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52 USABILITY/OPERATING INSTRUCTIONS

onsszenario, das sich um das Produkt herum entwickelt bzw. es interessiert ein noch generelleres Interaktionsszenario,

in dem das jeweilige Produkt eine bestimmte Rolle spielt. Eine solche Verwendung der Dokumentation

setzt andere Maßstäbe, als sie in einer Kurzanleitung erwünscht ist. Hier mag sich der Kreis der Nutzer um

den Kreis der Entscheider vergrößern. Unabhängig davon sind Hintergrundinformationen gefragt (z. B. über

den Produktlebenszyklus von der das Produkt begleitenden Philosophie über Produktionsbedingungen und

Vermarktungsstrategien bis hin zur Entsorgung). Informationen dieser Art gestatten es den Nutzern, die Interaktion

mit dem Produkt in verantwortlicher Weise zu gestalten. Eine Dokumentation, die quasi als Werkzeug

der eigenen Lebensgestaltung der Nutzer dient, ist tauglich in einem erweiterten Sinne.

5 Fazit

Der Begriff der Gebrauchstauglichkeit hat verschiedene Facetten. Generell ist zu fragen: tauglich für welche

Handlungsziele der Nutzer und schließlich auf welche Weise diese Ziele erreicht werden. Eine Reduktion der

Gebrauchstauglichkeit von Produkten auf die Überprüfung des Funktionierens oder Nicht-Funktionierens hilft

den Nutzern nicht. Sie ist Bedingung der Produktion. Entsprechend reicht auch nicht die Reduktion der

Gebrauchstauglichkeit von (sprachlichen, visuellen) Dokumenten auf die Bedingungen der Textproduktion.

Diese sind Voraussetzung, was nicht ausschließt, dass sie überprüft werden bzw. überprüfbar gemacht werden.

Betrachtet man Dokumente als intellektuelle Werkzeuge der Definition und Ausführung von Szenarien der

Mensch-Maschine-Interaktionen, dann kommen Aspekte in den Blick, die die Herstellung von Kommunikation

(und Kommunikationsprodukten) in einen weiteren Horizont stellen.

Literatur

Galbierz, Martin, 2004. Gebrauchstauglichkeit einer Bedienungsanleitung. In: FORUM WARE 32 (2004), 14-18.

Grice, H.P., 1975. Logic and conversation. In: Cole, P./Morgan, J-L. (Hg), Speech acts, 41-58. New York.

Henning, J./Tjarks-Sobhani, M. (Hg), 1999. Verständlichkeit und Nutzungsfreundlichkeit von technischer Dokumentation.

Lübeck, Schmidt-Römhild.

Knapheide, Claus, 1999. Software – Benutzer – Gebrauchsanweisung: ein System. In Henning/Tjarks-Sobhani (Hg),

1999: 152-172.

Krömker, Heidi, 1999. Die Welt der Benutzungsfreundlichkeit. In: Henning/Tjarks-Sobhani (Hg), 1999:22-33.

Rothkegel, Annely, 2005. Text als Ware. In: FORUM WARE 33, 2005: 27-30.

Schweibenz, Werner, 2004. Computerterminologie als Benutzungsbarriere. Eine Studie über die Benutzbarkeit von

Online-Hilfeinformationen in Microsoft Power Point. Lübeck, Schmidt-Römhild.

Wagner, Jörg, 2002. Mensch-Computer-Interaktion. Sprachwissenschaftliche Aspekte. Frankfurt, Lang.

* Prof. Dr. Annely Rothkegel, TU Chemnitz, Angewandte Sprachwissenschaft, 09107 Chemnitz,

annely.rothkegel@phil.tu-chemnitz.de, www.tu-chemnitz.de/phil/al

„RICHTIGE“ SOFTWARE BESCHAFFEN -

AUS DER SICHT DER NUTZER HANDELN

Thomas Geis, Wolfgang Dzida*

Kurzfassung

Was „richtige“ Software ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Ein Grund hierfür ist, dass bisher ungeklärt

ist, wie man Software methodisch angemessen validiert. Ein weiterer Grund ist, dass es kein anerkanntes Kriterium

für „richtige“, das heißt valide Software gibt. In diesem Aufsatz wird dafür plädiert, die Nutzungsqualität

von Software als Kriterium zu verwenden, denn erst bei der realen Nutzung erweist sich ein Produkt als

tauglich für den Gebrauch.

ABSTRACT

When is a software product to be purchased the “right” one? This question can cause endless quarrel. One reason is

that it is so far unclear how to validate software in a methodological fashion. Further reasons are the lack of well

accepted criteria for software validity. This paper advocates for usability of software to become a criterion, since this

way a product proves to be the “right” one through its successful usage.

FORUM WARE 34 (2006) NR. 1 - 4

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