rz_UFG_BestOff 2016_Katalog_180216

bestoff

Katalog zur Ausstellung 2016


4 VORWORT 4


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Erstaunlicherweise bemerkt man, zumindest akustisch, gar nicht so viel von dem gewaltigen Umbau, der zur Zeit innerhalb des Brückenkopfgebäudes

Ost am Linzer Hauptplatz über die Bühne geht. Ja, über die Bühne: es ist tatsächlich ein Theaterraum, der da kurzfristig nach der Aushöhlung des

Hauses entstand, bespielt durch einen beeindruckenden bautheatralischen Prozess. Im nächsten Jahr wird dann der westliche Trakt folgen. In einem

Teil davon war früher die sogenannte Großbetriebsprüfung des Finanzamtes beheimatet – dieser Teil wird nun also zum letzten Mal durch BestOff

in Besitz genommen. Gleichsam als kunst- und gestaltungstheatralisches Pendant zu dem, was sich gegenüber im Osten tut. Beides sind singuläre

Räume, die Chance und Herausforderung zugleich darstellen.

Es scheint fast so, als ob diese spannungsgeladenen räumlichen und atmosphärischen Veränderungen an der Kunstuniversität auch von den Studierenden

seismographisch aufgenommen worden wären und sie animiert hätten. Gab es bisher durchschnittlich 120 Einreichungen für dieses wichtige

Ausstellungsformat, so waren es diesmal 250 – also eine Verdoppelung, und damit ein absoluter Rekord. Diesem fulminanten Engagement der Studierenden

gebührt großer Respekt. Ebenso jenen, die BestOff 2016 kuratieren, wird die Aufgabe dadurch ja nicht leichter. An erster Stelle Genoveva

Rückert, wie ihre VorgängerInnen Absolventin der Kunstuniversität Linz. Einmal mehr hat sich diese Konstellation ausgezeichnet bewährt. Großer

Dank gilt auch den weiteren Jurymitgliedern Alexandra Grausam, Hildegard Fraueneder, Thomas Edlinger und Andrei Siclodi. Und natürlich der

„guten Seele“ für die Betreuung von Seiten der Kunstuniversität, Sylvia Leitner. Der Filmbrunch im Moviemento – kuratiert von Wilhelm Schwind –

wird selbstverständlich wieder aufgenommen.

Übrigens findet BestOff 2016 erstmals in einem Sommersemester statt und wird mit dem Tag der offenen Tür verbunden. (Hoffentlich) heller, freundlicher

Vorfrühling und die Öffnung des Innenlebens der Kunstuniversität sollten ihre Wirkung auf die Neugierde des potenziellen Publikums nicht

verfehlen. Alles in allem ist eine positive, bunte Aufbruchsstimmung zu spüren, was man vom gesellschaftlichen Umfeld leider nicht behaupten kann.

Umso wichtiger ist die Sichtbarmachung des Kreativpotenzials, das von der Kunstuniversität nach außen strahlt!

REINHARD KANNONIER /// Rektor der Kunstuniversität Linz


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LIVE IN YOUR HEAD war das Motto am Cover des ungewöhnlichen Katalogs „When Attitudes Become Form. Works – Concepts – Processes – Situations – Information“

von Harald Szeemanns legendärer Ausstellung 1969. Der junge Ausstellungsmacher und Urvater meiner Zunft entwickelte aus diesem Konzept auch

die Doucmenta 5 – erstmals keine retrospektive Kunstausstellung in Form von Werken. „Nicht mehr das Hauptmerk heutiger Kunst, die Gestaltung des Raumes,

sondern die Tätigkeit des Menschen, des Künstlers ist Hauptthema und Inhalt. Von daher ist auch der Titel (ein Satz und kein Schlagwort) der Ausstellung zu verstehen: noch nie

wurde die innere Haltung des Künstlers so direkt zum Werk.“ 1 Kunst ist immer eine Form von Haltung, und auch die heurige Ausstellung von Studierenden und

AbsolventInnen soll sich nicht in der Präsentation von jurierten Einzelwerken erschöpfen, sondern die 37 „Positionen“ – KünstlerInnen, Wissenschaftler-

Innen, aber auch Gruppen – ins Zentrum rücken und breiter vorstellen. In der Kommunikation wird dieses Konzept von der Agentur Lichtschimmer

unterstützt, die lustvoll die Kopiegraphie der 1980er Jahre aufnehmen und Portraits der ausstellenden Persönlichkeiten zum zentralen Motiv für Werbung,

Katalog und Leitsystem machen. Es geht einerseits um die Stärkung der Identität nach Innen und andererseits darum, das Projekt über eine interne

Leistungsschau hinaus auch außen hin zu öffnen -> kunst linz.

Der Ort ist zum dritten und letzten Mal die Großbetriebsprüfung, bevor sie umgebaut wird. BestOff, gegründet 2004 von der damaligen Vizerektorin und

Professorin für Malerei und Graphik Ursula Hübner, hat als Format und Aushängeschild der Kunstuniversität nach unterschiedlichen Varianten, u. a.

in Linzer Kunstinstitutionen, seine Form gefunden. Die externen KuratorInnen, allesamt AbsolventInnen der Bildungsstätte, treffen inzwischen abseits

der Studienhierarchie eine Auswahl der „Besten“, folgen der Doktrin des Titels diese „raus“ zu bringen und loten in der Ausstellung das Potential ehemaliger

oder zukünftiger Räume der Kunstuniversität aus. Neben der Künstlerorientierung steht der Untertitel „Ausstellung – Party – Performance“ für

eine Programmatik, die in den Folgejahren das etablierte Format erweitern könnte.

VORWORT

Eine Auswahl der besten Köpfe aus mehr als 250 Einreichungen von Studierenden und AbsolventInnen ist eine große Herausforderung, die – wie bei

Thomas Edlinger, Radiomacher, Kurator und Leiter des donaufestival in Krems – nur Dank der breiten Kompetenz der Jury in Kunstproduktion, Rezeption

und Theorie zu stemmen war. Hildegard Fraueneder, Leiterin der „Galerie 5020“ und Lehrbeauftragte am Mozarteum in Salzburg, Alexandra Grausam,

Kuratorin von „das weisse haus“ in Wien und Andrei Siclodi, Direktor des „Künstlerhaus Büchsenhausen“ mit seinem „Internationalen Fellowship-Programm für

Kunst und Theorie“ in Innsbruck stehen aber auch für Kunstinstitutionen und erste Adressen, bei denen sich junge KünstlerInnen direkt bewerben können.

Auf die erstaunliche Breite der Einreichungen hin – nicht nur aus der Bildenden Kunst sondern genauso aus den Lehrämtern, der visuellen Gestaltung,

den Raum- und Designstrategien und aus den Zeitbasierte Medien, Interface Culture und den Theoriestudien – wurden die eingereichten Arbeiten rein

nach ihrem eigenen Anspruch – als Kunst, Gestaltung, oder auch Publikation, wissenschaftliche Arbeit – beurteilt. Die Felder und die Kunstrichtungen

mischen sich, Kunst wird offensichtlich über die Disziplinen hinweg gelehrt und produziert.

„Immer mehr neigen Ausstellungen dazu, nicht mehr Ausstellungen von Kunstwerken zu sein, sondern sich selbst als Kunstwerk auszustellen.“ 2 war der Vorwurf von Daniel

Buren an Harald Szeemanns Documenta 5, 1972, die Werke wie Farbtupfer eines Bildes einzusetzen und alles dem Konzept des Kurator-Künstlers unterzuordnen.

So sehr ich den Künstler als Theoretiker und kämpferischen Geist schätze, so wenig teile ich hier seine Meinung. Im Gegensatz zu Charles Esche

und Vasif Kortun, die bei ihrer Istanbul Biennale 2005 zum Verhältnis von Kuratoren zu KünstlerInnen meinten, im besten Fall sind Künstler „friendly

enemies“ (freundliche Feinde) – versuchte Szeeman „seine“ KünstlerInnen umfassend zu verstehen. Er ging ein geradezu symbiotisches Verhältnis mit

ihnen ein und hat sie Kraft seiner Autorität zum Teil auch im Kunstbetrieb „durchgesetzt“.

„It is all about relation“ brachte ein befreundeter Kurator seine Haltung auf den Punkt: Die kuratorische Arbeit bewegt sich in der Beziehung zum Künstler,

Raum und Werk, eben „curare“ – sich kümmern, sorgen, pflegen, verwalten aber auch behandeln. Eine Ausstellung entsteht im gemeinsamen Tun.

KuratorInnen und KünstlerInnen gehen eine Allianz ein und können und sollen sich zwischen den Polen Auftragsarbeit und künstlerischer Autonomie

reiben. In der Reibung entsteht produktive Energie (Theaster Gates), und im Sprechen und Tun „Raum“ (Hannah Arendt).


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Mit der Verschiebung vom Werk zum Projekt und der Entwicklung einer

klar identifizierbaren Arbeitsweise seit den 1970er Jahren erscheint es

mir auch heute noch sinnvoll die Persönlichkeiten zu fördern, aber auch

herauszufordern. Gerade die Selbstrepräsentation ist für Junge eine große

Anforderung, um sich im Kunstsystem zu etablieren. Auch wissen wir

heute, dass man sich nicht hinter den Werken „verstecken“ kann, zumal

die Kunstwerke nicht für sich sprechen, sondern vermittelt werden müssen.

Basierend auf Workshops sind daher Artist Statements für den Katalog

und begleitende Portfolios für die Ausstellung entstanden. Über die Einzelpräsentationen

hinaus stimmen in „öffentlicheren“, verbindenden Ausstellungsbereichen

zentrale Arbeiten die Tonalität der Ausstellung: Während

Felix Sturm mit einem dem öffentlichen Verkehr entlehnten Regulierungssystem

eine Brücke in den Innenraum schlägt, empfängt Rico Hentschel

mit der Szenographie der Eingangstiege, Katharina Gruzeis Szenarien des

„Zentralmuseum des Großen Vaterländischen Krieges“ bilden einen Einund

Ausstieg in die Solo-Räume, ihre „Unknown Space Ladies“ bespielen

die Fassade des Brückenkopfgebäudes und Lukas Marxt prägt mit seiner

Videoarbeit eine Zone atmosphärisch.

GENOVEVA RÜCKERT ///

Kuratorin BestOff 2016

Kunstproduktion beruht immer auf einer gemischten Autorenschaft. Auch

wenn Einzelnamen vorne stehen, entstehen Arbeiten (bis auf wenige autonome

Werke) fast NIE alleine, sondern meist MIT anderen. In diesem Sinn

möchte ich mich bei dem Team der Ausstellung bedanken: bei Sylvia Leitner

für die Organisation, Franz Bognermayr und Ewald Haider und ihrem Team

für die Umsetzung, Moritz Pisk und Alexander Schwarz von MKKT für ihre

Textproduktion und vor allem Katharina Edlmair und Matthias Tremmel

für ihre kuratorische und produktionsorientierte Assistenz. Mit dem Anspruch

Theorie für die künstlerische Arbeit produktiv zu machen, durfte ich

viele Studierende mit der Sprache des Kunstsystems vertraut machen und

ihre Arbeit als Externe oft über Jahre begleiten. Daher freut es mich nun

umso mehr, dass wir uns nun auch in meiner eigentlichen Profession, im

Medium Ausstellung als Kuratorin – KünstlerIn begegnen dürfen. Nachdem

ich mich der Kunstuniversität Linz seit meiner Tätigkeit im ÖH-Vorsitz

während der Umformung zur Universität, der ersten AbsolventInnenbefragung,

der Gründung des „Forums – Freude und AbsolventInnen“ und als

Lehrbeauftragte sehr verbunden fühle, bedanke ich mich nicht zuletzt sehr

für das Vertrauen, das mir das Rektorat mit der Beauftragung für BestOff

2016 entgegen bringt.

Genoveva Rückert ist Kuratorin am OK Offenes Kulturhaus Oberösterreich und Lehrbeauftragte

für Raumtheorie an der Kunstuniversität Linz und selbst Absolventin der

Bildnerischen Erziehung und Technik & Design / Werkerziehung, sowie der Kunstgeschichte

in Graz. Sie kuratierte zahlreiche internationale Ausstellungen und ist verantwortlich

für die Programmentwicklung und die Abteilung für Entwicklung und

Vermittlung im OÖ Kulturquartier.

www.ok-centrum.at

1

Harald Szeemann, Zur Ausstellung, in: Ders., When Attitudes Become Form.

Works – Concepts – Processes – Situations – Information, unveränderte Sonderauflage im

Rahmen der Ausstellung „Villa Jelmir“, Kunsthalle Bern 2006.

2

Daniel Buren, Ausstellung einer Ausstellung, in: Ders., »Achtung!«. Texte 1967–1991, hrsg. von

Gerti Fietzek und Gudrun Inboden, Verlag der Kunst: Dresden u.a. 1995, S. 181–184.


STEFAN BRANDMAYR

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Flora drei Sinus /// 2015, Skulptur

Stefan Brandmayr hat einen Hang zu Inszenierungen, die er selber in

großen Szenographien im öffentlichen Raum, aber auch zuletzt in auf -

wendigen und formal sehr präzisen Installationen und Objekten umsetzt.

Manisch arbeitet er sich an einer schrägen Mischung an Assoziationen

und Bezügen aus der Alltagskultur von Lady Gaga, Dienstgraden,

Geheimgesellschaften, Extremsportarten, Frisuren, Rauchen, Sonnenbrillen,

Pfeile, Wrestling, Raubtiere, Pyramiden bis zu Billy Idol ab.

„Medial generierte und populärkulturelle ‚Charaktere‘ faszinieren mich

besonders. Dabei ist für mich vor allem (aber nicht nur) die Inszenierung

von Männlichkeit interessant (Stichwort Maskerade Männlichkeit).“

Nach einer kulturtheoretischen Beschäftigung werden diese von

Brandmayer gemeinsam mit kunsthistorischen Referenzen im Cocktail-

shaker durcheinander gerüttelt und raus kommen seine Arbeiten: Ein

schüchterner Prinz zieht sein Zauberschwert und wird zum stärksten

Mann des Universums mit dem Namen He-Man (–> der Er-Mann).

Weit über simple Macho-Gesten hinaus, gehen bei Brandmeyer mediale

Bilder und objekthafte Teile narzisstischer Inszenierungen und ihrer

Rituale eine Symbiose in Material und Form ein. Kraftvolle konzep tuelle

Raumarbeiten und Skulpturen formieren sich wie bei seiner „Wild

Card“ für BestOff 2016. In einer Phase der ästhetischen Neuorientierung

beschäftigt Brandtmayr sich mit der Inszenierung durch Artefakte des

Mutes und Ritualisierung. Er zeigt in seiner Installation ein Full House

aus Bekanntem, aus unveröffentlichten Arbeiten früherer Semester,

sowie neu Produziertem. (Genoveva Rückert)


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Ich habe mich gegen mich entschieden /// seit 2014 fortlaufend, Malerei, Skulptur und Installation

Der Prozess des Malens ist bei mir ein Konstruieren von Gedanken und mente. Durch das Ausstellen von Objekt und Bild im Raum möchte

Fragen mittels des Mediums der Malerei. Was ist ein Bild? Was kann ich einen Dialog erzeugen, welcher auf die Analyse und Hinterfragung

Farbe? Was bedeutet Raum? Wie stehen Farben zueinander? Zentral sind der Konzepte von Bild und Abbild, von Materialität und Gegenstand,

daher Analyse und Hinterfragung der Konzepte von Bild und Abbild, sowie der Beziehung zwischen Raum und Bild abzielt. Der Titel meiner

Materialität und Gegenstand, sowie der Beziehung zwischen Raum und Arbeit steht synonym für meine Erkenntnis, dass Kunst ein Prozess

Bild. Ich interpretiere mein Werk als konstruiertes Gefüge aus verding- aus Entscheidungen ist. Ich sehe meine Arbeit als Konglomerat scheinbar

zufällig getroffener Entscheidungen, die in Beziehung zueinander

lichten gedanklichen Versatzstücken, die sich auf der Leinwand oder

als Objekt im Raum manifestieren. In meinen Objekten spüre ich ergänzend

der Frage „Was ist ein Bild?“ nach. Ich sehe sie als gebaute Bilder, dass es durch Zufall entsteht.“ – Francis Bacon (Martin Bischof)

gebracht werden. „Ich will ein durchaus geordnetes Bild, aber ich will,

indem ich das Material Farbe durch die Baumaterialien Holz und Gips

ersetze um zu unterstreichen, dass Farbe für mich der Baustoff ist, mit

dem ich meine Bilder konstruiere. Die Objekte gelten als Brückenele-

MARTIN BISCHOF


MARIA BICHLER, MATTHIAS TREMMEL,

EVA-MARIA ZANGERLE

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BEST OFF 2015 /// 2016, Ausstellungsformat und Rauminstallation

Eine einmalige Lücke innerhalb der alljährlich stattfindenden BestOff Reihe, entstanden durch die Terminverschiebung auf 2016, wurde zum

Anstoß um die BEST OFF 2015 in der aktuellen BestOff 2016 nachzuholen und selbst zu kuratieren.

Die Ausstellung innerhalb der alljährlichen Leistungsschau der Kunstuniversität wird von einem eigenen Design, Katalog, Flyer, Banner begleitet.

Das Zentrum bildet eine Grenzen überschreitende Rauminstallation der Künstler-KuratorInnen, die durch das Rahmenprogramm erweitert wird.

Ein stark materialistischer Zugang und prozessorientiertes Handeln sind elementar für meine künstlerische Arbeit. Zentrale Themen meiner Auseinandersetzungen

sind räumliche Dynamiken, Zwischenräume und dessen Möglichkeiten einer Erweiterung. (Eva-Maria Zangerle)

Immer ausgehend von sich selbst, wirft Matthias Tremmel seine konzeptuell-hinterfragenden Zerwürfnisse dem Betrachter entgegen und rechnet

mit dem selbstentzündenden Funken einer kokontexten Verschiebung im Rezeptionenten. (Matthias Tremmel)

Durch das Ausstellungsformat BEST OFF 2015 untersuchen wir was oder wie eine Ausstellung und deren Inhalte sein können. Weiters hinterfragen

wir die Rollenverteilung innerhalb der Kunstszene und bauen für uns zum wiederholten Male eine Brückenkonstruktion zwischen ausführendem

Künstlerkollektiv, eigenem Kurator, Assistent und Ausstellungsvermittler. (Maria Bichler)


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Situation #3 /// 2014, Rauminstallation

Körper, Moment, Bewegung, Schatten und Verformung sind Themenschwerpunkte die in Maria Bichlers meist dreidimensionalen Arbeiten sichtbar

werden. In ihren jüngsten Werken liegt der Fokus auf Prozessen die mit ephemeren Materialien wie Schokolade oder Butter möglich sind, entstehen

und sichtbar werden.

MARIA BICHLER

In der Arbeit „Situation #3“ ist ein Butterquader in der Mitte des Raumes auf einem Sockel positioniert, darüber hängt auf Augenhöhe eine Glühbirne

von der Decke. Ein Motor senkt die Glühbirne alle 10 Minuten um 1,7 mm. In den folgenden drei Tagen schmilzt die Butter durch die Wärmezufuhr.

Tröpfchen und Rinnsale laufen am Sockel ab und erstarren zu neuen Formen in einer Wanne am Ende des Sockels. Diese Arbeit ist das dritte Ergebnis

einer längeren Versuchsreihe mit diesem Lebensmittel. Während die Installationsformen unterschiedlich sind – ist das Zusammenspiel immer dasselbe:

Die sanfte Wärme der Glühbirne trifft auf die Butter und setzt damit einen einfachen Prozess in Gang. (Maria Bichler)


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JANINA BISKAMP

Blick über den Kirchturm, Sakralbauten als Teil des öffentlichen Raums?! ///

2015, wissenschaftliche Arbeit mit theoretischem und praktischem Teil

Janina Biskamps künstlerische Arbeit bezieht sich größtenteils auf sozialgeprägte

Themen, die auf Gemeinschaft und Miteinander bedacht sind.

Hierbei ist es ihr wichtig, Mehrwert zu schaffen, gleichzeitig anders zu

sein, Aufmerksamkeit zu erregen und aufzurütteln. Zu ihren zentralsten

Ausdrucksformen zählen Architekturkonzepte/-Entwürfe, Skulpturen,

Innenraumgestaltungen und Möbeldesign. Kirchen werden mittlerweile

nicht mehr unbedingt dauerhaft als Orte der Religionsausübung gebraucht.

In ihrer Diplomarbeit beschäftigt sie sich zum einen theoretisch

mit Sakralbauten und zum anderen mit dem öffentlichen Raum.

Sie erarbeitet Definitionen, beschreibt Bedeutung und Potentiale,

stellt Beispiele von Umnutzung aus Geschichte und Gegenwart

vor. Der praktische Teil ihrer Arbeit zeigt eine konkrete Adaptionsvariante:

Im Zeitalter rascher Veränderungen, Schnelllebigkeit

und vermeintlicher Anonymität entwirft Biskamp einen (anderen!?)

Ort der Ruhe, des Austauschs und der Gemeinschaft.

(Katharina Edlmair)


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MKKT-Panel auf der Tagung „Kicking Images. Bilderpolitiken – sexualisierte Gewalt –

Interventionen“ /// 6.–8. 5. 2015, Kunstuniversität Linz, vier wissenschaftliche Vorträge,

eine Audio-Intervention

Wie sehen, hören und denken wir sexualisierte Gewalt in den Medien? Gemeinsam haben sich die WissenschaftlerInnen ein Jahr lang mit sexueller Gewalt

im Film beschäftigt. Im Rahmen eines Seminars entwickelten sie als Kollektiv wissenschaftliche Beiträge bzw. eine Audio-Intervention für ein MKKT-Panel

im Rahmen der Tagung „Kicking Images. Bilderpolitiken – sexualisierte Gewalt – Interventionen“. Dabei befassen sich Sabrina Karg und Sabrina Kern in

ihren Vorträgen mit dem Bereich des US-amerikanischen bzw. europäischen Spielfilms, Alexander Schwarz mit dem Bereich des US-amerikanischen und

deutschen Fernsehens und Judith Maule mit Ereignissen in sozialen Netzwerken. Die Herangehensweisen reichen dabei von Analysen von Filmen und Fernsehbeiträgen

über die Umschreibung einer Filmszene, bis hin zu Performance Lecture. Romana Bund erarbeitete (in Zusammenarbeit mit Moritz Pisk) eine

Audio-Intervention. (Romana Bund, Moritz Pisk, Sabrina Karg, Sabrina Kern, Judith Maule, Alexander Schwarz)

ROMANA BUND, SABRINA KARG, SABRINA KERN,

JUDITH MAULE, ALEXANDER SCHWARZ


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DORIS BUJATTI

Parkettboden für Arme /// 2010, Textiles Objekt

Doris Bujatti arbeitet vorwiegend mit den Bereichen textile Skulptur und

mediale Kunst. Ihr Schaffen ist bestimmt von der Auseinandersetzung

mit Arbeit und Freizeit, Armut und Reichtum. Durch das Verwenden

textiler Materialien entstehen zweidimensionale Flächen, die durch ihre

Flexibilität einen dreidimensionalen Raumbezug herstellen und so als

Skulptur verstanden werden können. Räumlichkeit und innenarchitektonische

Fragestellungen bilden in ihrer Arbeit eine thematische Grundlage.

Für Bujatti gehen Übersetzungen vom Digitalen ins Analoge mit

der Übertragung von Zweidimensionalem ins Dreidimensionale einher.

Das Virtuelle soll dadurch greifbar gemacht werden und einer Entmystifizierung

der digitalen Welt dienen. Der Künstlerin ist es ein Anliegen,

das Textile von der Begrifflichkeit „textile Kunst“ als homogene Kunstgattung

zu befreien. Das Textile soll als potentielles Material, nicht als

zwingendes Medium verstanden werden. Jedes Material hat bestimmte

Konnotationen. Das Arbeiten mit diesen verhilft der Künstlerin zu einer

subversiven Sprache, mit der sie versucht, der Stofflichkeit innewohnende

Geschichte und Eigenschaften herauszukehren und neu zu erzählen.

Eine wichtige Vorgangsweise in ihrer Arbeit ist dabei das Entleeren und

Aufladen von Form und Material, wie es auch am Beispiel des „Parkettboden

für Arme“ geschehen ist. (Doris Bujatti)


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widedarkspace /// 2015, Video

Fotografie, Video und Sound als poetische Instrumente der Welterfahrung

wirken durch ihren direkten Zugang. Die Aufnahme fängt die Welt in

ihrer Flüchtigkeit ein. Die Faszination des Experimentierens mit analogen

und digitalen Medien steht bei Margit Maria Anna Erber im Vordergrund,

Erkenntnisse aus Medienkultur und Kunsttheorie werden in ihre Kunst

miteinbezogen. In gegenseitiger Beeinflussung optischer oder akustischer

Aspekte, als Elemente der zeitbasierten Medien, entstehen oszillierende,

rhythmische und kontrastreiche Bild- und Ton-Choreografien. Vorgänge

des Wahrnehmens, Erinnerns und Träumens, der Innen- und Außenwelt

verschmelzen zu Fantasie, ein Grundelement ihrer künstlerischen

Arbeit. Multimediale Adaptionen und hybride Formen bestimmen

die Eigenart ihrer Werke. Die Monitorinstallation „widedarkspace“

zeigt ein Kontinuum – Zusammenhängendes – im Loop. Mittels

„Slit-scan“ Technik sind 360° Panoramabilder entstanden, die

Helsinki bei Nacht zeigen. Gleichzeitig auftretende, aber zu unterschiedlichen

Zeiten aufgenommene Bilderscheinungen erscheinen

deformiert, eine Einbettung ins Stadtgefüge vermitteln Standortkoordinaten

und eine Soundcollage aus „Field Recordings“ der

Umgebung. (Margit Maria Anna Erber)

MARGIT MARIA ANNA ERBER


KARIN FELLNER

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Zille /// 2015, Objekt

Karin Fellner arbeitet am prozesshaften Schnittpunkt von Kunst und Design. „Als leidenschaftliche Sammlerin lasse ich mich gern von Dingen inspirieren.

Objekte, Materialien und ihre Ästhetik bilden die Basis meiner kreativen Prozesse. Wichtig ist mir dabei ein unverkrampfter, humorvoller Zugang um eine

gewisse Leichtigkeit zu bewahren.“ Die Installation Zille gibt vor, in ihrer raumgreifenden Fülle ein Boot zu zeigen. Erst die nähere Betrachtung der Skulptur

eröffnet ihren geradezu diametral differenten Charakter: Ein feinmaschiges Netz, das Wasser nicht abhält sondern durchlässt negiert jeden Bezug zu real

schwimmenden Objekten. Was aber bleibt, wenn ein Boot seiner grundlegenden Bestimmung beraubt wird? Was macht das Boot zum Boot und was ist das

Wesen der Zille? Das transparente Objekt stellt einen Versuch dar, dies einzufangen und das Seelenhafte abzubilden. Mit der Bewegung im Raum beginnt

ein ständiges Spiel von Erfassen und Auflösen der Zille – sie weist durch die changierende Erscheinung auf einen Prozess des Übergangs hin. (Moritz Pisk)


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15 Jahre und keine Antwort /// 2015, Video

Gita Ferlin lebt und arbeitet als Medienkünstlerin und Videojournalistin

in Linz. Ihr Ausdrucksmittel ist der Dokumentarfilm. Mit der Kamera

fängt sie das Alltägliche ein und macht es durch ihren Blick zu etwas

Besonderem. Dem Unscheinbaren eine Bühne verleihen und der künstlerischen

Tragweite immer bewusst sein. Der Debütfilm „15 Jahre und

keine Antwort“ beleuchtet einen wichtigen Aspekt der Flüchtlingssituation.

Ihre neutralen Einstellungen aus der Beobachterperspektive

und die männliche Erzählerstimme aus dem Off zeigen nüchtern wovon

die Arbeit handelt – von einem menschlichen Schicksal das hinter jeder

bürokratischen Entscheidung steht. Stiegenhaus, Korridor, Räume wirken

kühl, einsam, eng und lassen temporäres Wohnen mit Asylstatus zu einer

permanenten menschlichen Existenz werden. Verblichene Portraits von

Familienangehörigen werden für die Besucher*innen zu Ankerpunkten

in einer beklemmenden 7-minütigen Atmosphäre. (Alexander Schwarz)

GITA FERLIN


ANNA FIRAK

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WERK.BERG - ein bewohnbarer komposthaufen ///

2013/16, Architektonisches Zukunftsszenario / Rauminstallation

Industrie und Kommunikationszeitalter. Überfüllte Städte, Wohnungsnot. Energievergeudung, überlaufende Mülldeponien. Verseuchte Nahrung. Die Lösung: Eine

Fabrik, die den Müll der Stadt verwertet, ihn aufbereitet und in Form frischer, fruchtbarer Erde wieder ausspuckt. Eine Fabrik, die Elemente zurück in den natürlichen

Kreislauf holt – sodass darauf wieder wachsen kann. Gespeist von scheinbar nicht wiederverwertbarem Material, durchziehen bewachsene Hügel den Block und

lassen ihn grün und autark werden. Der perfekte City Block.

Das Projekt WERK.BERG ist ein Zukunftsszenario, in dem ich ausgehend vom Status Quo der Millionenmetropole Berlin, einen nachhaltigen und

selbstbestimmten Lebensentwurf für die Bewohner des Häuserblocks entlang der Kurfürstenstraße konstruierte. Dieses Projekt ist bezeichnend

für meine Auseinandersetzung mit Architektur, in der ich mich gesellschaftskritischen und zukunftsgewandten Themen zuwende. (Anna Firak)


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exhy – a curation service /// 2015, Rauminstallation mit Echtzeitdaten

Rosi Grillmair kommentiert mit ihren Arbeiten die Mechanismen von Epochen und aktuellen Strömungen zu konzipieren und die gewählten

Institutionen und etablierten Systemen: oft thematisiert sie den Umgang Arbeiten wirkungsvoll auf die Ausstellungsfläche zu projizieren. Wobei

mit Kunst im institutionalisierten Kunstsystem und das ambivalente

exhy so effizient ist, dass an einem Ausstellungstag beliebig viele Eröffnungen

stattfinden können. artsy.net stellt mit seiner umfangreichen und

Verhältnis zwischen materiellem und ideellem Wert der Kunst. In ihren

wissenschaftlichen Arbeiten setzt sie sich mit der Vermittlung von digitalen

Kunstwerken und deren natürlichen Lebensraum – der virtuellen tioniert aus dem Blickwinkel der NutzerInnen so schnell und effizient wie

tagesaktuellen Kunstdatenbank die Datenbasis für exhy bereit. exhy funk-

Welt – auseinander. Ein Algorithmus der Ausstellungen „kuratiert“: das Shoppen auf Amazon oder eBay. Kuratieren ohne menschlichen Kurator –

Dienstleistungstool exhy stellt Ausstellungen automatisch zusammen. exhy verbindet ironisch „Kurationsexpertise“ mit den Vorzügen der Automatisierung

und Echtzeitverarbeitung von Online-Daten. (Rosi Die Software vermag Gruppenausstellungen zu allen gängigen Genres,

Grillmair)

ROSI GRILLMAIR


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KATHARINA GRUZEI

WAR ROOMS /// 2016, Fotoserie

Katharina Gruzei fusioniert in ihren künstlerischen Positionen die

mediale Untersuchung von Fotografie und Film, mit den Fundamenten

von Bildern und Fragen der grundsätzlichen bildlichen Repräsentation.

Gesellschaftspolitische und soziokulturelle Thematiken

finden in ihrer künstlerischen Arbeit ein adäquates, formal-ästhetisches

Medium.

Die Fotoserie War Rooms zeigt skurril anmutende Räumlichkeiten

der Kriegsdioramen des „Zentralmuseums des Großen Vaterländischen

Krieges“ in Moskau. War Rooms ermöglicht einen vielschichtigen

Diskurs zwischen kriegerischem Gräuel, massenornamen-

talischer Propaganda und subtiler Institutionskritik – inklusive

Notausgangstüren zur direkten Flucht durch die Bilder hinweg.

Mit Portraits of the Unknown (Space Ladies) wird eine geschichtliche

Leerstelle geschlossen. Übergroße Portraits von Kosmonautinnen

und Astronautinnen generieren eine Öffentlichkeit,

die den Pio-nierinnen der Raumfahrt bisher verwehrt blieb.

Die Installation tut es ihren Protagonistinnen gleich und erobert

Raum – Raum für eine starke Sichtbarkeit von Frauen in

männerdominierten Professionen. (Moritz Pisk)


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Sommerwind de luxe /// 2015, Zeichnung und Malerei

Auf der Suche nach dem springenden Punkt werde ich beeinflusst von Beobachtungen, scheinbar Nebensächlichem, Gesprächsfetzen, vermeintlich

oder auch wirklich Praktischem, Freizeitbeschäftigungen wie Hobby und Sport, Instruktionen, die Bereiche des Lebens vereinfachen sollen, Werbung

und bildender Kunst. Aus dem Zusammenhang genommen verlieren diese gesammelten Eindrücke meist ihren Sinn, vieles wird absurd oder etwas

ganz anderes. Ich schweife durch die Bereiche und verheddere sie miteinander. Dadurch entsteht ein Kosmos, der eine merkwürdige Ansammlung

reduzierter Szenarien vereint. Unklarheit wird durch Reduktion doch irgendwo klar. Ich beobachte und blende alles für mich Irrelevante aus, bis nur

noch das Skelett übrigbleibt. Das Skelett der Einsamkeit. Notiz: Das Skelett der Einsamkeit sucht nach Ruhe, Luxus und einem besseren Leben. Die

Fassade wird jedes Jahr neu gestrichen, die Urlaubsillusion nimmt ihren Lauf. Egal, es macht es trotzdem, ist ja schließlich sein Urlaub! Alles wird so

gemacht, wie es sich gehört. Endlich kann es sich so richtig fallen lassen und relaxen. (Julia Gutweniger)

JULIA GUTWENIGER


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RICO HENTSCHEL

Flaneur /// 2015, dreiteilige Skulpturengruppe

Raum, hm, Gestöber aus Kristallen, ein Spektrum, Ups! (Rico Hentschel).

Das Bild der Verdichtung in Form der maximal 17 Silben eines klassischen

Haikus an Stelle einer Beschreibung vermittelt die Suche nach Zuspitzung,

Präzision, aber auch Transzendenz in Rico Hentschels Arbeiten. Die Vorstellungskraft,

aber auch die Fähigkeit viele Bezüge zu einer offenen, feindeutigen

„Situation“ und Szenographie zusammenzufügen, sind bestimmende

Elemente in seinem skulpturalen, transmedialen Ansatz.

„Hm“ – ein Nachdenken über das Wesen des Raums, Möglichkeiten ihn zu

modellieren und ästhetisch zu inszenieren, trifft auch die Setzung an der

Eingangstreppe. Das Gestöber von Kristallen verweist in der klassischen

Form des japanischen Gedichtes auf eine Jahreszeit und Stimmung, schafft

aber auch ein poetisches Vorstellungsbild. Kristalle stehen für komplexe

Konstruktionen, eine Ordnung, einen innewohnenden Bauplan – eine

Architektur. Der Raum ist kein festes Gefüge, sondern entsteht erst im

Wandel („Gestöber“). In Hannah Arendts Sinn entwickelt sich Raum

zwischen Menschen im Handeln und Sprechen. Ein Spektrum verweist

semantisch auf eine Erscheinung, einen Geist – vielleicht eine Analogie

zum abgehängten raumgreifenden Gewebe. „Ups“ vermittelt eine überraschende

Erkenntnis, eine unmittelbare Erfahrung. In seinen Arbeiten

schafft er Situationen, die im Dazwischen, im Wechselspiel zwischen

innerem und äußerem Raum und in der Bewegung und Nutzung einen

Handlungsraum[1] definieren und so ihre transformatorische Kraft entfalten.

(Genoveva Rückert)

[1] Hannah Arendt, Vita Activa oder vom tätigen Leben, München und Zürich: Piper 2002

(orig. engl: The Human Condition 1958, dt: 1967), bes. S. 213–234.


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Von Ilse ganz zu schweigen /// 2014/15, Film / Textobjekte

Der Film hat seine Jugend eingebüßt – sagt Jean-Luc Godard. Jens Höffken gibt dem Film ein Stück davon zurück. Indem er frühe Ausdrucksformen

des Mediums in all ihrer Unverbrauchtheit für sich reklamiert. Ohne dabei nostalgisch zu werden. (Jens Höffken)

In einer Mischform aus Dokumentation und Collage portraitiert der Film „Von Ilse ganz zu schweigen“ deutsche Nachkriegsliteratur über die „Gruppe

47“ und schafft eine Liebeserklärung an die Literaturkritik. Der letzte „Roman-Fleuve des 21. Jahrhunderts“ verdichtet das von Marcel Proust exemplifizierte

literarische Genre – zur umfassenden Beschreibung seiner Zeit – auf den Verlust ihrer Aus-drucks-Möglichkeit auf drei Blättern Toiletten-

Papier. Für all seine Filme und auch Textarbeiten ist Jens Höffken auf der Jagd nach kleinen Geschichten und Anekdoten. Literarische und historische

Bezüge werden dann leichtfüßig umgeformt, Fiktion und Realität anekdotisch collagiert, Geschichten über Randfiguren erzählt. Die Resultate seiner

Aneignung zeugen von „Eigensinn“ und vor allem aber Poesie. Mit Charme und subtilem Witz setzt sich Jens Höffken über starre Formen, Ernst der

Vorbilder, sei es aus filmischer und literarischer Avantgarde oder konkreter Poesie, hinweg. Er schafft zwischen den gegensätzlichen literarischen

Formen – der wortgewaltigen Zuspitzung eines Essays und der Reduktion eines Gedichts – seine außergewöhnlich empfindsamen Essayfilme, Textarbeiten

und Performance-Lesungen. „Die Lyrik lebt von jedem Wort, das man nicht schreibt“, erkannte einmal Reich-Ranicki. Es geht um die Zwischentöne,

es geht darum, was da nicht geschrieben steht. Es ist eine Umkehrung des Informationsprinzips, man will keine Information geben, sondern

weglassen. Die Leerstellen und Lücken machen die Schönheit des Gedichtes aus.“ (Genoveva Rückert)

JENS HÖFFKEN


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KATHARINA HÖFLER

Isidor Stockinger: Sieben Jahre in Krieg und Gefangenschaft /// 2015, Buch

Neben ihrem Architektur-Studium arbeitet Katharina Höfler als Grafik- schen Kontext erweitert haben. Der Schwerpunkt in der Gestaltung

Designerin und beschäftigt sich mit Fotografie und Metallgestaltung. liegt auf einer optisch ansprechenden Form, die in Bezug zum Thema

2015 hat sie gemeinsam mit ihrer Schwester Theresa Höfler ein Buch steht, sowie auf guter Lesbarkeit und Übersichtlichkeit. Die fotografischen

Illustrationen für das Buch setzen sich aus 67 Landschaftsauf-

herausgegeben, in dem sie die Tagebuchaufzeichnungen eines fernen

Verwandten über dessen Erlebnisse im Ersten Weltkrieg, in Kriegsgefangenschaft

und als Internationalist bei der Roten Armee, aufgearbeitet überlagert, eingefärbt und zu einem Bild zusammengefügt wurden.

nahmen aus Sibirien und Kasachstan zusammen, die digital verzerrt,

und durch ergänzende Kommentare und Informationen zum histori-

(Katharina Höfler)


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Space Rocket Attempt #1 /// 2015, Installation / Keramik

Die Treibkraft meiner Kunsttätigkeit ist die Neugier für außergewöhnliche, aber auch geheime Räume und unbekannte Materialien. In Folge dessen sind meine

Inspirationsquellen, ebenso wie die von mir eingesetzten Medien, sehr vielfältig. Mir ist wichtig, einen aktiven Prozess zu schaffen, in dem die Besucher-

Innen ihre Vorstellungskraft und Interpretationsfähigkeit benutzen können, um ein unbekanntes Objekt oder eine fremde Situation zu untersuchen. Meine

Videos, Fotografien, Objekte und Installationen sind ein Versuch, das Ephemere zu erfassen, das Unsichtbare und das Flüchtige zu ergreifen. (Violeta Ivanova)

Mein Interesse an der Kunst ist von Vorstellungen des Bewusstseins über das Selbst und den Tod angeregt. Ich erstelle zarte Zeichnungen und Skulpturen,

Elemente der menschlichen Form oder Gegenstände, inspiriert von Kommunikation und Beziehungen. Durch die Bildsprache absurder und oft unangenehmer

Situationen, die von der inneren Unbehaglichkeit sozialer Verpflichtungen inspiriert sind, hoffe ich Momente des Humors und des Spielerischen beim

Betrachter anzuregen. (Lynne Hobaica)

LYNNE HOBAICA, VIOLETA IVANOVA

Gemeinsam arbeiteten die beiden ein Jahr lang an der Realisierung einer 4 m hohen, 80 cm breiten keramischen Weltraumrakete. Die Herkunftsländer

der beiden, Bulgarien und die USA, standen lange in einem Wettkampf um Entwicklungen der Raumfahrt. Wie in vielen Fällen, führte auch Space Rocket

Attempt #1 nicht zum gewünschten Ziel.


EGINHARTZ KANTER

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entre-temps, Nr. 3 / Nr. 4 / Nr. 6 /// 2015 – 2016, dreiteilige analoge Fotoserie

Eginhartz Kanter analysiert in seiner künstlerischen Arbeit die differen- Die gezeigten Industrie- und Handelsareale werden außerhalb ihres

ten Formen des öffentlichen Raumes. Landschaftsarchitektonische Ein- singulären Funktionskonzepts zu beinahe hermetischen Orten der Stille,

kerbungen oder (sub)urbane Interventionen bilden oftmals das Fundament

für eine subtile bis leicht humoristische Beschäftigung mit dem Schlieren der Langzeitbelichtung verortet werden kann.

in denen der menschliche Urheber nur noch diffus in den unscharfen

großen Aspekt der Öffentlichkeit.

Die Postkartenserie noisescapes – Greetings from Austria, inszeniert die

In der dreiteiligen Fotoserie entre-temps widmet sich Eginhartz Kanter landschaftsprägenden Elemente von sogenannten Lärmschutzwänden

dem zeitgenössischen Phänomen des „Urban Sprawl“ – der landschaft- als skulptural ästhetische Monumente. (Moritz Pisk)

lichen Zersiedelung durch sukzessive Verbauung von Fläche.


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Almost Ready /// 2016, Installation

In vielen seiner Arbeiten geht Colin Linde den Fragen nach, wem der

öffentliche Raum gehört und wie er außerhalb der jeweils vorgesehenen

Funktion noch genützt werden kann. Dieser Antrieb kommt nicht von

ungefähr, liegen die Wurzeln seines künstlerischen Schaffens doch im

Graffiti. Seine Installationen arbeiten sich durch den Raum, um schließlich

an zweidimensionale Malereien zu erinnern. „Formsprache aus

der digitalen Kunst und Grafik werden in den dreidimensionalen Raum

transformiert,“ sagt der Künstler selbst. Er interveniert mit Holzlatten

und Lack – mal am Linzer Pfarrplatz, mal in einem Sandplatz des Amsterdamer

Vondelpark. Mal lässt er sie Innenräume einnehmen, mal rahmt

er sie an der Wand. Im öffentlichen Raum will er urbanen BewohnerInnen

Lust machen, sich mit einer überraschenden „Umgestaltung“ oder „Umwidmung“

einer Fläche oder eines Areals auseinanderzusetzen und den

öffentlichen Raum durch aktives Mitgestalten für alle zu beanspruchen.

Für BestOff entwickelt Colin Linde eine Rauminstallation über die weiträumige

Treppe im zweiten Obergeschoß der ehemaligen Großbetriebsprüfung,

ein großformatiges „Gemälde im Raum. (Katharina Edlmair)“

COLIN LINDE


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BARBARA LINDMAYR

Kumulation /// 2015 – 2016, Grafik

In ihren Arbeiten beschäftigt sich Barbara Lindmayr mit Wahrnehmung, Illusion

und Irritation, mit der Wirkung auf den Betrachter und dessen Interaktion,

sowie mit Dimensionen und Einsatz verschiedener Materialien und Techniken

in unkonventioneller Weise. So wirkt etwa die Arbeit „Kumulation“ aus

größerer Entfernung wie eine Malerei oder eine verwischte Kohlezeichnung,

beginnt aber beim Näherkommen immer mehr zu flirren, um sich nach und

nach in einzelne Striche aufzulösen. Je nach Blickwinkel und bei längerer

Betrachtung wirkt die Tuschezeichnung zunächst flach, scheint sich dann zu

bewegen und aus der Wand hervorzutreten. (Barbara Lindmayr)

Mit dem einfachen grafischen Mittel der Linie arbeitet Barbara Lindmayr

schon seit vielen Jahren und verdichtet sie zu wolken- oder netzartigen

Gebilden. Neben Radierungen, einer textilen Übersetzung, haben sich die

Zeichnungen in den öffentlichen Raum erweitert und nicht zuletzt wurde

die mehrlagige Struktur auch zu einer raumgreifenden Installation aus

Obstnetzen ausgedehnt. (Genoveva Rückert)


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Cape Ground /// 2016, Film

Meine filmischen Erkundungen entstehen oft im Modus des Reisens und verweisen in verschiedener Hinsicht auf die zeitliche Wahrnehmung und den

Typus des einsam wandernden Künstlers. Bevorzugt befasse ich mich mit kaum von menschlicher Präsenz gekennzeichneten Randzonen. Oder wie in

meiner neuen Arbeit „Cape Ground“ mit den Ausläufern der Metropole Istanbuls und der Möglichkeit dort anzukommen. Ich verstand meine Reise als

Versuchsaufbau, aus der Ferne zu beobachten und in vermeintlicher Abgeschiedenheit, Spuren des Ankommens in der Landschaft zu suchen. Inspiriert

von der erodierenden Natur, welche in Max Frischs „Der Mensch erscheint im Holozän“ dem geistigen und körperlichen Niedergang des Menschen

gleichgesetzt wird, versuche ich die voneinander abhängigen Faktoren Mensch und Natur in meinen Videoarbeiten neu auszuloten. (Lukas Marxt)

LUKAS MARXT

„Mein Hauptthema“, sagt er, „ist die Wahrnehmung von Zeit. Beim Film ist das besonders dankbar, weil man die Welt in Echtzeit abbilden kann.“ Ausgehend

von der Beschäftigung mit Reisebildern oder abgelegener Natur und einer besonderen Wahrnehmung für die Zeit schafft er einen geradezu magischen visuellen

Sog. „Two Skies“ stellt zwei Einstellungen, aufgenommen von einer Bohrinsel in der norwegischen See aufs Meer hinaus, einander gespiegelt gegenüber.

Die Grenzlinie zwischen Himmel und sichtbarer Erde verdichtet sich in der Mitte zu einem dynamischen Horizont. Wie in vielen seiner Arbeiten lenkt die

Entschleunigung den Blick auf das Detail, die Zeit rückt die „erhabene“ Natur und sprechende Momente in den Blick. (Genoveva Rückert)


SUN LI LIAN OBWEGESER

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My Portfolio Hits /// 2012–2015, Videoinstallation

Sun Li Lian Obwegesers Arbeiten zeichnen sich vielfach durch zufällig sich nicht. Und wenn wir Menschen nicht hinsehen, machen sie ihre Sachen, gehen

entstehende und unbeabsichtigte Zusammenhänge aus, die gerne zu

ihre Wege, singen Lieder, spielen Spiele, sprechen, streiten, kuscheln, fühlen sich

unerwarteten Schlüssen führen. In ihren künstlerischen Arbeiten gelten einsam. Meistens tun sie das in der Nacht, wenn keiner hinsieht, wenn wir unsere

andere Regeln als im Alltag, dadurch werden die verwendeten Alltagsgegenstände

einer inhaltlichen Umwandlung unterzogen. Objekte und Dann macht die Bande was sie will.

Zimmer verlassen, die Werkstatt zusperren. Dann sind die Ateliermäuse alleine.

Installationen sind trotz der Anwendung aleatorischer Prozesse bewusst

gesetzte Kompositionen, Konzepte und Statements.

Sun Li Lian Obwegeser ist eine Künstlerin, die ihre Bande gut sehen und

(Sun Li Lian Obwegeser)

hören kann – und sie drückt auf record wenn ihre Knöpfe, Stecker, Werkzeuge,

Stifte, Zettelchen und Plastikschüsseln aber auch ihre Objekte,

Sie sind alle da – und leben. Die Kabel, die Schachteln, die Lichter, die Deckel, die Texte, Skulpturen und Lieder miteinander eine Experimental-Pop-Disco

Töpfe, die Elektrogeräte, die Gummibänder, die Instrumente, die Decken, die Dustbunnies,

sie haben Töne, sie haben Stimmen, sie kennen einander oder sie kennen make it safely through the night. (Andrea

veranstalten. Dann singt sie mit ihren Ateliermäusen mit. Then they can

Lüth)


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Untitled /// 2015, Skulptur

Opposites and further damages /// 2014, Installation

Oft ist der Ausgangpunkt vieler zunächst rein formal anmutender Arbeiten von Felix Pöchhacker ein gesellschaftspolitisches Thema, das in

Zusammenhang mit „Arbeit“ steht. Es geht aber nie um Illustration und didaktische Übersetzung, sondern darum, das ihm vertraute Milieu

in Fragen des Skulpturalen – Materialität, Display und Körperlichkeit – zu überführen und in eine formale und inhaltliche Abhängigkeit und

dichte Materialisierung zu bringen.

FELIX PÖCHHACKER

Seine Arbeitsmethode besteht darin, das Inhaltliche zunächst durchaus etymologisch zu zerlegen und die unterschiedlichen Bedeutungsebenen

zu sortieren: Dass sich das französische „le travail“ beispielsweise von einem Folterinstrument ableitet oder das Wort Sabotage von

den bekannten Tools (Bremsschuhen) an Bahnanlagen stammt. Die einzelnen Positionen und Teile seiner subtilen Installation ergänzen

sich gegenseitig und ergeben dann wie einzelne Wörter in Summe einen Satz. Die konzeptuelle und formale Strenge seiner Arbeiten spricht

eine Einladung an den Betrachter aus, sich mit diesem Komplex in einer offenen Lesart zu beschäftigen. Wie Felix Pöchhacker meint ist „das

Eigentliche, die ,politische‘ Stärke der Kultur / Bildenden Kunst, dass sie nur im Dialog funktioniert.“ (Genoveva Rückert)


THERESA RADLINGMAIER

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Volumen in Zeit und Raum /// 2015, Künstlerbuch

Theresa Radlingmaier arbeitet als Grafikdesignerin und Art-Direktorin in vermeintlich leere Blatt, seine Opazität und Haptik werden zum Zeichen,

den Bereichen Kultur und Architektur. Ihr Fokus liegt dabei nicht nur in zum Wort und zur Sprache – in der Verräumlichung und Komposition

informierender visueller Kommunikation – ihr Ziel ist es, sinnlich wahrnehmbare

Materialitäten in den Kontexten Zeit, Raum, Sprache und Schrift in Zeit und Raum“ – ein Buch, in dem durch sein Öffnen Raum erschaffen

der (un-)sichtbaren Formen im Papier, ergibt sich die „Schrift“. „Volumen

erfahrbar zu machen. In „Volumen in Zeit und Raum“ untersucht sie das wird; in dem künstlerische, editorische und kuratorische Praktiken inei-

Medium Künstlerbuch als Kunstobjekt, Oberfläche und drei-dimensionales nander übergehen; ein Ort, der mehr ist als ein „zufälliger Behälter“ von

Gebilde für raum-zeitliche Erfahrungen. Unterschiedliche Lesarten und Informationen. Ein Buch, das sich erst unter Bedingung von „Zeit und

Interpretationsräume werden durch eine typografische Inszenierung als Raum“ vollzieht, während man es sich erblättert. (Moritz Pisk)

visuelles und literarisches Ausdrucksmittel sichtbar gemacht. Allein das


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Im Zweifel für den Zweifel /// 2015, Malerei

Malerei als Entscheidung. Jedes Bild ein Ort, an dem alles für den Moment zusammenfindet. Zusammengetragene Erinnerungen, Beobachtungen (verschriftlicht

oder fotografiert), Faszinationen, Befindlichkeiten führen zum Bild. Ein Bestandteil meiner Arbeit ist ein Tagebuch, in dem ich vor, während, nach, oder statt

des Malens schreibe. Einerseits dient es dem Bannen von Unwichtigem, um sich aufs Wesentliche – das Bild – zu konzentrieren, andererseits als verschriftlichte

Ansammlung von Ideen und Gedanken, sowohl Eigenen als auch Fremden verorten, das Hüten der eigenen Verletzlichkeit, das ständige Auftauchen aus inneren

Verstrickungen sowie die Bejahung von etwas Kompliziertem, sind wichtige Elemente meines Denkens und meiner Arbeit. (Marion Reisinger)

MARION REISINGER

In Marion Reisingers Diplomarbeit „Im Zweifel für den Zweifel“ verwebt sie unchronologisch, Auszüge aus ihrem Tagebuch mit ihrer Malpraxis und schafft

ein dichtes Gewebe aus Inspirationen und Bezügen. Nachdem sie zunächst vor allem nach fotografischem Material gearbeitet hat, entstanden Bilder wie nach

einer inneren Landkarte. (Genoveva Rückert)


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NATALIE SCHAUPP

ma – über den Raum zwischen Körper und Kleidung und die Ästhetik des Faltens ///

2015, Objekte / Kleidung

Natalie Schaupp arbeitet interdisziplinär und bewegt sich mit ihren

Projekten im Spannungsfeld von Kunst, Mode und Design. Forschung

und Experimente sind wichtige Bestandteile ihrer Arbeiten, die sich

häufig mit Körper, Raum und dem Wechselspiel zwischen klaren Regeln

und Zufall auseinandersetzen. Bei ihrer Bachelorarbeit beschäftigt sie

sich mit dem Konzept „ma“ (japanisch), welches Raum, Platz, Leere bedeutet.

In der japanischen Kultur geht man davon aus, dass Stoff einen

eigenen Geist besitzt und dieser am Körper mit dem Menschen eine

Wechselbeziehung eingeht. Der Geist des Stoffes führt zu einer Anpassung

des Kleidungsstückes an die Lebensweise des Tragenden. Dieser „ma“

erzeugt etwas Einzigartiges, Persönliches und Individuelles, eine eigene

Form. Ausgehend davon entwarf Natalie Schaupp sechs Kleidungsstücke,

welche lediglich aus Grundformen bestehen und ungetragen flach sind.

Erst in Kombination mit dem Körper entfalten sie ihre Dreidimensionalität:

es entstehen Skulpturen am Körper. (Natalie Schaupp)


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Mapping Design – Eine Entwurfsmethode /// 2015, Rauminstallation / Entwurfsmodelle

Zentrale Themen meiner künstlerischen Auseinandersetzung sind Körper, Raum, Ort, Design, Struktur, Konstruktion, Architektur und die Rolle des

Menschen in Bezug darauf. So verknüpft meine Masterarbeit MAPPING DESIGN Ansätze von Wissenschaft und Design und zeigt neue, interdisziplinäre

Designstrategien auf. Anhand eines mathematischen Systems wird ein Kubus in Hüllen und Behausungen für den menschlichen Körper zerteilt. Neben

Bekleidungshüllen können Architekturen, Gebäude, Ein-Personen-Räume oder Räume für viele Menschen geschaffen werden. Öffnungen deuten den

Anwendungskontext an. Die entstandenen Hüllen sind potenzielle Orte, Abgrenzungen im Raum. Sie sind Behausungen und können bewohnt werden.

Sie sind vernetzt und bilden Nachbarschaften. Ihre Zugehörigkeit ist ihnen eingeschrieben, trotzdem stehen die einzelnen Hüllen für sich. Gemeinsam

bilden sie ein Ganzes, ein großes Gefüge. Aus der Ferne betrachtet werden sie als Landschaft wahrnehmbar; erinnern an urbanen Raum, an Stadt und

bilden den Zeitgeist ab. Im Lauf der Zeit wechseln sie ihren Standort, legen Wege zurück, können zusammengebaut werden oder zerfallen. Diese Körper

sind utopische Räume, beziehen zeitliche Prozesse mit ein und stehen für die Zukunft. (Doris Schuhmann)

DORIS SCHUHMANN


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PIA STELZER

Eitthvað um vatn /// 2013 – 2015, Fotomagazin

Pia Stelzer arbeitet vordergründig mit dem Medium Fotografie. Ihre Werke zeigen großteils Landschaften, die minimalistische Züge aufweisen. Dezente

Farbgebung soll den Fokus des Betrachters/der Betrachterin auf das Wesentliche lenken. Reduktion stellt sich auch über die Motive ihrer Alltags-Fotografie

ein: Bildausschnitte, Fragmente, Objekte, Lichtsituationen; die offene Bildgestaltung soll genügend Raum für eigene Gedanken und Interpretationen lassen.

Das Fotomagazin „Eitthvað um vatn“ ist eine Kombination aus zwei Projekten: einer Fotoserie über isländische Bäder und einem Buch mit Traumnotizen.

Die Fotografien zeigen Bilder von Badeplätzen und Schwimmbädern, die in Island durch die Vielzahl an geothermalen Quellen zahlreich vorhanden und

fest verankerte soziale Treffpunkte der isländischen Bevölkerung sind. Durch außergewöhnliche Architektur und deren Einbettung in die Landschaft

Islands machen die Bäder oft den Eindruck, als wären sie einer Traumwelt entsprungen. Pia Stelzer stellt den Fotografien ihre Isländisch/Deutsch übersetzten

Traumnotizen gegenüber, die sie in der Zeit der Konzeption, Entstehung und Weiterverarbeitung ihrer Fotografien niedergeschrieben hat. (Pia Stelzer)


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Unter der Haut /// 2015, 5-teilige Serie von Zeichnungen

Im Arbeitsfokus stehen vor allem Grafiken. Besonderes Interesse gilt der Gefahrenpotential evaluiert wird. Der emotionale freie Fall. Der

Verschränkung analoger und digitaler Techniken, welche oftmals experi- kalte Schauer. Der steigende Puls. Gestaltungsmittel des Film Noir

mentell, prozesshaft eingesetzt werden. Ausgangspunkte sind zumeist werden aufgegriffen um Melancholie, Entfremdung, Ambiguität,

repetitive Muster und Satzfragmente, die in verschiedenen Medien, wie Unsicherheit, Ernüchterung, Desillusionierung, Verzweiflung und

Zeichnung oder Animation, verarbeitet werden. Ein Beispiel bietet das Paranoia grafisch und verbal in Szene zu setzen. Sätze verun-

Musikvideo „The Night“ der Band „Back to Felicity“, für das Ilona Stuetz sichern Grafik, Grafik verunsichert Sätze. Zusammen verunsichern

Illustrationen gestaltet hat. Die Serie „Unter der Haut“ nimmt Bezug auf sie RezipientInnen: Was entscheidet über Gefahrenpotentiale und

den Film „Under The Skin“ (2013) von Jonathan Glazer. Sie ist eine An- Anlässe sich zu fürchten? (Ilona Stuetz)

näherung an den Moment kurz bevor eine Situation und deren mögliches

ILONA STUETZ


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FELIX-BENEDIKT STURM

Échelon /// 2015, Installation / Flachbettscanner

Felix-Benedikt Sturm arbeitet formal und inhaltlich mit minimalen Mitteln.

Er entwickelt sein Werk um Wahrnehmungsschwellen und in der

Auseinandersetzung mit Codes und deren Systematik und Lesbarkeit.

Es geht darum wie diese Regeln den Raum – und seine sozialen, virtuellen

und physischen Eigenheiten – herstellen, formen und beeinflussen.

Dafür findet er formale installative Lösungen aber auch konzeptuelle

fotografische Umsetzungen. Basierend auf der Auseinandersetzung mit

den praktischen und politischen Gegebenheiten der Generierung und

Sammlung von Daten entwickelte Felix Sturm seine Diplomarbeit. Die

aus Flachbettscannern bestehende Installation „Échelon“, verweist

durch die Arbeitsgeräusche, die sich bewegenden Lichtleisten, das automatisierte

Streben nach einer nicht erreichbaren Synchronität, abstrakt

auf den Entstehungsprozess von Bildern. Die stetig gescannten Bilder

sammeln sich als Potential, oder schlicht als Datenmenge und können

unter www.echelon-project.net eingesehen werden.

„Intersection“, eine neue, aus mehreren permanent auf Rot geschalteten

Ampeln bestehende Installation, entstand in der Auseinandersetzung

mit gesellschaftlichen Konventionen und deren Auswirkung auf Raum.

Sie versteht sich als Frage, inwiefern das aus dem Kontext des Straßenverkehrs

genommene Signal als Geh- und Fahrverbot auch im Ausstellungskontext

seine Gültigkeit behält und wie sich dieses sich auf unsere

Raumwahrnehmung und -Nutzung auswirkt.

(Genoveva Rückert & Felix Sturm)


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Before and After /// 2014 – ongoing, Fotoinstallation

Um seine künstlerischen Arbeiten zu schaffen, bedient sich Stefan

schiedenen Städten (Stockholm, Seoul, Linz, Graz, Singapur, Hong

Tiefengraber verschiedener Techniken, von Digital- und Social-Media Kong, Teheran, Hiroshima ...). Der Künstler sammelt diese Transitbasierenden

Arbeiten, zu Audio/Video Noise-Performances, sowie

räume mit seiner analogen Schwarzweiss Kamera auf seinen Reisen

Experimentalvideos. Einerseits lässt Tiefengraber RezipientInnen

in verschiedene Länder und stellt so eine Verbindung zwischen den

durch Interaktion oder die Erzeugung eines Erlebnisses, Teil des Kunstwerkes

werden. Andererseits benutzt er Video und Sound um statische

Orten untereinander und dem Ausstellungsort her.

oder sehr langsame Sequenzen zu schaffen, um Zeit und die Möglich- Die Abbildungen zeigen Portraits des Seins und Werdens, Augenkeit

zu geben, zu Beobachten und in das Geschehen oder Nicht-Ge-

blicke die dazwischen liegen und vieles offen lassen, was noch

schehen einzutauchen. Dies lässt sich auch in der Arbeit‚ „Before and kommen wird. Diese Momente interessieren den Künstler, der sie

After“ wieder finden. Eine auf A3 Papier in schwarz/weiß gedruckte fotografisch festhält. (Stefan Tiefengraber)

Fotoserie, bestehend aus mehr als 130 unterschiedlichen Fotografien,

die solange kopiert werden, bis sie alle Wände des Raums bedecken.

Die Fotoserie dokumentiert leerstehende Geschäftslokale in 23 ver-

STEFAN TIEFENGRABER


VILDAN TURALIĆ

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mármaros x /// 2015, Videoprojektion

Für die Realisierung und Darstellung meiner Arbeiten bediene ich mich

der Medien Fotografie, Video, Projektion, arbeite ortsbezogen, installativ

sowie plastisch. Ich interessiere mich für Transformationsprozesse.

Dabei entstehen ästhetische Verschiebungen, welche sich im Spannungsfeld

von Vergänglichkeit (Zeit), Natur (Verhältnissen), Architektur

(Raum) verorten lassen. Fragmentierung, Neuordnung, Synthese und

Inszenierung von Bestehendem, Material, Bild, Raum sind bevorzugte

Visualisierungsmethoden und Stilmittel.

In mármaros x werden Ausschnitte digitalisierter Röntgenbilder

von Innen nach Außen projiziert. Das Ausgangsmaterial

offenbart sich nicht unmittelbar; der Übergang von einem Bild

zum nächsten vollzieht sich schleichend. mármaros x ist ortsungebunden,

arbeitet jedoch mit vorhandener Gebäudestruktur.

Fenster, Türrahmen, im weitesten Sinne Licht-Öffnungen

gestalten das Erscheinungsbild der Installation. (Vildan Turalić)


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Super Toboggan /// 2015, Skulpturen

Mein unmittelbares Lebensumfeld bildet die Basis meines künstlerischen Arbeitens. Im Zentrum meiner künstlerischen Auseinandersetzung stehen

Themen aus der Alltagskultur. Ausgangspunkt für meine künstlerischen Interventionen sind neuralgische Punkte im öffentlichen Raum – „abgelegte Orte“

oder Räume und Raumfragmente. Für die Umsetzung der Arbeiten verwende ich das Medium der Fotografie und vielfältige Materialen. (Maria Venzl)

MARIA VENZL

Ausgehend von der Recherche über ein „Aqualand“ in Italien, das nie eröffnet wurde, entsteht ein Denkmal für das Versprechen eines Ortes, das nicht

eingelöst wurde. Die für Maria Venzl eindrücklichsten Objekte wurden durch Reduktion und Fragmentierung zu eigenständigen Skulpturen, die „zwischen

Funktion und Dysfunktion changieren“. Die Arbeit ist eine vielschichtige und komplexe künstlerische Auseinandersetzung mit einem Unort, seiner

abstrakten Möglichkeitsform und ihrer künstlerische Überführung in ein skulpturales Arrangement. (Genoveva Rückert)


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JULIA VOGT

Stillleben mit Laptop /// 2013, Fotografie

sun /// 2013, Fotografie

Auch wenn ich in der Umsetzung meiner Arbeiten immer wieder auf das

Medium der Fotografie zurückgreife, fließen bildhauerische Ansätze

oder Referenzen an die Malerei mit ein. Die Inszenierung stellt dabei ein

wiederkehrendes Element dar. Diese kann ganz offensichtlich stattfinden,

dann wieder versuche ich Wahrnehmungen durch subtile Eingriffe für

andere fassbarer zu machen. Dabei können die Fotografien auch selbst

Teil der Inszenierung werden, indem ich sie installativ integriere. Ausgangspunkte

sind gedankliche, soziale und politische Räume, Literatur

oder andere künstlerische Positionen. (Julia Vogt)

„sun“ zeigt einen inszenierten Sonnenaufgang oder -untergang, erzeugt

durch eine in der Überbelichtung nicht mehr erkennbare Lampe. Dominant

erscheint das digitale Leuchten des Bildschirms mit der Abbildung

des „Bücherstilllebens“, 1628 von Jan Davidsz. de Heem auf Wikipedia,

– während in „Stillleben mit Laptop“ die Materialien auf Julia Vogts

Schreibtisch lose danach arrangiert sind. Eine Wandinstallation verweist

auf ein ehemaliges Flüchtlingsheim in der Lunzerstraße, am Stadtrand

von Linz. Vorhandene Regale wurden zu Rahmen für die Fotografien, die

gemeinsam mit Resten des Mobiliars auf den Kontext verweisen.

Die jüngste Fotografie bezieht sich auf Thomas Bernhards Roman

„Korrektur“. Die festgehaltene Umdrehung, bezieht sich ebenso wie die

Notizen im Hintergrund auf die Erzählung vom Bau eines bewohnbaren

Kegels, während sich der Protagonist, gedanklich „verbohrt“ und dabei

immer wieder um sich selbst kreist. (Genoveva Rückert & Julia Vogt)


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and now do something nonperformative /// 2015, Objekt / Spiegelfolie auf Glasspiegel

Self Portrait, Andy Warhol 1978 […] /// 2015, Siebdruck

Eine Karte der Erde wurde ihres Inhalts entleert, so dass nur jene imaginären

Linien zu sehen sind, welche vom menschlichen Wunsch zeugen,

die gesamte Erdoberfläche auf einem Papierbogen abzubilden: Wo ist das

„Hier“ innerhalb dieser vertraut wirkenden, bei näherer Betrachtung aber

fragwürdigen Ordnungsstruktur?

Die spiegelnde und dadurch erst auf den zweiten Blick erkennbare Aufforderung

„and now do something nonperformative“ auf einem menschengroßen

Spiegel, lässt die Lesenden davor einen gängigen und beliebten

Begriff der Kunstwelt unmittelbar hinterfragen: Ist es überhaupt möglich,

„nicht-performativ“ zu agieren?

Wie der Titel des siebgedruckten dreifachen Selbstportraits in der Rolle

von Andy Warhol erahnen lässt, wurden dessen wesentliche künstlerische

Entscheidungen übernommen, Vervielfältigungsprozesse dadurch auch

über Technik und Motiv hinausgehend thematisiert: Um wessen Werk

handelt es sich?

Ich beschäftige mich vorwiegend mit dem menschlichen Körper und

seiner vielseitigen Rolle in der Kunstproduktion. Dieses weite Themenfeld

betreffende Fragestellungen, sowie konkrete Bezüge zur Kunst anderer,

dienen immer wieder als inhaltliche Ausgangspunkte für intensive Rechercheprozesse.

Die daraus entstehenden Arbeiten reflektieren fortlaufend

aber auch mein eigenes Tun, in welchem dreidimensionale und performative

Elemente einander oftmals ablösen. (David Wittinghofer)

DAVID WITTINGHOFER


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KURATOR /// Wilhelm Schwind


VICTORIA BERGER, TANJA KRISTAN

Routine /// 2015, Video / Stop-Motion

Routine ist ein gemeinsames Projekt von Victoria Berger und Tanja Kristan. Geboren in Russland, aufgewachsen in Deutschland und als österreichische

und französische Studentin, hat Victoria Berger nicht nur verschiedene kulturelle Erfahrungen sammeln können, sondern auch verschiedenste Ansatzweisen

und Techniken erlernt. Schon als Kind riss sie ihrem Vater die Kamera aus der Hand, weil sie der Meinung war, dass genau dieses Motiv so

ungewöhnlich war, dass es fotografiert werden musste. Mit einer gesunden Portion an Phantasie beschäftigte sie sich mit der realgetreuen Wiedergabe

der Fotografie. Mit ihr konnte sie surrealistische Welten erzeugen oder den Dingen, denen keiner mehr Beachtung schenkte, Magie verleihen.

(Victoria Berger)

Tanja Kristan ist eine österreichische Stop-Motion-Animatorin, die das Glück hatte in Bristol hautnah mit der britischen Stop-Motion Szene in Kontakt

zu treten. Ihr künstlerisches Schaffen setzt sich mit Comics, Videogames und Animationen auseinander. Die Zeichnung, wie auch das Modellieren sind

wichtige Bestandteile ihrer Arbeit, aber noch wichtiger ist ihr das Hinterfragen der Norm. Egal wie unwichtig die Fragen zuerst erscheinen mögen,

treiben sie sie dennoch immer weiter. (Tanja Kristan)

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widedarkspace /// 2015, Video

Fotografie, Video und Sound als poetische Instrumente der Welterfahrung

wirken durch ihren direkten Zugang. Die Aufnahme fängt die

Welt in ihrer Flüchtigkeit ein. Die Faszination des Experimentierens

mit analogen und digitalen Medien steht bei Margit Maria Anna Erber

im Vordergrund, Erkenntnisse aus Medienkultur und Kunsttheorie

werden in ihre Kunst miteinbezogen. In gegenseitiger Beeinflussung

optischer oder akustischer Aspekte, als Elemente der zeitbasierten

Medien, entstehen oszillierende, rhythmische und kontrastreiche

Bild- und Ton-Choreografien. Vorgänge des Wahrnehmens, Erinnerns

und Träumens, der Innen- und Außenwelt verschmelzen zu Fantasie,

ein Grundelement ihrer künstlerischen Arbeit. Multimediale Adaptionen

und hybride Formen bestimmen die Eigenart ihrer Werke.

Die Monitorinstallation „widedarkspace“ zeigt ein Kontinuum – Zusammenhängendes

– im Loop. Mit „Slit-scan“ Technik sind 360° Panoramabilder

entstanden, die Helsinki bei Nacht zeigen. Gleichzeitig auftretende,

aber zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommene Bilderscheinungen,

erscheinen deformiert, die Einbettung ins Stadtgefüge vermitteln Standortkoordinaten

und eine Soundcollage aus „Field Recordings“ der Umgebung.

(Margit Maria Anna Erber)

MARGIT MARIA ANNA ERBER


JULIAN FEICHTINGER

about the hands /// 2015, Film

Julian Feichtinger arbeitet in unterschiedlichen Medien. Ein wiederkehrendes Element in seinen Arbeiten ist das Material Metall, sowie die Fotografie,

die er digital und analog experimentell bearbeitet.

Kunst ist für ihn nicht nur das schöpferisch Schöne, sondern vielmehr noch eine konstante Konversation mit dem eigenen Wesen. Die geformten

Medien modellieren, richten und leiten oft intensiver als ein enger Vertrauter. Eine Therapie auf Leben. Kunst gibt der Komplexität unserer Psychologie

eine Ausdrucksform die durch Sprache nicht erreichbar ist. (Julian Feichtinger)

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15 Jahre und keine Antwort /// 2015, Video / Dokumentation

Gita Ferlin lebt und arbeitet als Medienkünstlerin und Videojournalistin

in Linz. Ihr Ausdrucksmittel ist der Dokumentarfilm. Mit der Kamera

fängt sie das Alltägliche ein und macht es durch ihren Blick zu etwas

Besonderem. Dem Unscheinbaren eine Bühne verleihen und der künstlerischen

Tragweite immer bewusst sein. Der Debütfilm „15 Jahre und

keine Antwort“ beleuchtet einen wichtigen Aspekt der Flüchtlingssituation.

Ihre neutralen Einstellungen aus der Beobachterperspektive und die

männliche Erzählerstimme aus dem Off, zeigen nüchtern wovon die Arbeit

handelt – von einem menschlichen Schicksal das hinter jeder bürokratischen

Entscheidung steht. Stiegenhaus, Korridor und Räume wirken

kühl, einsam, eng und lassen temporäres Wohnen mit Asylstatus zu einer

permanenten menschlichen Existenz werden. Verblichene Portraits von

Familienangehörigen werden für die BesucherInnen zu Ankerpunkten in

einer beklemmenden 7-minütigen Atmosphäre. (Alexander Schwarz)

GITA FERLIN


Crossing Borders /// 2015, Film

Đejmi Hadrović is a multimedia artist who mainly works with photography, video, installations and performance. She is born to Muslim parents,

therefore her cultural heritage has left an impact on her habitus and influenced, her artistic work, which wants to break perception of stereotypes,

tradition and prejudice. (Đejmi Hadrović)

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DEJMI HADROVIĆ


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Hinterland „Föh am Plotz“ /// 2015, Musikvideo

„FÖH AM PLOTZ“ von Hinterland entstand im März 2015. Das Video

zeigt in sehr abstrahierter Form, unterstützend zum Text, die Suche nach

dem eigenen Platz in der Gesellschaft und wirft die Frage auf, ob man

in Zeiten von „Pegida“ überhaupt Teil der Gesellschaft sein möchte. Das

Video setzt sich prinzipiell aus zwei Ebenen zusammen. Zum einen aus

klinisch leeren Räumen, in denen die Protagonisten jeweils einzeln ihren

Text performen, während draußen der Tag an ihnen vorbeizieht (Stopmotion-Animationen).

Andererseits aus Plätzen im urbanen Raum, mit

unterschiedlichen gesellschaftlichen Personengruppen, die starr in

die Kamera blicken. Die Hintergründe dieser Orte bilden verschiedene

Muster in Anlehnung an die Textzeile „In eure Muster und Schablonen…“

die sich im Refrain wiederholt. (Felix Huber, Manuel Knoflach)

FELIX HUBER, MANUEL KNOFLACH


Von Ilse ganz zu schweigen /// 2014/15, Film

„Der Film hat seine Jugend eingebüßt“ – sagt Jean-Luc Godard. Jens Höffken gibt dem Film ein Stück davon zurück. Indem er frühe Ausdrucksformen

des Mediums in all ihrer Unverbrauchtheit für sich reklamiert. Ohne dabei nostalgisch zu werden. (Jens Höffken)

In einer Mischform aus Dokumentation und Collage portraitiert der Film „Von Ilse ganz zu schweigen“ deutsche Nachkriegsliteratur über die „Gruppe

47“ und schafft eine Liebeserklärung an die Literaturkritik. Der letzte „Roman-Fleuve des 21. Jahrhunderts“ verdichtet das von Marcel Proust exemplifizierte

literarische Genre – zur umfassenden Beschreibung seiner Zeit – auf den Verlust ihrer Aus-drucks-Möglichkeit auf drei Blättern Toiletten-Papier.

Für all seine Filme und auch Textarbeiten ist Jens Höffken auf der Jagd nach kleinen Geschichten und Anekdoten. Literarische und historische Bezüge

werden dann leichtfüßig umgeformt, Fiktion und Realität anekdotisch collagiert, Geschichten über Randfiguren erzählt. Die Resultate seiner Aneignung

zeugen von „Eigensinn“ und vor allem aber Poesie. Mit Charme und subtilem Witz setzt sich Jens Höffken über starre Formen, Ernst der Vorbilder,

sei es aus filmischer und literarischer Avantgarde oder konkreter Poesie, hinweg. Er schafft zwischen den gegensätzlichen literarischen Formen

– der wortgewaltigen Zuspitzung eines Essays und der Reduktion eines Gedichts – seine außergewöhnlich empfindsamen Essayfilme, Textarbeiten und

Performance-Lesungen. „Die Lyrik lebt von jedem Wort, das man nicht schreibt, erkannte einmal Reich-Ranicki. Es geht um die Zwischentöne, es geht

darum, was da nicht geschrieben steht. Es ist eine Umkehrung des Informationsprinzips, man will keine Information geben, sondern weglassen. Die

Leerstellen und Lücken machen die Schönheit des Gedichtes aus.“ (Genoveva Rückert)

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JENS HÖFFKEN


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Feelings /// 2015, Musikvideo

Ein anfangs minimalistisches Musikvideo entfaltet sich zu einer visuellen

Achterbahnfahrt zwischen Asphalt und Tanzperformance. Zwischen Hektik

und Ausgewogenheit. Zwischen Zivilisation und Natur. Angefangen

hat alles mit einer Aufnahme durch die Windschutzscheibe eines Autos,

wo Kensee versucht hat einen nebeligen November-Morgen einzufangen.

Da die reine Spiegelung und Beschleunigung des Video-Materials, sowie

die Atmosphäre nicht genug waren, kam die Idee einer Tanzperformance,

wo Performance-Künstlerin „Aga Pedziwiatr“, improvisiert oder choreografiert,

durch die Musik Ausdruck fand und dem Video einen Kontrast

verlieh. Kensee hat für sein drittes Solo-Album mit dem Titel „Mind Sex“,

wiederholt die Rolle des Creative Directors eingenommen und neben

der Musikproduktion und dem Artwork, Konzepte für insgesamt sieben

Musikvideos entwickelt. Alle so bunt wie das Album selbst, welches

zum Großteil instrumentell ist, aber auch Rap-Kollaborationen beinhaltet.

Klassische HipHop-Beats verschmelzen hier mit einer Vielfalt

von Genres wie Dub, Soul, Jazz oder diversen Electronica. (Kensee)

Performance, Choreografie & Garderobe: Aga Pedziwiatr

Musik, Regie & Post-Produktion: Kensee

KENSEE


So me ft. COBANE /// 2015, Musikvideo

2015 besuchte Kensee zum zweiten Mal das „Schmiede Festival“ in Hallein/

Salzburg. Von den Veranstaltern als „Spielplatz der Ideen“ betitelt, ist die

Schmiede ein einzigartiger Ort um mit KünstlerInnen aus der ganzen Welt

ins Gespräch zu kommen, gemeinsam zu produzieren oder einfach zu

beobachten und sich inspirieren zu lassen. Eine magische Mischung aus

Festival und Workshop, eine isolierte kleine Welt in einem großen, zum

Träumen anregenden Gebäude. Nicht umsonst wird es von den Besuchern

als deren „beste Zeit des Jahres“ angesehen. Da Kensee diesmal seine Kamera

mit dabei hatte, wollte er die Atmosphäre und vor allem die Location

– ein altes Saline-Gebäude – einfangen. Zusammen mit dem Londoner

Rapper „co8ane“ entstand das Video zum gemeinsamen Track, welches vor

Ort entstandene Skulpturen und Malereien diverser KünstlerInnnen aus

Frankreich, Indien, Österreich oder Slowenien zeigt und einige Künstler-

Innen selbst. Der Rap von „CO8ANE“ ist dabei eine Mischung aus Selbstreflexion

und Ego-Trip. Kensee hat für sein drittes Solo-Album mit dem

Titel „Mind Sex“, wiederholt die Rolle des Creative Directors eingenommen

und neben der Musikproduktion und dem Artwork, Konzepte für

insgesamt sieben Musikvideos entwickelt. Alle so bunt wie das Album

selbst, welches zum Großteil instrumentell ist, aber auch Rap-Kollaborationen

beinhaltet. Klassische HipHop-Beats verschmelzen hier mit einer

Vielfalt von Genres wie Dub, Soul, Jazz oder diversen Electronica. (Kensee)

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KENSEE


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Left /// 2015, Film / Zeichentrick-Animation

Left, left-handed, left side, somebody left, something is missing and only

leftovers are still there. Links, Linkshändler, linke/zurückgelassene Seite,

jemand geht, etwas fehlt und nur Reste bleiben.

Tanja Kristan arbeitet mit Animationen, sie zeichnet und modelliert

Puppen, analog wie digital. Ihre Werke, wie Left, sind von einem großen

Themenfeld gefangen – was tun, wenn Frau das andere tut, nicht das

was alle erwarten? Sie stellt Fragen, auch wenn viele meinen sie stelle

zu viele Fragen, so sind es doch nie genug. Es ist eine Erfahrung, die

sie das ganze Leben weitertreibt, ab und zu werden ausgetretene Pfade

betreten nur um weiter zu fragen. Manche Fragen sind klein, manche

albern, manche unausweichlich, doch alle sind wichtig.

Wieso ist die Frage „Warum Animation?“ so präsent. Warum nicht Animation?

Wieso tust du dir die Mühe an? Warum tust du dir die Mühe

nicht an? Beidhändige Zeichnerin und Animatorin (nachdem Left nur

der rechte Beginn ist) die plant, sich auch mit ihrer nicht Zeichenhand

weiter in den Animationsbereich zu wagen. Sie spielt gerne mit Worten

und Bezeichnungen, weil sie das größte Spielfeld sind, in dem wir

andere zu oft gar nicht verstehen wollen. (Tanja Kristan)

TANJA KRISTAN


Darwin geht baden /// 2015, Animationsfilm

Melanie Ludwig schwimmt zwischen den Medien. Wie ihre Wasserwesen

ist sie auf der Suche nach Transformation und Diversität. Im Moment interessiert

sie sich für die Wechselwirkung von gesellschaftlichen Entwicklungen

und dem Sexualverhalten von Metabionta. Sie ist eine Malerin die

selten malt, zur Filmkamera greift, sich gern auf Performatives einlässt,

um dann doch wieder zur Zeichnung zurück zu kehren. (Melanie Ludwig)

Musik: WALSER

Kurt Istler: chapman stick, flutes, voices

Dieter Kienast: mey, celesta, voices

Erik Mayer: modular, synthesizer, voices

René Rosar: drums, udu, flutes, harps, voices

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MELANIE LUDWIG


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Linz /// 2015, Experimentalfilm

Der Autor setzt sich mit dem Thema Imagefilm als Kunstwerk auseinander, dabei legt er viel Wert auf zeitgenössische und innovative filmische sowie

technische Formen, deren Einsatz und Zusammenschluss in einem Film. Ein wesentlicher Punkt ist gleichzeitig der Tonebene zugewiesen, wo einerseits

mit Umgebungsgeräuschen und andererseits mit homogener Musiksequenz, Effekten sowie Passagen aus der klassischen Musik eine stimmungsvolle

Atmosphäre erzeugt wird. Mit jeder Perspektive verbringt der Autor manchmal bis zu 24 Stunden vor der Kamera, was die Szenen von „Nacht am Tag“

ermöglicht. (Alexej Sigalov)

ALEXEJ SIGALOV


SABRINA MARIA STOCKNER

A Pure State of Mind /// 2014, Kurzfilm

Geleitet von einem Grundkonzept, eine Verbindung zwischen den Gedanken

und dem Gefühl als ästhetischen Leitfaden zu erarbeiten, liegt

der Fokus bei Sabrina Maria Stockner im Storytelling. In ihrer Aufgabe

als Creative Director und Filmemacherin, widmet die Künstlerin ihre

Aufmerksamkeit den narrativ-experimentellen und konventionellen

Erzählformen, sowie und vor allem den subtilen, archetyp-ähnlichen

und emotionalen Gefühlszuständen, die uns Menschen dazu bewegen,

etwas zu bewegen oder im Stillen zu verweilen. Bereits mit ihrem

Treatment zur ersten narrativ-filmischen Arbeit wurde Sabrina Maria

Stockner 2012 zum österreichweiten spec_script Award nominiert.

2014 erhielt sie die Einladung gemeinsam mit Helmut Geissler und

dreizehn weiteren Filmtalenten zum talent-campus des Internationalen

Filmfestivals Innsbruck. A Pure State of Mind lief auf sechs Festivals,

darunter Crossing Europe Filmfestival, back_up Weimar, FSFF in Starnberg,

Cannes Court Métrage…

Die Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen im filmischen Erzählen & Drehbuchschreiben

– auch für Werbefilme, im Content Marketing und der

UX-Customer Journey und im Creative Entrepreneurship.

(Sabrina Maria Stockner)

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Gestern, Heute, Morgen /// 2015, Film

Die Arbeit ist im Zuge der Zulassungsprüfung für das Bachelorstudium

Zeitbasierte und Interaktive Medien, im Sommer 2015 entstanden. Das

Zentrale Objekt sollte eine Gratiszeitung wie „Heute“ oder „Österreich“

sein. Die Aussage des Films, sich mit Boulevardjournalismus dahingehend

auseinander zu setzen, indem man die geschürten Vorurteile selbst

prüft und für sich bewertet, mündet in einem klaren politischen Statement

des Filmmachers. Dominik Thaller arbeitet neben dem Studium in

seiner Rolle als Obmann des Vereins „Arbeitsgemeinschaft Tribüne ohne

Rassismus“, einer Faninitiative des „FC Blau Weiß Linz“ eng mit dem Verein

„SOS Menschenrechte“ bzw. dem Flüchtlingswohnheim Rudolfstraße

zusammen. Die Idee zu dem Film basiert auf dieser Zusammenarbeit.

(Dominik Thaller)

DOMINIK THALLER


ANGELIKA WONISCH

MATA /// 2014/2015, Film

MATA {lat. Mutter, Schöpferin, Ursprung} ist mein ganz persönlicher Unterwasserfilm der Gegensätze und der Weiblichkeit: „Wasser und Erde“, „Mutter

Erde und Mensch“, „Traum und Realität“, „Mutter und Tochter“, „oben und unten“, „______und______“. Zwei Frauen, die mir nahe stehen, verkörpern

jede für sich ein eigenes Universum, eine Vollkommenheit mit all ihren Widersprüchen. Die tragende Schicht aus Wasser lässt ein Schweben entstehen,

das mich interessiert. Ich hebe physikalische Kräfte auf und will die Welt anders sehen. (Angelika Wonisch)

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Untitled Love /// 2015, Film

Zu Beginn ist die Idee. Meine Arbeit ist als interdisziplinär und/oder

multimedial zu beschreiben, dabei steht der Prozess des Schaffens als

wesentlicher Fokus im Vordergrund. Die Beschränkung auf nur eine

künstlerische Ausdrucksweise ist mir zu wenig, meine Projekte sind im

Bereich Video, Film, Dokumentation, Animation, Plastik, Installation

und dazwischen angesiedelt. Meine Arbeiten beschreiben den Alltag,

die Stadt, Menschen und meine Herkunft. Die oft persönliche Narrative

der Arbeiten ist immer eine Gegenüberstellung von privat und öffentlich.

Veranschaulicht werden dabei gesellschaftliche Schemata, die auf

emotionaler Ebene ansprechen und anregen, Fragen aufwerfen aber nicht

beantworten. (Sarah Youssef)

SARAH YOUSSEF


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VICTORIA BERGER /// Zeitbasierte Medien

* 1990 in Samara/RUS, lebt und arbeitet in Linz

www.sidorowdesign.wordpress.com

Routine, 2015

Video, Stop-Motion, 04:44 min

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MARTIN BISCHOF /// Bildende Kunst / Malerei & Grafik / Kulturwissenschaft

* 1979 in Bludenz, lebt und arbeitet in Wien

2015 Studienabschluss Bildende Kunst / Malerei & Grafik bei Ursula Hübner, seit 2013 Studium Bildende Kunst / Kulturwissenschaften

martin.bischof@ufg.at

Ich habe mich gegen mich entschieden, seit 2014 fortlaufend

Malerei, Skulptur und Installation

Öl auf Leinwand, diverse Größen

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MARIA BICHLER /// Plastische Konzeptionen / Keramik

* 1989 in Schwaz, lebt und arbeitet in Linz und Maurach am Achensee

seit 2009 Studium Plastische Konzeptionen / Keramik, 2013–2014 Studienzweig Art in Context, Universität der Künste Berlin (Erasmus)

kontakt@mariabichler.at /// www.mariabichler.at

BEST OFF 2015, 2016

Ausstellungsformat und Rauminstallation /// Foto: Eva-Maria Zangerle

Situation #3, 2014

Rauminstallation

Butter, Glühbirne, Sockel, Wanne, Motor, 45 x 45 x 300 cm /// Foto: Ulrich Lantzberg

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JANINA BISKAMP /// Architektur

* 1989 in Fulda/DE, lebt und arbeitet in Linz

2008–2009 Studium Architektur FH Regensburg/DE, Studium Architektur Kunstuniversität Linz

seit 2013 Planerin Architekturbüro Arkade

janina.biskamp@ufg.at

Blick über den Kirchturm, Sakralbauten als Teil des öffentlichen Raums, 2015

wissenschaftliche Arbeit mit theoretischem und praktischem Teil

Buch: 23 x 17 cm, Modell 1: ca. 30 x 25 cm, Modell 2: ca. 120 x 90 cm, Collage: variabel /// Foto: Philipp Steiner

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STEFAN BRANDMAYR /// Bildende Kunst / Bildhauerei - transmedialer Raum

* 1978 in Linz, lebt und arbeitet in Linz

www.stefanbrandmayr.net

Wild Card (Kombinat Philobat), 2016

Installation mehrerer Arbeiten, u. a.:

Flora drei Sinus, 2015

Skulptur, aus der dreiteiligen Serie „Formen Inc“

MDF lackiert, Edelstahl, Corian, 180 x 89 x 63 cm /// Foto: Stefan Lux

Chuck Norris, 2016

Objekt

Stahl, Rost, Rollen, MDF lackiert, Werkzeug, Knochen, 85 x 112 x 58 cm

Nobody calls me chicken, 2015

Objekt

rohes Ei, Nagel, 7 x 4 x 7 cm

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ROMANA BUND /// Medienkultur- und Kunsttheorien

* 1991 in Graz, lebt und arbeitet in Linz

Studium der Philosophie und Germanistik an der Universität Graz, seit 2013 das Masterstudium Medienkultur- und

Kunsttheorien an der Kunstuniversität Linz.

romana.bund@ufg.at

MKKT-Panel auf der Tagung „Kicking Images. Bilderpolitiken – sexualisierte Gewalt – Interventionen“, 6. – 8.05.2015, Kunstuniversität Linz

vier wissenschaftliche Vorträge, eine Audio-Intervention

INTERMEZZO #1: listen with pain!, 2015 (mit Moritz Pisk)

Audioinstallation,

Sound, Stereo, 03:05 min


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DORIS BUJATTI /// textil . kunst . design

* 1988 in Wien, lebt und arbeitet in Wien und Linz

studiert seit 2014 an der Kunstuniversität Linz und seit 2012 an der Universität für angewandte Kunst, Wien

doris.bujatti@ufg.at

Parkettboden für Arme, 2010

Textiles Objekt,

Quilt aus Jute, Ed. 2/3, 140 x 220 cm

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MARGIT MARIA ANNA ERBER /// Medienkultur- und Kunsttheorien

* 1982 in Schwarzach, lebt und arbeitet in Linz und Salzburg

margit.erber@ufg.at

widedarkspace, 2015

Video,

digital Video, analog Fotografie (35 mm) / FullHD 1920x1080 (mp4), S/W, Stereo-Ton, Loop, 03:00 min

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JULIAN FEICHTINGER /// Bildende Kunst / Bildhauerei - transmedialer Raum

* 1988 in Peuerbach, lebt und arbeitet als Künstler und Kunstschmied in Peuerbach und Linz

seit Oktober 2015 studiert er Bildende Kunst / Bildhauerei - transmedialer Raum bei Ali Janka und Tobias Urban an der Kunstuniversität Linz

www.labor-art-orium.at

about the hands, 2015

Film, Digital Video, 02:31 min

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KARIN FELLNER /// Lehramt Bildnerische Erziehung / Technik & Design / Werkerziehung / Textiles Gestalten

* 1984 in Vöcklabruck, lebt und arbeitet in Linz

www.sumsurium.wordpress.com /// www.hoamart.wordpress.com

Zille, 2015

Objekt / Textil

Tüll genäht, Plastik- und Aluminiumkonstruktion, ca. 100 x 700 cm

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GITA FERLIN /// Zeitbasierte Medien

* 1990 in Budweis/CZ, lebt und arbeitet in Linz als Videojournalistin mit Fokus auf Soziales

gita.ferlin@ufg.at

15 Jahre und keine Antwort, 2015

Video / Dokumentation

HDV, 07:00 min

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ANNA FIRAK /// Achitektur

* 1987 in Bayreuth/DE, lebt und arbeitet in Linz

Studium Architektur in Erfurt/DE und an der Kunstuniversität Linz

anna.firak@gmail.com

WERK.BERG. ein bewohnbarer komposthaufen, 2013/16

Architektonisches Zukunftsszenario / Rauminstallation, Projektheft

Begehbare Installation mit wandgroßem Textildruck, Erde, Lesesesseln und Projektheften auf ca. 20 m 2

Aus der Projektreihe „Perfect City Block - Archipel Berlin 2050“ des Studios SAFT unter der Leitung von Uni.Prof. Matthias Böttger

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ROSI GRILLMAIR /// Interface Cultures

* 1991 in Lambrechten, lebt und arbeitet in Linz

Studium Zeitbasierte und Interaktive Medien an der Kunstuniversität Linz sowie Informatik an der JKU und Multimedia Art an der NABA/Mailand,

derzeit Masterstudium Interface Cultures, engagiert sich bei Creative Coding Linz und war bei mehreren internationalen Festivals für Digitale Kunst tätig – wie Ars Electronica,

NODE Forum for digital Arts/Frankfurt sowie für die UNPAINTED media arts fair/München. Ihre Arbeiten wurden im Rahmen der Ars Electronica,

dem TADAEX Festival/Tehran, amberplatform/Istanbul und im MKH/Wels ausgestellt. Die Arbeitsmedien ihrer Wahl sind Realtime Processing und Datenvisualisierung.

www.remony.wordpress.com

exhy – a curation service, 2015

Rauminstallation mit Echtzeitdaten / Mehrkanalprojektion

Inszenierung eines oder mehrerer White Cube Galerie Räume, Dauer einer automatisch generierten Ausstellung: 10:00 min

https://exhy1.wordpress.com/


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KATHARINA GRUZEI /// Bildende Kunst / Experimentelle Gestaltung / Kulturwissenschaft

* 1983 in Klagenfurt, lebt und arbeitet in Linz

Studium der Kunst- und Kulturwissenschaft und der Bildenden Kunst / Experimentelle Gestaltung

www.katharinagruzei.blogspot.com

WAR ROOMS, 2016

10-teilige Fotoserie

Pigmentprint, 67 x 100 cm, ortspezifische Adaption als Rauminstallation, Fototapete auf Wand, ca. 200 x 300 cm

Portraits of the Unknown (SPACE LADIES), 2016

Installation von Fotografien im öffentlichen Raum

Lageplan mit Bildlegende, 11 s/w Digitaldrucke auf Vinylgitter, je 208 x 135 cm

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JULIA GUTWENIGER /// Bildende Kunst / Malerei & Grafik / Kulturwissenschaft

* 1988 in Meran/IT, lebt und arbeitet in Linz

2007–2015 Studium Bildende Kunst / Malerei & Grafik, seit 2010 Studium Bildende Kunst / Kulturwissenschaft

julia.gutweniger@ufg.at /// www.juliagutweniger.com

Sommerwind de luxe, 2015

Zeichnung und Malerei

Leinwand und Papier, diverse Maße

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DEJMI HADROVIC /// Interface Cultures

* 1988 in Slovenia/SI, lives in Linz

In Slovenia she finished her BSc. in culture and anthropology. Currently she is studying at Time based Media department

www.dejmihadrovic.si

Crossing Borders, 2015

Film

Digital Video, 04:47 min

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RICO HENTSCHEL /// Bildende Kunst / Bildhauerei - transmedialer Raum

* 1974 in Dresden/DE, lebt und arbeitet in Linz und Kronstorf

seit 2012 Studium bei Eva Grubinger und seit 2015 bei Ali Janka und Tobias Urban

rico.hentschel@ufg.at

Flaneur, 2015

dreiteilige Skulpturengruppe

Stahlskulptur, mattschwarz lackiert, 220 x 250 x 350 cm

Wo hin durch – ein Blick zurück

Rauminstallation

textiles Gewebe, abgehängt im Treppenraum, 800 x 350 x 450 cm

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JENS HÖFFKEN /// Bildende Kunst / Experimentelle Gestaltung

* 1985 in Viersen/DE, lebt und arbeitet in Linz, Budweis/CZ und Strasbourg/F

Vor seinem Studium arbeitete Jens Höffken als Regieassistent, darunter am Düsseldorfer Schauspielhaus und der Deutschen Oper Berlin.

An den Off-Theatern des Ruhrgebiets sammelte er erste eigene Bühnenerfahrungen. Seit 2014 werden seine Filme u. a. von Sixpackfilm (Wien) vertreten.

www.jenshoeffken.de

Von Ilse ganz zu schweigen, 2014/15

Film

digital, PAL, 08:22 min

Schichtarbeit der Loopingbauer, 2015

Textobjekt

Zeichnung, Textdruck, Holzrahmen, 40 x 50 cm

Stripped By Translation, 2015y

Textobjekt

Textdruck im Doppel-Passepartout, 40 x 50 cm

Der Roman-Fleuve des 21. Jahrhunderts, 2015

Textobjekt

mechanische Schreibmaschine auf Toilettenpapier, Holzrahmen, 70 x 30 cm

Diderots Elfmeter, 2016

Textobjekt

Textdruck im Passepartout, 40 x 60 cm


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KATHARINA HÖFLER /// Visuelle Kommunikation

* 1984 in Wien, lebt und arbeitet in Steyr

2004 Lehrabschluss als Schlosserin und Bürokauffrau, arbeitet seither bei Atteneder Grafik Design in Steyr.

2015 Masterabschluss Visuelle Kommunikation, seit 2013 Studium der Architektur

katharina.hoefler@ufg.at

Isidor Stockinger: Sieben Jahre in Krieg und Gefangenschaft, 2015

Buch / interdisziplinäres Projekt (kulturwissenschaftlich und künstlerisch) von Theresa & Katharina Höfler

Offsetdruck, 24 x 15 x 2,5 cm

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LYNNE HOBAICA /// Plastische Konzeptionen / Keramik

* 1985 in Phoenix, Arizona/USA, lebt und arbeitet in Rochester NY/USA

2015 Masterabschluss Plastische Konzeptionen/Keramik

lehobaica@gmail.com /// www.lynnehobaica.net

Space Rocket Attempt #1, 2015

Installation

Keramik, ca. 500 x 120 x 120 cm

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FELIX HUBER /// Zeitbasierte Medien

* 1988 in Vöcklabruck, lebt und arbeitet in Linz

2014 Bachelorabschluss Zeitbasierte und interaktive Medien, seit 2014 Masterstudium Zeitbasierte Medien

Filme (Auswahl): MURL (2015, CE ’15), FARFALLA (2015 / CE ’15 Award-Local Artist / Sachpreis), XE (2013, CE ’14)

felix.huber@ufg.at

Hinterland „Föh am Plotz“, 2015

Musikvideo

Digital Video, 03:09 min

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VIOLETA IVANOVA /// Plastische Konzeptionen / Keramik

* 1985 in Stara Zagora/BG, lebt und arbeitet in Linz

2015 Abschluss Masterstudium Plastische Konzeptionen / Keramik

violeta.ivanova@ufg.at

Space Rocket Attempt #1, 2015

Installation

Keramik, ca. 500 x 120 x 120 cm

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EGINHARTZ KANTER /// Bildende Kunst / Kulturwissenschaft

lebt und arbeitet in Linz

2001–2004 Steinmetzausbildung in Köln, seit 2009 Studium Bildende Kunst / Kulturwissenschaften

eginhartz@gmx.net

entre-temps, Nr. 3 / Nr. 4 / Nr. 6, 2015–2016

dreiteilige analoge Fotoserie

Mittelformat

C-Print auf Aludibond, gerahmt, 100 x 80 cm

noisescapes – Greetings from Austria, 2015

sechsteilige Postkartenserie

Farbdruck, 12 cm x 17,5 cm

Auflage 6 x 1000 Stück

o.T., 2015

Installation / Videoprojektion

Installation: Wasser, Pumpe, Plastikmüll aus der Donau, Schlamm, 370 x 370 x 100 cm

Videoprojektion: Kreisprojektion, Loop, HD, Farbe, Maße variabel

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SABRINA KARG /// Medienkultur- und Kunsttheorien

* 1988 in München/DE, lebt und arbeitet in Linz und Salzburg

2013 Abschluss Bachelorstudium Kunstgeschichte, Filmwissenschaft und Soziologie an der Friedrich-Schiller Universität Jena und Bilgi University Istanbul,

seit 2013 Masterstudium Medienkultur- und Kunsttheorien

sabrina.karg@ufg.at

MKKT-Panel auf der Tagung „Kicking Images. Bilderpolitiken – sexualisierte Gewalt – Interventionen“, 6.–8.5.2015, Kunstuniversität Linz

vier wissenschaftliche Vorträge, eine Audio-Intervention


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KENSEE /// Zeitbasierte Medien

* 1988 in Szubin/PL geboren, lebt und arbeitet in Linz

2015 Abschluss Bachelorstudium Zeitbasierte und interaktive Medien, seit 2015 Masterstudium Zeitbasierte Medien

www.kensee.at

Feelings, 2015

Musikvideo

Digital Video, 04:26 min

So me ft. COBANE, 2015

Musikvideo

Digital Video, 03:15 min

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SABRINA KERN /// Medienkultur- und Kunsttheorien

* 1982 in Salzburg, lebt und arbeitet in Linz

2012 Abschluss Diplomstudium Bildende Kunst / Experimentelle Gestaltung, seit 2012 Masterstudium Medienkultur- und Kunsttheorien

sabrina.kern@ufg.at

MKKT-Panel auf der Tagung „Kicking Images. Bilderpolitiken – sexualisierte Gewalt – Interventionen“, 6.–8.5.2015, Kunstuniversität Linz

vier wissenschaftliche Vorträge, eine Audio-Intervention

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MANUEL KNOFLACH /// Zeitbasierte Medien

* 1984 in Kufstein

2014 Abschluss Bachelorstudium Zeitbasierte und interaktive Medien, seit 2014 Masterstudium Zeitbasierte Medien

Filme (Auswahl): MURL (2015, CE ’15), All Night - Parov Stelar Tourdokumentation (2013, CE ’14)

manuel.knoflach@ufg.at

Hinterland „Föh am Plotz“, 2015

Musikvideo

Digital Video, 03:09 min

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TANJA KRISTAN /// Zeitbasierte Medien

* 1991 in Klagenfurt, lebt und arbeitet in Linz und Wels

www.tanjakristan.at

Left, 2015

Film

Zeichentrick-Animation, 00:45 min

Routine, 2015

Video

Stop-Motion, 04:44 min

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COLIN LINDE /// Bildende Kunst / Bildhauerei - transmedialer Raum

* 1988 in Göttingen/DE, lebt und arbeitet in Wien

seit 2011 Studium Bildende Kunst / Bildhauerei - transmedialer Raum

colin.linde@ufg.at /// colin_linde@gmx.de

Almost Ready, 2016

Installation

Staffelholz, Lack, Intervention auf Stiege im 2. Stockwerk

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BARBARA LINDMAYR /// Plastische Konzeptionen / Keramik

* 1984 in Grieskirchen, lebt und arbeitet in Linz

2012 Studium Plastische Konzeptionen / Keramik

kontakt@barbara-lindmayr.at /// www.barbara-lindmayr.at

Kumulation, 2015

Grafik

Tuschstift auf Papier, 146 x 128 cm, 8 Blätter zu je 42 x 59 cm

Años de soledad, 2014/2016

Installation / ortspezifische Adaption

Verpackungsnetze, Maße variabel


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MELANIE LUDWIG /// Bildende Kunst / Malerei & Grafik

* 1985 in Linz, lebt und arbeitet in Linz

seit 2012 Studium Bildende Kunst / Malerei & Grafik

Ausstellungen: 2013: „Triviale: Höllenrausch – Kunst im Eimer“ IFEK, Linz; „Between Domestic and Wild“ Kunstuniversität, Linz (Katalog); 2014: „Fotografie trifft Zeichnung“

Blue Eye Photo Award, Linz (Katalog); „Love Game“ Arthur Schnitzler Park, Baden bei Wien (Katalog); „The Hole Night“ Dokapi und IFEK, Linz; 2015: „New Paintings and Comics“

Galerie Brunnhofer und LaufArt, Next Comic Festival, Linz; „Please Trespass“ Gartenhaus, Steyr; „Badegäste“ Die Stadtkuratorin, Hamburg; „DUCK DOCK“, Das Werk, Wien

www.ludwigmelanie.com

Darwin geht baden, 2015

Animationsfilm

8mm Film, digitalisiert mit Animation, 03:20 min

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LUKAS MARXT /// Audiovisuelle Gestaltung

* 1983 in Schladming, lebt und arbeitet in Köln/DE und Graz

2009 Masterabschluss Audiovisuelle Gestaltung

www.lukasmarxt.com

Cape Ground, 2016

Film

Digital Video, Ton, Loop, 26:27 min

Two Skies, 2013

Videoinstallation

Flatscreen gerahmt, Ton, Loop, 04:25 min

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JUDITH MAULE /// Medienkultur- und Kunsttheorien

* 1977 in Saalfelden, lebt und arbeitet in Linz

2007 Masterabschluss textil . kunst . design, seit 2010 Masterstudium Medienkultur- und Kunsttheorien

judith.maule@ufg.at

MKKT-Panel auf der Tagung „Kicking Images. Bilderpolitiken – sexualisierte Gewalt – Interventionen“, 6.–8.5.2015, Kunstuniversität Linz

vier wissenschaftliche Vorträge, eine Audio-Intervention

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SUN LI LIAN OBWEGESER /// Bildende Kunst / Experimentelle Gestaltung

* 1981 in Rum, lebt und arbeitet in Linz

2015 Abschluss Studium Bildende Kunst / Experimentelle Gestaltung

sunfunmai@gmx.at /// www.sunobwegeser.net

My Portfolio Hits, 2012–2015

Videoinstallation

Digitales Video, LP Cover, Wandschrift, Maße variabel, Loop, 25:32 min

Coproduction & Mastering: Jakob Dietrich

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MORITZ PISK /// Medienkultur- und Kunstheorien

* 1989 in Graz, lebt und arbeitet in Linz

seit 2013 Masterstudium Medienkultur- und Kunstheorien

www.moritzpisk.at

MKKT-Panel auf der Tagung „Kicking Images. Bilderpolitiken – sexualisierte Gewalt – Interventionen“, 6.–8.05.2015, Kunstuniversität Linz

vier wissenschaftliche Vorträge, eine Audio-Intervention

INTERMEZZO #1: listen with pain!, 2015 (mit Romana Bund)

Audioinstallation

Sound, Stereo, 03:05 min

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FELIX PÖCHHACKER /// Bildende Kunst / Bildhauerei - transmedialer Raum

* 1981 in Salzburg, lebt und arbeitet in Linz

seit 2011 Studium Bildende Kunst / Bildhauerei- transmedialer Raum

felix.poechhacker@ufg.at

Opposites and further damages, 2014

Objektinstallation

Beton, Gips, Formrohr, Gelenkrollen, Grafitstift auf Wand /// Foto: Julia Vogt

Untitled, 2015

Skulptur

Stahl, 300 x 200 x 70 cm /// Foto: Martin Bilinovac


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THERESA RADLINGMAIER /// Visuelle Kommunikation

* 1989, lebt und arbeitet in Graz und Linz

2011 Bachelorabschluss Grafikdesign und Mediale Gestaltung an der NEW DESIGN UNIVERSITY, St.Pölten, 2015 Masterabschluss Visuelle Kommunikation

theresa_radlingmaier@me.com

Volumen in Zeit und Raum, 2015

Künstlerbuch/Artists Book

Computersatz, manuelle Stanzung, geschlossen: 14 x 24 cm / offen: 28 x 24 cm / Tiefe: 6 cm

33

MARION REISINGER /// Bildende Kunst / Malerei & Grafik

* 1979 in Tulln, lebt und arbeitet in Linz und Niederösterreich

2015 Diplom Bildende Kunst / Malerei & Grafik, seit 2010 Studium Bildende Kunst / Kulturwissenschaften

marion.reisinger@ufg.at /// www.marionreisinger.at

Im Zweifel für den Zweifel, 2015

Malerei

Malerei auf Leinwand, Holz und Papier, diverse Formate

34

NATALIE SCHAUPP /// textil . kunst . design

* 1987 in Steyr, lebt und arbeitet in Linz

2006–2011 Bachelor- und Masterstudiengang Kommunikation, Wissen, Medien an der FH Hagenberg

2015 Bachelorabschluss textil . kunst . design, seit 2015 Masterstudium textil . kunst . design

www.natalieschaupp.at

ma – über den Raum zwischen Körper und Kleidung und die Ästhetik des Faltens, 2015

Objekte / Kleidung

Textil, 6 Stück, gefaltet jeweils 40 x 29 x 8 cm, entfaltet jeweils 85 x 120 x 1 cm

35

DORIS SCHUHMANN /// textil . kunst . design

* 1987 in Linz, lebt und arbeitet in Linz

Bachelorstudium technische Mathematik, Masterstudium Industriemathematik (Abschluss 2013), Bachelor- und Masterstudium textil . kunst . design (Abschluss 2015)

studio@dorisschuhmann.com /// www.dorisschuhmann.com

Mapping Design – Eine Entwurfsmethode, 2015

Rauminstallation

Entwurfsmodelle, Raumobjekte 300 x 250 x 150 cm, wissenschaftliche Masterarbeit, Wandlandschaft 250 x 150 cm

weißer Karton mit Lasercutter und Farbe bearbeitet, Holzstäbe, weißer Nylonfaden

13

ALEXANDER SCHWARZ /// Medienkultur- und Kunsttheorien

* 1987 in Ulm / DE, lebt und arbeitet in Linz

Studium Kunsttheorien an der UdK Berlin/DE, 2013 Bachelorabschluss Tourismusmanagement, seit 2014 Masterstudium Medienkultur- und Kunsttheorien

alexander.schwarz@ufg.at

MKKT-Panel auf der Tagung „Kicking Images. Bilderpolitiken – sexualisierte Gewalt – Interventionen“, 6.–8.5.2015, Kunstuniversität Linz

vier wissenschaftliche Vorträge, eine Audio-Intervention

57

ALEXEJ SIGALOV /// Zeitbasierte und interaktive Medien

* 1984 in Kiew/UKR, lebt und arbeitet in Linz

seit 2015 Junior Art Director bei Reichl und Partner Werbeagentur

www.alexejsigalov.com

Linz, 2015

Experimentalfilm

Digitales Video, entstanden mit: Canon 600D, Iphone 5s, P2V+ und Zoom H1, 05:41 min

36

PIA STELZER /// Zeitbasierte Medien

* 1985 in Wien, lebt und arbeitet in Wien und Berlin / DE,

2015 Masterabschluss Zeitbasierte Medien

pia@piapia.at /// http://piapia.at

Eitthvað um vatn, 2013–2015

Fotomagazin

Fotografie und Text, gebunden, 38,5 x 28,5 cm


58

SABRINA MARIA STOCKNER /// Zeitbasierte und Interaktive Medien

* 1987 in Linz, lebt und arbeitet in Oberösterreich und Berlin/DE

Studium Zeitbasierte & Interaktive Medien, Kunstuniversität Linz / Studium Bühne- und Kostümdesign

Kunsthochschule Berlin Weißensee (erasmus exchange program)

www.sabrinamaria.at

A Pure State of Mind, 2014

Kurzfilm

digital Video, 2k / DCP, 08:11 min

37

ILONA STUETZ /// textil . kunst . design / Lehramt Textiles Gestalten / Bildnerische Erziehung / Mediengestaltung

* 1989 in Oberösterreich, lebt und arbeitet in Linz

ilona.stuetz@ufg.at /// www.illustworkspace.wordpress.com

Unter der Haut, 2015

Illustration / 5-teilige Serie von Zeichnungen mit Fineliner

Ausführung in verschiedenen Techniken / Medien (als Siebdruck, Digitaldruck, Zeichnungen direkt an die Wand), ca. 29,7 x 42 cm

Back to Felicity: The Night, 2015

Musikvideo

05:36 min, Animationen von Ilona Stuetz, in Zusammenarbeit mit Barbara Heinzl, Wolfgang Höglinger, Sebastian Wöhrer

38

FELIX-BENEDIKT STURM /// Bildende Kunst / Bildhauerei - transmedialer Raum / Kulturwissenschaften

* 1988 in Linz, lebt und arbeitet in Linz

2015 Abschluss Bildende Kunst / Bildhauerei - transmedialer Raum,

hat unter anderem im Zuge der Cre-Art European Exhibition Reihe ausgestellt und ist OK-Traumstipendiat 2015/2016

studio@felixbenediktsturm.com

Échelon, 2015

Installation

Flachbettscanner

Intersection, 2016

Installation

2 Verkehrsampeln

59

DOMINIK THALLER /// Zeitbasierte und interaktive Medien

* 1983 in Wels, lebt und arbeitet in Linz

dominik.thaller@ufg.at

Gestern, Heute, Morgen, 2015

Film

digital Video, 04:14 min

39

STEFAN TIEFENGRABER /// Zeitbasierte und interaktive Medien

* 1981 in Baden bei Wien, lebt und arbeitet in Linz

info@stefantiefengraber.com /// www.stefantiefengraber.com

Before and After, 2014 – ongoing

Fotoinstallation

s/w Laser Druck auf A3 Papier /// Foto: Stefan Tiefengraber /// Ausstellungsansicht – Broadcasting Tower Gruppenausstellung, Wansha Performance & Art Centre, Tainan/Taiwan, Juni 2015

10

MATTHIAS TREMMEL /// Plastische Konzeptionen / Keramik

* 1989 in Stoob, lebt und arbeitet in Linz

seit 2011 Studium Plastische Konzeptionen / Keramik

matthias.tremmel@ufg.at

BEST OFF 2015, 2016

Ausstellungsformat und Rauminstallation /// Foto: Eva-Maria Zangerle

40

VILDAN TURALIĆ /// Bildende Kunst / Lehramt Bildnerische Erziehung und Textiles Gestalten

* 1984 in Bosanska Gradiška/EX YU, lebt und arbeitet in Linz

Studium der Bildenden Kunst und des künstlerischen Lehramtes

vildan@vildanturalic.com /// vildanturalic.com

mármaros x, 2015

Videoinstallation / digitalisierter Röntgenbildfragmente

Found Footage, Bild-Projektion auf im Türrahmen installierte Rückprofolie, ca. 200 x 100 cm


41

MARIA VENZL /// Bildende Kunst / Bildhauerei - transmedialer Raum

* 1979 in Haslach, lebt und arbeitet in Linz und Salzburg

2015 Studienabschluss Bildende Kunst / Bildhauerei - transmedialer Raum

m.venzl@gmx.at

Super Toboggan, 2015

Skulpturen

Holz, Metall, XPS, Sprungbrett: 200 x 50 x 5 cm, Leiter: 50 x 300 cm, Schaukel: 235 x 170 x 186 cm, Rutsche: 142 x 130 x 20 cm, Kabine: 40 x 40 x 230 cm, Rutsche rund: 380 cm

42

JULIA VOGT /// Bildende Kunst / Experimentelle Gestaltung

* 1987 in Judenburg, lebt und arbeitet in Linz

2006–2011 Studium Transkulturelle Kommunikation an der Uni Wien und UAB Barcelona

seit 2011 Studium Bildende Kunst / Experimentelle Gestaltung bei Andrea van der Straeten

julia.vogt@ufg.at

sun, 2013

Fotografie

Inkjet-Print, 60 x 75 cm

Stillleben mit Laptop, 2013

Fotografie

digitale Ausbelichtung, auf PVC kaschiert, Aluminium gerahmt, 58,5 x 42,5 cm

Flüchtlingsheim Lunzerstraße 42 – Ein Blick vom Mond auf unsere gemeinsame Heimat Erde, 2014

Wandinstallation

Prints, kaschiert auf Alu-Dibond hinter Acrylglas, Wandvertäfelung, Tapete, Maße variabel

Zur stabilen Stützung eines Körpers ist es notwendig, daß er mindestens drei

Auflagepunkte hat, die nicht in einer Geraden liegen [...]., 2016

Fotografie,

digitale Ausbelichtung, Holzrahmen, 70 x 10 cm

60

ANGELIKA WONISCH /// Zeitbasierte und interaktive Medien

* 1994 in Bruck/Mur , lebt und arbeitet in Linz und Graz

2015 Bachelorabschluss Zeitbasierte und Interaktive Medien

office@angelikawonisch.net /// www.angelikawonisch.net

MATA, 2014/2015

Film

digitales Video, 05:01 min

43

DAVID WITTINGHOFER /// Bildende Kunst / Experimentelle Gestaltung

* 1991 in Freistadt, lebt und arbeitet in Linz

www.davidwittinghofer.wordpress.com

and now do something nonperformative, 2015

Objekt, Spiegelfolie auf Glasspiegel, 175 x 65 cm

Die Erde, 2014

Druckgrafik , Siebdruck auf Papier, 100 x 70 cm

Self-Portrait, Andy Warhol, 1978, Acrylic paint and silkscreen print on canvas, 41.7 x 41.7 inches, 2015

Malerei, Acryl und Siebdruck auf Leinwand, 106 x 106 cm /// Foto: Martin Bilinovac

61

SARAH YOUSSEF /// Zeitbasierte und interaktive Medien

* 1986 in Wien, lebt und arbeitet in Linz und Wien

Diplom in Theater-, Film- und Medienwissenschaft – Universität Wien, seit 2013 Studium Zeitbasierte und Interaktive Medien

www.sarahpyoussef.com/

Untiteld Love, 2015

Video / Animation

Trickfilm, Rotoskopie, 00:15 min

10

EVA-MARIA ZANGERLE /// Plastische Konzeptionen / Keramik

* 1990 in Kufstein, lebt und arbeitet in Linz

seit 2012 Studium Plastische Konzeptionen / Keramik, 2015 Erasmus in Helsinki, Finnland an der Academy of Fine Arts KUVA

z.eva@gmx.at

BEST OFF 2015, 2016

Ausstellungsformat und Rauminstallation


AUSSTELLUNG

im Brückenkopfgebäude West, Hauptplatz 8, 4010 Linz

von 8. bis 20. März 2016

Kuratiert von

Genoveva Rückert-Sommerauer

mit

Katharina Edlmair / kuratorische Assistenz (ÖH)

Matthias Tremmel / Produktionsassistenz

Andi Steindl / technische Beratung

Jury

Thomas Edlinger, Hildegard Fraueneder, Alexandra Grausam,

Andrei Siclodi, Genoveva Rückert-Sommerauer

Ausstellungsorganisation

Sylvia Leitner mit Abteilung für Gebäude und Technik:

Franz Bognermayr, Ewald Haider, Franz Linimayr,

Ronald Nösterer, Alfred Wollersberger

FILMBRUNCH

im Moviemento Programmkino,

OK Platz 1, 4020 Linz

Auswahl der Arbeiten

Wilhelm Schwind

KATALOG

Herausgeberin

Kunstuniversität Linz

Hauptplatz 8, 4010 Linz

www.ufg.ac.at

Gestaltung Katalog, Werbung & Website

Lichtschimmer Brand+Creation

www.lichtschimmer.at

Druck:

Auflage: 900 Stk.

Druckerei Estermann GmbH,

Aurolzmünster

Redaktion:

Sylvia Leitner

Website zur Ausstellung

www.bestoff16.ufg.ac.at

Programmierung Gregor Traugott

Index:

Sofern nicht anders angegeben, liegen

die Fotocredits bei den KünstlerInnen.

Das Copyright liegt bei den KünstlerInnen.

Die Verantwortung für die Texte zu den einzelnen

Arbeiten liegt bei den AutorInnen.

www.ufg.ac.at


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www.bestoff16.ufg.ac.at

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