FleischMagazin 5/2018 - Titelgeschichte

sven.mohr

www.fleisch-magazin.de

5 / 2018 C10278 E

Internationale Fachzeitschrift für die Fleischwirtschaft

Frank Kohlsdorf Horst Drees Jens Bahlmann Dirk Vagelpohl Bernd Westerwalbesloh

Bahlmann Kalbfleisch – Alles aus einer Hand

Volle Kontrolle für naturbelassenes Fleisch Seite 24


TITEL Titel

Kalbfleisch ist

nach wie vor ein

Nischenprodukt

in Deutschland,

obwohl es ernährungsphysiologisch

hochwertig

und obendrein

schmackhaft ist.

Lindern

Bahlmann Kalbfleisch – Alles aus einer Hand

Volle Kontrolle für

naturbelassenes Fleisch

Im Januar 2017 fiel bei Bahlmann im niedersächsischen Lindern bei Cloppenburg

der Startschuss für eine Betriebserweiterung. Der renommierte Kalbfleisch-Erzeuger

und -Verarbeiter hatte sich dafür einige Aufgaben auf die Fahne geschrieben. In zwei

Bauabschnitten soll die Modernisierung vorangetrieben werden, inzwischen können

die Verantwortlichen stolz auf die neu geschaffenen Möglichkeiten verweisen.

Ein wichtiger Punkt der Betriebserweiterung

war die effizientere Gestaltung der Verpackungs-

und Verladeprozesse, daher wurde

hier viel investiert. Unter anderem galt es, eine

speziell für Bahlmann entwickelte Sortierlinie einzurichten.

Hinzu kommt ein neues, 2-geschossiges

Leerkistenlager. Im zweiten Bauabschnitt soll ein

neues Kühlhaus, samt Tiefkühllager – speziell für

ganze Paletten geeignet – errichtet werden, damit

das Unternehmen noch schneller auf kurzfristige

Bestellungen reagieren kann.

Die Strategie heißt:

Alles aus einer Hand

Den Kalbfleisch-Anbieter Bahlmann gibt es bereits

seit 1959 in der Region Lindern. Gegründet wurde

das Unternehmen vom Senior Hubert Bahlmann,

2 FleischMagazin 5 / 2018


Titel

der zunächst mit zehn Kälbern die Grundlage für

einen eigenen Mastbetrieb schuf. Ende der 1960er

Jahre wurde mit der Selbstvermarktung der geschlachteten

Kälber begonnen, deren Fleisch zunächst

an Händler in Berlin und München ging. Im

Laufe der Jahre kamen dann nach und nach weitere

Betriebe hinzu, mit denen schließlich die gesamte

Produktionskette von der Futtermittelproduktion

über die Kälbermast bis hin zur Vermarktung

der portionierten Fleischstücke unter einem (Bahlmann-)Dach

realisiert werden konnte. Durch die

komplette Integration aller Prozessschritte hat das

Unternehmen damit über jede einzelne Stufe die

volle Kontrolle und kann für deren Sicherheit und

Qualität garantieren.

Volle Kontrolle ist auch dem Sohn des Unternehmensgründers

wichtig, der seit einigen Jahren die

Geschäftsführung übernommen hat. Jens Bahlmann

führt die Familientradition weiter, setzt wie

schon der Vater auf Qualität und solide Firmenentwicklung.

Das bedeutet, neben dem Kerngeschäft

Kalbfleischgewinnung und -vermarktung wird auch

in nachhaltige Technologien – wie Energiegewinnung

mit Photovoltaik-, Biogas- und BHKW-Anlage

– investiert. Bahlmann ist faktisch Selbstversorger

in Sachen Energie, kann obendrein noch das

Schwimmbad und das Schulzentrum des Ortes mit

Wärme versorgen. Dafür wurde übrigens eine 3 km

lange Gasleitung durch den Ort gelegt.

Mit Wärmerückgewinnungs-Technologien, reduziertem

Energieeinsatz und geringeren CO₂-Emissionen

hatte sich das Unternehmen bereits frühzeitig auf die

kommenden Anforderungen eingestellt. Diese Philosophie

wird bis heute gepflegt, 2013 wurden zwei weitere

Endlager mit je 12.000 m 2 Volumen sowie eine

Die Geschäftsleitung der Hubert Bahlmann GmbH

hintere Reihe von links: Dirk Vagelpohl, Bernd Westerwalbesloh, Horst Drees

vordere Reihe von links: Jens Bahlmann, Frank Kohlsdorf

Mistlagerhalle errichtet, die im Endausbau 3,7 MW

Energie liefern können.

Gesunde Tiere aus tiergerechter

Haltung bilden die Basis

An insgesamt 60 regionalen Stallstandorten, die von

27 landwirtschaftlichen Betrieben bewirtschaftet

werden, erfolgt die Aufstallung der ausschließlich in

Deutschland eingekauften Kälber. Transporte quer

durch Europa lehnen die Verantwortlichen ab, bezeichnen

diese Vorgehensweise als ,no go‘. Auf

Bahlmann gibt 10-Punkte-Garantie

1 Gesicherte, einheitliche

deutsche Herkunft der Kälber,

kurze inländische Transportwege,

gleichmäßige Gruppen.

Aufgezogen nach der Deutschen

Kälberhaltungsverordnung

– der strengsten

Haltungsverordnung in Europa.

2 Futter aus eigenen Futtermühlen.

Vertraglich festgelegte,

tierärztliche Betreuung.

3 Kurze Transportwege

vom Stall bis zum Schlachthof –

80 Prozent der Wege sind

kürzer als 50 km.

4 Familienbetrieb seit 1959.

5 Aktives Gründungsmitglied

der Kontrollgemeinschaft „Deutsches

Kalbfleisch“. Kontrolle jeder

Mastgruppe (Blut, Urin, Fell)

durch die SGS Germany GmbH.

6 Schlachtung unter Berücksichtigung

des Tierschutzes im

spezialisierten Kälberschlachtbetrieb

durch geschulte,

langjährige Facharbeiter im

sozialversicherungspflichtigen

Angestellenverhältnis.

7 Wärmeversorgung durch

eigene Biogas-Anlage. Klimaneutraler

Betrieb ohne CO 2 -

Emission.

8 IFS- und QS-zertifizierter

Betrieb.

9 Hohe Flexibilität dank

eigenem Fuhrpark.

10 Zu 100 Prozent gläsern.

Besucher sind jederzeit

willkommen – die Türen

stehen offen.

FleischMagazin 5 / 2018 3


Titel

Die Schlachtkörper werden erst gekühlt und danach zunächst grob- dann feinzerlegt. Die Transportwege für das Fleisch sind ausgesprochen

kurz.

»Das von den

Schlachttieren

gewonnene

Fleisch wird

nach dem Kühlprozess

ohne

zusätzliche

Transporte in

die Zerlegung

übernommen.

dem Bahlmann Betriebsgelände erfolgt die Zusammenstellung

der Gruppen, die sich an Geschlecht,

Rasse, Alter und Gewicht orientiert. Das garantiert,

dass die Tiere sich gleichmäßig entwickeln und die

Mastergebnisse ausgeglichen sind. Unterstützung

erhalten die bäuerlichen Betriebe durch das zu

Bahlmann gehörende Kälberhandelsunternehmen,

kontrolliert wird die Herkunft der Tiere durch ein

unabhängiges Institut. Die Haltung in den Mastställen

erfolgt natürlich nach der deutschen Kälberhaltungsverordnung

– sie gilt als die strengste in ganz

Europa und bei Bahlmann äußert man daher stolz:

Mehr Tierschutz geht nicht. Das zeigt sich unter anderem

bei der Modernisierung der Ställe. Nach und

nach werden deren Holzböden durch Gummiböden

ersetzt, eine Maßnahme die den Tieren nicht nur

mehr Komfort bietet sondern darüber hinaus auch

deutlich über die vom Gesetz vorgeschriebene Ausstattung

hinausgeht.

Für Bahlmann ist ganz klar: Um naturbelassenes,

hochwertiges Kalbfleisch zu erhalten, bedarf es natürlicher,

nährstoffreicher Tiernahrung. Um auch

für diese Stufe lückenlose Kontrolle zu haben, wird

das Futter im eigenen Mischwerk, Optimin in Lindern,

hergestellt. Neben den notwendigen Milchaustauschern,

die unter anderem ausschließlich

pflanzliches Flüssigfett enthalten, erhalten die Kälber

Raufutter wie Strohcobs und Kälbermüsli zur

freien Aufnahme. Als Mitglied der Kontrollgemeinschaft

Deutsches Kalbfleisch hat sich Bahlmann

freiwillig verpflichtet, auf tierisches Fett wie Schweineschmalz

bei den Milchaustauschern zu verzichten,

setzt wie erwähnt komplett auf pflanzliche Inhaltsstoffe.

Die über die Milchaustauscher hinaus

an die Kälber verfütterten Strohcobs tragen als Ballastfutter

zur natürlichen Ausbildung des Kälberpansens

bei. Selbstverständlich steht den Tieren im

Stall auch Wasser zur freien Verfügung.

Damit die strengen Richtlinien eingehalten werden

können, sanieren und modernisieren die Erzeugerbetriebe

regelmäßig ihre Ställe. Neutrale Institute

und staatliche Veterinärbehörde sichern durch

unabhängige Kontrollen die Einhaltung der tiergerechten

Aufzucht. Geprüft werden Gesundheitsstatus,

Stallbeschaffenheit und Stallklima sowie Bewegungsfreiheit

und Versorgung der Kälber.

Verarbeitungsprozesse

sind state-of-the-art

Die hauseigene Logistik sorgt für die schonende

Beförderung der Tiere zur Schlachtung. Die Wege

vom Mastbetrieb zum Fleischzentrum liegen im

Durchschnitt bei 50 km. Zahlreiche Bahlmann-Lkw

ermöglichen den reibungslosen Ablauf aller notwendigen

Transporte, vom Tiertransport bis hin zur

Lieferung der fertigen Ware in modernen Kühlfahrzeugen

deutschland- und europaweit. 24 Stunden

von der Fleischbestellung bis zu Auslieferung an

den Handel sind die Regel.

4 FleischMagazin 5 / 2018


Titel

Der rund 150 Mitarbeiter-starke Bereich Schlachtung,

Verarbeitung und Zerlegung ist technisch auf

modernem Stand, wird allen Marktanforderungen

gerecht. Der gesamte Schlacht- und Verarbeitungsprozess

– für Kälber sowie Rinder – findet unter

Aufsicht staatlicher Überwachungsbehörden statt.

Wichtige Anforderungen an den Bahlmann-Zerlegebetrieb

sind Produktionsqualität, ein hoher Hygienestatus

sowie die Bearbeitung von kundenindividuellen

Zuschnitten – mit Knochen oder knochenlos

bzw. als vakuumverpacktes Teilstück. Das von den

Schlachttieren gewonnene Fleisch wird direkt nach

dem Kühlprozess in die Zerlegung übernommen

und weiterverarbeitet, zusätzliche Transporte sind

nicht notwendig.

Dank modernem Warenwirtschaftssystem kann für

sämtliche Stufen der Produktion die Warenherkunft

lückenlos nachgewiesen werden. Die Ware wird

nach Kundenwunsch vorbereitet und portioniert.

Bahlmann garantiert dem Handel für jede Partie

Fleisch Herkunft und Qualität.

Mit der Produktion von SB-Fleisch für den Lebensmitteleinzelhandel,

die für den Endverbraucher

nun auch aufmerksamkeitsstark in einer modernen

TraySkin-Verpackung angeboten werden, hat

Bahlmann sich zusätzliche Möglichkeiten in der

Kundenansprache geschaffen. Sowohl LEH als

auch Großhandel können frisches, portioniertes

Fleisch ordern. Daneben werden vorgefertigte,

leicht regenerierbare Convenienceprodukte angeboten,

die jährlich BRC- und IFS-Zertifizierungen

erhalten.

Gastroline – Portioniertes

Kalbfleisch für Großverbraucher

Bahlmann hat mit Gastroline ein speziell auf die

Bedürfnisse von Gastronomie und Foodservice

abgestimmtes Sortiment entwickelt. In dieser Produkt-Range

finden Anwender, die größere Mengen

benötigen, extra vorgereiftes, portioniertes Kalbfleisch

in unterschiedlichsten Kalibrierungen und

Verpackungsgrößen.

Der oft diskutierte Fachkräftemangel macht auch

vor dem Gastronomie und Foodservice-Segment

nicht halt. Umso wichtiger ist es, dass neue Lösungsansätze

gesucht und gefunden werden. Bahlmann

hat sich daher entschieden, auch in diesem

Bereich auf ´Portioniertes Kalbfleisch´ zu setzen

und den Verwendern seiner Produkte neben höchster

Qualität auch Convenience bei der Vorbereitung

zu bieten.

Bei Bahlmann in Lindern hat man sich – nicht zuletzt mit hohen Investitionen, wie

hier in der Abteilung Verpackung – auf die Zukunft eingestellt.

Durch die ausgewogene tiergerechte Fütterung und

unter Berücksichtigung des Tierwohls können die

Linderner optimale Tiergesundheit garantieren, die

sich natürlich positiv auf die Fleischqualität auswirkt.

Als Gründungsmitglied der Kontrollgemeinschaft

Deutsches Kalbfleisch achtet das Unternehmen

insbesondere darauf, jede Mastgruppe auf

kritische Substanzen wie z.B. natürliche oder künstliche

Hormone oder Leistungsförderer zu untersuchen

und damit deren Einsatz auszuschließen.

Vorteile der Gastroline-Range sind neben der Reifegarantie

und der gewichtsgenauen Portionierung

mit Toleranzen zwischen 5 und 10 g die 5D-Garantie.

Das bedeutet, dass die Tiere in Deutschland

Vorgefertigte

Artikel wie die

Suppenklößchen

gehören zum

Convenience-

Angebot des

Kalbfleisch-

Spezialisten.

»Um naturbelassenes,

hochwertiges

Kalbfleisch

herzustellen

bedarf es

natürlicher

Tiernahrung.

FleischMagazin 5 / 2018 5


Titel

»Mit Gastroline

für GV und

TraySkin für

den LEH hat

Bahlmann

zwei attraktive

Sortimentslinien

für die

zeit gemäße

Kundenansprache.

geboren, aufgewachsen, geschlachtet, zerlegt und

verarbeitet sind. Bahlmann kann daher ein zu 100%

sicheres Produkt mit lückenloser, einheitlicher sowie

deutscher Herkunft anbieten, was auch durch

die durchgehende QS-Zertifizierung vom Stall bis

zur fertigen Verpackung nachweisbar ist. Alle Produktionsschritte

von der Schlachtung über die Zerlegung

bis hin zum fertigen Produkt erfolgen in Lindern,

so dass die Lieferwege und -zeiten kurz gehalten

werden können.

Verwender der Gastroline-Produkte dürfen sich

über einfache Kostenkontrolle, Planungs- und Kalkulationssicherheit

freuen. Außerdem ermöglichen

es die vorportionierten Stücke, Arbeitszeit zu sparen

bzw. auch den Einsatz ungelernter Kräfte. Darüber

hinaus gibt es keinen Verschnitt und lästige

Abschnitte verringern sich bzw. fallen komplett weg.

Gastroline

portionierte Kalbfleisch-Produkte

für Großverbraucher

Bahlmann bietet für den LEH portioniertes Kalbfleisch in modernen TraySkin-

Verpackungen an, die sich im Handel attraktiv präsentieren lassen.

6 FleischMagazin 5 / 2018

Mit Skinverpackungen

fit für das SB-Regal des LEH

Für den LEH-Bereich bietet Bahlmann seit Neuestem

eine TraySkin-Verpackung, in der das Kalbfleisch

mithilfe einer hochtransparenten, eng anliegenden

Skinfolie direkt in der Verpackungsschale

vakuumiert wird. Die Oberfolie passt sich beim Siegeln

schonend an das in der Schale liegende Produkt

an, es entsteht eine attraktive und verkaufsfördernde

Verpackung, die sich im Einzelhandel gut präsentieren

lässt. Die sichere Fixierung in der Schale sorgt

auch bei vertikaler Präsentation für perfekte Optik.

Dank EasyPeelPoint-Öffnungshilfe kann die Verpackung

später ohne Hilfsmittel geöffnet werden.

Die Kombination aus verkaufsfördernder Optik und

Funktionalität bringt Handel und Verbraucher interessante

Vorteile. Die Verpackung ermöglicht neben

minimaler Aussaftung auch lange Haltbarkeit. Nicht

zuletzt bewirken portionsgerechte Endverbraucherpackungen

im SB-Regal jedoch eine Entlastung des


Titel

Thekenpersonals – ein wesentlicher Aspekt für Zeitund

Kostenersparnis, insbesondere in Zeiten des

Fachkräftemangels.

Zum SB-Kalbfleisch-Sortiment von Bahlmann, dass

mit den neuen Trayskin-Verpackungen in den Handel

kommt, gehören die bekannten Klassiker wie Entrecote,

Leber, Ossobuco, Medaillons, Kotelett, Schnitzel

und Rückensteak. Aber auch ein hochwertiger Rollbraten

für zwei bis drei Portionen, der durch sein Bratennetz

zum Eye-Catcher wird, gehört zu der Range.

Bevor die Produkte verpackt werden, reifen sie mehrere

Tage vakuumverpackt im Hochregallager in Lindern

bei einer Temperatur von 0 bis 2 °C. Dadurch

erhält Bahlmann-Kalbfleisch seine besondere Verzehrqualität.

Bahlmann garantiert bei diesem Sortiment

ebenfalls eine Portionierung mit möglichst geringen

Abschnittverlusten und einer Gewichtstoleranzgrenze

von 5 bis 10 g pro Stück.

Auch das Kalbfleisch-Sortiment wird mit 5D-Garantie

(Geburt, Aufzucht, Schlachtung, Zerlegung und

Verarbeitung in Deutschland) angeboten. Bahlmann

offeriert besonders hohe Sortimentstiefe und verspricht

seinen Kunden hohe Flexibilität dank eigener

Produktion. So werden beispielsweise egalisierte

Produkte in verschiedenen, individuellen Kalibrierungen

realisiert.

Verantwortung für

Umwelt und Produkt zeigen

Um die weltweiten Energiereserven zu schonen, hat

sich Bahlmann schon vor Jahren auf die Nutzung alternativer

Ressourcen spezialisiert. Bereits im Jahr

2005 wurde eine Biosgasanlage installiert, sie deckt

dank der Vergasung nachwachsender Rohstoffe den

innerbetrieblichen Bedarf an Wärme zu 100 %. Pro

Jahr werden 20.000.000 kWh Strom erzeugt und auf

diese Weise der Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases

CO₂ um 13.000 Tonnen jährlich reduziert.

Darüber hinaus erfolgte im Jahr 2008 der Einstieg in

die Energiegewinnung durch Photovoltaik. Die Anlagen

wurden auf den Dächern der Betriebe verbaut.

Nimmt man alle Maßnahmen zusammen, so darf

sich Bahlmann mit dem Titel ´klimaneutrale Fleischverarbeitung´

schmücken.

Zahlreiche Siegel bestätigen das konstant hohe Qualitätslevel,

das Bahlmann auch für seine Produkte

garantiert. Jeder Vorgang in Lindern läuft nach

dem bewährten Qualitäts-Management-System

IFS, die Kalbfleisch-Produkte sind darüber hinaus

Die Produktion der Futtermittel erfolgt Computer-gesteuert und -überwacht auf

dem Firmengelände von Bahlmann in Lindern.

QS-zertifiziert. Die Produkte werden ständigen Qualitätskontrollen

ausgesetzt, um Handel und Verbraucher

ein Höchstmaß an Sicherheit zu geben. Dies

wird durch zahlreiche Siegel bestätigt. Vertreter der

Schlacht- und Zerlegeunternehmen sowie der Kälbermäster

haben sich zum Beispiel zusammengeschlossen,

um ein freiwilliges „Integriertes Sicherheitsprogramm“

zu entwickeln, in dem Herkunftssicherung

und der Ausschluss nicht zugelassener

Substanzen besondere Berücksichtigung finden.

Bahlmann erreicht – bei insgesamt etwa 50 Prozent

Selbstversorgung in Deutschland – einen Marktanteil

bei Kalbfleisch der nach eigenen Angaben bei gut

40 Prozent liegt, ist damit Spitze im Land. Es finden

sich weitere Anbieter in Westdeutschland und einige

kleine Unternehmen im Süden des Landes. Exportiert

werden die Waren nach Frankreich, Italien,

Spanien sowie Holland, Dänemark, Schweden und

Finnland. Doch auch in Österreich, Polen, Tschechien

und der Slowakei sowie im Vereinigten Königreich

schätzt man die hochwertigen Kalbfleisch-Produkte

aus Lindern.

fis

Hubert Bahlmann GmbH & Co. KG

Mühlenweg 30 · 49699 Lindern

Tel.: 05957-89-0 · Fax: 05957-1239

E-Mail: info@bahlmann-kalb.de

www.bahlmann-kalb.de

Geschäftsführer: Jens Bahlmann,

Dirk Vagelpohl, Frank Kohlsdorf

erweiterte Geschäftsführung:

Bernd Westerwalbesloh, Horst Drees

Mitarbeiter: 260

»Dank der

Nutzung alternativer

Energien

kann Bahlmann

das Kalbfleisch

klimaneutral

verarbeiten.

Hubert Bahlmann Unternehmensgruppe

Charakteristik:

Kalbfleischerzeugung (integriert),

-verarbeitung, -vermarktung,

Rindfleisch

Gruppenumsatz 2017: 220 Mio. €

Schlachtung: ca. 140.000 Kälber,

ca. 30.000 Rinder

Futtermittelproduktion: 55.000 t

Bebaute Fläche Gewerbegebiet:

10 ha

Bewirtschaftete Fläche: 1.200 ha

FleischMagazin 5 / 2018 7


Titel

Vier Fragen an

Jens Bahlmann

Geschäftsführer Bahlmann Kalbfleisch

Ein mariniertes Kalbsteak,

frisch vom Grill genießt auch

Geschäftsführer Jens Bahlmann

immer noch gern.

Fleischmagazin: Kalbfleisch ist hierzulande

nach wie vor eher ein Nischenprodukt.

Wo sehen Sie die Ursachen dafür ?

Jens Bahlmann: Traditionell sind die

Deutschen bekanntlich nicht die größten

Kalbfleisch-Genießer, da sind andere Nationen

in Europa deutlich weiter. Aber es gibt

einen soliden Absatz in diesem Segment,

der sich durchaus entwickelt, auch wenn

die Zahlen natürlich immer steigerungsfähig

sind. Aus meiner Sicht spielen die

vom Verbraucher als hoch empfundenen

Preise bei Qualitäts-Kalbfleisch eine große

Rolle, da entsteht dann eine – für mich

nicht nachvollziehbare – Hemmschwelle.

Denn leider ist es in Deutschland häufig

so, dass Qualität zwar eingefordert jedoch

nicht gern bezahlt wird, besonders bei Lebensmitteln.

Daher ist Kalbfleisch deutlich

schwieriger zu verkaufen als andere

Fleischsorten, es gibt viel Erklärungsbedarf

und es braucht Überzeugungsarbeit.

Fleischmagazin: Bahlmann Kalbfleisch

entwickelt sich trotz schwieriger Marktbedingungen

stetig weiter, gerade haben Sie

erhebliche Summen in die Modernisierung

investiert. Sie haben sich also für die Zukunft

aufgestellt ?

8 FleischMagazin 5 / 2018

Bahlmann: So ist es. Mein Vater hat vor fast

60 Jahren begonnen, dieses Unternehmen

aus kleinsten Anfängen heraus zu entwickeln.

Unsere Stärke war, ist und bleibt die

Qualität. Und wenn ich Qualität sage, dann

umfasst das alle Bereiche in denen wir aktiv

sind. Das beinhaltet in unserem Fall die

gesamte Erzeugerkette – vom Kälbereinkauf,

die selbst hergestellten Futtermittel

über den Transport bis hin zu Schlachtung

und Verarbeitung. Uns ist es sehr wichtig,

dass wir alle Fäden selbst in der Hand halten

und damit über die Qualität unserer

Produkte bestimmen können. Wir gehören

auch deshalb seit ihrer Gründung der Kontrollgemeinschaft

Deutsches Kalbfleisch

(KDK) an, einem freiwilligen Zusammenschluss

von Kalbfleischerzeugern und -vermarktern.

Die Durchsetzung der in der KDK

festgelegten Richtlinien garantiert den Verwendern

unserer Produkte nicht nur höchste

Qualität, sie garantieren unter anderem

auch für die Einhaltung des Tierschutzes.

Fleischmagazin: Fleisch, insbesondere

wenn es im höheren Preisbereich liegt,

bedarf einer aufmerksamkeitsstarken

Vermarktung. Womit überzeugen Sie ihre

Handelspartner und letztendlich die

Endkunden ?

Bahlmann: Die Basis, den Kern unserer

Arbeit bilden naturgemäß immer die hochwertigen

Bahlmann-Produkte. Darüber

hinaus haben wir gerade in hochmoderne

Verpackungsanlagen investiert, mit denen

wir nun attraktive TraySkin-Verpackungen

herstellen können. Dank Skin kann unser

SB-Sortiment in Endverbraucher-gerechter

Portionierung im Kühlregal angeboten

werden – appetitlich und modern. Dem

Handel ermöglicht das viele Präsentations-

Varianten und den Verbraucher werden die

neuen Verpackungen ansprechen, da bin

ich mir sicher. Für Großverbraucher haben

wir ebenfalls ein Sortiment entwickelt, das

dank küchenfertiger Vorbereitung problemlos

und einfach eingesetzt werden kann, ohne

nennenswerte Abschnittverluste und mit

übersichtlicher Kostenkontrolle. Selbst ein

Convenience-Sortiment auf Kalbfleisch-

Basis bieten wir an. Wir arbeiten eng mit

unseren Kunden zusammen und reagieren

gern auch auf individuelle Wünsche.

Fleischmagazin: Welche Wünsche haben

Sie an die Verbraucher ?

Bahlmann: In erster Linie natürlich, dass

sie immer mehr erkennen, wie hochwertig,

geschmackvoll und vielseitig unser

Bahlmann-Kalbfleisch ist. Und das sie verstehen,

dass diese Qualität nach einem angemessenen

Preis verlangt. Ich bin da aber

eigentlich ganz guter Hoffnung, denn viele

Verbraucher wissen inzwischen besondere

Fleisch-Genüsse zu schätzen und sind bereit,

dafür zu bezahlen. Ich würde mir aber

auch wünschen, dass nicht ausschließlich

die so genannten edlen Teile geordert werden.

Ein Tier besteht nicht nur aus Schnitzel,

Filet und Steakhüfte, auch alle anderen

Teilstücke können und müssen verzehrt

werden. Da braucht es auch von der Seite

der Kalbfleischanbieter noch viel Aufklärungsarbeit

und wir sind bereit, dabei

mitzuwirken.


Magazin für Teichwirtschaft und Aquakultur

Josef Maier GmbH & Co. KG | Tel +49 (0)82 47 I 96 00 – 0 | Fax +49 (0)82 47 I 96 00 – 69 | Mail info@josef-maier.com | Web www.josef-maier.com

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FleischMagazin

ist die unabhängige Fachzeitschrift für Entscheider

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Fleischverarbeitung, für den Großhandel, den Lebensmitteleinzelhandel

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