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Auszug aus dem PSA-Handbuch 2017/2018

KOPFSCHUTZ 1.

KOPFSCHUTZ 1. Allgemeines Aus der Statistik „Anerkannte Arbeitsunfälle“ des Hauptverbandes der Versicherungsträger ist zu entnehmen, welchen hohen Stellenwert Kopfverletzungen einnehmen. Dazu kommt auch die Tatsache, dass derartige Unfälle besonders schwerwiegende Folgen haben können und in vielen Fällen sogar lebensgefährlich sind oder tödlich ausgehen. 2. Gesundheitliche Risiken Kopf- und Nackenschutz ist Persönliche Schutzausrüstung zum Schutz des Kopfes und des Nackens einschließlich des hinteren Halses vor Verletzungen und vor anderen Schädigungen durch: • mechanische Einwirkungen (herabfallende, pendelnde, umfallende und wegfliegende Gegenstände oder Anstoßen an Gegenständen) • chemische Einwirkungen (Säuren, Laugen, Lösungsmittel) • thermische Einwirkungen (Hitze, Kälte, glühende Teilchen, Flüssigmetallspritzer, Flammen) • elektrische Einwirkungen (Berührungsspannung, Funkenbildung – auch durch elektrische Entladungen) • Einwirkung von optischer oder ionisierender Strahlung • erfasst werden durch bewegte oder drehende Teile von Arbeitsmitteln oder sonstigen Gegenständen (z. B. Erfassen der Haare) 3. Normen und Kennzeichnung Kopfschutzausrüstungen fallen je nach Einsatzart und Schutzfunktion in die PSA-Kategorie I, II oder III. Details dazu entnehmen Sie bitte unserem Kapitel „EU-Richtlinien“. Der PSA- Kategorie III jedenfalls zugeordnet sind: • Helme, die für den Einsatz in heißer Umgebung ausgelegt und hergestellt werden, sowie • zum Schutz gegen Risiken der Elektrizität ausgelegte und hergestellte Helme. NORMEN Folgende Normen gelten für besondere Anwendungen und Helmausführungen: • Helme für elektrische Arbeiten (1000 V): EN 50365 für elektrisch isolierende Helme zum Arbeiten an unter Spannung stehender Teile bis Wechselspannung 1000 V (AC) oder Gleichspannung 1500 V (DC). Bei diesem Test werden 10.000 V verwendet. • Helme für explosionsgefährdete Bereiche: Um die Ableitfähigkeit bzw. Antistatik von ausgewählten Industriehelmen nachzuweisen, gibt es keine festgelegte Norm. Eine Möglichkeit ist es, die „EN 13463-1 nicht-elektrische Geräte für den Einsatz in explosionsgefährdeten 13

KOPF- SCHUTZ 1 Bereichen“ hinzuziehen. Durch Vermeidung elektrostatischer Aufladung haben einige Hersteller Helme mit konkreten ATEX-Zonen und Explosionsgruppen „ATEX“ zertifiziert. • Helme für Kletter-/Bergsteiger-Anwendungen: Bergsteigerhelme nach EN 12492 haben eine große Belüftungsfläche. Sie unterscheiden sich gegenüber EN 397-Helmen im Wesentlichen dadurch, dass der Kinnriemen später nachgeben muss (Zugkraft > 500 N [EN 397 = 250 N]), um zu verhindern dass der Helm beim Absturz zu schnell vom Kopf fällt, wohingegen die EN 397 beim Kinnriemen den Strangulationsschutz sicherstellen möchte. • Helme für Land- und Forstwirtschaft: Eine spezielle Norm für diese Anwendung gibt es nicht, aber EN 397-Schutzhelme mit guter Belüftung und Regenrinne werden bevorzugt. Sie sollten oftmals der EN 397 Zusatzanforderung „sehr niedrige Temperaturen“ entsprechen. Da bei dieser Anwendung gleichzeitig Kopf-, Gehör-, Gesichts- und Nackenschutz eingesetzt wird, sollten die Komponenten ideal aufeinander abgestimmt und miteinander zertifiziert sein. Laut § 69 AAV, Abs. 6, sind bei einer gleichzeitigen Gefährdung des Kopfes, der Augen, des Gesichtes oder des Gehörs nach Möglichkeit Schutzhelme, die mit entsprechenden anderen Schutzausrüstungen kombinierbar sind, zur Verfügung zu stellen. • Helme mit integriertem Augen- oder Gesichtsschutz: Der Augenschutz (Arbeitsschutzbrille) oder der Gesichtsschutz (Visier) kann unter der Helmschale verstaut und bei Bedarf über Augen bzw. Gesicht gezogen werden. KENNZEICHNUNG Diese hat zu umfassen: • Angabe der europäischen Norm EN 397 • Name oder Zeichen des Herstellers • Jahr und Quartal der Herstellung • Typenbezeichnung des Herstellers (Helmschale und Innenausstattung) • Größe oder Größenbereich in cm (Helmschale und Innenausstattung) • Material Kurzzeichen (ISO 472 „Plastics-Vocabulary“) • CE-Konformitätszeichen Kennzeichnung bei optionalen Zusatzanforderungen Zusatzanforderung Kennzeichnung Sehr niedrige Temperaturen – 20° C bzw. – 30° C Sehr hohe Temperaturen + 150° C Elektrische Isolierung 440 VAC Seitliche Verformung LD Metallspritzer MM Benutzerinformation Die EN 397 verlangt auch, dass jedem Helm eine umfassende und verständliche Herstellerinformation beiliegt und alle sicherheitsrelevanten Hinweise mittels Etikett am Helm angebracht werden. Der „Beipackzettel“ des Herstellers hat folgende Informationen zu beinhalten: • Name und Adresse des Herstellers • Empfehlungen, Anweisungen zu Verstellung, Sitz, Benutzung, Reinigung, Desinfektion, Wartung, Lagerung • Angaben betreffend Zubehör und Ersatzteilen • Angaben zu Benutzungseinschränkungen entsprechend den jeweiligen Gefahren • Angaben zum Verfallsdatum • Angaben der geeigneten Verpackungsarten beim Transport 14

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