Erding 2017

LotharFoelbach

Das Waffensysteminstandsetzungszentrum 1 - 60 Jahre Luftwaffe in Erding

Titel Erding 2017.qxp_Layout 1 10.04.17 15:00 Seite U 1

Luftwaffe

60 Jahre in Erding


Titel Erding 2017.qxp_Layout 1 10.04.17 15:00 Seite U 4


Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:30 Seite 1

Inhalt

2 Grußwort Kommandeur

3 Grußwort Oberbürgermeister der Stadt Erding

4 Die Chronik der Luftwaffe am Fliegerhorst Erding

1956 - 1958 Die Aufstellung des Luftwaffenversorgungsregiment

1

8 Die Geschichte zum Titelbild

Ein Zeitzeuge der ersten Stunden bei der jungen Luftwaffe

- Herr Josef Srb

10 1959 - 1967 Das Luftwaffenparkregiment

13 1968 - 1972 Der Luftwaffenversorgungsbereich 1

15 1973 - 1979 Das Luftwaffenversorgungsregiment 1

16 1980 - 1988 Das Luftwaffenversorgungsregiment 1

18 1989 - 2000 Die Armee der Einheit – das Luftwaffenversorgungsregiment

1 in der Luftwaffenstruktur 4

21 2001 - 2010 Transformation - Das Luftwaffeninstandhaltungsregiment

1 in der Luftwaffenstruktur 5 und 6

26 2011 - 2012 Die Bundeswehrreform und das Luftwaffeninstandhaltungsregiment

1

28 2013 - 2017 Das Waffensystemunterstützungszentrum 1

31 Die Regimentskommandeure

32 Das Waffensystemunterstützungszentrum 1

34 Auftrag und Gliederung

38 Stab Waffensystemunterstützungszentrum 1

40 Arbeitsgruppe für Technische Untersuchungen

41 Die Ausbildungswerkstatt

43 Instandsetzungskooperation Kampfflugzeuge

44 Instandsetzungskooperation Triebwerke

48 Waffensystemunterstützungsteam Kampfflugzeuge

50 Instandsetzungszentrum 11

52 Abgesetzter Bereich Penzing

54 Instandsetzungszentrum 12

56 Instandsetzungskooperation Rettungsgeräte

58 Instandsetzungszentrum 13

59 Militärgeschichtliche Sammlung

„Erinnerungsort Weingut II“

60 Systemzentrum 14

61 DDO/DtA International Weapon System Support Center

62 Sonderlackierungen

69 Bundeswehrdienstleistungszentrum München

Standort Erding

70 Materialdepot Erding

71 Zentrum Brandschutz der Bundeswehr / Bundeswehrfeuerwache

Erding

72 Wehrwissenschaftliches Institut für Werk- und Betriebsstoffe

1


Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:30 Seite 2

Grußwort Kommandeur

Grußwort Kommandeur

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

liebe Angehörige des Fliegerhorstes Erding,

zum 60. Mal jährt sich die Übergabe des Fliegerhorstes Erding an die deutsche Luftwaffe in diesem Jahr. Dieses Jubiläum wollen wir am 20. Mai

2017 zusammen mit Ihnen mitten im Herzen der Stadt Erding gebührend feiern. Gleichzeitig wollen wir uns von den Bürgerinnen und Bürgern der

Stadt Erding würdig verabschieden.

In 2018 beginnen Verlegung und Schließung der Dienststellen des Fliegerhorstes. Der Stab Waffensystemunterstützungszentrum 1 wird seine Heimat

Erding in Richtung Manching verlassen und das Materialdepot Erding wird aufgelöst werden. Nur wenige Jahre später wird auch das Instandsetzungszentrum

11 dem Stab nach Manching folgen und die uns so gut unterstützenden Stellen wie Standortservice, Küche, Sanität und Feuerwehr

werden nicht mehr benötigt.

Deshalb haben wir mit Ihnen und der Stadt Erding am 20. Mai viel vor. Tagsüber kann in einer Ausstellung die Luftwaffenhistorie des Fliegerhorstes

nachvollzogen werden und wir präsentieren Beispiele der von uns instandgesetzten Luftfahrtgeräte. Es wird Gelegenheit zum Anschauen und für

Fragen geben, die die Soldatinnen und Soldaten genauso gerne wie die zivilen Fachkräfte der Bundeswehr beantworten werden.

Auch die ansonsten traditionell im Advent stattfindende Aktion „Soldaten helfen“ wird mit einer Sonderaktion vertreten sein und für das leibliche Wohl

der Besucher sorgen. Mit der liebevoll genannten „Erbse“ hat die Luftwaffe in vielen Jahrzehnten so viel Unterstützung, Zuspruch und Erfolg hier in

Erding erleben dürfen und gleichzeitig sehr viel für caritative Einrichtungen der Stadt und des Landkreises Erding bewirken können.

In den Abendstunden beschließen wir den Tag bei Fackelschein mit einem feierlichen Appell auf dem Schrannenplatz, der musikalisch durch ein Musikkorps

der Bundeswehr gestaltet wird. Auch hierzu sind alle herzlich eingeladen.

Die Wiege der Luftwaffenlogistik wird immer mit dem Fliegerhorst Erding verbunden bleiben.

Nahezu alle Luftfahrzeugtypen der Luftwaffe wurden hier in irgendeiner Form gewartet, versorgt, inspiziert oder instandgesetzt. Damit leisteten die

im Fliegerhorst Beschäftigten einen wesentlichen Beitrag zur Einsatzfähigkeit und Einsatzbereitschaft der Luftwaffe und dienten letztlich dem Frieden,

der Freiheit und der Souveränität Deutschlands. Daher danke ich allen Frauen und Männern ganz herzlich, die oftmals auch unter schwierigsten Bedingungen

dafür gesorgt haben und sorgen, dass auf „die in Erding“ stets Verlass war und noch immer ist. Dieses Kapitel im Geschichtsbuch der

Luftwaffe wird nun langsam geschlossen. Auf die traditionsreiche Zeit und die erzielten Erfolge können alle Beteiligten der letzten 60 Jahre sehr stolz

sein. Die großartige Unterstützung der Stadt Erding mit ihren Bürgerinnen und Bürgern über all die Jahre hat dabei vieles erst möglich gemacht.

Ich wünsche Ihnen und uns eine schöne Jubiläumsfeier und bedanke mich bei allen, die dazu beigetragen haben, dass die Luftwaffe 60 Jahre in

Erding so erfolgreich sein konnte.

Stefan Schmid-Schickhardt

Oberst

2


Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 3

Grußwort Oberbürgermeister der Stadt Erding

Grußwort Oberbürgermeister der Stadt Erding

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Bedienstete des Fliegerhorstes,

der 20. Mai 2017 sieht eine große Veranstaltung in Erding, läutet aber gleichzeitig ein sehr bedauerliches Kapitel in der Geschichte dieser Stadt ein:

Wir feiern einerseits das 60-jährige Jubiläum der Luftwaffe in Erding; doch wenn sich an diesem Tag andererseits der Stab des Waffensystemunterstützungszentrums

1 mit einem feierlichen Appell aus Erding verabschiedet, ist die seit langer Zeit angekündigte Konversion des Fliegerhorstes kein

in weiter Ferne liegendes Ereignis mehr, sondern bittere Realität. Sein Aus vollzieht sich Schritt für Schritt.

Ich sage hier ganz bewusst: bitter, weil zuletzt zwei Begebenheiten wieder deutlich machten, wie sehr Ihr Luftwaffen-Stützpunkt in unserer Stadt verwurzelt

ist. Zum einen zeigt das sehr schön eine geplante Ausstellung im Museum Erding über die mittlerweile 80 Jahre dauernde Geschichte des

Fliegerhorstes. Obwohl die Planungen bereits im Frühjahr 2016 begannen, musste die ursprünglich vorgesehene Eröffnung im vergangenen Herbst

verschoben werden, da das Organisationsteam die schiere Masse an von Privatpersonen eingereichten (möglichen) Exponaten nicht gründlich genug

sichten konnte.

Zum anderen sorgte wie so oft die „Aktion Erbse“ (der Verkauf von Eintopf am Grünen Markt an den vier Adventssamstagen für soziale Zwecke) für

positive Schlagzeilen. Obwohl die Bundeswehr die gemeinnützige Initiative nach ihrem Abzug nicht mehr betreiben kann, zeichnet sich ab, dass sie

Erdinger Institutionen weiterführen werden. Für mich beweisen beide Vorgänge: Der Fliegerhorst war nie ein abgeschotteter Fremdkörper in dieser

Stadt, sondern geschätzter Teil der Öffentlichkeit. Und ich bin mir sicher: Er wird es noch lange Zeit bleiben, selbst wenn ihn die letzte Einheit verlassen

hat.

Max Gotz

Oberbürgermeister der Stadt Erding

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Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 4

1956 – 1958 Die Aufstellung des Luftwaffenversorgungsregiment 1

Die Chronik der Luftwaffe am Fliegerhorst Erding

25.09.1956

Am 25. September 1956 wurde mit dem Luftwaffenaufstellungsbefehl Nr. 21 die

Aufstellung des Luftwaffenversorgungsregiment 1 angeordnet.

Mit dem Aufstellungsbefehl Luftwaffe Nr. 21 für das Luftwaffenversorgungsregiment

1 vom 22. September nahmen die ersten 51 Regimentsangehörigen ihre

Arbeit auf. Der 1. Oktober gilt als Geburtstag des Luftwaffenversorgungsregiment

1. Der Verband ist damit einer der ältesten logistischen Verbände sowohl

der Luftwaffe als auch der Bundeswehr.

1956

Die Aufstellung musste mit einer Gesamtstärke von 829 Soldaten und 844 Zivilbediensteten

bis zum 1. Juli 1957 abgeschlossen sein. Als erster Kommandeur

übernahm Oberst Dipl.-lng. Wilhelm Stemmler am 1. Dezember das

Regiment.

Das Regiment erhielt in der Aufstellungs- und Übergabezeit von amerikanischer

Seite tatkräftige Unterstützung. So ist in den Militärtagebüchern zu lesen, dass

sich Amerikaner und Deutsche am Arbeitsplatz als Partner gegenüber saßen

und gemeinsam den Dienst verrichteten. Der Aufbau des Regiments ging Zug

um Zug voran. Daneben bekamen fremde Einheiten in Erding Starthilfe und verlegten

in andere Standorte. So hatten logistische Dienststellen in Diepholz, Büchel,

Oldenburg und Nörvenich ihre Wurzeln in Erding. Selbst das

Lufttransportgeschwader 61, das heute in Penzing stationiert ist, machte seine

ersten Luftsprünge mit der C-47 von Erding aus.

Am 24. Juni traf schließlich aus Memmingen kommend eine NORATLAS zur

150-Stunden-Kontrolle ein. Damit lief das Instandsetzungsprogramm an.

1957

Das Jahr 1957 war geprägt von den Vorbereitungen zur Übernahme des Fliegerhorstes

durch die Bundeswehr. Nach einer von deutschen und amerikanischen

Offizieren gemeinsam durchgeführten Inventur des gesamten Materials

wurde festgelegt, welche Materialien von der Bundeswehr übernommen werden.

Danach wurden zwischen der USAF und der Bundesregierung die Übernahmeverträge

ausgehandelt. Im Amtsblatt der Regierung von Oberbayern vom 20.

Februar 1957 wurde erstmals ein Termin für die Übergabe bekanntgegeben,

der sich jedoch mehrmals verschob. Am 14. Dezember 1957 erfolgte die offizielle

Übergabe der Fliegerhorste Erding, Fürstenfeldbruck, Landsberg und

Kaufbeuren an die Bundeswehr. An den Übergabefeierlichkeiten nahmen Bundesverteidigungsminister

Franz-Josef Strauß, der Botschafter der USA in

Deutschland, David K. E. Bruce, und der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant

Josef Kammhuber, teil.

In seiner Festrede stellte Colonel Roland A. Elliott jr. als Kommandeur des Flugplatzes

Erding fest, dass mit der Übernahme der vier Plätze nicht nur eine formelle

Handlung erledigt werde, sondern dass dieser Akt gleichzeitig so etwas

wie eine Mündigkeitserklärung für die deutsche Luftwaffe sei. Die deutschen

Luftwaffenaufstellungsbefehl Nr. 21

Streitkräfte seien inzwischen mit der Hilfe der Verbündeten und durch ihre

eiserne Aufbau- und Ausbildungsarbeit zu einem vollwertigen NATO-Partner

herangereift.

1958

Den Zivilbediensteten, die Anfang 1958 von den US-Streitkräften übernommen

wurden, brachte der Wechsel des Arbeitgebers einige Verschlechterungen. Die

wöchentliche Arbeitszeit erhöhte sich für sie von 40 auf 48 Stunden und an

jedem zweiten Samstagvormittag musste Dienst geleistet werden. Die Zusammenarbeit

mit den Tageszeitungen war in der ersten Bundeswehrzeit noch nicht

so unkompliziert wie heute. Es entsprach der Zeit, dass Journalisten der Bundeswehr

gegenüber besonders kritische Einstellungen hatten.

1957 - Bundesverteidigungsminister Franz-Josef Strauß bei der Übergabe des Fliegerhorst Erding

1957 - Übergabe Fliegerhorst

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Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 5

60 Jahre Luftwaffe in Erding

bedeuten eine enorme Bereicherung für unsere Stadt.

Neben dem ökonomischen Aspekt – der Fliegerhorst

war in Erding lange Jahre der größte Arbeitgeber für

zivile Beschäftigte – führte das gesellschaftliche

Engagement vieler Soldaten zu einem geschätzten

Miteinander von Bürgerschaft und Militärstützpunkt.

Viele Vereine hätten ihre erfolgreiche Arbeit ohne

Soldaten so nicht leisten können.

Max Gotz

Oberbürgermeister der Stadt Erding

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Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 6

1956 – 1958 Die Aufstellung des Luftwaffenversorgungsregiment 1

Der Fliegerhorst Erding – Wiege vieler Luftwaffeneinheiten

14.12.1957

Übernahme Fliegerhorst Erding durch die Luftwaffe vom USAF 7485th Support-Wing

01.06.1957

Materialkommando Luftwaffe

01.12.1956

Luftwaffenversorgungsregiment

1

24.08.1957

Transportgeschwader 61

01.02.1958

Waffenschule 50

1957

Luftwaffenversorgungsregiment

2

01.08.1959

Luftwaffenparkregiment 1

16.02.1962

Waffenausbildungskomponente

07.07.1959

Aufklärungsgeschwader 51

1959

Luftwaffenversorgungsregiment

3

01.05.1968

Luftwaffenversorgungsbereich 1

01.09.1964

Nachschubschule der

Luftwaffe

16.12.1959

Aufklärungsgeschwader 52

1957

Luftwaffenversorgungsregiment

4

01.10.1973

Luftwaffenversorgungsregiment 1

22.05.1967

Materialkontrollzentrum

Luftwaffe Süd

10.10.1960

Aufklärungsgeschwader 53

1959

Luftwaffenversorgungsregiment

6

01.01.2013

Waffensystemunterstützungszentrum

1

01.05.1984

F-104-Kommando

01.04.1962

Aufklärungsgeschwader 54

29.10.1959

Materialprüfstelle der

Bundeswehr

11.03.1982

Wehrwissenschaftliches Institut

für Materialuntersuchungen

01.04.1997

Wehrwissenschaftliches Institut

für Werk- und Betriebsstoffe

Auszug der in Erding aufgestellten Einheiten

1957 - NORATLAS

So schrieb die Süddeutsche Zeitung am 9. Januar nicht ganz unberechtigt: „Eine

Flugstaffel kann nicht fliegen.“ Gemeint waren die Transporter vom Typ NOR-

ATLAS, die aus technischen Gründen kurzfristig mit Flugverbot belegt waren.

Soldaten der Instandsetzungsgruppe des Luftwaffenversorgungsregiment 1 hatten

dann maßgeblichen Anteil an der schnellen Aufhebung dieser Beschränkung.

Mit Material und Gerät im Wert von über vier Millionen DM aus US-Beständen

war die Instandsetzungsgruppe nun voll einsatzfähig gemacht worden.

Das Instandsetzungsprogramm erfuhr mit der Aufnahme der Flugzeug-Muster

1957 - Landrat Dr. Herbert Weinberger, Bürgermeister Hans Schmidmayer und Oberst Victor von

Loßberg

LOOKHEED T-33 und PIAGGIO P-149D eine bedeutende Erweiterung und Bereicherung.

Am 1. Februar wurde in Erding die Waffenschule der Luftwaffe aufgestellt. Diese

war eine Spezialausbildung für Aufklärungsflieger.

Am 1. April wurde das Luftwaffenversorgungsregiment 1 truppendienstlich der

Luftwaffengruppe Süd unterstellt. Die fachdienstliche Unterstellung unter das

Materialkommando Luftwaffe, das sich von diesem Tage an Materialamt der Luftwaffe

nannte, blieb bestehen.

6


Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 7

1956 – 1958 Die Aufstellung des Luftwaffenversorgungsregiment 1

1957 - Das Flugfeld Mitte der 50er Jahre, im Bild zwei Piper L18

1958 - Die ersten US-Radargeräte werden übernommen

1958 - PIAGGIO P-149 D

1958 - Sonderauftrag des Deutschen Museum zur Rettung einer Ju 52

Bereits in der Anfangszeit war das Regiment Ansprechstelle für „besondere

Fälle“. So wandte sich unter anderem das größte naturwissenschaftlich-technische

Museum der Welt, das Deutsche Museum in München, mit einer speziellen

Bitte an die Technikspezialisten in Erding. Dem Museum, respektive Deutschland,

wurde von der französischen Luftwaffe für die Gegenleistung von einem

Franc eine Ju 52 überlassen. Diese war bis zuletzt in Frankreich und Nordafrika

im Einsatz gewesen und schaffte sogar noch den Überführungsflug nach München/Riem

aus eigener Kraft. Gemeinsam mit Technikern des Museums demontierten

Soldaten der Flugzeugreparaturstaffel die „Tante Ju“ vor Ort, transportierten

sie auf die Münchner Museumsinsel und bauten sie dann wieder auf. Bestaunt

werden kann sie dort noch heute in der Luft- und Raumfahrthalle des

Deutschen Museums. Dies war einer der ersten Sonderaufträge, von denen in

den nächsten Jahrzehnten noch viele folgen sollten.

Im März wurden die ersten RF-84F bei der 1. Staffel der Waffenschule der Luftwaffe

50 in Erding in Dienst gestellt und zum ersten Mal durch einen deutschen

Piloten geflogen.

Bild unten: Luftbild des Standortes Erding Ende der 1950er Jahre

7


Erding 2017.qxp_Layout 1 20.04.17 10:27 Seite 8

Die Geschichte zum Titelbild und Zeitzeuge

Die Geschichte zum Titelbild

Im Titelbild rechts ist Stabsfeldwebel a.D. Karl Albrecht zu sehen. Ein junger

Luftwaffensoldat der ersten Stunden, der im November 1956 als Stabsunteroffizier

eingestellt worden ist. Stabsfeldwebel a.D. Albrecht ist am 1. August

1984 in den Ruhestand versetzt worden und leider bereits 1996 verstorben.

60 Jahre später steht Stabsfeldwebel Roland Pappert an der gleichen Stelle,

an dem sein Großvater bei der offiziellen Übergabe des Fliegerhorstes Erding

1957 die Flagge hisste. Stabsfeldwebel Pappert ist Angehöriger des

Waffensystemunterstützungszentrums 1 in Erding. Dieses Jubiläum bringt

ihn und seinen Großvater noch einmal zusammen und ist nur ein Beispiel

von vielen an diesem traditionsreichen Standort.

Ein Zeitzeuge der ersten Stunden bei der jungen Luftwaffe -

Herr Josef Srb

Seine Hobbies und die Ehefrau halten Josef Srb offensichtlich jung. Ein rüstiger

89-jähriger Mann öffnet die Tür seines Hauses in der Nähe von Günzburg.

Hier würde keiner vermuten, dass er bei der Übergabe des

Fliegerhorstes Erding im Jahr 1957 bereits 30 Jahre alt war. Der spätere

Berufssoldat und Spieß erinnert sich an viele Details der damals jungen Luftwaffe

und freut sich, bei der Jubiläumsfeier am 20. Mai 2017 aktiv teilzunehmen.

Noch dazu, da Srb am 21. Mai 1927 geboren wurde und deshalb am

Tag nach dem Jubiläum seinen 90. Geburtstag feiern wird.

Bei der Übergabe des Fliegerhorstes Erding von den US-Amerikanern an

die Deutschen im Jahr 1957 war er bereits als Gefreiter mit dabei. „Der einzige

Mannschaftsdienstgrad bin ich zu dieser Zeit gewesen und mein Spieß

gab die Order an seine 19 Soldaten heraus, dass nur er mich anmeckern

dürfe“, sagte Srb. Das gefiel dem jungen Gefreiten natürlich sehr.

Bevor er in den Dienst der Bundeswehr trat, hatte er bereits ein aufregendes

Leben hinter sich. Nach einer Landwirtschaftslehre ist er als 17-jähriger in

den letzten fünf Kriegsmonaten in die Wehrmacht einberufen worden. Deshalb

kam er am 13. April 1945 in Kriegsgefangenschaft in Wien. Zu dieser

Zeit war alles im Umbruch, weshalb ihm die Flucht zurück nach Deutschland

gelang. Nun wurde er Bergmann in Gelsenkirchen, dann Elektro-Hilfsmonteur

bei AEG, ging anschließend zur Bayerischen Landespolizei bevor er

schließlich am 13. April 1951 an den Standort Erding kam. Hier arbeitete er

bereits für die US-Amerikaner am Fliegerhorst, bevor er am 1. Oktober 1956

zur Bundeswehr in die Fahrzeugkompanie eingezogen wurde. Nach Abschluss

seiner Feldwebelausbildung, die nur 20 von 600 auf Anhieb geschafft

hatten, war er letztlich Spieß beim Luftwaffenparkregiment 1. 1969 wurde

er nach Leipheim versetzt, wo er nun gemeinsam mit seiner Frau seit 1980

als pensionierter Stabsfeldwebel seinen verdienten Ruhestand genießt.

Trotz dieser langen Zeit ist bei Josef Srb alles noch präsent. Der Sammler

von alten Luft- und Bodenfahrzeugen der Bundeswehr und der US-Streitkräfte

kennt jedes Teil seiner Sammlung genau. Auf dem Schrank stehen

alle militärischen Fahrzeuge fein säuberlich aufgereiht, die er selbst gefahren

hat und zu denen er jeweils eine eigene Geschichte berichten kann.

1956 - Gefreiter Srb und Obergefreiter Seebeck ...... ... 2017 - vor seiner Modellflugzeugsammlung

8


Erding 2017.qxp_Layout 1 10.04.17 10:35 Seite 9

Impressum

Verantwortlich für den Inhalt

Oberst Stefan Schmid-Schickhardt,

Kommandeur

Waffensystemunterstützungszentrum 1

und Standortältester Erding

Redaktion:

Oberstabsfeldwebel

Peter Jentscher (CvD)

Oberstabsfeldwebel d.R.

Hartmut Kastl

Obergefreiter Lisza Behnke

Fotos: Waffensystemunterstützungszentrum 1,

Broschüre „Fliegerhorst Erding - 16. September

2014“, Hauptfeldwebel Martin Lecherbauer

Anschrift: Waffensystemunterstützungszentrum 1

- S1/Info -

Landshuter Straße 70 • 85435 Erding

Telefon: 08122 / 945 1076

Email: WaSysUstgZ1s1info@bundeswehr.org

Herausgeber: Lothar Fölbach Medienservice

Heimeranstraße 6 • 80339 München

Telefon: 089 5022619 • www.foelbach.com

1. Auflage • 2017

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Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 10

1959 – 1967 Das Luftwaffenparkregiment

1959

Von 1959 bis 1968 führte das Regiment die Bezeichnung Luftwaffenparkregiment

1. Ein zweites Parkregiment war in Diepholz stationiert. Diese Zeit kann

als zweiter Abschnitt in der Geschichte der Luftwaffen-Logistik bezeichnet werden.

Nach den Pionierjahren folgte nun der systematische Aufbau des Nachschubwesens.

Das Luftwaffenparkregiment 1 war für die der Industrieinstandsetzung gleichzusetzende

Arbeit zuständig. Hierzu verfügte der Regimentsstab über eine Stabsstaffel

und der Instandsetzungsgruppe unterstanden fünf Staffeln für Flugzeug-,

Ausrüstungs-, Elektronik-, Waffen- und Bodengeräte-Instandsetzung.

In den Staffeln der Instandsetzungsgruppe wurde in der Materialerhaltungsstufe

3 (MES 3) schwere Feldinstandsetzung durchgeführt. Die Erdinger Werkstätten

verfügten dazu über umfangreiche Ausstattung mit Spezialwerkzeugen, Ersatzteilen,

Vorrichtungen, Maschinen, Test- und Prüfgeräten. Die Arbeiten umfassten

die Grundüberholung von Flugzeugen und die Anfertigung von Spezialersatzteilen.

Der gesamte Personalumfang der im Fliegerhorst tätigen Soldaten und Zivilbediensteten

hielt sich mit je rund 1.500 Köpfen die Waage.

F-104 STARFIGHTER in das Instandsetzungsprogramm. Die Einrichtung einer

Werkstatt und eines Prüfstandes für das Triebwerk J-79 des STARFIGHTER

wurde zur gleichen Zeit in Angriff genommen. Soldaten des Regiments nahmen

an Einweisungslehrgängen F-104 in den Vereinigten Staaten, an der Waffenschule

10 in Nörvenich und an der Technischen Schule der Luftwaffe in Kaufbeuren

teil.

Die Einführung des STARFIGHTER stellte einen wesentlichen Einschnitt in die

logistische Lage dar. Der STARFIGHTER war vielleicht die eigenwilligste und

umstrittenste Konstruktion im Kampfflugzeugbau. Mit der Entwicklung des Flugzeuges

wurde bei der amerikanischen Firma Lockheed im Jahr 1951 begonnen.

Der erste Prototyp flog als XF-104 im Februar 1954. Zwei Jahre später war das

erste Produktionsmodell fertiggestellt.

Am 10. Oktober wurde in Erding das Aufklärungsgeschwader 53 mit dem Flugzeugmuster

FIAT G-91 aufgestellt.

Insgesamt wurden 916 STARFIGHTER von den Verbänden der Luftwaffe und

von den Marinefliegern in verschiedenen Versionen und Bewaffnungen genutzt.

In der deutschen Luftwaffe fanden sie als Abfangjäger, Jagdbomber und Aufklärer

Verwendung.

1959 - Teamarbeit

Am 7. Januar erfuhr das Regiment zum ersten Mal Verstärkung durch Wehrpflichtige.

Es traten 129 Mann ihren Dienst in Erding an.

Die RF-84 wurde mit Priorität in das Instandsetzungsprogramm aufgenommen.

Dagegen stufte man die Dringlichkeit der Überholung der T-33 zurück. Allerdings

stürzte am 9. Juni eine RF-84 bei Bockhorn ab. Der 35-jährige Pilot kam dabei

ums Leben.

Die Flugzeuginstandsetzungsstaffel feierte im März die 100. Grundüberholung

einer T-33. Die personelle und materielle Unterstützung durch die US Air Force

wurde allmählich in dem Maße zurückgeschraubt, wie der Aufbau der neuen

deutschen Luftwaffe vorankam. Mit Ablauf vom Juni stellte das US Advisory

Team dann seine Tätigkeit im Regiment ein.

1960 - Die Wiege- und Nivellierabteilung mit der Jubiläumsmaschine (F-84F Thunderstreak)

Über 250 deutsche F-104G sollten bis zur Außerdienststellung abstürzen.

Die Wiege- und Nivellierabteilung vermeldete die 500ste Vermessung eines Luftfahrzeuges.

Die Hauptaufgabe der Abteilung war die periodische Wägung und

Schwerpunktbestimmung von Luftfahrzeugen.

Nachdem das Aufklärungsgeschwader 52 am 1. November von Erding auf den

späteren Marineflugplatz Eggebeck in Schleswig-Holstein verlegte, fand es 1964

in Leck in Nordfriesland seinen endgültigen Standort.

1961

Am 13. Mai traf die erste F-104 mit dem Kennzeichen BB 363 zur 100-Stunden-

Kontrolle und zur periodischen Inspektion beim Luftwaffenparkregiment 1 ein.

Aus der Waffenschule der Luftwaffe entstand am 7. Juli das Aufklärungsgeschwader

51. Das zweite Aufklärungsgeschwader der Luftwaffe, das Aufklärungsgeschwader

52, ging aus der 2. Staffel der Waffenschule der Luftwaffe 50

hervor. Dieses wurde am 16. Dezember in Erding in Dienst gestellt.

1960

Die Fliegerhorstkirche in Erding wurde von der US-Army am 15. Januar an die

Katholische Militärseelsorge übergeben.

Am 22. April übergab Oberst Dipl. Ing. Wilhelm Stemmler das Luftwaffenparkregiment

1 an Oberst Hermann Huppenbauer.

Das Aufklärungsgeschwader 51 verlegte am 1. Juli nach Manching und bekam

später den Traditionsnamen „Immelmann“ verliehen.

Die Lehrwerkstätte nahm am 1. September den Ausbildungsbetrieb auf.

Im Frühsommer 1960 begannen die Vorbereitungen für die Aufnahme des

1961 - Die erste periodische Inspektion einer F-104

10


Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 11

1959 – 1967 Das Luftwaffenparkregiment

Es wurden alle Anstrengungen unternommen, um für die neue Aufgabe gerüstet

zu sein. Ersatzteile wurden bestellt, der Anschlussbedarf für die nächsten Jahre

wurde festgelegt, die Listen für Prüfgeräte und Sonderwerkzeuge wurden auf

den neuesten Stand gebracht und die Bereitstellung von technischen Dienstvorschriften

wurde sichergestellt. Spezialisten-Teams von Lockheed und General

Electric hielten sich in Erding auf und wiesen Soldaten und Zivilbedienstete in

die schwierige Materie F-104 und Triebwerk J-79 ein. Umgekehrt besuchten Angehörige

des Regiments zivile und militärische Einrichtungen in den Vereinigten

Staaten. Nach 31 Arbeitstagen war die 100-Stunden Kontrolle und periodische

Inspektion an der ersten F-104 abgeschlossen.

Das Regiment beging am 29. September den 5. Jahrestag seines Bestehens.

Im Oktober und November musterten die Kreiswehrersatzämter 826 Zivilbedienstete

des Regiments für die Mob-Verwendung. Nach Durchführung dieser

Maßnahme standen über 1.100 Wehrpflichtige Zivilbedienstete im Regiment in

Mob-Bereitschaft. Es handelte sich durchwegs um Spezialisten. Die Einsatzbereitschaft

des Regiments war nun auch im Verteidigungsfall gesichert.

1962

Die Besuchsserie setzte sich auch in diesem Jahr in gewohnter Weise fort. Lehrgangsteilnehmer

der Offizierschule der Luftwaffe, Soldaten vorgesetzter Dienststellen

in dienstaufsichtsführender und beratender Eigenschaft und Besucher

aus allen Kreisen der Bevölkerung informierten sich über die Verhältnisse beim

Regiment. Als besonderer Gast sollte hier der Wehrbeauftragte des Deutschen

Bundestages, Admiral a. D. Hellmuth Heye, erwähnt werden, der im Januar im

Regimentsbereich weilte.

Am 15. März verlegte das Aufklärungsgeschwader 53 nach Leipheim. Nur einen

halben Monat später, am 1. April, wurde in Erding das neue Aufklärungsgeschwader

54 aufgestellt, welches jedoch ein Jahr später nach Oldenburg in Niedersachsen

verlegte.

Am 7. April stürzte eine Fouga Magister in ein Erdinger Baugebiet, wobei der

Flugzeugführer tödlich verunglückte.

Für die 14. Handwerksmesse in München vom 12. bis 23. April leistete das Regiment

mit der Sonderschau »Bundeswehr und Handwerk« einen Beitrag, in

dem es die Zelle der RF-84F sowie eine Metaller- und Instrumentenwerkstatt

vorführte.

Die Instandsetzungsgruppe konnte mit respektablen Leistungen aufwarten: 193

Flugzeuge durchliefen im Jahre 1962 die Werkstätten, 249.856 Arbeitsstunden

wurden dafür aufgewendet. Die Palette an Flugzeugmustern reichte von der

1961 - F-104 Inspektion

1962 - 100ste J79 Instandsetzung

F-104 über RF-84F, F-84F, NORATLAS , C-47, Do-27, PIAGGIO P-149D, G-91,

ALOUETTE bis zur PEMBROKE.

796 Triebwerke der Typen J-65, J-79 und J-33A35 wurden in 140.022 Stunden

instandgesetzt.

Im Juli wurde die 2. Batterie des Flugabwehrbataillons 32 nach Erding verlegt.

1963

Das Regiment wurde am 1. April aus dem Kommandobereich der Luftwaffengruppe

Süd herausgelöst und dem Luftwaffenamt - Inspektion Versorgung und

Truppentechnik - unterstellt.

Am 18. April bekam das Regiment mit Oberst Dipl.-Ing. Walter Feuerrohr seinen

dritten Kommandeur.

Prominentester Besucher in diesem Jahr war der britische Verteidigungsminister

Peter Thorneycraft, begleitet von Bundesverteidigungsminister Kai-Uwe von

Hassel.

1964

Da die Waffenschule der Luftwaffe 50 am 1. April nach Fürstenfeldbruck verlegte,

wurde der Aufklärungsflugbetrieb in Erding beendet.

So mussten Werkstätten neu geschaffen, verlagert oder erweitert werden. Das

Regiment erhielt zusätzlich den Auftrag, einen 45-Tage-Vorrat für das Waffensystem

F-104 in Eisenbahnwaggons vorrätig zu halten.

1961 - Der erste Inspekteur der Luftwaffe, General Josef Kammhuber, zu Besuch im Fliegerhorst

Erding.

11


Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 12

1959 – 1967 Das Luftwaffenparkregiment

Die Aufträge für das Regiment wurden immer vielfältiger. Als neue Variante logistischer

Tätigkeit kam die Rückführung von Material hinzu, das bei der Truppe

ausgedient hatte. Es war durch das Regiment entweder zu überholen und für

eine weitere Verwendung zu lagern oder auszusondern und einer Verwertungsgesellschaft

zuzuführen. Das Arbeitsgebiet Konservierung bekam dadurch noch

mehr Gewicht.

1966

Am 1. April übernahm Oberst Albert Busse das Regiment.

1964 - F-104 Instandsetzung

In dieser Zeit hatte sich die Technische Gruppe mit den ersten Flugunfalluntersuchungen

zu befassen. Die jetzt bestehende Arbeitsgruppe für technische Untersuchungen

(AGTU) bildete sich im Laufe der Jahre aus bescheidenen

Anfängen zu einem anerkannten und technisch leistungsfähigen Instrument heraus.

Nachdem das Regiment nun schon jahrelang ein bedeutendes Glied in der Kette

der F-104 Instandsetzung gebildet hatte, war es naheliegend, dass es auch unter

Beschuss in Zusammenhang mit der STARFIGHTER-Kritik geriet. Der Vorsitzende

des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages vertrat die

Ansicht, dass die Industrieinstandsetzung problemloser sei, weil die Luftfahrtindustrie

nach Auslaufen des Serienbaus über einen Stamm qualifizierter Facharbeiter

verfüge und dieser auch weiterbeschäftigt werden müsse. Aus der

Tatsache, dass die Truppe auch Wehrpflichtige mit Wartungsarbeiten an der

F-104 beschäftigen müsse, ergäben sich gewisse Schwierigkeiten. Dieser Meinung

trat das Regiment mit Entschiedenheit entgegen. Es war damals schon erwiesen,

dass die Instandsetzungsgruppe qualitativ hochwertiges Personal,

Soldaten wie Zivilbedienstete, in ihren Reihen hatte, die alle Arbeiten ohne wesentliche

Beanstandungen erledigten. Es konnte jedenfalls noch kein einziger

Flugunfall auf Fehler der Instandsetzungsgruppe zurückgeführt werden.

Das Regiment und die Fliegerhorstgruppe begingen Anfang Oktober 1966 mit

einer militärischen Feierstunde ihr zehnjähriges Bestehen. Erdings Landrat

1965 - NORATLAS im Dock

1965

Ein militärisches Ereignis besonderer Art feierte die Luftwaffe am 24. April im

Münchner Dante-Stadion. Im Beisein von Bundesverteidigungsminister Kai-Uwe

von Hassel übergab der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Werner Panitzki,

85 Truppenfahnen an die Verbände und Schulen der Luftwaffe. Die Feier

endete mit dem großen Zapfenstreich unter Fackelbeleuchtung.

Drei Tage später wurde die Fahne des Regiments in feierlicher Form im Fliegerhorst

eingeholt.

1966 - Die 200ste Überholung einer T33. Die LOOKHHED T-33A SHOOTING STAR war das erste Düsenflugzeug

der Bundesluftwaffe.

Simon Weinhuber stellte das gute gegenseitige Verständnis der militärischen

und zivilen Dienststellen besonders heraus und erwähnte, dass der Fliegerhorst

der größte Arbeitgeber des Landkreises sei.

1967

Für das Gebiet um Hallbergmoos hatte das Bayerische Wirtschaftsministerium

ein Raumordnungsverfahren eingeleitet. Die Landesplanungsbehörden sollten

zur Prüfung der Frage, ob sich dieses Gelände für den geplanten Großflughafen

München eignet, mit Grundlagenmaterial versorgt werden. Damit kam der Raum

Erding-Freising als weitere Variante neben Sulzemoos und Hofoldinger Forst

ins Gespräch.

Das Regiment übte auch in diesem Jahr eine große Anziehungskraft aus. Es fiel

aus dem Rahmen, dass es seinen Gästen neben den obligatorischen Besichtigungen

auch Gelegenheit zu Rundflügen bot. So erhielten zum Beispiel 100

Lehrkräfte einen Rundflug mit der C-47 und 35 Jungsozialisten aus den Kreisen

Mühldorf, Wasserburg und Altötting fanden Platz in einer NORATLAS.

1965 - Die Truppenfahne vor dem Stabsgebäude

12


Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 13

1968 – 1972 Der Luftwaffenversorgungsbereich 1

1968

Ab 1. Mai trat das Luftwaffenparkregiment 1 in seine nächste Umgliederungsphase

ein. Aus dem Regiment wurde der Luftwaffenversorgungsbereich 1.

Die erhöhten Anforderungen an moderne Luftstreitkräfte wurden nicht zuletzt

durch die Invasion des Warschauer Paktes in der Tschechoslowakei deutlich.

Für die Luftwaffenlogistik begann damit der dritte Abschnitt ihrer Geschichte.

Die Umstellung hin zu einer effizienten Kommandostruktur führte zur Aufstellung

des Luftwaffenunterstützungskommandos. Im Zuge dessen wurde das Luftwaffenparkregiment

1 in den Luftwaffenversorgungsbereich 1 umgegliedert. Dem

Kommandeur unterstanden danach nur noch zwei, statt bislang vier Gruppen.

Die früheren Instandsetzungsgruppen A und B, die Nachschub- und Transportgruppe

wurden zusammengefasst und anders strukturiert.

Dem Luftwaffenversorgungsbereich 1 unterstand nunmehr die Luftwaffendepotinstandsetzungsgruppe

1. Diese bildete sich aus dem Stab sowie den Luftwaffenwerften

11 bis 14 und 16 in Erding und der Luftwaffenwerft 15 in Kaufering.

Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Johannes Steinhoff, besuchte

den Versorgungsbereich. Sein besonderes Interesse galt der Instandsetzung

des Waffensystems F-104 sowie dem Stand der Umrüstung auf den Martin-

Baker-Schleudersitz, der zu einer wesentlichen Erhöhung der Sicherheit der

STARFIGHTER-Piloten beitragen sollte.

Die Diskussion um den Erhalt der Arbeitsplätze ziviler Arbeitnehmer auf dem

Fliegerhorst wurde ein weiteres Mal durch Gerüchte angefacht. Landrat Simon

Weinhuber wies in einem Schreiben an den bayerischen Ministerpräsidenten

Alfons Goppel auf die Bedeutung dieser größten Arbeitsstätte in seinem Landkreis

und auf die katastrophalen Folgen im Falle der teilweisen oder ganzen Aufgabe

hin. Die Sorgen des Landkreises machte sich auch die bayerische

Staatsregierung zu Eigen und richtete hierzu einen Appell an Bundesverteidigungsminister

Dr. Gerhard Schröder.

1968 - Informationsbesuch von General Johannes Steinhoff

Ein Jahr nach Beginn des Raumordnungsverfahrens für den neuen Verkehrsflughafen

veröffentlichte das bayerische Wirtschaftsministerium die folgende

Pressemitteilung: „[...] Im Zuge neuer Verhandlungen der Bayerischen Staatsregierung

mit dem Bundesministerium für Verteidigung ist die Möglichkeit der

Freigabe des Militärflugplatzes Erding in eine greifbare Nähe gerückt.“ Weiter

wurde mitgeteilt, dass das Bundesverteidigungsministerium einer wesentlichen

Einschränkung des Flugbetriebes, wahrscheinlich sogar einer Auflösung des Militärflugplatzes

Erding zustimmen würde, wenn sich als Ergebnis eines Raumordnungsverfahrens

herausstellen sollte, dass der Standort Erding-Hallbergmoos

für die Anlegung eines künftigen internationalen Flughafens geeignet sei.

Dies lag indes nicht in der Absicht der bayerischen Staatsregierung, wie diese

Stellungnahme verdeutlicht: „Es ist nicht daran gedacht, den Militärflugplatz Erding

aufzulassen, weil wir das nämlich gar nicht wollen. […] Das auf dem Flugplatz

stationierte Parkregiment sei der größte Wirtschaftsbetrieb des

Landkreises. Man wolle jedenfalls den dort arbeitenden Leuten den Arbeitsplatz

erhalten.“ Weiter war zu lesen: „[...] ein Ausbau des Militärflughafens Erding

selbst zum Zivilflughafen sei nicht möglich.“

Bei der Erdinger Bevölkerung und den am Standort Beschäftigten fand eine

mögliche Stilllegung des Fliegerhorstes geteiltes Echo. Viele sahen in dem zu

erbauenden Großflughafen eine größere Chance für die Wirtschaftsstruktur des

Landkreises.

1968 fiel dann, trotz erheblicher Proteste, die Entscheidung für den Standort Erding-Hallbergmoos.

Bis zur Eröffnung sollten jedoch noch 24 Jahre ins Land

gehen.

1969

Am 12. Februar traf ein Schicksalsschlag den Standort. Kurz nach dem Abheben

stürzte eine NORATLAS des Luftwaffentransportgeschwaders 61 mit zehn Passagieren

und vier Besatzungsmitgliedern an Bord auf ein einzeln stehendes

Wohnhaus in Emling. Dabei fanden zehn Soldaten den Tod, vier konnten schwerverletzt

gerettet werden. Aus den Trümmern des völlig ausgebrannten Hauses

konnte von den Rettungskräften ein zweieinhalbjähriges Mädchen nur noch tot

geborgen werden.

Am 15. Februar vormittags fand in der Halle 4 des Fliegerhorstes eine militärische

Trauerfeier statt. In Vertretung des Bundesverteidigungsministers hielt der

Amtschef des Luftwaffenamtes, Generalleutnant Adolf Hempel, die Traueransprache:

„Ich weiß, dass viele von ihnen an diesem schwärzesten Tag der deutschen

Luftwaffe seit ihrem Bestehen aufs tiefste erschüttert wurden, weil

unvollendetes allzu früh vernichtet wurde. Ich schäme mich der Tränen nicht,

1969 - Ein schrecklicher Flugunfall uberschattet das Jahr

die mir beim Empfang der so traurigen Nachricht in die Augen traten und ich

kann sagen, dass die ganze Luftwaffe für einen Augenblick den Atem anhielt

und in tiefem Mitgefühl und größter Verbundenheit der Toten gedenkt.“ Leichtsinn

oder mangelnde Erfahrung der Besatzung konnten jedoch von vornherein ausgeschlossen

werden. Der 31-jährige Flugzeugführer galt als sehr erfahrener

Pilot. Später stellte sich als Ursache eine Vereisung im Querruderspalt der NOR-

ATLAS heraus.

Durch den Absturz kam in der Bevölkerung Kritik an der Zuverlässigkeit der Flugsicherung

des Fliegerhorstes Erding auf. Seit 1964, als die Waffenschule 50

nach Fürstenfeldbruck verlegte, fand in Erding, abgesehen von den Flugbewegungen

amerikanischer Verbände, kein regelmäßiger Flugverkehr mehr statt.

Lediglich bei größeren Übungen im NATO-Rahmen wurde der Luftraum über

Erding stark beansprucht. Ansonsten wurden die Einrichtungen des Flugplatzes

zumeist für Werkstattflüge nach periodischen Inspektionen und Änderungsüberholungen

genutzt. Bislang war bei solchen Flügen noch kein Unfall zu verzeichnen.

Ein Beweis für die hohe Qualifikation und Zuverlässigkeit der Techniker

und auch der Testpiloten.

1970

Dem Versorgungsbereich stand ein Kommandeur Wechsel ins Haus. Am 1. Oktober

kam Oberst Wilhelm Wagner an die Spitze des Regiments.

Für die Zeit von Juni 1970 bis April 1971 wurde der Flugbetrieb wegen dringend

notwendiger Baumaßnahmen eingestellt. Die Startbahn wurde ausgebessert,

die technischen Einrichtungen auf den neuesten Stand gebracht und zusätzliche

Flugzeugschutzbauten erstellt.

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Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 14

1968 – 1972 Der Luftwaffenversorgungsbereich 1

1971

Anfang April gab der Kommandeur der Fliegerhorstgruppe den Platz wieder für

den allgemeinen Flugbetrieb frei. Als erstes Flugzeug landete eine C-47 der

Flugvermessungsstaffel aus Lagerlechfeld. Die Betreuung dieses Flugzeuges

war zugleich die 10.000ste technische Abfertigung durch die Versorgungsstaffel.

Die Luftwaffenwerft 13 wurde aufgelöst und ihre Teileinheiten anderen Werften

zugeordnet. Die Luftwaffenwerft 15 wurde dem Luftwaffenversorgungsregiment

3 (Landsberg) unterstellt.

Die Aufgabe der Werft 11 wandelte sich infolge der Rationalisierungsmaßnahmen

von Übernahmeinspektionen und Störbehebung immer mehr hin zu planmäßigen

Inspektionen, Änderungsüberholungen sowie planbaren und nicht

planbaren Instandsetzungen von Luftfahrzeugen.

Aufgabenbereich der Werft 12 war die schwere Instandsetzung sowie die Durchführung

von technischen Änderungen und Umrüstungen an Flugzeugtriebwerken

und -turbinen. Für die nach Abschluss der Instandsetzung erforderlichen

Testläufe standen entsprechende Prüfstände in Lärmschutzhallen zur Verfügung.

Das Lastenheft der Werft 14 umfasste die Instandsetzung von Elektronikbauteilen,

Bodenradar, Bodenfunk, Mess- und Prüfgeräten, Waffenzusatzgerät bis

hin zu Fernschreibgeräten.

Die Werft 16 war für die Instandsetzung von Kraftfahrzeugen und Bodengeräten

zuständig.

1971 - Im Juni besucht Generalleutnant Günter Rall, Inspekteur der Luftwaffe, den Fliegerhorst.

1972

Das dienstliche Handeln in diesem Jahr stand im Zeichen eines Großereignisses:

der XX. Olympischen Sommerspiele in München. Der Bundeswehreinsatz

wurde sorgfältig geplant. Auch der Luftwaffenversorgungsbereich 1 leistete durch

Abstellung von Personal und Gerät seinen Beitrag. Die Einsatzbereitschaft und

die Funktionsfähigkeit dieses Verbandes durften dadurch jedoch nicht beeinträchtigt

werden. Hier wurde deutlich, dass der Verband in außergewöhnlichen

Situationen zu besonderen Leistungen fähig ist. Als Dank und Anerkennung für

den Einsatz verlieh der Bayerische Ministerpräsident, Dr. Alfons Goppel, dem

Versorgungsbereich und der Fliegerhorstgruppe Fahnenbänder, die bei einem

feierlichen Appell an die Truppenfahnen geheftet wurden.

1973

Im Frühjahr kamen die fliegenden Staffeln des Jagdbombergeschwaders 33 aus

Büchel mit dem erforderlichen Tross vorübergehend nach Erding, da auf dem

Heimatflugplatz Infrastrukturmaßnahmen die Weiterführung des Flugbetriebes

versagten. Die Bücheler absolvierten hier ihre 100.000ste Flugstunde mit dem

STARFIGHTER. Dieses Ereignis wurde in Anwesenheit des Kommandeurs der

1. Luftwaffendivision, Generalmajor Carl-Heinz Greve, gebührend gefeiert.

Die Umgliederung des Regiments und der Kommandeurwechsel fielen auf den

1. Oktober. Neuer Regimentskommandeur wurde Oberst Claus Thierschmann.

Die Ergebnisse der Umstrukturierungen wurden am Beispiel der Werft 11 deutlich,

die nun mit rund 500 Beschäftigten in der neuen Form dem Vergleich mit

einem modernen Betrieb der Luftfahrtindustrie ohne Problem standhielt.

1972 - Bundesverteidigungsminister Georg Leber bei seinem Besuch in Erding 1973 - Fahrwerkprobe nach durchgeführter Änderungsüberholung an einer F-104G

Um neuesten Erkenntnissen von Management und Unternehmensstrukturen

Rechnung zu tragen, wurde am 1. Oktober 1973 das Erdinger Regiment erneut

umgegliedert.

Es führte nun wieder die Bezeichnung, die es bei seiner Aufstellung hatte: Luftwaffenversorgungsregiment

1. Die wesentlichen Veränderungen im organisatorischen

Bereich bestanden darin, dass die 1956 von der US-Luftwaffe

übernommene Gruppen-Ebene zwischen Regimentsführung und Staffeln entfiel.

Die Staffeln des Regiments erhielten eigene Stäbe nach dem „Oldenburger Modell"

mit den Sachgebieten S1 Personal, S2 Sicherheit, S3 Organisation, S4

Nachschub, später noch S6 Fernmeldewesen.

Die Instandsetzungsaufgaben des Luftwaffenversorgungsregiments 1 verteilten

sich nach der Umgliederung auf fünf Werften. Die Luftwaffenwerften 11, 12, 14

und 16 waren in Erding und die neu hinzugekommene Feldwerft F-104 in Manching

stationiert.

1974

1974 wurde ein „Tag der offenen Tür“ realisiert. Zu sehen waren Flugzeuge der

Typen TRANSALL, F-104 STARFIGHTER, PHANTOM und NORATLAS der Luftwaffe

und eine HERKULES der US-Air Force.

Soldaten und Zivilbedienstete reichten viele Verbesserungsvorschläge ein und

wurden dafür mit Geldprämien belohnt. Nicht zuletzt dieser Ideenreichtum führte

in der Werft 14 zu einer zwanzigprozentigen Erhöhung der Instandsetzungsquote.

Die Werft 12 konnte das 2.000ste Triebwerk F-104 in den Versorgungskreislauf

zurückführen.

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Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 15

1973 – 1979 Das Luftwaffenversorgungsregiment 1

1975 - Erstabnahme eines J79 Triebwerkes Starfighter bereit zum Abflug

1975

Durch das Herbstmanöver »Große Rochade« kamen unter anderen Bundesverteidigungsminister

Georg Leber und NATO-Oberbefehlshaber Alexander Haig

nach Erding.

Außerdem fertigte das Luftwaffen Materialdepot 11 den 75.000sten Eisenbahnwagon

am 11. Juli ab.

1976

Am 1. Januar wurde das Kommando über das Regiment an Oberstleutnant Siegmund

Grammer übergeben.

Die Umgliederung brachte auch erhebliche Unruhe um die Sicherheit von Arbeitsplätzen

mit sich. Auslöser war unter anderem die Tatsache, dass Teile des

Regiments in andere Standorte verlegt werden sollten. Erdings Landrat Dr. Herbert

Weinberger nahm sich der Sache an und wandte sich an seinen persönlichen

Freund, den damaligen Landwirtschaftsminister Josef Ertl: „[...] Der

NATO-Flughafen Erding ist der mit Abstand größte Arbeitgeber im Landkreis.

[...] Trotz der Nähe zu München steht der Landkreis an vorletzter Stelle hinsichtlich

seiner Steuerkraft in Oberbayern. [...] In Anbetracht der Sachlage erscheint

es mir dringend notwendig, beim Bundesverteidigungsminister persönlich vorzusprechen.“

Nach Anfrage von Ertl antwortete der damalige Verteidigungsminister

Georg Leber, dass Planungsabsichten nicht losgelöst von strukturpolitischen

Erwägungen, in Verbindung mit der Auslastung der Luft- und Raumfahrtindustrie,

gesehen werden könnten. Alle Möglichkeiten, so Leber, würden

ausgeschöpft, um die Arbeitsplätze zu sichern. Aufgrund der Intervention des

Landrates wurden Abbaupläne dann zunächst aufgegeben.

1977

Trotz aller Bemühungen von Kommunalpolitikern des Landkreises Erding wurde

am 1. Oktober 1977 die Werft 14 aufgelöst. Die Maßnahme wurde mit Änderungen

in der Organisationsstruktur im Zusammenhang mit der Einführung des

Waffensystems TORNADO begründet. Tatsächlich wurde mit dem Mehrzweckkampfflugzeug

TORNADO der Standort Erding innerhalb der Luftwaffenlogistik

aufgewertet.

1978

Am 3. März 1978 streifte bei einer missglückten Notlandung eine F-104 ein Anwesen

in Unterstrogn. Der Pilot, ein 25-jähriger Oberleutnant, konnte sich mit

dem Schleudersitz retten. Das beschädigte Haus fing Feuer. Die Bewohner

kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Es war der insgesamt 176. STAR-

FIGHTER-Absturz. Anfang der 80er Jahre zeichnete sich dann das Ende der

STARFIGHTER-Ära ab. Beim Prozess der Ablösung dieses Waffensystems kam

dem Fliegerhorst Erding noch eine zentrale Rolle zu.

Am 6. Mai fand im Fliegerhorst, zeitgleich mit der 750-Jahr-Feier der Stadt Erding,

ein Großflugtag statt.

Der Erdinger Anzeiger schrieb dazu am 8. Mai: „Ungemein heiß war das Wetter

am Samstag - für einen Flugtag wie geschaffen, kein Wunder, dass es zeitweilig

Staus auf allen Zufahrtsstraßen nach Erding gab, die teilweise über 10 km lang

waren. Die 15.000 Parkplätze, die zur Verfügung standen, reichten bei weitem

nicht aus. Der von der Bundesbahn zum Nulltarif zur Verfügung gestellte Schienenbus,

der die Besucher, die mit der S-Bahn gekommen waren, in den Fliegerhorst

transportierte, war bei jeder Fahrt brechend voll. [...] Am Nachmittag

waren Flugvorführungen der bei der Luftwaffe verwendeten Kampfflugzeuge

vom Typ PHANTOM, MRCA-TORNADO, F-104 STARFIGHER und ALPHA-JET

zu bestaunen. Dazu waren Flugzeuge von NATO-Verbündeten zu sehen, als

Beispiel eine F-15 der US-Air-Force, eine Mirage F-1 aus Frankreich, eine F-5

der Niederlande sowie Harrier und Buccaneer der Royal-Air-Force. Insgesamt

hatten an diesem Tag fast 200.000 Besucher das Angebot genutzt.“

1978 - Erneut wandte sich das Deutsche Museum an die Techniker in Erding. Diesmal galt es eine

Heinkel He 111 zu restaurieren.

Daneben wurde der „normale“ Dienst nicht vernachlässigt und so konnte der

Wiege- und Nivelliertrupp der Werft 11 am 11. November 1978 die 15.000ste

Flugzeugvermessung durchführen.

1979

Am 1. April wurde Oberst Georg Dassler die Führung über das Regiment übertragen.

Die Werft 12 setzte das 2.500ste Düsentriebwerk J79 instand.

Im Rahmen der Übung „Coronet Bridle“ verlegte die 179. Taktische Aufklärungsstaffel

der US Air Force vom 3. bis 24. August aus Duluths, Minnesota mit acht

PHANTOM und 300 Angehörigen der US-Air-Force nach Erding.

Anfang der 80er Jahre wurde der mittlerweile veraltete F-104 STARFIGHTER

durch den in deutsch-italienisch-britischer Kooperation entwickelten MRCA TOR-

NADO abgelöst. Bei diesem Prozess nahm der Fliegerhorst Erding eine zentrale

Rolle ein. Ausschlaggebend hierfür war allein schon die geographische Lage in

angemessener Entfernung zu den deutschen Herstellerfirmen des TORNADO

in Manching (MBB) und München (MTU).

Die Einführung des TORNADO in die Geschwader der Luftwaffe und Marine erforderte

die Aufstellung von zwei neuen Einheiten des Luftwaffenversorgungsregiment

1. So wurden für die Materialversorgung das Trinationale Verteiler- und

Übernahmedepot 11 (kurz: Trinat) und für die technische Betreuung des TOR-

NADO am 1. Oktober 1980 die Technische Gruppe 11 in Dienst gestellt.

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Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 16

1980 – 1988 Das Luftwaffenversorgungsregiment 1

Die Technische Gruppe 11 gliederte sich, gleich den technischen Gruppen in

fliegenden Verbänden der Luftwaffe, in drei Staffeln: Instandsetzungsstaffel,

Elektronikstaffel und Nachschubstaffel. Personal und Material waren größtenteils

aus der Werft 11 übernommen worden. In der Einführungsphase des TORNADO

sollten alle Flugzeuge bei der Technischen Gruppe 11 durchgeschleust werden.

Die Durchlaufzeit pro Flugzeug betrug ca. zwei Monate. In dieser Zeit wurden

die einsatzspezifische Ausrüstung und der Außenlastträger eingebaut. Erst danach

kamen die TORNADO zum Einsatz.

Gleichzeitig wurde die Werft 12 in Luftwaffenwerft 11 umbenannt. Die Luftwaffenwerft

11 war mit der Depotinstandsetzung und der Durchführung von technischen

Änderungen von Triebwerken beauftragt. Für die Jet´s der Luftwaffe

waren dies die Strahltriebwerke für F4 PHANTOM, ALPHA-JET und TORNADO.

Für den Bereich der Hubschrauber wurden Wellenleistungstriebwerke für die

Bell UH-1D und BO-105 sowie Anlassturbinen für TRANSALL und TORNADO

gewartet und instandgesetzt.

1980

Am 1. Oktober wurde die Werft 11 aufgelöst und die Technische Gruppe 11 aufgestellt.

Zum gleichen Zeitpunkt wurde die Werft 12 in Luftwaffenwerft 11 umbenannt.

1981

Am 1. April wurde Oberst Dieter Klepzig Kommandeur des Regimentes.

Am 16. Oktober kam Bundesverteidigungsminister Hans Apel nach Erding.

Im Oktober durchlief das 16.000ste Luftfahrzeug den Wiege- und Nivelliertrupp.

Am 9. November 1981 wurde der erste TORNADO der Luftwaffe vom MBB-

Werk Manching auf den Fliegerhorst Erding überführt.

1982

Im Januar wurde die 250ste Änderungsüberholung am Waffensystem STAR-

FIGHTER durchgeführt.

Als Interimslösung wurde am 16. Februar die Waffenausbildungskomponente

TORNADO in Erding in Dienst gestellt. Nachdem die Infrastruktur am geplanten

Sitz in Jever fertiggestellt war, erfolgte Mitte Juni 1983 schließlich die Verlegung

dorthin. Dies führte unter anderem dazu, dass erstmals in der Geschichte der

Luftwaffe einem logistischen Verband die Flugsicherheitsurkunde des Inspekteurs

der Luftwaffe für unfallfreien Flugbetrieb ausgehändigt wurde.

1980 - In den achtziger Jahren hatte das Regiment bereits einen imposanten Kundenstamm Schwierige Zeiten: 1981 führte Bundesverteidigungsminister Hans Apel in Erding eine öffentliche

Diskussion zum NATO-Doppelbeschluss.

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Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 17

1980 – 1988 Das Luftwaffenversorgungsregiment 1

Der TORNADO. Dieses Luftfahrzeug sollte den Fliegerhorst Erding die nächsten drei Jahrzehnte

prägen.

Das 30-jährige Bestehen der Bundeswehr wurde gemeinsam mit der Bevölkerung

in würdiger Form auf dem Schrannenplatz in Erding begangen.

1983 - STARFIGHTER und TORNADO im Dock

1986 - Das 30-jährige Standortjubiläum

1983

Im Januar erfolgte die Einführung der Spitzendienstgrade Stabsfeldwebel und

Oberstabsfeldwebel. Davon waren 42 Hauptfeldwebel des Regimentes betroffen.

Da 1983 das Jahr des Baumes war, wurden im Fliegerhorst insgesamt 6150

Bäume und Sträucher gepflanzt.

1984

Am 9. Mai wurde das F-104 Kommando in Erding aufgestellt. Zwei Monate später

stürzte ein Starfighter des F-104 Kommandos bei Stade in Niedersachsen

ab.

Im Oktober wurde der 100. TORNADO von der Industrie übernommen und die

erste Depotinspektion eines TORNADO begonnen.

1987

Im Februar wurde das 5.000ste Jet-Triebwerk instandgesetzt. Der Flugbetrieb

des Marinejagdbombers F-104 G wurde im Mai in Erding beendet und im gleichen

Monat wurde an der Logistischen Fachschule der Luftwaffe der 50.000

Lehrgangsteilnehmer verabschiedet.

1988

Am 29. Juli wurde der Luftwaffe der 250ste TORNADO zugeführt.

Das F-104 Kommando wurde am 19. September aufgelöst.

Die Luftwaffenwerft 11 feierte im November ihr 25-jähriges Bestehen. Über 500

„Ehemalige“ folgten der Einladung.

1985

Im Rahmen der Verteidigungshilfe wurde am 21. Januar der älteste deutsche

STARFIGHTER mit der Kennung 20+01 in die Türkei überflogen.

Die Werft 11 feierte Richtfest für ihre neue Triebwerkinstandsetzungshalle. Das

Gebäude kostete 20 Millionen DM.

Die Bundeswehr blickte auf ihr 30-jähriges Bestehen zurück. Dies wurde in Erding

am 14. November im Rahmen eines öffentlichen Appells auf dem Schrannenplatz

begangen. Zu dem Appell waren 1.100 Soldaten angetreten.

1986

Am 13. September 1986 wurde das 30-jährige Regimentsjubiläum begangen

und der Fliegerhorst Erding konnte auf 50 Jahre Geschichte zurückblicken. Dies

war Anlass, einen „Tag der offenen Tür“ mit Flugtag zu veranstalten. Insgesamt

wurde die Zahl der Besucher an diesem Tag auf 100.000 geschätzt.

Am 1. Oktober übernahm Oberst Hans-Joachim Meißner das Regiment.

1987 - F-104 Kommando

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Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 18

1989 – 2000 Die Armee der Einheit – das Luftwaffenversorgungsregiment 1 in der Luftwaffenstruktur 4

Am 7. Oktober 1989 beging die Deutsche Demokratische Republik ihren 40.

Jahrestag. Polen, Ungarn, die Tschechoslowakei und auch Rumänien waren im

Fahrwasser der „Perestroika", die DDR hingegen widersetzte sich noch solchen

Bestrebungen. Am 4. November 1989 demonstrierte eine Million Menschen in

Ostberlin für demokratische Reformen. Unter diesem gewaltigen Druck trat die

Regierung der DDR wenige Tage später zurück und am 9. November wurden

unblutig Mauer und Stacheldraht niedergerissen.

Am 3. Oktober 1990 endete schließlich die 45 Jahre dauernde Teilung Deutschlands.

Die Reduzierung der beiden deutschen Streitkräfte, Bundeswehr und Nationale

Volksarmee, wurde vertraglich auf die Obergrenze von 370.000 Soldaten vereinbart

(Personalstrukturmodell / PSM 370). Als Folge mussten zahlreiche

Standorte und Einheiten aufgelöst, beziehungsweise grundlegend umstrukturiert

werden.

Das für die Luftwaffe „Luftwaffenstruktur 4" bezeichnete Reformpaket sah für

den Fliegerhorst Erding zahlreiche Veränderungen vor.

1989 - Korrosionsentfernung mit Vacu-Blast Anlage

Der Beginn der Reform wurde noch von dem bevorstehenden zweiten Golfkrieg

überschattet. Irakische Truppen hatten das Nachbarland Kuwait überfallen. Aufgrund

des dann ausgebrochenen Golfkrieges wurde der Neujahrsempfang im

Fliegerhorst abgesagt.

Die Bundeswehr unterstützte Einsätze von UN-Inspektoren im Irak durch die

Abstellung von drei Transporthubschraubern vom Typ CH 53, deren Blattdrehgelenke

und Drehheber des Rotorkopfes des Öfteren einer Ultraschall-Wirbelstromrissprüfung

unterzogen werden mussten. Diese Aufgabe wurde von den

Spezialisten der Teileinheit „Zerstörungsfreie Werkstoffprüfung“ der Technischen

Gruppe 11 wahrgenommen.

„Es gibt keinen Anlass, sich Sorgen um den Fliegerhorst Erding zu machen.“

Mit dieser Feststellung leitete der Generalinspekteur der Bundeswehr, General

Klaus Dieter Naumann, bei seinem Truppenbesuch im Juni 1994 die Phase der

Konsolidierung für den Standort Erding ein. Gleichzeitig nannte General Naumann

eine Privatisierung der Werften unerwünscht und nicht konform mit den

Konzepten des Ministeriums.

Im Oktober 1994 wurde mit der Verlegung der Luftwaffenwert 12 von Erding

nach Leipheim die letzte Maßnahme der neuen Luftwaffenstruktur 4 für das Regiment

abgeschlossen.

„Die Armee der Einheit, die in den vergangenen fünf Jahren geformt worden ist,

ist bestens prädestiniert für internationale, friedenssichernde Maßnahmen", so

der stellvertretende bayerische Ministerpräsident, Hans Zehetmair, bei seiner

Ansprache zum 40-jährigen Jubiläum der Bundeswehr. Der Jahrestag wurde

gemeinsam mit der Bevölkerung am 22. November 1995 am Erdinger Schrannenplatz

gefeiert.

1990 - Die Orkane Vivian und Wiebke leisteten ganze Arbeit

1991

Am 1. April wurde Oberst Jürgen Breidenbach neuer Kommandeur des Regimentes.

Mitte 1991 wurde begonnen, die Fliegerhorstgruppe in eine Fliegerhorststaffel

umzugliedern und die Luftwaffenschleuse 11 aufzulösen. Oberst Breidenbach

sah damit die künftige Aufgabe des Fliegerhorstes vorgezeichnet: „Der Flugplatz

Erding wird zum Reparaturbetrieb.“ Die Maßnahmen fanden im September 1992

ihren Abschluss. Damit einher ging die Verringerung der Anzahl aller im Fliegerhorst

beschäftigten Soldaten und zivilen Mitarbeiter von 3.700 auf 2.800.

Ab April 1997 war mit der Einnahme des Personalstrukturmodells 340 eine personelle

Reduzierung der Bundeswehr umzusetzen.

1989

Im Februar wurde das Flugabwehrkommando 5 von Soest nach Erding verlegt.

Mitte Februar fiel die Entscheidung: keine TORNADO-Stationierung in Erding.

Am 1. Oktober wechselte die Regimentsführung auf Oberst Josef Priller.

1990

Im März zogen zwei Orkane über große Teile Deutschland hinweg. Auch Erding

lag im Einflussgebiet von „Vivian“ und „Wiebke“. Die Schäden im Fliegerhorst

bewegten sich in Millionenhöhe.

Am 16. September trafen 34 Offiziere der Nationalen Volksarmee zu Ausbildungszwecken

im Fliegerhorst ein.

Am 16. Oktober landete mit einer Antonow 26 erstmals ein Flugzeug sowjetischer

Bauart in Erding.

1991 - Anlässlich der Feierlichkeiten zum 35-jährigen Jubiläum

1992

Am 26. März wurden weitere Planungen der Luftwaffenstruktur 4 in die Tat umgesetzt.

Die Technische Gruppe 11 wurde aufgelöst und die aus dieser Gruppe

hervorgehende Luftwaffenwerft 13 aufgestellt. Im September erschien die erste

Ausgabe von „Quax – Der Fliegerhorst Report“.

18


Erding 2017.qxp_Layout 1 20.04.17 10:19 Seite 19

1989 – 2000 Die Armee der Einheit – das Luftwaffenversorgungsregiment 1 in der Luftwaffenstruktur 4

1993

Am 1. Januar wurde das Flugabwehrraketenkommando 5 ins Flugabwehrraketengeschwader

5 umbenannt.

Im September 1993 galt es, 30 Jahre Triebwerksinstandsetzung in Erding, vorwiegend

in der Werft 11, zu feiern. Seit 1963 wurden 6.613 Triebwerke instandgesetzt

und über 275.000 Austauschteile ausgeliefert worden.

1994

Am 1. Januar wurde das Kommando über das Luftwaffenversorgungsregiment

1 an Oberstleutnant Uwe Heinze übergeben.

Im Februar hatte die Luftwaffenwerft 13 ihre 50ste Depotinspektion beendet.

Ein TORNADO musste sich spätestens nach 2.400 Flugstunden einer „Grundüberholung"

unterziehen. Die Luftwaffenwerft 13 war die einzige militärische Einheit,

die dazu autorisiert ist. Daneben wurde dieser Auftrag noch von der DASA

in Manching durchgeführt. Der Aufwand, ein so komplexes Kampfflugzeug auf

Tucson/Arizona gewählt. Dort lagerte die USAF seit Ende des Zweiten Weltkrieges

auf einem 30 Quadratkilometer großen Gelände Flugzeuge verschiedenster

Typen.

Am 4. Juli startete ein Team von insgesamt 18 Soldaten und zivilen Mitarbeitern

mit dem Auftrag, die notwendigen technischen Vorbereitungsmaßnahmen durchzuführen.

Der Auftrag wurde nach rund vier Wochen erfolgreich abgeschlossen.

Am 30. Juni stimmte der Bundestag der Unterstützung des Schnellen Eingreifverbandes

der NATO im ehemaligen Jugoslawien mit ECR-TORNADO, Transport-

und Aufklärungsflugzeugen sowie Sanitätspersonal zu. Am 7. August flogen

die ersten TORNADO des Jagdbombergeschwaders 32, Lechfeld, und des Aufklärungsgeschwaders

51, Jagel, im Luftraum über Bosnien. Die Kampfflugzeuge

operierten vom oberitalienischen Militärstützpunkt Piacenza aus. Soldaten des

Regimentes waren für den Einsatz mit dem Schwerpunkt der Unterstützung des

Stab Einsatzlogistik 1 in Piacenza abgestellt.

In diesem Jahr feierte die Bundeswehr im November ihr 40-jähriges Bestehen

auf dem Schrannenplatz. Gleichzeitig wurde das fünfjährige Jubiläum der Deutschen

Einheit begangen.

In der Luftwaffenwerft 13 startete Ende des Jahres das Pilotprojekt „Interne Optimierung.“

1996

Am 15. September fand der „Tag der offenen Tür“ mit etwa 100.000 Besuchern

im Fliegerhorst statt. Gleichzeitig erschien die Chronik des Fliegerhorstes von

1935 - 1996.

Vom 13. - 15. März wurde ein TORNADO des Einsatzgeschwaders 1 durch Personal

des Luftwaffenversorgungsregiment 1 in Split / Kroatien instandgesetzt.

1994 - Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Klaus Dieter Naumann, im Gespräch mit

Erdings Bürgermeister Karl-Heinz Bauernfeind.

Herz und Nieren zu untersuchen, betrug 13.000 Arbeitsstunden. Regelmäßig

blieb ein TORNADO ca. acht Monate bei der Werft, um dann wieder in ein entsprechendes

Geschwader überführt zu werden.

Am 27. März 1994 absolvierte der erste Prototyp des EF-2000 EUROFIGHTER

seinen Jungfernflug in Manching.

Die Auflösung der Logistischen Fachschule erfolgte am 1. April.

Am 31. März wurde die 4./Flugabwehrraketengruppe 33 deaktiviert.

Zum 1. November übernahm Oberstleutnant Herbert Glunz das Regiment.

1997

Am 6. März wurden in der Luftwaffenwerft 11 ein Schmierölkomponenten-Prüfstand

und eine thermische Spritzanlage eingeweiht.

Am 1. April wurde Oberstleutnant Eberhard Knölker neuer Chef der Luftwaffenwerft

13.

Am 28. April kam beim Taktischen Ausbildungskommando der Luftwaffe in

Goose Bay, Kanada, bei einem High-Speed-Run ein TORNADO von der Startbahn

ab, überschlug sich und ging in Flammen auf. Eine Befundung ergab, dass

eine Instandsetzung nicht rentabel war, aber das Vorderteil für die Verwendung

eines Flugsimulators geeignet erschien. Beauftragt wurde damit die Luftwaffenwerft

13. Ein Trupp von zehn Soldaten erledigte die Arbeiten in rund zwei Wochen.

Soldaten wurden zur Bekämpfung der Hochwasserkatastrophe am Oderbruch

eingesetzt.

Am 26. September 1997 feierte die Arbeitsgruppe Wellenleistungstriebwerke

der Luftwaffenwerft 11 die 750ste Instandsetzung des in der Bell UH-1D verwendeten

Triebwerks T 53-L-13.

Im Oktober wurden die zivilberuflichen anerkannten Aus- und Weiterbildungen

im Fliegerhorst eröffnet.

1994 - Ein abgeklebter TORNADO in der neuen Dry-Stripping-Anlage

Die neue Dry-Stripping-Anlage der Luftwaffenwerft 13 wurde im November in

Betrieb genommen.

1995

Ein neuer Auftrag erwartete im Juli 1995 die Luftwaffenwerft 13: Zum ersten Mal

sollten zwei TORNADO-Kampfflugzeuge für zwei Jahre stillgelegt werden. Als

Ort für die Langzeitlagerung wurde ein Flugplatz der US-Air Force (USAF) in

1998

Im April wurde der 1000. Auszubildende der seit 1960 bestehenden Ausbildungswerkstatt

von der Industrie- und Handelskammer München freigesprochen.

Anlässlich des 50sten Todestages von 1st Lieutenant Leeland V. Williams, der

am 8. Juli 1948 bei einem Luftbrückeneinsatz nördlich von Wiesbaden mit einer

C 47 abstürzte, fand eine Gedenkveranstaltung statt. Im Anschluss wurde der

Platz vor dem Stabsgebäude in „1st Lieutenant Williams Platz" benannt.

19


Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 20

1989 – 2000 Die Armee der Einheit – das Luftwaffenversorgungsregiment 1 in der Luftwaffenstruktur 4

verringert. Das Personalstrukturmodell 2000 (PSM2000) sah die Festlegung

eines Gesamtumfangs der Streitkräfte auf 285.000 Soldaten unter Beibehaltung

der Wehrpflicht vor. Für die Luftwaffe hieß dies eine Verringerung von 77.400

auf 68.863 Uniformträger.

Am 2. November 2004 hatte der Bundesminister der Verteidigung seine Entscheidung

zur geplanten Schließung von weiteren 105 Bundeswehr-Standorten

bekannt gegeben. Das hieß, dass bis zum Jahr 2010 fast jeder dritte Standort

geschlossen, und damit letztlich nur noch insgesamt 392 verbleiben sollten.

Planungen sahen vor, dass im Jahre 2010 die Instandhaltung von Waffensystemen

und Komponenten in drei Systemzentren (SysZ) und einem Systemunterstützungszentrum

zu leisten waren. Diese sollten aus bisherigen Luftwaffeninstandhaltungsgruppen

und Programmierzentren der Luftwaffe hervorgehen.

Für Erding hieß dies die Aufstellung des Systemzentrum Luftfahrzeugtechnik,

dem abgesetzte Bereiche in Ummendorf, Oberursel, Penzing, München, Erding,

1998 - Widmung des 1st Lt Williams-Platz 2000 - Verteidigungsminister Rudolf Scharping zu Besuch im Fliegerhorst

Am 1. Oktober fand die Regimentsübergabe an Oberstleutnant Klaus Zäpfel

statt.

1999

Am 25. März trug Oberst i. G. Hermann Muntz in seiner Eigenschaft als Verhandlungsführer

der Unterarbeitsgruppe „Systemunterstützung" in der Offiziersheimgesellschaft

(OHG) Erding zum Thema „kooperatives Modell

Zelle/Triebwerk EUROFIGHTER“ vor. Die Idee einer kooperativen Zusammenarbeit

zwischen militärischen und zivilen Instandsetzern unter einem Dach, so

Muntz, ist nicht neu, die Durchführung für das Projekt EUROFIGHTER aber erstmals

durch Staatssekretär Erlass angeordnet und auch für zukünftige Projekte

zu prüfen.

Bei einem feierlichen Appell übernahm Major Heinz Bonitz am 22. Juli die Luftwaffenwerft

13.

Das Wehrwissenschaftliche Institut für Werk-, Explosiv- und Betriebsstoffe feierte

am 15. Oktober sein 40-jähriges Bestehen.

Im Dezember vermeldete die Luftwaffenwerft 11 den 5.555sten Testlauf mit dem

Triebwerktyp J79. Es dauerte immerhin fast 40 Jahre, bis diese stolze Zahl von

Triebwerken getestet wurde.

2000

Am 1. April übergab Oberst Klaus Zäpfel das Regiment an Oberstleutnant Peter

Ikier.

Am 17. August besuchte der Bundesminister der Verteidigung, Herr MdB Rudolf

Scharping, den Fliegerhorst Erding.

Im Oktober zerlegten Soldaten der Luftwaffenwerft 13 einen in Goose Bay, Kanada,

beschädigten TORNADO, der dann erst per Schiff und dann per Straßentransport

zur Instandsetzung in die heimatlichen Werkstätten nach Erding

gebracht wurde.

Erneut wurde mit einer Neuausrichtung der personelle Umfang der Bundeswehr

Rellingen und Manching unterstanden. Dazu sollten die Luftwaffeninstandhaltungsgruppen

14 und 15 fusionieren.

Am 15. Dezember 2010 wurde durch das Bundeskabinett eine Aussetzung der

Wehrpflicht zum 1. Juli 2011 beschlossen. Die letzten Wehrpflichtigen wurden

zum 1. Januar 2011 einberufen. Seit ihrer Einführung am 21. Juli 1956 hatten

mehr als 8,4 Millionen junge Männer ihren Dienst in der Bundeswehr geleistet.

2001

Im Regimentsbefehl 07/2001 wurde die zukünftige Umgliederung und Unterstellung

des LwVersRgt 1 wie folgt erläutert: Der Realisierungsplan für die Einnahme

der Luftwaffenstruktur 5 sah die Umgliederung des Luftwaffenversorgungsregiments

1 zum Luftwaffeninstandhaltungsregiment 1 zum 1. Juli 2002 vor. Diese

Umgliederung fand in mehreren Schritten in der Phase zwischen 1. Oktober

2001 und 1. Juli 2002 statt. Sie war unter anderem gekennzeichnet von:

• der Unterstellung des LwVersRgt 1 unter den stellvertretenden Amtschef des

Luftwaffenamtes zum 1. Oktober 2001

• der Abgabe des LwÜbn/LwMatDp 11 und der LwKfzTrspStff 11 an das

LwVersRgt 4 zum 1. Januar 2002

• der Abgabe der TBM KpfFlz, NH 90 und SAMOC an das LwVersRgt 3 zum

1. Januar 2002

• der Aufnahme der LwWerft 31, 32 und 41 von LwVersRgt 3 bzw. LwVersRgt

4 zum 1. Januar 2002

• der Abgabe der LwSanStff Erding an den Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr

(voraussichtlich zum 1. April 2002)

• der Auflösung der LwSichStff Erding zum 1. April 2002

• der Umbenennung des LwVersRgt 1 sowie der zugehörigen Lw Werften mit

Unterstellung unter das LwMatKdo zum 1. Juli 2002

20


Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 21

2001 – 2010 Transformation - Das Luftwaffeninstandhaltungsregiment 1 in der Luftwaffenstruktur 5 und 6

Am 4. Januar machte sich ein Mobiler Instandsetzungstrupp (MobInstTrp) der

Luftwaffenwerft 13 auf den Weg zu dem Militärflugplatz Gioja del Colle in Italien.

Dort war ein TORNADO des Einsatzgeschwader 1 wegen eines Problems bei

der Luftbetankung gelandet. Um 10:30 Uhr des Folgetages wurde der TOR-

NADO dann aus dem Shelter gewunken und hob kurze Zeit später Richtung

Piacenza, der italienischen Heimatbasis des Einsatzgeschwader 1, ab.

Der 11. September 2001, ein Dienstag, erlangte durch vier koordinierte Flugzeugentführungen

mit anschließenden Selbstmordattentaten auf wichtige zivile

und militärische Gebäude in den USA traurige Berühmtheit. Die Terroranschläge,

bei denen mindestens 2.989 Menschen ums Leben kamen, sollten die bisher in

den westlichen Streitkräften angewandten Verteidigungsstrategien deutlich verändern.

Der daraufhin vom damaligen US-Präsidenten George W. Bush proklamierte

„Krieg gegen den Terror“ begann.

2002 - Indienststellung des Luftwaffeninstandhaltungsregiment 1

2001 - Der damalige Erdinger Bürgermeister Karl-Heinz Bauernfeind am Rednerpult der Streikenden

Am 1. Oktober wurde das Kommando über das Luftwaffenversorgungsregiment

1 an Oberstleutnant Ralf Mertel übergeben.

2002

Erneut erreichte ein Arbeitsauftrag des Deutschen Museums den Fliegerhorst

Erding. In der Dry-Stripping-Anlage der Luftwaffenwerft 13 wurden die beiden

Tragflächen der Heinkel HE 111 der Flugwerft Schleißheim entlackt. Die restlichen

Teile der Maschine wurden bereits in den letzten beiden Jahren bearbeitet

und befinden sich wieder im Museum.

2002 - Die Erprobung einer TORNADO-Langzeitlagerung stellte sich als unrentabel heraus.

Ende Juli besuchte Walter Kolbow, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister

der Verteidigung, den Fliegerhorst Erding, um sich über die Leistungsfähigkeit

des Luftwaffeninstandhaltungsregiment 1 zu informieren. Dabei

erklärte er, dass in den nächsten zwei Jahren etwa elf Millionen Euro in den Fliegerhorst

investiert werden sollen.

Am 25. September übernahm Oberstleutnant Lothar Schumann das Kommando

über die Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 14.

Im März endete das Sonnenbad der beiden TORNADO die 1995 durch die Luftwaffenwerft

13 stillgelegt und in Arizona langzeitgelagert wurden. Ziel dieser

Langzeitlagerung sollte sein, die Veränderung des technischen Gesamtzustandes

eines Luftfahrzeuges aufgrund solch einer Lagerung zu untersuchen. Dabei

wurde zunächst von einer zweijährigen Lagerung ausgegangen. Schließlich

wurde das Projekt erst nach rund fünf Jahren abgeschlossen. Als Ergebnis einer

Kosten-Nutzen-Analyse erwies sich eine Wiederinbetriebnahme der TORNADO

als ineffizient. Der Aufwand der Nachrüstung sämtlicher technischer Änderungen

der letzten Jahre wäre zu groß gewesen. Schließlich wurde beschlossen, die

beiden Luftfahrzeuge der Hochwertteilegewinnung zuzuführen und die beiden

Zellen der USAF für museale Zwecke zu überlassen.

Am 1. April wurde die Luftwaffensanitätsstaffel Erding an den Zentralen Sanitätsdienst

der Bundeswehr übergeben. Zeitgleich wurde die Luftwaffen-Sicherungsstaffel

Erding aufgelöst.

Am 6. Juni konnte die neue, alte Lackier- und Mulitfunktionshalle für den TOR-

NADO in Betrieb genommen werden.

Am 26. Juni fand der „Appell anlässlich des Kommandowechsels vom Kommandeur

Luftwaffenversorgungsverbände an den Kommandeur Luftwaffenmaterialkommando

sowie die Indienststellung des Luftwaffeninstandhaltungsregimentes

1" auf dem Schrannenplatz in Erding statt.

Zum gleichen Zeitpunkt kam das Aus für die Luftwaffenwerft 13. Als Nachfolgedienststelle

wurde die Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 14 aufgestellt.

2002 - Generalleutnant Back bei seinem Besuch in Erding

Am 27. November 2002 besuchte der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant

Gerhard Back, den Fliegerhorst Erding. In den Instandsetzungsgruppen 14 und

15 informierte sich der General über die Instandsetzung und –haltung des TOR-

NADO.

2003

Im Januar kam ein Mobiler Instandsetzungstrupp der Luftwaffeninstandhaltungsgruppe

14 auf der Holloman-Air-Force-Base/USA zum Einsatz. Bei zwei dort

stationierten TORNADO wurden im Rahmen einer Inspektion Ermüdungsrisse

in den Einziehbeschlägen der Hauptfahrwerke festgestellt.

21


Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 22

2001 – 2010 Transformation - Das Luftwaffeninstandhaltungsregiment 1 in der Luftwaffenstruktur 5 und 6

2003 - Holloman AFB - Wartungsarbeiten am Hauptfahrwerk TORNADO

2004 - Im Mai besucht der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Klaus-Peter Stieglitz, mit einer

Delegation der Royal Saudi Air Force die Instandsetzungsbereiche im Fliegerhorst Erding.

2003 - Die 175ste TORNADO Instandsetzung ist allemal ein Gruppenbild wert

2004 - 900ste Instandsetzung des Wellenleistungstriebwerk T 53-L13B

Am 20. Januar traten die ersten 15 Soldaten des Organisationselementes „Industrieeinsatz

EUROFIGHTER“ der Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 14 aus

Erding ihren Dienst im EADS–Werk Manching an. Sie bildeten den militärischen

Anteil des „Prozessteams EUROFIGHTER-Betreuung“, später „Kooperatives

Modell Zelle“ (KMZ) genannt.

Im Mai wurde durch die Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 14 die 175ste Instandsetzung

eines TORNADO abgeschlossen.

Am 26. August wurde Oberst Richard Drexl die Führung über das Luftwaffeninstandhaltungsregiment

1 übertragen.

Am 31. August fand als Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 775-jährigen Jubiläum

der Stadt Erding ein historischer Festzug statt. In 68 „Bildern“ wurde von

über 1.600 Teilnehmern die Geschichte der Herzogstadt dargestellt. Hier durfte

natürlich der Fliegerhorst als fester Bestandteil Erdings nicht fehlen.

2004

Am 26. Januar lud der Standortälteste und Kommandeur des Luftwaffeninstandhaltungsregiment

1, Oberst Drexl, zum Neujahrsempfang. Am 14. August jährte

sich der Erstflug eines TORNADO zum 30sten Mal. Bis zu diesem Tage wurden

insgesamt 962 Luftfahrzeuge des Typs TORNADO gefertigt. Seine Fähigkeiten

und Wirksamkeit, vor allem sein Tiefflug bei hohen Geschwindigkeiten, konnte

er unter Einsatzbedingungen bei allen Nutzernationen unter Beweis stellen.

Die Luftwaffe trat mit der MTU Aero Engines über eine Kooperation zur gemeinsamen

Instandhaltung der Triebwerke für den TORNADO in Erding in Verhandlungen.

Bisher baten diesen Service die MTU aber auch das Luftwaffeninstandhaltungsregiment

1 in Erding an. Ziel für beide beteiligten Partner war

es, eine wirtschaftlich tragfähige gemeinsame Lösung zu finden.

2003 - Bei der 775 Jahr Feier der Stadt Erding nahm eine Deutsch-Amerikanische Abordnung teil

General Wolfgang Scheiderhan, Generalinspekteur der Bundeswehr von Juli 2002 bis

November 2009, besuchte Erding im Jahr 2004.

22


Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 23

Am 18. November wurde das 900ste Triebwerk des Typs T 53-L13B durch die

Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 15 ausgeliefert. Dieses Wellenleistungstriebwerk

wird im Hubschrauber Bell UH-1D eingesetzt.

Diesen Dezember feierte die „Aktion Erbse“ ihr 25-jähriges Jubiläum.

2001 – 2010 Transformation - Das Luftwaffeninstandhaltungsregiment 1 in der Luftwaffenstruktur 5 und 6

2005

Im Laufe des Jahres wurden mehrere Dassault-Breguet Atlantic 1150 auf dem

Fliegerhorst Erding zur Hochwertteilegewinnung zerlegt und anschließend der

Verschrottung zugeführt.

Am 21. Januar landete eine COUGAR der Flugbereitschaft des Bundesministerium

für Verteidigung, um eine neue Lackierung von den Spezialisten der Luftwaffeninstandhaltungsgruppe

14 zu erhalten. Ausgewählt wurde der Standort

Erding, da er über die modernste Entlackungs- und Lackieranlage der Bundeswehr

verfügt.

Am 4. März verließ die COUGAR planmäßig Erding und wurde zurück in die

Hauptstadt überführt. Im Laufe des Jahres 2005 sollten noch die beiden anderen

Helikopter dieses Typs in Erding mit einer neuen Lackierung versehen werden.

2005 - Die Crew der 1.000sten TORNADO Inspektion

Am 12. Juli wurde die 1000ste TORNADO-Inspektion durch die Luftwaffeninstandhaltungsgruppe

14 abgeschlossen. Seit der Einführung des TORNADO

1981 gab es keinerlei Flugunfälle infolge der in Erding durchgeführten Instandhaltungsmaßnahmen.

Im August befanden sich 300 Soldaten und zivile Mitarbeiter des Fliegerhorst

Erding in Emden im Hochwassereinsatz.

Am 20. September stimmte der Haushaltsausschuss des Bundestages der Kooperation

zwischen der Luftwaffe und der Firma MTU bei der Triebwerkinstandsetzung

RB 199 zu. Diese sollte im Fliegerhorst Erding eingerichtet werden. Der

Kooperationsvertrag wurde am 16. November unterzeichnet.

Am 15. November verließ das letzte in Erding instandgesetzte Triebwerk J79-

17A die Halle 259 in Richtung Triebwerkteststand. Diese Triebwerkstypen wurden

in den PHANTOM verbaut.

Am 29. November übernahm Major Carsten Gudehus die Luftwaffeninstandhaltungsgruppe

15.

Am 12. Dezember wurde das letzte rein militärisch instandgesetzte Triebwerk

vom Typ RB 199 fertiggestellt. Insgesamt wurden seit 1983 auf militärischer

Basis 1.339 dieser Triebwerke instandgesetzt.

Ebenfalls im Dezember verhallte der letzte Donner eines Nachbrenners im Triebwerksprüfstand

der Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 15. Nach 43 Jahren und

insgesamt fast 9.000 Triebwerkläufen wurde der Testbetrieb für Strahltriebwerke

in Erding eingestellt. Gemäß dem Kooperationsvertrag fanden die Testläufe in

Zukunft im MTU-Werk in Karlsfeld bei München statt.

2005 - Zum Jahresende laufen die letzten Triebwerkstests in Erding

2006

Vom 19. - 21. Mai feierte der Fliegerhorst Erding zusammen mit der Stadt Erding

„50 Jahre Bundeswehrstandort Erding“ mit einem „Tag der offenen Tür“ und

einem Großen Zapfenstreich. Die Anteilnahme der Bevölkerung war mit geschätzten

90.000 Besuchern außerordentlich hoch.

Am 1. Dezember wechselte die Regimentsführung auf Oberst Herbert Hardt.

2007

Im März feierte der Wiege - und Nivelliertrupp 50-jähriges Jubiläum. Neben periodischen

Wägungen und Schwerpunktbestimmungen von Luftfahrzeugen der

Luftwaffe, des Heeres und der Bundespolizei bestimmte das Vermessen von

Luftfahrzeugen nach Überschreitung des Lastvielfachen („Over G“) oder Harten

Landungen das Tagesgeschäft dieser Spezialisten.

2005 - Eine COUGAR der Flugbereitschaft im neuen Farbenkleid 2005 - Verschrottung der Marine Breguet Atlantic

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Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 24

2001 – 2010 Transformation - Das Luftwaffeninstandhaltungsregiment 1 in der Luftwaffenstruktur 5 und 6

2007 - Erding war eine Station der Sommerreise von Verteidigungsminister Fanz Josef Jung 2008 - Die Teileinheit Kabinendachverglasung sorgt fur klaren Durchblick

Am 9. März 2007 wurde vom Deutschen Bundestag die Entsendung von sechs

Aufklärungs-TORNADO im Rahmen der ISAF-Mission nach Mazar-e-Sharif in

Afghanistan beschlossen. Der Einsatz wurde am 30. November 2010 beendet.

Am 10. April veröffentlichte Verteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung das „Konzept

zur Weiterentwicklung der Waffensystemlogistik 2010“. Die zukunftsfähigen

Aufgabenpakete der Luftwaffeninstandhaltungsgruppen 14 und 15 sollten fusioniert

und in dem neu aufzustellenden Systemzentrum Luftfahrzeugtechnik gebündelt

werden. Die Veränderungen für den Bereich Waffensystemlogistik waren

unter anderem durch die Reduzierung der TORNADO-Flotte unumgänglich. Im

Jahr 2014 sollte die Luftwaffe noch 85 TORNADO besitzen, weniger als 25 Prozent

der ehemals etwa 357 Stück.

Im Rahmen der traditionellen Sommerreise des Bundesministers der Verteidigung

besuchte Dr. Franz Josef Jung am 21. August das Luftwaffeninstandhaltungsregiment

1. In den Mittelpunkt stellte er den Kontakt zur Truppe, sowie die

Information über die bisherigen Erfahrungen mit den Kooperationen.

Im Oktober unterstützte der Mobile Schweißtrupp der Luftwaffeninstandhaltungsgruppe

15 das Taktische Ausbildungskommando in Decimomannu/Italien.

In diesem Jahr feierte die Fliegerhorst Zeitschrift „Quax“ ihren 15. Geburtstag.

Am 14. Dezember jährte sich zum 50. Mal die Übernahme des Fliegerhorstes

durch die deutsche Luftwaffe. Dem damaligen Luftwaffenversorgungsregiment

1 wurde der Auftrag erteilt, das Spitzenpersonal der künftigen Versorgungsverbände

auszubilden und die Verlegung in die Endstandorte zu unterstützen. Der

Fliegerhorst Erding wird daher nicht umsonst oftmals als die „Wiege der Luftwaffenlogistik“

bezeichnet.

2008

Die Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 14 präsentierte am 10. April in Jever ihre

Fähigkeiten im Rahmen der Übung „Joint Logistics 2008“. Bei der Übung handelte

es sich um eine streitkräftegemeinsame Logistikübung.

Nach dem Strategiegipfel von CDU und CSU am 8. und 9. Juni in Erding flog

Bundeskanzlerin Angela Merkel vom Fliegerhorst aus zum 9. Deutsch-Französischen

Ministerrat nach Straubing.

Mit der 800sten Instandsetzung und der 75sten Neuverglasung eines TOR-

NADO-Cockpits standen für die Teileinheit Kabinendachinstandsetzung der Luftwaffeninstandhaltungsgruppe

14 zwei runde Zahlen zu vermelden.

Mit Ablauf des 31. August wurde Oberstleutnant Gudehus von der Führung der

Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 15 entbunden. Soldaten und Zivilpersonal

sowie Material dieser für die Triebwerkinstandsetzung zuständigen Einheit waren

bereits seit dem 1. Juli in die Verantwortung der Luftwaffeninstandhaltungsgruppe

14 übergegangen. Ein Restkommando sollte die letzten Formalitäten bis

Mitte 2009 abwickeln. Damit war der erste Schritt für die Aufstellung des Systemzentrum

Luftfahrzeugtechnik vollzogen.

Am 21. Oktober wurde der nach einer harten Landung in Mazar-e-Sharif schwer

beschädigte TORNADO 45+67 einsatzbereit an das Einsatzgeschwader zurückgegeben.

Somit konnte der TORNADO zwei Wochen vor Planung den Einsatz

in Afghanistan wieder aufnehmen.

Am 28. Oktober besuchte der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Klaus-

Peter Stieglitz mit seinem südafrikanischen Amtskollegen, Lieutenant General

Carlo Gagiano den Fliegerhorst Erding.

2008 - Auf dem Weg zum Deutsch-Französischen Ministerrat machte Bundeskanzlerin Angela Merkel

einen Zwischenstopp in Erding. Mit im Gefolge war der spätere Bundesminister fur Verteidigung,

Thomas de Maizière.

2008 - Die Ankunft des TORNADO 45+67 in Erding

24


Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 25

2001 – 2010 Transformation - Das Luftwaffeninstandhaltungsregiment 1 in der Luftwaffenstruktur 5 und 6

2009 - Im Januar vollzog Oberst Herbert Hardt (rechts) die Aufstellung des Systemzentrum Luftfahrzeugtechnik.

Erster Leiter wird Oberstleutnant Harald Lesch.

2009 - Im Rahmen der Gespräche in Erding verweilt Bundespräsident a. D. Prof. Dr. Roman

Herzog in Erding.

2009

Im Januar 2009 wurde das Systemzentrum Luftfahrzeugtechnik aufgestellt. Es

bündelte die Kernkompetenzen der zum Ende letzten Jahres aufgelösten Luftwaffeninstandhaltungsgruppen

14 und 15 (Erding), der Gruppe 11 (Neckarzimmern)

und der Gruppe 12 (Ummendorf). Aus der Gruppe 13 (Landsberg am

Lech) ist das Systemzentrum Avionik entstanden.

Am 14. Mai wurde die Übergabe des Regimentes von Oberst Herbert Hardt an

Oberstleutnant Michael Rethmann vollzogen.

Ab 28. Oktober präsentierte sich der STARFIGHTER auf dem 1st-Lieutenant-

Williams-Platz nach umfangreicher Restauration in einem neuen Farbenkleid.

2010

Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Aarne Kreuzinger-Janik, landete

am 16. Juni am Steuerknüppel einer C-160 TRANSALL im Fliegerhorst Erding.

Der Inspekteur wollte sich persönlich über die Fähigkeiten des Luftwaffeninstandhaltungsregiments

1 in Erding informieren.

2010 - Generalleutnant Aarne Kreuzinger-Janik am Steuer einer C-160 TRANSALL

Am 1. September feierte die Ausbildungswerkstatt ihr 50-jähriges Bestehen.

2009 - Der Sockel erstrahlt im neuen Glanz

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Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 26

2011 – 2012 Die Bundeswehrreform und das Luftwaffeninstandhaltungsregiment 1

2010 - Mit der Hereinnahme des MTR 390 erfuhr die Triebwerkinstandsetzung eine Produkterweiterung.

2011 - Bei der Hochwertübung „ELEPHANT RECOVERY 2011“ wurden verschiedenste Bergemöglichkeiten

geübt, wie hier das Schleppen einer PHANTOM mittels eines Holzschlittens.

Im November 2010 trafen die ersten Container, gefüllt mit Material und Spezialwerkzeug

für das im UH-TIGER eingebaute Triebwerk MTR 390, aus dem

MTU-Stammwerk in Karlsfeld kommend, im Fliegerhorst Erding ein. Nach Abschluss

des Umzuges wurde die Produktion

und Instandsetzung des Triebwerkes

MTR 390 in der MTU eigenen

Produktionshalle im Fliegerhorst aufgenommen.

Im Dezember zog das Flugabwehrraketengeschwader

5 nach Manching und

beendete damit die Flugabwehrraketenchronik

am Standort Erding.

Am 15. Dezember wurde durch das

Bundeskabinett eine Aussetzung der

Wehrpflicht zum 1. Juli 2011 beschlossen.

In einem Tagesbefehl informierte der Bundesminister der Verteidigung schließlich

am 26. Oktober 2011 über das lange und bei vielen Bundeswehrangehörigen

wohl auch mit Sorge erwartete zukünftige Stationierungskonzept der Bundeswehr.

Für die Garnison Erding hieß dies eine signifikante Reduzierung von 1.190

auf 220 Dienstposten. Alle im Fliegerhorst befindlichen Dienststellen wurden

demnach aufgelöst oder verlegt und der Fliegerhorst in Abhängigkeit mit Kooperationsvorhaben

mit der Industrie voraussichtlich 2019 geschlossen werden.

Lediglich das Wehrwissenschaftliche Institut für Werk- und Betriebsstoffe

(WIWeB) soll als einzige militärische Dienststelle in Erding verbleiben. Somit

stand das „was“ fest. Offen war noch die Zeitlinie, also das „wie“ und das „wann.“

Dieses wurde durch den Inspekteur der Luftwaffe am 12. Juni 2012 im „Realisierungsplan

für die Einnahme der künftigen Luftwaffenstruktur (RealPlLwStr)“

veröffentlicht.

Hierin wurde für das Luftwaffeninstandhaltungsregiment 1 die Auflösung zum

31. Dezember 2012 befohlen. Für die dem Regiment unterstellten Einheiten

waren tiefgreifende organisatorische Veränderungen ab 2014 vorgesehen.

2011

Im Zeitraum vom 4. - 8. April nahm das Systemzentrum Luftfahrzeugtechnik mit

fünf Soldaten an der Übung „ELEPHANT RECOVERY 2011“ auf dem Fliegerhorst

Jever teil.

2011 - TORNADO, Tiger Meet “Tiger-Staffel“ Jagdbombergeschwader 32, Lechfeld

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Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 27

2011 – 2012 Die Bundeswehrreform und das Luftwaffeninstandhaltungsregiment 1

Erste Verschrottung eines TORNADO

Am 30. Juni verließ um genau 16:11 Uhr mit dem Gefreiten Christopher Mader

der letzte Grundwehrdienstleistende des Luftwaffeninstandhaltungsregimentes

1 den Fliegerhorst Erding. Ab Freitag, den 1. Juli 2011 war die Bundeswehr eine

reine Freiwilligenarmee.

„Wir. Dienen. Deutschland.“ Im Juli begann die zentrale Kampagne der Bundeswehr.

Gleichzeitig wurde das neue Logo der Bundeswehr der Öffentlichkeit vorgestellt.

Am 8. November 2011 weilte der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant

Aarne Kreuzinger-Janik, erneut im Fliegerhorst Erding. Er brachte, wie es der

damalige Regimentskommandeur Oberst Rethmann ausdrückte, wahrlich keinen

Rosenstrauß mit. Bei seinem Besuch betonte General Kreuzinger-Janik,

dass die Feinausplanung der Bundeswehr bis Februar 2012 abgeschlossen sein

sollte.

2011 - Am 30. Juni verlässt der letzte Wehrpflichtige Soldat des Luftwaffeninstandhaltungsregiment

1 den Fliegerhorst Erding.

Im Dezember gab es den „Girls‘ Day“ bereits zehn Jahre im Fliegerhorst. Außerdem

wurde bei der 32. „Aktion Erbse“ ein Rekordergebnis von 55.000 Euro

erzielt. Seit Beginn der Aktion wurden über eine Million Euro für Erdinger Bürger

in Not gesammelt und verteilt.

2012

Am 9. Februar wurden am Standort Erding die ersten drei TORNADO verschrottet.

Die Verschrottung der Luftahrzeuge fand im Rahmen der Effizienzausphasung

TORNADO in Jever und Erding statt. Nach der Teilegewinnung in den

Geschwadern wurden die Zellen auf dem Landweg nach Jever und Erding transportiert

und dort abschließend bearbeitet. Danach wurden die TORNADO an

die VEBEG gemeldet und nach einer Ausschreibung durch einen Entsorger der

Verwertung zugeführt.

Ein gutes Jahr nach Veröffentlichung des Realisierungsplanes für die Einnahme

der Luftwaffenstruktur wurden am 17. Dezember planungsgerecht in Penzing,

in einer für viele Beteiligte und Gäste sicherlich sehr bewegenden Zeremonie,

die drei Regimentsstäbe der Luftwaffenlogistik zum 31. Dezember 2012 aufgelöst

und mit Wirkung 1. Januar 2013 die Waffensystemunterstützungszentren 1

und 2 aufgestellt.

2013 - Besuch des Inspekteuers der Luftwaffe

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Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:31 Seite 28

2013 – 2017 Das Waffensystemunterstützungszentrum 1

2014 - Brigadegeneral Rudolf Maus (vorn) übergibt das Kommando

über das Waffensystemunterstutzungszentrum1 von

Oberst Thomas Hambach (re) an Oberst Markus Alder (li).

2013 - Das Verbandsabzeichen des Waffensystemunterstützungszentrum

1

2013

Die Aufstellung des Waffensystemunterstützungszentrum

1 zum 1. Januar 2013 markierte das vorläufig letzte Kapitel des in seinen

Grundzügen 1956 aufgestellten Regimentes. Mit der Aufstellung des Waffensystemunterstützungszentrum

1 wurde ein wichtiger Schritt hin zu einer modern

ausgerichteten Bundeswehr und Luftwaffenlogistik getan. Der Stab bleibt zunächst

in Erding, wird aber letztendlich nach Manching verlegen. Gegenüber

dem Auftrag des ehemaligen Luftwaffeninstandhaltungsregiment 1 erfuhr es eine

deutliche Erweiterung und deckte nun nahezu vollumfänglich die Waffensystemunterstützung

für die Waffensysteme EUROFIGHTER und TORNADO ab. Im

Bereich der Triebwerke werden sowohl Turbinen für diese beiden Waffensysteme,

als auch den Unterstützungshubschrauber TIGER und den Transporthubschrauber

NH90 der Heeresflieger instandgesetzt und gewartet.

Truppendienstlich wechselte das Unterstellungsverhältnis zum 1. Juli 2013 auf

das neu aufgestellte Kommando Unterstützungsverbände.

Am 25. März besuchte der Inspekteur der Luftwaffe, Generalmajor Karl Müllner,

den Fliegerhorst.

Die abgesetzten Bereiche in Erding, Manching, München und Oberursel wurden

nach Abschluss aller Verträge zur Instandsetzungskooperation Kampfflugzeuge

und Instandsetzungskooperation Triebwerke und mit dem Waffensystemunterstützungsteam

Kampfflugzeuge dem Stab des Waffensystemunterstützungszentrum

1 direkt unterstellt.

Im Rahmen eines feierlichen Appells wurde am 11. April Oberst Thomas Hambach

die Führung über das Waffensystemunterstützungszentrum 1 offiziell übertragen.

Er war somit der erste Kommandeur dieses jungen und doch so traditionsreichen

Verbandes.

2015 - Generalleutnant Martin Schelleis (re) besucht den Fliegerhorst

Bei dem Jahrhunderthochwasser im Juni waren über 300 Soldatinnen und Soldaten

aus den Standorten Erding und Manching im Hochwassereinsatz in Erding

und Deggendorf.

2014

Fast auf den Tag genau nach einem Jahr fand am 10. April in Erding wieder eine

Kommandoübergabe statt. Im Rahmen eines Appells übertrug der Kommandeur

Logistikverbände Luftwaffe, Brigadegeneral Rudolf Maus, das Kommando über

das Waffensystemunterstützungszentrum 1 auf Oberst Markus Alder.

Das Systemzentrum Luftfahrzeugtechnik gab im April 2014 weitere abgesetzte

Bereiche ab. Im baden-württembergischen Ummendorf entstand wieder eine eigenständige

Dienststelle mit dem Namen Instandsetzungszentrum 12.

Am 16. September 2014 fand der „Flyout“ des letzten TORNADO im Fliegerhorst

Erding statt. Dies wurde zusammen mit der Erdinger Bevölkerung groß gefeiert.

Nachdem der letzte in Erding voll umfänglich instandgesetzte TORNADO den

Fliegerhorst verlassen hatte, wurde das Systemzentrums Luftfahrzeugtechnik

aufgelöst und im Juni 2015 das Instandsetzungszentrum 11 in Erding aufgestellt.

2015

Mit der Aufstellung des Instandsetzungszentrums 11 war das Waffensystemunterstützungszentrum

1 zwar noch nicht überall an seinen Zielstandorten, aber

organisatorisch am 1. Juni 2015 in seiner Zielstruktur angekommen.

Hochrangiger Besuch im Juli durch den Kommandierenden General des Luftwaffentruppenkommandos,

Generalleutnant Martin Schelleis, zeigte den hohen

Stellenwert des Verbandes bei den übergeordneten Dienststellen.

Im September fällt innerhalb weniger Stunden die Entscheidung, im Fliegerhorst

Erding ein Wartezentrum für bis zu 5.000 Flüchtlinge zu errichten. Binnen weniger

Wochen haben die Mitarbeiter des Fliegerhorstes Erding zusammen mit dem

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Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:32 Seite 29

2013 – 2017 Das Waffensystemunterstützungszentrum 1

2017 - Übergabe Waffensystemunterstützungszentrum 1 durch Brigadegeneral Stefan Lüth, Kommandeur

Unterstützungsverbände, von Oberst Markus Alder an Oberst Stefan Schmid-Schickhardt

Blick in die Zukunft - Appell am 20. Mai 2017

Technischen Hilfswerk, den Pionieren aus Ingolstadt, dem Deutschen und Bayerischen

Roten Kreuz und vielen helfenden Hände der Bundeswehr wie der Gebirgsjägerbrigade

21 durch ihr einzigartiges Engagement geschafft, dass das

Wartezentrum am 19. Oktober 2015 seine Arbeit aufnehmen konnte. Zur Bereitstellung

der notwendigen Infrastruktur wurde ein Teil des Fliegerhorstes mit 3,5

Kilometer Zaun abgetrennt.

Auch Ursula von der Leyen, Bundesministerin der Verteidigung, besuchte das

Wartezentrum für Flüchtlinge im Fliegerhorst Erding. Sie verschaffte sich im November

selbst einen Eindruck der Lage vor Ort und bedankte sich anschließend

bei allen Beteiligten.

Mit dem Besuch des neuen Kommandierenden Generals des Luftwaffentruppenkommandos,

Generalleutnant Helmut Schütz, endete ein Jahr mit hochrangigen

Besuchern aus der Politik und dem Militär.

2016

Die Angehörigen im Fliegerhorst Erding kamen im Zusammenhang mit dem Wartezentrum

langsam zur Ruhe und konnten sich wieder ihrem Fachauftrag widmen.

Der Andrang von Flüchtlingen wurde ab Februar spürbar weniger bis das

Zentrum letztlich „reaktivierbar stillgelegt“ wurde. Das Waffensystemunterstützungszentrum

1 wurde zunächst Leitverband und ab September Patenverband

des nun im Rahmen „Relocation“ regelmäßig genutzten Wartezentrums. Flüchtlinge

mit Bleibeperspektive werden innerhalb der EU umverteilt und so reisen

aus Italien und Griechenland Flüchtlinge über Erding nach Deutschland ein.

Im Rahmen der Verlegungen zur Großübung ANAKONDA 2016 in Polen waren

die durchreisenden amerikanischen Truppen der US Armee, von den in Vicenza/

Italien stationierte Brigade Support Bataillon der 173rd Airborne Brigade, über

Nacht mehrmals zu Gast im Fliegerhorst Erding.

Die Instandsetzungskooperation Triebwerk feierte zusammen mit der Fa. MTU

im Juli ihr zehnjähriges Bestehen. Triebwerksmechaniker der Bundeswehr und

der Industrie arbeiten hier von Beginn an erfolgreich Seite an Seite.

Sowohl am Tag der Bundeswehr und der 60 Jahrfeier der Luftwaffe in Neuburg

an der Donau, als auch bei der Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung

in Berlin, haben die Spezialisten des Waffensystemunterstützungszentrums 1

und der unterstellten Bereiche ihre Fähigkeiten eindrucksvoll präsentiert.

Im Dezember folgte das nächste Jubiläum. Ebenfalls seit nunmehr zehn Jahren

arbeitet das Instandsetzungszentrum 12 in Ummendorf mit Autoflug aus Rellingen

bei Hamburg in der Kooperation „Rettungs- und Sicherheitsgerät“ erfolgreich

zusammen.

2017 und der Blick in die Zukunft

Am 31. Januar wurde das Waffensystemunterstützungszentrum 1 durch Brigadegeneral

Stefan Lüth, Kommandeur Unterstützungsverbände, von Oberst Markus

Alder an Oberst Stefan Schmid-Schickhardt übergeben. Oberst Schmid--

Schickhardt wird der letzte Kommandeur des Regiments am Standort Erding.

Eine seiner Aufgaben in 2018 ist die Verlegung des Stabes von Erding nach

Manching.

Der Höhepunkt im Jahr 2017 wird das Jubiläum „Luftwaffe 60 Jahre in Erding

am 20. Mai 2017 sein.

Die Ausbildungswerkstatt im Fliegerhorst Erding stellt im September 2017 die

letzten Auszubildenden ein und wird voraussichtlich 2021 aufgelöst.

In Manching werden die letzten Details für die Aufnahme des Waffensystemunterstützungszentrum

1 abgestimmt und die Baufläche für die neuen Gebäude

des Instandsetzungszentrums 11 auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle

61 wurde freigelegt. Nach Fertigstellung der Infrastruktur ist die Verlegung

des Instandsetzungszentrums 11 an den Standort Manching für 2021 geplant.

Ende 2018 wird das Materialdepot Erding und nach Wegzug der letzten Einheiten

2021 aus dem Fliegerhorst die Bundeswehrfeuerwehr Erding sowie der

Standortservice Erding aufgelöst werden.

31. Januar 2017 - Kommandoübergabe Waffensystemunterstützungszentrum 1

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Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:32 Seite 31

Die Regimentskommandeure

Die Kommandeure

Oberst Wilhelm Stemmler

Kommandeur LwVersRgt 1

01.12.1956 – 20.04.1960

Oberst Hermann Huppenbauer

Kommandeur LwPkRgt 1

21.04.1960 – 16.04.1963

Oberst Walter Feuerrohr

Kommandeur LwPkRgt 1

17.04.1963 – 31.03.1966

Oberst Albert Busse

Kommandeur LwVersBereich 1

01.04.1966 – 30.09.1970

Oberst Wilhelm Wagner

Kommandeur LwVersBereich 1

01.10.1970 – 30.09.1973

Oberst Claus Thierschmann

Kommandeur LwVersRgt 1

01.10.1973 – 31.12.1975

Oberst Sigmund Grammer

Kommandeur LwVersRgt 1

01.01.1976 – 31.03.1979

Oberst Georg Dassler

Kommandeur LwVersRgt 1

01.04.1979 – 31.03.1981

Oberst Dieter Klepzig

Kommandeur LwVersRgt 1

01.04.1981 – 30.09.1986

Oberst Hans-Joachim Meißner

Kommandeur LwVersRgt 1

01.10.1986 – 30.09.1989

Oberst Josef Priller

Kommandeur LwVersRgt 1

01.10.1989 – 31.03.1991

Oberst Jürgen Breidenbach

Kommandeur LwVersRgt 1

01.04.1991 – 31.12.1993

Oberst Uwe Heinze

Kommandeur LwVersRgt 1

01.01.1994 – 31.10.1996

Oberst Herbert Glunz

Kommandeur LwVersRgt 1

01.11.1996 – 30.09.1998

Oberst Klaus Zäpfel

Kommandeur LwVersRgt 1

01.10.1998 – 31.03.2000

Oberst Peter Ikier

Kommandeur LwVersRgt 1

01.04.2000 – 30.09.2001

Oberst Ralf Mertel

Kommandeur LwInsthRgt 1

01.10.2001 – 25.08.2003

Oberst Richard Drexl

Kommandeur LwInsthRgt 1

26.08.2003 –31.11.2006

Oberst Herbert Hardt

Kommandeur LwInsthRgt 1

01.12.2006 – 14.05.2009

Oberst Michael Rethmann

Kommandeur LwInsthRgt 1

15.05.2009 – 31.12.2012

Oberst Thomas Hambach

Kommandeur WaSysUstgZ 1

01.01.2013 – 09.04.2014

Oberst Markus Alder

Kommandeur WaSysUstgZ 1

10.04.2014 - 31.01.2017

Oberst Stefan Schmid-Schickhardt

Kommandeur WaSysUstgZ 1

seit 01.02.2017

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Das Waffensystemunterstützungszentrum 1

Das Waffensystemunterstützungszentrum 1

Nach einem zweieinhalbjährigen Prozess der Umgliederung hat das

Waffensystemunterstützungszentrum 1 am 1. Juni 2015 seine Zielstruktur

bis auf die Ebene der Dienststellen eingenommen.

Heute dienen in dem Verband an 12 Standorten im In- und Ausland

knapp 1.600 Männer und Frauen, die sich dem Motto:

Kompetent! Leistungsstark!

Flexibel!

verschrieben haben.

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Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:32 Seite 33

Das Waffensystemunterstützungszentrum 1

Die hochmotivierten Spezialisten, Techniker und Ingenieure leisten einen entscheidenden Beitrag

für die Einsatzbereitschaft der Luftwaffe. Dies gilt nicht nur in Deutschland,

sondern weltweit. Das hier verfügbare Know-how macht den Verband zu einer

Hochwertressource der Luftwaffe. Machen Sie sich auf den nächsten Seiten ein Bild

von den einzigartigen Fähigkeiten des Waffensystemunterstützungszentrums 1.

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Auftrag und Gliederung

Auftrag und Gliederung

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Auftrag und Gliederung

Der Auftrag des Waffensystemunterstützungszentrums 1 beruht im Wesentlichen

auf zwei Säulen. Zum einen ist dies die Instandhaltung von Luftfahrzeugen

und deren Komponenten. Zum zweiten ist der Verband die erste

Anlaufstelle für die Pflege und Änderung operationell wichtiger Software der

Kampfflugzeuge EUROFIGHTER und TORNADO sowie die gesamte Problemanalyse

und Systemunterstützung des EUROFIGHTER.

In allen Bereichen werden die fliegenden Verbänden der Luftwaffe im Bedarfsfall

im Inland aber auch bei Einsätzen oder Übungen weltweit unterstützt. Für

die Waffensysteme EUROFIGHTER und TORNADO geschieht dies auch in

direkter Zusammenarbeit mit der Luftfahrtindustrie.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Entwicklungsbegleitung und Einführungsunterstützung

neuer Fähigkeiten der Kampfflugzeuge EUROFIGHTER

und TORNADO sowie zukünftig auch ferngelenkter Luftfahrzeuge.

Durch einzigartige technische Untersuchungsmethoden leistet das Waffensystemunterstützungszentrum

1 darüber hinaus einen unverzichtbaren Beitrag

für die Flugsicherheit in der gesamten Bundeswehr.

Das Waffensystemunterstützungszentrum 1 stellt sein breites und technisch

anspruchsvolles Leistungsspektrum allen Teilstreitkräften der Bundeswehr zur

Verfügung.

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Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:32 Seite 36

Auftrag und Gliederung

Software/ Systemunterstützung

Instandsetzung Luftfahrzeuge

Triebwerk

Hydraulik

Galvanik

Avionik

Die Fähigkeiten des

Waffensystemunterstützungszentrums 1

Technische Untersuchungen

Konstruktion & Fertigung

Rettungssysteme

Begleiten der Einführung & Entwicklung Luftfahrzeug-Komponenten Dry-Stripping

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Auftrag und Gliederung

Zielstationierung und -struktur des

Waffensystemunterstützungszentrum 1

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Stab Waffensystemunterstützungszentrum 1

Stab Waffensystemunterstützungszentrum 1

2015 - Besuch der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen 2017 - Waffensystemunterstützungszentrum 1 angetreten zur Übergabe

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Stab Waffensystemunterstützungszentrum 1

Der Stab ist im Fliegerhorst Erding beheimatet, wird aber nach Schaffung der

notwendigen infrastrukturellen Voraussetzungen an den Flugplatz Manching verlegt.

Als Teil der Einsatzlogistik der Luftwaffe ist der Stab neben der Führung der

unterstellten Dienststellen für die Koordinierung aller Leistungen des unterstellten

Bereichs verantwortlich. Zudem steuert er personelle und materielle Unterstützungsleistungen

für die Einsatzverbände im In- und Ausland.

Dem Stab gehören darüber hinaus unmittelbar die Instandsetzungskooperationen

Kampfflugzeuge und Triebwerke sowie das Waffensystemunterstützungsteam

Kampfflugzeuge an. Die Überwachung der Leistungserbringung dieser

Kooperationen mit der Luftfahrtindustrie sind ebenso Aufgabe des Stabes. Daneben

ist der Stab in der Lage, luftfahrtzertifiziertes Sonderwerkzeug o.ä. zu

konstruieren und in Zusammenarbeit mit den unterstellten Dienststellen herzustellen.

Die dem Stab zugehörige Ausbildungswerkstatt genießt deutschlandweit

einen hervorragenden Ruf und fördert die Nachwuchsgewinnung der Bundeswehr

im zivilen wie auch militärischen Bereich. Für den Standortbereich Erding

übernimmt der Stab territoriale Aufgaben und unterstützt mit der Aktion „Soldaten

helfen“ seit mehr als drei Jahrzehnten sozial benachteiligte Menschen im Landkreis

Erding.

Öffentlichkeitsarbeit - Der Ebseneintopf am Bürgertreff

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Arbeitsgruppe für Technische Untersuchungen

Arbeitsgruppe für Technische Untersuchungen

Die Arbeitsgruppe für Technische Untersuchungen (AGTU) ist eine Teileinheit

des Stabes des Waffensystemunterstützungszentrums 1.

Sie ist zuständig für die Ermittlung von technischen Ursachen von Flugunfällen,

Zwischenfällen und technischen Schadensfällen sowie Betriebsstörungen an

bemannten und unbemannten Luftfahrzeugen aller Teilstreitkräfte der Bundeswehr.

Diese fachbereichsübergreifenden Untersuchungen, welche auch im internationalen

Umfeld stattfinden, tragen somit zur Aufklärung von Schadensfällen

und Prävention von Flugunfällen bei.

Eine solide Ausbildung im Bereich der Militärluftfahrzeugtechnik und die langjährige

Erfahrung des Teams aus Erding bilden dabei die Grundlage der Untersuchungen.

In den Technischen Untersuchungsberichten werden die Ergebnisse

der Untersuchungen dokumentiert und Empfehlungen zur Schadensprävention

erteilt.

Da diese Gutachten wissenschaftlich fundiert, an der Praxis orientiert sowie klar

verständlich und aussagekräftig sind, genießen sie seit Jahrzehnten eine hohe

Anerkennung innerhalb und außerhalb der Bundeswehr.

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Die Ausbildungswerkstatt

Die Ausbildungswerkstatt

1960 wurde eine der ersten zivilberuflichen Ausbildungswerkstätten der Bundeswehr

am Fliegerhorst Erding eingerichtet.

Mit einer jährlichen Einstellungsquote von 38 Auszubildenden wurden seit dieser

Zeit insgesamt 1838 junge Damen und Herren in den Berufen Fluggerätmechaniker

Fachrichtung Instandhaltungstechnik, Fluggerätmechaniker Fachrichtung

Triebwerkstechnik und Elektroniker für Geräte und Systeme ausgebildet. Eingebunden

in die betrieblichen Abläufe erlernen die Auszubildenden in den verschiedenen

Fachabteilungen alle notwendigen Fertigkeiten, Kenntnisse und

Fähigkeiten, die sie zum erfolgreichen Berufsabschluss benötigen. Die dualen

Partner der Ausbildungswerkstatt Erding sind die Berufsschulen in Freising,

München und Erding. Ergänzt wird dies durch die überbetriebliche Ausbildung,

die an anderen Standorten und bei zivilen Vertragspartnern stattfindet.

Die zum Waffensystemunterstützungszentrum 1 gehörende Ausbildungswerkstatt

Erding stellt im September 2017 zum letzten Mal neue Auszubildende ein

und wird deshalb bis mindestens 2021 seinen Ausbildungsauftrag professionell

weiterführen.

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Instandsetzungskooperation Kampfflugzeuge

Instandsetzungskooperation Kampfflugzeuge

Die Instandsetzungskooperation Kampfflugzeuge für die Kampfflugzeuge EU-

ROFIGHTER und TORNADO hat ihren Sitz in Manching. Nach dem Motto „Best

man for the job“ arbeiten hier Teams von Luftwaffensoldaten und Firmenangehörigen

von AIRBUS Defence & Space Hand in Hand zusammen. Die Luftwaffe

behält durch die Kooperation eine umfassende und detaillierte Beurteilungs-,

Entscheidungs- und Forderungsfähigkeit für beide Waffensysteme. Im Einsatzfall

verfügt sie über versierte und in der tiefergehenden Instandsetzung erfahrene

Soldaten, die auch in Krisengebieten ohne weitere industrielle Unterstützung

autonom stark beschädigte Luftfahrzeuge reparieren können. Der industrielle

Partner profitiert hingegen von den Erfahrungen der Soldaten und erhält direkte

Rückmeldung über sein Produkt. Durch den Verzicht auf parallele Instandsetzungskapazitäten

werden Ressourcen gebündelt und ein wirtschaftlicher Betrieb

ermöglicht.

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Instandsetzungskooperation Triebwerke

Instandsetzungskooperation Triebwerke

Die Instandsetzungskooperation Triebwerke bündelt das Know-How der Streitkräfte

in der Instandsetzung von Flugtriebwerken und deren Anbaugeräten. In

ihr sind alle Kooperationen der Bundeswehr für Strahl- und Wellenleistungstriebwerke

beheimatet. Soldaten von Luftwaffe und Heer sind dazu fest in die

Strukturen der Kooperationspartner MTU AeroEngines und Rolls-Royce

Deutschland an den Standorten Erding, München und Oberursel integriert.

Die Schwerpunkte der in der Kooperation eingesetzten Soldaten liegen in den

Bereichen Prozessbegleitung, Engineering, In-Service-Support und Qualitätssicherung.

So bleiben Luftwaffe und Heer trotz Konzentration auf militärische

Kernfähigkeiten und Aufgabe eigener Instandsetzungseinrichtungen „intelligente

Kunden“ mit eigener Bewertungs-, Entscheidungs- und Forderungsfähigkeit.

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Instandsetzungskooperation Triebwerke

Zusätzlich wird in Erding noch ein Geräteprüffeld betrieben. Hier werden pneumatisch

und ölhydraulisch betriebene Anbaugeräte sowie Kraftstoffkomponenten

instandgesetzt und geprüft, deren Bearbeitung von der Industrie

derzeit nicht sichergestellt werden kann.

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Instandsetzungskooperation Triebwerke

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Waffensystemunterstützungsteam Kampfflugzeuge

Waffensystemunterstützungsteam Kampfflugzeuge

Verbesserungen während der Nutzung und die Optimierung des EURO-

FIGHTER und des TORNADO machen oftmals Modifikationen notwendig.

Diese sind in der Regel sehr umfangreich wie komplex und erfordern eine fachlich

fundierte Begleitung. Die Soldaten des Waffensystemunterstützungsteams

(WUT) Kampfflugzeuge sind unmittelbar bei den Herstellern der beiden Waffensysteme,

aber auch in den fliegenden Verbänden tätig und verfügen so über

eine hohe Fachexpertise. Ihre Erkenntnisse und Erfahrungen aus Übungen,

Einsätzen und dem täglichen Betrieb sind eine unverzichtbare Entscheidungshilfe

bei der Beauftragung, Entwicklung und Einführung einsatznotwendiger

Modifikationen. Ihren Stammsitz hat das WUT auf dem Flugplatz Manching.

Einige Soldaten sind bei den Herstellerfirmen für EUROFIGHTER und TOR-

NADO in Großbritannien (Warton), Italien (Turin) und Spanien (Madrid) tätig.

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Instandsetzungszentrum 11

Instandsetzungszentrum 11

Die TORNADO-Flotte der Luftwaffe erfuhr in den vergangenen Jahren eine

deutliche Reduzierung. Um die Einsatzbereitschaft der verbliebenen Luftfahrzeuge

sicherzustellen, wurden die nicht mehr benötigten TORNADOS der sogenannten

Hochwertteilegewinnung zugeführt. Dabei wurden Bauteile gewonnen,

die bei der Industrie nicht mehr nachbeschafft werden können. Als

Beispiel sind Tragflächen, Kabinendächer, Tailerons sowie diverse Klappen und

Deckel zu nennen.

Nach Ausbau werden diese Komponenten nun im Instandsetzungszentrum 11

in Erding zur Einlagerung oder den direkten Wiedereinbau in einen neuwertigen

Zustand versetzt und Modifikationen eingerüstet. Daneben werden in den Waffenwerkstätten

Bordwaffen und Abwurfgeräte für fliegende Waffensysteme der

Luftwaffe, des Heeres sowie die Bewaffnung von Schiffen der Marine instandgehalten.

Luftfahrzeug-Notfanganlagen werden durch die Bodendienstgerätewerkstatt

überprüft und grundüberholt.

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Instandsetzungszentrum 11

In speziellen luftfahrtzertifizierten Werkstätten werden im Handel nicht erhältliche

Musterwerkzeugsätze sowie Prototypen und Kleinserien gefertigt. Bei nahezu

all diesen vorgenannten Arbeiten ist eine Korrosions- und Oberflächenbehandlung

notwendig, die ebenfalls in den eigenen Werkstätten erfolgt.

Ferner ist die Einheit bei der Instandhaltung von verschiedensten elektrischen

Komponenten wie etwa Leistungshebelkästen oder Steuerungseinrichtungen

federführend. Eine weitere Arbeit für Spezialisten ist das Aufstellen mobiler abgesetzter

Rechner für sämtliche militärische Vorhaben im Ausland. Die Befähigungen

zur zerstörungsfreien Werkstoffprüfung sowie zum Wiegen und Nivellieren

von Luftfahrzeugen runden schließlich das umfangreiche Leistungsportfolio

ab. Nach Herstellung aller notwendigen Infrastrukturmaßnahmen wird

die Einheit an den Standort Manching verlegt.

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Abgesetzter Bereich Penzing

Abgesetzter Bereich Penzing

Der Abgesetzte Bereich Penzing gehört dem Instandsetzungszentrum 11 an

und führt an zwei Arbeitsplätzen, sogenannten Docks, periodische Inspektionen

am Waffensystem TRANSALL C-160 durch. Diese Einheit wurde 1999 zur Entlastung

der fliegenden Verbände am Standort des Lufttransportgeschwaders

61 in Penzing aufgestellt.

Neben der Hauptaufgabe des Abgesetzten Bereiches Penzing, der Durchführung

von periodischen Inspektionen (PE und 2. HPO), werden zeitweilig Luftfahrzeuge

durch die Fachleute der „Werft“, wie der Bereich vor Ort genannt wird,

ausgemustert.

Dazu werden hochwertige Bauteile aus allen Bereichen ausgebaut, getestet

und in den Versorgungskreislauf geschickt. Somit ist auch die Ersatzteilversorgung

für die laufenden Inspektionen gewährleistet. Weitere Maschinen wurden

durch die Fachleute der „Werft“ an Flugzeug-Museen von Damme in Niedersachsen

bis Graz in Österreich übergeben. Für die Spezialisten der „Werft“ eine

willkommene Ergänzung zum allgemeinen Tagesgeschäft.

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Abgesetzter Bereich Penzing

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Instandsetzungszentrum 12

Instandsetzungszentrum 12

Das Instandsetzungszentrum 12 in Ummendorf ist für die Instandsetzung verschiedenster

Luftfahrzeug-Komponenten zuständig. Das Aufgabenspektrum umfasst

Hydrauliksysteme, mechanische Bauteile, Druckbehälteranlagen und

Sauerstoffkomponenten nahezu aller fliegenden Waffensysteme der Bundeswehr,

wobei die Schwerpunkte bei EUROFIGHTER, PA-200 TORNADO, CH-

53, C-160 TRANSALL und P-3C ORION liegen. Das breitgefächerte technische

Knowhow wird von allen Teilstreitkräften in Anspruch genommen.

Zu den verfügbaren Fähigkeiten zählen insbesondere:

• Umfassende chemische, galvanische und mechanische Oberflächenbehandlung

an Wehrmaterial

• Stationäre und mobile zerstörungsfreie Werkstoffprüfung, auch an Faserverbundwerkstoffen

• Wiederkehrende Prüfung an Druckbehälteranlagen stationär und weltweit

• Wärmebehandlung von Holzverpackungen nach ISPM 15

Die Leistungen werden unter einem zertifizierten Qualitätsmanagementsystem

nach DIN EN ISO 9001:2008 erbracht.

Mit seinen Kompetenzen leistet das Instandsetzungszentrum 12 einen maßgeblichen

Beitrag zur Erhaltung der Beurteilungs-, Entscheidungs- und Forderungsfähigkeit

für die oben genannten Bereiche. Im Rahmen der Instandsetzung von

Hydraulikkomponenten für den EUROFIGHTER besteht eine enge Zusammenarbeit

mit der italienischen Luftwaffe, der britischen Royal Air Force, dem österreichischen

Bundesheer sowie den systemverantwortlichen Industriepartnern.

Außerdem wird als anerkannter Ausbildungsbetrieb das Berufsbild des Oberflächenbeschichters

(Galvaniseur) ausgebildet.

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Instandsetzungskooperation Rettungsgeräte

Instandsetzungskooperation Rettungsgeräte

In Kooperation zwischen der Firma AUTOFLUG und dem Instandsetzungszentrum

12 werden durch die Prozessteams an den Standorten Rellingen und Ummendorf

Rettungs- und Sicherheitsgeräte fliegender Waffensysteme der

Bundeswehr bearbeitet. Dies umfasst im Wesentlichen die Grundüberholung

und die periodische Inspektion an Schleudersitzen sowie die Inspektion und das

Packen der Bremsschirme des EUROFIGHTER. Damit ist für die Luftwaffe die

Fachexpertise in den Bereichen Schleudersitz- und Bremsschirmsysteme

gesichert.

THINKING SAFETY – Getreu diesem Motto ist der Name AUTOFLUG seit nahezu

100 Jahren untrennbar mit der Rettung und Sicherheit von Menschen verbunden.

Unsere missionsgerechten High-End-Produkte und Serviceleistungen

haben eines gemeinsam: immer stehen der Mensch, seine Sicherheit und sein

Überleben im Mittelpunkt. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft schützen, unterstützen

und retten sie Piloten und Besatzungen von Luft- und Landfahrzeugen

wirkungsvoll in Gefahrensituationen.

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AUTOFLUG - Erfahrener Partner der Deutschen Luftwaffe seit 1958

Als weltweit anerkannter Lieferant und Servicepartner für die internationale

Luftfahrtindustrie und Wehrtechnik entwickelt, fertigt

und wartet AUTOFLUG eine Vielzahl textiler, mechanischer und

elektronischer Komponenten und Systeme. Seit 1958 findet sich

Rettungs- und Sicherheitstechnik von AUTOFLUG in nahezu

allen Luftfahrzeugen der Bundeswehr und hat sich in der Praxis

schon hundertfach erfolgreich als Lebensretter bewiesen.

Besonderes Augenmerk liegt auf den Serviceleistungen für Bundeswehr-Geräte,

die mitunter schon mehr als 50 Jahre im Einsatz

sind, um die Rettung und Sicherheit von Menschen zu

gewährleisten. AUTOFLUG gewährleistet eine fach- und sachkundige

Wartung und Instandsetzung über diese lange Lebensund

Nutzungsdauer der Geräte. Zum Teil von der Bundeswehr

angesprochen, teilweise auch durch den direkten Kontakt zum

Hersteller, hat sich AUTOFLUG entschlossen den Service rund

um diese Geräte zu erweitern, auch über den Eigenfertigungsanteil

hinaus. Der Fokus liegt hierbei vor allem auf der Übernahme

und Überführung in ein modernes und zeitgemäßes

Logistik-Konzept.

In Kooperation mit dem Instandsetzungszentrum 12 der Luftwaffe

in Ummendorf stellt AUTOFLUG seit mehr als 10 Jahren

in Rellingen und in Ummendorf die logistische Betreuung von

Rettungs- und Sicherheitsgerät der Waffensysteme TORNADO

und EUROFIGHTER sicher. Diese Zusammenarbeit von Luftwaffenangehörigen

und AUTOFLUG-Mitarbeitern hat sich zu

einer tiefen Partnerschaft entwickelt – sowohl im Handeln als

auch im Denken. Ein Erfolg, auf den beide Seiten gleichermaßen

stolz sein können.

Als verlässlicher, leistungsfähiger und vertrauenswürdiger Partner

kennt AUTOFLUG die Prozesse und arbeitet gemeinsam

mit der Bundeswehr an immer neuen Wegen um Engpässen

bei der Beschaffung von Ersatzteilen und Komponenten

entgegenzuwirken. Aus diesem Grund sind die AUTOFLUG

Service-Konzepte langfristig ausgelegt. Je nach Einzelfall wird

entschieden welche logistische Ebene angestrebt wird und ob

die Serviceleistungen im Bedarfsfall über die einfache Wartung

und Instandsetzung hinausgehen und für einzelne Geräte Konzepte

wie PBL - Performance Based Logistic - angestrebt

werden.

Ziel ist es, wirtschaftliche Full-Service-Konzepte nach modernen

logistischen Gesichtspunkten für die Betreuung von ausgesuchten

Geräten und Komponenten anzubieten, die speziell auf die

lange Nutzungsdauer in der militärischen Luftfahrt ausgerichtet

sind.

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Instandsetzungszentrum 13

Instandsetzungszentrum 13

Das Instandsetzungszentrum 13 ist in Landsberg am Lech beheimatet. Die eigentlichen

Arbeitsplätze befinden sich in einer Untertageanlage. Hier werden

Avionikkomponenten für die Luftwaffe, das Heer und die Marine bearbeitet.

Dies umfasst neben der Fehlersuche und dem Wechsel oder der Instandsetzung

defekter Module ebenso deren Endabnahme durch zertifizierte Luftfahrzeug-Nachprüfer.

Die einzelnen Fachgruppen haben sich dabei auf folgende

Systeme spezialisiert:

• Hochfrequenztechnik,

• Kommunikations- und Fernmeldesysteme,

• Optronik,

• Flugregelgeräte,

• Prozessrechnertechnik,

• Waffenelektronik und Sensortechnik

• Automatische Prüfsysteme und Softwarepflege /-änderung.

Für den überwiegenden Anteil der insgesamt knapp 2.500 verschiedenen Artikel

ist eine Instandsetzung durch zivile Firmen nicht möglich, das Instandsetzungszentrum

13 ist also Alleininstandsetzer und unverzichtbar. Darüber hinaus

entwickelt und fertigt das Instandsetzungszentrum 13 sogenanntes Ground

Support Equipment für den sicheren Betrieb von Luftfahrzeugen.

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Militärgeschichtliche Sammlung „Erinnerungsort Weingut II“

Militärgeschichtliche Sammlung

„Erinnerungsort Weingut II“

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist

Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Heute ist dieser Grundsatz im Artikel 1

des Grundgesetzes fest verankert. Dies war in der deutschen Vergangenheit

nicht immer selbstverständlich. Im Dritten Reich wurden Millionen Menschen

gedemütigt, gequält und ermordet. So auch beim Bau des Bunkers „Weingut

II“, der in der Liegenschaft der Welfen-Kaserne in Landsberg am Lech liegt, in

dem sich auch das bereits vorgestellte InstZ 13 befindet. Zvi Katz, ehemaliger

KZ- Häftling des Außenlager Kaufering/Landsberg formulierte es so: „Im Iglinger

Wald, bei Landsberg am Lech, wuchs ein Betonmonstrum, das unendliche Wagenladungen

Zement verschlang und tausende Menschen fraß.“

Die Luftwaffe hat sich intensiv mit der Entstehung dieses Bunkers befasst. Entstanden

ist daraus der „Erinnerungsort Weingut II“, eine lebendige Stätte der

Erinnerung und der Begegnung, die all denen ihre Würde zurückgeben soll, die

hier so viel Leid erfahren mussten. Unter fachkundiger Begleitung haben bereits

unzählige Besucher aller Generationen diese Gedenkstätte besichtigt und den

hier ermordeten und gequälten Menschen ihre Ehre erwiesen.

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Systemzentrum 14

Systemzentrum 14

Das Systemzentrum 14 gliedert sich in die Systemunterstützungszentren (SUZ)

EUROFIGHTER und TORNADO.

Das SUZ TORNADO ist eine nach DIN EN 9100 zertifizierte Software Pflegeund

Änderungs-Einrichtung (SWPÄ), welche die Avioniksoftware des TOR-

NADO betreut. Im Rahmen nationaler Softwareprojekte setzt sie operationelle

Forderungen um, auch als Einsatzsofortbedarf. Sie unterstützt darüber hinaus

die Erprobung Taktischer Datenlinks, betreut Auswertesoftware für die EloKa-

Daten sämtlicher fliegender Waffensysteme der Luftwaffe und erstellt Mission

Debriefing Software. In verschiedenen Projekten kooperiert sie mit der Firma

AIRBUS Defence & Space, um die technologischen und operativen Herausforderungen

zur Weiterentwicklung des Waffensystems TORNADO auch für die

Zukunft zu gewährleisten.

Im SUZ EUROFIGHTER wird in permanenter Kooperation mit der Firma AIR-

BUS Defence & Space zeit- und bedarfsgerechte Einsatzunterstützung für den

Flugbetrieb des Waffensystems EUROFIGHTER erbracht. Der User Help Desk

dient als fachkundige zentrale Ansprech- und Steuerungsstelle für alle technischen

Fragen. In der Problemanalyse/- verifikation arbeiten Systemingenieure,

die Lösungen für technische Probleme entwickeln. Erforderliche Anpassungen

oder Änderungen der Software werden durch eigene Ingenieure der Softwarepflege/-änderung

bearbeitet. Darüber hinaus werden im SUZ EUROFIGHTER

die Systemingenieure EUROFIGHTER der Luftwaffe und befreundeter Nationen

ausgebildet.

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DDO/DtA International Weapon System Support Center

DDO/DtA International

Weapon System Support Center

Die Dienststelle des DDO/DtA(*) International Weapon System Support Center

(IWSSC) ist in der Infrastruktur der EUROFIGHTER Jagdflugzeug GmbH in Hallbergmoos

untergebracht. Dem IWSSC gehören Soldaten aller am EURO-

FIGHTER beteiligten Nationen, Vertreter der NATO Agentur NETMA und der

Industrie an.

Das IWSSC ist die zentrale Schnittstelle zum Informationsaustausch unter und

zwischen den Nationen und der Industrie. Mit dieser Weitergabe von Erfahrungen

und Problemen aus dem täglichen Flugbetrieb werden notwendige Entscheidungen

erleichtert und beschleunigt.

Darüber hinaus werden im IWSSC unterschiedliche Forderungen der Nationen

harmonisiert und Probleme vom Erkennen über eine schnelle Zwischenlösung

einer endgültigen Lösung zugeführt.

Ebenso koordiniert das IWSSC den Ablauf notwendiger oder geforderter technischer

und elektronischer Einrüstungen, um bei deren Realisierung die Behinderungen

des Flugbetriebs auf ein Minimum zu beschränken.

DDO/DtA(*) = Dienstältester Deutscher Offizier/Deutscher Anteil

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Sonderlackierung EUROFIGHTER

Sonderlackierung EUROFIGHTER

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Sonderlackierung EUROFIGHTER

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Sonderlackierung TRANSALL

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Sonderlackierung TRANSALL

Sonderlackierung TRANSALL

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Sonderlackierung TORNADO

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Sonderlackierung TORNADO

Sonderlackierung TORNADO

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Sonderlackierung SEAKING

Sonderlackierung SEAKING

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Bundeswehrdienstleistungszentrum München Standort Erding

Bundeswehrdienstleistungszentrum

München Standort Erding

1985 - Kälteanlage

1986 - Chemische Teilereinigung

1969 - 2006 - Alte Heizungsanlage

Bereits am 2. März 1956 wurde noch vor dem Eintreffen der ersten Soldaten

am Standort Erding die Verwaltungsstelle Erding aufgestellt. Durch die Tätigkeitsaufnahme

der Standortverwaltung im Dezember 1957 nahm eine neue Bundesbehörde

im Kreis Erding ihren Betrieb auf. Sie übernahm die bereits

bestehenden Strukturen der US-Streitkräfte weitgehend.

Am 14. Dezember 1957 wurden auf dem Flugplatz Erding rund 2.200 Angestellte

und Arbeiter, die vorher bei der US Air Force beschäftigt waren, durch die Standortverwaltung

für Dienststellen der Bundeswehr neu eingestellt.

Zum 1. Januar 2003 ist Erding der Standortverwaltung München übertragen

worden. Erding war somit eine Außenstelle von München und wurde zusammen

mit der Truppenverwaltung Erding 2007 zum Bundeswehrdienstleitungszentrum

München Standort Erding (BwDLZ StO Erding).

Der Aufgabenbereich umfasst neben reiner Verwaltungstätigkeit auch die Bereitstellung

und Instandhaltung der erforderlichen Gebäude und Anlagen, Beschaffung,

Geländebetreuung, Verpflegung, Aufgaben in Sozial- und Fürsorgeangelegenheiten

für alle Bundeswehrangehörigen, sowie lokalen Haushaltsangelegenheiten

und Abrechnungen. Das BwDLZ StO Erding betreut Dienststellen

in Erding und in Freising.

Nach Verlegung der militärischen Dienststellen wird auch das BwDLZ StO Erding

aufgelöst werden.

Personalentwicklung beim BwDLZ StO Erding

am Beispiel der Kesselwärter

2017 - Truppenküche

1956 waren in jedem Gebäude im Fliegerhorst Erding Kohleheizungen, die

durch etwa 150 Kesselwärter rund um die Uhr betrieben werden mussten. Hierfür

wurden jährlich 12.000 Tonnen Kohle und 315 Kubikmeter Heizöl benötigt.

Die alten Heizungen wurden 1969 durch eine zentrale Heizungsanlage ersetzt.

Diese musste zwar ebenfalls im Schichtdienst betrieben werden, wofür aber nur

noch elf Mitarbeiter nötig waren.

Seit der letzten Renovierung im Jahr 2006 genügen für den Betrieb der Heizungsanlage

ein Mitarbeiter und ein Computer.

Dieses Beispiel zeigt, warum in den letzten 60 Jahren aus den ursprünglich

1957 eingestellten 2.200 Mitarbeitern bis heute nur noch 770 übrig sind.

Im Bundeswehrdienstleistungszentrum München Standort Erding sind derzeit

140 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

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Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:48 Seite 70

Materialdepot Erding

Materialdepot Erding

1959 - Lagerhalle der Nachschubgruppe

1979 - Beladung des Bundeswehrfahrzeugs mit Gabelstapler

2017 - Im Regallager ist immer noch Handarbeit gefragt 2017 - Verpacken, palettieren und verladen; Tagesgeschäft seit über 60 Jahren

Das Materialdepot der Bundeswehr in Erding (MatDp Erding) ist eine logistische

Lagereinrichtung des streitkräftegemeinsamen Organisationsbereiches Streitkräftebasis.

Der Hauptauftrag liegt in der Lagerhaltung und dem Versand von

Wehrmaterial, um die Versorgung der Streitkräfte mit Material zur Sicherstellung

des Dienstbetriebes zu gewährleisten.

Vorwiegend wird Material für die fliegenden Waffensysteme der Luftwaffe, wie

den TORNADO und EUROFIGHTER bewirtschaftet. Die Bandbreite reicht von

der Unterlegscheibe, über Platinen und Werkzeugsätze bis hin zum kompletten

Triebwerk oder Tragflächen.

Chronik des Materialdepot Erding

Im Rahmen der Aufstellung des Luftwaffenversorgungsregimentes 1 1956 in Erding,

wurde die Nachschubgruppe mit den nachgeordneten Bereichen Lagerkontrollstaffel,

Lagerstaffel sowie Maschinelles Berichtswesen gegründet. 1968

wurde die Nachschubgruppe in Luftwaffenhauptdepotgruppe 1 umbenannt. Ihr

waren am Standort Erding das Luftwaffenmaterialhauptdepot 1 und das Luftwaffenmaterialdepot

11 (LwMatDp 11) unterstellt.

Zum 1. Januar 1990 wurde das LwMatDp 11 mit dem bereits 1980 gegründeten

Trinationalen Verteiler- und Übernahmedepot fusioniert. Die neu gegründete

Einheit hieß ab diesem Zeitpunkt Luftwaffenübernahme-/ Luftwaffenmaterialdepot

11.

Nach jahrelanger Zugehörigkeit zur Luftwaffe wurde das Depot am 27. Juni 2002

dem neu geschaffenen Organisationsbereich Streitkräftebasis zugeordnet und

2004 in Materialdepot Erding umbenannt.

Im Rahmen der 2011 angewiesenen Bundeswehrstrukturreform wurde die Auflösung

des MatDp Erding beschlossen. Wenn das MatDp Erding am 31. Dezember

2018 endgültig aufgelöst wird, endet die dann über 62-jährige Geschichte

der Materialversorgung am Standort Erding.

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Erding 2017.qxp_Layout 1 29.03.17 13:34 Seite 71

Zentrum Brandschutz der Bundeswehr - Bundeswehrfeuerwache Erding

Zentrum Brandschutz der Bundeswehr

Bundeswehrfeuerwache Erding

1974 - Löschzug 1978 - Löscharbeiten nach Absturz einer F-104

2017 - Brandschutzübung 2017 - Brandschutzübung

Seit dem Oktober 1956 ist die Bundeswehrfeuerwache Erding am Standort Erding

im Einsatz. Sie war stets für den abwehrenden Brandschutz zur Absicherung

des Flugbetriebes, der Infrastruktur und der Bediensteten im Fliegerhorst

zuständig und unterstand bis ins Jahr 2013 der Fliegerhorstgruppe.

Im Laufe der vielen Jahre am Standort wurde sie zu unzähligen Einsätzen innerhalb

des Fliegerhorstes und in den umliegenden Gemeinden gerufen und

stellten dabei ihre Einsatzfähigkeit rund um die Uhr immer wieder unter Beweis.

Im Oktober 2013 hat sich das Unterstellungsverhältnis der ehemaligen „Fliegerhorstfeuerwehr

Erding“ geändert. Aus dem Bereich der Luftwaffe wechselte sie

zum Zentrum Brandschutz der Bundeswehr in Sonthofen, das mit der Neuausrichtung

der Bundeswehr als „Branddirektion der Bundeswehr“ derzeit 61 Bundeswehrfeuerwachen

verantwortlich führt und einsetzt.

Nach Wegfall des Flugbetriebes im Jahr 2015 änderte sich der Auftrag der Feuerwache

grundlegend. Der bisherige Schichtbetrieb wurde auf eine 24-Stundenschicht

umgestellt und auch der Fuhrpark entsprechend angepasst. Mit

Errichtung des „Warteraums Erding“ zur Flüchtlingsaufnahme ab Herbst 2015

gab es einen neuen, zusätzlichen Einsatzauftrag und die damit verbundenen

Herausforderungen.

Nach Einnahme der Zielstruktur für die militärischen Dienststellen und der daraus

folgenden Schließung des Fliegerhorstes wird die Bundeswehrfeuerwache

Erding voraussichtlich 2021 aufgelöst.

Die Bundeswehrfeuerwache Erding wird bis zur Auflösung ihren Auftrag so erfüllen,

dass im Fliegerhorst und im Standortortbereich den Menschen stets mit

Feuerwehrkräften der Bundeswehr geholfen werden kann.

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Wehrwissenschaftliches Institut für Werk- und Betriebsstoffe

Wehrwissenschaftliches Institut

für Werk- und Betriebsstoffe

1970 - Schleifarbeiten in der Werkstatt

1980 - Textilchemische Untersuchungen

1990 - Expositionsmessung Dämmmaterial

Das heutige Wehrwissenschaftliche Institut für Werk- und Betriebsstoffe

(WIWeB) hat seinen Ursprung auf dem Gelände des Fliegerhorstes Erding, auf

dem die US-Streitkräfte nach dem 2. Weltkrieg eine fahrbare Röntgenprüfanlage

für Brückenbaugeräte betrieben. Hieraus erwuchs ein Labor, welches die Aufgaben

einer Materialprüfstelle für die amerikanischen Luftstreitkräfte in Europa

wahrnahm. Im Zuge des Aufbaus der Bundeswehr wurde dieses Labor am 29.

Oktober 1959 unter Erweiterung seines Aufgabenbereichs als Materialprüfstelle

der Bundeswehr (MatPrSt) in den Rüstungsbereich der Bundeswehr überführt

und dem heutigen Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung

der Bundeswehr (BAAINBw) unterstellt.

Auf der Tagesordnung standen in den Anfangszeiten chemisch-physikalische

Prüfungen an einigen wenigen Materialien. Die Neuordnung des Rüstungsbereichs

in den 1970er Jahren führte unter anderem zu einer Zusammenfassung

der Materialerprobungskapazitäten der Bundeswehr. Die Materialprüfstelle in

Erding erhielt hierbei zusätzliche Labore, insbesondere zur Textil- und Betriebsstoffuntersuchung,

von unterschiedlichen Bundeswehr-Standorten und anderen

Bundes- und Landesbehörden. Nach mehreren baulichen Erweiterungen wurden

in den Jahren 1977 bis 1986 schließlich die Gebäude auf dem heutigen

Gelände, nördlich vom Fliegerhorst Erding, errichtet. Mit der Umbenennung in

Wehrwissenschaftliches Institut für Materialuntersuchungen (WIM) im Jahr 1982

wurde den immer intensiveren wissenschaftlichen Tätigkeiten auch in der Dienststellenbezeichnung

Rechnung getragen. In den Folgejahren stiegen die technologischen

Anforderungen in Höhe, Umfang und Komplexität stetig an. Zuletzt

2010 - Klimatischer Tragekomfort von Schuhen und Handschuhen

wurde das Institut im Jahr 2009 nach einer Reorganisation im Rüstungsbereich

in „Wehrwissenschaftliches Institut für Werk- und Betriebsstoffe“ umbenannt.

Als akkreditierte und vom Wissenschaftsrat positiv evaluierte Ressortforschungseinrichtung

im Geschäftsbereich des BAAINBw verantwortet das Institut

die Zuverlässigkeit, Sicherheit und Technologie der Werk- und Betriebsstoffe

sowie der Einsatzbekleidung und der persönlichen Ausrüstung in der Bundeswehr.

Das Institut beschäftigt in der Zentrale in Erding sowie in der Außenstelle

in Wilhelmshaven insgesamt 215 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem interdisziplinär

geprägten Fachwissen.

Ziel ist es, Systeme im Zusammenhang zu verstehen und zu bewerten. Die Tätigkeiten

beinhalten sowohl die Begleitung von vorhandenem Wehrmaterial während

der Nutzung als auch Forschung und Entwicklung in den verschiedenen

Themenfeldern. Durch seine Arbeit und seine Fachexpertise leistet das WIWeB

einen wichtigen Beitrag dazu, eine moderne Ausstattung der Bundeswehr entsprechend

dem Bedarf und den Forderungen der Streitkräfte sowie zu wirtschaftlichen

Bedingungen zu gewährleisten.

Die historische Verknüpfung zwischen dem WIWeB und dem Fliegerhorst Erding

wird dabei bis heute sowohl in der praktischen Zusammenarbeit, zum Beispiel

mit der Arbeitsgruppe Technische Untersuchungen (AGTU), als auch durch die

Nutzung von Einrichtungen des Fliegerhorstes durch das WIWeB wie beispielsweise

der Feuerwehr, des Wachdienstes, der Truppenküche oder von Unterkünften

lebendig gehalten.

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