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24 USABILITY OF FOOD

Übersicht 1: Ergebnisse einer satellitengestützten Bodenbeprobung im Jahre 2006

Probeschlag Region Boden pH-Wert P mg/100gr K mg/100 gr Mg mg/100 gr

Fe-14_Z1 Kiel lS 6,7 5,7 10,3 9,2

Fe-14_Z2 Kiel lS 7,2 6 9,5 4,4 (B)

Fe-7_Z1 Schwerin lS 6,8 4,3 (B) 12 7,5

Fe-7_Z2 Schwerin lS 5,8 (B) 2,7 (A) 10,3 6,5

Fr-17_Z1 Stendal lS 6,1 11,5 6,7 (B) 3,8 (B)

Fr-17_Z2 Stendal lS 5,2 (B) 9,6 4,5 (B) 1,7 (A)

Ger-3_Z1 Köthen sL 6,6 7,3 15,2 (D) 11,3

Ger-3_Z2 Köthen L/uL 4,9 (A) 3,6 (B) 16,6 10

Quelle: Eigene Beprobungen

Bodenuntersuchungsergebnisse: AGROLAB Boden- und Beratungsdienst GmbH

Wie die Ergebnisse in Übersicht 1 zeigen, konnten mit Hilfe der Satellitendaten in jedem Schlag in jeder

Verdachtszone „Z2“ gravierende Nährstoffmängel ausgemacht werden, die unter Berücksichtigung der Bodenart

durch die Versorgungsstufen „B“ und „A“ beschrieben sind. Teilweise waren auf den Schlägen auch

Unterversorgungen mit 2 oder 3 Nährstoffen in diesen Zonen anzutreffen. Die Ergebnisse decken sich voll mit

den Aussagen staatlicher Forschungsanstalten in den neuen Bundesländern, die ebenfalls auf eine besorgniserregende

Zunahme der Unterversorgung einzelner Zonen innerhalb von Schlägen der neuen Bundesländer

hinweisen. Aber auch in den alten Bundesländern „haben sich die Zeiten geändert“. So berichten in Schleswig-

Holstein Ackerbaubetratungsringleiter über ähnliche Tendenzen, die sich in Übersicht 1 in der Region Kiel

(vgl. Fe-14) in Form von Mg-Mangel (Versorgungsstufe B) widerspiegeln.

Welcher unterschiedliche Düngemittelbedarf sich aus dieser Variabilität ableitet, ist in Übersicht 2 dargestellt.

Die Empfehlungen sind für die Nachfolgekultur Winterweizen angegeben, wobei als Erwartungswert ein

durchschnittliches Ertragsniveau von 75 dt/ha für die kommende Ernte unterstellt wurde. Es ist leicht erkennbar,

dass der aus der unterschiedlichen Versorgung resultierende Düngemittelbedarf in den einzelnen Zonen

identischer Schläge beträchtliche Unterschiede aufweisen kann.

Wenn nun der Landwirt - wie bisher noch weitgehend üblich - die Düngung am Mittelwert seiner Beprobung

ausrichtet und die räumliche Variabilität bei der Ausbringung unberücksichtigt lässt, kommt es zu zwei

gegenläufigen Effekten: Die ausreichend versorgten Zonen werden mit Dünger quasi „überversorgt“, was ökonomisch

unsinnig ist, da Düngemittel knappe und damit kostenverursachende Produktionsfaktoren sind.

Ökologisch bedenklich ist außerdem die allseits bekannte Tatsache, dass einzelne Düngemittel je nach

Bodenart und Witterungsverlauf teilweise dem Risiko einer beträchtlichen Auswaschung unterliegen können,

wodurch das Grundwasser völlig unnötig belasten würde.

Übersicht 2: Düngeempfehlung je Hektar auf Basis der satellitengestützten Bodenbeprobung

Probeschlag dt CaO kg P2O5 kg K2O kg MgO

Fe-14_Z1 7 60 45 0

Fe-14_Z2 0 60 45 40

Fe-7_Z1 0 117 45 15

Fe-7_Z2 25 175 45 15

Fr-17_Z1 10 46 99 56

Fr-17_Z2 30 46 99 81

Ger-3_Z1 74 44 45 15

Ger-3_Z2 94 117 45 15

Quelle: Eigene Beprobungen

Bodenuntersuchungsergebnisse: AGROLAB Boden- und Beratungsdienst GmbH

Nachvollziehbar aus der Übersicht ist auch für den Laien, dass mit der herkömmlichen auf Durchschnittwerte

ausgelegten Wirtschaftsweise die Mangelzonen nicht ausreichend aufgedüngt werden können. Dies führt zu

Ertragseinbußen und damit auch zu Einkommensverzichten bei den Landwirten und verschlechtert – dem von

Liebig beschriebenen Minimumsgesetz folgend – auch die Ausnutzung anderer ertragssteigernder

Produktionsfaktoren wie z.B. Pflanzenschutzmittel oder Stickstoff-Dünger. Schließlich wird im Falle von

gravierender Unter- oder Überversorgung auch die „technologische Qualität“ der erzeugten Primärprodukte

reduziert. Dies ist führt dann ggf. zu einem Qualitätsverlust bei den Endprodukten, unseren Lebensmitteln.

FORUM WARE 34 (2006) NR. 1 - 4

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