. Die Bremer Band spielt melodischen

Seventies-Folkrock – und ist mittlerweile weit über die Stadtgrenzen

Bremens hinaus eine bekannte Größe. Ihr aktuelles

Album heißt »Everybody Knows Something Good« und wirkt

trotz der feinen Sensibilität der Songs unmittelbar und klar. Für

das kürzlich erschienene neue Werk – es ist nach dem Erstling

»Morning Comes« (2009) und der zweiten CD »It Might Take

a While« (2015) die insgesamt dritte Veröffentlichung der

Band – gehen »Someday Jacob« diesmal in die Stadt. Ließen

die Lieder des Vorgängers bei dem Zuhörer noch Wälder und

Schluchten vor dem geistigen Auge entstehen, wird der Ton

nun etwas direkter: »Everybody Knows Something Good« ist

eher ein Haus als eine Wiese. Den richtigen Mann dafür fanden

»Someday Jacob«, wie schon zuletzt, in Nashville im US-Bundesstaat

Tennessee, dem Mittelpunkt des Country-Universums.

Der Grammy ® -dekorierte Rick-Rubin-Sidekick Ryan Hewitt

(Red Hot Chilli Peppers, Johnny Cash, Avett Brothers, Angus &

Julia Stone) setzte die Aufnahmen des Quartetts in Szene. Das

Master stammt wieder von Richard Dodd (Tom Petty, George

Harrison). Mehr Infos und Videos auf www.somedayjacob.de

Interview: Leona Ilgner, Mathias Rätsch, Foto: Caspar Sessler ▲

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 12


PROFILE

q GEORG GERSBERG ÜBER PERSÖNLICHEN WANDEL UND FAIREN HANDEL

»Alles im Leben hat seine Zeit.«

GEORG GERSBERG

VOM SCHÄFER...

S

ie sind der Inhaber von »Georgs Fairkauf«

und verkaufen in Findorff seit 2013 fair

gehandelte Lebensmittel, Kleidung und

Kunsthandwerk. Ihr Geschäft kennen die

meisten FindorfferInnen, aber was kaum

jemand weiß: Bevor Sie Fairtrader wurden,

haben Sie lange als Schäfer gearbeitet. Das

klingt nach zwei völlig verschiedenen Welten

– quasi »vom Aussteiger zu Geschäftsmann«.

Wie kommt man vom einen zum anderen ?

Zwei völlig verschiedene Welten sind das eigentlich nicht. Aber

die Bezeichnung »Aussteiger« passt. Ich bin schon damals nach

dem zwölften Schuljahr aus der Schule ausgestiegen. Zu der Zeit

mischten sich »Die Grünen« in das politische Geschehen ein

und ich wollte einen Beruf im Bereich Umweltschutz erlernen.

Schließlich stieß ich auf die Schäferei. Ich ließ mich zum Schäfer

ausbilden und zog in die Diepholzer Moorniederung. Dort weidete

ich Schafe zur Renaturierung eines großen Moores. Insgesamt

war ich knapp 30 Jahre lang Schäfermeister. Wenn man so

lange den gleichen Beruf ausübt, stellt sich mit der Zeit sehr viel

Routine ein. Also entschloss ich mich, die Schäferei aufzugeben.

Allerdings wollte ich nicht einfach irgendein Geschäft eröffnen,

sondern ich wollte etwas mit »Hintergrund« machen. Das war

mit der Schäferei ja auch gegeben: Der Hintergrund war Naturschutz.

Und heute ist es bei »Georgs Fairkauf« fairer Handel.

Beide Berufe haben also etwas gemeinsam. Die Naturschutzarbeit

ist allerdings sehr regional, während der faire Handel auch

Länder in Übersee betrifft. So kann ich auch auf der anderen

Seite der Erde ein klein bisschen Einfluss nehmen.

Der Beruf des Schäfers ruft bei vielen sofort sehr romantische

Vorstellungen von Idylle, Harmonie und Freiheit hervor ...

Der Freiheitsgedanke ist schon ganz richtig, weil der Beruf des

Schäfers sehr individuell ist. Ich hatte zwar keinen selbstständigen

Betrieb, aber ich habe sehr selbstständig gearbeitet und

konnte eigenständige Entscheidungen treffen. Schäferromantik

gibt es auch. Das Frühlingserwachen ist zum Beispiel wirklich

schön, wenn die Schafe mit den Lämmern aus dem Stall

kommen oder wenn man in der Dämmerung im Moor steht.

Das Licht ist einzigartig. Da wird man schon mal ein bisschen

sentimental. Hin und wieder kamen Busse mit Touristen, die

dann auch alle am liebsten Schäfer werden wollten. Aber es ist

eigentlich auch ein sehr harter Beruf. Man muss sich jeden Tag

wieder neu überwinden, gerade in der kalten Jahreszeit, wenn

man bei jedem Wetter raus muss. Man hat wenig freie Zeit.

Ich hatte meistens eine Auszubildene oder einen Auszubildenen

und habe später mit einem Gesellen zusammengearbeitet.

Dadurch konnten wir uns absprechen, wann wer frei hatte.

Was heißt »Fairtrade« für Sie ?

Fairer Handel unterscheidet sich vom konventionellen Handel

dadurch, dass die Hersteller der Produkte einen gerechten

Lohn und eine soziale Absicherung erhalten. Kinderarbeit ist

ausgeschlossen. Die Produzenten verdienen genug Geld, um

sich eine Krankenversicherung leisten zu können und ihre Kinder

in die Schule zu schicken. Vor der Globalisierung möchte

ich mich nicht verschließen, aber die könnte auch gerecht ablaufen.

Das ist aber nicht so: Meistens machen die großen Unternehmen

die großen Profite. Für die ist die Globalisierung richtig

toll. Die kleineren Produzenten würden auf der Strecke bleiben,

wenn es den fairen Handel nicht gäbe. Ich selbst kaufe fair, wo

immer es geht. Kleidung und Kaffee zum Beispiel – da sitze ich

ja an der Quelle. Doch nicht alle Nahrungsmittel werden auch

im fairen Bereich angeboten. Dann achte ich darauf, zumindest

Bio-Qualität zu kaufen. Bei regionalen Produkten kann man in

der Regel von gerechten Produktionsbedingungen ausgehen,

da wir hierzulande bestimmte Bio-Standards haben.

Wie hoch ist die Nachfrage nach fair gehandelten Produkten ?

Sind die etwas, wofür die Leute gerne ihr Geld ausgeben ?

Es müsste sehr viel mehr Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Nur drei bis fünf Prozent von dem, was wir heutzutage konsumieren,

sind tatsächlich Bio-Produkte. Wenn man in Findorff

lebt, denkt man, es wäre mehr, weil hier so viele Geschäfte

Bio-Lebensmittel verkaufen, aber das täuscht. Produkte aus

fairem Handel werden noch viel seltener angeboten. Es wäre

Aufgabe der Politik, dafür ein bisschen mehr Werbung zu machen.

Der teurere Preis für fair gehandelte Waren ist eigentlich

der reguläre Preis, den wir nur nicht mehr zu zahlen bereit

sind. Zum Beispiel scheinen 5,00 bis 6,00 Euro für 250 Gramm

Kaffee erstmal teuer, doch dafür wurde der dann ökologisch

produziert und auch auf ökologischen Wegen statt mit dem

Flugzeug mit dem Schiff zu uns gebracht. Diese Art von Produktion

und Handelsweg rechtfertigt den Preis, während ein stark

vergünstigter Preis der ist, mit dem etwas nicht stimmen kann.

Genauso funktioniert Massentierhaltung ja auch nur, weil das

Fleisch unter tierunwürdigen Bedingungen hergestellt wird.

Ich denke, dass sich der Trend weiter zu fairem Handel hin

bewegen wird. Zu Bio gibt es nachweislich eine Tendenz und

Fairtrade zieht da meistens nach. Ich hoffe, dass es eines Tages

auch kleine Fairtrade-Warenhäuser geben wird.

Sie arbeiten mit Kleinproduzenten aus unterschiedlichen

Ländern zusammen. Kennen Sie die alle persönlich oder wie

entstehen die Kontakte ?

Nein, die Kleinproduzenten kenne ich nicht persönlich. Die

großen Fairhandelsgenossenschaften wie »El Puente«, »GEPA«,

»GLOBO« und »dritte welt partner« stehen in Verbindung zu

den Produzenten. Persönliche Kontakte kann man gut auf

Fairttrade-Messen knüpfen. Zum Beispiel verkaufe ich u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | | 14 12

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 15


PROFILE

▼ GEORG GERSBERG IM INTERVIEW

» Der Faire Handel füllt mich voll und ganz aus.«

... ZUM FAIRTRADER

Geschenkpapier aus Nepal von einer Frau, die dreimal im Jahr

zu ihren Produzenten fährt, um direkt vor Ort zu bestellen. Man

könnte natürlich in die Produktionsländer reisen, aber dazu

bin ich nicht mehr jung genug. Das hätte ich wahrscheinlich

gemacht, wenn ich nicht erst Schäfer geworden wäre, sondern

direkt mit dem fairen Handel angefangen hätte.

Was hat Sie gerade nach Findorff gezogen ?

Ich wohnte vorher mit meiner Familie in einem anderen Stadtteil

von Bremen, doch da gefiel es mir nicht besonders. Wir

haben uns hier nach einer neuen Wohnung umgeschaut und

auch relativ schnell etwas gefunden. Die Leute hier sind alle

super nett und schnacken auch mal mit den Nachbarn. Ich

dachte, in dem Stadtteil, wo ich wohne, könnte ich auch einen

Laden eröffnen. Ich habe mit meinen Schäferaugen Ausschau

gehalten und hatte dann das Glück, dass dieses Geschäft frei

wurde, weil die Vormieterin, die hier ein Blumengeschäft

geführt hatte, in Rente gegangen war.

Vermissen Sie es manchmal, nicht mehr Schäfer zu sein ?

Alles hat seine Zeit. Wo ich früher gearbeitet habe, ist die Herde

mittlerweile vergrößert worden. Das bedeutet heutzutage viel

mehr Aufwand. Bei dem klimatisch bedingten unbeständigen

Wetter wird die Herausforderung von Jahr zu Jahr größer. Eine

weitere Schwierigkeit: Der Wolf ist hier mittlerweile heimisch

geworden. Dadurch hat die Schäferei an Arbeitsintensität

gewonnen. Man muss sich zu den Hütehunden noch Herdenschutzhunde

halten. Um die Schafe nachts einzuzäunen, braucht

man heute besonders hohe Elektronetze, deren Aufbau einen erhöhten

Mehraufwand bedeutet. Ich sehne mich nicht nach etwas

zurück, was mir früher Spaß gemacht hat. Jetzt macht mir etwas

anderes Spaß. Der faire Handel füllt mich voll und ganz aus.

▼ ÜBER GEORG GERSBERG

»Georgs Fairkauf« in der Admiralstraße 143 hat das Anliegen,

zu besseren Lebensbedingungen für die Menschen unserer Welt

beizutragen. Im Sortiment gibt es Kaffee von Utamtsi, Tee und

Schokolade sowie Brotaufstriche und Öle. Das Kunsthandwerk

besteht aus Taschen, Schmuck, Papierprodukten und mehr. Seit

drei Jahren erweitert Georg Gersberg den Bereich mit bio und

fair produzierter Kleidung, bspw. von »Armedangels«, »Living

Crafts« und »thought«. Mehr unter www.georgs-fairkauf.de

Interview: Leona Ilgner, Fotos: Willi Rolfes, Kerstin Rolfes ▲

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Georgs Fairkauf, Admiralstraße 143

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 16

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 17


PROFILE

q KERSTIN SCHRÖCK GRÜNDETE DEN FINDORFFER »SINGLE KULTURKREIS«

» Gemeinsam unterwegs und trotzdem unabhängig.«

SINGLEKREIS

GRÜNDERIN

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 18

KERSTIN SCHRÖCK

K

erstin Schröck, eine Großstadt wie Bremen

weist heute 48 Prozent Single-Haushalte auf.

Sie sind jetzt dabei einen »Single Kulturkreis«

vor Ort in Findorff zu initiieren. Was

hat Sie zu dieser Idee persönlich motiviert?

Ich habe viele Freunde überall in Bremen

verteilt. Wenn man irgendwo hingehen will,

dann tifft man sich vielleicht. Dann gehen

alle schnell wieder auseinander. Paare haben es da viel besser.

Sie gehen gemeinsam aus und gehen auch gemeinsam wieder

nach Hause. Also habe ich mir gedacht: Wenn ich ganz viele

Singles kenne, dann kann man gemeinsam zum Beispiel mit

mehreren Menschen ins Theater gehen und anschließend gehen

alle wieder zurück in die eigenen Single-Wohnungen und Häuser

– und jeder ist glücklich, weil man einen tollen Abend hatte.

Wie grenzen Sie sich zu den üblichen Partnerbörsen ab ?

Wir sind keine kommerzielle Vermittlungsbörse. Es geht zuerst

um Vernetzung. Ich komme aus Fischerhude; also vom Dorf.

Das Dörfliche finde ich gut. Diesen Gemeinschaftssinn wünsche

ich mir in der Großstadt. Ich finde es gut, wenn man zusammen

ausgeht oder sich unterstützt, wenn jemand Hilfe braucht.

Wie würden Sie die Idee des Findorffer »Single Kulturkreis«

in einem ganz kurzen Satz beschreiben ?

Gemeinsam unterwegs und trotzdem unabhängig.

Geht es über die kulturellen Aktivitäten auch darum als Single

eine Partnerin oder einen Partner kennenzulernen ?

Das ist nicht unser Grundgedanke. Wenn sich Menschen über

die kulturellen Aktivitäten hinaus privat auch in Beziehungen

finden, ist das schön – steht bei uns aber nicht im Vordergrund.

In der Lokalpresse und auf www.findorffaktuell.de gab es

bereits erste Berichterstattungen. Wie war die Resonanz ?

Im »Weser Kurier« gab es einen Bericht. Daraufhin haben sich

gleich sehr viele Menschen gemeldet, die interessiert waren.

Da dachte ich mir: Ich mache das jetzt mal. Also habe ich einen

Brunch bei »Emma am See« organisiert. Daraufhin meldeten

sich immer mehr Menschen – und ich habe weitere, zusätzliche

Plätze reserviert. Irgendwann war alles voll. Das zweite Mal

haben wir uns im »Veranda« getroffen, weil ich dachte, dort haben

wir genug Platz. Aber auch dort platzte alles aus den Nähten.

Am Ende waren wir fast 30 Leute und alle waren total begeistert.

Möchten Sie den Findorffer »Single Kulturkreis«, der ja auch

mit Zeit und Aufwand verbunden ist, ganz allein organisieren ?

Um Gottes Willen ! Ich möchte gern, dass der sich sehr schnell

verselbstständigt. Ich bin momentan diejenige, die alles noch

ziemlich allein in die Gänge bringt. Die bisherige Resonanz

sprengt eigentlich jetzt schon meine Kapazitäten, aber ich bin

am Tun und Machen. Irgendwann möchte ich, dass dieser Pool

von Menschen sich selbst organisiert. Das ist mein Ziel.

Welche Art der Unterstützung wünschen Sie sich ?

Zwei Frauen haben mir schon sehr geholfen. Eine sichere Plattform,

auf der Mann und Frau sich mit Anderen verabreden und

vernetzen könnte, wäre toll. Es wäre hilfreich, wenn sich jemand

findet, der mich hierbei unterstützt. Ich bin schon ganz gut, aber

es gibt Menschen, die das besser und schneller können.

Der »Single Kulturkreis Findorff« richtet sich an Interessierte ab

50 Jahren. Warum ausschließlich für diese Altersgruppe ?

In diesem Alter fängt nicht selten ein neuer Lebensabschnitt an.

Die Kinder sind groß oder sogar schon aus dem Haus. Paare

haben sich getrennt. Dann denkt man sich: Was fange ich jetzt

mit mir an ? Jetzt habe ich die Zeit. Aber allein ausgehen ist auch

doof. In einem gut vernetzten Kreis ist es dann viel einfacher.

Wie eng legen Sie die selbstgesetzten Regeln aus ?

Die Altersgrenze ab 50 sehen wir nicht so eng – und unsere

Regeln legen wir überhaupt nicht eng aus. Wir haben auch

Frauen dabei, die sind in Beziehungen, aber der Partner geht

nicht so gern aus. Auch das ist bei uns möglich. Dafür habe ich

den Begriff »Ausgeh-Single« erfunden. Was aber nicht passieren

sollte, ist, dass wir am Ende wieder ganz viele Paare sind und

die Singles irgendwann in der Unterzahl sind.

Sie möchten, dass sich die Menschen im »Single Kulturkreis«

organisieren und vernetzen. Wie erfolgt das ganz konkret ?

Es gibt derzeit einen E-Mail-Verteiler, der noch ausbaufähig ist.

Aber manche kennen sich mit E-Mail-Programmen nicht so aus.

Ganz analog ist ja auch ein regelmäßiger Stammtisch geplant ...

Unseren Stammtisch gibt es schon. Da können dann wirklich

alle kommen; auch wer nicht digital unterwegs ist. Das soll es

ja geben und ist absolut in Ordnung. Allerdings sind bei uns

die Männer noch etwas zurückhaltend. Anscheinend bekennt

»Mann« sich nicht so gern als Single. Dafür gibt es bei uns nun

wirklich keinen Grund. Also, Männer: Traut Euch !

▼ ÜBER KERSTIN SCHRÖCK

Kerstin Schröck ist Sozialpädagogin, 58 Jahre jung und wohnt

in Findorff. Beruflich und privat hat sie schon viele Events und

Gruppen ins Leben gerufen. Der »Single Kulturkreis Findorff«

trifft sich jeden letzten Mittwoch im Monat um 20:00 Uhr im

»Veranda«, Hemmstaße 89, 28215 Bremen. Das nächste Treffen

findet am Mittwoch, den 30. Mai 2018 statt. Sie sind Single und

interessiert ? Kontakt unter: Singlekulturkreisab50@web.de

Interview: Mathias Rätsch, Foto: Matthias Hornung ▲

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 19


Mode ist unsere Leidenschaft

Fashion Polka Dots Woman, © Evgeniya Porechenskaya, www.shutterstock.de

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ENTSPANNTE

Die Osteopathin Ute Wollens und

der Logopäde und PäPKi ® -Therapeut

Andreas Pohl betreiben beide Praxen

in Findorff. Er ist seit 22 Jahren in der

Plantage 13 und sie seit vier Jahren in

der Falkenberger Straße 66 tätig. Vor

zehn Jahren begannen beide, sich regelmäßig

zu treffen, um voneinander zu

lernen und sich über fachliche Inhalte

und gemeinsame PatientInnen auszutauschen.

Auslöser dieser regelmäßigen

Gespräche war der Fall eines Kindes,

das bei Ute Wollens in der Praxis

vorgestellt wurde und zu diesem Zeitpunkt

im Alter von fast vier Jahren

keine Konsonanten sprechen konnte.

Die Osteopathin begann den Jungen

zu behandeln und holte sich für die

Therapie der Sprachstörung Andreas

Pohl ins Boot.

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Es war der Beginn einer erfolgreichen

Zusammenarbeit. Der Junge geht heute

auf eine Regelschule und ist sprachlich

unauffällig. Ute Wollens und Andreas

Pohl gaben uns gemeinsam folgendes

Interview. u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 20 PROMOTION | FINDORFF GLEICH NEBENAN | 39 21


PROFILE

q UTE WOLLENS & ANDREAS POHL LERNEN VONEINANDER

»Während des Wachstums fixieren sich Blockaden.«

LOGOPÄDE

OSTEOPATHIN

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 22 | PROMOTION

ANDREAS POHL & UTE WOLLENS

F

rau Wollens und Herr Pohl, bevor wir Sie zu

Ihrer gemeinsamen Arbeit befragen, beschreiben

Sie zunächst, was Osteopathie eigentlich ist ?

Ute Wollens: Die Osteopathie strebt das Ziel

an, die gestörten Funktionen des Organismus

wieder herzustellen, indem die Ursachen von

Schmerzen und funktionellen Störungen aufgespürt

und behandelt werden. Dazu beurteilt der

Osteopath die Stellung, Mobilität und Qualität der Gewebe.

Herr Pohl, Sie arbeiten als Logopäde und PäPKi ® -Therapeut.

Was sind die Arbeitsgebiete der Logopädie ?

Andreas Pohl: Die Logopädie behandelt ganz unterschiedliche

Sprach- und Sprechstörungen bei fast allen Altersgruppen. Ich

selbst bin spezialisiert auf kindliche Spracherwerbsstörungen,

also auf Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen nicht oder

sehr verzögert sprechen lernen.

Wie passt die Lern- und Entwicklungstherapie nach PäPKi ® dazu ?

Andreas Pohl: PäPKi ® beschäftigt sich mit der frühkindlichen

Bewegungsentwicklung des Säuglings im ersten Lebensjahr, die

aus meiner Sicht eine wesentliche Voraussetzung für die Sprachentwicklung

darstellt.

Gibt es, wenn man die beiden Therapieformen Osteopathie

und Logopädie nebeneinanderstellt, eindeutige Zusammenhänge

oder Überschneidungen ?

Ute Wollens: Ja, man könnte sagen, die Halswirbelsäule ist der

Ort, an dem die beiden Therapieformen zusammenfinden.

Können Sie diesen Zusammenhang erklären ?

Andreas Pohl: Die Kinder, die zu mir in die Praxis kommen,

leiden häufig an einem muskulären Ungleichgewicht im Bereich

der Halswirbelsäule. Das heißt, der Nacken ist häufig sehr fest

und verspannt, die Sprechwerkzeuge Zunge, Mund und Umgebung

hingegen kommen sehr weich und unkoordiniert daher,

was ein Grund für eine undeutliche Aussprache sein kann.

Welche osteopathischen Maßnahmen wendet man bei diesen

Kindern an ?

Ute Wollens: Meist sind diese PatientInnen seit der Geburt,

bzw. frühesten Kindheit im Bereich des ersten, zweiten und

siebten Halswirbels »verspannt«. Ich führe ausgleichende

Maßnahmen durch.

Welchen Effekt hat diese Behandlung auf die Entwicklung der

Sprache ?

Andreas Pohl: Nach einigen Behandlungen sind die Kinder häufiger

in der Lage ihre Sprechbewegungen besser wahrzunehmen

und zu koordinieren.

Hat die osteopathische Behandlung weitere Effekte ?

Ute Wollens: Bei einer ungleichen Mobilität des Nackens sind

oft zwei für das körperliche Befinden wichtige Bereiche betroffen:

das sensorische Nackenfeld und die Eintrittspforten der

zehn Hirnnerven. Das sensorische Nackenfeld ist wichtig für

den Gleichgewichtssinn und die Körpertiefenwahrnehmung,

die wiederum eine wesentliche Voraussetzung für die räumliche

Wahrnehmung und damit für das Lesen, Schreiben und Rechnen

darstellt.

Was haben die zehn Hirnnerven mit der Logopädie zu tun ?

Andreas Pohl: Von den zehn Hirnnerven reagiert besonders der

zehnte Hirnnerv, der sogenante »Nervus vagus«, empfindlich

auf die chronische Enge im Nackenbereich. Er heißt auch vegetatives

Nervensystem und reguliert auf allen Ebenen des Körpers

die Balance zwischen Erregung und Beruhigung. Kinder

mit einem dauerhaft mechanisch gereizten zehnten Hirnnerven

können sehr leicht stressanfällig oder sehr unstrukturiert

wirken. Solche Kinder sind schwer zu therapieren, da sie oft

eine geringe Konzentrationsspanne haben.

Bisher dachte ich, Nackenprobleme haben nur Erwachsene

jenseits der Vierzig, aber wie es nach ihren Erläuterungen

aussieht, kommen sie auch häufig bei Kindern vor ...

Ute Wollens: Ja, gerade durch die Geburt und während des

Wachstums fixieren sich diese Blockaden im Körper und es

können dadurch überall im Körper Probleme entstehen – und

es ist wichtig, sie früh zu behandeln, da sie sonst die weitere

Entwicklung der Kinder negativ beeinflussen können.

Ab wann behandeln Sie denn Kinder ?

Ute Wollens: Es fängt bei den Babys an: ab dem Säuglingsalter.

Andreas Pohl: Meine derzeit jüngsten PatientInnen sind knapp

zwei Jahre alt.

Welche Momente sind für Sie als Osteopatin am schönsten ?

Ute Wollens: Wenn die Menschen strahlen, völlig verblüfft über

ihre eigenen Körperreaktionen sind und sagen »Sie haben aber

goldene Hände«. Letzteres ist aber 50 Prozent meiner Arbeit.

Und welche Momente sind für Sie am schönsten, Herr Pohl ?

Andreas Pohl: Wenn ein Kind, das sich mit einem Sprachlaut

sehr gequält hat, ihn schließlich ganz leicht sprechen kann.

▼ ÜBER UTE WOLLENS & ANDREAS POHL

Ausführliche Informationen zu der Arbeit von Ute Wollens und

Andreas Pohl gibt es auf www.osteopathie-in-findorff.de sowie

auf www.praxis-andreas-pohl.de

Fotos: Matthias Hornung ▲

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q GITANA SCHILOWITSCH ÜBER MODE UND DEN NEUEN STANDORT IM FEDELHÖREN

» Fair, individuell – einfach konsequent zu Ende gedacht. «

▼ MIT BESTEN EMPFEHLUNGEN: DER GASTROTIPP

Kitchens of India: die reine indische Küche

M

ode gehört zu den umsatzstärksten

und schnelllebigsten Branchen.

Früher gab es mal eine Sommer- und

eine Winterkollektion. Heute lockt

jede Woche ein neuer Trend, krass

aber wahr. »Fast Fashion« trifft leider

den Nerv unserer Zeit. Laut der

ZDF-Reportage »Mode ohne Makel«,

die ich kürzlich sah, kauft

jeder Deutsche durchschnittlich 60 Kleidungsstücke

pro Jahr. Und wirft genauso viele

wieder weg, unglaublich. Das sind viermal

so viele wie noch vor 20 Jahren.

Kleidung wird immer mehr zum

Wegwerfartikel. Wenn ich an die

Millionen BilliglohnarbeiterInnen, die

menschenunwürdigen Produktionsbedingungen

in der dritten Welt und

die gravierenden Folgen für die Umwelt

denke, ist das geradezu alarmierend.

Sogar große, bekannte Modeunternehmen

produzieren auf diese abstoßende Weise. Aber

mal ganz ehrlich: Wenn ein T-Shirt soviel

kostet wie ein Cappuccino XL, stimmt

da etwas nicht. Glücklicherweise gibt

es einen Gegentrend, der stark wächst.

Immer mehr Menschen achten nicht mehr nur darauf, woher

ihre Lebensmittel kommen. Auch bei Kleidung und Mode

werden ökologische und soziale Kriterien einfach wichtiger.

Es wird grüner und veganer: Ganz neue, spannende Produkte

werden neuerdings in der nachhaltigen Modebranche kreiert,

zum Beispiel Jacken aus Bambus, Schuhe aus Pilzen oder Ledertaschen

aus Rhabarber. Es gibt Messen und Internetportale

als Wegweiser zu nachhaltigen Produkten. Endlich bekommt

Mode die Beachtung und Wertschätzung, die sie verdient. Das

bestätigt mich darin, weiterhin zu zeigen, dass es auch fair und

nachhaltig geht. Und individueller …

In der Modeindustrie wird alles in Normen gepresst. Mode

von der Stange, nein danke! Welche Frau entspricht schon einer

Norm? Frauen sind klein oder groß, dünn, athletisch oder

kurvig. Sie haben wallende Locken oder pinke Haare, sind geschminkt

oder völlig ohne Make-up. Sie lieben den sportlichen

Dress oder die elegante Mode. Und dabei ist jede auf ihre Art

einmalig und schön – eben ein echtes Unikat, mit einem eigenen

Stil. Genau hier setzt mein Konzept an. Alle LaGitana-Modelle

lassen sich verändern – je nach Figur und Geschmack. Stoffe in

vielen Varianten sind alle bei mir vor Ort und frei wählbar. Es

entstehen Lieblingsstücke, die perfekt zum eigenen Stil passen

und auch über eine Saison hinaus gefallen. So bekommt Mode

zusätzlich etwas Nachhaltiges. Das ist mir ganz wichtig. Jenseits

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 26

ZWISCHENRUF

von »Fast Fashion« will ich Frauen einfach Raum für ihre Persönlichkeit

geben. Und ein Zeichen setzen gegen alles Schnelllebige

und ständige Modetrendwechsel, die den Konsum immer

noch anheizen. Zeit ist heute Luxus. Sie mir zu nehmen, meine

Kundinnen gut zu beraten und das ausgewählte Modell ihrem

individuellen Typ anzupassen, gehört für mich absolut dazu.

Mein Modelabel passt einfach am besten in ein kreatives

Umfeld. Da ist für mich der Umzug in den Fedelhören zum 15.

Mai 2018 nur konsequent. Inmitten von Ateliergemeinschaften,

Goldschmiedekunst, Handwerk und

Design fühle ich mich mit meinem Modedesign

genau richtig. Die Kreativmeile nahe der

Bremer City inspiriert mich einfach. Eine

Idee ist, FreiberuflerInnen der nachhaltigen

Kreativszene in meiner Modemanufaktur

eine Plattform zu bieten, sich und ihr

Handwerk zu präsentieren. Ich werde auch

mein Modespektrum erweitern: Zukünftig

wird es Unikate und Kleinserien aus ganz

besonderen Bio-Stoffqualitäten und in noch

aufwendigeren Schnitten geben. Hundert Prozent

»handmade« wird auch das Interieur im neuen

Ladengeschäft sein, von der Umkleidekabine

bis zur Kleiderstange.

Kurz: Ich freue mich auf mein neues

Ladengeschäft, ein Ort mit inspirierender

Atmosphäre, in dem das »individuelle Erlebnis« Zeit und Raum

bekommt – auch bei einem dampfenden Cappuccino in bequemen

Sitzmöbeln. Meine Kundinnen aus Findorff und umzu lade

ich herzlich zu meiner Eröffnungsfeier ein: am Samstag, den

19. Mai 2018 von 11:00 bis 19:00 Uhr.

▼ ÜBER GITANA SCHILOWITSCH

Die Modedesignerin Gitana Schilowitsch ist Inhaberin der Modemanufaktur

»LaGitana«. Aus ökologisch wertvollen Stoffen

und zu 100 Prozent fair in Bremen produziert, ist ihre Mode

Ausdruck einer klaren Haltung: ästhetisch, ökonomisch und

sozial. Sie setzt damit ein deutliches Zeichen gegen schnelllebige

Modetrends und »Fast Fashion«. Ihr Modedesign folgt zudem

einem nachhaltigen Konzept: Es lässt sich individuell auf die

Figur und den eigenen Stil jeder Frau zuschneiden. »LaGitana«

ist DEIN DESIGN.

▼ ERÖFFNUNG AM NEUEN STANDORT

LaGitana, Modemanufaktur, Fedelhören 12, 28203 Bremen,

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 11:00 bis 18:30 Uhr,

Samstag 11:00 bis 16:00 Uhr, www.lagitana-bremen.de

Text: Gitana Schilowitsch, Foto: Bildplantage 13 ▲

Sabashkaran Thevarajeh hat sich den langgehegten

Traum eines eigenen Restaurants erfüllt.

»Kitchens of India« heißt sein neues indisches

Restaurant, das kürzlich in der Hemmstraße

240 am Jan-Reiners-Center eröffnet hat. Der

43-Jährige hat zwar bereits langjährige Gastronomie-Erfahrung,

führt nun aber erstmals

sein eigenes Restaurant, und das gleich mit

der ganzen Familie. Seine Frau, seine Schwägerin

und sein Schwager sind ebenfalls im »Kitchens

of India« tätig. Die Speisekarte enthält reine

indische Küche mit originalen Gewürzmischungen,

die je nach Wunsch des Gastes in der

Schärfe angepasst werden können. Alle Gerichte

werden immer frisch zubereitet. Neben Fleisch-, Fisch-, Reisund

vegetarischen Spezialitäten bieten Sabashkaran Thevarajeh

und sein Team Dosa- und Tandoori-Spezialitäten an. Bei Dosa

handelt es sich um eine Art knusprigen Pfannkuchen. Tandoori

wiederum sind Gewürzmischungen der indischen Küche zum

Marinieren verschiedener Fleischsorten. Die Marinade wird mit

Joghurt gemischt, das so eingelegte Fleisch gegrillt. Das neue

MAHLZEIT !

»Kitchens of India« in der Hemmstraße 240 hat

70 Plätze und für den Sommer ist auch ein Außenbereich

geplant. Geöffnet ist täglich von

11:30 Uhr bis 15:00 Uhr sowie von 17:30 Uhr

bis 22:30 Uhr. Von 11:30 Uhr bis 15:00 Uhr

wird montags bis freitags ein Mittagstisch

angeboten, sonn- und feiertags gibt es von

12:00 Uhr bis 15:00 Uhr ein indisches Buffet

mit vielen ausgesuchten Spezialitäten.

▼ ÜBER SABASHKARAN THEVARAJEH

Der studierte Maschinenbautechniker, der

1994 nach Deutschland kam, ist glücklich,

schon vor mehr als 20 Jahren in die Gastronomie

gewechselt zu haben, denn: »In der Gastronomie hat

man anders als in der Industrie viel mit Menschen zu tun.«.

Das wollte er schon immer, und: »Im eigenen Restaurant

macht das noch mehr Spaß.«. Zu erreichen ist das »Kitchens of

India«, das auch Gerichte außer Haus anbietet, unter Telefon

0421 / 57 72 68 68 und unter www.kitchensofindia.de

Text: Eggert Peters, Foto: Pressefoto ▲

Mittagstisch und Sonntagsbuffet mit:

Hähnchen Spezialitäten Lamm Gerichte

Vegetarische Spezialitäten Rind Gerichte

Reis Spezialitäten Tandoori Thali Dosa

Spezialitäten Fisch Gerichte Suppen

Salate Vorspeisen Pakora und mehr...

Hemmstr. 240 · 28215 Bremen

Geöffnet täglich 11:30 bis 15:00 Uhr und 17:30 bis 22:30 Uhr


q ZWEI PARTNER UND EIN BERATUNGSANGEBOT

»Die Heizungsvisite für Alt- und Neuanlagen «

» Gespielt wird, was Spaß macht. «

q DIE »FINDORFFER SPIELFREUNDE«

S

eit Anfang des Jahres bieten die Klimaschutzagentur

»energiekonsens« und die Energieberatung

der Verbraucherzentrale Bremen gemeinsam

Heizungsvisiten für Alt- und Neuanlagen

an. Mit Erfolg: Rund 80 Hausbesitzer im Land

Bremen, darunter viele FindorfferInnen, haben

die Beratung bereits wahrgenommen. Dabei

haben sie u. a. wertvolle Energieeinspartipps

sowie Informationen zu Fördermöglichkeiten

bei Neuanschaffungen erhalten.

Unabhängige Energieexperten der Verbraucherzentrale

nehmen bei Eigentümern

vor Ort in einem rund eineinhalbstündigen

Check die Heizung in

Augenschein, prüfen ihren Verbrauch

und ihre Regelung sowie die Qualität

der Wärmeversorgung. Dabei decken

sie Energieeinsparpotenziale auf und

geben Anregungen, wie sich Heizkosten

senken lassen. Die energiekonsens-Berater

für Neuanlagen wiederum zeigen in einem

einstündigen Gespräch auf, was bei der

Anschaffung einer neuen Heizanlage

beachtet werden sollte. Sie informieren,

welcher Energieträger für den jeweiligen

Haushalt die richtige Wahl ist, welche Kesselgröße sich

empfiehlt und welche Fördermöglichkeiten es gibt. Durch die

Bündelung der Kompetenzen und die Vergrößerung des Expertenpools

habe man die Beratung ausbauen können, sagt Inse

Ewen, Regionalmanagerin Energieberatung der Verbraucherzentrale

Bremen. »Das gemeinsame Angebot stellt beim Gebäude-Check

die Heizung in den Mittelpunkt der Beratung. Die

Energieexperten gehen jetzt noch intensiver auf das ein, was

die Verbraucher bewegt – etwa die Frage, mit welchen Maßnahmen

sich Energieverbräuche im gesamten Haus senken lassen.

Es sind ja oft kleine Stellschrauben, die viel bewegen können.«

Heizungsvisite

In Kooperation mit der

Verbraucherzentrale

Bremen e.V.

Sie möchten sichergehen, dass Ihre

alte oder neue Heizungsanlage so

effizient wie möglich läuft?

DER GUTE TIPP

Mit der Heizungsvisite werde zudem ein besseres Verständnis

für Heizanlagen geschaffen, ergänzt Heinfried Becker, Leiter

des Projektes bei »energiekonsens«: »Viele Menschen sind froh,

wenn die Heizung läuft, verschwenden aber keinen weiteren

Gedanken an sie. Dabei führt allein die Tatsache, dass ein

Eigentümer sich mit dem Energieverbrauch seiner Immobilie

auseinandersetzt und dadurch sein Heizverhalten ändert,

in der Regel zu Einsparungen von zehn Prozent.« Aus seiner

Sicht ein weiteres Argument für die Heizungsvisite:

»Der Austausch einer Heizung oder grundlegende

Modernisierungsmaßnahmen kosten Geld.

Da wollen Verbraucher vorab eine ehrliche

Antwort darauf, ob bei ihnen tatsächlich

Handlungsbedarf besteht. Und die bekommen

sie.«, betont er weiter. Bislang sei

das Feedback auf das Angebot durchweg

positiv, sagt Inse Ewen. »Darauf ruhen

wir uns aber nicht aus, sondern schulen

unsere Berater regelmäßig, um es weiter

zu verbessern«, erklärt Heinfried Becker. Das

Angebot ist noch bis Ende des Jahres im Land

Bremen buchbar – und zwar zu einem günstigen Preis:

Die Heizungsvisite für Altanlagen der

Energieberatung der Verbraucherzentrale

Bremen wird vom Bundesministerium für

Wirtschaft und Energie gefördert; die Beratung

zu Neuanlagen durch »energiekonsens«. Daher beträgt

die Eigenbeteiligung nur 20,00 Euro für Privathaushalte.

▼ SO EINFACH IST ES

Termine für den Altanlagen-Check können telefonisch unter

0421 / 16 07 77 oder per E-Mail unter heizungsvisite@vz-hb.de

vereinbart werden. Die Neuanlagen-Visite ist unter Telefon

0421 / 376 67 10 oder heizung@energiekonsens.de buchbar.

Text: Sandra Wagner, Foto: Martin Rospek ▲

Beratung für Neuanlagen (energiekonsens):

0471 30947371 oder heizung@energiekonsens.de

Beratung für Altanlagen (Verbraucherzentrale):

0471 26194 oder heizungsvisite@vz-hb.de

H

eutzutage läuft alles

digital: Wir schreiben

E-Mails statt

Briefe, sehen auf

»google« nach statt

im Lexikon, Bücher

sind jetzt E-Books

und gespielt wird nur

noch am PC. Aber ist

das wirklich so ? Ganz und gar nicht !

Zumindest nicht, was den letzten Teil

angeht. Denn analoge Spiele – sprich

Brettspiele – erfreuen sich zurzeit nicht

bloß immer noch großer Beliebtheit,

sondern es hat sich sogar eine ganze

Szene um das Freizeitvergnügen gebildet.

Damit verschwindet auch das letzte

noch vorhandene Bisschen des leicht

eingestaubten Images, mit dem BrettspielerInnen

zu kämpfen haben. Beim

Spiele-Trend sind alle dabei: jung, alt und alles dazwischen. SeniorInnen

mit jahrzehntelanger Spielerfahrung tun es genauso

gern wie trendbewusste MittzwanzigerInnen.

Die verspielten Mengen tummeln sich

auf Spielemessen, trinken ihren Kaffee in

Spielecafés oder treffen sich ganz gemütlich zu Spielrunden in

der eigenen Nachbarschaft.

TREFFPUNKT

So machen es jedenfalls die »Findorffer Spielfreunde«, die sich

jeden zweiten Dienstag im Monat (immer in den geraden Kalenderwochen)

von 19:30 Uhr bis 23:00 Uhr zum gemeinsamen

Spielen im Vereinshaus Findorff zusammenfinden. Ob Brett-,

Karten- oder Würfelspiel, ob Strategie, Glück oder Schnelligkeit:

Gespielt wird, was Spaß macht. Klassiker wie Doppelkopf

oder Rummycub sind fast immer vertreten, aber auch Neuheiten

werden hier mit Begeisterung getestet. Alle, die Lust haben

mitzumachen, können jederzeit gerne einsteigen. Es gibt keine

feste Mitgliedschaft, die MitspielerInnen kommen nach Lust

und Laune, wann immer es ihnen passt. Dabei braucht man sich

auch keine Sorgen zu machen, dass man dort doch niemanden

kennt. Spielen verbindet ! Bei den »Findorffer Spielfreunden«

haben sich schon diverse neue Freundschaften gebildet, ganz

unkompliziert und nebenbei. Natürlich dürfen auch bereits

vorhandene Freunde mitgebracht werden, genauso wie eigene

Spiele. Der Spielspaß kostet nur 1,00 Euro Eintritt und Getränke

kann man im Vereinshaus ebenfalls günstig bekommen.

Das Vereinshaus Findorff findet man in der Hemmstraße 240,

die »Spielfreunde« treffen sich in der zweiten Etage. Anmelden

braucht man sich nicht. Infos zu den »Findorffer Spielfreunden«

und zu den nächsten Terminen findet man im Internet unter

www.findorfferspielfreunde.de oder man fragt einfach direkt

den Verantwortlichen Karsten Ohl über die unten genannten

Kontaktwege.

In Bremen sind die »Findorffer Spielfreunde«

in bester Gesellschaft. Das zeigen die Bremer

Spiele-Tage, die jedes Jahr tausende Besucher

in das Bamberger Haus der Bremer Volkshochschule locken.

Die Bremer Volkshochschule ist übrigens offizieller Unterstützer

der »Findorffer Spielfreunde«.

Auch über Bremens Grenzen hinweg haben es Brettspiele zu

großem Ruhm gebracht. Davon kann jeder, der einmal die

internationalen Spieltage in Essen besucht hat, ein Lied singen.

Bei so viel Zulauf und Förderung muss an dem derzeit aktuellen

Spiele-Trend ja irgendetwas dran sein. Aber warum spielen denn

nun alle so gern und nehmen dafür auch noch extra die Wege

zu Spieletreffs und -messen in Kauf ? Weil das miteinander Spielen

eben ein ganz menschliches Bedürfnis ist, dass sich nicht

durch die abendliche Runde Solitaire am heimischen Computer

ersetzen lässt. Wir wollen uns treffen, uns gemeinsam an einen

Tisch setzen und zusammen Spaß haben. Der Mensch ist eben

ganz einfach ein soziales Wesen – und daran ändert auch die

Digitalisierung nichts.

▼ SPIELTREFF IM VEREINSHAUS FINDORFF

Die Treffen der »Findorffer Spielfreunde« finden regelmäßig

im Vereinshaus Findorff in der Hemmstraße 240 statt. Kontakt

über Karsten Ohl unter Telefon 04292 / 91 96 sowie per E-Mail

karsten-ohl@t-online.de. Termine und ausführliche Infos unter

www.findorfferspielfreunde.de

Text: Leona Ilgner, Foto: Frank Fiedler ▲

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 28 | PROMOTION

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 29


q DAS TIERGEHEGE IM BÜRGERPARK

AUS FINDORFF. FÜR FINDORFF.

W

ilde Tiere faszinieren – na klar !

Aber müssen zu einem Zoobesuch

immer gleich Löwen, Zebras und

Giraffen gehören ? Das Tiergehege

im Bürgerpark setzt auf weniger

exotisch anmutende Arten, die sich

dafür in unserem Klima ganz zuhause

fühlen. Aber wieso hat Bremen

eigentlich

keinen »richtigen« Zoo wie viele andere

Großstädte? Ein Blick in die Geschichte

zeigt, dass der Bürgerpark einst mit

einigen kunterbunten Überseearten aufwarten konnte.

Im 19. Jahrhundert war es gang und gäbe für Parks, sich ein

Tiergehege zu leisten. Auch der Bürgerparkverein folgte 1870

diesem Trend. Bald kam die erste Rentierfamilie als Geschenk

eines Bremer Kaufmanns in den Bürgerpark. Die Anlage bekam

den Namen »Belvedere«, da eine Beobachtungsplattform den

Besuchern diese »schöne Aussicht» ermöglichte. Weitere Tiere

machten sich auf den Weg über den Atlantik und konnten nun

auch im neu erbauten Wildhaus Unterschlupf finden. Nach mehreren

Umzügen landeten sie 1884 schließlich an ihrem heutigen

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 30

Ganz nah dran !

LIEBLINGSORTE

Platz. Doch das Tiergehege bekam Konkurrenz, als die Meierei

begann, ihre Gäste mit einem ganzen Affenkäfig zu unterhalten.

Es folgten zwei Kängurus und 1901 berichtete sogar die Lokalpresse

über einen sprechenden Papagei.

Mit dem 20. Jahrhundert kamen nicht nur Geldsorgen, sondern

am Ende des Zweiten Weltkrieges war das Tiergehege auch vollkommen

leer. Im Jahr 1953 half die Sparkasse Bremen, indem

sie dem Bürgerparkverein ein neues Wildgehegehaus

schenkte, das vielen Vogel- und

Säugetierarten den Neueinzug ermöglichte.

Heute leben im Tiergehege zu einem großen

Teil heimische Tiere, die man sonst kaum noch zu Gesicht

bekommt. Die Leinegans und das Bunte Bentheimer Schwein

sind vom Aussterben bedroht. Im Tiergehege haben sie nicht

nur ein sicheres Zuhause, sondern auch noch ein begeistertes

Publikum. An Nachwuchs mangelt es den BewohnerInnen des

Geheges auch nicht: Wer zur richtigen Zeit kommt, kann sich

den Ferkel-Kindergarten anschauen oder ein Damwildkalb bei

den ersten Gehversuchen begleiten. Hier ist man »ganz nah

dran« — und das auch noch quasi direkt vor Findorffs Haustür.

Text: Leona Ilgner, Foto: Ercan Yildirim, www.ey-fotografie.de ▲

AUF DEN HUND GEKOMMEN ? Wow, was tut man nicht alles, um Aufmerksamkeit zu bekommen – zum

Beispiel die potentieller Inserenten, deren Anzeigen wir gern hätten, damit Sie »FINDORFF GLEICH NEBENAN«

weiterhin regelmäßig und kostenlos lesen können. Wir freuen uns über jede Anzeige der Findorffer Geschäftswelt und

umzu, die unser Magazin als attraktiven Werbeträger nutzen möchte. Warum ? Wir machen »FINDORFF GLEICH

NEBENAN« für die Menschen in dem Stadtteil, in dem auch wir leben und arbeiten. Als einziges durchgängig vierfarbig

gedrucktes Stadtteilmagazin verteilen wir von »FINDORFF GLEICH NEBENAN« über 10.000 Exemplare in

alle Briefkästen, auf denen nicht »keine Werbung« steht. Wer unser Magazin nicht im Briefkasten

haben möchte, aber doch lesen will, bekommt es auch an anderer Stelle: Weitere Exemplare gibt

es an über 60 »Hotspots« und in vielen Arztpraxen. Ausführliche Infos auf www.findorff.info

Text & Gestaltung: www.raetsch.de, Foto: »This dog just fetched the newspaper« © Shevs, www.shutterstock.com


▼ DAS WIRD MAN DOCH WOHL NOCH FRAGEN DÜRFEN

Muss die Jan-Reiners-Lok unbedingt gerettet werden ?

W

er in Findorff lebt, ist auch ihr schon begegnet:

Die Jan-Reiners-Lok ist auch über die

Stadtteilgrenzen hinaus als Wahrzeichen

Findorffs bekannt. Von der zentralen Rolle

der sympathischen Lokomotive zeugen

unter anderem das »Jan-Reiners-Center«,

die Logos verschiedener Findorffer Firmen und die

alljährliche Weihnachtsdekoration in Lokomotiven-Form.

Als FindorfferIn kann

man sich kaum vorstellen, dass es »Jan

Reiners« einmal nicht mehr geben

könnte. Doch so wird es kommen,

wenn sich keine Möglichkeit findet,

deren Restaurierung zu finanzieren.

Doch warum ist diese Lok den

BewohnerInnen des Stadtteils

eigentlich so wichtig ? In erster Linie

geht es um Gefühle. »Jan Reiners« ist

ein wichtiger Bestandteil unseres Viertels,

der einfach schon immer da war. Als

Kind faszinierte einen die Lok als besonderes

Highlight auf Spaziergängen mit den

Eltern. Als Erwachsener sieht man in ihr

eine Art alte Freundin, der man immer

wieder gern begegnet. Aber die Lok berührt

nicht nur durch Nostalgie im Sinne des Erinnerns an die

eigene Kindheit. Sie versprüht diesen besonderen Charme, den

nur sehr alte Dinge besitzen. Als Relikt aus einer anderen Zeit

hat sie fast etwas Geheimnisvolles. Man hat sie sein Leben lang

als selbstverständlich angesehen, aber wo kommt sie eigentlich

her, diese uralte Lok ? Und was macht sie mitten in Findorff ?

Diese Fragen stellen sich BewohnerInnen, die nichts über die

Vergangenheit Findorffs als Eisenbahnerstadtteil wissen. Dabei

kam es überhaupt nur zur Gründung des Stadtteils, weil die

Schmalspurbahn »Jan Reiners« zur Erschließung des Moorgebietes

in Betrieb genommen wurde. Daraufhin ließen sich die

Beschäftigten dieses neuen Wirtschaftszweiges im Gebiet des

heutigen Findorffs nieder. So begann die Besiedelung unseres

Stadtteils. Die Jan-Reiners-Lok hat sich ihre zentrale Rolle

im Stadtteilbild also erstens verdient und trägt zweitens auch

dazu bei, dass sich FindorfferInnen mit der Geschichte ihres

Stadtteils auseinandersetzen. Und die historische Bedeutung

geht sogar noch über die Stadtteilgründung hinaus. Denn die

Lokomotive diente immer wieder als Symbol des Zusammenhalts

und der Selbstständigkeit der regionalen Bevölkerung. Die

BürgerInnen lackierten die Wagen »ihrer« Bahn eigenhändig in

Bremer Farben. Im Winter befeuerten die Passagiere die Öfen

in der Bahn selbst. Schließlich wurde die Kleinbahn in und zwischen

den Weltkriegen intensiv für sogenannte »Hamsterfahr-

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 32

JA ODER NEIN ?

ten« in die Moorgebiete genutzt, auf denen die Fahrgäste sogar

vom Bahnpersonal beim Schmuggeln unterstützt wurden.

Diese Geschichten zeigen: Die FindorfferInnen konnten in

guten und in schwierigen Zeiten aufeinander zählen und die

Jan-Reiners-Lok war Zeuge dieser besonderen Momente. Auch

heute kann sie uns daran erinnern, dass wir als Stadtteil eine

Gemeinschaft sind und dass wir stark sind, wenn wir

zusammenhalten. Gerade im Zeitalter von Globalisierung

und Phänomenen wie »urbaner

Einsamkeit« wird die Fähigkeit, sich als

regionale Gemeinschaft zu sehen, umso

wichtiger.

Es mag also sein, dass die Funktion der

Jan-Reiners-Lok heute bloß eine emotionale

ist. Aber es wäre schlichtweg

falsch zu behaupten, Emotionen hätten

keine Macht. Emotionen sind das, was

uns Menschen antreibt. Und wer nicht nur

in der Vergangenheit lebt, sondern auch die

Gegenwart im Blick hat, darf sich ruhig ein wenig

Nostalgie leisten. Also lasst uns in alter

Jan-Reiners-Tradition als Team spielen und

die Finanzierung »unserer« Lieblings-

Lokomotive gemeinsam stemmen !

Leona Ilgner ist in Findorff geboren und aufgewachsen und

wünschte sich als Kind, dass alle Lokomotiven noch so altmodisch

aussähen wie die Jan-Reiners-Lok. Nur, dass man darauf

nicht herum klettern durfte, fand sie immer etwas schade.

K

ein Mensch muss müssen, es sei denn er

muss.« pflegte Oma in meiner Kindheit oftmals

zu sagen. Die Jan-Reiners-Lok allerdings

muss nach mehreren Jahren erneut aufwändig

restauriert werden – und das kostet vermutlich

schlappe 38.000 Euro. An ihr nagt schon

wieder der Zahn der Zeit. Die Lok rostet und ganz besonders

schlimm: Ihre Standfestigkeit ist nicht mehr gewährleistet. Als

inoffizielles Findorffer Wahrzeichen droht sie vom Betonsockel

zu kippen. Das ist irgendwie symptomatisch und hat eine

hohe Symbolkraft. Der trostlose Platz, auf dem die Lok steht,

wird von jüngeren StadtteilbewohnerInnen übrigens treffend

ironisch »Platz des Todes« genannt. Am Platz des Todes vom

Sockel kippen ? Die Eisenbahnfans im Stadtteil, und das sind

sehr, sehr viele, sagen: »Soweit darf es für ›unsere‹ Findorffer

Lok nicht kommen.«

Man könnte an dieser Stelle pragmatisch argumentieren »Besser

ein hässlicher Platz mit Lok, Brunnen und Bänken, anstatt

irgendwann noch ein weiteres Neubauprojekt.« Ja, man u

SCHAUFENSTER

könnte auch gut dagegen argumentieren und Neubauprojekte

grundsätzlich gut finden, weil es nicht nur für Menschen mit

wenig Geld einen eklatanten Mangel an Wohnraum gibt. Aber

das ist im Stadtteil kein echtes Aufregerthema, sondern es gilt

ein viel wichtigeres, eklatantes Drohszenario durchzuspielen:

Falls es der Bürgerverein als bisheriger »Pate« der Lok auf seiner

derzeit laufenden Spendentour bei Beirat, Geschäftsleuten und

Findorffer BürgerInnen nicht schafft, das für die Generalüberholung

erforderliche Geld (oder passender zur Thematik: die

Kohle) zusammenzubringen, soll die Jan-Reiners-Lok Findorff

für immer verlassen. Der Deutsche Eisenbahn-Verein schlägt als

vermeintlichen »Worst-Case« vor, die stillgelegte Jan-Reiners-

Lok wieder fahrtüchtig zu machen – und grunderneuert zu einem

neuen Leben zu erwecken. Der Nachteil für Findorff: Der

Lok würde es ergehen, wie vielen jungen Familen in Bremen.

Sie müsste mangels ausreichenden Kapitals ins niedersächsische

Umland umsiedeln. In Bruchhausen-Vilsen würde sie dann als

Museumslok von den Oldiebahn-Experten des dort ansässigen

Eisenbahn-Vereins erneut in Betrieb genommen werden.

Der mögliche Abschied für immer aus Findorff passt zu einer

wechselhaften Biografie, in der die Lok vor ihrer beruflichen

Freisetzung noch eine besonders trostlose Episode zu überstehen

hatte: Sie diente einige Jahre ziemlich zweckentfremdet in

der Armaturenfabrik von Gustav F. Gerdts (heute: GESTRA)

als Dampfmaschine zum Manometerprüfen, bevor sie am Ende

mit Glanz und Gloria auf einen Betonsockel gehoben wurde.

»Lok will fahren!« und »Free the Jan-Reiners-Lok!« fällt mir

dazu spontan ein, denn kann es für die einst stolze Lokomotive

sinnvoll sein, über fünfzig Jahre versteckt unter Bäumen und

nachts mäßig beleuchtet bewegungslos in der Gegend herum zu

stehen ? Selbstverständlich nicht, abgesehen davon, das Bewegung

im Alter immer wichtiger wird. Sollte die letzte Lok ihrer

Art weiterhin als Symbol des Stillstands stehen ? Man könnte

jetzt kalauern: »Der Zug ist abgefahren.« – und zwar nicht erst

seit gestern. Nach Jahren der Stagnation wandelt sich Findorff

endlich wieder voller Elan und Bewegung. Sollten wir also

01 02 03

q DIE MEINUNGSRUBRIK

Abschied von überholten Denkweisen nehmen für neue, spannende

Wege in die Zukunft ? Manche sagen so. Manche sagen

so. Der Dichter sagt: »Nichts ist zarter als die Vergangenheit.

Rühre sie an wie ein glühend Eisen; denn sie wird dir sogleich

beweisen, du lebest auch in heißer Zeit !« Meinte Johann Wolfgang

von Goethe damit vielleicht auch einfach: »Wer rastet, der

rostet«? Weder das eine, noch das andere ist der Jan-Reiners-

Lok zu wünschen. Gesegnet mit jahrelangen »Erfahrungen«

könnte es die »Grand Dame« des abseitigen Stillstands uns

noch einmal vormachen, wie man auch im hohen Alter mutig

aufbricht: Mit ihrem Wegzug würde sie selbstbewusst das ewige

Abstellgleis verlassen – und mehr noch: Sie dürfte auf einer

neuen Wegstrecke endlich wieder wie in ihrer Jugend volle

Fahrt aufnehmen. Für uns, die sie zurücklassen würde, aber

gilt: Nostalgische Verklärung kann schön sein und gibt uns ein

gutes Gefühl, wird von klugen Psychologen zugleich aber auch

definiert als Hinwendung zu vergangenen Zeiten, die in der

Erinnerung stark idealisiert und wenig reflektiert werden. Eben.

Die Jan-Reiners-Lok war in ihren besten Zeiten ein sichtbares

Zeichen einer florierenden Wirtschaft. Sie galt zurecht lange

Zeit als das Findorffer Wahrzeichen. Aber ist das noch so ? Heute

nehmen die jungen BewohnerInnen den einstigen Eisenbahnerstadtteil

als solchen gar nicht mehr wahr, weil er es spätestens

seit der Einführung des ICE auch nicht mehr ist: Ihnen geht

die ganze Aktion um die Jan-Reiners-Lok ziemlich am Bahnsteig

vorbei. Fazit: Falls der Erhalt der Lok in Findorff mangels Finanzierung

nicht klappt, sollten wir der alten Dame auf ihrer neuen

Wegstrecke wieder ein bewegtes Leben mit vielen Fahrgästen

gönnen. Aber braucht das heutige Findorff dann ein neues, zeitgemäßes

Wahrzeichen? Das wäre gut. Schade nur, dass dieses

ökologisch voll im Trend liegende Windrad auf dem Schornstein

des Schlachthofes anscheinend schon wieder defekt ist.

Kay Grimmich ist Autor für Minderheitsmeinungen. Für starken

Gegenwind bezogen auf seine Position hat er sich vorsorglich

bereits eine Schutzweste gekauft. Illustration: »Railway

locomotive«, Vladislav Kudoyaro © www.shutterstock.com ▲

01 Individuell, günstig: Die LA OLA BOUTIQUE bietet in der Magdeburger Str. 1A Mode und mehr: www.laola.boutique

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FINDORFF

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 33


IN DER ZEITBLASE

» Das stinkt mir gewaltig ! «

q WIE KONNTE ES SOWEIT KOMMEN ?

HILFE! UNSERE FINDORFFER

POSTFILIALE

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 34

SCHLIESST FÜR IMMER

W

er hat’s gesagt? Birgit Busch hat’s

gesagt – und zwar zu der geplanten

Schließung des Postbank Finanzcenters

im Jan-Reiners-Center, in

der bisher an einem Standort sehr

praktisch alle Leistungen sowohl

der Deutschen Postbank als auch

der Deutschen Post angeboten

werden. Die agile 1. Vorsitzende

des Findorffer Bürgervereins hat 1.380 Unterschriften sammeln

lassen, um die Schließung am langjährigen Standort an der

Hemmstraße doch noch zu verhindern. Unterstützung findet

die ehemalige Abgeordnete in der Bremischen Bürgerschaft

und langjährige Mitarbeiterin beim Wirtschaftssenator auch

durch die Findorffer Stadtteilpolitik – die in einer öffentlichen

Sitzung des Beirats den Regionalbeauftragten der Deutschen

Post AG anreisen ließ, während ein Vertreter der Postbank AG

nicht präsent war. Der freundliche Herr Siekmann erklärte den

Anwesenden während einer aufgeheizten Diskussion in sympathisch-geduldiger

»Old-School-Manier«, dass die klassische

Postfiliale schon lange Vergangenheit sei. Seitdem weiß man

auch in Findorff aus erster Hand, was überall in Deutschland

schon seit langem bekannt ist: Die Postfilialen schließen – und

werden im digitalen Zeitalter in der Form, wie sie vor allem der

älteren Generation vertraut sind, schon bald nicht mehr existent

sein. Dieser Wandel ist für den Rest der Welt keine Neuigkeit.

Er findet in ganz Deutschland statt. Bereits Ende 2011 kündigte

die Deutsche Post an, bundesweit alle noch selbst betriebenen

475 Filialen aufgeben zu wollen. Dieses Ziel hat das Unternehmen

inzwischen fast erreicht – und sogenannte »Postagenten«

und Paketshops im Einzelhandel haben übernommen. 2016 zog

auch die Postbank nach und verkündete, dass man »im Kampf

gegen die Kosten stärker automatisieren und in Ballungszentren

auch Filialen schließen will«. Nun ist auch die Postfiliale

in der Hemmstraße an der Reihe: Das Postbank Finanzcenter,

bisher gemeinsam mit der Deutschen Post unter einem Dach,

schließt Ende Juni 2018 – es sei denn, der derzeit vom Bürgerverein

laufende Protest gegenüber der Postbank AG und der

Deutschen Post AG kann das unausweichliche Ende mittels

öffentlich postulierter Empörung noch verhindern. Wünschenswert

wäre es, aber sehr wahrscheinlich ist es leider nicht.

Es ist erfreulich, dass sich der Bürgerverein, der sich übrigens

konfessionell und politisch als streng neutral definiert, wieder

verstärkt für die wirklich wichtigen Angelegenheiten der

EinwohnerInnen in Findorff einsetzt. In den letzten Jahren

konnte man den Eindruck gewinnen, dass es in erster Linie

darum ging, Kohlfahrten und Torfhafenfeste zu organisieren.

Nun ist es ja so, dass gesellige Vergnügungen ihre Funktion

haben, aber nicht die primäre Aufgabe eines Bürgervereins

sind, der historisch gesehen im Jahr 1902 deshalb in Findorff

gegründet wurde, um die Interessen der Menschen im Stadtteil

wahrzunehmen. Es ist daher positiv, dass es jetzt zeitgemäß

wieder sach- und themenorientierter zugeht – und sicherlich ließ

man sich für die aktuelle Aktion nicht zuletzt inspirieren durch

die letzten zwei Proteste in den vergangenen drei Jahren, bei

denen die FindorfferInnen auch ohne Unterstützung des Bürgervereins

engagiert und am Ende erfolgreich gekämpft haben.

Während bei letzten Unterschriftensammlungen die Adressaten

allerdings die Bildungsbehörde, beziehungsweise der Beirat

waren, die am Ende des langwierigen Protests auf die Stimmen

potentieller WählerInnen gehört haben, um ihre Entscheidungen

zu korrigieren, richtet sich der aktuelle Protest an zwei

Unternehmen aus der freien Wirtschaft. Postbank AG und die

Deutsche Post AG entscheiden im Gegensatz zur lokalen Politik

im Rahmen von langfristig definierten Unternehmenszielen

nach wirtschaftlichen Interessen. Interessen der Postbank AG

und Deutschen Post AG werden – wenig überraschend – stark

bestimmt durch die Senkung von Personalkosten zwecks der

Erhöhung der Renditen. Es sind autonome unternehmerische

Entscheidungen, die noch nicht einmal zwangsläufig an den

Wünschen der KundInnen oder der Frequentierung einer Filiale

ausgerichtet sein müssen. Es zeigt die hohe Identifikation

der FindorfferInnen mit ihrem Stadtteil, wie leidenschaftlich

sie eine wenig aussichtsreiche Kampagne für den Erhalt des

Postbank Financenters unterstützen, aber die Initiatoren der

Protestaktion wissen natürlich auch, dass die Politik jegliche

Einflussmöglichkeiten auf das ehemalige Staatsunternehmen

bereits vor über zwanzig Jahren aufgegeben hat. Daher stellt

sich die Frage: »Wie konnte es soweit kommen ?«. Aufklärung

ist gefragt – durch Fakten und einen Blick in die Vergangenheit.

Noch zu Beginn der 1990er war das bundesdeutsche Post- und

Fernmeldewesen felsenfest in staatlicher Hand und ließ sich zu

der Zeit politisch im Sinne der BürgerInnen bei Bedarf steuern;

beispielsweise in Richtung einer flächendeckenden Versorgung

mit Postfilialen. Mit den Anfängen des aufkommenden

Neoliberalismus begann auch der politische Trend staatliche

Unternehmen zu privatisieren und an die Börse zu bringen. Das

Ziel war klar: Man wollte die klamme Staatskasse füllen. Der

ewige Kanzler hieß damals Dr. Helmut Kohl. Im Gegensatz zu

seinem Image als »Godfather« des beharrlichen Aussitzens trieb

er gemeinsam mit dem letzten Postminister seiner Art Christian

Schwarz-Schilling die Privatisierung der Bundespost zielgerichtet

voran. 1989 war es dann soweit: Die Regierung Kohl

strukturierte und organisierte die Einheiten der Post neu. Die

Zerschlagung des Staatsunternehmens geschah mit den Stimmen

der regierenden CDU/CSU/FDP Koalition, aber auch die

oppositionelle SPD war sehr dafür und stimmte zu. Anschließend

folgte die »Postreform II«, aus der die Aktiengesellschaften

Deutsche Post AG, Postbank AG und Deutsche Telekom AG

hervorgingen, wie wir sie heute kennen. u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 35


▼ IN DER ZEITBLASE

▼ POSTFILIALE ENDGÜLTIG GESCHLOSSEN?

»Einst staatlich verkauft ist und bleibt verkauft.«

DIE ALTERNATIVEN

Bereits im Jahr 2000 hielt der Staat nur noch lächerliche 21

Prozent der Aktien. Seit 2015 ist die Deutsche Postbank AG zu

100 Prozent eine Tochter der Deutschen Bank, die wiederum

laut »WELT« zu 20 Prozent Privatanlegern und zu 80 Prozent

institutionellen Profi-Investoren gehört. Profi-Investoren sind

Fonds, Versicherungsgesellschaften und andere Banken – und

deren Shareholder wollen natürlich Rendite sehen.

Man hatte einst jeden politischen Handlungsspielraum

aufgegeben – mit Auswirkungen bis

in die heutige Zeit, die nun vor allem ältere

KundInnen zu spüren bekommen: Beratende

MitarbeiterInnen an einem Postschalter

sind kaum noch zu finden und der

bei vielen SeniorInnen wenig beliebte

Geldautomat wird von den Banken bereits

heute als Auslaufmodell betrachtet.

Lebt das politische Findorff in einer Zeitblase

? Selbstverständlich nicht, aber vor

dem Hintergrund, dass die Adressaten kein

Staatsunternehmen mehr sind, ist der Aufstand der

Protestierenden, aber auch der Appell in einem einstimmig

verabschiedeten Brief nach einer Vorlage der SPD-Fraktion,

ein letzter, öffentlicher Versuch, doch noch irgendwie Einfluss

zu nehmen auf Entscheidungen, die längst gefallen sind. In dem

Brief appellieren die Ausschussmitglieder an die Deutsche Post

AG und die Postbank AG, »nicht nur den Aspekt der Wirtschaftlichkeit,

sondern auch ihre soziale Verantwortung in

Betracht zu ziehen«. Fazit: »Die Dienstleistungen von Post und

Postbank sind Teil der Daseinsvorsorge« – und die dürfen, so

zitiert der Weser-Kurier das Schriftstück »nicht Unternehmensgewinnen

geopfert werden.«

Was Bürgerverein und Beirat im öffentlich ausgetragenen

Kampf um den Erhalt des bisherigen Standortes im Jan-Reiners-Center

mit Sicherheit auch wissen: Es gibt leider kein

Grundrecht auf eine Postfiliale. Es gibt auch keine Verpflichtung

der Postbank AG und der Deutschen Post AG zur »Daseinsvorsorge«.

Einst staatlich verkauft ist und bleibt verkauft

– und jetzt sicherlich gut gemeinte Forderungen an primär

gewinnorientierte Unternehmen zu richten, die der Deutschen

Bank gehören, ist ebenso realitätsfern, wie nach dem Verkauf

des eigenen Autos dem neuen Besitzer vorschreiben zu wollen,

wo er lang fahren soll oder an welchen Stellen er zu parken hat.

Aber sollte man sich nicht dennoch für die Postfiliale einsetzen

? Wer mag, der kann, und eine Unterschrift auf einem

Zettel oder eine Meinungsäußerung auf »facebook« ist schnell

gemacht, aber die Initiatoren des Protests sollten sich auch

ehrlich machen und sagen, wie es soweit kommen konnte – und

warum der Erhalt der Filiale trotz 1.380 Unterschriften in etwa

so wahrscheinlich ist wie die Aussicht, dass Werder Bremen

am letzten Spieltag noch Deutscher Meister wird oder der HSV

dem Abstieg entkommt. Sollte es anders kommen und die Postfiliale

gerettet werden, spendieren wir dem Bürgerverein gern

100,00 Euro für die Sanierung der Jan-Reiners-Lok.

Wenig hilfreich sind im Rahmen des Protests einige öffentlich

formulierte Bewertungen der Initiatorin über die neuen

»Postagenten« und indirekt auch gegenüber den DHL

Paketshops und ihren zahlreichen Mitbewerbern

im Stadtteil. Postagenten werden von Birgit

Busch »mangelnde Fachkenntnisse« und

eine »stark gesunkende Servicequalität«

unterstellt – publiziert in dem mit dem

neuen Herausgeber inhaltlich erfreulicherweise

vielfältiger gewordenen »Findorffer

Blatt« (ehemals »Der Findorffer«, das Mitteilungsblatt

des Bürgervereins). Selbstverständlich darf man

auch ein heutiges Geschäftsmodell wie Paketshops, die

wie Pilze aus dem Boden sprießen, öffentlich beurteilen,

aber bei aller Kritik sollte man dabei auch beachten: Wie

werden diese negativen Bewertungen eigentlich von jenen

EinzelhändlerInnen im Stadtteil aufgenommen, die versuchen

mit einem Paketshop im Ladengeschäft den Umsatz zu steigern ?

Paketshops bieten keine Finanzdienstleistungen – Leistungen

die auch gar nicht ihre Aufgabe sind. Die Päckchen und Pakete

werden in den Paketshops mit Sicherheit ebenso professionell

angenommen und verschickt, wie in der guten alten Postfiliale.

Zur Diskussion gehört aber auch eine Zukunftsfrage: Können

42 Millionen KundInnen irren, die letztes Jahr für Geldangelegenheiten

das Online-Banking nutzten ? »Zukunft ist etwas, das

meistens schon da ist, bevor wir damit rechnen.« heißt es in einem

sehr schönen Zitat unbekannter Herkunft. Richtig ist aber

auch: Viele Menschen haben Vorbehalte, Geldangelegenheiten

im Internet zu regeln. Online-Banking ist eine individuelle Entscheidung,

die man als autonomer Kunde für sich selbst trifft.

Eine letzte Frage sei schlussendlich noch erlaubt: Lebenslanges

Lernen – gilt das eigentlich nur für die Jüngeren oder heute

mehr denn je zuvor auch für die ansonsten sehr agilen jungen

Älteren? Wer es noch nicht kann, aber lernen will, dass »Pin«

nicht eine Stecknadel in der Korkwand und »Tan« keine Vorsuppe

im China-Restaurant sein muss, der setzt beispielsweise auf

den »Enkeltrick«: Jüngere Generationen nutzen das Internet völlig

souverän – und zeigen den Älteren gern, wie es geht. Wer darauf

nicht setzen kann oder will, belegt vielleicht als zukünftiger

»Silver Surfer« einen Kurs wie »Ich bin im Internet – Internet

für Ältere« an der Volkshochschule Bremen, den man bereits ab

34,00 gut investierten Euros buchen kann. Informationen dazu

gibt es im Internet, aber auch im Programmheft der VHS: Das

ist wie bisher gedruckt und vor Ort auch in Findorff erhältlich.

Text: Mathias Rätsch, Fotos: Everett Collection, Creativ Collection ▲

q PAKETSHOPS

Neben Postagenturen gibt es für den Versand von Päckchen und

Paketen DHL Paketshops wie in der Hemmstraße 104. Man

kann natürlich auch als VerbraucherIn ein Zeichen setzen, indem

man aus Protest gegen die Schließung der Postfiliale in Findorff

einfach den Dienstleister wechselt. Das ist im Stadtteil kein

Problem. Schon länger gibt es in Findorff ein großes Angebot

mit vielen Paketshops der Mitbewerber. Dazu zählen UPS in der

Hemmstraße 145 und der Theodor-Heuss-Allee 6, Hermes in der

Hemmstraße 185, der Plantage 8 und am Utbremer Ring 158,

DPD in der Hemmstraße 124, der Admiralstraße 111, der Fürther

Straße 10 und der Magdeburger Straße 2a – und zudem gibt es

weitere Anbieter, die sich recherchieren lassen.

q POSTAGENTUREN

Möchte man Brief- oder Paketmarken auch zukünftig nicht online

im Shop der Deutschen Post bestellen, gibt es die Postleistungen

in zwei lokalen Filialen vor Ort in der Münchener Straße 76 und

in der Hemmstraße 346. Dort gibt es weiterhin alle Leistungen

wie Briefe und Pakete einliefern und Einschreiben, Nachnahmen

und Wertbriefe aufgeben.

q GELDAUSZAHLUNGEN

Die Postbank gehört zur sogenannten »Cash Group«, zu der auch

die Deutsche Bank, die HypoVereinsbank und deren Tochterunternehmen

sowie die auch in Findorff ansässige Commerzbank

in der Admiralstraße 131-137 gehören. Dort kann man wie bisher

am Geldautomaten mit der Postbank Card (Debitkarte) und der

persönlichen Geheimzahl (PIN) kostenlos sein Bargeld abheben.

Das geht auch an der Tankstelle in der Hemmstraße 351 über den

Shell Bargeld Service. Wer sein Geld dort nicht »tanken« möchte,

kann auch für Geldangelegenheiten den Anbieter wechseln.

q BERATUNG & FINANZDIENSTLEISTUNGEN

Nach der wahrscheinlichen Schließung im Jan-Reiners-Center ist

für die FindorfferInnen das nächste erreichbare Postbank Finanzcenter

in Walle in der Utbremer Straße 97-99. Im Gegensatz zur

Postbank ist die Sparkasse Bremen mit der bewährten Filiale in

der Fürther Straße 8 weiterhin lokal in Findorff verwurzelt. Vor

Ort wird man kompetent von FinanzexpertInnen beraten, die

auch zukünftig weiterhin persönlich für Ihre KundInnen da sind.

Zudem gibt es noch einen Geldautomaten in der Admiralstraße.

q BRINGDIENST FÜR BARGELD

Die Sparkasse Bremen plant einen Bringdienst für Bargeld aufzubauen.

KundInnen, die beispielsweise aufgrund körperlicher

Beeinträchtigungen nicht mehr in der Lage sind, eine Filiale mit

Geldausgabe zu besuchen, sollen dann auf diesem Weg mit Geld

versorgt werden. Mit der Einführung des neuen Service ist laut

Sparkasse Bremen bis Mitte 2018 zu rechnen. Auch einige

Banken wollen demnächst nachziehen. ▲

Anwaltsbüro Christiane Ordemann

Rechtsanwältin und Fachanwältin für Arbeitsrecht

Arbeitsrecht Kündigungsrecht, Arbeitsverträge,

Zeugnisse, Abmahnungen, Aufhebungsverträge

Verkehrsrecht Unfallregulierung, Verkehrsstraf- und

Bußgeldverfahren, Schmerzensgeld

Erbrecht Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten

Zivilrecht Vertragsgestaltung, Schadensrecht

Einvernehmliche Scheidungen

Mietrecht Kündigungen, Räumungsverfahren

Forderungsmanagement und Inkasso

Gesprächstermine bitte telefonisch vereinbaren.Wir

freuen uns auf Ihren Besuch! Hausbesuche innerhalb

Findorffs gegen Zusatzgebühr nach Vereinbarung.

Mehr im Internet: www.christiane-ordemann.de

Findorffstr. 106 28215 Bremen Tel. 0421 / 277 99 33

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FINDORFF GLEICH NEBENAN | 37


PFLANZFEST

FINDORFF BLÜHT AUF

q GELUNGENE AKTION IM RÜCKBLICK

F

lower Power in Findorff: Die Initiative

»Leben in Findorff« und das Projekt

»Klimazone Findorff« hatten gemeinsam

mit dem Beirat Findorff und vielen Partnern

zum dritten Findorffer Pflanzfest

in die Münchener Straße eingeladen.

Zum Frühlingsauftakt kamen bei bestem

feuchten Pflanzwetter über 30 fleißige

StadtgärtnerInnen. Trotz Regen halfen

sie dabei, den grauen Straßenraum zum Start in den

Frühling bunter und grüner zu gestalten. Freie Beetflächen

und die bekannten »Findorffer Grünpoller« wurden

neu und bunt bepflanzt. Auch MedienvertreterInnen

waren anwesend und berichteten: Radio Bremen

kam zur Veranstaltung mit einem Team von »buten un

binnen« vorbei.

Mit dabei waren auch die »Bremer Umweltberatung«

mit ihrer Beratung zur Fassadenbegrünung, »Bremen

im Wandel« und der »BUND Bremen« informierten

zum Thema Artenvielfalt in der Stadt. Die Initiatoren

wollen mit der Aktion dazu beitragen, den vollversiegelten

Straßenraum aufzuwerten und dafür sorgen,

dass die als »Klimaboulevard« neu gebaute Münchener

Straße mit mehr Grün auch endlich einen echten

Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel leistet.

Begeisterung über eine gelungene Aktion bei allen, die

mitgemacht haben. Man war sich einig: Auch nächstes

Jahr soll das Findorffer Pflanzfest wieder stattfinden.

Friseurmeisterin Aysel Canli-Wiegand

Telefon 0421 / 35 14 54 · Damen und Herrenfriseurin mit

und ohne Termin · Hemmstr. 293 · 28215 Bremen

Unsere Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 9:00

bis 18:00 Uhr und am Samstag von 8:00 bis 14:00 Uhr

Foto: »Cute redhead girl« © Domen Colja, www.shutterstock.com

FLOWER

POWER

▼ DIE KLIMAZONE BREMEN-FINDORFF

Die »Klimazone Bremen-Findorff« ist als ein Nachbarschaftsprojekt

angelegt. Ziel ist, dass NachbarInnen

gemeinsam aktiv werden, sich gegenseitig informieren

und motivieren, damit Klimaschutz im Alltagshandeln

leichter umsetzbar ist. Vor Ort ist das bspw. die

Initiative »Leben in Findorff«, die auch das Pflanzfest

mit organisiert hat, sowie weitere Institutionen aus

und um Findorff, die dieses Projekt bestens begleiten.

Das KlimaCafé in der Münchner Straße 146 ist von

Mittwoch bis Freitag jeweils von 15:00 bis 18:00 Uhr

geöffnet. Weitere Ideen sind willkommen. Mehr Infos

und Kontakt unter www.klimazone-findorff.de

Text: Ulf Jacob, Fotos: Beatrice Claus, Ulf Jacob und

Helmut Schellhammer ▲

Das ganze dorff

ist online:

Besuchen Sie das

Stadtteilportal für Findorff

und melden Sie sich für

unseren Newsletter an.

passiert auf www.findorffaktuell.de

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 39


q »FINDORFF GLEICH NEBENAN« IM RÜCKBLICK

Frische Bilder, Kunst und ein Jubiläum

+++ HANS-PETER SCHNEIDER präsentierte in der

letzten Ausgabe von »FINDORFF GLEICH NEBENAN« frische

Ideen für den Findorffmarkt. »Wir sollten im Bereich der

sozialen Medien aktiver werden. Über Kanäle wie »facebook«

kann man Rezepttipps oder tolle Bilder von frischen Angeboten

kommunizieren.« regte er im Interview an. Damit stieß der

Messechef, der auch für die Bremer Märkte zuständig ist, sofort

auf offene Ohren im Findorffer Fotostudio PLANTAGE 13 ,

dessen Slogan selbstbewusst verkündet »Wir

sprechen Bildsprache«. Das können wir als

nach qualitativen Bildern hungriges Stadtteilmagazin

aus den Erfahrungen in der

bisherigen Zusammenarbeit nur bestätigen.

Da traf es sich sehr gut, dass der Messechef für das Titelbild

der letzten Ausgabe nach unseren Wünschen cool jonglierend

von Fotograf MARTIN BOCKHACKER und der Designerin

SONJA GERBING von der Plantage 13 sowieso schon wie

immer absolut professionell in Szene gesetzt wurde. Im Team

der Plantage 13 sprudelt es schon länger vor Ideen, wie man den

Findorffmarkt zeitgemäß visuell inszenieren könnte – und nur bei

vielen Ideen wird es nicht bleiben: Die Umsetzung in Bildern und

Fassaden bewahren.

Anspruch trifft Anspruch: Als Findorffer Meisterbetrieb bieten wir

Ihnen hochwertige Holzfenster mit schlanken Profilen und leisten

für Sie Beratung, Lieferung und Montage. Telefon 0421 / 21 57 18

Ausführliche Informationen online: www.holzfenster-bremen.de

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 40

NACHSCHLAG

Videos läuft bereits. Wir werden in der nächsten Ausgabe über

den kreativen Stand der Dinge berichten. Mehr Informationen

demnächst vorab unter www.bildplantage13.de

+++ Galeristin und Künstlerin PETRA NIEMANN hatte

in unserer Rubrik »Zwischenruf« in der Herbstausgabe 2017

eine Frage an alle: »Wieso stehen eigentlich noch Häuser und

Gewerbeflächen leer, verfallen und werden nicht gepflegt ?« Sie

wies darauf hin, dass bezahlbarer Wohnraum und Gewerbeflächen

so rar wie nie zuvor sind; ein Zustand,

der auch ExistenzgründerInnen, KleinunternehmerInnen

oder KünstlerInnen trifft.

Auch Petra Niemann musste ihre Galerie in

der Münchener Straße schließen. Die Künstlerin hat über mehrere

Monate eine bezahlbare Alternative gesucht – und endlich

nicht nur eine neue Galerie, sondern zugleich auch eine »Partnerin-in-Crime«

gefunden. SONJA BENDIKS macht surreale,

gegenständliche und fotorealistische bis abstrakte Kunst, malt

seit 30 Jahren, gehört fest zu der Bremer Kunstszene und ist

hier nicht mehr wegzudenken. Beide Künstlerinnen stammen

aus Findorff, lernten sich zufällig kennen und hatten schnell die

Erkenntnis: »Das passt ! Wir machen etwas zusammen !« Aus

den ersten Gedanken wurde eine konkrete Idee und aus der

Idee wurde Realität. Neben der »kleinen galerie eichenbergerstraße«

in der Eichenbergerstraße 62 gibt es im Stadtteil Kunst

jetzt also auch in der Nürnberger Straße 15. Die Öffnungszeiten

sind Dienstag von 17:00 bis 19:00 Uhr und Samstag von 11:00

bis 13:30 Uhr. Mehr Infos auf www.sonja-bendiks-art.de und

www.kunst-flash.de

+++ Sie war in der Frühlingsausgabe 2017 eine der ersten

Interviewpartnerinnen, unterstützt uns von Beginn an mit

viel Zuspruch, ist Anzeigenkundin – und einer der nettesten

Menschen unter der Findorffer Sonne: SIMONE STÖBEL

ist für ihre Boutique »Modisign« in der Admiralstraße 123 seit

nunmehr fünf Jahren auf der Suche nach außergewöhnlichen

Entdeckungen am unendlichen Kleiderhimmel, die sie zuerst

persönlich begeistern müssen. Schwerpunkt ist Biozertifizierte

Mode aus Dänemark und Schweden. Dazu gibt es ein ausgesuchtes

Angebot an Schmuck und Accessoires – und eine große

Auswahl an Gürtelschnallen und Wechselgürteln. Weil man die

Jubiläen begehen soll, wie sie fallen, ist es dieses Jahr soweit:

MODISIGN feiert den fünften Geburtstag exakt am Sommeranfang,

den 21. Juni ab 15:00 Uhr bis »open end« mit einer

Party in der Boutique mit Bar, Chill, feinsten Clubsounds und

Superschnäppchen – natürlich mit allen KundInnen und WegbegleiterInnen.

Wer Simone Stöbel kennt, weiss, das sie sowohl

noch modische als auch unterhaltsame Überraschungen auf

Lager hat. Wir machen uns dem Anlass entsprechend schomal

schick. Es gilt: Einfach vorbeikommen ! Mehr in unserer

Rubrik »Dorffklatsch« und auf www.modisign.de

Text: Mathias Rätsch ▲

+++ Die LA OLA BOUTIQUE bietet Mode und mehr:

Direkt am Findorffmarkt in der Magdeburger Straße 1A kann

man sich von einer bunten Vielfalt und einer breitgefächerten

Auswahl an Second-Hand-Schnäppchen verzaubern lassen. Bei

»La Ola« gibt es wahre Schätze zu finden. Sie möchten sich von

Ihrem ehemaligen Lieblingskleid oder -anzug trennen? Auch

das geht: Marlena Kniemeyer und ihr Team suchen gern für

Sie nach einem neuen glücklichen Besitzer. Alle Informationen

unter www.laola.boutique.

+++ Große Überraschung bei COIFFEUR LA FEE by Aysel

in der Hemmstraße 293: Der Salon von Friseuermeisterin Aysel

Canli-Wiegand wurde kurzzeitig zur

Bühne für eine Foto-Session, die

RÄTSCH COMMUNICATIONS

www.raetsch.de seinem Kunden »Altes

Pumpwerk« für die Visualisierung des neuen Programmheftes

empfohlen hatte. Fotograf MATTHIAS HORNUNG von

www.photocube.de setzte den Hauptdarsteller der kommenden

Aufführungen von »Die Hochzeit des Figaro« gekonnt in Szene.

Die berühmte Mozart-Oper wird von StudentInnen der HfK

Bremen in der alten Maschinenhalle insgesamt viermal im

Oktober und November gegeben. Der stimmgewaltige Protagonist

des »Figaro« wollte zwar nicht für die anwesenden KundInnen

singen, aber simulierte mittels Schere das Friseurhandwerk

q WER, WIE, WAS, WIESO, WESHALB, WARUM

nahezu perfekt. Am Ende

gab es als Ergebnis der

überraschenden Fotosession

gelungene Aufnahmen

und zum Abschluss schnell

noch ein Erinnerungsfoto

mit Aysel.

+++ Das Projekt Klimazone

Findorff sucht interessierte

BürgerInnen, die

DORFFKLATSCH

ehrenamtlich mithelfen wollen,

den

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GELÄNDER, VORDÄCHER AUS EDELSTAHL UND GLAS

MIT LED-BELEUCHTUNG. SPRECHEN SIE UNS AN UND

VEREINBAREN SIE EINEN BERATUNGSTERMIN.

Klimaschutz

in

Findorff voranzubringen.

Konkret geht es u. a. um die

Betreuung des KlimaCafés

oder des InfoMobils auf dem Findorff-Markt, die Verteilung

von Veranstaltungsprogrammen, die Organisation von Nachbarschaftsinitiativen

oder auch um die Unterstützung von Veranstaltungen.

Ansprechpartner ist Projektleiter Jürgen Schnier.

Bitte melden bei KLIMAZONE FINDORFF per E-Mail unter

info@klimazone-findorff.de u

A. Steiner Edelstahlbe- und verarbeitungs GmbH

Boschstraße 10, 27367 Sottrum

T. 04264 – 406855, F. 04264 – 406857

info@steineredelstahl.de, www.steineredelstahl.de


Mode | Accessoires | Schmuck www.modisign.de

Admiralstraße 123 | 28215 Bremen | 0421 16 69 35 44 | info@modisign.de

17Mai

02

Juni

22

Juni

BREMER SCHLAGZEUGENSEMBLE u »Furioso«

LANGE NACHT DER BREMER MUSEEN u Event

ARTEM YASYNSKYY u Klassik Piano »Sommertag«

Infos & Karten ordern: www.altespumpwerk.de

Geöffnet jeden 1. Sonntag im Monat von 15:00 bis

18:00 Uhr. 16:00 Uhr wird eine Führung angeboten.

Altes Pumpwerk e.V. | Salzburger Str. 12 | 28219 Bremen

q WER, WIE, WAS, WIESO, WESHALB, WARUM

DORFFKLATSCH

+++ Nochmals zum Vormerken im

kleinen Party-Notizbuch: Simone

Stöbel feiert als Inhaberin von

MODISIGN den fünften

Geburtstag ihrer Boutique am

Donnerstag, den 21. Juni 2018 ab

15:00 Uhr bis »open end« mit mit

Bar, Chill, feinsten Clubsounds und

Superschnäppchen mit allen KundInnen,

WegbegleiterInnen und dem gesamten

Team. Look for – find more: Einfach vorbeikommen ! Wer es

sich nicht merken kann, dem bauen wir gern eine kleine Erinnerungsbrücke:

Am Jubiläumstag ist SOMMERANFANG – und

das ausführliche Programm gibt es unter www.modisign.de

+++ Kultur trifft Technik: Das ALTE PUMPWERK in der

Salzburger Straße 12 lässt die Geschichte und die Arbeitswelt der

Abwasserentsorgung lebendig werden. Öffentliche Führungen

gibt es jeden ersten Sonntag im Monat (im November eine Woche

später) um 16:00 Uhr. Geöffnet ist dann von 15:00 bis 18:00 Uhr.

Der Eintritt beträgt nur 3,00 Euro und ist für Kinder frei. Das

Technikmuseum ist aber auch eine Veranstaltungsstätte für Konzerte,

Kleinkunst, Oper und mehr – und das Programmheft für

das 2. Halbjahr 2018 bietet erneut ein abwechslungsreiches Angebot

und wird auch in Findorff verteilt. www.altespumpwerk.de

+++ Wie geht es weiter mit dem Polizeihaus in Findorff ? Ende

Juli wird die Flüchtlingswohngemeinschaft an der Fürther Str. 43

im HAUS DER POLIZEISTATION endgültig aufgelöst. Die

Betriebserlaubnis wird nicht verlängert. Für einige der BewohnerInnen

werden neue Wohnungen gesucht – möglichst in Findorff.

Rund 40 Jugendliche haben in den letzten drei Jahren eine Zeit

lang in der Einrichtung verbracht, bis sie eine passende Unterkunft

gefunden hatten. Offen ist jetzt, was künftig mit dem für

350.000 Euro sanierten Haus passiert. Ursprünglich sollte es für

einen Neubau abgerissen werden. Doch das scheint vom Tisch,

denn angesichts des Mangels an Wohnraum und Kita-Plätzen

bietet sich der Standort in besonderer Weise für die Schaffung

von Wohnraum und einen Kindergarten an.

+++ Es brodelt im BREMER KLEINGARTENVERBAND:

Eigentlich wollte der Landesverband der »Gartenfreunde« strengere

Regeln für Kleingärten durchsetzen und Trampoline wie

ökologisch wertvolle Hecken und Wildkräuter verbieten. Doch

in Findorff und anderen Vereinen regte sich Protest. Jetzt hat sich

auch die Versammlung der Landesmitglieder gegen die neue Landesgartenordnung

und die Übernahme der Pachtverträge durch

den Landesverband ausgesprochen. Müssten die Vereine die

Pacht aus den Händen geben, würde es leichter fallen, die Bebauung

voranzutreiben, heißt es. Um das Thema Kleingärten geht es

auch beim Stadtgespräch im KlimaCafé am 7. Mai um 18.30 Uhr

in der Münchener Straße 146. Gast ist Lisa Hübotter vom Senator

für Umwelt, Bau und Verkehr.

+++ Kleiner Pieks, großer

Beitrag: Egal ob große Katastrophen

oder tragische

Einzelschicksale, täglich

werden allein in Deutschland

15.000 Blutspenden

benötigt. Statistisch benötigt

also alle sieben Sekunden

ein Mensch in Deutschland

Blut. Blutpräparate werden dabei

nicht nur bei Unfallopfern oder

schweren Operationen, sondern vor

allem in der Krebstherapie gebraucht. Jeder kann irgendwann

betroffen sein, was wir nicht hoffen wollen. Deshalb ist Blutspenden

wichtig – und daher sollten die FindorfferInnen hingehen zur

BLUTSPENDEAKTION des DRK-Blutspendedienstes NSTOB

am Samstag, den 19. Mai von 11:00 bis 15:00 Uhr in der Martin-

Luther-Gemeinde, Neukirchstraße 86, direkt am Findorffmarkt.

Mehr unter www.blutspende-nstob.de

+++ Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung ist das Unternehmen

STEINER EDELSTAHL am Standort Sottrum ein zuverlässiger

Partner rund um die Verarbeitung von Edelstahl. Von individuellen

Zäunen über Edelstahl-Geländer für den Innen- und Außenbereich

bis hin zu modernen Vordächern und Sonnensegeln

gestaltet man Lebensräume. Hochwertige Edelstahlkonstruktionen

für den Yachtbereich gehören dabei ebenso dazu wie der Bau

von Glasduschen und Glastrennwänden nach Maß. Speziell bei

der Veredelung von Oberflächen trifft traditionelles Handwerk

auf neueste Fertigungstechniken. DANIEL STEINER ist der

Geschäftsführer des Unternehmens. Er wohnt und lebt in

Findorff. Das Team von »Steiner Edelstahl« freut sich darauf,

auf kurzen Wegen auch KundInnen in Findorff für individuelle

Lösungen kompetent beraten zu dürfen.

Mehr unter www.steineredelstahl.de

+++ Die ersten Teilstücke nach

den Kanalbauarbeiten sind fertig.

Ab Mai soll die Findorffstraße

zwischen Eickedorfer Straße und

Brandtstraße wieder befahrbar

sein. Dafür wandert die Baustelle

weiter in Richtung Findorfftunnel.

Ab Mitte Juni werden deshalb

die Admiralstraße und die Theodor-

Heuss-Allee zur Sackgasse. Wer aus der City

kommt, muss einen Umweg über die Plantage und Herbststraße

nehmen. Der Kanalbau soll bis Mitte Oktober abgeschlossen

sein, teilte das Unternehmen HANSEWASSER mit.

+++ LEBEN IN FINDORFF und die KLIM A ZONE

FINDORFF waren beim Aktionstag »Bremen räumt auf« dabei.

Danke an alle fleißigen HelferInnen ! Unmengen Müll am Bahndamm

und auf der Bahnbrache an der Hemmstraße wurden

gesammelt, denn hier ist offensichtlich der Müllplatz in Findorff.

Das Gelände gehört der Deutschen Bahn, doch diese unternimmt

anscheinend nichts und lässt das Gelände weiter vermüllen.

Texte: Ulf Jacob und Mathias Rätsch, Fotos: Pressefotos ▲

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 42

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 43


FINDORFF GEHT AUS

IMPRESSUM

AUTOR/INN/EN

Kay Grimmich, Tom Grote, Leona Ilgner, Ulf Jacob, Eggert

Peters, Andreas Pohl, Mathias Rätsch, Gitana Schilowitsch,

Sandra Wagner © Nutzung durch Nachdruck oder digital,

auch auszugsweise, sind nur mit vorheriger Genehmigung

gestattet. Sämtliche Rechte der Vervielfältigung liegen beim

Findorff Verlag. Zuwiderhandlungen in Form von Urheberrechtsverletzungen

werden strafrechtlich verfolgt.

TIPP l DO 17.05 l ALTES PUMPWERK

Warme Klänge des Marimbaphons kontrastieren mit furiosen Trommelgewittern,

das Vibraphon gibt seinen Sound dazu und auch der Gong hat sein Stelldichein. Das

BREMER SCHLAGZEUGENSEMBLE wird das Alte Pumpwerk mit Hall und Tönen

in einen »Klangraum« verwandeln. Präsentiert wird kein »schlagfertiges« Programm,

sondern man setzt auch auf Improvisation – gewürzt mit viel Rhythmus und Energie. Die

tatsächlichen Hauptakteure des Abends sind jedoch ohne Zweifel verschiedenste Schlaginstrumente,

vielfältig, unterschiedlichst und jederzeit auf der Suche nach Unerhörtem.

Die MusikerInnen sind Studierende und Ehemalige der Schlagzeugklasse von Prof. Olaf

Tzschoppe an der Hochschule für Künste Bremen. Das Ensemble spielt Klassiker von

Iannis Xenakis, Toru Takemitsu und Luigi Nono.

Beginn 20:00 Uhr, Einlass 19:00 Uhr, Museumsbesichtigung möglich

u www.altespumpwerk.de

TIPP l DO 12.05 l ÖVB ARENA

»Los Paul, du mußt ihm voll in die Eier haun, das ist die Art von Gewalt die wir sehn

wolln, wenn auch nicht spüren wolln...« »Trio« als auch textlich voll auf den Punkt

treffende Musikanten sind längst nicht mehr »Dadada«, aber WWE LIVE verspricht seit

nunmehr 25 Jahren bestes Worldwide Wrestling Entertainment. Nun denn: ab dafür !

Beginn: 19:30 Uhr u www.oevb-arena.de

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 44

DI 15.05 l MEISENFREI

Ex-Free Andy Fraser gründete 1972 zusammen

mit Steve »Snips« Parsons, Chris

Spedding und Marty Simon die Band

SHARKS. Die Band gab es nur knapp

drei Jahre, aber jetzt ist man mitsamt zwei

Gründungsmitgliedern seit einiger Zeit

wieder aktiv. Die Hai-Society legendärer

MI 23.05 l ARINAS CAFÉ

CARRINGTON MACDUFFIES Songs

sind eingängig, tiefgründig, sexy, poetisch.

Die Musik der Amerikanerin steht für Abenteuer

– auch als dezidiert zwischenmenschliche

Begegnungen. MacDuffie kommt mit

dem neuen Album »Kiss Make Better«.

Beginn: 19:00 Uhr u www.arinascafe.de

FR 22.06 l ALTES PUMPWERK

Der weltweit erfolgreiche Konzertpianist

ARTEM YASYNSKYY verspricht einen

wohltemperierten »Sommertag« – mit

klassischen Werken von Bach, Ravel und

Beethoven und vielleicht auch Mozart.

Beginn: 20:00 Uhr, Einlass: 19:00 Uhr

u www.altespumpwerk.de

Musiker nennt sich heute »Sharks feat.

Chris Spedding & Snips«, spielt klassisches

Material, aber auch Songs von

einem ganz neuen Album, das äußerst

kraftvolle Rockmusik mit »Biss« bietet.

Im Vorprogramm spielen »Sonic Too«.

Beginn: 20:00 Uhr uwww.meisenfrei.de

SO 19.08 l ÖVB ARENA

Marius Müller-Westernhagen geht auch

2018 wieder auf große »MTV Unplugged

Tour« »Wir haben ‚Unplugged‘ als künstlerische

Herausforderung gesehen«, sagt

WESTERNHAGEN über die Show.

»Es galt, das Material von über vier

Jahrzehnten völlig neu zu erarbeiten.«

Beginn: 20:00 Uhr, Einlass: 19:00 Uhr

u www.oevb-arena.de

SA 07.07 l SCHLACHTHOF

Sommer, Sonne, Skaterzeit: Die nun schon

22. ENDLESS GRIND – Old School

Skateboard Session mit Pool, Street, Hochsprung,

Weitsprung Contests, Band live am

Pool und DJ’s startet am Schlachthof.

Beginn: 12:00 Uhr, Skateranlage

u www.schlachthof-bremen.de

MO 11.06 l METROPOL

Der Brite BRYAN FERRY gilt seit seinen

Anfängen in den Siebzigerjahren mit der

Glam-Rockgruppe »Roxy Music« als einer

der innovativsten Sänger und Texter in der

populären Musik. Mit ungezählten Alben

und 30 Mio verkauften Tonträgern ist sein

musikalisches Gesamtwerk an sich schon

beeindruckend – aber der stets autonome

Künstler überzeugt seit jeher auch durch

Stil und Eleganz. Im Rahmen der aktuellen

Europatournee gibt Bryan Ferry nur drei

Konzerte in Deutschland: in Mainz, in Regensburg

im Innenhof von Fürstin Gloria‘s

Schloss Thurn und Taxis und in Bremen

im wundervollen Metropol-Theater.

Beginn: 20:00 Uhr, Einlass: 19:00 Uhr

u www.metropol-theater-bremen.de

FR 24.08 l HAUS AM WALDE

Sie Sängerin MIU besitzt »den Soul von

Donny Hathaway, den Charme einer Audrey

Hepburn, aber auch das Abgründige

von Amy Winehouse und die Stärke einer

Adele«, lobte das Hamburger Abendblatt.

17:00 Uhr uwww.hausamwalde-bremen.de

FOTOGRAFIE

Mathias Hornung, www.photocube.de, Kerstin Rolfes,

www.kerstinrolfes.de, Ercan Yildirim, www.ey-fotografie.de

ART DIRECTION

Rätsch Communications, www.raetsch.de

LEKTORAT

Leona Ilgner

BILDNACHWEIS

Titel, Seite 4/16/46 © Kerstin Rolfes, Seite 3: »A man

holding yellow balloon« © Paraksa und »Man bringing

huge ice cream to excited girl« © Ljupco Smokovsk, beide

© www.shutterstock.com, Seite 10 © Caspar Sessler, Seite

14 © Willi Rolfes, Seite 18/21/22/41 © Mathias Hornung

www.photocube.de, Seite 26 © Bildplantage 13, www.bildplantage13.de,

Seite 28 © Martin Rospek, Seite 29 © Frank

Fiedler, www.pixabay.com, Seite 30 © Ercan Yildirim, Seite

34 »Sending packages« © Everett Collection, www.shutterstock.com,

Seite 34 »Geldbörse« © Creativ Collection,

Seite 38/39 Pflanzfest © Beatice Claus, Ulf Jacob, Helmut

Schellhammer, Seite 42/43 diverse © Pressefotos, Seite

44/45 Schlagzeugensemble/Lange Nacht © Matthias Hornung,

WWE Live © Pressefoto KPS, Sharks © Pressefoto

on Stage promotion, Ferry © Matthew-Becker, Yasynskyy ©

Pressefoto, Westernhagen © Daniella Midenge, Skateboard

© Pressefoto Schlachthof, Miu © Elena Zaucke, sonstige

© www.pixabay.com und Pressefotos

DRUCK

BerlinDruck GmbH + Co KG,

www.berlindruck.de, FSC ® -mixed

produziert. Es wurden Materialien

aus FSC-zertifizierten Wäldern

und/oder Recyclingmaterial als

auch Material aus kontrollierten

Quellen verwendet.

DRUCKAUFLAGE

11.700 Exemplare

ERSCHEINUNGSWEISE

Aktuelle Erscheinungstermine 2018 auf www.findorff.info

DISTRIBUTION

Verbreitung an alle Haushalte in 28215 Findorff (Ausnahme:

Werbeverweigerer) und an 60 »Hotspots« im Stadtteil.

Infos unter www.findorff.info/das-magazin/hotspots. Sie

haben kein Exemplar erhalten ? Mailen Sie uns Namen

und Anschrift an kontakt@findorff.info

ANZEIGENBUCHUNG

Beratung per Telefon 0421 / 579 55 52 oder E-Mail unter

kontakt@findorff.info. Ansprechpartner ist Herr Rätsch.

Online buchen? www.findorff.info/anzeige-buchen.

Anzeigenschluss für die kommende Ausgabe, die Anfang

September erscheint, ist der 14. August 2018. Unser Dank

an alle AnzeigenkundInnen aus und um Findorff, ohne

die diese Ausgabe so nicht möglich gewesen wäre.

HERAUSGEBER

Mathias Rätsch

VERLAG

Findorff Verlag

Magdeburger Str. 7, 28215 Bremen

Telefon 0421 / 579 55 52

Telefax 0421 / 579 55 53

E-Mail kontakt@findorff.info

KOOPER ATION

Der Findorff Verlag kooperiert mit der Stadtteilinitiative

»Leben in Findorff«. Wir betreuen für die Initiative ehrenamtlich

das Stadtteilportal www.findorffaktuell.de

MITGLIEDSCHAFTEN

Der Findorff Verlag ist Mitglied in der Handelskammer

Bremen und bei den »Findorffer Geschäftsleuten e.V.«.

FACEBOOK

Gefällt! Sie finden den Findorff Verlag bei »facebook« unter

https://www.facebook.com/FindorffVerlag

LESERBRIEFE

Wir freuen uns auf viele Meinungen zu dieser Ausgabe und

über Ihre Leserbriefe auf www.findorff.info/leserbriefe

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 45

®


q DIE FINDORFF KOLUMNE

brebau.de/80

» Der Frühling gehört nicht zu Deutschland. «

A

lso«, sagt der Verleger, »mir liegt natürlich

nichts ferner, aber...« Ich ahne, was kommt

und ergänze: »Aber ich soll am besten mal

über Gelbe Säcke, Findorff und Loks in der

Luft, oder den Frühling oder so schreiben.«

»Eigentlich«, antwortet der Verleger verwirrt,

»eigentlich wollte ich Sie nur fragen, ob es in

Ordnung ist, dieses Mal, also etwas

mehr Eile, so immer auf den letzten Drücker

mit der Kolumne, aber jetzt wo Sie es

sagen, Frühling ist eine prima Idee.«

Mist, denke ich und geh‘ zu Nachbar

Detlef.

Hinter seiner Tür wüstes Krachen,

Poltern, Scheppern, viele Geräusche

eben, die viel Lärm machen. Ich klingle,

das Scheppern erstirbt, Stille auf einmal.

Detlef steckt den Kopf aus seiner Tür.

»Ich soll über den Frühling schreiben«, sage ich.

»Der Frühling gehört nicht zu

Deutschland«, antwortet Detlef.

»Was ?« frage ich.

»Ach, hab‘ ich irgendwo gehört. Was genau«, er schaut zurück

in seine Wohnung, »habe ausgerechnet ich mit dem Frühling

zu tun ? Ich meine, er ist nicht in meinem Wohnzimmer.«

Das stimmt, ich war schon sehr oft in seinem Wohnzimmer,

Frühling ist da nicht, aber ein großer Fernseher.

»Wir müssen jetzt beide mal in die Welt«, sage ich.

Detlef schaut nicht sehr erfreut: »Aber ich will lieber«, neuer

Blick zurück in seine Wohnung, sehr sehnsüchtig, »ich meine,

die dritte Staffel, ich bin da mittendrin.«

»Ja«, sage ich, »das ist mal eine echte Tragödie, es zerreißt

mir das Herz. Zieh dir was Warmes an, wir gehen in den

Findorffer Frühling.«

TOM GROTE GUCKT

bekomme die unter) stehen ewig an der Ampel Fürther Straße

und sind dann schon da. Die Hemmstraße. Detlef ist gebürtiger

Ostfriese, aber trotzdem stolz auf Findorff, als hätte er es selbst

gebaut. »Das ist hier noch ein richtig intakter Kiez«, sagt er

gerne, »aber man muss auch was tun dafür. Also auch hier

kaufen. Ich frage mich sowieso, die Leute kaufen im Internet

und jammern dann, dass die kleinen Läden verschwinden,

aber hier«, er öffnet seine Arme weit, macht eine ausladende

Geste, »hier ist noch ein richtig intakter Kiez.«

»Sagt man in Bremen auch Kiez ?«, will ich wissen.

»Ist das hier der Findorffer Kiez ? Ist das

nicht ein Viertel ?«

»Das Viertel ist auf der anderen Seite, da

hinter Schwachhausen.« Er sagt es, als

würde es Tage dauern dahin zu kommen.

Vom intakten Findorff ist aber erst mal

wenig zu sehen. Die Hemmstraße ist wie

immer vollgeparkt mit Paket-Autos. Ich glaube

ja, DHL & Co parken ihre Autos da und schicken

nur mal ab und zu wen vorbei, der die Türen auf und

wieder zu macht und Pakete raus und

wieder rein legt. Außerdem auch hier,

viele Gelbe Säcke.

»Ja, jetzt seh‘ ich es. Sehr intakt«, sage ich. Es beginnt zu

regnen. »Ah, Frühling«, kommentiert Detlef.

Wir schlängeln uns also, sehr nass werdend, an den Hindernissen

vorbei durch die Hemmstraße. Weichen wir den Säcken auf

den Radweg aus, werden wir wütend zur Seite geklingelt. Weichen

wir den Postautos auf die Straße aus, werden wir wütend

zur Seite gehupt. Ein Optiker mit Spiegel im Schaufenster. Wir

sehen aus wie ertrunkene Hunde. »Vielleicht sollten wir doch

in deinem Wohnzimmer den Frühling suchen«, schlage ich vor.

»Super Idee«, sagt Detlef erleichtert, »die dritte Staffel ist prima,

ich erzähl dir was passiert ist bis jetzt. Wir können morgen ja

noch mal in die Stadt. Findorff ist morgen auch noch da.«

Und so wurde es dann doch noch ein sehr netter Abend in

unserem Dorf mit Frühling.

Draußen ist Wind, Wolken und Findorff, in etwa dieser Reihenfolge.

Ich schlage vor, an der »Emma« vorbei in den Bürgerpark,

Detlef will lieber in die Stadt. So Argumente, der Bürgerpark

ist auch in der Stadt, lässt er nicht gelten, er will richtige Stadt

– was für ihn Hemmstraße heißt.

Also dann, richtige Stadt. Wir schlängeln uns an kleineren

Bergen vorbei aus Gelben Säcken (sehen Sie, Herr Verleger, ich

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 46

▼ ÜBER TOM GROTE

Der Journalist moderiert in der Woche von 6:00 Uhr bis 10:00

Uhr »Der Morgen« auf Radio »Bremen Zwei«. In zweiter Existenz

arbeitet er »selbst und ständig« als freier Autor. Tom Grote

pendelt zwischen seinem geheimen Wohnort und Findorff, wo

er während der Arbeitswoche in einer Wohngemeinschaft lebt.

Text: Tom Grote, Foto: Kerstin Rolfes ▲

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