PM BBK gestärkt 6.11.2012.pdf - Bundesverband Biogene und ...

biokraftstoffe

PM BBK gestärkt 6.11.2012.pdf - Bundesverband Biogene und ...

Bundesverband Biogene und Regenerative Kraft- und Treibstoffe e.V.

BBK gestärkt mit erweitertem Präsidium und

neuem Namen in die Energiewende

Berlin/Erkner (BBK/ BRM) 06.11.2012: Am 23.10.2012 fand in Berlin, Hotel

Estrel der Jahreskongress statt, auf dem die politischen Schwerpunkte des Verbandes

festgelegt wurden.

Politisches Glanzlicht des Kongresses war die Rede des stellvertretenden

Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Herrn Ulrich Kelber, der sich klar zu den

regenerativ erzeugten Kraftstoffen bekannte und die Abkehr von den

Reinbiokraftstoffen noch in der großen Koalition jetzt im Nachgang auch als Fehler

erkannt hat.

Die eindeutigen Arbeitsschwerpunkte des BBK werden in den nächsten Jahren der

Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie folgen. Sie werden in der Elektromobilität und bei

Kraftstoffen bei Biomethan, Bioflüssigmethan (BioLNG), Strom-Wasserstoff (Power to

Gas), Pflanzenöl und Strom aus erneuerbaren Energien liegen.

„Wir müssen uns der politischen Großwetterlage in Europa anpassen und uns breiter

aufstellen, als bisher. Ohne von unserer Reinbiokraftstoffpolitik abzulassen, deren

Diskriminierung endlich beendet werden muss, erweitern wir die Kompetenzfelder

des Verbandes“, so Peter Schrum, Präsident des BBK. Nach einem interessanten

Kongresstag fand die BBK-Mitgliederversammlung mit der Wahl eines neuen

Präsidiums statt. Herr Peter Schrum als Präsident, Frau Brigitte Meisel, verantwortlich

für den Speditionsbereich, und Herr Marcus Biermann als Schatzmeister wurden

wiedergewählt. Zusätzlich wurden ins Präsidium folgende Mitglieder gewählt:

- Herr Dr. Thorsten Gottwald als neuer Vizepräsident und verantwortlich für

juristische Fragen

- Herr Wolfram Kangler für Pflanzenöl-Reinkraftstoffe

- Herr Dr. Gregor Friedrichs für regenerative Erdgassubstitute und deren

Einspeisung ins Erdgasnetz

- Herr Andreas Manthey für Elektromobilität und -infrastruktur.

Herr Eberhard Oettel hat nicht mehr kandidiert, wollte einem jüngeren Mitglied Platz

machen und bleibt Leiter des BMK BioMethan-Kuratoriums, Verbandsbeauftragter für

Innovationen, Technologietransfer und internationale Projekte und hält die

Verbindung zum Schwesterverband FEE Fördergesellschaft Erneuerbare Energien

e.V.

Der BBK Bundesverband Biogene und Regenerative Kraft- und Treibstoffe e.V. wurde

mit den Stimmen aller anwesenden Mitglieder in Bundesverband Regenerative

Mobilität (BRM) umbenannt und gab sich eine in Zweck und Zielen modernisierte

Satzung. Die BRM - Verbandspolitik wird mit folgenden Schwerpunkten

weitergeführt:


Bundesverband Biogene und Regenerative Kraft- und Treibstoffe e.V.

a.) BM50 (Biomethan 50 %): Der Verband setzt sich für eine Steuerbegünstigung bis

2025 von Erdgas als Kraftstoff ein, wenn dieser mindestens 50 % Biomethan enthält.

b.) Die Steuerbegünstigung von BioLNG für LKW-Schwerlast~ und

Transportfahrzeuge auf Flughäfen und für die Bahn muss wie bei CNG gestaltet sein

d.h. Steuerbegünstigung bis 2025 bei 50 % Anteil flüssiges Biomethan ist politisches

Ziel des Verbandes.

c.) Pflanzenöl/ Biodiesel 100 für LKWs, schwere Nutzfahrzeuge, Schifffahrt und Bahn

bleiben im Fokus des Verbandes. Wir fordern, die Besteuerung nach CO2-

Minderungspotenzial bereits ab 2013 umzusetzen. Da Pflanzenöl immer ein

Beiprodukt der Eiweißfuttermittelproduktion ist, werden wir die derzeitige Unkenntnis

darüber in Brüssel immer wieder anprangern und die unqualifizierte ILUC-

Landnutzungsänderungsdiskussion helfen, zu beenden. Pflanzenöl ist ein Produkt,

das stets in der Eiweißfutterproduktion als Nebenprodukt anfällt und gemäß dem

Verhältnis des Gesamt-Ertrages auch nur mit einem Drittel der CO2-

Erzeugungsaufwendungen (bei Raps z.B.) belegt werden darf. Dieses werden wir als

BBK/ BRM so lange wiederholen, bis dieser Zusammenhang verstanden wird. Da es

Pflanzenöl, bezogen auf das primäre Produkt Eiweißfutter, immer im Überschuss

geben wird, ist es fahrlässig, Ressourcen nicht zu nutzen.

d.) Kerosinersatz/ Luftkraftstoffe

Pflanzenöle können bis 50 % in Kerosinmischungen verwendet werden. Der BRM

kann über seine Mitglieder, die auch in Übersee Jatropha, Rizinus und andere

geeignete Nichtnahrungsmittelpflanzen nachhaltig produzieren, die notwendigen

Rohstoffe langfristig sicherstellen (gemäß NachhaltigkeitsVO).

Bei 50 %iger Pflanzenölbeimischung sollte die Steuerbegünstigung der Luftkraftstoffe

mittelfristig beibehalten werden.

e.) Abfallfette und -öle

Die Veresterung oder Hydrierung von Abfallfetten und -ölen, die in Europa anfallen

und nachhaltig gesammelt und aufbereitet werden, ist zu begrüßen. Die Verwendung

als Kraftstoff sollte mit mindestens 50%igem Bioanteil in der Kraftstoffmischung mit

klarer Inhaltsstoffdeklaration und Nachweisführung erfolgen. Auch hier gilt die

Forderung nach umfassenden „Nachhaltigkeitskriterien“. Abfall-Überseeware sollte

ohne eine 100 %ige Herkunftsnachweisführung nicht in Europa zum Einsatz

kommen. Die Gefahr des Abfall- und Ressourcentourismus für Bioöle und Fette aus

Slums von Übersee (Kalkutta, Sao Paulo etc.) ist ohne strikte Kontrolle zu groß. Es

kann schnell entwicklungspolitischer Sprengstoff entstehen, weil Europas Politik

armen Ländern Ressourcen entzieht. Hierbei sehen wir als größte Gefahr den Einsatz

hydrierter Kraftstoffmischungen mit einem Bio- oder Abfall-Anteil von unter 50 %.

Der BRM lehnt die pauschalisierte doppelte Quoten-Anrechnung (sog. Double-

Counting) von Kraftstoffen aus Abfallfetten und –ölen ab. Anstelle dessen muss eine

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differenzierte Betrachtung des tatsächlichen CO2-Minderungspotenzials treten, wie es

der BRM ohnehin bei ungebrauchten Nebenprodukten wie Pflanzenöle oder Altfette

fordert. Voraussetzung dafür ist, dass die Pflanzenöle bezüglich CO2-Minderung über

Ihren gesamten Verwendungspfad betrachtet werden - sowohl bei direkter Nutzung

des „Nebenprodukts“ Pflanzenöl als auch bei der „Kaskaden-Nutzung“ in Form

gebrauchter Pflanzenöle. Grundlage muss immer eine „Nachhaltigkeit“ über den

gesamten Lebenszyklus sein, dieser beginnt nicht erst beim Verlassen der Friteuse,

wie derzeit aktuelle Rechtslage. Dieses führte nämlich bereits zu erheblichen

Marktverzerrungen, und einem gewaltigen Rückschlag in der Biokraftstoff-Branche,

noch mehr ungenutzten Produktionskapazitäten und Vernichtung einer bereits

aufgebauten einheimischen Versorgungsinfrastruktur. Einzig der Verbrauch von

mineralischen Kraftstoffen wird dadurch in die Höhe getrieben und alle

Anstrengungen um Nachhaltigkeit und eine weitere Differenzierung der

Nachhaltigkeitskriterien wird vollständig ad absurdum geführt.

Biomischkraftstoffe wie B7/ B10 oder E10 lehnt der BRM/ BBK ab und setzt sich dafür

ein, diese Fehlpolitik, die seit 2006 besteht, kurzfristig zu korrigieren.

Begründung:

Die Beimischung von Biokraftstoffen baut keinen neuen und unabhängigen Markt

zum Oligopol der mineralischen Kraftstoffe auf. Vielmehr werden bestehende

Strukturen gefestigt und technologischer Fortschritt verhindert. Es wird

volkswirtschaftlich weder eine höhere Versorgungssicherheit noch eine Stabilisierung

der fluktuierenden und spekulativen Märkte erreicht. Die technisch erreichbaren

Beimischungsraten sind klein. Die herausragenden Potenziale des

Wirtschaftsstandorts Deutschland, zur Forschung und Technologieentwicklung

sowohl in der Prozesstechnik wie auch dem Maschinenbau werden nicht angehoben.

Statt fortschrittliche Technik zu entwickeln und weltweit zu exportieren importieren

wir minderwertige Rohstoffe.

Biomischkraftstoffe bringen den EU-Ländern keine Wertschöpfung, da billig

produzierte Pflanzenöle, Biodiesel und Ethanol aus Übersee mit schwer

nachprüfbaren Herkünften zu 90 % von der Mineralölindustrie eingesetzt werden.

Die Tank oder Teller~ und ILUC-Dikussionen sind bei Biomischkraftstoffen bis 50 %

Bioanteil unvermeidbar.

Hintergrund:

Biokraftstoffe, die der Beimischung dienen sollen (sog. Drop-in Kraftstoffe), müssen

in ihren Eigenschaften dem mineralischen Kraftstoff angepasst werden. Dies

erfordert Energie, verschlechtert die CO2-Bilanz und kostet Geld. Je nach Rohstoff

und Aufwand im Verarbeitungsprozess erreicht man jedoch sehr bald die sogenannte

Blend-Wall. Dies ist der maximal zulässige Anteil an Biokraftstoff im jeweiligen

mineralischen Kraftstoff. Beim Diesel sind es 7% Biodiesel, und auch beim Benzin will

man keine 10% (E10-Debatte). Viel Aufwand für einen geringen Anteil!

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Reinbiokraftstoffe hingegen sind eigenständige „neue“ Produkte die in erster Linie

auf eine in allen Belangen „nachhaltige“ Produktion und optimale

Kraftstoffeigenschaften hin entwickelt werden. Hand in Hand geht die Entwicklung

der entsprechenden Motorentechnik, nicht selten durch Anpassung von

herkömmlichen Serienmotoren mit überschaubarem Aufwand.

Da Biokraftstoffe in ihrer Kapazität begrenzt sind, müssen sie als regional produzierte

Ressourcen auch „REIN“ sein und müssen dezentral als „Wettbewerb“ zum Monopol

der Mineralölindustrie produziert werden.

f.) Enzyme und Hydrolysekraftstoffe, die sich noch immer im F+E-Stadium befinden,

bedürfen massiver Forschungs- & Entwicklungsförderung mit dem Fokus

„Abfallverwertung“, um mittelfristig die über 20 Mio. Tonnen Abfälle Deutschlands

anteilig in Flüssigkraftstoffe wirtschaftlich umzuwandeln.

g.) Elektromobilität

Die Elektromobilität, betrieben aus Strom, der aus erneuerbaren Energien erzeugt

wurde, wird einer der zukünftigen Stützpfeiler des BRM sein.

„Wir werden Strom auf die Straßen unserer Städte bringen und dabei unsere

Mitglieder mit regenerativer Energietechnik und bezahlbaren Batterien versorgen

sowie die Markteinführung der Pedelecs ebenso begleiten, wie E-Scooter und E-Cars“

so Peter Schrum, Präsident des BRM Bundesverbandes Regenerative Mobilität.

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