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Das Netzwerkmagazin des APOLLON Alumni Network e.V. blickt mal über den Zaun der Gesundheitssysteme.

schrittweise umgesetzt werden, in besonderen Fällen auch

durch die völlige Neuorganisation von Prozessen. Der

führende Ansatz hinter der Idee, verschwendungsarme

Prozesse zu etablieren, ist das Lean Management, welches

immer häufiger auch im Gesundheitswesen Anwendung

findet. 3

Wenn die Prozesse eines Unternehmens gewissermaßen

die Software sind, dann sind die Mitarbeitenden und die

technische Ausstattung die Hardware. Hier setzt ein

weiteres Konzept, das des agilen Managements, an,

welches ein Unternehmen als lebendigen Organismus

versteht. Wenn Entscheidungen von allen Mitarbeitenden

und nicht nur von hierarchisch exponierten Personen

getroffen werden können, ist eine agile Organisation viel

anpassungsfähiger und kann deutlich schneller auf

Umgebungsveränderungen reagieren als hierarchisch

aufgebaute Organisationen. 4

Der Veränderungsprozess, dessen Richtung durch das

Unternehmensziel bestimmt wird, kann natürlich

beeinflusst werden. Um die Akzeptanz der Mitarbeitenden

zu gewinnen, sollte zunächst mit Projekten begonnen

werden, welche rasch einen spürbaren Erfolg (Quick Wins)

versprechen.

Bei der Planung von größeren Restrukturierungen, welche

wesentliche Unternehmensteile oder das gesamte

Unternehmen umfassen, sollten zunächst die wichtigen

Schnittstellen des Unternehmens betrachtet und

gegebenenfalls verbessert werden. Dies können

beispielsweise Schnittstellen nach außen oder

Schnittstellen zwischen verschiedenen Hauptabteilungen

sein. Für den Übergang von einer zur nächsten

Schnittstelle müssen einheitliche Standards definiert

werden, um eine nahtlose Fortführung des Prozesses

durch die nachgeordnete Stelle zu ermöglichen.

Wenn die grobe Gesamtstruktur einmal steht, kann

schrittweise weiter ins Detail gegangen werden und

Schnittstellen zwischen immer kleineren

Organisationseinheiten können bearbeitet werden. Wenn

schließlich alle wichtigen Schnittstellen definiert und neue

Prozesse etabliert wurden, ist die Zeit für die Digitalisierung

gekommen. Es werden maßgeschneiderte digitale

Lösungen implementiert, welche bei gewissenhafter

Anwendung ein riesiges Verbesserungspotenzial entfalten

können.

Es ist allerdings ein wenig geflunkert, dass an dieser Stelle

tatsächlich das Ende des Veränderungsprozesses erreicht

ist. Allein aufgrund sich immer wieder verändernder

Umgebungsbedingungen müssen sich auch Unternehmen

immer wieder von neuem anpassen. Ein gesundes

Unternehmen 4.0 etabliert daher einen kontinuierlichen

Verbesserungsprozess, um sich fortlaufend zu erneuern

und sich einem sich stetig wandelnden Idealzustand immer

wieder zu nähern.

Literaturverzeichnis:

1 Wibbeling S, Hintze M, Deiters W: Positionspapier Krankenhaus 4.0 – Industrie 4.0 im Gesundheitswesen. Dortmund ohne Jahr.

2 Hoffmann FR: Wertstrommanagement im Krankenhaus: Konzept für die Durchführung von Wertstrommanagement-Projekten in Krankenhäusern. 1st ed. 2015.

3 Walker D (ed.): Lean Hospital: Das Krankenhaus der Zukunft. 1st ed. Berlin: MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 2015.

4 Laloux F, Kauschke M: Reinventing organisations: Ein Leitfaden zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit. München: Vahlen 2015.

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