Pluradent Symposium 2018

bmebit

Dentale Zukunft
Wissen. Erfolgreich. Anwenden

Aber nur wenn die Mitarbeiter das „Warum“

verstehen, wollen und können sie die

Zukunft engagiert mitgestalten. Andernfalls

erwecken manche Forderungen nach

Veränderung den Eindruck, willkürliche

Handlungen von Vorgesetzten zu sein. Und

im schlimmsten Fall könnte der Eindruck

entstehen, dass sich manche mit ungewöhnlichen

Methoden und Strategien lediglich

profilieren und vom Vorgänger

abheben wollen. Zweitens lösen Veränderungen

Ängste und Unsicherheiten aus.

Wenn diese nicht ernst genommen, sondern

unter den Teppich gekehrt werden,

entsteht eine allgemeine Frustration, die in

der Folge jeden Veränderungsprozess zu

einer mühsamen Tortur werden lässt. Dann

dominieren nicht mehr Inhalte und Visionen,

sondern die Macht einzelner Personen

und Interessensgruppen, während die Mitarbeiter

das beklemmende Gefühl beschleicht,

nicht nachvollziehbaren Prozessen

heillos ausgeliefert zu sein. Das Motto

muss lauten: Inhalt vor Ego! Daher gehört

es zur Kernkompetenz von Führungskräften,

sich auf die Sorgen der Mitarbeiter

einzulassen und diese ausgiebig mit Empathie

zu moderieren. Wobei die Initiative

von den Führungskräften ausgehen muss,

damit die Mehrheit der Mitarbeiter abgeholt

und mitgenommen und nicht von

vagen Gerüchten im Vorfeld irritiert wird.

Vom Kopf in den Bauch

Und drittens ist entscheidend, dass Veränderungsprozesse

auf ein Ziel ausgerichtet

und dann auch „emotionalisiert“ werden.

Wenn man neue Strukturen ausschließlich

mit nüchternem Pragmatismus kommuniziert,

den Fokus allein auf die Funktionalität

strategischer Veränderungen legt und

diese mechanisch und seelenlos präsentiert,

darf man sich über mangelndes Verständnis

der Mitarbeiter nicht wundern. Selbst

wenn man nie alle Menschen wird überzeugen

können, darf man ihnen dennoch

nicht die Chance verwehren, auch gefühlsmäßig

nachzuvollziehen, wo es hingehen

soll. Die Verantwortlichen müssen dafür

Sorge tragen, dass ein Change-Prozess

„vom Kopf in den Bauch“ gelangt. Dabei

helfen weder Tabellen noch PowerPoint-

Folien! Nur wenn Mitarbeiter mit Leidenschaft

für Veränderungen gewonnen und

auf inspirierende Art und Weise überzeugt

werden, weil man sie als Menschen aus

Fleisch und Blut betrachtet und nicht als

Schachfiguren, die man nach Belieben

herumschieben kann, werden sie bereit

sein, sich auf neue Erfordernisse einzulassen,

auch wenn der Weg steinig wird.

Deswegen benötigen Veränderungsprozesse

stets die Balance von intellektueller

Einsicht und emotionaler Identifikation.

Christian Gansch

Dirigent, Musikproduzent

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