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2 USABILITY OF FOOD

Motive für die Lebensmittelwahl

Geschmacksanspruch

(Erdbeeren mit Schlagsahne sind der höchste Genuss)

Hungergefühl

(ich habe einfach Hunger/ich muss das jetzt essen)

ökonomische Bedingungen

(das ist im Sonderangebot, das kaufe ich)

kulturelle Einflüsse

(morgens Brötchen mit Kaffee)

traditionelle Einflüsse

(Omas Plätzchen zu Weihnachten)

habituelle Bedingungen

(ich esse immer eine Suppe vor der Mahlzeit)

emotionale Wirkung

(Schokolade in der Stress-Situation)

soziale Gründe

(bei Fondue lässt es sich gut unterhalten)

soziale Statusbedingung

(die Schulzes laden wir zu Hummer ein)

Angebotslage

(man isst das Mensaessen, weil es dies gerade gibt)

Fitnessüberlegungen

(soll gut für’s Joggen sein)

Schönheitsansprüche

(halte Diät, um schlank zu bleiben)

Verträglichkeit

(Grünkohl esse ich nicht, vertrage ich nicht)

Neugier

(mal sehen, wie das schmeckt)

Angst vor Schaden

(esse ich nicht mehr, weil da Schadstoffe drin sind)

pädagogische Gründe

(wenn Du Schularbeiten machst, bekommst Du ein Bonbon)

Krankheitserfordernisse

(Zucker darf ich nicht essen wegen meines Diabetes)

Magische Zuweisungen

(Sellerie esse ich für die Potenz)

Pseudowissenschaftliche Empfehlungen

(Trennkost zur Gewichtsabnahme)

Gesundheitsüberlegungen

(soll gesund sein, also esse ich das)

Die erste Frage stellt sich somit, ob Lebensmittel geeignet sind, die Bedürfnisse des Verbrauchers zu erfüllen.

Diese Frage kann positiv beantwortet werden, da es dabei lediglich auf die subjektive Bestätigung ankommt,

die der Verbraucher im Sinne der sich selbst erfüllenden Prophezeiung erlebt. Verschiedenen Lebensmitteln

und Speisen werden unterschiedliche Funktionen zugeschrieben, die wissenschaftlich nicht bestätigt sind (und

auch nicht bestätigt sein müssen). Der „gute Geschmack“ ist ebenso wenig objektivierbar wie „Verträglichkeitsansprüche“,

es kommt allein auf das subjektive Empfinden an.

Lebensmitteldeklaration

Das Lebensmittelrecht bestimmt Inhalte und Form der Lebensmittelkennzeichnung, die im Sinne des

Verbraucherschutzes dem Kunden Informationen über das Lebensmittel zur Verfügung stellt. Die Frage, ob

die Lebensmittelkennzeichnung dieser Aufgabe nachkommt, kann eindeutig verneint werden. Wie eine bevölkerungsrepräsentative

Erhebung zeigte, führt die übliche Deklaration eher zur Irreführung des Verbrauchers,

da von ca. 80 % der haushaltsführenden Personen die Kennzeichnung nicht wirklich verstanden wird. Allerdings

betonen etwa 75 % dieser Personen, dass die Angaben auf der Lebensmittelpackung „vertrauenswürdig“,

„informativ“ und „wichtig“ seien [2].

FORUM WARE 34 (2006) NR. 1 - 4

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