Studie-Barrierefreie-IT-Krankenkassen_20180430_barrierefrei

tsmms

STUDIE

IT ohne Barrieren!

Die 15 größten Krankenkassen Deutschlands im Test


2 

70 Mio

menschen

15

krankenkassen

8je

kriterien

12

testf

4

benutzergruppen


Einleitung

3

EINLEITUNG

In Deutschland sind rund 90 Prozent der Bevölkerung in einer gesetzlichen

Krankenversicherung. Das entspricht zirka 70 Millionen Menschen. Die

staatlich zugewiesenen Aufgabenfelder der gesetzlichen Krankenkassen

umfassen von der Gesundheitsförderung über die Krankenbehandlung bis

hin zur Rehabilitation alle Leistungen rund um die Gesundheit der Versicherten.

Im Zuge der Digitalisierung werden immer mehr Verwaltungs- und Kommunikationsprozesse

online vom Kunden erledigt. Um ihren Versorgungsauftrag

erfüllen zu können, ist es für Krankenkassen hier besonders wichtig, dass

Informationen und Funktionen zugänglich für alle Nutzer sind. Dies bedeutet,

dass die angebotenen Inhalte von allen Nutzern gefunden, wahrgenommen,

erreicht und verstanden werden können.

360

einzeltests

0

älle

3je

seitentypen


4 Einleitung

RECHTLICHE EINORDNUNG

Gesetzliche Krankenkassen sind als Träger öffentlicher Gewalt im Sinne des

§ 1 Absatz 2 Satz 1 des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) dazu verpflichtet,

alle Bedingungen und Vorgaben der Barrierefreien-Informationstechnik-Verordnung

(BITV) zu erfüllen. Dabei müssen die Standards gemäß

BITV 2.0 § 3 angewendet werden.

BITV 2.0 § 3 ANZUWENDENDE STANDARDS

(1) Die in § 1 genannten Angebote der Informationstechnik sind nach der

Anlage 1 so zu gestalten, dass alle Angebote die unter Priorität I aufgeführten

Anforderungen und Bedingungen erfüllen. Weiterhin sollen zentrale

Navigations- und Einstiegsangebote zusätzlich die unter Priorität II aufgeführten

Anforderungen und Bedingungen berücksichtigen.

(2) Auf der Startseite des Internet- oder Intranetangebotes (§ 1 Nummer 1

und 2) […] sind gemäß Anlage 2 folgende Erläuterungen in Deutscher Gebärdensprache

und in Leichter Sprache bereitzustellen:

1. Informationen zum Inhalt,

2. Hinweise zur Navigation sowie

3. Hinweise auf weitere in diesem Auftritt vorhandene Informationen in

Deutscher Gebärdensprache oder in Leichter Sprache.

Die Anforderungen und Bedingungen der Anlage 1 bleiben unberührt.


Methodik

5

METHODIK

Im Rahmen dieser Studie wurden ausgesuchte Webseiten der 15 größten

Krankenkassen Deutschlands (nach Anzahl der Mitglieder) auf Barrierefreiheit

getestet. Betrachtet wurden 8 Prüfkriterien, welche auf der Barrierefreien-Informationstechnik-Verordnung

(BITV 2.0) basieren. Dabei wurden für

folgende Benutzergruppen je 2 Prüfkriterien getestet.

BENUTZERGRUPPEN

Sehbeeinträchtigte Benutzer

Unter Menschen mit Sehbeeinträchtigung werden in dieser Studie alle

Benutzer verstanden, die eine verminderte Sehstärke, eine Beeinträchtigung

des Gesichtsfeldes, eine Farbfehlsichtigkeit oder erhöhte Blendempfindlichkeit

haben.

Blinde Benutzer

Blinde Menschen arbeiten weder mit einem Bildschirm noch mit einer

Maus. Stattdessen lassen sie sich die auf dem Monitor dargestellten Inhalte

von einem Screenreader vorlesen. Gleichzeitig verwenden sie eine Braillezeile,

welche die Texte in Punktschrift fühlbar macht. Die Steuerung des

PCs erfolgt üblicherweise ausschließlich über die Tastatur.

Motorisch beeinträchtigte Benutzer

Menschen mit einer manuellen Beeinträchtigung sind entweder gar nicht

oder nur sehr eingeschränkt in der Lage, die Maus zu nutzen. Die Bedienung

erfolgt dann ausschließlich über die Tastatur. Kann die Maus noch

genutzt werden, ist es wichtig, dass interaktive Elemente nicht zu kleine

Klickflächen besitzen, da der Mauszeiger nicht so präzise gesteuert werden

kann.

Gehörlose Benutzer

Hörgeschädigte oder gehörlose Benutzer haben vor allem Probleme bei

der Wahrnehmung von Tönen, akustischen Signalen und gesprochener

Sprache. Sie sind meist auf visuelle Alternativen angewiesen. Eine weitere

Behinderung kann die Verwendung schwieriger Schriftsprache darstellen.

Menschen, die vor dem Erlernen der Sprache gehörlos wurden, haben

Schwierigkeiten beim Verständnis von komplizierten Texten und benötigen

eine einfache oder sogar leichte Sprache. Viele stark hörgeschädigte Menschen

kommunizieren ausschließlich in ihrer eigenen — in Deutschland seit

2002 anerkannten — Gebärdensprache.


6 Methodik

PRÜFKRITERIEN

Prüfkriterium BITV-2.0-Bedingung Benutzergruppe

Text-Hintergrund-

Kontrast

Schriftvergrößerung

Überschriften

Formularfeldbeschriftungen

Tastaturbedienung

Fokussichtbarkeit

Angebot in Leichter

Sprache und

Gebärdensprache

Kontaktmöglichkeiten

und kontextabhängige

Hilfen

1.4.3 Kontrast: Bei der visuellen Präsentation von Text

und Schriftgrafiken ist das Kontrastverhältnis zwischen

Vordergrund- und Hintergrundfarbe mindestens 4,5 : 1.

Für Großschrift und Schriftgrafiken mit Großschrift gilt

ein Kontrastverhältnis von mindestens 3 : 1.

1.4.4 Veränderbare Textgröße: Der Text lässt sich ohne

assistive Technologie bis auf 200 % vergrößern, ohne

dass es zu einem Verlust von Inhalt oder Funktionalität

kommt.

2.4.10 Abschnittsüberschriften: Es sind Abschnittsüberschriften

zu verwenden, die den Inhalt weiter strukturieren.

2.4.6 Beschreibungen: Überschriften und Label

(Beschriftungen) kennzeichnen das Thema oder den

Zweck.

2.1.1 Tastaturbedienbarkeit: Die gesamte Funktionalität

des Inhalts muss über eine Tastaturschnittstelle bedient

werden können, ohne dass bestimmte Zeitvorgaben für

die einzelnen Tastenanschläge einzuhalten sind. Dies gilt

nicht, wenn die zugrunde liegende Funktion Eingaben

verlangt, die nicht nur von den Endpunkten, sondern

auch vom Verlauf der Benutzerbewegung abhängen.

2.4.7 Sichtbarer Fokus: Bei Tastaturbedienung ist

immer ein Tastaturfokus sichtbar.

Anlage 2 Teil 1: Bereitstellung von Informationen in

Deutscher Gebärdensprache

Anlage 2 Teil 2: Bereitstellung von Informationen in

Leichter Sprache

3.3.5 Hilfe: Es sind kontextabhängige Hilfen zur Verfügung

zu stellen.

Sehbeeinträchtigte

Benutzer

Sehbeeinträchtigte

Benutzer

Blinde Benutzer

Blinde Benutzer

Blinde Benutzer /

Motorisch

beeinträchtigte Benutzer

Motorisch

beeinträchtigte Benutzer

Gehörgeschädigte

Benutzer

Gehörgeschädigte

Benutzer

Abbildung 01: Übersicht der acht für die Studie ausgewählten BITV-2.0-Bedingungen


HERAUSGEBER

T-Systems Multimedia Solutions GmbH

Riesaer Straße 5

D-01129 Dresden

Tel.: +49 351 2820 – 0

Fax: +49 351 2820 – 5115

Internet: www.t-systems-mms.com

IHR ANSPRECHPARTNER

André Meixner

Head of User Centered Test

Tel.: +49 351 2820 – 2562

E-Mail: andre.meixner@t-systems.com

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine