Magazin Zoë 10/18

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Die neue Gesundheitskultur: Eine Triebfeder für den Megatrend Gesundheit ist, dass Gesundheit immer mehr an die Vorstellung von einem jugendlichen Auftreten geknüpft ist – ein Paradigma, das im Mainstream der heutigen Leistungsgesellschaft eine wichtige Rolle spielt. Dabei geht es heute mehr um eine gelebte Lebensphilosophie, um Lebenssinn. Gesundheit ist zum Statussymbol geworden. Eine gute Gesundheit bedeutet ein gutes Lebensgefühl und eine hohe Lebensqualität. Doch, wenn sogar Gesundheit im Selbstoptimierungswahn unter Leistungsdruck steht, ist das dann doch wieder ziemlich ungesund. Paradoxerweise verzeichnen psychische Erkrankungen wie Burn-out oder Depressionen trotz hohem Gesundheitsbewusstsein Rekordwerte. Der Ruf nach einer Work-Life-Balance und generell mehr Ausgeglichenheit und Gelassenheit wird immer lauter. Insofern macht sich bereits der nächste Megatrend bemerkbar.

ZOË 10/18

das magazin für gesundheit, freude & zeitgeist

Megatrend Gesundheit & Zukunft

Die neue

Gesundheitskultur

Prävention bei Pollenallergie

Heuschnupfen & Folgeerscheinungen

Psycho & Soma in der TCM

Emotionen & ihre körperlichen Auswirkungen

Wirkstoffe & Essenzen

Gänseblümchen - widerspenstige Fröhlichkeit

Kosmetik & Umwelt

Schönheit braucht kein Plastik

Keith Haring

Kunst gegen Krieg und Unterdrückung

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•• EDITORIAL

ZOË 10/18

ZOË 10/18

Gesund sein

ist alles!

das magazin für gesundheit, freude & zeitgeist

Megatrend Gesundheit & Zukunft

Die neue

Gesundheitskultur

Prävention bei Pollenallergie

Heuschnupfen & Folgeerscheinungen

Psycho & Soma in der TCM

Emotionen & ihre körperlichen Auswirkungen

Wirkstoffe & Essenzen

Gänseblümchen - widerspenstige Fröhlichkeit

Kosmetik & Umwelt

Schönheit braucht kein Plastik

Keith Haring

Kunst gegen Krieg und Unterdrückung

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Gesundheit hat in unserer Gesellschaft einen noch nie dagewesenen Stellenwert erreicht. Gesundheit ist laut

der vom Zukunftsinstitut herausgegebenen Studie „Health Trends - Gesundes Leben in der Zukunft“ definitiv

zu einem Megatrend geworden und wird es auch noch sehr lange bleiben. Denn Megatrends sind Tiefenströmungen

des Wandels und umfassen alle Ebenen der Gesellschaft: Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Technik

und Kultur. Megatrends verändern die Welt - langsam, grundlegend und langfristig, so die Beschreibung der

Zukunftsforscher vom Zukunftsinsitut. Demnach werden wir im Jahr 2040 endgültig in der Gesundheitsgesellschaft

angekommen sein.

Eine Triebfeder für den Megatrend Gesundheit ist, dass Gesundheit immer mehr an die Vorstellung von

einem jugendlichen Auftreten geknüpft ist – ein Paradigma, das im Mainstream der heutigen Leistungs-gesellschaft

eine wichtige Rolle spielt. Individuelles Gesundheitswissen ist zu einer gesellschaftlichen Erwartung

und zu einem zentralen Anliegen moderner Menschen im Zeitalter der Individualisierung geworden.

Dabei geht es heute mehr um eine gelebte Lebensphilosophie, um Lebenssinn. Gesundheit ist zum Statussymbol

geworden. Eine gute Gesundheit bedeutet ein gutes Lebensgefühl und eine hohe Lebensqualität.

Doch, wenn sogar Gesundheit im Selbstoptimierungswahn unter Leistungsdruck steht, ist das dann

doch wieder ziemlich ungesund. Paradoxerweise verzeichnen psychische Erkrankungen wie Burn-out oder

Depressionen trotz hohem Gesundheitsbewusstsein Rekordwerte. Der Ruf nach einer Work-Life-Balance

und generell mehr Ausgeglichenheit und Gelassenheit wird immer lauter. Insofern macht sich bereits der

nächste Megatrend bemerkbar. Doch so viel wollen wir an dieser Stelle noch nicht verraten.

Klar ist, dass die Jugend nicht in die gestressten Fußstapfen ihrer Großeltern und Eltern treten möchte. Junge

Menschen leben heute nicht nur gesünder – sie trinken und rauchen weniger – sie möchten auf jeden Fall ein

ausbalancierteres Leben zwischen Arbeit und Freizeit. Für viel Geld und Statussymbole sind sie nicht mehr

bereit, ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Scheint so, als würde somit in Zukunft alles besser! In diesem

Sinne wünschen wir wie immer viel Spaß und Inspiration!

Eliana Crisafulli & Thomas Stodulka

unlimitedmedia.at

Zoë 10/183


•• INHALT

•• GESUNDHEIT

6 Pollenallergie & Prävention:

Heuschnupfen und seine

Folgeerscheinungen

9 Sportverletzungen vermeiden:

Trainieren & pausieren

10 Psycho & Soma in der TCM:

Emotionen und ihre körperlichen

Auswirkungen

•• MENSCH

12 Megatrend Gesundheit:

Die neue Gesundheitskultur

18 Gesundheitsreport 2018:

So fühlt sich Österreich

•• BERUFSWELT

20 Gesunde Arbeitskultur:

In Zukunft mehr Spaß an der Arbeit

22 Kunst & Beruf:

Das Motiv liegt auf der Straße

•• SCHÖNHEIT

24 Wirkstoffe & Essenzen: Gänseblümchen:

Widerspenstige Fröhlichkeit

26 Mikroplastik in Kosmetikprodukten:

Schönheit braucht kein Plastik

•• LEBENSART

30 Keith Haring:

Kunst gegen Krieg und Unterdrückung

32 Buch-Tipp: Walt Disney Filmarchiv

Über die Magie der Comicwelt

34 Nova Rock 2018 – Gewinnspiel:

4 Tage, 4 Bühnen = 100 Acts

IMPRESSUM

Medieneigentümer & Herausgeber:

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Crisafulli & Stodulka Unlimited

Media GmbH

Verlag & Redaktion:

Salierigasse 26/4, 1180 Wien

Kontakt:

office@unlimitedmedia.at,

Thomas Stodulka: +43(0)699/11 08 92 73

Eliana Crisafulli: +43(0)699/11 99 68 70

Web & Social Media:

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zoe.youtube.imwebtv.at

facebook.com/zoeunlimitedmedia

Chefredaktion:

Eliana Crisafulli, Thomas Stodulka

Lektorat:

Alexandra Lechner

Art-Direktion & Layout:

Unlimited Media

Beratung & Verkauf:

sales@unlimitedmedia.at

Zoë kommt aus dem Altgriechischen und

bedeutet „Leben“ – genau darum geht

es in diesem neuartigen Lebensart- und

Zeitgeist-Magazin: um die bunte Vielfalt

des heutigen Daseins.

Unser Fokus liegt auf Inspiration, Motivation,

Begeisterung und Freude durch

Vor-, Um- und Andersdenker – und vor

allem Vormacher. So sollen bemerkenswerte

Ideen, Menschen und Unternehmen

dieser Lebens-Art hier ihren Platz finden.

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit

verzichten wir auf eine geschlechtsspezifische

Differenzierung, wie z.B.

Teilnehmer/-innen.

4 Zoë 10/18


Abenteurcamp für Groß und Klein

Hallo liebe Kinder !

Hier gibt es ganz viel Spaß und

Abenteuer für Groß und Klein!

Im Abenteuercamp schlafen wir

in einer Jurte! Wir erleben ganz

viele tolle Sachen - fischen, Lehmofen

bauen, Slacklinen,

Floß fahren! Unsere Betreuer

Stanis und Philipp machen mit

uns auch lustige Spiel e mit

Piraten, Asterix & Obelix und

Robotern! Und manchmal kommt

uns sogar eine Wolfshündin am

Lagerfeuer besuchen!

Schöne Grüße

aus dem Waldviertel!

An alle

Abenteurer

in Österreich !

Alle Infos und Anmeldung

www.pferdundbeziehung.at


•• GESUNDHEIT

POLLENALLERGIE & PRÄVENTION

Heuschnupfen und seine

Folgeerscheinungen

Wer unter Heuschnupfen leidet, hat in der Pollenflugzeit meist unangenehme

Begleiterscheinungen wie Augenjucken und eine ständig rinnende oder verstopfte

Nase sowie häufiges Niesen. Was aber die wenigsten wissen: Heuschnupfen (allergische

Rhinitis) kann noch weitaus unangenehmer werden. Eine Pollenallergie kann

nämlich Folgeerkrankungen wie chronische Nasennebenhöhlen- und Stirnhöhlenentzündungen

sowie auch Asthma bronchiale verursachen. Eine exakte Diagnose

ist daher eine wichtige präventive Gesundheitsmaßnahme für alle Allergiker. Neben

den Hauttests stehen nun stark verbesserte und weiterentwickelte, sehr genaue

Blut untersuchungen zur Verfügung. Dank dieser modernen Verfahren können nun

„Biomarker der Allergie“ schon früh angezeigt werden.

6 Zoë 10/18


Heuer startete die Pollensaison

aufgrund des milden

Jänners schon etwas früher

und die Birkenpollensaison erreicht

dadurch in diesem Jahr sogar Rekordwerte.

Es ist in der Pollenhauptsaison

meist schwierig, diesen Allergie- und

Asthma auslösern gänzlich auszuweichen.

Manche Menschen sind nur

gegen einzelne Pflanzen allergisch,

andere reagieren auf viele unterschiedliche

Pollenarten. Eines haben jedoch

alle gemeinsam: „Eine Pollenallergie

betrifft den gesamten Körper und lässt

sich auch in Form eines veränderten

Blutbildes feststellen, sobald Allergiker

ihren Allergieauslösern ausgesetzt

werden“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Erika

Jensen-Jarolim, Fachärztin für Immunologie

und Leiterin des AllergyCare-

Labors. Zwei aktuelle Wiener Studien

belegen dies eindeutig. Die Zahl der

roten Blutkörperchen (Erythrozyten),

die den Sauerstoff aus der Lunge

durch den Körper transportieren,

sinkt im peripheren Blut während der

Allergenexposition signifikant ab, auf

ein Ausmaß einer leichten Anämie. Zu

wenige rote Blutkörperchen führen zu

einer Mangelversorgung des Gewebes

mit Sauerstoff.

Allergien sind ganzkörperlich

Typische Symptome sind Blässe,

Müdigkeit, Atemnot, Schwäche,

Schwindel oder Kopfschmerz – das

Krankheitsgefühl bei Allergiesymptomen

verstärkt sich. Auf der anderen

Seite kommt es, ähnlich wie bei

einer Infektion, gleichzeitig zu einem

deutlichen Anstieg an Leukozyten

(weiße Blutkörperchen), die sonst für

die Abwehr von Krankheitserregern

zuständig und die „Wächter“ unseres

Körpers sind. Sie sollen offenbar die

Allergene als vermeintliche Angreifer

unschädlich machen. In Anbetracht

dessen ist es aus medizinischer Sicht

nicht förderlich, zu lange zu warten,

bis Hilfe aufgesucht wird. „Durchschnittlich

vergehen sechs bis neun

Jahre, bis ein Heuschnupfen-Patient

zu einer fachgerechten Diagnose

und Behandlung kommt!“, verdeutlicht

die Expertin. „Diese Zeitspanne

gilt es zu verkürzen!“

Neue Diagnoseverfahren

Die Diagnose einer Pollenallergie basiert

in erster Linie auf der Anamnese

mit einem fachlich geschulten Allergologen.

Dieser kann aufgrund der

beschriebenen Krankengeschichte in

Frage kommende Allergieauslöser in

Zusammenhang bringen. Für gänzliche

Gewissheit sorgen als weitere

Schritte wie allseits bekannt Hauttests

und vermehrt auch Blutscreenings.

Hauttestungen mit Allergenextrakten

haben sich bisher sehr gut bewährt,

jedoch sind sie für Kleinkinder, alte

Menschen oder Patienten mit atopi-

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schen Ekzemen (Neurodermitis) oft

nicht geeignet. Für diese Menschen,

aber auch generell, ist das Blutscreening

eine bessere Form der Diagnose.

Die Blutuntersuchung hat sich in den

letzten Jahren weiterentwickelt und

stark verbessert. Schnell und wenig

belastend kann sie z.B. bei Kindern

oder bei älteren Menschen eine Sensibilisierung

schon früh anzeigen und

wichtige Informationen für eine zielgerichtete

Therapie liefern.

Molekülsuche gibt Aufschluss

Besonders genau ist die sogenannte

Komponenten-basierte Diagnostik.

Hier können nicht nur die Allergieauslöser

als Ganzes untersucht werden

– ein Allergenextrakt besteht aus

vielen Bestandteilen –, sondern es

lässt sich ganz gezielt herausfinden,

gegen welche einzelnen Moleküle in

dieser Mischung der Patient reagiert.

Diese Errungenschaft hilft, Exposition

gegen Umweltallergene festzustellen

und unterstützt ein sehr zielgerichtetes

und rasches Identifizieren des beschwerdeauslösenden

Allergens.

Diese Blutuntersuchung kann auf

zwei unterschiedliche Arten durchgeführt

werden. Beide Tests weisen

Antikörper schon nach, wenn noch

gar keine Symptome erkennbar sind,

aber eine Sensibilisierung vorhanden

ist. Die Tests basieren entweder auf

der Analyse einzelner Allergene oder

werden mittels eines Allergen-Mikrochips,

der aus nur einem Blutstropfen

in einem Durchgang IgE gegenüber

100 Allergene screent, durchgeführt.

Abgestimmt mit den vorliegenden

Beschwerden wird die Therapie

demnach punktgenau eingesetzt.

Die Diagnostik mit Extrakten und

einzelnen Allergenkomponenten

kann österreichweit in allen Allergiezentren

durchgeführt werden. Die

Krankenkasse zahlt Tests auf fünf

Allergene pro Quartal. Der Allergen-

Chip erlaubt ein breites Screening,

wird aber nur in einigen spezialisierten

Zentren angeboten, die Kosten

für diese moderne Testung müssen

Patienten selbst tragen.

DIE SERVICES DER POLLEN-APP

Der Österreichische Pollenwarndienst hat sich als hilfreicher

„Lebensmanager“ für Pollenallergiker etabliert. Die Pollen-App

steht mittlerweile in Österreich, Deutschland, Südtirol, der Schweiz,

Schweden, Spanien und Großbritannien sowie in sechs Sprachen

zur Verfügung. Die neue Version der Pollen-App 6.0 bringt einige

Verbesserungen: Sie bietet mehr Services an und es wurde zudem

die Menüführung um einiges nutzerfreundlicher gestaltet.

So gelangt man zum Beispiel direkt vom Startscreen zu den

Detailergebnissen, ohne Umweg über Ortsauswahl, denn die App

merkt sich nun den letzten Standort. Die Wetter-Parameter sind

jetzt besser sichtbar und es gibt auf der Startseite mehr Hinweise

auf das Pollentagebuch. Weiters zeigt die aktualisierte Version

gleich am Startscreen in Form einer Grafik das Allergierisiko im

Tagesverlauf an. Allergiker erhalten somit einen stündlichen

Überblick über die Höhe der Belastung.

Pollentagebuch: Symptome an Nase, Augen und Lunge sowie

das Gesamtbefinden werden (anonymisiert und möglichst täglich)

erfasst und verwendete Medikamente dokumentiert. Die Einträge

sind die Voraussetzung für personalisierte Prognosedaten.

Allergiefragebogen: Dieser gibt einen ersten Hinweis, ob eine

allergische Atemwegserkrankung vorliegen kann.

Persönliche Pollenwarnung: Sie liefert auf die individuelle

Reaktionslage zugeschnittene Informationen (persönliche

Belastungswarnung, Eilmeldungen bei akuter Belastung,

spezifische Blühzeiten, Saisonstart).

Allergierisiko: Es stellt das errechnete Risiko aufgrund von Luftschadstoffen

(Stickstoffdioxid, Ozon, Feinstaub), der Maximaltagestemperatur

und der Pollenbelastung dar.

Durchschnittliche Tagesbelastung für den eigenen Standort

Pollen-Lexikon: Steckbriefe zu den Allergenen, detaillierte Blühzeiten,

Pollen-Countdown bis zum Saisonstart

Erinnerung an den Arztbesuch

Facharztsuche: ohne Umwege zum spezialisierten Arzt in der Nähe

Die App steht für Smartphones und Tablets mit iOS und Android

zum kostenlosen Download auf

www.pollenwarndienst.at sowie in den App-Stores zur Verfügung.

8 Zoë 10/18


SPORTVERLETZUNGEN VERMEIDEN

Trainieren & pausieren

Überbeanspruchung und Verletzungen an Knie und Schulter gehören

zu den häufigsten Sportverletzungen des Bewegungsapparates.

Ein individuelles, präventives Krafttraining sowie regelmäßige

Regenerations pausen helfen, die Verletzungsgefahr zu minimieren.

Die häufigsten Sportverletzungen

treten an Knien und

Schultern auf. Beim Knie ist

meist der Meniskus betroffen, gefolgt

von Kreuz- und Seitenband und

den Knorpeln. „Bei der Schulter ist

die Instabilität eines der wichtigsten

Verletzungsbilder“, erklärt OA Priv.-

Doz. Dr. Gerald Gruber, Univ. Klinik

für Orthopädie und Orthopädische

Chirurgie, Med. Universität Graz.

„Dann kommt es zur Verletzung der

Gelenkslippe, in weiterer Folge ist

die Rotatorenmanschette betroffen.

Diese Muskelsehnenplatte dient der

Steuerung der Bewegung des Schultergelenks.

Bekommt sie Risse, sind

Schmerzen und Funktionseinbußen

die Folge. Und dann gibt es noch die

Verletzungen des Knorpels selbst.

Diese können bei nicht adäquater Behandlung

in eine Arthrose übergehen“,

verdeutlicht der Experte die Gefahren.

Worauf achten?

Jede Sportart hat ihr eigenes Belastungsmuster

und spezifische

Anforderungen an den Bewegungsapparat

und dadurch auch ihre eigenen

Gefahren. Im Allgemeinen

sind eher Sportler gefährdet, die

Sportarten mit großer Geschwindigkeit

ausüben – z.B. ein klassischer

Sturz beim Skifahren. Aber auch

beim Fußball, das mit schnellem

Richtungswechsel und Stop-andgo-Bewegungen

einhergeht, ist die

Verletzungsgefahr erhöht.

Aber auch einseitige Sportarten

sind generell problematisch, weil

sie zwar gewisse Muskeln stärken,

andere Muskelpartien jedoch vernachlässigen.

Verfügt der Sportler

über kein präventives Krafttraining

oder neigt er vielleicht auch noch

zu einer koordinativen Schwäche,

ist die Verletzungsgefahr erhöht.

„Dazu kommt der Aspekt der Überbeanspruchung.

Oft fehlen einfach

regelmäßige Pausen zur Regeneration“,

so Gerald Gruber.

Wann zu wem?

Viele Allgemeinmediziner verfügen

über eine zusätzliche Ausbildung

zum Sportarzt und haben spezifische

Erfahrungen mit sportassoziierten

Überlastungen und Verletzungen.

Daher ist ein erster Besuch

bei einem Sportmediziner sicher

sinnvoll. „Sollten die Beschwerden

trotz ordnungsgemäßer Abklärung

anhalten, wird ein Facharzt

für Ortho pädie oder Traumatologie

dazu eingebunden. „Wichtig ist,

dass es immer eine gute Zusammenarbeit

zwischen behandelndem

Arzt, Sportarzt, Orthopäden,

Chirurgen und Physiotherapeuten

gibt“, ist Gerald Gruber überzeugt.

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•• GESUNDHEIT

PSYCHO & SOMA IN DER TCM

Emotionen und ihre

körperlichen Auswirkungen

Psychosomatik ist ein Wort, das in der Traditionellen Chinesischen Medizin

(TCM) als solches nicht existiert. Körper und Geist sind nach diesem Konzept

stets eine Einheit – es wird als das Gleiche angesehen, das in verschiedenen

Ausformungen aufeinander einwirkt. Körperliche und psychische Beschwerden

werden demnach als absolut gleichwertig betrachtet. Das bedeutet, ein

krankes Organ kann die entsprechende Emotion im Übermaß hervorrufen

und eine übermäßige, andauernde Emotion kann das entsprechende Organ

schädigen. Daher wirken sich alle TCM-Therapien, ob Kräutertherapie,

Ernährung oder Akupunktur immer einstimmig auf den Körper, den Geist

und die Seele der Betroffenen aus.

10 Zoë 10/18


Auch wenn viele Menschen

heutzutage die Begriffe

Leber-Qi-Stau und Yang-

Mangel schon einmal gehört haben

– die chinesische Medizin sieht ein

Organ oder auch ein Problem nie

isoliert, sondern immer im Kontext

des gesamten Funktionskreises bzw.

der Wandlungsphasen. Es geht in

der TCM nicht um eine bestimmte

Krankheit, z.B. eine „kranke Lunge“,

sondern um den Menschen als Ganzes

in all seinem Sein. Der Körper ist

das Abbild der Seele – Geist und Materie

durchdringen sich gegenseitig.

Krankheiten haben in der TCM immer

eine körperliche und eine psychische

Komponente, diese beiden Aspekte

stehen immer im Zusammenhang.

Vice versa

Eine Lungenkrankheit kann aus Sicht

der TCM zu tiefer Traurigkeit führen und

umgekehrt kann sehr lang andauernde

Trauer auch zu einer Lungenkrankheit

führen. Für einen TCM-Arzt spielt

es keine Rolle, ob Menschen ihm ihre

emotionale Verfassung oder ihre körperlichen

Beschwerden beschreiben.

Die Anamnese erzielt ein kompetenter

TCM-Arzt über das gesamte Erscheinungsbild

– die körperlich vorgegebene

Konstitution, vorangegangene Beschwerden

und Lebensereignisse, wie

der Mensch geht, sich bewegt, spricht,

sich ausdrückt, sich ernährt. Er schaut

auf seine Vitalität und Dynamik, seine

Stimme, die Augen, das Hautbild oder

auch den Zustand der Haare. Zudem

bezieht er die gesamte Lebenssituation,

Charakter und Emotionen mit

ein und befragt ihn zu seinen Sorgen,

Ängsten, zu Stress, der Arbeit und den

Beziehungen. Die Zungen- und Pulsdiagnostik

runden schließlich seine

Diagnose ab.

Bewegte Gemüter

Da jedes Organ in einem gewissen

Zusammenhang mit Emotionen

steht, sind diese essentiell für die

Diagnose. Auch wenn kurzfristig aufflammende

Gefühle ihre Wirkung

haben, handelt es sich aber maßgeblich

um Emotionen, die dauerhaft

mehr oder weniger bewusst einen

harmonischen Zustand fördern

oder behindern – also gesundheitsfördernd

oder dementsprechend

krankheitserregend sind. Gefühle

machen erst dann krank, wenn sie

sehr stark sind, sehr lange andauern

und der Mensch die Kontrolle darüber

verliert (sie verdrängt werden).

Eine Emotion ist eine Gemütsbewegung,

die sich nach außen bewegt,

gleichzeitig aber auch innerlich wirkt.

Das bedeutet nicht, dass wir keine

Gefühle mehr haben dürfen, weil

wir sonst gleich krank werden. Im

Gegenteil: Gefühle wie Wut, Zorn,

Trauer, Liebe, Freude, Dankbarkeit,

Hass oder Entspannung gehören

zum Leben und wollen gelebt und

gefühlt werden. Jedoch mit einem

gesunden Maß und einer gewissen

Dauer und Selbstregulierung. Egal

um welche Emotion es sich handelt,

ob Stress oder Euphorie – jedes Zuviel

ist auf Dauer unangemessen

und schädigend.

Äußere + innere Faktoren

Langanhaltender Zorn, Wut, Verbitterung

oder Frust wirken auf Leber

und Galle – auf Fachchinesisch auf

die Wandlungsphase Holz. Schulmedizinisch

gesehen sind dies meistens

Patienten mit Vertigo, Tinnitus, Sehstörungen

oder Neigungen zu Spasmen.

Aber auch Wechselproblematiken

gehören hier dazu.

Schilddrüsenprobleme haben oft

Menschen mit großen Sorgen und

Existenzängsten – also Umstände,

die einem tatsächlich an die Nieren

gehen. Inkontinenz, Libidomangel,

Erkrankung der Lendenwirbelsäule

und Knie, Ödeme, Hörprobleme oder

allgemeine Schwäche sind ebenfalls

dem Funktionskreis Niere-Blase zugeordnet.

Das heißt aber nicht, dass die

Niere selbst ein Problem haben muss.

Trauer, Isolation, Husten, Amenorrhö

oder Dyspnoe gehören zu Lunge/

Dünndarm, also zum Metall-Element

während ständiges Grübeln auf den

Magen bzw. auf die Milz schlägt. Diese

Störung im Element Erde kann unter

anderem zu Völlegefühl nach dem

Essen, Abgeschlagenheit, Süßverlangen,

Neigung zu Candidainfektionen

oder Blähungen führen.

Das Feuer ist dem Herzen und dem

Dickdarm zugeordnet. Es steht für

Freude, aber auch für Begierde und

Erregung. Freude ist im Normalfall

keine Krankheitsursache, sondern

im Gegenteil ein wohltuender psychischer

Zustand, der ein harmonisches

Funktionieren der inneren

Organe begünstigt. Übermäßige

Freude kann aber auch in Hysterie

enden, vor allem wenn man ständig

mentale Stimulation braucht.

Meistens leiden diese Menschen unter

Palpitationen, Schlafstörungen,

Übererregbarkeit, Unruhezustände

oder bezeichnenderweise unter dem

„Burn-out-Syndrom“.

DIE FÜNF ELEMENTE

DER GEFÜHLE

Holz

Emotion: Zorn, Ärger, Aggression

Wirkung: Leber/Gallenblase

Feuer

Emotion: Freude, Euphorie,

Begierde

Wirkung: Herz/Dünndarm

Erde

Emotion: grübeln, sich sorgen,

im Kreis denken

Wirkung: Milz/Magen/

Verdauung

Metall

Emotion: Kummer, Trauer,

Melancholie

Wirkung: Lunge/Dickdarm

Wasser

Emotion: Angst, Schock, Trauma

Wirkung: Nieren/Blase

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•• MENSCH

MEGATREND GESUNDHEIT & ZUKUNFT

Die neue Gesundheitskultur

12 Zoë 10/18


Laut Zukunftsprognosen werden wir im Jahr 2040

endgültig in der Gesundheitsgesellschaft angekommen

sein. Gesundheit heute ist Lebenssinn,

Lifestyle-Produkt und Statussymbol. Dies wird auch

so bleiben, jedoch wird sich das Grundverständnis

von einem „gesunden Leben“ neu definieren.

Die heute noch von der Leistungsgesellschaft

geprägten Menschen, die sich bis zur Selbsterschöpfung

für ihre Selbstoptimierung verausgaben,

kommen langsam aber sicher wieder zu einer

gesünderen Lebenseinstellung. Spaß, Freude,

Achtsamkeit und vor allem mehr Gelassenheit sind

die Grundsteine für das zukünftige gesunde Leben –

und das auf allen Ebenen. Die Eigenverantwortlichkeit

und die Gesundheitskompetenz des Einzelnen sind

gestiegen – gleichzeitig rückt Gesundheit aber auch

wieder stärker in die Zuständigkeit der Wirtschaft und

Politik. Denn gesunde oder ungesunde Umwelteinflüsse,

Lebensmittel, Arbeitsumfelder oder Ausgaben

für medizinische Einrichtungen und Aufklärungskampagnen

unterliegen nicht nur allein individuellen Maßnahmen.

In der vom Zukunftsinstitut veröffentlichten

Trendstudie „Health Trends – Gesundes Leben in der

Zukunft“ werden etliche Aspekte in Zusammenhang

mit Gesundheit beschrieben. Folgend haben wir

einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen

der letzten Jahre sowie die Zukunftsaussichten

zusammengestellt.

Zoë 10/1813


Megatrends muss man

nicht voraussagen, denn

sie sind schon da und

markieren Veränderungen, die uns

schon lange prägen und auch noch

lange prägen werden. „Sie sind

Tiefenströmungen des Wandels“, beschreiben

die Zukunftsforscher des

Zukunftsinstitutes auf zukunftsinstitut.de.

„Ein Megatrend wirkt in jedem

einzelnen Menschen und umfasst

alle Ebenen der Gesellschaft: Wirtschaft,

Politik, Wissenschaft, Technik

und Kultur. Megatrends verändern

die Welt - zwar langsam, dafür aber

grundlegend und langfristig.“ Dies

gilt auch für einen der größten Megatrends

des letzten Jahrzehnts – den

Megatrend Gesundheit.

Gesundheit ist eng an die Vorstellung

von einem jugendlichen Auftreten

geknüpft – ein Paradigma, das

im Mainstream der Gesellschaft eine

wichtige Rolle spielt und auch weiterhin

spielen wird. Gesundheit hat

in unserer Gesellschaft laut „Health

Trends“ einen noch nie dagewesenen

hohen Stellenwert erreicht. Individuelles

Gesundheitswissen ist zu einer

gesellschaftlichen Erwartung und zu

einem zentralen Anliegen moderner

Menschen im Zeitalter der Individualisierung

geworden. Dabei geht es

heute mehr um eine gelebte Lebensphilosophie,

um Lebenssinn und

Status. Eine gute Gesundheit bedeutet

ein gutes Lebensgefühl und eine

hohe Lebensqualität.

Gesundheit ist Menschenrecht

Die Weltgesundheitsorganisation

(WHO) definierte im Jahre 1948,

dass der Anspruch auf einen bestmöglichen

Gesundheitszustand ein

Grundrecht jedes Menschen sei. Tatsächlich

investieren weltweit Länder

zunehmend in die Verbesserung der

Ernährungssituation sowie der hygienischen

Bedingungen – was bereits

positive Auswirkungen zeigt: Die Lebenserwartung

steigt in allen Ländern

der Erde beständig an. Menschen leben

heute nicht nur länger, sondern

sind den größeren und immer länger

werdenden Teil ihres Lebens gesund.

Diese Entwicklung ist im gleichen

Maß auf die medizinischen Fortschritte

sowie auf die bessere Medizinversorgung

zurückzuführen.

Auf Kosten der Gesundheit

Trotzdem gibt es noch ein ziemliches

Ungleichgewicht bezüglich der Voraussetzungen

für ein gesundes Leben

in den verschiedenen Teilen der Welt.

Während manche Länder über die

Vorhersagbarkeit von Erkrankungen

über neue Technologien zur Erweiterung

der eigenen Gesundheit diskutieren,

ringen andere Länder noch

mit den Basics wie zum Beispiel dem

Aufbau einer Basisversorgung und

Infrastruktur. Zum Ausgleich bezahlen

die modernen Länder offenbar

aber ihren Wohlstand mit modernen

Zivilisationskrankheiten. Denn während

das Gesundheitsbewusstsein in

den Industrieländern stark gestiegen

ist, nehmen psychische Erkrankungen

wie Burn-out oder Depressionen

parallel deutlich zu. Die Ursachen liegen

in der Berufswelt und eher selten

im Privatbereich. In einer Leistungsgesellschaft,

in der Personen hauptsächlich

nach Erfolg, Jugendlichkeit

und Dynamik bewertet werden,

gibt es auch eine Kehrseite: Stress,

Überforderung und Überarbeitung.

Krankenstände sowie Frühpensionierungen

aus psychischen Gründen

erreichen mittlerweile Rekordwerte.

Gesunde Wertvorstellungen

Unternehmen sind daher in Zukunft

stark gefordert, auf ein gesundes Arbeitsumfeld

für ihre Mitarbeiter zu

achten - statt Kontrolle, Leistungsund

Erfolgsdruck ist mehr Wohlfühlatmosphäre

auf allen Ebenen

gefragt. Denn auch die Mitarbeitererwartungen

von morgen ändern

sich. Vor allem in Zeiten, in der Kreativ-

und Wissensarbeit zum wichtigsten

Wirtschaftszweig geworden

sind, immer mehr Routinejobs automatisiert

werden und die Phase der

Übersättigung an Konsumgütern ihren

Peak erreicht hat, stellt vor allem

die jüngere Generation zunehmend

die Frage nach dem Sinn und Zweck

von Arbeit an sich – und gerade von

solcher, die körperliche und geistige

Gesundheit aufs Spiel setzt. Ein

wesentlicher Faktor dafür ist, dass

diese Generation keine existenziellen

Ängste erleben musste, materielle

Statussymbole reizen sie kaum und

der soziale Status ist nicht mehr von

Jobtiteln abhängig. Das führt dazu,

dass das bisherige Konzept der „Erwerbsarbeit“

kompromisslos hinterfragt

wird. Der Ruf nach einer ausgewogeneren

Work-Life-Balance wird

jetzt schon lauter. Insofern stimmt

der Spruch „dass früher alles besser

war“ für die nächste Generation sicher

nicht. (siehe dazu auch Seite 18)

Gesunde Lebenseinstellung

Tatsächlich hat die heutige Jugend

größtenteils eine gesündere Lebenseinstellung

und ein höheres Gesundheitsbewusstsein

als ihre Eltern und

Großeltern. Alkohol und Zigaretten

gehören heute weniger zum coolen

Selbstbild und werden deutlich weniger

konsumiert. Mittlerweile trinken

nur noch halb so viele Jugendliche

und junge Erwachsene in Deutschland

oder Österreich mindestens einmal

pro Woche Alkohol wie noch vor

40 Jahren. Gleichzeitig stieg die Zahl

der Nichtraucher und vor allem derer,

die niemals Raucher waren. Dies ist

sicherlich auf das bestehende Gesundheitsbewusstsein

zurückzuführen,

aber auch stark auf gesundheitsorientierte

Aufklärungskampagnen,

die ihren Effekt nicht verfehlt haben

– was die Notwendigkeit von politischen

Maßnahmen untermauert.

Fazit: Eine optimale Gesundheitsvorsorge

wird immer eine ganzheitliche

Verantwortungsübernahme von

allen Seiten erfordern.

In Zukunft wird man sich mehr damit

auseinandersetzen müssen, wie sich

Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft

für die Gesundheitserhaltung

und -verbesserung der Menschen

sinnvoll einsetzen können.

Gesunde Wirtschaft & Politik

Der neue Blick auf die Gesundheit des

Menschen ist ganzheitlich und bezieht

die großen Zusammenhänge mit ein.

Diese liegen nicht in der Macht des

Einzelnen, sondern werden von den

14 Zoë 10/18


Lebens- und Umgebungsbedingungen

gesteuert. Gesundheit kann daher

künftig nicht auf das Individuum,

seine Konstitution und Verhaltensweisen

reduziert werden. Viele Gesundheitsfragen

werden künftig global

verhandelt werden müssen und

können nicht mehr lokal entschieden

werden. Themen gibt es mehr als genug

– vor allem im Bereich Umweltschutz.

Denn ein weiterer Preis, den

die moderne Welt allerdings auf Kosten

der Gesundheit aller Erdbewohner

bezahlt, sind die von Menschenhand

erzeugten ökologischen Probleme

wie z.B. der Klimawandel. Gleichfalls

stellt die Luftverschmutzung global

gesehen einen der größten gesundheitlichen

Umwelt-Risikofaktoren

dar. Unternehmen der Zukunft sind

gefordert, ein ausbalanciertes, gesundes

Ökosystem und Arbeitsumfeld

zu schaffen, das der Umwelt und

damit wiederum dem Menschen gut

tut. Dafür bedarf es eines kompletten

Umdenkens und neuer kreativer Lösungen,

wie sie z.B. die „Blue economy“

bereits praktiziert. Es wird sich ein

flexibles, effektives System etablieren,

das umwelt- und gesundheitsbezogene,

wirtschaftliche und soziale Ziele

vereint.

Jung & gesund alt werden

Der Traum der ewigen Jugend ist

wahrscheinlich genauso alt wie der

Mensch selbst. Menschen möchten

alt werden, aber nicht alt sein und

mittlerweile wollen sie auch noch

gut und fit dabei aussehen. In diesem

Sinn tragen vor allem die älteren

Semester – vom Zukunftsinstitut genannten

„Forever Youngster“ – einen

erheblichen Anteil zum Megatrend

Gesundheit bei. Sie investieren Zeit

und Geld in ihre Gesundheitsoptimierung

und möchten die Begleiterscheinungen

des Älterwerdens auf

die lange Bank schieben.

Dementsprechend lassen sich vom

heutigen Lebensstil der „Forever

Youngsters“ Rückschlüsse ziehen,

welche Rolle individuelle Gesundheitsvorsorge

in Zukunft weiterhin

spielen wird. Die Hauptanliegen sind

die persönliche Gesundheitsoptimierung,

Präventions- und Vermeidungsstrategien

sowie eine hohe

individuelle Gesundheitskompetenz.

Der Wissensbedarf bestätigt bereits

die Vielzahl an gesundheitsbezogener

Literatur, Communities und Ratgeberseiten

im Internet. Ernährung

ist dabei gleichfalls ein ganz großes

Thema, da sie mittlerweile einen extrem

hohen symbolischen Wert bekommen

hat. Im Zentrum steht das

Wissen um das, was wirklich wichtig

ist für das eigene Wohlbefinden: So

hat gesundzufriedenes Essverhalten

immer auch mit Genussfähigkeit und

gesundzufriedenes Bewegungsverhalten

nicht mit Leistung, sondern

mit Spaß zu tun.

Ernährung ist Lebensgefühl

Menschen drücken heutzutage ihre

Lebenseinstellung und ihr Lebensgefühl

über ihre Ernährung aus. Ernährungsstile

werden immer bewusster

und entschiedener getroffen. Was dabei

aus medizinischer Sicht tatsächlich

gesund und was lediglich gesund

zu sein scheinender Lifestyle ist, spielt

dabei für das Gesundheitsgefühl nur

eine sekundäre Rolle. Biologische,

frische und saisonale Produkte gewinnen

zunehmend an Bedeutung.

Regionale Lebensmittel erleben sogar

einen regelrechten Boom. Sie geben

den Menschen das Gefühl, mehr

über die Produkte und ihre Herstellung

erfahren zu können und erfüllen

das Bedürfnis nach Ursprünglichkeit,

Authentizität und Nähe. Free-from-

Produkte werden in Zukunft aus dem

Regal verschwinden. Kunden setzen

zunehmend voraus, dass auch für

Zoë 10/1815


Supermärkte ein gesundes Nahrungsangebot

selbstverständlich ist.

Die Kunden von morgen wollen nicht

mehr auf den Packungsrückseiten

prüfen müssen, ob die Lebensmittel

aus unnötigen Zusatzstoffen, nicht

nachhaltigen oder ungesunden Inhaltsstoffen

bestehen.

In Zukunft geht es auch nicht mehr

um hauptsächlich bequeme Produkte

aus dem Tiefkühlregal oder

aus der Dose, sondern um alltagstaugliche

Esslösungen, die ein gesünderes

Essverhalten fördern und

gleichzeitig einen Bezug zu den Nahrungsmitteln

ermöglichen. Der Boom

von Lieferdiensten ist Zeugnis dieser

Entwicklung und geht von der Bio-

Gemüsebox über die Rezeptbox, in

der alle Zutaten für ein gewünschtes

Gericht versammelt sind bis hin zu

solchen, die dezidiert gesunde Mahlzeiten

ausliefern.

Diese Bewegung gilt jedoch nicht

nur für die Märkte, sondern wird zunehmend

auch in der Gastronomie

umgesetzt. In Farm-to-Table-Restaurants

kommen z.B. nur ausgewählte

Lebensmittel aus der unmittelbaren

Umgebung auf den Tisch. Diese Lokale

bewirtschaften oft sogar eigene

Acker- und Weideflächen, geben Einblick

in deren Kultivierung und die regionalen

oder saisonalen Eigenheiten

und bereiten die Speisen direkt vor ihren

Gästen zu. Die Bewegung zur Hyperregionalität

resultiert aus der Suche

des Verbrauchers nach Identität,

Verwurzelung und Selbsterfahrung

dessen, was der Mensch ist und isst.

Megamarkt Gesundheit

So ist Gesundheit nach und nach zu

einem begehrten Konsumgut und

Lifestyle-Produkt geworden. Menschen

sind bereit, etwas für ihr Wohlbefinden

bzw. für ihre Heilung zu tun

– und wenn es sein muss, dafür zu bezahlen.

Ausgaben in die Gesundheitsversorgung

werden als Investitionen in

Lebensqualität gesehen. Das macht

Gesundheit zu einem Verkaufsargument

in vielen Branchen. Die Gesundheitsbranche

zählt zu den am

stärksten wachsenden Bereichen. Sie

entwickelte sich volkswirtschaftlich zu

einem der wichtigsten Eckpfeiler und

schuf viele neue Arbeitsmöglichkeiten.

Mit dem Gesundheitsargument

entstand neben der klassischen, öffentlichen

Gesundheitsversorgung

rund um die Bereiche Ernährung,

Körper, Sport, komplementärmedizinische

Therapien oder Lebensqualität

ein neuer, zweiter Gesundheitsmarkt,

der noch lange nicht ausgeschöpft ist.

Gesundheitsprodukte und -dienstleistungen

sind mittlerweile immer

und überall erhältlich. Ob gesunde,

gesundheitsunterstützende oder

heilende Lebensmittel, Präparate,

Therapien, Sportgeräte oder technische

Hilfsmittel, Wellnessangebote,

Gesundheitsvorsorgen, Gesundheitsreisen

etc. – der zweite Gesundheitsmarkt

hat bereits an den klassischen

ersten Gesundheitsmarkt

angeschlossen.

Auch technische Hilfsmittel zur Kontrolle

des eigenen Gesundheitszustandes

sind mittlerweile Bestandteil

des individuellen Gesundheitsmanagements.

Self-Tracking mithilfe des

Handys, aber auch mit Wearables wie

Fitnessarmbänder oder Uhren, die die

Pulsfrequenz messen, Schritte zählen,

Ernährung kontrollieren etc. wird

immer häufiger praktiziert. Laut den

Prognosen des Zukunftsinstitutes

werden wir 2040 in einer kompletten

Gesundheitsgesellschaft angekommen

sein. Der Gesundheitssektor wird

sich somit weiterhin von einem regu-

16 Zoë 10/18


lierten Angebotsmarkt zu einem vielseitigen

Nachfragemarkt entwickeln.

Allein die erheblich steigende Zahl

an komplementärmedizinsichen und

ganzheitlich denkenden Ärzten, Therapeuten

und Praktikern belegt den

großen Wandel und die Demokratisierung

des ersten Gesundheitsmarktes.

Die Demokratisierung der Gesundheit

ist in vollem Gange und macht auch

nicht Halt vor dem bisherigen medizinischen

System.

Medizin im Wandel

Individuelles Gesundheitswissen ist

zu einer gesellschaftlichen Erwartung

geworden und wird primär als selbstverantwortliche

Aufgabe jedes Einzelnen

wahrgenommen. Die Gestaltung

der eigenen Gesundheit ist im

Zeitalter der Individualisierung nicht

nur Voraussetzung, sondern auch

Wunsch der Menschen. Dies führt

dazu, dass Ärzte sich zunehmend mit

mündigen Patienten konfrontiert sehen,

die auch aufgrund des Internets

bestens informiert sind und nicht mit

einem „Gott in Weiß“, sondern auf

Augenhöhe kommunizieren wollen.

Zudem möchten sie auch ganzheitlich

wahrgenommen werden. Während

viele Patienten in den letzten

Jahren der klassischen Schulmedizin

zunehmend misstrauen, zählt paradoxerweise

auch der Berufsstand der

Ärzte mittlerweile zu den am höchsten

Burn-out- und suizidgefährdeten.

Ärzten fehlt die Zeit, den Patienten,

der immer mehr zum Kunden wird,

in seiner Ganzheit zu erfassen. Die

Folge ist eine steigende Anzahl von

anerkannten Angeboten, aber auch

dubiosen, die dem Begriff Komplementär-

oder Alternativmedizin nicht

gerecht werden.

Gesucht wird also eine neue Vertrauenskultur

in der Gesundheitsbranche.

Daher ist die Herausforderung für die

(Komplementär-)Medizin von morgen

Ganzheitlichkeit, Transparenz, Selbstverwaltung

und Ehrlichkeit. Dies wird

umso relevanter, je stärker die Digitalisierung

fortschreitet. Menschen informieren

und tauschen sich in Foren aus

und vertrauen mehr auf die Meinung

von Betroffenen als von Experten.

Dieses Verhalten wird zunehmend

Medizin und Märkte bestimmen und

nachhaltig verändern.

Lebensqualität im Alter

Nichtsdestotrotz wird der medizinische

Fortschritt aber auch in Zukunft

dafür sorgen, dass sich gesundheitliche

Einschränkungen im Alter sowie

die Kosten für die Pflege in Grenzen

halten werden. Zudem wird es ein

größeres Angebot an nicht-stationären

sowie auch privaten Behandlungen

geben. Durch die Fokussierung

auf ein selbstbestimmtes Leben bis

ins hohe Alter in vertrauter Umgebung

wird gleichfalls die Nachfrage

nach mobiler bzw. ambulanter Pflege

ansteigen.

Ein weiterer wichtiger Sektor, der

sich durch neue Technologien verändern

wird und den zukünftigen

Pflegebedürftigen komplett neue

Möglichkeiten eröffnen wird, ist die

Telemedizin. Durch die stets verbesserten

Vernetzungsmöglichkeiten mit

medizinischen Einrichtungen und

technologischen Hilfsmitteln werden

hilfsbedürftige Menschen so lange wie

möglich in ihren eigenen vier Wänden

betreut – und sei es mithilfe von Robotern.

Auch die Fortschritte in Richtung

medizinische Genetik lassen

erkennen, dass mittels „Gen-Editing“

und „Gen-Doping“ Gesundheit bis ins

hohe Alter machbar sein könnte. Damit

ergibt sich eine Methodenvielfalt,

die sich an den jeweiligen Bedürfnissen

ausrichtet und die Altersmedizin

als zentralen Gesundheitsplayer positioniert.

„Ganzheitlichkeit“ könnte gerade

hier gelebte Realität werden.

Der neue Zeitgeist:

Achtsamkeit & Gelassenheit

Es gibt aber noch eine weitere Option,

glücklich zu altern – Gelassenheit.

Dem Selbstoptimierungstrend

setzt sich zunehmend ein anderer

Trend entgegen: ein achtsamer und

zugleich gelassener Zugang zur eigenen

Gesundheit. Gelassen sein

heißt, loslassen zu können von einem

leistungsorientierten Selbstoptimierungsgedanken.

Im Zentrum

steht das Wissen um das, was wirklich

wichtig ist für das eigene Wohlbefinden.

Denn seit Gesundheit als

körperlich-geistig-seelischer Prozess

wahrgenommen wird, haben sich

die Menschen in ihren Bemühungen

in der Selbstperfektion auf körperlicher

oder psychischer Ebene

überschlagen. Jedoch liegt es in der

Natur der Sache, dass Harmonie

nicht mit Druck und mit Leistungsorientierung

einhergeht. Die Chance

liegt in einem achtsameren Umgang

auf allen Ebenen. Wenn Menschen

im Laufe der Zeit begreifen, dass

das Alter eine schöne und wichtige

Lebensphase ist, in der man gelassen

und weise auf die Früchte der

Lebenserfahrung zurückgreifen kann

– sind sie bereits im nächsten sozialen

Trend „Mind Balancing“ und

„Mindfulness“ angekommen. Dieser

entwickelt sich gerade zum neuen

Megatrend und bewirkt gleichzeitig

mehr Achtsamkeit seitens der Gesellschaft

gegenüber dem alternden

Menschen. Dadurch können auch

die „neuen Alten“ ihren Altersvorteil

ausleben und mehr Gelassenheit

entwickeln, ohne dabei zwanghaft

jung aussehen zu müssen.

Achtsamkeit und Gelassenheit zeichnen

jetzt den neuen Zeitgeist aus.

Statt übertriebener Suche nach Lebensenergie

wird wieder der Weg zum

Ziel. Gelassenheit ist mehr eine Kompetenz

als ein psychischer Momentzustand:

Es geht um das Wissen, was

die eigene Gesundzufriedenheit ist,

wie man positive Elemente im Leben

verstärken und andere bewusst fallen

lassen kann, um in einem fließenden

Gleichgewicht zu sein und zu bleiben.

Quelle: Trendstudie „Health Trends“,

Gesundes Leben in der Zukunft

Infos & Buch: zukunftsinstitut.de

Zoë 10/1817


•• MENSCH

GESUNDHEITSREPORT 2018

So fühlt sich Österreich

Die Uniqa Österreich führte im Dezember letzten Jahres eine Umfrage durch,

um für den Gesundheitsreport 2018 den Gesundheitszustand der Österreicherinnen

und Österreicher zu eruieren. In dieser repräsentativen Umfrage wurden

insgesamt 2.010 Österreicher zwischen 18 und 64 Jahren befragt, wie es um

ihre Gesundheit steht und welche Ziele sie sich gesteckt haben. Das Ergebnis:

Summa summarum fühlen sich die Österreicher ziemlich gesund.

Bei der von der Uniqa Österreich

durchgeführten Umfrage

bewerteten zwei Drittel

der Befragten ihren Gesundheitszustand

mit sehr gut oder eher gut.

Menschen, die in einer Partnerschaft

leben, fühlen sich generell fitter als

Singles. Keine Rolle spielt dabei, ob

Kinder im Haushalt leben oder nicht.

Interessant ist, dass sich Männer mit

71 Prozent offenbar etwas gesünder

fühlen als Frauen (67 Prozent).

Österreichweit betrachtet fühlen sich

die Burgenländer am gesündesten.

Sie bewerteten als einziges Bundesland

ihren Gesundheitszustand am

mit 80 Prozent sehr gut. Den zweiten

Platz teilen sich Oberösterreich

und Vorarlberg mit jeweils 73 Prozent.

Am wenigsten zufrieden sind laut

Gesundheitsreport 2018 die Wiener.

63 Prozent der Befragten befanden,

dass ihr Gesundheitszustand sehr gut

oder gut ist.

Viele gute Vorsätze

58 Prozent der Österreicher gaben

an, „etwas für ihre Gesundheit tun zu

wollen“. Oberstes Ziel ist dabei abzunehmen.

Knapp 57 Prozent möchten

nämlich in erster Linie „Gewicht reduzieren“,

55 Prozent wollen „mehr Sport

treiben“ und 54 Prozent möchten

sich „gesünder ernähren“. Die Umsetzung

scheint jedoch schwieriger

zu sein. Knapp 49 Prozent sind nicht

ganz so konsequent bei der Umsetzung

dessen, was sie sich vorgenommen

haben, um gesünder zu leben.

Nur an die 28 Prozent der Befragten

setzen ihre Ziele konsequent um.

Männer schätzen dabei ihre Standhaftigkeit

etwas höher ein. Denn bei

der Frage nach der Umsetzung der

Gesundheitsziele gaben 31 Prozent

der Männer an, ihre Ziele konsequent

zu verfolgen. Bei den Frauen waren es

hingegen nur 26 Prozent.

18 Zoë 10/18


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Zoë 10/1819


•• BERUFSWELT

GESUNDE ARBEITSKULTUR

In Zukunft mehr

Spaß an der Arbeit

Arbeitszeit ist wertvolle Lebenszeit und damit je nachdem eine elementare

Kraft- oder Störungsquelle für körperliche, geistige und seelische Gesundheit.

Denn es ist ein Unterschied, ob Ausbeutung oder ein schädliches

Arbeitsumfeld, Bewegungsmangel, hoher Leistungsdruck, Mobbing und

Existenzängste zum Berufsalltag gehören, oder ob Menschen mit Begeisterung

in ihrer Tätigkeit aufgehen und sich dabei vollkommen mit ihren

Stärken und Talenten am richtigen Platz fühlen. Nicht nur die bedenklich

steigenden Burn-out-Raten machen aber deutlich, dass Arbeit, wie sie in

den letzten Jahrzehnten in den westlichen Ländern gelebt wird, ziemlich

krank macht. Aber es besteht Hoffnung für die zukünftige Menschheit. Denn

die nächste Generation Y hat aus den Fehlern ihrer Vorfahren gelernt. Work-

Life-Balance, Handlungsspielraum und Selbstbestimmung sowie Spaß an

der Arbeit werden zunehmend für sie Voraussetzung.

Führungskräfte aus dem

gesamten deutschsprachigen

Raum beantworten die

Frage, was sie als die größte Herausforderung

beim Etablieren eines

gesunden, attraktiven Arbeitsumfelds

betrachten, mit folgenden Attributen:

„Interessante Aufgaben bieten zu

können“ und „ein gutes Betriebsklima

zu schaffen“. Wie jedoch aus der

Health-Studie des Zukunftsinstitutes

hervorgeht, sehen Dienstnehmer

das Thema etwas anders. Fragt man

nämlich die Beschäftigten, welche

Maßnahmen der indirekten Unternehmungsführung

tatsächlich einen

fördernden Einfluss auf ihre Gesundzufriedenheit

haben, so zeigen sich

einige Überraschungen: Flexible

Arbeitszeiten führen nicht, wie oft

angenommen, zu mehr Freiraum und

einer besseren Work-Life-Balance. Im

Gegenteil, flexible Modelle wirken sich

negativ darauf aus. Denn im Kontext

der heutigen Arbeitskultur schützt

ein fester Arbeitszeitrahmen vor

Überarbeitung. Desgleichen wirken

sich weder abgegoltene Überstunden

noch leistungsabhängige Bezahlungen

auf das Wohlbefinden bzw. die

Gesundheit der Mitarbeiter aus. Was

sich tatsächlich positiv auswirkt, ist

das Schaffen von Handlungsspielräumen.

Diese ermöglichen – aber erzwingen

nicht – eigenverantwortliche

Entscheidungen und schützen damit

vor selbstgefährdendem Verhalten, zu

dem die heutige Arbeitskultur offenbar

verleitet.

Nicht arbeiten ist langweilig

Arbeit gibt den Menschen Sinn sowie

ein Gefühl der Zugehörigkeit und

einer gewissen Bedeutung und Wertigkeit.

Ein Mensch ohne Aufgabe ist

eher unglücklich. Über 70 Prozent der

Menschen geben an, dass sie auch

bei hohem Arbeitslosengeld lieber

selber arbeiten möchten. Ohne berufliche

Arbeit stellen sich knapp 60

Prozent das Leben ziemlich langweilig

vor. Weniger arbeiten ist somit nicht

das größte Bedürfnis der heute Berufstätigen.

Laut der Health-Trends

sind „besser abschalten zu können“

(36 Prozent) und „sich selbst weniger

stressen“ (32 Prozent) die primären

Wünsche der Berufstätigen. Nur ein

im Verhältnis recht kleiner Anteil von

15 Prozent „will weniger arbeiten, um

mehr Freizeit zu haben“. Ehrgeizige

Ziele, auf der Karriereleiter hoch zu

klettern, liegen ebenfalls weit hinter

den Wünschen zurück.

Wertewandel

Die vorher genannten guten Absichten

der einzelnen Personen sind jedoch

heute leider mehr Wunsch als

Wirklichkeit. Noch scheitert die vom

industriellen Aufschwung geprägte

Generation mit ihren Vorsätzen an

sich selbst. Die Menschen verhalten

sich anders als sie es sich vornehmen,

aber der Nachwuchs ist bereits

20 Zoë 10/18


neu auf die Arbeitswelt eingestellt:

Ohne Urlaub durcharbeiten oder trotz

Krankheit am Schreibtisch sitzen

kommt für diese sogenannte Generation

Y nicht mehr in Frage.

Der Megatrend Gesundheit, der Achtsamkeitstrend

und die damit einhergehende

rasant wachsende Popularität

von Meditation, Yoga und anderen

Techniken zur Förderung der mentalen

Gesundheit verändern das Bewusstsein

für und die Akzeptanz von Stress.

In Zukunft wird Stress nicht mehr als

Zeichen für besonders hohe Leistung

gewertet, sondern eher als Unvermögen

gesehen, im eigenen Leben

Ausgewogenheit herzustellen. Dieser

Wertewandel wird nach Beobachtungen

des Zukunftsinstitutes dafür sorgen,

dass immer weniger Menschen

dazu bereit sind, einem Job nachzugehen,

der sie krank macht bzw. sich

in eine Arbeitskultur zu begeben, die

selbst auferlegte, ungesunde Verhaltensweisen

und Stress fördert.

Gesunde Arbeitseinstellung

Für Arbeitgeber bedeutet diese Entwicklung,

Stressfaktoren innerhalb

des eigenen Unternehmens ernst

zu nehmen und dafür zu sorgen,

dass sich ihre Mitarbeiter in gesunden

Rahmenbedingungen bewegen

können. Wenn Arbeitszeit als wertvolle

Lebenszeit empfunden wird,

muss der Job in Zukunft noch stärker

über das Gehalt hinaus einen

Mehrwert bieten: Freude, Selbstentfaltung

und Sinn. Denn Menschen

wollen tätig sein – doch sie wollen

dabei frei sein: Die Forderung nach

sinnhaften, gesunden Jobs und

nach einer selbstbestimmten Neuverteilung

von Arbeitszeit wird nicht

nur Unternehmenskulturen, sondern

auch die Wirtschaft in westlichen

Ländern verändern, die bereits

jetzt vor einem neuen Post-Wachstumskurs

steht. Dementsprechend

ergeben sich zwei Aufgaben für

eine Healthy Leadership: Zum einen

müssen diese Handlungsfreiräume

zur Verfügung gestellt werden.

Andererseits muss in Zukunft langfristig

an einer Unternehmenskultur

gearbeitet werden, in der flexible Arbeitszeiten

und Selbstbestimmung

nicht zu einer ungesunden Haltung

der Selbstausbeutung, sondern zu

einem neuen, gesundheitsförderlichen

Freiraum für Mitarbeiter führen.

Einige innovative Unternehmen

haben diese Notwendigkeit heute

schon erkannt und teils sehr kreative

Maßnahmen gesetzt. Das Unternehmen

der Zukunft weiß, wie sehr

das psychische und physische Wohl

der Mitarbeiter eine Rolle spielt, weil

es ihm selbst schließlich wieder zugute

kommt: Glückliche Mitarbeiter

sind produktiv, teamfähig, kreativ –

und schließlich loyal.

Quelle: Trendstudie, "Health Trends",

Gesundes Leben in der Zukunft,

zukunftsinstitut.de

Zoë 10/1821


•• BERUFSWELT

KUNST & BERUF

Streetwear – das Motiv

liegt auf der Straße

Als „Raubdruckerin“ ist Emma-France Raff seit 2006 in etlichen Städten

unterwegs - jedoch „druckt“ sie jeder Stadt stets ihre ganz persönliche

Note und Ansicht auf den Leib. Gullideckel von Rom, Athen, Berlin, Budapest,

Wien, Barcelona, Madrid, Amsterdam, Paris, Lissabon, Porto, Brüssel,

Stavanger wurden bereits auf Stoff und Papier abgebildet.

Kreativität besteht nicht

unbedingt daraus, komplett

Neues zu erfinden, sondern

auch, aus bereits Bestehendem Neues

zu erschaffen. Emma-France Raff

ist Meisterin der speziellen Betrachtungsweise.

Sie entdeckt Schönheit

dort, wo andere sie nicht wahrnehmen,

sondern diese sogar buchstäblich

mit ihren Füßen treten. Mit ihrem

speziellen Auge für Details gestaltet

die in Berlin ansässige Künstlerin

erstaunliche T-Shirts, Taschen und

Poster im Kanaldeckel-Design – also

Streetwear im wahrsten Sinne des

Wortes. Inosfern verbindet die Raubdruckerin

nicht nur ihre Liebe zum

Reisen, sondern setzt auch Akzente

gegen Massenproduktion und freut

sich stets über die Reaktionen und

Austausch mit den Menschen vor Ort.

Ausschnitte einer Stadt

Die Idee zu diesem „experimentellen

Street-Printing-Projekt“ hatte Emma-

France Raff gemeinsam mit ihrem Vater,

als sie noch Textildesign studierte.

Das Konzept ist so einfach, dass es

umso mehr fasziniert. Jedes gestaltete

Teil ist ein Einzelstück und wird direkt

vor Ort mitten auf der Straße nur

mittels einer Malerrolle und Farbe gedruckt.

Mittlerweile werden nicht nur

Kanaldeckel, sondern Abluftgitter, Reliefs

auf Pflastersteinen oder einfach

alles, was eine schöne oder originelle

Struktur und Form hat, abgedruckt.

Infos & Shop: raubdruckerin.de

22 Zoë 10/18


Fotos: Orpheas Tziagidis

Zoë 10/1823


•• SCHÖNHEIT

WIRKSTOFFE & ESSENZEN: GÄNSEBLÜMCHEN

Widerspenstige Fröhlichkeit

Die meisten denken bei Gänseblümchen an saftige Wiesen, Frühling oder an das

Spiel verliebter Teenagerinnen „er liebt mich, er liebt mich nicht“. Diese kleinen

Blütenblätter haben jedoch viel mehr zu bieten als nur als Orakelobjekte gerupft zu

werden. Denn so fröhlich und hübsch wie Gänseblümchen aussehen – sie können

viel mehr als „nur“ schön sein. Die wertvollen Inhaltsstoffe des Gänseblümchens

machen es zu einer kostbaren Heilpflanze für innere und äußere Anwendungen.

Gänseblümchen wirken nicht nur auf die Seele der Menschen belebend. Sie sind

entzündungshemmend und auch für empfindliche Haut sehr geeignet. Selbst

gemachte Pflegekosmetik ist mit selbst gepflückten Gänseblümchen nicht nur

einfach herzustellen, sondern zudem auch sehr günstig. Das fröhlich anmutende

Blümchen soll aber auch gegen Frühjahrsmüdigkeit helfen und ist zudem

in der Küche eine nette Abwechslung in Salaten und Aufstrichen.

24 Zoë 10/18


Der lateinische Name des

Gänseblümchens Bellis

perennis bedeutet „ewig

schön“ und diesen Namen hat es sich

zu Recht verdient. So zart besaitet

und fröhlich Gänseblümchen auch

wirken, in ihnen steckt ein ausdauerndes

„Stehaufmännchen“, das es

ziemlich in sich hat. Werden die weißen,

zartrosa Blütenköpfe abgerissen

oder gefressen (wie der Name schon

andeutet – bevorzugt von Gänsen) so

wachsen diese einfach immer wieder

neu nach. Werden die Köpfchen

niedergetreten, richten sie sich kurz

danach einfach wieder auf und drehen

sich dabei stets zur Sonne. Schon

allein diese Eigenschaften machen

sie zu einer liebenswerten Blume für

Jung und Alt, jedoch kann sie viel

mehr als nur lieb und hübsch sein.

Regeneration & Vitalität

Die zahlreichen Inhaltsstoffe (Mineralstoffe

Kalium, Kalzium, Eisen,

Magnesium, Vitamin C und sekundäre

Pflanzenstoffe wie Saponine,

Gerbstoffe, Flavonoide, Bitterstoffe)

machen das Gänseblümchen zu

einem beliebten Heilkraut für innere

und äußere Anwendungen. In der

Volksmedizin wird es als entzündungshemmendes

Schmerz- und

Wundheilmittel gut und gerne bei

Hautproblemen, Schürfwunden,

Prellungen, aber auch bei Verstauchungen,

Muskelschmerzen, Gicht

und Rheuma eingesetzt. Zudem

wird ihm eine Stoffwechsel anregende

Wirkung nachgesagt.

Gänseblümchen sind nicht giftig

und so bereichern sie die Küche

in Aufstrichen, Gemüsegerichten,

Suppen und Salaten. Aber sie

helfen auch unterwegs bei Insektenstichen

oder Verletzungen und

sind eine wertvolle Ingredienz von

Hautpflegeprodukten, wenn es um

die gesunde, schöne Haut geht.

Cremes, Gesichtsmasken, Tinkturen,

Wickel oder Tees mit Gänseblümchen

sind wohltuend und zudem

einfach selbst herzustellen.

Gänseblümchen wachsen im Park,

im Garten, in einer nicht zu hohen

REZEPTE MIT GÄNSEBLÜMCHEN

Gänseblümchen-Gesichtsmaske

1 El frisch gepflückte Gänseblümchenblüten mit 50 ml kochendem

Wasser übergießen. 30 Minuten ziehen lassen, abseihen und mit einem

EL grüner Tonerde und 1 TL Bio-Honig und zu einem glatten Mus

vermischen. Das Mus auf die gereinigte Haut auftragen, 15 Minuten

einwirken lassen und danach mit lauwarmem Wasser abspülen.

Gänseblümchen-Wasser

Zwei TL Gänseblümchen in einem Viertelliter Wasser fünf Minuten kochen.

Nach zehn Minuten abseihen und nach Belieben verwenden. Gänseblümchen-Wasser

hilft bei verschiedenen Hautproblemen, gegen Hautunreinheiten.

Es lindert zudem Hautausschläge und Hautverletzungen und

kann als reinigendes Gesichtswasser, für Einreibungen oder Bäder verwendet

werden. Im Badewasser sorgen ein paar frische Blüten zusätzlich

für angenehmes Wohlgefühl.

Gänseblümchen-Tee

Wiese oder am Wegrand. Sie können

praktisch fast das ganze Jahr

gesammelt werden, wobei die beste

Zeit dafür im Frühling im April und

Mai ist. Ideal sind hunde- und pestizidfreie

Sammelstellen wie der eigene

Garten, hundefreie Zonen oder

Spielplätze.

2 TL Gänseblümchenblüten mit einem Viertelliter siedenden Wasser

übergießen, zehn Minuten ziehen lassen und abseihen. Der Tee hilft

bei Erkältungen, Frühjahrsmüdigkeit und Verdauungsbeschwerden.

Vor allem bei Kindern zeigen Gänseblümchen eine große Wirkung

bei Husten und Erkältungen, Hauterkrankungen, Wunden, Wachstumsproblemen

oder Schwächezuständen.

Frische Gänseblümchen gegen Insektenstiche und Kratzer

Gänseblümchenblätter reiben und den Saft direkt auf die betroffenen

Stellen verteilen

Zoë 10/1825


•• SCHÖNHEIT

26 Zoë 10/18


MIKROPLASTIK IN KOSMETIKPRODUKTEN

Schönheit braucht

kein Plastik

Plastik auf der Haut ist gleich Plastik im Meer und ist

gleich Plastik im Magen von Tieren und Menschen.

Mikroplastik hat somit absolut nichts mit Schönheit

und Reinheit zu tun. Dabei befinden sich Mikroplastik

und andere synthetische Kunststoffe ausgerechnet in

vielen Kosmetik- und Reiningungsprodukten – manche

Kosmetika bestehen sogar zu mehr als 90 Prozent aus

Kunststoffen. Meist ist Mikroplastik für Konsumenten

nicht bewusst wahrnehmbar. Ob in Zahnpasten,

Peelings, Seifen, Sonnenschutz, Lippenflege- und

diversen Make-up-Produkten, Deos, Waschmitteln,

Duschgels, Shampoos, Haarstyling-Produkten, Reinigungslotions,

Cremes aller Art – die Liste der Erzeugnisse

ist erschaudernd lang. Der deutsche Bund für Natur und

Umweltschutz hat aus diesem Grund einen Einkaufsratgeber

mit sämtlichen Produkten, die Mikroplastik und

synthetische Kunststoffe beinhalten, herausgegeben.

Zoë 10/1827


•• SCHÖNHEIT

Als Mikroplastik werden feste

und unlösliche Kunststoffe

bezeichnet, die in

ihrem Durchmesser nicht größer

als fünf Millimeter sind. Prinzipiell

gibt es zwei Arten von Mikroplastik:

primäre, also solche, die von Haus

aus so winzig sind, und sekundäre,

die erst im Laufe der Zeit durch Verwitterungsprozesse

in diese kleinen

Bestandteile zerfallen.

Kunststoffe gibt es heutzutage bekanntlich

leider nahezu überall.

Das große Problem dabei ist, dass

mittlerweile die Meere komplett

von diesem synthetischen Material

überschwemmt sind. Somit wird

Mikro plastik von kleinsten Lebewesen

wie Plankton oder Muscheln,

aber auch von Fischen, Seevögeln

und Meeressäugern gefressen. Abgesehen

von der ökologischen Katastrophe

gelangt das Mikroplastik

über den Konsum von Meerestieren

wiederum in den menschlichen

Organismus.

Kunststoff & Kosmetik

Das primäre Mikroplastik wird vor

allem in der Kosmetikindustrie in einer

Vielzahl von Kosmetikprodukten

verwendet. Ob partikulär oder flüssig

als Schleifmittel, Bindemittel,

Füllmittel oder Filmbildner. Für normal

sterbliche Konsumenten quasi

kaum erkennbar. Aus diesem Grund

hat der Bund für Umwelt und Naturschutz

Deutschland e.V. (BUND) einen

Einkaufsratgeber herausgeben,

in dem die unlöslichen, in Wasser

quellbaren und z.T. löslichen synthetischen

Polymere (Kunststoff) in

Kosmetika aufgelistet werden.

Zudem setzt sich der BUND für ein

Verbot von Mikroplastik und anderen

Kunststoffformen in Kosmetikartikeln

ein und fordert die

Konsumenten auf, auf Plastik- und

Mikroplastikprodukte zu verzichten

und Alternativen zu nutzen. „Plastik

wirkt in der Umwelt wie ein Magnet

für Schadstoffe, die Schadstoffkonzentration

an dem Mikroplastik ist

oft hundertmal höher als im Meerwasser.

Dies geschieht aufgrund der

physikalischen und chemischen Eigenschaften

des Kunststoffs. Zum

anderen enthält der Kunststoff bereits

Chemikalien, die während der

Produktion hinzugefügt werden.

Wenn Tiere diese Mikroplastikpartikel

fressen, nehmen sie auch die Schadstoffe

mit auf“, so die überzeugende

Erklärung in der BUND-Broschüre.

Da der Verein politisch unabhängig

ist und sich nicht von Unternehmen

sponsern lässt, wird um Unterstützung

in Form von Spenden gebeten.

Infos:

Produktliste: bund.net/mikroplastik

Download BUND-Einkaufsratgeber

bund.net/service/publikationen/

detail/publication/bund-einkaufsratgeber-mikroplastik/

HÄUFIGSTE KUNSTSTOFFE IN KOSMETIKA

Kunststoff

Polyethylen

Polypropylen

Polyethylenterephthalat

Nylon-12

Nylon-6

Polyurethan

Acrylates Copolymer

Acrylates Crosspolymer

Polyacrylat

Polymethylmethacrylat

Polystyren

Abkürzung

PE

PP

PET

Nylon-12

Nylon-6

PUR

AC

ACS

PA

PMMA

PS

28 Zoë 10/18


25 JAHRE

25 JAHRE FAIRTRADE ÖSTERREICH

ES LIEGT IN DEINER HAND

1993 wurde FAIRTRADE Österreich gegründet, um die Lebensund

Arbeitsbedingungen in den sogenannten Entwicklungsländern

nachhaltig zu verbessern. Vor 25 Jahren war FAIR-

TRADE ein Zeichen der Solidarität weniger Menschen. Heute

ist es das Symbol einer großen Bewegung und steht für den

fairen Genuss mit gutem Gewissen. Zahlreiche Unternehmen,

Gemeinden und Schulen machen sich mittlerweile landesweit

für die gerechte Sache stark. Zudem zeigen Befragungen, dass

sich auch viele Menschen fair gehandelte Produkte in Cafés,

Restaurants oder am Arbeitsplatz wünschen. Eine Forderung,

der immer mehr Gastronomiebetriebe sowie Arbeitgeberinnen

und Arbeitgeber nachkommen. Äußerst erfreuliche Entwicklungen,

die auch zeigen: Wir haben es in der Hand, die Dinge

zum Positiven zu verändern. Dass man dabei auf nichts verzichten

muss, macht auch die mittlerweile große Auswahl an

Produkten deutlich, die das bekannte Siegel tragen.

Gründung

KAKAO

die erste fairtrade-

Schokolade

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•• LEBENSART

AUSSTELLUNG: KEITH HARING

Kunst gegen Krieg

und Unterdrückung

Die Figuren von Keith Haring wirken auf den ersten Blick oft nur wie einfache

Strichmännchen, jedoch wollte der amerikanische Künstler mit seiner Kunst

viel mehr als nur das ausdrücken. Mit seinen comicartigen Werken hinterfragt

er die Entwicklung der Gesellschaft und deren Auswirkung auf das Individuum.

Noch bis heute prägt sein Stil die Pop-Art.

Nur 31 Jahre dauerte Keith Harings

kurzes, aber sehr erfolgreiches Künstlerleben.

Er wurde 1958 geboren und

starb 1990 in New York an den Folgen

seiner AIDS-Erkrankung. Schon als

Kind interessierte sich Haring für Kunst

und insbesondere für Comics. Im Alter

von 20 Jahren gelang Haring seine

erste Einzelausstellung im Pittsburgh

Arts and Crafts Center. Er zog noch

im selben Jahr nach New York. Dort

lernte er Künstler kennen, die nicht nur

im Museum ausstellten, sondern ihre

Kunst mit allen Menschen teilen wollten.

Haring ließ sich von dieser Szene

mitreißen und auch stark beeinflussen.

Subway Drawings

Auch er begann mit seinen ersten Arbeiten

im öffentlichen Raum. Einige

Zeit später fing er an, seine Tags zu

hinterlassen: zum Beispiel das krabbelnde

Baby oder seinen Hund. Im

Laufe der Zeit begann er mit Kreide

auf den freien, dunklen Werbeflächen

der New Yorker U-Bahn-Stationen zu

malen. Diese sogenannten „Subway

Drawings“ entstanden von 1980 bis

1985. Seine Figuren waren geprägt

von schnellen, aber präzisen, weißen

Linien auf schwarzem Untergrund.

Haring begann immer mit einem weißen

Rahmen als Bildbegrenzung. Erst

dann malte er die für ihn typischen

Figuren und Gegenstände: Hunde,

UFOs, Strahlenbabys und Menschen,

welche häufig Anspielungen auf politische

Ereignisse, Kriege, AIDS oder

andere Krisen seiner Zeit beinhalteten.

Aber auch Umwelt und Unterdrückung

durch den Kapitalismus waren

wichtige Themen in seinen Arbeiten.

Die erste Einzelausstellung in der

„Tony Shafrazi Gallery“ hatte Haring

1982 und erzielte damit seinen internationalen

Durchbruch. Da sich

Haring zuvor eher auf das Zeichnen

konzentriert hatte, malte er für diese

Ausstellung erstmals. Zusammen mit

dem Graffiti-Künstler L.A. II bemalte

Haring Reproduktionen berühmter

Skulpturen, wie zum Beispiel den

David von Michelangelo. Im Zuge

dieser Arbeiten entwickelte Haring

eine Art labyrinthischen Stil, bei dem

viele Zeichnungen die Fläche bis zum

kleinsten Raum ausfüllten.

Kunst für alle Menschen

Haring wollte nicht, dass seine Kunst

nur für Leute zugänglich war, die genug

Geld hatten. Deswegen eröffnete

er 1986 einen sogenannten „Pop

Shop“ in New York. Er verkaufte dort

die verschiedensten Produkte, auf

denen seine Kunst zu sehen war. Dadurch

sollten sich mehr Leute einen

Teil seiner Kunst leisten können. Der

Shop wurde 2005 geschlossen.

Bereits bevor Haring 1988 von seiner

AIDS-Erkrankung erfuhr, nahm er bei

verschiedenen Benefiz-Aktionen gegen

AIDS teil. Auch in seiner Kunst versuchte

er die Krankheit zu verarbeiten.

Nach seiner Diagnose setzte sich

Haring weiterhin aktiv gegen AIDS

ein. 1989 engagierte er sich in der

Widespread-Kampagne für die AIDS-

Vorsorge. „Tuttomondo“ war Harings

letztes öffentliches Werk – an der Außenwand

einer Kirche in Pisa. Obwohl

der US-amerikanische Künstler so

jung starb, prägte er stark die Pop-Art

und setzte sich sein Leben lang, mithilfe

seiner Kunst, gegen Unterdrückung,

Krieg und Ungerechtigkeit ein.

Heuer wäre der Künstler 60 Jahre alt

geworden, deshalb widmet ihm die

Wiener Albertina eine umfassende

Ausstellung.


Sara Pilz

Infos: Die Ausstellung ist noch bis

24. Juni 2018 zu sehen.

Albertina: 1010 Wien, Albertinaplatz 1

www.albertina.at

30 Zoë 10/18


Zoë 10/1831

Fotos: Sara Pilz


•• LEBENSART

32 Zoë 10/18


BUCHTIPP: DAS WALT DISNEY FILMARCHIV

Über die Magie der Comicwelt

Mit Pinocchio, Bambi oder Mogli hat Walt Disney

Generationen von Kindern und deren Eltern in seine

Zauberwelt der Fantasie entführt. Er entwickelte

sich zum beliebtesten Filmemacher

Amerikas und „Märchenonkel der Nation“. In

einem der umfangreichsten Bildbände, die

es je zu Disneys Animations filmen gab, führen

rund 1.500 Abbildungen geradewegs ins kreative Herz

des legendären Studios: Werkfotos, Animationszeichnungen

oder Storyboards zeigen die Kunst des Zeichentricks aus erster Hand.

Walt Disney war einer

der kreativsten Köpfe

des 20. Jahrhunderts

und hat ein einzigartiges Universum

der Welt der Magie und Fantasie erschaffen.

Wie nur wenige Klassiker des

Kinos revolutionierten seine Zeichentrickfilme

die filmische Erzählkunst

und verbinden bis heute Generationen

und Kulturen. Schon im Jahr 1928

wurde die Kultfigur Micky Maus geboren,

mit der Walt Disney innerhalb

weniger Jahre zu einem der weltweit

bekanntesten und erfolgreichsten

Filmproduzenten avancierte.

26 Oscars mit Zeichentrick

1937 entstand mit Schneewittchen

und die sieben Zwerge der erste

abendfüllende Zeichentrickfilm.

Weitere Filme wie Pinocchio (1940),

Bambi (1942), Cinderella (1950) oder

Dornröschen (1959) zählen ebenfalls

zu den populären Werken des Zeichentrickgenres.

Disney wurde mit

insgesamt 26 Oscars ausgezeichnet,

was bis heute unerreicht ist. In dem

620 Seiten dicken Buch wird jedes der

abendfüllenden Meisterwerke, die zu

Disneys Lebzeiten entstanden, umfassend

vorgestellt.

Das Buch verfolgt Disneys Weg von

den Anfängen im Stummfilm über

den ersten Langfilm Schneewittchen

und die sieben Zwerge (1937),

das wegweisende künstlerische Experiment

Fantasia (1940) bis zu den

letzten unter Walt Disneys kreativer

Leitung entstandenen Meisterwerken

Winnie Puuh und der Honigbaum

(1966) und Das Dschungelbuch (1967).

Klassiker & Raritäten

Nach einer umfangreichen Recherche

in den Archiven der Walt Disney

Company und zahlreichen Privatsammlungen

wählte Herausgeber

Daniel Kothenschulte für diesen Band

eine Fülle rarer Preziosen der Animation

Art aus: Concept Paintings und

Storyboards lassen die Entstehung

der Ideen nacherleben, meisterhafte

Cel-Setups zeigen die berühmten

Filmszenen in größter Detailtreue,

während Werkfotos der Disney-Fotografen

und Mitschriften der Storykonferenzen

zwischen Walt und seinem

Team detaillierte Einblicke in die

kreative Arbeit der Walt Disney Studios

gestatten. Pinocchio, Fantasia,

Dumbo, Bambi, Cinderella, Peter Pan,

Susi und Strolch oder 101 Dalmatiner:

Jedem der großen Disneyklassiker ist

ein eigenes Kapitel gewidmet. Daneben

werden auch weniger bekannte

Juwelen wie die experimentellen

Kurzfilme der Silly Symphonies und

die lange vernachlässigten musikalischen

Episodenfilme wie Make Mine

Music und Melody Time in gleicher

Ausführlichkeit behandelt. Viele der

unvollendeten Projekte, darunter geplante

Fortsetzungen des legendären

Musikfilms Fantasia oder eine Davy-

Crockett-Hommage des Malers Thomas

Hart Benton, werden mit selten

gezeigtem Bildmaterial dokumentiert.

Das schwergewichtige Buch (es wiegt

immerhin fast sechs Kilogramm) ist

in englischer Originalsprache verfasst,

aber mit deutscher Übersetzung in einem

Beiheft ausgestattet.

Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme

1921–1968; Daniel Kothenschulte

(Herausgeber); Hardcover, 620 Seiten,

Taschen-Verlag, 150 Euro.

ISBN 978-3-8365-5289-9

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•• LEBENSART

NOVA ROCK 2018

4 Tage, 4 Bühnen = 100 Acts

Festivalfeeling, Campingflair und jede Menge gute Musik verspricht

auch das heurige viertägige Rockspektakel mitten im Burgenland

auf den Pannonia Fields in Nickelsdorf. Über 100 Bands werden von

14. bis 17. Juni 2018 die Herzen der Rockfans höher schlagen lassen.

Mit dem Gewinnspiel vom Magazin Zoë habt ihr die Chance, gratis

dabei zu sein. Wer uns auf Facebook liked und den Beitrag über Nova

Rock liked, ist bei der Verlosung dabei! Wir verlosen auch heuer wieder

2 Festivaltickets im Wert von je 174,99 Euro für das Nova Rock 2018.

Ob Rock in einem lauten,

mathematischen oder

melodischen Zustand,

Hip Hop der poetischen Art, Elektronisches

oder Pop-Potpourri – das

Nova Rock Festival 2018 macht Lust

auf mehr. Vier Tage, vier Bühnen

und 100 Bands lautet heuer die

Devise. Längst steht das Rock im

Festivalnamen mehr für ein Gefühl

als nur für ein Genre. Der Late Night

Act mit Otto Waalkes und seinen

Friesenjungs ist einer der speziellen

Leckerbissen. Schon 2011 sorgte die

Ostfriesenband im Burgenland für

Stimmung. Absolute Highlights sind

2018 aber auch die Toten Hosen

als Head liner am ersten Festivaltag

gefolgt von Marilyn Manson. Eröffnet

wird diesmal schon am Donnerstag.

Am 15. Juni wird die kalifornische

Heavy Metal Band „Avenged Sevenfold“

auftreten, am Samstag gehört

die Hauptbühne Volbeat und am

34 Zoë 10/18


Sonntag sorgen die Veteranen von

Iron Maiden, Sunrise Avenue und Billy

Talent für einen rockigen Schlusspunkt.

Aber auch das restliche

Line-up kann sich sehen lassen:

Bad Religion werden ebenso für

Stimmung sorgen wie die derzeitigen

Rock-Durchstarter Starcrawler.

Für musikalische Farbtupfer wird

Reggae-Künstler Gentleman sorgen.

Außerdem neu hinzugekommen sind

The Bloody Beetroots, Eisbrecher,

Baroness, Shinedown, Life Of Agony,

Enter Shikari, Less Than Jake, The Raven

Age und The Last Internationale.

Den Frühshoppen bestreitet traditionell

Wendi’s Böhmische Blasmusik.

Mit dabei ist auch Jugo Ürdens, einer

der vielversprechenden Newcomer

der deutschsprachigen Hip-Hop-

Szene. Sein ironischer Umgang mit

politischen Themen und Hip-Hop-

Klischees verschafft ihm Aufmerksamkeit

weit über Österreichs Grenzen

hinaus. Auch sein Rapperkollege

„Einfachso“ wird die Bühne rocken.

Neu: Green-Camping

Wer ein bisschen Ruhe und Sauberkeit

beim Campen zu schätzen weiß,

kann sich in diesem Jahr erstmals im

Green-Camping-Bereich einquartieren.

Dies ist ein abgesperrter Bereich,

der Besuchern mit umweltbewusster

Gesinnung die Möglichkeit geben

soll, sauber und ruhig übernachten

zu können. Jeder Besucher, der auf

diese Kriterien Wert legt, kann sich für

einen Zeltplatz in diesem Bereich anmelden

und erhält bei Festival einlass

eine entsprechende Zugangsberechtigung.

Bei groben Verstößen gegen

die hier herrschende Philosophie

verliert der Besucher seine Zugangsberechtigung

und wird auf den normalen

Campingplatz verwiesen.

Karten & Infos

Der Festivalpass ist nach wie vor

die günstigste Alternative. Karten

sind erhältlich bei:

musicticket.at, oeticket.com,

ticketbox.at sowie in allen

Raiffeisenbanken.

Alle Infos: novarock.at

Nova Rock Festival 2017 - Official Aftermovie: https://youtu.be/gKP-vA37lOw

Nova Rock 2018 - wer liked kann gewinnen!

Wie in den letzten Jahren verlosen wir wieder unter

unseren Facebook-Zoë-Freunden 2 x 1 Festivalticket

im Wert von jeweils 174,99 Euro!

Wer das Magazin Zoë + den Beitrag über Nova Rock auf Facebook liked,

ist bei der Verlosung für das Nova Rock 2018 dabei!

Hier geht’s direkt zum Gewinnspiel auf unserer Facebook-Seite:

www.facebook.com/zoeunlimitedmedia.

Die Gewinner werden via Mail bzw. telefonisch verständigt - also unbedingt Mail mit

eurer Adresse schicken. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Preise können nicht

in Bargeld abgelöst werden. Jeder Teilnehmer stimmt zu, dass seine Daten für die

Übermittlung von Informationsmaterial (Newsletter) von Unlimited Media bzw. dem

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