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Übersicht 4: Neue Herausforderungen an das Verpackungswesen

Aktuelle Probleme

Steigende Anforderungen an die Qualität

Erfüllung neuer Qualitätsforderungen

Verkürzte Lieferzeiten

Herstellung kleinerer Mengen

Veränderte Orientierungen der Verbraucher

Angebot von Dienstleistungen

PACKAGING

Die Diskussion zum Vortrag von Prof. Dr. Dr. Grundke konzentrierte sich auf Probleme der Verpackungsentwicklung

und der Durchsetzung der Qualitätsforderungen an Verpackungen.

Im Zusammenhang mit der Verpackungsentwicklung wurde die Bezeichnung „intelligente Verpackung“

angesprochen, die sich in verschiedenen Publikationen findet. Wer das Wort Intelligenz mit der Fähigkeit verbindet,

sich Kenntnisse zu erwerben und Erkenntnisse zu erarbeiten, wird feststellen, dass diese Fähigkeit von

keiner Verpackung erwartet werden kann. An ein vernünftiges Denken und zweckvolles Handeln, wie von

H. Rohracher gefordert, ist bei den als „intelligent“ vorgestellten Verpackungen überhaupt nicht zu denken.

Der kritischen Bewertung der einzusetzenden Verpackung ist in den Unternehmen, die die Verpackungen

einsetzen, eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Die Qualitätshandbücher sollten jedoch nicht nur die

Kontrolle der Verpackung, sondern auch die Anforderungen an die Erhaltung der Qualität der Verpackung

berücksichtigen. Eine Grundlage für die Bewertung der Verpackungen sind die Funktionskriterien, die in den

Rechtsvorschriften der Europäischen Union festgelegt worden sind und am Deutschen Verpackungsinstitut

vorliegen.

Die Verpackungsentwicklungen, die in der Diskussion angesprochen worden sind, wiesen typische Mängel

auf wie z. B. Ausführungen, die den Verbraucher über den Inhalt täuschen. Ebenso wurde auf die hygienischen

Aspekte eines Beklebens von Kernobst mit Etiketten aufmerksam gemacht. Kritisiert wurde ferner die Zugabe

von Spielzeug zu Lebensmitteln und anderen Waren des täglichen Bedarfs.

Der größte Teil der kritisierten Mängel ist den Verpackungsanwendern anzulasten, da zur Verantwortung für

die Qualität der produzierten Güter auch die Verantwortung für die Verpackung gehört.

Neue Regelungen zum Umweltrecht

Im weiteren Verlauf der Tagung gab Dipl.-Ing. Olaf Lehmann vom Referat Innovation/Umwelt der Industrieund

Handelskammer zu Leipzig eine Übersicht über neue Regelungen, die zum Umweltrecht in Kraft getreten

sind. Dabei wies er besonders auf die 4. Verordnung zur Änderung der Verpackungsverordnung hin, die den

Vorrang der Verpackungsverwertung unterstreicht. So sind Gefahrstoffverpackungen „einer erneuten Verwendung

oder einer Verwertung … zuzuführen, soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist“.

Dipl.-Ing. Lehmann wies auch darauf hin, dass seit 1. Juni 2005 gebrauchte Verpackungen und andere

Abfälle nur auf Deponien gebracht werden dürfen, wenn der Glühverlust unterhalb von 5 % Kohlenstoff liegt.

Dies führt zu der Konsequenz, dass Abfälle mit höheren organischen Anteilen vor der Deponierung in Heizwerken

oder in mechanisch-biologischen Anlagen vorbehandelt werden müssen.

Eine neue Regelung gilt ab 1. Mai 2006 für die Pfanderhebung und die Rücknahme von Einweg-Getränkeverpackungen.

Die Regelung führt zur Aufhebung der Insellösungen, wie sie von Discountern wie Aldi und

Lidl eingeführt worden sind. Damit kann jeder Kunde die Dosen und Flaschen dort abgeben, wo Getränke in

diesen Verpackungen verkauft werden. Nur Verkaufseinrichtungen mit weniger als 200 m� Verkaufsraumfläche

brauchen nur die Dosen und Flaschen von Getränken zurückzunehmen, die sie selbst führen.

Seit 24. März 2006 sind die Regelungen zur Kennzeichnungs-, Bereitstellungs-, Abholungs-, Behandlungsund

Meldepflicht des Elektro- und Elektronik-Gerätegesetzes in Kraft. Die Regelungen, mit denen Vorgaben

des Europäischen Union in nationales Recht umgesetzt werden, verpflichten Hersteller und Vertreiber zur

kostenfreien Rücknahme der Geräte.

* Prof. Dr. Dr. Grundke, Deutsches Verpackungsinstitut e. V. Leipzig

FORUM WARE 34 (2006) NR. 1 - 4

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