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Auszug aus dem PSA-Handbuch 2017/2018

ATEMSCHUTZ 1.

ATEMSCHUTZ 1. Allgemeines Erkrankungen der Atemwege sind – bedingt durch die wachsende Umweltbelastung – generell im Steigen begriffen. Mediziner befü rchten vor allem die unverhältnismäßig starke Zunahme von chronischen Atemwegserkrankungen. Besonders wichtig ist daher auch der fachgerechte Schutz vor Schadstoffen in der Atemluft am Arbeitsplatz: Denn allein am Arbeitsplatz sind bereits mehr als zehn Prozent der österreichischen ArbeitnehmerInnen Schadstoffen in den verschiedensten Formen ausgesetzt. Jährlich verursachen Erkrankungen der Atemwege mehr als acht Millionen Krankenstandstage. 2. Gesundheitliche Risiken Durch gesundheitsschädliche Beimengungen in der Atemluft oder durch Sauerstoffmangel in der Umgebungsatmosphäre können Schädigungen des menschlichen Organismus hervorgerufen werden. Sauerstoffmangel in der Atemluft fü hrt zu einem Sauerstoffmangel in den Zellen des menschlichen Körpers und blockiert wichtige Lebensfunktionen. Er wird durch die menschlichen Sinne nicht wahrgenommen. Umfang der Schädigung unterschiedlich Schadstoffe können – je nach spezifischer (physikalischer, chemischer oder kombinierter) Wirkungsweise des Stoffes – zu Lungenerkrankungen, akuten oder chronischen Vergiftungen, Strahlenschäden, durch Bakterien oder Viren ü bertragbaren Krankheiten sowie zu sonstigen Schäden (z. B. Allergien/Sensibilisierung) oder Krebserkrankungen fü hren. Der Umfang der Schädigung ist im Allgemeinen abhängig von der Konzentration und der Einwirkdauer des gesundheitsschädlichen Stoffes, der Wirkungsweise im Körper, der Schwere der auszufü hrenden Arbeit (und dem damit verbundenem Atemluftbedarf) sowie der persönlichen Disposition. Angriffsorte Nasen-/ Rachenraum Luftröhre Bronchien Bronchiolen Alveolen Wie tief dringen Partikel in den menschlichen Atemtrakt ein? (Lungenbläschen) Partikeldurchmesser < 10 μm 3–5 μm < 2,5 μm 1–2 μm < 1 μm < 0,11 μm 45

ATEM- SCHUTZ 4 Schadstoffe in der Atemluft Diese gliedern sich in: • Partikelförmige Schadstoffe Dazu zählt man Staub, Rauch, Nebel. Diese können Nase, Hals und die oberen Atemwege reizen. Abhängig von der Größe können Partikel bis tief in die Lunge eindringen, dort das Gewebe schädigen und schwerwiegende Gesundheitsschäden verursachen (Beispiel: Fibrosen – frü her „Staublunge“ oder Silikose genannt). Partikelförmige Schadstoffe verursachen meist chronische Schäden. • Schadstoffe in Form von Gasen und Dämpfen Da Gase und Dämpfe ü ber die Lunge unmittelbar in die Blutbahn gelangen, können sie schwerste, letztlich sogar tödliche Organschädigungen verursachen. Gase und Dämpfe können bereits in kleinsten Mengen sowohl unmittelbare als auch chronische Schäden hervorrufen und mü ssen nicht unbedingt ü ber die Sinnesorgane (Augen, Mund, Nase) wahrnehmbar sein. 3. Normen und Kennzeichnung – Alle zum Schutz gegen Aerosole in fester oder flüssiger Form oder gegen Gase ausgelegten und hergestellten Atemschutzausrüstungen, – alle Atemschutzausrüstungen, die ausgelegt und hergestellt werden, um den Träger vollständig von der Umgebung zu isolieren sowie – alle für das Tauchen ausgelegten und hergestellten Atemschutzausrüstungen. fallen unter die PSA-Kategorie III. Weitere Angaben dazu entnehmen Sie bitte unserem Kapitel „EU-Vorgaben/PSA-Kategorien“. NORMEN Eine Einteilung von Atemschutzausrüstungen ist in EN 133 zu finden. Diese werden in vielen unterschiedlichen Normen geregelt. Eine detaillierte Übersicht, welche Norm welche Art von Atemschutz regelt, finden Sie in der Tabelle auf Seite 53. KENNZEICHNUNG Auch bezüglich Anforderungen, Prüfung und Kennzeichnung von Atemschutzgeräten sei auf die in dieser Tabelle genannten Normen verwiesen. Für Atemfilter nach den Normen EN 143, EN 14387, DIN 58620, DIN 58621 gibt es einen Farbcode (siehe dazu die Tabellen auf den Seiten 50 und 51.). 4. Schutzwirkung und Produktarten Kann durch technische und organisatorische Maßnahmen die Atemluftqualität nicht ausreichend gewährleistet werden, dann muss geeigneter Atemschutz verwendet werden. Voraussetzung fü r eine effiziente Vermeidung der Gesundheitsrisiken durch Atemschutz ist richtige Auswahl und konsequente Verwendung und Wartung des Atemschutzes. 46

BG-Regel Benutzung von Schutzkleidung
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Benutzung von Schutzkleidung - Eisenbahn-Unfallkasse
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