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Auszug aus dem PSA-Handbuch 2017/2018

HAUTSCHUTZ 1.

HAUTSCHUTZ 1. Allgemeines Beruflich bedingte Hauterkrankungen nehmen in den einschlägigen Statistiken der Industrieländer seit Jahren mit ca. 30 % einen Spitzenplatz ein und haben oft einen Arbeitsausfall zur Folge. Mitunter kommt es dadurch letztlich auch zu einem Arbeitsplatzwechsel. Zwischen einem Hautproblem und einer Hautkrankheit muss jedoch ein Unterschied gemacht werden. Schließlich ist der Weg von gesunder zu kranker Haut ein schleichender Prozess, der leider oft nicht rechtzeitig ernst genommen wird. Die Zahl der Berufstätigen mit Hautproblemen ist wesentlich höher als die Zahl der anerkannten Pensionsbezieher. Unser größtes Organ Die Haut ist das größte Organ des Menschen (ca. 1,5–2 m²) und die Grenzfläche zwischen Organismus und Umwelt. Sie ist ein multifunktionelles Organ – sie ist Sinnesorgan, Anpassungsorgan, Speicherorgan, Absonderungsorgan, Stoffwechselorgan (Vitamin-D-Synthese und Entgiftung und Repräsentationsorgan. Die Haut besteht aus mehreren Schichten: Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Corium) und Unter haut (Subcutis): Schematischer Aufbau der Haut: Als Grenzfläche der Haut zur Umwelt ergeben sich wichtige Schutzfunktionen: • Schutz vor chemischen Stoffen durch die Hornschichtbarriere; • Schutz vor mechanischer Beanspruchung wie Zug, Druck, Stoß, Reibung durch die Oberhaut; • Schutz vor UV-Strahlen durch Bildung des braunen Hautfarbstoffes (Melaninpigmentierung) sowie Verdickung der Hornhaut (Lichtschwiele); 75

• Schutz vor Mikroorganismen im Zusammenwirken von saurer Hydrolipidschicht (Säureschutzmantel), hauteigener Bakterienflora und Hornschicht; • Schutz vor Austrocknung durch Hydrolipidschicht (Fette und wasserbindende Substanzen) und Hornfette der Hornhaut; • Schutz vor Wärmeverlusten durch das Unterhautfettgewebe. 2. Gesundheitliche Risiken Grundsätzlich kann sich die Haut unter normaler Belastung selbst regenerieren. Schädigende Stoffe, welche die Bausteine der Hornschichtbarriere lösen, führen jedoch zu einem Verlust der natürlichen Schutzfunktion der Haut. Starke und vor allem sich wiederholende Einwirkungen im Beruf können somit zu Hautproblemen und/oder Hautkrankheiten führen. Unterschätzt wird auch die Belastung durch eine häufige Hautreinigung, bei der die feuchtigkeitsbindenden Substanzen und Fette ausgewaschen werden, was eine Zerstörung des Säureschutzmantels zur Folge hat. HAUT- SCHUTZ 6 Branchen mit erhöhten Gefährdungsrisiken Baugewerbe Metallverarbeitung Frisörhandwerk Lebensmittelverarbeitung Pflegeberufe Reinigungsbranche Gastronomie Landwirtschaft Chemische Industrie Malergewerbe Tapezierergewerbe Kunststoffindustrie Gesundheitsberufe Meistens sind chemische Stoffe für Hautprobleme und Hautkrankheiten verantwortlich. Sowohl pflanzliche und tierische Stoffe als auch physikalische Einwirkungen können ebenfalls zu Hautveränderungen führen. Chemische Risiken Mineralöle Reinigungsmittel Desinfektionsmittel Säuren Laugen Kühlschmierstoffe Farben Wasser Teer Lösungsmittel etc. Physikalische Risiken Thermisch: Hitze, Kälte Strahlung: UV-Strahlen und andere Mechanisch: Schnitte, Stiche (z. B. durch Arbeiten mit scharfkantigen Gegenständen, durch Messer, Bleche, Metallspäne, etc.), Abrieb (z. B. durch Reinigung mit kantigen und hautverletzenden Abrasiven) Feuchtigkeit: z. B. durch langes Tragen von Handschuhen Auswirkungen von Hautgefährdungen sind • Hauttrockenheit • Entstehung von Hautentzündungen (z. B. Abnutzungsekzeme/allergische Kontaktekzeme) • Verschlimmerung von bereits bestehenden und/oder vererbten Hauterkrankungen (z. B. Schuppenflechte, Neurodermitis) • Hautzerstörung (z. B. Verbrennung, Zerstörung durch Säuren, Schnittverletzungen) • dermale Aufnahme von Stoffen in den Körper (Organschädigungen, innere Erkrankungen) 76

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