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db 2018-02

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durch<br />

blick<br />

Nr. 2/<strong>2018</strong><br />

Seit 1986<br />

kostenlos<br />

Autorenzeitschrift<br />

... nicht nur für Senioren<br />

MEINUNGEN<br />

INFORMATION<br />

PERSPEKTIVEN<br />

UNTERHALTUNG<br />

KULTUR<br />

Wenn<br />

Vergangenes<br />

neu erblüht<br />

Seite 20


Inhaltsübersicht<br />

Kurz berichtet4<br />

Aus dem Siegener Seniorenbeirat 16<br />

Wenn vergangenes neu erblüht 20<br />

Dschungelbuch Siegen und Umgebung 22<br />

Gedenken an Erika Krumm24<br />

Vom Wahren, Guten und Schönen 26<br />

Kunstverein 27<br />

Als die Countrymusik ins Siegerland kam 28<br />

Manchmal ist „Altes“ doch besser 30<br />

Leipziger Buchmesse / Moderne Lyrik31<br />

Buchbesprechungen 32<br />

Vor 685 Jahren 34<br />

Die letzte Tour 36<br />

Aufstieg38<br />

Der Traum vom Fliegen 40<br />

Besuch in Zagan 42<br />

Abenteuer Europa 44<br />

Denk ich an Düsseldorf ... 46<br />

Ein gewöhnlicher Morgen 49<br />

Die Schafgarbe 50<br />

Archibald der Molch 51<br />

Mundart 52<br />

Denken erlaubt 55<br />

Gedächtnistraining 56<br />

Etwas über die Turner, die keine Sportler sein durften5 8<br />

Hinters Werkstor geschaut 62<br />

Himmeroder Geschichten 64<br />

Der Kommentar 67<br />

Die Unverbesserlichen 68<br />

Veranstaltungen im Haus Herbstzeitlos 69<br />

durchblick verlost Karten für „Denis Scheck“ 70<br />

Veranstaltungen in Siegen-Wittgenstein 70<br />

Leserbriefe 80<br />

Lÿz Frühstarter 81<br />

Es fiel uns auf / Lösungen 82<br />

Zu guter Letzt / Impressum82<br />

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Aus der Redaktion<br />

Nachrichten und Berichte in Tagespresse und Fernsehen zum Thema Altenheime<br />

und Pflege sind in der Regel negativ besetzt. Sie hinterlassen bei älteren<br />

Menschen meist das Gefühl, es sei alles schlecht und deprimierend. Dass es im<br />

Alltag der Altenheime durch die engagierte Arbeit von Altenpflegerinnen und Altenpflegern<br />

durchaus auch heitere, ja mitunter beglückende Momente gibt, möchte<br />

unsere Mitarbeiterin Eva Schumacher hin und wieder in ihren Texten aufzeigen<br />

wie in diesem Heft mit dem Beitrag „Ein gewöhnlicher Morgen“, auf Seite 49. Eva<br />

Schumacher ist Altenpflegerin und in einem Altenheim in unserer Region tätig.<br />

Bei der redaktionellen Arbeit an diesem Heft stellten wir fest, dass uns noch ein<br />

druckfähiges Bild des Berleburger Schaumstoffwerkes fehlte. Also machte sich<br />

einer unserer Redakteure auf den Weg, nahm seine Frau mit und die beiden konnten<br />

an einem schönen Frühsommertag die malerische Fahrt mit der Rothaarbahn genießen.<br />

Eine Win-Win-Win-Situation: Schöne Fahrt, Bummel durch Bad Berleburg und natürlich<br />

wurde der „dienstliche“ Auftrag auch erfüllt: siehe Bild auf Seite 62.<br />

Ihnen viel Freude beim Lesen des neuen durchblick. Titelfoto: Marion Schneider<br />

2 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 3


Kurz berichtet<br />

Autobahnkirche Siegerland<br />

unter den 1000 besten zeitgenössischen Bauten<br />

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Wilnsdorf. Der Architektur-Reiseführer<br />

„Destination Architecture“ zeigt beeindruckende<br />

moderne Bauten auf der<br />

ganzen Welt<br />

Einen Reisebegleiter für Architekturliebhaber<br />

hat Phaidon, einer der weltweit<br />

führenden Verlage für Architektur,<br />

nun herausgebracht. Darin enthalten<br />

sind die 1.000 besten zeitgenössischen<br />

Bauten auf der ganzen Welt. In die Auswahl<br />

hat es auch die von dem Architektenbüro<br />

Schneider und Schumacher<br />

entworfene Autobahnkirche Siegerland<br />

geschafft, deren unverkennbare Silhouette<br />

einer traditionellen Dorfkirche<br />

auch das Cover ziert.<br />

Geordnet nach Kontinenten und Ländern<br />

präsentiert das handliche Buch<br />

unter dem Titel „Destination Architecture“<br />

1.000 sehenswerte zeitgenössische<br />

Bauten, die in den letzten 30<br />

Jahren entstanden sind. Darunter beispielsweise<br />

das Guggenheim Museum<br />

in Bilbao, die Elbphilharmonie in Hamburg,<br />

oder auch die Erweiterung des<br />

Städel Museums in Frankfurt.<br />

Die Autobahnkirche Siegerland erweist<br />

sich damit erneut als beliebtes<br />

Cover-Motiv: Erst vor kurzem wurde<br />

sie als Titelbild für das im Reclam-Verlag<br />

erschienene Buch „Meisterwerke<br />

der Architektur“ von Günter Baumann<br />

ausgewählt.<strong>db</strong><br />

Geisterführung im MGK<br />

Nachts im Museum werden Schatten lebendig<br />

Yoga<br />

im Begegnungszentrum<br />

Siegen. An einem Abend im März trafen<br />

sich 21 neue Freundeskreismitglieder<br />

zu einem ganz besonderen Seherlebnis<br />

im Museum für Gegenwartskunst<br />

Siegen. Ganz nach dem Motto „Frau<br />

Schwarz bringt Licht ins Dunkel!“ hatte<br />

Museumsführerin Kirsten Schwarz<br />

zur „Geisterführung“ eingeladen. Nach<br />

einem Willkommensgetränk wurde das<br />

Licht in den Museumsräumen nicht<br />

eingeschaltet, sondern gelöscht. Ausgestattet<br />

mit Taschenlampen gingen<br />

die sichtlich neugierigen Teilnehmer im<br />

finsteren Museum auf Kunstschau. Erstaunlich<br />

anders sahen die Exponate<br />

im Scheinwerferkegel aus. Auf einmal<br />

ließen sich Details besser erkennen,<br />

gleichzeitig entstanden durch die besondere<br />

Beleuchtung Schattenspiele,<br />

die regelrecht neue Aspekte „ans Licht“<br />

beförderten. Bei einigen Gemälden veränderte<br />

sich die räumliche Wirkung so<br />

stark, dass sich selbst bei jenen Neumitgliedern<br />

Verblüffung einstellte, die das<br />

Museum und seine Sammlung schon<br />

sehr gut kannten. Große Begeisterung<br />

am Ende: „Das war mal ein völlig neues<br />

Museumserlebnis!“ Die Geisterführung<br />

ist ein besonderes Angebot für alle<br />

Neumitglieder des Freundeskreises. Sie<br />

findet einmal jährlich statt. <strong>db</strong><br />

Siegen. Die Frage, ob „Yoga“ und „Senioren“<br />

nicht ein Widerspruch in sich ist,<br />

hat sich auch der Seniorenbeauftragte<br />

der Stadt Siegen Lars Dörr gestellt.<br />

Marga Pietrowski Yogalehrerin mit viel<br />

Erfahrung konnte diese Befürchtung<br />

schnell ausräumen.<br />

Extreme Übungen von Yoga gehören<br />

nicht zu dem Angebot, welches sie ab<br />

Oktober im städtischen Begegnungszentrum<br />

Haus Herbstzeitlos verwirklichen<br />

will. Sanftes Yoga kann selbst<br />

bei körperlich geschwächten Menschen<br />

Erstaunliches bewirken: Es verbessert<br />

das Körpergefühl, kräftigt Gelenke und<br />

Muskeln, stärkt die Konzentration und<br />

den Gleichgewichtssinn und kann sogar<br />

Krankheiten vorbeugen. Starke Beine<br />

und Gelenke vermindern die Gefahr zu<br />

stürzen. Durch gezielte Atemübungen<br />

entspannen sich Körper und Geist, die<br />

Durchblutung und der Lymphfluss werden<br />

gestärkt.<br />

<strong>db</strong><br />

4 durchblick 2/<strong>2018</strong><br />

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Wir beraten Sie gerne – in unserem<br />

Kundenzentrum, am Telefon unter <strong>02</strong>71 3307-250<br />

oder im Internet auf www.svb-siegen.de.


Kurz berichtet<br />

Kurz berichtet<br />

5000 Schritte Miteinander<br />

Wandertouren durch die Gemeinde<br />

Senioren<br />

unterstützen Senioren<br />

Gedächtnistraining<br />

unabhängig vom Alter<br />

Neunkirchen. Bewegung an der frischen<br />

Luft macht Freude, vor allem,<br />

wenn die Umgebung so viele schöne<br />

Strecken zu bieten hat. Die neue Initiative<br />

der Senioren-Service-Stelle<br />

spricht jene Menschen an, die gemeinsam<br />

mit einer Gruppe durch die Natur<br />

wandern und schöne Flecken in den<br />

verschiedenen Ortsteilen erkunden<br />

möchten.<br />

In der örtlichen Kompetenzrunde<br />

war die Idee gekommen, regelmäßige<br />

Touren für die Generation 55+ anzubieten.<br />

Entstanden sind daraus sechs<br />

moderate Wanderungen, die immer<br />

mittwochsmorgens um 10 Uhr beginnen<br />

sollen. Die Strecken sind maximal<br />

vier Kilometer lang und sollten ohne<br />

Probleme zu bewältigen sein. Das Besondere:<br />

Alle Touren sind unterschiedlich:<br />

„Jeden Mittwoch werden wir ein<br />

anderes schönes Fleckchen Neunkirchens<br />

durchstreifen“, erklärt Seniorenberaterin<br />

Bettina Großhaus-Lutz (Foto).<br />

Die Wanderrouten sind so ausgesucht,<br />

dass genügend Parkplätze für alle Interessen<br />

zur Verfügung stehen.<br />

Bei den ersten Touren wird die Seniorenberaterin<br />

ihre Schuhe schnüren<br />

und die Gruppe begleiten. „Wenn sich<br />

die Aktion etabliert hat, können sich die<br />

Teilnehmer sicher allein auf die Socken<br />

machen. Sollte das Angebot gut angenommen<br />

werden, denken wir auf jeden<br />

Fall darüber nach, über den 4. Juli hinaus<br />

weitere Wanderungen anzubieten“,<br />

so die Seniorenberaterin.<br />

Die Aktion richtet sich an Wanderfreunde<br />

und Naturliebhaber ab 55 Jahren.<br />

Gestartet wird immer mittwochs<br />

um 10 Uhr.<br />

Für Fragen steht Bettina Großhaus-<br />

Lutz telefonisch unter <strong>02</strong>735 767-200<br />

zur Verfügung. Die Mailanschrift lautet:<br />

b.grosshaus-lutz@neunkirchen-siegerland.de<br />

<br />

<strong>db</strong><br />

Kreisgebiet. Wo liegen Ängste der<br />

Senioren? Bei welchen Straftaten sind<br />

sie betroffen oder gefährdet? Wie kann<br />

man vorbeugen? Durch eine mehrtägige<br />

Schulung erhielten 22 Bürger und<br />

Bürgerinnen die Eignung zu Seniorenberatern.<br />

Der Bevölkerungsanteil der<br />

Seniorinnen und Senioren im Vergleich<br />

zur Gesamtbevölkerung steigt an. Die<br />

Kriminalität zum Nachteil der älteren<br />

Mitbürger wird vermehrt in den Fokus<br />

der polizeilichen Prävention rücken.<br />

Mit dem Projekt Senioren unterstützen<br />

Senioren. Gut orientiert und mobil<br />

im Alter soll das Sicherheitsgefühl gerade<br />

der älteren Bevölkerung gestärkt<br />

und Seniorinnen/Senioren möglichst<br />

vor Straftaten und Verkehrsunfällen<br />

bewahrt werden.<br />

Seniorensicherheitsberater halten<br />

Vorträge im Wohnumfeld, führen auf<br />

Wunsch Einzelgespräche, geben praktische<br />

Ratschläge u.a. zu den Themen<br />

Betrug und Trickdiebstähle und vermitteln<br />

bewährte Hilfsangebote.<br />

Seniorengruppen oder Vereine, die<br />

an dem Angebot interessiert sind oder<br />

Interesse an einer Ausbildung haben,<br />

können sich an folgende Dienststelle<br />

wenden: Kriminalkommissariat Kriminalprävention/Opferschutz,<br />

Leiterin Kriminalhauptkommissarin<br />

Susanne Otto<br />

Siegen, Weidenauer Straße 231.<br />

<strong>02</strong>71/7099-4800, Siegen-Wittgenstein@polizei.nrw.de<strong>db</strong><br />

Netphen. Senioren aus Netphen nahmen<br />

an einem Seminar „Ganzheitliches<br />

Gedächtnistraining“ teil.<br />

Organisiert wurde die Veranstaltung<br />

von der Seniorenbeauftragten Eva Vitt<br />

aus Netphen. Assoziatives und logisches<br />

Denken stellte die Teilnehmer vor Herausforderungen,<br />

die sie gemeinschaftlich<br />

lösten. Ein regelmäßiges Gedächtnis<br />

und Konzentrationstraining kann<br />

zu einer Steigerung der Gehirnleistung<br />

beitragen, ganz unabhängig vom Alter,<br />

so die Trainerin Bernadette von<br />

Plettenberg. <br />

<strong>db</strong><br />

Gemeinschaftliches Wohnen<br />

Freudenberg. Am 14. März haben<br />

die Interessenten eines gemeinsamen<br />

Wohnprojektes den Verein Wohn(t)räume<br />

Freudenberg gegründet. Damit soll<br />

sich für einige Menschen der Traum von<br />

einem gemeinschaftlichen Leben unter<br />

einem Dach erfüllen.<br />

Die Bürgermeisterin, Nicole Reschke,<br />

hob die Gründung des Vereins bereits<br />

ein halbes Jahr nach dem ersten Treffen<br />

der künftigen Bewohner als eine<br />

großartige Leistung hervor.<br />

In ihrer Begrüßung erklärte sie, dass<br />

hier etwas Neues für Freudenberg<br />

entstehe und sie von der Realisierung<br />

überzeugt sei.<br />

In der Satzung des Vereins wird festgeschrieben,<br />

dass Eigenverantwortung<br />

und Selbstbestimmung der Bewohner<br />

bis ins hohe Alter erhalten bleiben sollen<br />

und das gemeinsame Wohnen von<br />

Menschen verschiedener Altersgruppen<br />

und Behinderungen gefördert wird. Das<br />

wird durch gemeinsame interne und öffentliche<br />

Aktivitäten verwirklicht sowie<br />

durch integration einer Behinderten-<br />

Wohngruppe. Zu dem feierlichen Start<br />

gehörte auch ein fröhlicher Austausch<br />

mit einem Glas Sekt und Snacks.<br />

Der Vorstand wurde einstimmig gewählt.<br />

Marita Moers ist erste Vorsitzende.<br />

Sie hat zusammen mit der zweiten<br />

Vorsitzenden, Brigitte Saul, das Wohnprojekt<br />

initiiert. Die Mitgliedertreffen<br />

finden weiterhin einmal monatlich statt,<br />

Interessenten sind ganz herzlich willkommen.<br />

Informationen unter <strong>02</strong>293 9070068<br />

und <strong>02</strong>297 9094720.<br />

<strong>db</strong><br />

6 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 7


Kurz berichtet<br />

DRK-Kreisverband<br />

Dr. Martin Horchler ist der neue Vorsitzende<br />

Siegen. Seit April lenkt Dr. Martin<br />

Horchler den DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein<br />

als hauptamtlicher<br />

Vorstand. In den nächsten Wochen<br />

möchte sich der neue Vorstand einen<br />

Einblick in die Rotkreuzarbeit des Wohlfahrtsverbandes<br />

und Hilfsorganisation<br />

verschaffen und die Rotkreuzler möglichst<br />

persönlich kennenlernen.<br />

Auf die neue Truppe wird in diesem<br />

Jahr bereits ein DRK–Großevent zukommen.<br />

Die deutschen Meisterschaften in<br />

Erster Hilfe für die Rotkreuzbereitschaften<br />

und Wasserwachten werden am<br />

15. September in Siegen ausgetragen.<br />

Hierzu werden rund 700 Teilnehmer aus<br />

ganz Deutschland erwartet.<br />

Mit der im Juni 2017 beschlossenen<br />

Satzung wurde erstmals die Gesamtverantwortung<br />

über alle haupt- und<br />

ehrenamtlichen Aufgabenbereiche des<br />

DRK-Kreisverbandes vom früher ehrenamtlich<br />

arbeitenden an einen hauptamtlichen<br />

Vorstand übertragen. <strong>db</strong><br />

Dr. Martin Horchler (Mitte) mit Mitarbeiter*<br />

innen des DRK-Kreisverbandes e.V. freut sich<br />

auf neue Aufgaben<br />

Einige Energieausweise<br />

verlieren Gültigkeit<br />

Siegen. Die Siegener Versorgungsbetriebe<br />

weisen darauf hin, dass einige<br />

Energieausweise in diesem Jahr ihre<br />

Gültigkeit verlieren.<br />

„Alle Eigentümer, die <strong>2018</strong> ein Haus<br />

oder eine Wohnung vermieten oder<br />

verkaufen möchten, sollten prüfen, ob<br />

sie ihren Energieausweis erneuern lassen<br />

müssen.“, sagt SVB-Energieberater<br />

Christian Abend. „Wer eine Immobilie<br />

verkaufen möchte, muss schon beim<br />

Besichtigungstermin einen gültigen<br />

Ausweis vorzeigen können“. Das ist in<br />

der Energie-Einsparverordnung so geregelt.<br />

Immobilieneigentümer können<br />

sich von den Siegener Versorgungsbetrieben<br />

Energieausweise erstellen<br />

lassen. Bei Fragen rund ums Thema<br />

hilft Christian Abend weiter unter<br />

<strong>02</strong>71/3307-203.<br />

<strong>db</strong><br />

Im Alter<br />

in Bewegung<br />

Dreis-Tiefenbach. Ein zwölfwöchiges<br />

Trainingsprogramm ist für Menschen<br />

ab 60 Jahren konzipiert – vor allem für<br />

die, die bisher inaktiv waren, aber in<br />

Zukunft ihren Alltag nachhaltig aktiver<br />

gestalten möchten. Dieser Kurs des<br />

TVE Dreis-Tiefenbach wird in Abstimmung<br />

mit den Krankenkassen bezuschusst.<br />

Hierzu wurde ein Alltags–Trainings-<br />

Programm (ATP) entwickelt. Ziel ist,<br />

den Tagesablauf drinnen und draußen<br />

als Trainingsmöglichkeit zu verstehen.<br />

Schließlich hält regelmäßige körperliche<br />

Aktivität das Herz-Kreislauf-System,<br />

den Bewegungsapparat sowie das<br />

Gehirn in Schwung und steigert neben<br />

der Mobilität unter anderem die soziale<br />

Integration sowie das allgemeine Wohlbefinden.<br />

Die Teilnehmenden lernen,<br />

dass ein Training überall, jederzeit und<br />

einfach nebenbei stattfinden kann. Diese<br />

Trainingssituationen sollen zu einer<br />

stabilen Gewohnheit im individuellen<br />

Alltag werden um nachhaltig die motorische<br />

Kompetenz zu fördern. Im Kurs<br />

können die Teilnehmenden Spaß und<br />

Freude an der Bewegung entdecken,<br />

sich körperlich erleben, die eigenen<br />

Fähigkeiten kennenlernen und Neues<br />

ausprobieren.<br />

In zwölf Kurseinheiten werden verschiedene<br />

Aspekte des täglichen Lebens<br />

genutzt, um typische Alltagssituationen<br />

und -bewegungen (z. B.<br />

Treppensteigen, Tragen, Stützen etc.)<br />

als Übungs- und Trainingsmöglichkeit<br />

zu vermitteln.<br />

Anmeldungen unter <strong>02</strong>71/76104<br />

oder per Mail (ingrid.voss@tve-dreistiefenbach.de).<br />

<br />

<strong>db</strong><br />

Kurz berichtet<br />

Prostata-Symposium war erfolgreich<br />

Siegen-Weidenau.<br />

Mit über 60.000<br />

Neuerkrankungen<br />

im Jahr stellt das<br />

Prostatakarzinom<br />

die häufigste Tumorerkrankung<br />

des<br />

Mannes in Deutschland<br />

dar und etwa<br />

12.000 Männer sterben<br />

an deren Folgen.<br />

Grund genug, um im<br />

Rahmen des 14. Siegener<br />

Prostata-Symposiums<br />

in einen intensiven<br />

Austausch<br />

über Prostatakrebs<br />

und andere urologische<br />

Erkrankungen zu treten. Eingeladen<br />

wurden Mediziner und Interessierte<br />

von den Chefärzten der beiden Siegener<br />

urologischen Abteilungen Dr. Johannes<br />

Spelz (Kreisklinikum) und Dr. Peter<br />

Weib (DiakonieKlinikum Jung-Stilling)<br />

in Kooperation mit dem Kompetenznetz<br />

Prostata sowie der Siegener Prostata-<br />

Viele Männer sterben jährlich an den Folgen<br />

eines Prostatakarzinoms.<br />

krebs-Selbsthil-<br />

fegruppe. Während<br />

sich die<br />

Mediziner zur aktuellen<br />

Vorsorge-,<br />

Diagnose- und<br />

Behandlungsmöglichkeiten<br />

weiterbildeten,<br />

nutzen danach<br />

fast 200 Besucher<br />

die Möglichkeit,<br />

sich<br />

von Fachärzten<br />

informieren zu<br />

lassen. Viele Interessierte,<br />

darunter<br />

zahlreiche<br />

Betroffene, stellten den anwesenden<br />

Fachärzten persönliche Fragen. So<br />

konnten sie Unklarheiten beseitigen<br />

und in einigen Fällen eine unverbindliche<br />

Zweitmeinung einholen. Auch im<br />

nächsten Jahr soll das Prostata-Symposium<br />

wieder in der Bismarckhalle<br />

Weidenau stattfinden.<br />

<strong>db</strong><br />

Die Leseeulengruppe unterwegs<br />

Fliedner-Heim-Bewohner erfreut<br />

Siegen. Die Leseeulen im Alter von 3-5<br />

Jahren aus dem „DRK-Familienzentrum<br />

Weltenbummler“ in Weidenau machen<br />

sich alle drei Monate auf den Weg zum<br />

nahegelegenen Fliedner-Heim. Diesmal<br />

hatten die Kindergartenkinder das<br />

musikalisches Erzähltheater „Frühling<br />

wird es nun bald“ einstudiert. Unter<br />

der Leitung von Erzieherin Michaela<br />

Heinz wurden selbstgebastelte Blumen<br />

in Form von Kinderhandabdrücken,<br />

Tanzeinlagen zu den Klängen der Bildergeschichte<br />

und pantomimischen<br />

Darstellungen vorgeführt. Anschließend<br />

wurden von den Kindern und Bewohnern,<br />

begleitet von Gitarrenklängen,<br />

bekannte Volkslieder gesungen.<br />

Diplom-Sozialarbeiterin Ursula Rompel-Birkefeld<br />

bedankte sich im Namen<br />

der Bewohner bei den Kindern. <strong>db</strong><br />

8 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 9


Kurz berichtet<br />

Kurz berichtet<br />

Kunstsommer<br />

zum Zwanzigsten<br />

Die Macher des „Siegener Kunstsommers“: Albrecht Thomas und Franz-Josef Weber (2.und<br />

3.v.lks.) mit Kulturbüroleiter Jens von Heyden (re.) und Siegens Stadtrat Arne Fries (lks.)<br />

Siegen. Der Sommer kann kommen.<br />

Ausgestattet mit entsprechend anmutenden<br />

Brillen stellte der Kunstverein<br />

Siegen e. V. sein diesjähriges Programm<br />

vor. Seit 1999 organisiert er das Projekt<br />

in der Form von Ausstellungen, Offenen<br />

Ateliers und Kunstaktionen. Künstlerinnen<br />

und Künstler aus der Region<br />

und darüber hinaus können sich beim<br />

Kunstverein mit einem Kunstprojekt<br />

bewerben, woraufhin eine fünfköpfige<br />

Jury etwa 23 Einzelprojekte auswählt.<br />

Ziel des dann entstehenden Programmes<br />

ist, eine abwechslungsreiche Gestaltung<br />

zu gewährleisten, um so das<br />

regionale Image zu fördern sowie eine<br />

breitere Wirkung und Akzeptanz für die<br />

Bildende Kunst zu erzielen.<br />

In diesem Jahr erreichten 31 Bewerbungen<br />

die Jury, die daraus 22 Einzelveranstaltungen<br />

auswählte. Stets gesetzt<br />

ist der Siegener Kunsttag, der in<br />

diesem Jahr unter dem Thema „Kunststoff“<br />

am Sonntag, dem 6. Mai <strong>2018</strong>,<br />

von unterschiedlichen Künstlerinnen<br />

und Künstler an verschiedenen Orten<br />

in Siegen präsentiert wurde.<br />

Weitere Informationen unter www.<br />

kunsttag-siegen.de bzw. www.kunstverein-siegen.de.<strong>db</strong><br />

Siegen. Vor dem Hintergrund des geplanten<br />

Erweiterungsbaus besuchte<br />

die Ministerin für Kultur und Wissenschaft,<br />

Isabel Pfeiffer-Poensgen, das<br />

Museum für Gegenwartskunst Siegen.<br />

Das Land Nordrhein-Westfalen ist ein<br />

möglicher Zuschussgeber dieses Vorhabens.<br />

Die konkreten Pläne für den<br />

Museumsanbau wurden der Ministerin<br />

vom Vorstand des Trägervereins vorgestellt.<br />

Angedacht ist eine mehrstöckige Überbauung<br />

des Museumsparkplatzes. Das<br />

Museum benötigt großzügigere Funktionsräume,<br />

beispielsweise für die sachgerechte<br />

Unterbringung und Erhaltung<br />

der sich stetig vergrößernden Sammlung.<br />

Geplant sind zudem ein neuer<br />

Veranstaltungssaal sowie zusätzliche<br />

Ausstellungsflächen.<br />

Als Eigentümerin des Gebäudes unterstützt<br />

die Stadt die Planungsphase,<br />

ebenso wie die Universität Siegen als<br />

unmittelbarer Nachbar und Kooperationspartner.<br />

Für die Ministerin war es<br />

der erste Besuch des Museums. Pfeiffer-Poensgen<br />

zeigte sich beeindruckt<br />

von der Qualität der Sammlungen und<br />

der Verankerung des Hauses in der<br />

Stadtgesellschaft.<strong>db</strong><br />

Ministerin informiert sich<br />

Museumserweiterung geplant<br />

Bürgermeister Mues (lks.), Ministerin Pfeiffer-Poensgen (3. von lks.)<br />

mit Verantwortlichen aus Kultur und Politik<br />

Landschaften und Tierportraits<br />

Fotoausstellung von Gudrun Neuser<br />

Es geht weiter<br />

Flyer liegen aus<br />

Ausstellung bis zum 28. August<br />

Kreuztal-Kredenbach. Detailverliebt<br />

und gern mit dem Makroobjektiv ist die<br />

Hobbyfotografin Gudrun Neuser in der<br />

Natur unterwegs. Tiere, Blumen und<br />

Landschaften sind ihre Motive. Mit aufmerksamen<br />

Blick erblickt sie die kleinsten<br />

Einzelheiten. Man sieht filigrane<br />

Flügel bei Faltern, winzige Fühler und<br />

Antennen, Facettenaugen bei Libellen,<br />

die Mundwerkzeuge oder die feinste<br />

Behaarung von Insekten. Ein Beispiel<br />

dafür ist ihr Foto „Hummel und Ameise<br />

beim Sammeln von Blütenpollen“ von<br />

2017, das sie auch bei der Fotoausstellung<br />

vom 29.05. bis zum 28.08. in der<br />

Celenus Klinik für Neurologie in Kredenbach<br />

zeigt. Aber auch Landschaften,<br />

Stadtbilder und Portraits hat sie im Fokus.<br />

Beeindruckend auch ihre Schwarz-<br />

Weiß-Bilder. Trotz einer halbseitige<br />

Lähmung, sie kann nur mit einer Hand<br />

die Kamera bedienen und ist meist mit<br />

Rollstuhl oder E-Trike unterwegs, gelingen<br />

ihr die schönsten Fotos. Bewundernswert<br />

sind ihre Ruhe und Geduld.<br />

Die Fotografie hat Gudrun Neuser eine<br />

neue Welt eröffnet und sie möchte<br />

anderen Menschen mit Behinderung<br />

Mut machen, sich auch ein kreatives<br />

Hobby zu suchen. Auch im durchblick<br />

hat Gudrun Neuser seit 2014 schon<br />

viele Fotos und Collagen veröffentlicht.<br />

Inzwischen ist sie im Siegerland und<br />

darüber hinaus bekannt. Außerdem<br />

ist sie in diversen Internetforen unterwegs,<br />

tauscht sich mit anderen Fotografen<br />

aus, genießt dort Anerkennung<br />

und erhält viele „Likes“.<br />

tere<br />

Freudenberg. Der Seniorenbeirat der<br />

Stadt Freudenberg hat mit der Gesamtschule<br />

Freudenberg vereinbart, ab<br />

sofort die beliebte Taschengel<strong>db</strong>örse<br />

fortzusetzen. Diese sozialen Kontakte<br />

fördern den Austausch zwischen Senioren<br />

und Jugendlichen.<br />

Zahlreiche Schülerinnen und Schüler<br />

der Klassen 9 werden gerne für Senioren,<br />

Familien und Berufstätige einfache<br />

Arbeiten für kleines Geld in Haus, Hof<br />

und Garten übernehmen (aber nicht<br />

vor Schulbeginn). Bisher hatten Jugendliche<br />

der Realschule Freudenberg<br />

diese Tätigkeiten seit dem Jahr 2014<br />

übernommen, dafür bedankt sich der<br />

Seniorenbeirat bei der Schule und den<br />

Schülern.<br />

Flyer zur Tschengel<strong>db</strong>örse liegen im<br />

Rathaus, in der Stadtbücherei und bei<br />

den sozialen Diensten aus, ebenso die<br />

Notfall-Karten, auf die der Seniorenbeirat<br />

noch einmal besonders hinweisen<br />

möchte. Kontaktaufnahme: Gertrud<br />

Giebeler, <strong>02</strong>734-8097<br />

eh<br />

10 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 11


Kurz berichtet<br />

Nachtwächter Balthasar<br />

darf lebenslang öffentlich singen<br />

Kurz berichtet<br />

Suttner Vorsitzender im Deutschen Kunstrat<br />

Mit großer Mehrheit in Berlin wiedergewählt<br />

Foto: Gesellschaft für Stadtmarketing Siegen e.V.<br />

Siegen. Über 1000 Mal erklang sein<br />

Ruf „Hört Ihr Leut´und lasst Euch sagen“<br />

in der Siegener Altstadt. Jetzt<br />

wurde Nachtwächter Balthasar, alias<br />

Siegbert Ullrich, von Bürgermeister<br />

Steffen Mues in den Ruhestand verabschiedet.<br />

Die Feier fand im Alten<br />

Weinkeller im Kreise der Stadtführer-<br />

Kolleginnen und -kollegen statt, die,<br />

wie Siegbert Ullrich, für die Touristeninformation<br />

der GSS e. V. tätig sind.<br />

Siegbert Ullrich vollendete im Sommer<br />

letzten Jahres sein 80. Lebensjahr.<br />

Danach reifte seine Überlegung,<br />

die Nachtwächter-Hellebarde niederzulegen,<br />

„wenn und solange es am<br />

schönsten ist“. Seinen ersten Auftritt<br />

in der Rolle des Balthasar hatte Ullrich<br />

am 11. September 2004 anlässlich<br />

eines Altstadtfests. Danach war er<br />

13 Jahre bei Wind und Wetter in den<br />

Altstadtgassen unterwegs und machte<br />

über 20.000 Gäste mit Geschichten<br />

und Geschichtchen der alten Zeit vertraut.<br />

Unter den drei Nachtwächtern,<br />

die in den Diensten der GSS stehen,<br />

zeichnete Siegbert Ullrich vor allem<br />

seine Stimmgewalt aus. Keiner sang<br />

das Nachtwächter-Lied so schön wie<br />

der ausgebildete Tenor.<br />

Bürgermeister Mues fand für die<br />

Verabschiedung Ullrichs launige Worte<br />

und stellte unter anderem fest,<br />

dass Ullrich der erste Mitarbeiter sei,<br />

den er mit über 80 Jahren aus dem<br />

Dienst entlasse. Für den unermüdlichen<br />

Einsatz gelte Siegbert Ullrich<br />

große Dankbarkeit und Wertschätzung.<br />

Letztere fand ihren Ausdruck<br />

in einer Urkunde, die der Bürgermeister<br />

überreichte. Mit seinem Ausscheiden<br />

wurde Ullrich zum „Oberstadtknecht“<br />

befördert, der nun auf<br />

Lebenszeit das Privileg hat, auf den<br />

Siegener Straßen und Plätzen ohne<br />

behördliche Genehmigung zu singen.<br />

Balthasar 2, alias Günther Klaes,<br />

und Balthasar 3, alias Martin Horne,<br />

halten das Angebot der Nachtwächter-Rundgänge<br />

aufrecht und werden<br />

bis auf weiteres die Lücke füllen, die<br />

Siegbert Ullrich hinterlässt. <strong>db</strong><br />

Siegen/Berlin. In seiner Sitzung im<br />

Mai wählte der Deutsche Kunstrat Wolfgang<br />

Suttner, den ehemaligen Kulturreferenten<br />

des Kreises Siegen-Wittgenstein<br />

und Mitgründer des Kunstvereins<br />

Siegen, zum Vorsitzenden.<br />

Der Deutsche Kunstrat ist einer der<br />

acht Sektionen im Deutschen Kulturrat.<br />

Dort heißen die Vorsitzenden aller acht<br />

Sektionen „Sprecher“ und bilden den<br />

Sprecherrat, das wichtigste Gremium<br />

des Deutschen Kulturrates.<br />

Der Spitzenverband aller Bundesverbände<br />

der Kultur in Deutschland repräsentiert<br />

mehr als sieben Millionen kulturaktive<br />

Bürgerinnen und Bürger im<br />

Zusammenschluss von 22 bundesweit<br />

organisierten Verbänden. Er vertritt<br />

auf Bundesebene die Interessen des<br />

Kunstbetriebes, er hat insbesondere<br />

das Ziel, der Bildenden Kunst die gebührende<br />

Geltung zu verschaffen und<br />

die kulturpolitischen Rahmenbedingungen<br />

mit zu gestalten. Als Co-Sprecherin<br />

wurde die Vorsitzende des Berufsverbandes<br />

Bildender Künstler, BBK, die Installationskünstlerin<br />

Dagmar Schmidt<br />

aus Hannover gewählt. Suttner vertritt<br />

besonders die Galerien, Kunstvereine,<br />

Museen, Versteigerer, Kritiker usw.<br />

Neben der Mitberatung aller kulturpolitischen<br />

Fragen des Deutschen<br />

Kulturrates und der Besetzung der<br />

Fachausschüsse des Deutschen Kulturrates<br />

setzt der Deutsche Kunstrat<br />

einen jährlichen Themenschwerpunkt,<br />

der „kunstpolitisch“ besonders auf den<br />

Nägeln brennt.<br />

In diesem Jahr ist das der Kunstunterricht<br />

an deutschen Schulen, der in<br />

fast allen Bundesländern Anlass zu großer<br />

Unzufriedenheit gibt: Die Lehrpläne<br />

sind nicht mehr zeitgemäß oder werden<br />

zusammengestrichen. Die Kunstlehrerausbildung<br />

wird ausgedünnt und<br />

das Fach Bildende Kunst – Ästhetische<br />

Erziehung in einer Zeit der bildmächtigen<br />

Kommunikation, wie Facebook<br />

oder Instagram, zum vernachlässigten<br />

„Orchideenfach“ degradiert. <strong>db</strong><br />

Wolfgang Suttner (lks) Präsident des Deutschen<br />

Kulturrates, Prof. Christian Höppner<br />

Neue Fotografien<br />

im MGK<br />

Den Kopf voller Farben<br />

„Museums-Momente“ – eine Erfolgsgeschichte<br />

Siegen. Die Unterstützung durch den Freundeskreis<br />

des Museums und der Sparkassen-<br />

Stiftung ermöglichte es dem Museum für<br />

Gegenwartskunst in Siegen, kürzlich weitere<br />

zehn eindrucksvolle Fotografien von Bernd<br />

und Hilla Becher zu erwerben. Dabei handelt<br />

es sich um Aufnahmen aus den Jahren<br />

1961 und 1972, die die Industrieanlagen in<br />

Eiserfeld, Siegen-Hain und Birlenbach zeigen.<br />

Sie folgen dabei der typischen, stilbildenden<br />

Fotokunst der Bechers, wie sie in deren berühmten<br />

Aufnahmen der Siegerländer Fachwerkhäuser<br />

sowie der nordamerikanischen<br />

Industriearchitektur geprägt wurde. <strong>db</strong><br />

Siegen. Um die Museums-Momente<br />

für Menschen mit Demenz ging es bei<br />

einer Informationsveranstaltung im<br />

Museum für Gegenwartskunst. Die<br />

Vertreter von elf Pflegeeinrichtungen<br />

fanden sich zu einem Erfahrungsaustausch<br />

zusammen. Eingeladen waren<br />

auch Vertreter der Selbsthilfegruppe<br />

„Mitten im Leben“.<br />

Die an Demenz betroffenen Teilnehmer<br />

berichteten über die Erfahrungen<br />

ihrer Führung im Februar. Seit<br />

2016 gehört die Sonderführung zum<br />

festen Programm des Museums.<br />

Zeit für eine Zwischenbilanz. „Der<br />

gemeinsame Spaß in der Gruppe<br />

und die sinnliche Erfahrung vor den<br />

Kunstwerken wurde einhellig als positiv<br />

von den Mitarbeiterinnen der<br />

ambulanten und stationären Pflege<br />

hervorgehoben", sagt Karin Puck aus<br />

der Abteilung Kunstvermittlung des<br />

Museums. Denn die Führungen sind<br />

ganz auf die Bedürfnisse dieser speziellen<br />

Besuchergruppe zugeschnitten<br />

und beginnen immer mit einer<br />

Tasse Kaffee. Dass dieses Konzept<br />

aufgeht, wurde in den begeisterten<br />

Schilderungen der Teilnehmer der<br />

Selbsthilfegruppe sehr deutlich. „Ich<br />

habe meinen Kopf ganz voll. Voller<br />

schöner Dinge“, so beschrieb es eine<br />

Teilnehmerin.<br />

Charlotte Boes vom Demenz-Service<br />

Zentrum, auf dessen Initiative<br />

die Museums-Momente entstanden<br />

sind freut sich, dass diese Veranstaltungen<br />

inzwischen zu einem ganzen<br />

Strauß von Angeboten für Menschen<br />

mit Demenz im Siegerland gehört.<strong>db</strong><br />

Interssierte Besucher<br />

12 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 13


Anzeige<br />

Für Vorstand sowie Mitarbeiter der<br />

Sparkasse Siegen war 2017 ein gutes<br />

und kontrastreiches Jahr. Es war geprägt<br />

von bunten Feiern und Aktionen<br />

anlässlich des 175jährigen Bestehens<br />

des Kreditinstituts, von anspruchsvollen<br />

wirtschaftlichen Rahmenbedingungen<br />

und den Vorbereitungen zur Fusion<br />

mit der Stadtsparkasse Hilchenbach,<br />

die zum 1. Mai <strong>2018</strong> rechtskräftig wird.<br />

Im Jahr ihres 175jährigen Bestehens hat<br />

die Sparkasse Siegen erneut ein gutes Vertriebsergebnis<br />

erzielt.<br />

Wilfried Groos, Vorstandsvorsitzender:<br />

„Trotz des schwierigen Marktumfelds<br />

blieb die Ertragslage stabil, so dass wir die<br />

Reserven weiter ausbauen konnten. Das<br />

fusionierte Haus wird dann über 400 Mio.<br />

Euro an Eigenkapital aufgebaut haben –<br />

eine stabile Basis.“ Mit der Sparkasse Hilchenbach<br />

beträgt das Kundengeschäftsvolumen<br />

dann über 7 Mrd. Euro. Weit über<br />

120.000 Menschen schenken der Sparkasse<br />

Siegen ihr Vertrauen und führen ihr<br />

Girokonto dort. Die Bilanzsumme liegt für<br />

2017 bei 3,5 Mrd. Euro.<br />

Marktführer im Immobilienbereich<br />

und Kreditgeschäft<br />

Die weiter anhaltende Niedrigzinsphase<br />

beeinflusst mit günstigen Zinskonditionen<br />

das Kreditgeschäft. Die Darlehenszusagen<br />

an Privatkunden stiegen im Vergleich<br />

zum Vorjahr um 6 Prozent, also um<br />

Sparkasse Siegen Jahrespressebericht 2017<br />

Die Sparkasse Siegen in ihrem Jubiläumsjahr 2017<br />

Seit 175 Jahren verlässlicher Partner vor Ort.<br />

13 Mio. Euro an. Insgesamt stellt die Sparkasse<br />

Siegen für die Menschen der Region<br />

und die heimische Wirtschaft Kredite<br />

in Höhe von über 2,8 Mrd. Euro bereit.<br />

Das Thema Nummer eins im Kreditgeschäft<br />

bei den privaten Kunden war auch<br />

in 2017 wieder die Immobilienfinanzierung.<br />

Mit ihrem Immobiliencenter und<br />

der S-Bauland GmbH bietet die Sparkasse<br />

Siegen rund ums Eigenheim umfassenden<br />

Service aus einer Hand – von der Suche<br />

nach dem geeigneten Baugrundstück<br />

und der passenden Immobilie über die<br />

Finanzierung bis hin zur Absicherung der<br />

eigenen vier Wände.<br />

Partner des Mittelstandes<br />

Die Unternehmen der Region investierten<br />

in 2017 kräftig – zum Teil in Immobilien,<br />

vielfach aber auch in Maßnahmen zur<br />

Digitalisierung. Als größter Financier des<br />

heimischen Mittelstandes ist die Sparkasse<br />

Siegen bei Investitionsvorhaben erster Ansprechpartner,<br />

auch beim Thema Leasing.<br />

Geldanlage – deutliche Zuwächse<br />

im Wertpapierbereich<br />

Was sich für Kreditnehmer positiv auswirkt,<br />

macht den Anlegern auf der anderen<br />

Seite das Leben schwer. In Zeiten niedriger<br />

Zinsen werfen kurzfristige Anlagen<br />

nur wenige bis gar keine Erträge ab. Zwar<br />

parken viele Kunden auch bei der Sparkasse<br />

Siegen ihre Gelder noch in solch<br />

niedrigverzinsten Anlagen, immer mehr<br />

erkennen jedoch die Chancen, die der<br />

Aktienmarkt bietet. In der privaten Geldvermögensbildung<br />

verzeichnete die Sparkasse<br />

in 2017 einen Zuwachs von 113 Mio.<br />

Euro – davon wurden fast 50 Mio. Euro<br />

im Wertpapierbereich angelegt.<br />

Vorstandsmitglied Günter Zimmermann:<br />

„Zurückzuführen ist das sicherlich auf unsere<br />

gute persönliche und spezialisierte<br />

Beratung. Dabei schätzen Anleger vor allem<br />

unsere individuellen Dienstleistungen.<br />

Speziell ausgebildete Berater bieten Aktive<br />

Depotbetreuung, Nachfolgeberatung<br />

und Testamentsvollstreckung an. Diese<br />

Angebote werden so gut nachgefragt, dass<br />

in <strong>2018</strong> mit der Individuellen Vermögensverwaltung<br />

ein weiterer Baustein hinzukommt.“<br />

Im Jahr 2017 wurden rund 6.000<br />

neue Fondssparpläne abgeschlossen, das<br />

sind 25 Prozent mehr als im Vorjahr. „Zu<br />

diesem großen Erfolg haben sicherlich<br />

auch die besonderen Wertpapierangebote<br />

im Jubiläumsjahr beigetragen und ebenso<br />

der persönliche Einsatz vor Ort in der<br />

Region mit Zielgruppenveranstaltungen<br />

für interessierte Anleger.“ In den Kundendepots<br />

konnte die Sparkasse Siegen einen<br />

Zuwachs in Höhe von 43 Mio. Euro verzeichnen;<br />

damit habe der Bestand erstmals<br />

die 1-Mrd.-Grenze überschritten.<br />

Zuwachs im Versicherungsgeschäft<br />

Auch im Versicherungsbereich konnten<br />

die Bestände weiter ausgebaut werden,<br />

insbesondere im Kfz- und Firmenkundengeschäft,<br />

mit einem Plus von 6 Prozent.<br />

Besonders gut etablierten sich in 2017 die<br />

staatlich geförderten, kapitalmarktnahen<br />

Altersvorsorgeprodukte (Riester).<br />

Gesellschaft im digitalen Umbruch<br />

– die Sparkasse Siegen im Wandel<br />

Die Sparkasse Siegen hat in den 175<br />

Jahren ihres Bestehens so manchen gesellschaftlichen<br />

Umbruch durchlebt und<br />

sich dabei als zeitgemäß und wandlungsfähig<br />

erwiesen. Aktuell sind es der digitale<br />

Umbruch sowie das schwierige Marktumfeld<br />

und vor allem die veränderten<br />

Kundenbedürfnisse, die nach Anpassungen<br />

verlangen. Für die Sparkasse Siegen<br />

ergeben sich daraus auch Veränderungen<br />

im Filialnetz. Zum 1. März <strong>2018</strong> werden<br />

sieben Filialen von einer halbtägigen Öffnungszeit<br />

auf den SB-Betrieb umgestellt<br />

und zwar in Achenbach, in Gosenbach,<br />

am Lindenberg in Siegen, in Werthenbach,<br />

in der Dreisbach in Siegen, in Wilden und<br />

in Fellinghausen. Der jeweilige Standort<br />

bleibt zunächst erhalten und damit das<br />

heute schon umfassende SB-Angebot.<br />

Wilfried Groos: „Der digitale Wandel<br />

greift nachhaltig sowohl in unser Privatleben<br />

als auch in die Arbeitsprozesse von<br />

Unternehmen ein. Ein treffendes Sprichwort<br />

besagt, das, wenn der Wind der Veränderung<br />

weht, die Einen Mauern errichten<br />

und die Anderen Windmühlen bauen.<br />

Wir Sparkassen haben einen regionalen<br />

Versorgungsauftrag, den wir sehr ernst<br />

nehmen, den es allerdings in der digitalen<br />

Welt zeitgemäß zu interpretieren gilt. Natürlich<br />

brauchen wir weiterhin Filialen als<br />

starke Flaggschiffe.<br />

Mit nach wie vor den meisten Filialen<br />

in der Region und SB-Angeboten<br />

an vielen Standorten trägt die Sparkasse<br />

diesem Versorgungsauftrag Rechnung<br />

und bringt den Menschen auch über die<br />

Filialen hinaus mit dem Bargeld-Bring-<br />

Service Bargeld nach Hause. Oualifizierte<br />

Sparkassenangestellte kommen natürlich<br />

auch für die Beratungen gerne vorbei.<br />

Neue Versorgungslösungen, werden<br />

in Kooperation zum Beispiel mit der<br />

Universität Siegen entwickelt.<br />

Innovativ und kundenorientiert –<br />

die Bezahlverfahren der Zukunft<br />

Bei der Sparkasse Siegen ist man offen<br />

für Neues und nutzt den digitalen Fortschritt<br />

gerne auch in der Beratung. Günter<br />

Zimmermann: „Technische Weiterentwicklungen<br />

sind immer eine Chance für<br />

uns, die Kontakte zu unseren Kunden<br />

auf eine breitere und innovative Basis zu<br />

stellen. Unsere Kunden entscheiden heute<br />

situativ und flexibel, welcher Weg gerade<br />

der richtige für sie ist; ob stationär in der<br />

Filiale, mobil von unterwegs oder bequem<br />

von zuhause aus per Telefon, über die Onlineberatung<br />

und den Servicechat. Diese<br />

Angebote werden wir weiter ausbauen,<br />

immer ausgerichtet an den Bedürfnissen<br />

unserer Kunden und immer unter der Prämisse,<br />

dass am anderen Ende der Leitung<br />

immer ein Sparkassenmitarbeiter als persönlicher<br />

Ansprechpartner sitzt.“<br />

Für die Zukunft stellt die Sparkasse<br />

Siegen auch die Weiterentwicklung von<br />

Bezahlverfahren in den Fokus. Sie bietet<br />

moderne Zahlungswege an, um das<br />

Bezahlen in der Zukunft für die Kunden<br />

noch komfortabler zu machen. „Moderne<br />

Zahlungslösungen wie auch das kontaktlose<br />

Bezahlen ‚paydirekt‘, für das sichere<br />

Bezahlen im Internet oder die Debit-Mastercard<br />

bieten einen echten Mehrwert, weil<br />

sie so komfortabel zu bedienen und schnell<br />

sind“, so Wilfried Groos.<br />

Fusion mit der<br />

Stadtsparkasse Hilchenbach<br />

Eine weitere Veränderung für die Sparkasse<br />

Siegen steht mit der Fusion mit der<br />

Stadtsparkasse Hilchenbach an, die im<br />

Mai <strong>2018</strong> wirksam wird. Anfang des Jahres<br />

<strong>2018</strong> ist die Zahl der bundesweit selbstständigen<br />

Sparkassen erstmals unter 400<br />

gesunken. Diese Entwicklung macht auch<br />

vor dem Siegerland nicht halt. Wilfried<br />

Groos: „Bereits seit geraumer Zeit wurde<br />

in Hilchenbach über eine Fusion nachgedacht.<br />

Vor dem Hintergrund stetig wachsender<br />

formaler Anforderungen durch die<br />

BaFin und durch den Gesetzgeber stehen<br />

gerade die kleineren Sparkasseninstitute in<br />

Deutschland vor der Frage, wie sie diese<br />

umfangreichen regulatorischen Prozesse<br />

umsetzen sollen. Oftmals fehlen ihnen<br />

schlicht die notwendigen personellen Kapazitäten.“<br />

Nach der positiven Erfahrung<br />

aus der Fusion mit der Stadtsparkasse<br />

Freudenberg im Jahr 2015 sei davon auszugehen,<br />

dass auch die aktuelle Fusion für<br />

Kunden wie Mitarbeiter harmonisch vonstatten<br />

gehen wird, so Groos.<br />

Bei der Sparkasse Siegen freut man sich<br />

auf die neuen Kunden und auf die neuen<br />

Kollegeninnen und Kollegen. Mit knapp<br />

800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist<br />

die Sparkasse Siegen nicht nur das größte<br />

Kreditinstitut in Südwestfalen, sondern<br />

auch einer der größten Arbeitgeber in der<br />

Region.<br />

Gesellschaftliches Engagement<br />

Neben Mitarbeitern und Kunden können<br />

auch die Vereine und gemeinnützigen<br />

Institutionen im Hilchenbacher Raum von<br />

dem größeren, noch leistungsfähigeren<br />

Kreditinstitut profitieren. Die Sparkasse<br />

Siegen bringt sich seit Jahren mit einem<br />

weit überdurchschnittlichen gesellschaftlichen<br />

Engagement in ihrem Geschäftsgebiet<br />

ein und wird dies zukünftig auch im<br />

Hilchenbacher Raum tun. Im Jahr 2017<br />

stellte die Sparkasse Siegen 3,8 Mio. Euro<br />

an Spenden zur Verfügung. In <strong>2018</strong> wird<br />

nach dem großen Erfolg im Jubiläumsjahr<br />

die Spendenaktion Herzenswunsch<br />

für gemeinnützige Vereine wiederholt –<br />

mit leicht veränderten Rahmenbedingungen.<br />

Ab Mitte Februar geht es wieder los,<br />

150.000 Euro sind zu verteilen. Alle Informationen<br />

finden Interessierte im Internet<br />

auf www.sparkassen-herzenswunsch.de.<br />

Ausblick und Fazit<br />

„Die Sparkasse Siegen konnte ihre Positionierung<br />

als zukunftsfähiges, agiles und<br />

kundenzentriertes Kreditinstitut im Jahr<br />

ihres 175jährigen Bestehens weiter verfestigen.<br />

Dies konnte nur gelingen, weil<br />

die Sparkasse immer modern war, weil<br />

sie sich im Laufe der Jahrzehnte immer<br />

wieder verändert hat und weil engagierte,<br />

kompetente und kreative Mitarbeiter zu<br />

allen Zeiten die Sparkasse Siegen weiterentwickelt<br />

haben.<br />

Gegründet, um allen Teilen der Bevölkerung<br />

wirtschaftliche und soziale Teilhabe<br />

zu ermöglichen, bieten wir auch heute<br />

ein Konto für Jedermann an. Unsere Aufgabe<br />

ist es, Menschen bei der Verwirklichung<br />

ihrer Ziele zu helfen, ihre Wünsche<br />

zu verstehen und sie diesen ein Stück näher<br />

zu bringen. Wir sind unseren Kunden<br />

menschlich nah, auch in einer digitalen<br />

Welt, und das werden wir auch bleiben.<br />

Unser gutes Ergebnis 2017 ist für uns Bestätigung<br />

und Ansporn, unsere nachhaltig<br />

ausgerichtete Geschäftspolitik auch im<br />

176. Geschäftsjahr der Sparkasse Siegen<br />

fortzusetzen“, so Wilfried Groos zum Ausblick<br />

auf die zukünftige Entwicklung. •<br />

Sparkasse Hilchenbach fusionierte am 1. Mai <strong>2018</strong> mit der Sparkasse Siegen


Aus dem Siegener Seniorenbeirat<br />

Von Partnerstadt freundlich empfangen<br />

Siegener Seniorenbeirat zu Besuch in Ypern<br />

Aus dem Siegener Seniorenbeirat<br />

Schwerpunkt Siegen-Süd<br />

Stadtrat Arne Fries stellte sich vor<br />

Seniorenbeiratsmitglieder aus Siegen und Ypern<br />

Siegen/Ypern. Nachdem der Seniorenbeirat<br />

vor knapp zwei Jahren die<br />

Kolleginnen und Kollegen in Plauen besuchte<br />

und dieser im vergangenen Jahr<br />

bereits zum Gegenbesuch in Siegen war,<br />

stand jetzt eine Reise in die belgische<br />

Partnerstadt Ypern auf dem Programm.<br />

Eine achtköpfige Delegation unter Leitung<br />

des Beiratsvorsitzenden Dr. Horst<br />

Bach weilte für drei Tage in der Metropole<br />

Flanderns. Am Anfang des Besuches<br />

fand ein gemeinsames Diner mit Vertretern<br />

des Yperner Seniorenbeirates und<br />

Mitgliedern des Verwaltungsrates im historischen<br />

Landsitz „Kasteelhof `Hooghe“<br />

statt. Dieses Treffen diente dem persönlichen<br />

Kennenlernen und beinhaltete bereits<br />

einen ersten Erfahrungsaustausch<br />

zur Beiratsarbeit. Gleich am nächsten<br />

Tag wurden die Projekte der „Friedensstadt<br />

Ypern“ vorgestellt. In einer gemeinsamen<br />

Beiratssitzung am Nachmittag<br />

erläuterten beide Beiräte ihre Arbeit.<br />

Beim Austausch der jeweiligen Strukturen<br />

wurde deutlich, dass es im Hinblick<br />

auf Arbeitsweisen und Schwerpunkte<br />

doch einige Unterschiede gab, die allerdings<br />

beiderseits als willkommene Anregungen<br />

aufgenommen wurden. Besonders<br />

eindrucksvoll geriet die bei eisiger<br />

Kälte durchgeführte Stadtführung. Der<br />

nahezu zweistündige Rundgang führte<br />

die Siegener Delegationsmitglieder zum<br />

historischen Marktplatz mit den Tuchhallen,<br />

in die Kathedrale der alten Bischofsstadt,<br />

in die wie ein Kriegsmuseum hergerichtete<br />

Anglikanische Kirche sowie<br />

zum „Menenpoort“, dem Gedenktor mit<br />

den in Marmor gemeißelten Namen von<br />

54.896 Toten und Vermissten aus dem<br />

Ersten Weltkrieg.<br />

Einen nachhaltigen Eindruck hinterließ<br />

schließlich der abschließende Besuch<br />

im „In Flanders Fields“-Museum,<br />

wo im Rahmen eines mehrfach prämierten<br />

museumspädagogischen Multimedia-Konzeptes<br />

persönliche Schicksale<br />

aus dem 1.Weltkrieg aufgezeigt und<br />

auch an den in der Nachbarschaft gelegenen<br />

deutschen Soldatenfriedhof Langemarck<br />

erinnert wurde.<br />

<strong>db</strong><br />

Siegen. Der Siegener Seniorenbeirat<br />

hatte zu seiner Frühjahrssitzung erstmals<br />

den neugewählten Stadtrat Arne<br />

Fries eingeladen. Der Beigeordnete gab<br />

einen Überblick über seinen Aufgabenbereich,<br />

der neben der Zentralen Vergabestelle<br />

auch die Bereiche Recht und Versicherungen,<br />

Ordnung und Stadtreinigung,<br />

Bürgerdienste, Kultur, Sport und Bäder<br />

beinhaltet. Beiratsvorsitzender Dr. Horst<br />

Bach machte deutlich, dass ein Großteil<br />

dieser Aufgabengebiete gerade für die<br />

älteren Menschen der Stadt eine wichtige<br />

Bedeutung habe. Aktuell würde besonders<br />

der Einsatz von mehr Fußstreifen<br />

empfohlen. Beiratsmitglied Eberhard<br />

Schäfer wies auf die Probleme des Winterdienstes<br />

im ländlichen Raum hin.<br />

Arne Fries zeigte sich offen für die<br />

vielfältigen Anliegen des Seniorenbeirates.<br />

„Wenden Sie sich mit Wünschen und<br />

Vorschlägen an mich. Ich habe stets ein<br />

offenes Ohr für Ihre Anliegen und werde<br />

mich persönlich für Verbesserungen<br />

einsetzen“, versprach der Beigeordnete.<br />

Ein besonderes Augenmerk will der<br />

Seniorenbeirat nunmehr auf den Siegener<br />

Süden richten, wo mit Rolf Steinemann,<br />

Karin Piorkowski und Vorstandsmitglied<br />

Michael Horak nur drei<br />

Mitglieder vertreten sind. Horst Bach<br />

appellierte in diesem Zusammenhang<br />

an alle Vereine und Organsiationen die<br />

für ihren Bezirk zuständigen Beiratsmitglieder<br />

doch vermehrt zu ihren Veranstaltungen<br />

einzuladen.<br />

Für den Siegener Süden ist jetzt vor<br />

den Sommerferien noch eine umfassende<br />

Präsentation des Seniorenbeirates<br />

mit Vorstellung der Beiratsmitglieder<br />

aus dem Bezirk sowie Berichten<br />

aus Vorstand und Arbeitskreisen geplant.<br />

Für die zweite Jahreshälfte ist<br />

eine ähnliche Veranstaltung für den<br />

Bereich Siegen-Ost mit den Stadtteilen<br />

Bürbach, Kaan-Marienborn, Volnsberg,<br />

Breitenbach und Feuersbach vorgesehen.<br />

Das neue unter der Federführung<br />

von Presse- und Arbeitskreissprecher<br />

Ernst Göckus verfasste Faltblatt „Der<br />

Stadtrat Arne Fries<br />

Siegener Seniorenbeirat informiert“ ist<br />

erschienen und liegt an den bekannten<br />

Auslegestellen zur Mitnahme aus. Hier<br />

sind neben der allgemeinen Zielsetzung<br />

des Beirats insbesonder auch die aktuell<br />

bearbeiteten Themenschwerpunkte<br />

der vier verschiedenen Arbeitskreise<br />

aufgeführt.<strong>db</strong><br />

Rückblick auf 20jährige Arbeit Seniorenbeirat<br />

Gelungener Austausch mit Partnerstädten Plauen und Leeds<br />

Siegen. In der letzten Sitzung des Siegener<br />

Seniorenbeirates im Jahr 2017<br />

dankte Bürgermeister Steffen Mues<br />

sämtlichen Mitgliedern des Gremiums<br />

für die engagierte und erfolgreiche ehrenamtliche<br />

Tätigkeit. Gleichzeitig gab er<br />

einen kurzen Rückblick auf die 20jährige<br />

Arbeit des Beirates. „Im Sinne aller<br />

Beteiligten war es eine wichtige und<br />

gute Entscheidung, den Seniorenbeirat<br />

zu installieren.“ Beispielhaft nannte<br />

er die kompetente Mitwirkung bei<br />

Bauvorhaben, Sicherheit, Verkehr und<br />

seniorengerechten sozialen Einrichtungen.<br />

Besonders hob der Bürgermeister<br />

die gelungenen Austauschbesuche mit<br />

Senioren der Partnerstädte Plauen und<br />

Leeds hervor. Aus einer anschließenden<br />

Gesprächsrunde konnte Mues zahlreiche<br />

Anregungen mitnehmen, so etwa<br />

zu verbessertem Winterdienst, seniorenfreundlichen<br />

Aufzügen und Mitwirkungen<br />

bei Altersjubiläen städtischer Bürger.<br />

Die neu konstituierten vier Arbeitskreise<br />

zeigten Perspektiven künftigen<br />

Tuns auf, welche in eine Agenda für die<br />

neue Amtsperiode einfließen werden.<br />

Die politische Teilhabe der älteren Menschen<br />

an der Gestaltung einer generationengerechten<br />

sozialen Stadt werde<br />

dabei eine wichtige Rolle spielen. Die<br />

Aufgaben aus der Agenda 2012 seien<br />

überwiegend vollständig und bürgernah<br />

umgesetzt worden. Auch die bereits erfolgreich<br />

angestoßene Zusammenarbeit<br />

mit den Seniorenbeiräten der Städte<br />

Kreuztal und Freudenberg solle weiter<br />

intensiviert werden, so der Vorsitzende.<br />

Einstimmig sprach sich der Senioren<br />

beirat für eine seniorenfreundlichere<br />

Schalterhalle im Siegener Hauptbahnhof<br />

aus. Dringend geboten sind ein<br />

Nummern-Automat mit akustischer<br />

und visueller Anzeige sowie verbesserte<br />

Sitzgelegenheiten. Eine entsprechende<br />

Resolution wird gemeinsam mit<br />

dem Beirat der Menschen mit Behinderungen<br />

verabschiedet werden. <strong>db</strong><br />

16 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 17


Kurz berichtet<br />

Orientierung und Hilfe im Alter<br />

Netphen. Bei Eintritt ins Rentenalter<br />

und nachdem die eigenen Kinder aus<br />

dem Haus sind, stehen vielen älteren<br />

Menschen in Deutschland noch durchschnittlich<br />

25 bis 30 „geschenkte“ Jahre<br />

bevor. Erstmals in der Geschichte kann<br />

eine so große Bevölkerungsgruppe ihr<br />

Alter(n) weitgehend selbst gestalten –<br />

aktuell ist im Kreis Siegen-Wittgenstein<br />

ungefähr einer von vier Menschen (Ü60)<br />

in dieser Situation. Für alle gilt, die damit<br />

verbundenen Chancen wahrzunehmen<br />

und die Herausforderungen anzunehmen.<br />

Am 18. Oktober startet – diesmal in<br />

Netphen – ein weiterer Kurs unter dem<br />

Titel „Orientierung und Hilfe im Alter“.<br />

Der einjährige Kurs wird vom Verein<br />

ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein e.V. in<br />

Verbindung mit der Senioren-Service-<br />

Stelle der Stadt Netphen und dem Institut<br />

für Kirche und Gesellschaft angeboten.<br />

Angesprochen sind Menschen,<br />

die ihre „späte Freiheit“ bedenken und<br />

gestalten wollen. Geplant sind etwa<br />

zehn Nachmittags– und zwei zweitägige<br />

Veranstaltungen in Bildungsstätten.<br />

Inhaltlich geht es um das Bewusstmachen<br />

des eigenen Alters (individuelle<br />

und gesellschaftliche Altersbilder, biografische<br />

Impulse, Werte im Alter), aber<br />

auch um besondere Herausforderungen<br />

(Krankheit, Sucht, Demenz, Vorsorge).<br />

Außerdem werden gesellschaftliche Entwicklungen<br />

behandelt (Demografischer<br />

Wandel, geschlechtsspezifische Aspekte<br />

beim Altern, Generation der Kriegskinder,<br />

Gewalt im Alter, Sozialrecht….). Diese<br />

und weitere Themen werden von fachkundigen<br />

Referenten bearbeitet und mit<br />

unterschiedlichen Methoden vermittelt.<br />

Die Kursveranstaltungen finden überwiegend<br />

in der Alten Schule in N.-Beienbach<br />

statt, der Beitrag für den gesamten<br />

Kurs beträgt 120,- Euro pro<br />

Teilnehmer*in. Netphener Bürgerinnen<br />

und Bürger werden bevorzugt.<br />

Eva Vitt von der Netphener Senioren-Service-Stelle<br />

nimmt Anmeldung entgegen. <br />

<strong>02</strong>738/603-145 E.Vitt@netphen.de<br />

Die Senioren-Service-Stelle Netphen<br />

lädt zu einer Info-Veranstaltung ein. Termin:<br />

20. Sept., 14:30 Uhr im Rathaus,<br />

Amtsstraße.<strong>db</strong><br />

Sicher mit dem E-Bike unterwegs<br />

Senioren-Service-Stelle Neunkirchen bietet Kursnachmittag an<br />

Neunkirchen. Mit dem E-Bike erlangen<br />

insbesondere ältere Menschen wieder<br />

eine neue Mobilität. Der Motor unterm<br />

Sattel fängt körperliche Defizite<br />

auf: Selbst in hügeliger Landschaft ist<br />

es der Generation 55+ möglich, Ausflüge<br />

von mehr als 40 Kilometern Länge zu<br />

machen. Doch wer den Drahtesel über<br />

Jahre oder Jahrzehnte nicht genutzt hat,<br />

kann schnell mit dem Handling überfordert<br />

sein. Aus diesem Grund bietet die<br />

Senioren-Service-Stelle für alle E-Bike-<br />

Fahrer und die, die es werden wollen, am<br />

13. Juni einen speziellen Kurs an.<br />

E-Bikes sind im Trend. Der Markt<br />

wächst. Mehr als 15 Prozent der Räder<br />

auf deutschen Straßen sind inzwischen<br />

motorunterstützt. Insbesondere den sogenannten<br />

Best Agern bieten die Pedelecs<br />

neue Möglichkeiten und eine Ausweitung<br />

ihres Mobilitätsradius - und das trotz<br />

gesundheitlicher Probleme, etwa mit den<br />

Knien oder der Ausdauer. Auf dem E-Bike<br />

sind Fahrradfahrer dank des „elektrischen<br />

Schubs“ komfortabel und mit nur geringer<br />

körperlicher Anstrengung unterwegs.<br />

Für ungeübte Fahrer steigt jedoch das<br />

Unfallrisiko. Die Räder kommen dank der<br />

Motorunterstützung schnell in Fahrt und<br />

werden erst bei 25 km/h gedrosselt. In<br />

unvorhergesehenen Situationen - auf unebenen<br />

Untergründen, wie etwa Schotter<br />

oder bei entgegenkommenden Fahrzeugen<br />

- können ältere Fahranfänger schneller<br />

unter Stress geraten und möglicherweise<br />

falsche Entscheidungen treffen.<br />

Kommt es dann zu einem ungeplanten<br />

Bremsmanöver, lässt sich nicht nur<br />

das Rad ob seines höheren Gewichts<br />

schwerer halten, auch der Fahrer selbst<br />

kann unvermittelt auf dem Boden liegen,<br />

weil er sich nicht mehr so gut abfangen<br />

kann. Da sich ältere Menschen schneller<br />

verletzen, birgt jeder Sturz ein Risiko.<br />

Um die Unfallgefahr zu verringern<br />

und den Fahrern zugleich ihre anfänglichen<br />

Unsicherheiten zu nehmen, veranstaltet<br />

die Senioren-Service-Stelle<br />

Neunkirchen im Rahmen des kreisweiten<br />

Mobilitätskonzepts ein Sicherheitstraining<br />

auf dem Verkehrsübungsplatz<br />

in Altenseelbach. Hier können E-Bike-<br />

Fahrer ihre Gefährte stressfrei testen.<br />

Um 14 Uhr geht’s los. Einem Theorieteil<br />

zu Beginn folgen verschiedene<br />

praktische Übungen, die vom Anfahren<br />

am Berg bis zur Bewältigung klassischer<br />

Verkehrssituationen reichen. Die beiden<br />

Verkehrssicherheitsberater der Polizei<br />

Siegen, Gerd Heldmann und Anette<br />

Schmetz, leiten die E-Bike-Besitzer an<br />

und geben Tipps zum Handling des Rades.<br />

„Unser Ziel ist, dass E-Biker sicher<br />

im Umgang mit ihrem Fortbewegungsmittel<br />

werden und ihre mobile Freiheit<br />

noch mehr genießen können“, fasst Seniorenberaterin<br />

Bettina-Großhaus-Lutz<br />

den Sicherheitstag zusammen.<br />

Mit dem Zweiradhaus Kämpflein aus<br />

Daaden ist ein versierter Fachmann vor<br />

Ort. Er wird ein E-Bike vorstellen, das<br />

mit der notwendigen Sicherheitsausstattung<br />

ausgerüstet ist. Dazu gehören neben<br />

einem Fahrradständer insbesondere<br />

die Rückspiegel. Mit ihnen lässt sich der<br />

Verkehr auch dann im Auge behalten,<br />

wenn ein Schulterblick Schwierigkeiten<br />

bereitet. Auch sollten die Bremsen gut<br />

zu dosieren sein, damit bei der höheren<br />

Geschwindigkeit keine Unfälle durch<br />

blockierende Reifen geschehen.<br />

Für die Veranstaltung, die bis 17 Uhr<br />

anberaumt ist, wird ein Versicherungsbeitrag<br />

von 10 Euro erhoben.<br />

Anmeldung, unter <strong>02</strong>735 767-200<br />

oder b.grosshaus-lutz@neunkirchensiegerland.de.<strong>db</strong><br />

18 durchblick 2/<strong>2018</strong><br />

2/<strong>2018</strong> durchblick 19


Wenn Vergangenes neu erblüht<br />

Ältere Leserinnen unserer Zeitschrift erinnern sich<br />

sicher noch an Peter Alexander. Mit seinem unnachahmlichen<br />

Wiener Schmelz sprach er besonders<br />

weibliche Wesen an und ein Lied aus seinem Repertoire<br />

kommt mir in jedem Frühjahr wieder in den Sinn.<br />

Zu allen Wohnhäusern im Dorf gehörte zu meiner Jugendzeit<br />

ein Garten, meistens „hinnerm Hus“ gelegen.<br />

Die Flächen wurden überwiegend von unseren Müttern<br />

für den Anbau von Gemüse genutzt, auf dem Stück Wiese<br />

auch häufig Wäsche zum Bleichen ausgelegt. Viele<br />

hatten noch Kleinvieh, wie Kaninchen oder Hühner und<br />

wie heute wieder, war das dörfliche Bild von Unmengen<br />

an Brennholz „hinnerm Hus“ geprägt. Außerdem standen<br />

in jedem Garten noch eine stattliche Zahl an Obstbäumen.<br />

Wer träumt nicht zuweilen von der, damals<br />

vermeintlich heilen und vollkommen unkomplizierten<br />

Welt, in der wir noch Möhren stibitzen und ungewaschen<br />

verspeisen konnten oder uns das Obst von den<br />

Bäumen pflückten.<br />

Wenn ich heute aus dem Küchenfenster schaue, sehe<br />

ich ein ähnliches Bild aus meiner Jugendzeit. Es ist ein<br />

alter, jetzt schon in die Jahre gekommener Baum und er<br />

lässt Peter Alexander und das Lied von den Kirschen in<br />

Nachbars Garten wach werden.<br />

Als Bübchen mit heißem Verlangen, sah oft ich zum<br />

Nachbarn hinein. Dort sah einen Kirschbaum ich prangen,<br />

der lud mich zum Naschen ein ..., so beginnt der Text.<br />

Inzwischen lebt eine dritte Generation unter diesen<br />

Kirschbaum. Haus und Grundstück wechselten den Besitzer.<br />

Es zog eine junge Familie ein. Heute sind es allerdings<br />

nicht mehr die Kirschblüten oder die rot leuchtenden<br />

Früchte des Baumes, die mich in ihren Bann ziehen.<br />

Jetzt sind es Rosen.<br />

Meine Nachbarin hat den besagten „grünen Daumen“<br />

und sie ist eine Liebhaberin alter Rosensorten, deren<br />

edle Triebe sich überall in Bäumen, Hecken und Sträuchern<br />

ihren eigenen Lebensraum erobern. Es ist eine<br />

einzigartige Atmosphäre, die sich während der Sommermonate<br />

im Nachbargarten eröffnet. Ein Meer an Blüten<br />

und Farben und ein ganz berauschender Duft.<br />

Zuerst war es nur der alte Kirschbaum, den ich blühend<br />

wahrnahm. Doch irgendwann wurde es plötzlich<br />

ein anderes Leuchten! In den Ästen hatten sich Ramblerrosen<br />

ihren Weg gesucht. Inzwischen erwacht diese besondere<br />

Leuchtkraft in jedem Frühjahr und Sommer, ja<br />

es ist ein ganzer Rosengarten entstanden. Alle weiteren<br />

Gehölze, die Obelisken und Bögen erstrahlen weit sichtbar<br />

in neuem Leben. Überwiegend sind es alles einmalblühende<br />

und historische Rosengehölze, die meine Nachbarin<br />

im Laufe der Jahre in Kleinarbeit und mit viel Liebe<br />

gesammelt und angepflanzt hat. Vor allem sind sie frostsicher<br />

für unsere Siegerländer Verhältnisse geeignet.<br />

An den Rosen in Nachbars Garten erfreut sich die Vogelwelt<br />

und all dem Kleingetier bietet sich ein paradiesisches<br />

Domizil.<br />

Es ist eine Renaissance des Altbewährten im neuen Stil<br />

und eine farbenfrohe, naturbelassene Wiederbelebung der<br />

knorrig, langsam absterbenden Bäume im Einklang mit<br />

den Jahreszeiten. Ohne chemische Spritzmittel dankt es<br />

die Natur. Selbst an reichhaltigen Gaumengenüssen lässt<br />

es der Rosengarten nicht fehlen. Das Herz erfreut sich an<br />

den Blüten, der Gaumen an köstlichen Marmeladen und<br />

Leckereien und die Seele darf in einem Bad mit Rosenwasser<br />

oder -blättern baumeln. Ich finde es einzigartig und erfreue<br />

mich in jedem Jahr an dem Blütenmeer vor meinem<br />

Küchenfenster.<br />

Eva-Maria Herrmann<br />

Foto: Marion Schneider<br />

20 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 21


Menschen helfen Menschen<br />

Dschungelbuch<br />

Klaus Reifenrath<br />

... immer vorneweg<br />

Was tun, wenn man plötzlich seinen Job verliert<br />

und zum Hartz4-Empfänger wird? Für die meisten<br />

Menschen ist das zunächst einmal ein Schock.<br />

Sie ziehen sich zurück, verlieren ihren Mut und laufen Gefahr,<br />

in lähmende Trostlosigkeit zu verfallen.<br />

Nicht so Klaus Reifenrath, seines Zeichens Fahrschullehrer,<br />

aus gesundheitlichen Gründen ohne Job und unverbesserlicher<br />

Optimist. Er lotet zunächst einmal die vielfältigen<br />

Möglichkeiten finanzieller Hilfen aus, die ihm als Hartz4-<br />

Empfänger hier in Siegen zur Verfügung stehen. Und wie das<br />

so ist, dabei trifft er auf andere Menschen, die von der gleichen<br />

Situation betroffen sind .Man tauscht sich aus.<br />

So entstand die Idee zum „Dschungelbuch Siegen“, einer<br />

Informationssammlung im Internet für Menschen mit wenig<br />

oder gar keinem Einkommen, zusammengetragen von Betroffenen<br />

für Betroffene. Warum „Dschungelbuch“? Die hier<br />

veröffentlichten Informationen sollen helfen, sich im Dschungel<br />

der Siegener Behörden und der verschiedenen Hilfsorganisationen<br />

und Hilfsmöglichkeiten in Siegen zurechtzufinden.<br />

Das Dschungelbuch kann von jedermann kostenlos heruntergeladen<br />

werden unter: „Dschungelbuch Siegen“ bei<br />

Google oder im Internet unter www.krwe.de.<br />

Um das Dschungelbuch ständig zu aktualisieren wird<br />

jeder Hinweis auf weitere, noch nicht erfasste soziale<br />

Hilfseinrichtungen in Siegen und Umgebung oder Änderungen<br />

gerne vom Initiator Klaus Reifenrath entgegengenommen:<br />

E-Mail: DBS@krwe.de<br />

Flüchtlingshilfe<br />

Es liegt in der Natur der Sache, dass sich die Initiatoren<br />

des Dschungelbuches von Anfang an auch um die Nöte und<br />

Belange der Menschen gekümmert haben, die ihre Heimat<br />

mit nur dem Nötigsten verlassen mussten und dringend Hilfe<br />

benötigten, die weit über das hinausgeht, was die Kommune<br />

leisten kann.<br />

Inzwischen besteht das ehrenamtliche Team der Flüchtlingshelfer<br />

aus ca. 20 Personen verschiedener Nationalitä-<br />

ten. Jeder bringt sich mit seinen Möglichkeiten und der ihm<br />

zur Verfügung stehenden Zeit ein. Inzwischen wurden 15<br />

Patenschaften eingerichtet, die vom Verein ALTERAktiv<br />

Siegen-Wittgenstein mit unterstützt werden.<br />

Der Schwerpunkt der Hilfen liegt in der Betreuung bei Behördengängen,<br />

dem Stellen von Anträgen, der Begleitung zur<br />

Anhörung im Asylverfahren, bei Arztbesuchen, dem Dolmetschen,<br />

bei der Vermittlung in Arbeit oder in sonstige Maßnahmen<br />

verschiedener Träger, bei der Wohnungssuche und auch<br />

bei der Suche nach Kindergartenplätzen.<br />

Über die Sprachvermittlung werden gleichzeitig Informationen<br />

über das tägliche Leben in Deutschland gegeben.<br />

Ganz wichtig ist auch die Vermittlung von Verhaltensregeln<br />

im öffentlichen Leben, das alles ist ja total fremd für die<br />

Menschen, die aus ganz anderen Kulturen zu uns kommen.<br />

Wichtige Lebenshilfen sind auch die Hinweise auf<br />

günstige Einkaufsmöglichkeiten und Beschaffung von<br />

Einrichtungs- und Haushaltsgegenständen. Auch gemeinsame<br />

Einsätze bei Wohnungsauflösungen sind eine willkommene<br />

Gelegenheit für die Flüchtlinge, etwas gegen<br />

die belastende Untätigkeit zu tun und dabei auch günstig<br />

Möbel und Hausrat für den eigenen Bedarf zu finden.<br />

Ein wichtiger Schwerpunkt sind die gemeinsamenFreizeitaktivitäten<br />

wie Ausflüge u.v.m., die den oft tristen Alltag<br />

vergessen lassen und die Gemeinschaft fördern.<br />

Die Helfer treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch,<br />

was sehr wichtig ist, um sich gegenseitig zu stützen<br />

und zu motivieren, während die tägliche Koordination der<br />

Einsätze über Handy läuft: Wer hat heute Zeit? Wer kann<br />

den oder jenen Job übernehmen? Wer hilft bei einer Wohnungsauflösung?<br />

Und so weiter.<br />

Als ganz großes Problem für die meisten Flüchtlinge<br />

und Asylsuchenden zeigt sich immer wieder die Untätigkeit,<br />

zu der sie gezwungen sind. Auch die mangelnde Mobilität<br />

ist ein Problem. Da kam dem Helferteam eine Idee:<br />

Das Fahrradreparatur-Café<br />

Eine Selbsthilfe-Werkstatt zur Reparatur von gespendeten<br />

alten Fahrrädern für geflüchtete und bedürftige Menschen.<br />

Und das läuft so ab: Wer ein Fahrrad braucht, legt selbst Hand<br />

mit an, man hilft sich gegenseitig, die Fahrräder wieder so<br />

fahrtüchtig zu machen, dass sie den gesetzlichen Bestimmungen<br />

entsprechen. Für die Verkehrssicherheit der Radfahrer<br />

und der Verkehrsmittel ist dann wieder Klaus Reifenrath zuständig,<br />

der als ausgebildeter Fahrschullehrer weiß, worauf es<br />

ankommt. Jeder, der Lust hat kann beim Reparieren mithelfen.<br />

Gute Schrauber, die ehrenamtlich mitmachen wollen, die<br />

Drahtesel wieder flott zu machen, sind immer willkommen.<br />

Spenden wie alte Fahrräder (auch defekte), Ersatzteile, Werkzeug,<br />

auch Geldspenden für die Anschaffung von Ersatzteilen<br />

und Werkzeugen werden gerne entgegen genommen.<br />

Die Stadt Siegen hat den Tüftlern im Rahmen ihrer<br />

Flüchtlingshilfe einen Raum in der alten Hammerhütter<br />

Schule, Koblenzer Str. 90 zur Verfügung gestellt. Jeden<br />

Klaus Reifenrath: Mit dem Dschungelbuch hat er wichtige<br />

Informationen für Menschen mit wenig Einkommen zusammengetragen,<br />

die auch auf seiner Hompage abgefragt<br />

werden können. www.krwe.de<br />

Mittwoch ist die Werkstatt von 14 bis 17 Uhr geöffnet,<br />

zeitgleich mit dem Kleiderladen der studentischen Initiative<br />

„Refugees Welcome Siegen“, im gleichen Gebäude.<br />

Das im März eröffnete Café zur Reparaturwerkstätte ist<br />

ein Treffpunkt für alle. Während die einen mit der Reparatur<br />

der Fahrräder befasst sind, unterhalten sich die anderen<br />

bei Kaffee, Tee und Kuchen. So entsteht ein lebhafter Austausch,<br />

der auch wieder neue Vernetzungen schaffen kann.<br />

Alle diese ehrenamtlichen Einsätze laufen unbürokratisch<br />

und erfolgreich wegen der guten Vernetzung vieler<br />

Einzelkämpfer. Klaus Reifenrath hat auch durch seinen unermüdlichen<br />

Einsatz mit dem Dschungelbuch Grundlagen<br />

dafür geschaffen. Dieses Netzt der Helfer*innen wächst<br />

ständig und ist ein wesentlicher Beitrag zu gelungener Integration.<br />

<br />

Anne Alhäuser<br />

22 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 23


In Gedenken an unsere Kollegin Erika Krumm<br />

Das ganze Leben ist ein Theater<br />

Sagt man! Und ich kann mich dieser Feststellung nicht<br />

entziehen. Aber mir fehlt das Rüstzeug. Die große<br />

Weltenbühne – Völker und ihre Reiche tauchen auf<br />

und gehen unter – Regierungsformen überleben sich selbst<br />

– Menschen bauen auf und die Zerstörung durch Menschenhand<br />

folgt auf dem Fuße. Der Mensch korrigiert die Natur und<br />

entkorrigiert sie, da sich seine Utopien als totale Fehlplanung<br />

erweisen. Jeder spielt seinen Part, widmet sich einer Art Beschäftigungstherapie,<br />

ohne, dass der Weltenlauf groß Notiz<br />

davon nähme.<br />

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Artikel schreibe.<br />

Den Ausschlag gab ein Gespräch mit einer Bekannten.<br />

Wir stellten fest, dass wir uns im Älterwerden immer<br />

mehr danach sehnen, noch wahr genommen und<br />

beachtet zu werden, noch eine Rolle zu spielen, Anerkennung<br />

und Zuwendung zu erheischen, wenn auch immer<br />

nur für kurze Zeit.<br />

Ich trat von der beruflichen Bühne ab und suchte eine<br />

neue Plattform, um mich darstellen zu können. Meine<br />

Auserwählt<br />

Es war einmal eine Schneeflocke, die in Gesellschaft<br />

ihrer Brüder und Schwestern ihre himmlische<br />

Behausung verließ und in einem faszinierenden<br />

Tanz der Erde entgegen wirbelte. Konnte sie<br />

sich ihr Ziel aussuchen oder folgte sie, ganz ergeben,<br />

aber glücklich, den göttlichen Vorgaben? Sie ließ sich<br />

auf mir nieder und schaute sich dann in ihrer weißen<br />

Unschuld nach ihren Begleitern um. Diese sanken tiefer.<br />

Vielleicht waren sie schwerer. Sie bildeteten eine geschlossene<br />

Zudecke auf der Erde. Für einen Augenblick<br />

waren sie traurig, weil sie getrennt wurden. Ich spürte<br />

es an den Tränen meiner Schneeflocke, aber dann nahmen<br />

sie Kontakt auf zu den fremden Flocken um sie herum<br />

und verbanden sich mit ihnen.<br />

Die weiße, wattige Leichtigkeit begrub alle Hässlichkeit<br />

unter sich und machte ihre Umgebung zu einer<br />

Einheit. Sie verknüpfte die Häuser, die Wälder und die<br />

Menschen miteinander. Jede Individualität wurde aufgesaugt.<br />

Sie schaffte Konzentration, da sie den Gedanken<br />

ihre Sprunghaftigkeit nahm. Diese gleiten nur über<br />

Weiß, welches jede Farbe, jede scharfe Kante schluckt.<br />

Ich spüre Geborgenheit, Nähe und Frieden. Alles verlor<br />

seine Bedrohlichkeit. <br />

Erika Krumm<br />

Leidenschaft galt schon immer dem Film und dem Theater.<br />

Es ging mir, natürlich, um Inhalte, aber ich habe<br />

auch die Diven beneidet und tue es noch, um das Leben,<br />

welches sie führten. Die Glitzerwelt, in der die Sterne<br />

und Sternchen aufblitzen und verlöschen hat etwas<br />

Verführerisches für mich. Diese Welt des Scheins, die<br />

uns für Stunden eine Kostprobe davon geben kann, was<br />

Kunst ist oder nicht ist. Ich wagte nicht einmal davon zu<br />

träumen, diese Bretter zu betreten.<br />

Ich wählte den Beruf der Krankenschwester. Ein<br />

größerer Kontrast zwischen zwei Welten ist kaum vorstellbar.<br />

Meine Sehnsucht nach allem Schönen wuchs<br />

ins Unermessliche. Heute erhielt ich eine Karte mit dem<br />

tröstlichen Spruch: Wenn du dir die Fähigkeit erhältst,<br />

Schönes zu erkennen, wirst du nie alt. In unserem Theaterstück<br />

„Grauburgunder“ spricht unsere Sängerin<br />

den rührenden Satz: Im Alter nimmt der Wunsch nach<br />

Schönheit zu. Wohl, weil der Glanz des Äußeren so allmählich<br />

verblasst. Die Ausstrahlung muss jetzt von Innen<br />

kommen.<br />

Es ergab sich, dass in Siegen die Einrichtung eines<br />

Senioren-Theaters diskutiert wurde. Regte sich da ein<br />

uraltes Verlangen in mir? War es, endlich, eine Möglichkeit,<br />

aus mir heraus zu treten? Aber, wie war das doch<br />

mit dem Alter? Wollte ich mich noch in der Öffentlichkeit<br />

präsentieren? Hatte ich, in Gedanken, nicht schon<br />

oft dafür plädiert, man möge in Europa für ältere Frauen<br />

die Pflicht einführen, Schleier zu tragen? Mir kam eine<br />

zündende Idee: es könnte Therapie für mich sein. Ich<br />

werde immer bedürftiger, und mein Selbstbewusstsein<br />

schwindet dahin. Warum mir nicht wieder ein Stück<br />

Freiheit erkämpfen? Warum nicht endlich lernen, mit<br />

dem Leben etwas spielerischer um zu gehen?<br />

Ich betrat die Bühne des Seniorentheaters in Siegen.<br />

Meine Vorstellungen waren hemmungslos. Klassische<br />

Rollen schwebten mir vor. Drama, Tragödie. Ich sah es<br />

ein, dass die Ernüchterung folgen musste.<br />

Mit mir bestiegen 17 Frauen und ein Mann den Ring.<br />

Der männliche Ritter ergriff schon recht bald die Flucht.<br />

Ihm folgte ein wahrer Held, die Säule unseres Unterfangens.<br />

Die Gruppe dünnte aus, aber der harte Kern blieb.<br />

Beziehungsgeschädigt, bin ich nie in den Hafen<br />

der Ehe eingelaufen. Es gab, also, abgesehen von der<br />

zeitweiligen Rolle einer Geliebten oder Partnerin, nie<br />

eine der unzähligen Rollen, in die andere schlüpfen. Ich<br />

spielte immer nur mich selbst. Ich muss mich jeden Tag<br />

neu erfinden und bin einfach manchmal leer, wenn ich<br />

nicht immer wieder neue Anregungen bekommen.<br />

Warum kapitulieren die Männer? Ich bekomme, auf<br />

Anfrage, dürftige Ausreden: ich möchte keine Rolle<br />

spielen oder Männer haben Angst, Gefühle zu zeigen<br />

und Panik vor dem Versagen. Sollte die Frau doch das<br />

stärkere Geschlecht sein?<br />

Die wöchentlichen Theaterproben verkamen zum<br />

besseren Debattierclub. Wir übten ein paar Sketche,<br />

die Spaß machten. Dann wieder Leerlauf. Es wurde<br />

erst richtig spannend, und eine wahre Katharsis vollzog<br />

sich bei jedem einzelnen, als der Entschluss reifte ein<br />

eigenes Stück zu erarbeiten, in dem jeder die von ihm<br />

gewünschte Rolle spielen durfte. Wir konnten schöpferisch<br />

tätig sein. Ein Leben lang bin ich Menschen<br />

hinter her gelaufen, die kreativ sind. Alle erschienen<br />

vollzählig zu den Proben, die Arbeit schweißte uns zusammen,<br />

und es entstand ein Ensemble, welches diesen<br />

Namen auch verdient. Wir wurden einander sehr<br />

wichtig. Die Vorstellung, im Lyz aufzutreten, elektrisierte<br />

uns. Panik brach aus, da die Zeit bis zum ersten<br />

Auftritt nur so dahin schmolz. Fieberhaft wurden<br />

Kostüme zusammengestellt, z.T. auch genäht. Wir waren<br />

detailversessen, was das Bühnenbild betraf. Nur,<br />

was passierte mit dem Inhalt? Die Texte saßen nicht,<br />

immer wieder wurden Änderungen vorgenommen. Es<br />

gab Konflikte, gelöste und ungelöste. Zuerst beharrte<br />

ich auf meiner Interpretation meines Textes, öffnete<br />

mich, jedoch, mit der Zeit und bekam ein Gefühl dafür,<br />

wie ich mit dem Text spielen kann, er ist nicht starr<br />

und kompromisslos. Ich kann ihn benutzen, wie ein<br />

Instrument. Ich war begeistert und bin unserer Theater-<br />

Pädagogin dankbar dafür, dass sie mich dort hin<br />

geführt hat. Ich wurde mir der Sprache wieder bewusst.<br />

Es ist auch im Alltag spannend, deutlich und mit Betonung<br />

zu sprechen. Das gesprochene Wort wird dadurch<br />

viel lebendiger und auch gewichtiger sowohl für mich<br />

selbst als auch für meinen Gesprächspartner. Es hat<br />

mich immer schon gestört, wenn Menschen die Zähne<br />

nicht voneinander bekommen.<br />

Wir waren erfolgreich mit unserem Stück und sind<br />

sehr stolz, Nachhaltig beeindruckt hat mich ein Moment,<br />

in dem mich meine Partnerin auf der Bühne entsetzt ansah,<br />

sie wusste im Text nicht weiter. Die Augen weiteten<br />

sich vor Schreck, das Gesicht war blutleer, sie fing an<br />

zu zittern. Diese Erfahrung ist sehr wichtig, damit man<br />

lernt, damit um zu gehen. Wir gehen wieder auf Tournee,<br />

und ich wünsche mir, dass ich das freie Agieren auf der<br />

Bühne auch in den Alltag zu transponieren vermag.<br />

Liebäugeln nicht auch Sie mit einem Aufbruch<br />

ins Reich der gespielten Träume oder des geträumten<br />

Spielens?<br />

Erika Krumm<br />

ERIKA KRUMM<br />

29.01.<strong>2018</strong><br />

Wir trauern um unsere Weggefährtin<br />

und Freundin Erika, die beinahe 20 Jahre<br />

mit großem Engagement die Arbeit im<br />

Eine-Welt-Laden St. Michael in Siegen<br />

unterstützt und begleitet hat.<br />

Sie hat ihre ganz eigenen Spuren hinterlassen,<br />

dafür danken wir ihr.<br />

Erika, wir vermissen Dich!<br />

2/<strong>2018</strong> durchblick 25


Kunst und Kultur<br />

Kunst und Kultur<br />

Vom Wahren, Guten und Schönen<br />

Alte Oper Frankfurt<br />

Als ich im Jahre 1948 mit meiner Großmutter per<br />

Straßenbahn durch das immer noch stark zerstörte<br />

Frankfurt am Main fuhr, fiel mir in der Innenstadt<br />

ein großes altes Gebäude auf, von dem nur noch die<br />

Umrisse erhalten waren, aber immerhin seine Vorderfront<br />

mit einer Inschrift, die ich noch nicht lesen konnte. Meine<br />

Großmutter zeigte auf die Ruine und sagte: „Das war einmal<br />

das Frankfurter Opernhaus.“<br />

Erst einige Jahre später wusste ich, was Opern sind<br />

und was auf dem Fries über dem Eingang zu dem schönen<br />

Gebäude stand und immer noch steht: „DEM WAHREN<br />

SCHOENEN GUTEN“. Diese kurz gehaltene Widmung<br />

gilt sowohl dem Haus als auch den musikalischen Kunstwerken,<br />

die dort seit 1880 aufgeführt wurden, aber auch der<br />

Kunst im Allgemeinen und stammt von Johann Wolfgang<br />

Goethe, der im Großen Hirschgraben in Frankfurt geboren<br />

wurde und zu Recht als der „größte Sohn“ der Stadt gilt.<br />

Allerdings haben die Frankfurter entweder ihren Goethe<br />

falsch zitiert oder auf eine ganz alte Überlieferung jener drei<br />

Eigenschaften zurückgegriffen, die den Künsten nachgesagt<br />

werden. Bei Goethe ist die Reihenfolge anders; denn es heißt<br />

in dem dreizehnstrophigen Gedicht „Epilog zu Schillers Glocke“<br />

über den schon verstorbenen Freund Friedrich Schiller:<br />

„Indessen schritt sein Geist gewaltig fort<br />

Ins Ewige des Wahren, Guten, Schönen,<br />

Und hinter ihm, in wesenlosem Scheine,<br />

Lag, was uns alle bändigt, das Gemeine.“<br />

Schließlich ist die<br />

Reihenfolge dieser<br />

substantivierten Adjektive<br />

unwichtig, weil<br />

sie zusammengehören<br />

und doch jedes<br />

für sich stehen kann<br />

und nicht nur künstlerische,<br />

sondern auch<br />

philosophische Idealvorstellungen<br />

repräsentieren.<br />

Tatsächlich<br />

lehnte sich Goethe mit<br />

den drei Begriffen an<br />

langjährige Erörterungen<br />

der Philosophen<br />

an, spiegeln doch die<br />

vereinfachten Bezeichnungen<br />

nichts anderes<br />

wider als die drei<br />

grundlegenden Disziplinen<br />

der Philosophie:<br />

Erkenntnistheorie (das<br />

Wahre), Ethik (das Gute) und Ästhetik (das Schöne)<br />

und sind gleichermaßen im menschlichen Leben wie im<br />

künstlerischen Schaffen enthalten und wirksam.<br />

Die Erkenntnistheorie beschäftigt sich aufgrund<br />

der Kräfte des Verstandes mit den Möglichkeiten des<br />

menschlichen Geistes, kleinen und großen Wahrheiten<br />

auf die Spur zu kommen, und beschreibt die Voraussetzungen<br />

für wissenschaftliches Denken (Wissen sammeln,<br />

unterscheiden, klassifizieren, systematisieren).<br />

Die Ethik ist die Theorie des guten und vernünftigen<br />

Handelns in der Welt. Sie untersucht Verhaltensweisen<br />

und Wertvorstellungen, macht Vorschläge und gibt Anweisungen<br />

zu humaner Denkweise und sinnvoller praktischer<br />

Lebensführung. Ethische Vorstellungen sind<br />

grundlegend und dauerhaft, moralische können unterschiedlich<br />

und je nach Zeit und Ort wechselhaft sein.<br />

Die Ästhetik ist dem Prinzip des Schönen gewidmet,<br />

d.h. Begriffen wie Wohlgefallen, Harmonie,<br />

Struktur, Proportionen, und zwar im Betrachten, im<br />

Beurteilen und auch in produktiver Gestaltung. Ästhetische<br />

Merkmale sind unmittelbare Bestandteile<br />

von Kunstwerken und von Menschen wahrzunehmen,<br />

zu erfühlen, zu genießen, zu interpretieren oder<br />

zu kritisieren. Die Kunst ist mit dem freien Spiel der<br />

Phantasie gepaart und kann die menschliche Vorstellungskraft<br />

und Erfindungsgabe wiederum anregen.<br />

Das Kunstwerk und somit auch die Oper, heutzutage<br />

nur noch selten in der wieder aufgebauten „Alten<br />

Foto: Rita Autor<br />

Oper“ gespielt, sind nicht nur ästhetischen Anforderungen<br />

verpflichtet, sondern auch der Wahrheit und<br />

ethisch-moralischen Ansprüchen. Literarische, bildnerische<br />

und musikalische Kunstwerke geben nicht die<br />

Wirklichkeit selbst dokumentarisch wieder; sie bauen<br />

eine eigene, innere Wirklichkeit auf, die allerdings<br />

an der äußeren, uns vertrauten Wirklichkeit orientiert<br />

bleibt und insofern wahr ist, als sie in sich schlüssig,<br />

wahrscheinlich und glaubwürdig zu sein pflegt.<br />

Gut sollen Kunstwerke sein, indem sie den Menschen,<br />

seine Lebensbedingungen und seine Gefühlswelt in den<br />

Vordergrund rücken und letztlich eine humane Botschaft<br />

enthalten, auch wenn etwa die literarisch oder auf der<br />

Opernbühne dargestellten Handlungen, Ereignisse und<br />

Charaktere tragisch enden können. Auch im Untergang<br />

kann das Ideal erhalten bleiben und das Gute sich auch<br />

am negativen, ja sogar hässlichen Beispiel zeigen. So<br />

können nicht zuletzt auch die bildende Kunst und die<br />

Musik das Gute im Menschen widerspiegeln, im Betrachter<br />

oder Hörer ansprechen und hervorrufen.<br />

Das Schöne in der Kunst kann in der Form der Darstellung<br />

oder Darbietung liegen, so beispielsweise in<br />

Kunstverein<br />

von Jörn Heller<br />

Bildungsbürgers Monatstreffen,<br />

Stammtischreden mit Niveau,<br />

kultureller Meinungsaustausch,<br />

dazu Rotwein aus Bordeaux.<br />

Heute ist zu diskutieren,<br />

was man künftig planen soll.<br />

Alle äußern ihre Wünsche,<br />

einer schreibt ein Protokoll.<br />

Möglich wär ein Liederabend,<br />

denkbar auch ein Auftragsstück<br />

eines renommierten Künstlers,<br />

Kleingeld hat man ja zum Glück.<br />

Viele glänzende Ideen,<br />

alle hält man schriftlich fest,<br />

sieben werden durchgesprochen,<br />

in vier Wochen folgt der Rest.<br />

Fest stehn für die nächste Sitzung<br />

schon drei Punkte jedenfalls:<br />

gleiche Uhrzeit, gleicher Treffpunkt,<br />

Spätburgunder aus der Pfalz.<br />

aus: Frische Verse<br />

ISBN 978-3-935555-011-1<br />

Foto: wikimedia commons<br />

der poetischen Gesetzmäßigkeit eines Gedichts, in der<br />

Stimmigkeit der dramatischen Struktur eines Schauspiels,<br />

im konsequenten Ablauf eines Romans, in der<br />

Bildsprache der Malerei und Skulptur sowie in der<br />

Musikalität der Symphonie oder einer ganzen Oper mit<br />

dem Einklang von Orchester und Gesang. So unwirklich<br />

die Oper mit ihren singenden Figuren sein mag; sie<br />

ist dennoch im besten Falle wahr, gut und schön.<br />

Opern waren es, die ursprünglich in dem eingangs<br />

erwähnten Haus in Frankfurt aufgeführt wurden.<br />

Heute dient die 1944 zerstörte, wieder aufgebaute und<br />

1981 mit Gustav Mahlers 8. Sinfonie neu eröffnete<br />

„Alte Oper“ immer noch der Kunst, überwiegend als<br />

Konzerthaus für klassische und moderne Musik, steht<br />

aber auch für Vorträge, festliche Anlässe und Kongresse<br />

zur Verfügung und ist, ursprünglich nach den<br />

Plänen von Richard Lucae erbaut und 1880 mit Mozarts<br />

Oper „Don Giovanni“ eingeweiht, allein als Gebäude<br />

im Stil der Renaissance ein architektonisches<br />

Kunstwerk. <br />

Horst Feger<br />

Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Alte_Oper. The Oxford Dictionary of Opera, Oxford<br />

University Press, 1992 by John Warrack and Ewan West. Goethes ausgewählte Gedichte,<br />

Stuttgart (Cotta), o.J., S.160-164<br />

Franz Laktanz Firmian: Mann mit Rotwein<br />

26 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 27


Kunst und Kultur<br />

Kunst und Kultur<br />

Teenager sind musikbegeistert,<br />

deren Musikgeschmack<br />

trafen die deutschen Rundfunksender<br />

sechziger Jahre allerdings<br />

nur eingeschränkt: Während<br />

Rudi Schuricke immer wieder seine<br />

Caprifischer besang und Freddy<br />

Quinn von den Weiten der Meere<br />

träumte, spielte ein amerikanischer<br />

Sender in Deutschland genau die<br />

Musik, die die jungen Leute hören<br />

wollten. Im Jahre 1945 verfügte<br />

US-Präsident Eisenhower, dass die<br />

amerikanischen Besatzungssoldaten<br />

in Deutschland einen eigenen<br />

Radiosender erhalten sollten.<br />

So nahm am 15. Juli 1945 AFN<br />

Frankfurt (American Forces Network)<br />

seinen Sendebetrieb auf. In<br />

den fünfziger und sechziger Jahren<br />

konnte man über den Sender Großer<br />

Fel<strong>db</strong>erg das Programm auf der<br />

Frequenz 98.7 („Ninetyeight point<br />

seven“) auch im Siegerland gut<br />

empfangen. Ein starker Mittelwellensender<br />

trug das Programm auf<br />

873 kHz über Deutschland hinaus<br />

und soll in den Nachtstunden sogar<br />

bis Großbritannien zu empfangen<br />

gewesen sein. Nach dem Abzug<br />

vieler US-Soldaten wird AFN in<br />

Deutschland nur noch im Raum<br />

Wiesbaden über 103.7 mHz ausgestrahlt<br />

und ist natürlich per Internet<br />

über eine App zu empfangen.<br />

Was machte AFN für die Deutschen<br />

so attraktiv? Die älteren<br />

Hörer freuten sich, dass man den<br />

Swing nach dessen Verbot in der NS-Zeit wieder hören<br />

konnte. Die Jugend stand auf Rock’n Roll und wer<br />

Fan von Elvis war, hörte ihn auf AFN. Dazu kam, dass<br />

ein Stück amerikanisches Lebensgefühl durch die in<br />

Deutschland stationierten Soldaten vermittelt wurde.<br />

„Have you chewing-gum?“ war einer der ersten englischen<br />

Sätze, die deutsche Kinder sprechen konnten,<br />

und glücklich war so mancher Teenager, der über Beziehungen<br />

zu GI‘s seine erste Jeans erwerben konnte.<br />

Zur Beliebtheit trugen natürlich auch die Moderatoren<br />

und Discjockeys bei, die durch ihre lockere und<br />

sympathische Art der Moderation den Nerv so mancher<br />

jungen Leute trafen. Einige bekannte Namen sind<br />

in Erinnerung geblieben: Moderatoren wie Gary Bautell,<br />

Wolfman Jack, Tommy Cash (Bruder von Johnny<br />

Als die Countrymusik ins Siegerland kam<br />

Der Radio sender AFN<br />

Cash), auch Bill Ramsey, der in einem<br />

Frankfurter Jazzkeller und bei<br />

AFN seine Karriere begann, dort<br />

u.a. Chefproduzent war und heute<br />

noch beim Hessischen Rundfunk<br />

die Sendung „Swingtime mit Bill<br />

Ramsey“ moderiert.<br />

Sehr erfolgreich waren die Macher<br />

von AFN, die Countrymusic<br />

in Deutschland bekannt zu machen.<br />

Sendungen wie „Stickbuddy<br />

Jamboree“, „Gerties Country<br />

Show“ und vor allen Dingen der<br />

legendäre „16.05 to Nashville“<br />

erfreuten sich auch hier bei uns<br />

einer immer größer werdenden<br />

Zuhörerschaft. Viele junge Radiohörer<br />

(an großen 3D-Geräten mit<br />

der Skala der Stationen) saßen täglich<br />

gebannt vor ihren Geräten und<br />

lauschten den Songs von Johnny<br />

Cash, Sonny James, Hank Snow,<br />

Bobby Bare oder Dave Dudley.<br />

Man konnte bei „16.05 to Nashville<br />

„ (später „15.05“ bzw. „14.05“)<br />

sogar Hörerwünsche äußern, da<br />

diese Sendungen eben beim AFN<br />

original vor Ort in Frankfurt, übrigens<br />

in der Bertramstraße 6 in<br />

direkter Nachbarschaft zum Hessischen<br />

Rundfunk, produziert<br />

wurden.<br />

Apropos Legenden des AFN:<br />

Wer den Sender in den sechziger<br />

Jahren gehört hat, wird sich ganz<br />

bestimmt an einen Namen erinnern:<br />

Werner Lamp, ein deutscher<br />

Zivilangestellter auf der Rhein-<br />

Main-Airbase, der stets den aktuellen Wetterbericht<br />

verlas. Da er weder das englische „th“ noch das typisch<br />

amerikanische „r“, mit dem wir Siegerländer keine<br />

Probleme hätten, sprechen konnte, geriet sein Wetterbericht<br />

zu einem sprachlichen Highlight, das nicht nur<br />

bei uns in Deutschland, sondern auch bei den GI’s Kult<br />

wurde. Lassen wir im Gedenken an die große AFN-Zeit<br />

zum Schluss Werner Lamps Wetterbericht noch einmal<br />

erklingen, der sich in etwa folgendermaßen anhörte:<br />

„Sis is Werner Lamp from se segend wesser wing ditätschment<br />

ät Rhein-Main-Ehr-Bees. Ser will be cloudy<br />

wesser in se morning and sen matsch sannschein in se<br />

day“, um danach zum Musikprogramm überzuleiten:<br />

„Sis is Werner Lamp from Rhein-Main-Ehr-Bees ritörnig<br />

ju tu se Musik off se Reckort.“<br />

Fotos: Hessischer Rundfunk –Text:Uli Hoffmann<br />

28 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 29


Manchmal ist „Altes“ doch besser!<br />

Ich weiß noch ganz genau, wie es war, als ich mein<br />

erstes Fahrrad bekam. Ach, war ich stolz! Ich radelte<br />

gleich los, und obwohl wir an einem Berg wohnten,<br />

fuhr ich immer wieder hinunter zu meinen Freunden und<br />

es machte mir auch überhaupt nichts aus, anschließend das<br />

Rad wieder den Berg hinauf zu schieben. Das schönste und<br />

schrillste an meinem Gefährt war die eher unscheinbar wirkende<br />

Fahrradklingel. Sobald ich sie betätigte, ob nun zum<br />

Spaß oder um Jemanden zu warnen, der Klingelton war<br />

so laut, dass man denken konnte, ich wollte ganze Straßenzüge<br />

informieren, dass ich unterwegs war. Viele Jahre<br />

war das Rad mein treuer Begleiter bei Wind und Wetter.<br />

Doch dann war Fahrradfahren absolut „out“ für mich. Ich<br />

verbannte es in den Keller.<br />

Gesellschaft<br />

Foto: Autorin<br />

Viele Jahre später, ich war inzwischen<br />

schon erwachsen, erinnerte ich mich an<br />

meinen guten alten Drahtesel. Ich holte ihn<br />

wieder hervor und sein Anblick enttäuschte<br />

mich sehr. Die Form, die Farbe, die Größe,<br />

alles entsprach nicht im Geringsten mehr<br />

meinen Ansprüchen. Auch die inzwischen<br />

schon stark verrostete und immer noch nicht<br />

zu überhörende Fahrradklingel, fand ich<br />

altmodisch und unbrauchbar. So fiel es mir<br />

auch überhaupt nicht schwer, das Fahrrad<br />

wieder wegzustellen, bis es vielleicht ein<br />

Schrotthändler mitnehmen würde.<br />

Ich kaufte mir ein neues Superrad, allerdings<br />

auch zu einem Superpreis. Doch das<br />

war mir egal. Ich wollte „up to date“ sein.<br />

Die erste Tour radelte ich durch meinen<br />

Heimatort, der inzwischen schon an einem<br />

Fahrradwegenetz angeschlossen war. Aber<br />

was war das? Da überquerten Fußgänger<br />

vor mir den Fahrradweg. Noch bevor ich<br />

meine so hochgelobten Han<strong>db</strong>remsen anziehen konnte,<br />

betätigte ich die designgeformte Fahrradklingel. Doch<br />

die enorme Geräuschkulisse von der, neben dem Radweg<br />

gelegenen Hauptverkehrsstraße, übertönte das viel<br />

zu leise „Plim, Plim“. Ich verdanke es nur meinem guten<br />

Reaktionsvermögen, das dieses Ausweichmanöver<br />

glimpflich verlief und wir alle mit einem Riesenschrecken<br />

davon kamen<br />

Eine ganze Weile später, entfernte ich die rostige<br />

Klingel, von meinem alten Fahrrad, strich sie farblich<br />

passend, ölte und montierte sie an mein neues Rad. Nun<br />

hat kein Fußgänger mehr eine Chance, mir in die Quere<br />

zu laufen, denn meine alte, schrille Fahrradklingel<br />

warnt Jeden schon von Weitem! Ulla D’Amico<br />

Leipziger<br />

Buchmesse <strong>2018</strong><br />

Rund 271.000 Besucher<br />

kamen<br />

dieses Jahr zur<br />

Leipziger Buchmesse,<br />

um sich einen Überblick<br />

über das Buchangebot<br />

und vor allem die Neuerscheinungen<br />

zu machen.<br />

Das fällt schwer, kommen<br />

doch jährlich circa<br />

100.000 neue Bücher auf<br />

den Markt. 19 Prozent<br />

der Bundesbürger ab 14<br />

Jahren lesen nach Feierabend<br />

„häufig“, rund 28<br />

Prozent immerhin „gelegentlich“<br />

ein Buch. Das<br />

Buch spielt bei fast der Hälfte der Deutschen eine größere<br />

Rolle bei der Freizeitgestaltung. Ein Trend geht dabei<br />

zum Hörbuch. Offenbar gilt der Ausspruch des deutschen<br />

Philosophen Carl Peter Fröhling doch noch. Er soll einmal<br />

formuliert haben:“ Ein Leben ohne Bücher ist wie<br />

eine Kindheit ohne Märchen, wie eine Jugend ohne Liebe,<br />

ist wie ein Alter ohne Frieden“. Das meistgelesene Buch<br />

weltweit ist statistisch betrachtet übrigens nach wie vor<br />

die Bibel. Man könnte sie also als Klassiker bezeichnen –<br />

sollte man aber nicht. Denn ein klassisches Buch ist laut<br />

dem Literaturnobelpreisträger Ernest Hemingway eines,<br />

„das die Menschen loben, aber nie lesen“. Horst Mahle<br />

Kultur<br />

Moderne Lyrik<br />

von Jörn Heller<br />

Über eine leere Seite<br />

schweben still in Haaresbreite<br />

ein paar auserlesne Wörtchen,<br />

exquisit wie Sahnetörtchen.<br />

Durch die Zeilen, kühl und herb,<br />

huscht ein unbestimmtes Verb,<br />

welches heimlich zu sich rief<br />

ein verwaistes Adjektiv,<br />

das sich am geplanten Ort<br />

mit dem rechten Nachbarwort<br />

nicht so recht befreunden wollte,<br />

was es nach dem Dichter sollte.<br />

Die bewährten Großbuchstaben,<br />

wie sie Wörter manchmal haben,<br />

hat derselbe unverfroren<br />

unter anderm kurzgeschoren.<br />

Jeder Satz ist kurz und knapp,<br />

denn der Autor lehnt es ab,<br />

des Gedichtes Wirkung wegen<br />

seine Absicht festzulegen.<br />

Diese näher zu erfassen,<br />

bleibt dem Leser überlassen,<br />

welcher, hat er sie gesichtet,<br />

lieber selber etwas dichtet.<br />

aus: Frische Verse ISBN 3-935555-<strong>02</strong>-4<br />

Entdecken Sie die Musik für sich<br />

Individueller<br />

Musikunterricht<br />

für jedes Alter<br />

Gitarre<br />

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Martina Groos 0151-5392 4715<br />

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30 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 31


Buchbesprechung<br />

Buchbesprechung<br />

Diana-Verlag 224 S. 19,99 €<br />

ISBN 978-3810510822<br />

Die Welt von gestern<br />

im Poesiealbum<br />

führt die Leserinnen<br />

und Leser zurück in das<br />

Jahr 1961. In dieser Zeit<br />

hatten Mädchen ein Poesiealbum<br />

und waren stolz darauf,<br />

wenn Großmutter, Tante,<br />

Lehrerin und vor allem die<br />

beste Freundin einen Vers<br />

hineinschrieben. Die Autorin<br />

Heidrun Vondung erzählt<br />

Geschichten zu Poesieversen<br />

Stieglitz-Verlag 153 S. 16,50 € aus der Sicht einer elfjährigen<br />

Schülerin, die mitunter<br />

ISBN 978-3-7987-0425-1<br />

die Naivität dieses Schulalters<br />

hat, gleichzeitig jedoch das kritische Denken der<br />

erwachsenen Autorin verrät. Die Begebenheiten führen in<br />

eine Kleinstadt, wo moralische Enge und Klatsch zum Alltag<br />

gehörten. „Hohe Absätze, rote Lippen. Was sind das für<br />

Zeiten!“ empört sich die Mutter. Aber es werden auch unkonventionelle<br />

Personen beschrieben, der Onkel Ernst, das<br />

schicke Fräulein Magenreuter oder die Handarbeitslehrerin<br />

Frau Knödler; da bekommen die kleinstädtischen Figuren<br />

Herz hat keine Falten<br />

Zugang zu einem Buch<br />

erhält man mitunter,<br />

wenn einen das Cover<br />

im Zusammenwirken<br />

mit dem Titel anspricht oder<br />

wenn der Klappentext einen<br />

neugierig macht. So griff ich<br />

neulich zum Roman „Und<br />

jetzt lass uns tanzen“ der<br />

belgischen Autorin Karine<br />

Lambert. Sie erzählt die Liebesgeschichte<br />

zweier alter<br />

Menschen, Marguerite und<br />

Marcel, die sich während einer<br />

Thermalkur zufällig begegnen.<br />

Sie ist 78, er 73 Jahre alt, beide haben zuvor ihren<br />

langjährigen Ehepartner verloren. Diese Romankonstellation<br />

böte den Stoff für sentimental-romantischen Kitsch, wie<br />

er oft in der Form von rührseligen Fernsehfilmen angeboten<br />

wird. Nicht so in Lamberts Geschichte, in der sich zwei<br />

unterschiedliche alte Menschen begegnen und nach kurzer<br />

Zeit feststellen, dass sie über die gleichen Dinge lachen<br />

können: „Sie lacht noch mehr und ihn überrascht dieses Lachen<br />

eines kleinen Mädchens im Körper einer alten Dame.“<br />

Marguerite, Witwe eines Notars, mit dem sie finanziell gut<br />

versorgte und durchgeplante, aber emotionsarme Ehejahre<br />

verbracht hat, fragt sich, was die restlichen Jahre wohl<br />

noch für sie bereithalten: „Und einmal im Monat ein Museumsbesuch<br />

mit Seniorenkarte. Im Alter gibt es mehr Beerdigungen<br />

als Tanzabende.“ Marguerite und Marcel finden<br />

langsam zueinander, argwöhnisch von deren Familien betrachtet.<br />

Insbesondere der Sohn Marguerites, der die überbehütende<br />

Rolle seines Vaters eingenommen hat, versucht<br />

auf seine Mutter einzuwirken, als diese mit Marcel eine<br />

Reise unternehmen möchte: „Aber in deinem Alter?! Seid<br />

vorsichtig! Ihr werdet euch erkälten. Das ist unvernünftig.<br />

Schaut doch lieber Fernsehen!“ Aber Marguerite und Marcel<br />

setzen sich durch: Das Leben kann bisweilen zauberhaft<br />

und zart sein, auch das hatte sie zuvor nicht gewusst. Auch<br />

Marcel lebt in dieser Liebesbeziehung richtig auf: „Besser<br />

als alle Glückspillen der Welt!“ Karine Lambert hat einen<br />

berührenden und wegen seiner Leichtigkeit gut zu lesenden<br />

Roman über die Liebe im Alter geschrieben. Wie lässt sie es<br />

Marcel ausdrücken: „Ich würde gerne für immer in deiner<br />

Küche tanzen. Ich bin zwar Rentner, aber mein Herz hat<br />

keine Falten.“ <br />

Uli Hoffmann<br />

Rosen, Tulpen, Nelken...<br />

Farbe. Der Nachmittag mit Frau Knödlers Katzenschar wird<br />

jedem Leser in Erinnerung bleiben, so phantastisch verlief<br />

er und so sinnlich ist er geschildert. Oder die Geschichte<br />

über Annette und ihren Onkel: sie ist nicht nur wegen der<br />

Heidelbeerpfannkuchen-Szene köstlich, sondern auch dank<br />

des fein gezeichneten Sozialprofils lesenswert. Man spürt in<br />

diesen Geschichten, wie sehr die Nachkriegszeit vom Fortleben<br />

der NS-Epoche geprägt wurde. Die Gymnastiklehrerin<br />

Frau von Hesselbach ist so eine Figur; da merkt der Leser,<br />

die Unverbesserlichen sind noch unter uns, ähnlich wie die<br />

„Jammeroma“ immer noch von ihrer BDM-Zeit schwärmt.<br />

Es ist erstaunlich, wie viel Erinnerungskraft die Autorin<br />

aufbringt und sich an so viele Details aus jener Zeit erinnert.<br />

Wie heißt es in einem Albumvers:<br />

„Wenn du einst in späten Jahren,<br />

liesest dieses Blättchen.<br />

Dann denke wie vergnügt wir waren,<br />

als so kleine Mädchen.“<br />

Das Lesevergnügen werden nicht nur die kleinen Mädchen<br />

haben; sie sind heute erwachsen. Vielleicht hat auch<br />

ein großer Junge einmal Lust, Geschichten zu Versen aus<br />

dem Poesiealbum zu lesen. Den einen oder anderen Spruch<br />

kann man eventuell noch für ein Freundschaftsbuch gebrauchen,<br />

so heißt das ja heute. Gert Sautermeister<br />

Vom Sudeten- ins Siegerland<br />

Biografischer Roman einer Familiengeschichte<br />

Sieghilde Maria Neuser legt einen autobiografischen<br />

Roman vor, der das Schicksal ihrer Familie beschreibt,<br />

das im Sudetenland beginnt. Sie schreibt<br />

dazu, dass sie sich lange mit dem Gedanken getragen hat,<br />

die zahlreichen Facetten ihres Lebens aufzuschreiben,<br />

bis dieser Entschluss an einem Ostersonntag plötzlich<br />

feststand. So ist das Buch mit dem tröstlichen Titel vor<br />

wenigen Wochen im durchblick-Verlag erschienen.<br />

Nun mag man fragen, was kann an der Geschichte<br />

einer unbekannten Familie so interessant sein, dass man<br />

das Buch lesen muss. Der Autorin ist es gelungen, ihr<br />

Leben in einen aussagekräftigen Roman einzubinden. Als<br />

Leser kann man teilhaben an den entscheidenden und allgemeinen<br />

Alltagsgeschichten, die anschaulich mit Liebe<br />

zu den Details geschildert werden. Am interessantesten<br />

finde ich die Beschreibung des kargen Lebens im Sudetenland<br />

im ersten Teil des Buches. Die Geschichte beginnt<br />

1941 im Geburtsjahr der Autorin .Die Familie lebt<br />

in dem 1200 Einwohnerort Stiebnitz im Adlergebirge.<br />

Dieser Gebirgszug ist ein Teil der mittleren Sudeten und<br />

erstreckt sich entlang der böhmischen Grenze. Hier leben<br />

die Familien in einfachen Verhältnissen vorwiegend von<br />

der Landwirtschaft. Unvorstellbar für uns heute ist, dass<br />

die meist vier- bis sechsköpfigen Familien in Häusern mit<br />

nur einem oder zwei Zimmern wohnten. Die Biografie<br />

umfasst eine Zeitspanne von vier Generationen mit ihren<br />

Stärken und Schwächen. Einen großen Teil widmet die<br />

Autorin ihrer Mutter Anna, einer Frau zu Beginn des 20.<br />

Jahrhunderts.<br />

Sehr hilfreich für den Leser ist eine ausführliche Darstellung<br />

der geografischen, ethnischen und volkskundlichen<br />

Entwicklung dieses Teiles des Sudetenlandes. Nach<br />

dem zweiten Weltkrieg wurde das Adlergebirge in die<br />

engen Grenzen der Tschechoslowakei gezwängt. Durch<br />

die Vertreibung der Deutschen aus dem Sudetenland nach<br />

Ende des Krieges wurden<br />

die bereits in der<br />

Vergangenheit arg gebeutelten<br />

Bewohner besonders<br />

hart getroffen.<br />

Wie für viele aus anderen<br />

Gebieten des Ostens<br />

Vertriebene auch,<br />

bedeutete es Abschied<br />

von ihrem Besitz, aber<br />

auch die Trennung von<br />

Nachbarschaft, Freunden,<br />

dem Verwandtenkreis,<br />

der heimatlichen<br />

durchblick-Verlag 352 S. 18,90<br />

ISBN 978-3947599004<br />

Verbundenheit und den zum Teil jahrhundertealten Traditionen.<br />

Während in neueren Büchern die Kapitel fast nur noch<br />

mit Ziffern bezeichnet werden, hat Sieghilde Maria Neuser<br />

die Buchteile mit Überschriften und Untertiteln versehen.<br />

Als Beispiel sei genannt „Kampf ums Überleben“<br />

mit den Einteilungen „Angst und Mut“, „Nach der Trennung<br />

in den Westen“ und „Endgültige Aussiedlung“. Das<br />

erleichtert die Zurechtfindung. Ein Beispiel für ihren anschaulichen<br />

Schreibstil sei aus diesem Kapitel gewählt:<br />

Gerüchte machen sich breit. Unter anderem munkelt man,<br />

dass die jungen und andere noch arbeitsfähige Männer<br />

nach Russland gebracht werden sollen. Es dauert nicht<br />

lange, bis ein Befehl kommt. „Alle Jungen und Männer<br />

auf die eine Seite antreten, Frauen und Kinder auf die<br />

andere!“ Erneute Angst, erneutes Entsetzen. Emotionen<br />

brechen auf. Die Situation ist unbeschreiblich. (S.61)<br />

Ein lesenswertes Buch, das neben aller Unterhaltung<br />

auch eine umfassende Übersicht des Lebens in der ersten<br />

Hälfte des 20. Jahrhunderts im Sudetenland liefert.<br />

<br />

Horst Mahle<br />

32 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 33


Aus dem Siegerland<br />

Vor 685 Jahren<br />

Der Lahnhof und seine Ersterwähnung am 28.03.1333<br />

Ansicht des Lahnhofs etwa Anfang des 19. Jahrhunderts.<br />

Radierung von Christian Reinermann<br />

Seit Jahrhunderten übt der Lahnhof eine besondere<br />

Anziehungskraft aus. Die einen besuchen ihn wegen<br />

der weiten, vielfältigen Spazierwege, die anderen,<br />

um den Quellbereich der dort entspringenden Lahn in Augenschein<br />

zu nehmen, die nach 245 km bei Lahnstein im<br />

Rhein mündet. Viele weitere Gründe sind vorhanden, um<br />

der kleinen Ansiedlung im Rothaargebirge einen Besuch<br />

abzustatten.<br />

„Datum et actum anno Domini MCCCXXXIII, in die<br />

palmarum“ so lautet die Datumsangabe in der lateinisch<br />

verfaßten Urkunde. In unsere Sprache übertragen: „Ausgestellt<br />

im Jahr 1333, am Tag der Palmen“. Gemeint ist der<br />

Palmsonntag, eine Woche vor Ostern.<br />

Das Dokument, welches den Lahnhof erstmals nennt,<br />

wurde am 28.03.1333 verfasst und beinhaltet die Zusage<br />

der Adeligen Kraft und Gottfried von Hainchen, residierend<br />

auf der dortigen Wasserburg, ihrem Mitarbeiter, Berthold<br />

von Nenkersdorf, ein Achtel der in ihrem Eigentum<br />

stehenden landwirtschaftlichen Flächen auf dem Lahnhof<br />

schenkungsweise zu übertragen. Damals wurde der Lahnhof<br />

noch Lonebach genannt. Der „ehrenwerte Berthold“,<br />

so wird er ausdrücklich bezeichnet, erhielt auf „ewige Zeiten“<br />

für sich und seine Erben die Grundstücke auf dem<br />

Lahnhof (1) .<br />

Die Ritter von Hainchen waren Lehnsnehmer der Grafen<br />

von Nassau a. d. Lahn, die bereits im 13. Jahrhundert<br />

dem Europäischen Hochadel angehörten. Das gesiegelte<br />

Schriftstück befindet sich im Staatsarchiv Münster.<br />

An weiteren, frühzeitlichen Urkunden über das waldreiche<br />

Ausflugsziel mangels es nicht. Die Historiker Dr.<br />

Johannes Arnoldi und Dr. Friedrich Philippi berichten von<br />

einem exakt drei Jahre später auf dem Lahnhof vereinbarten<br />

Vergleich, der bei Eintritt eines Erbfalles wirksam werden<br />

sollte (2) .<br />

2 Fotos Wikimedia Commons<br />

Quellteich der Lahn<br />

an der Gaststätte Forsthaus Lahnquelle<br />

In der einschlägigen Literatur wird in nahezu jedem<br />

Jahrhundert der Lahnhof urkundlich mehrfach erwähnt (3) .<br />

Seit 1807 ist er der Gemeinde Nenkersdorf, jetzt Stadtteil<br />

von Netphen, zugeordnet. „Die Lahnquelle entspricht im<br />

Keller des Forsthauses“ war über Jahrhunderte gefestigte<br />

Meinung. Helmut Cramer hat in dem Buch „Der Lahnhof“<br />

eine Auswahl diesbezüglicher Publikationen zusammengefaßt.<br />

Gegen ein geringes Eintrittsgeld konnte das Kellergewölbe<br />

bis in die 60iger Jahre des 20. Jahrhunderts<br />

besichtigt werden. Den Lahnhof-Förstern war die Gebühr<br />

ein willkommener Nebenverdienst (4) .<br />

Nach dem Verkauf des Gebäudes im 1965 wurde bei Bauarbeiten<br />

festgestellt, daß sich in seinem Keller ein Brunnen<br />

befand, dessen gesammeltes Grundwasser zur Speisung der<br />

„Lahnquelle“ diente. Inzwischen ist es unstreitig, dass mehrere<br />

kleine Wasserstellen den Quellbereich der Lahn bilden.<br />

Ein derartig großflächiges Waldgebiet weckte Begehrlichkeiten<br />

bezüglich seines bedeutenden Wild- und Holzbestandes.<br />

Helmut Cramer hat in sein bereits zitiertes Werk<br />

einige Auszüge aus der 1853 bis 1923 angelegten „Auerhahnchronik“<br />

übernommen. Bis zum Jahr 1943 war das<br />

an die Waldungen von Wittgenstein angrenzende Gebiet<br />

ein außerordentlich beliebtes Auerwild-Revier, welches<br />

viele Jagdgäste aus Nah und Fern anzog (5) . Ein Auerhahnabschluss<br />

soll als jagdlicher Höhepunkt mit dem Erlegen<br />

eines kapitalen Rothirsches vergleichbar sein.<br />

Ein erfolgreicher Schütze aus dem Jahr 1904 bringt<br />

sein Hochgefühl wie folgt zum Ausdruck:<br />

„Den ersten Urhahn hab ich heut<br />

in seinem Liebestaumel dahingerafft,<br />

im Vollbewußtsein seiner Manneskraft.<br />

Ein bitteres Los,<br />

doch schön ist er und groß“<br />

Einen Auer-Wild-Bestand soll es bis ca. 1950 im Lahnhofgebiet<br />

gegeben haben (6) . Neben hochrangigen Diplomaten<br />

war der Heidedichter Hermann Löns mehrfach auf<br />

dem Lahnhof zu Gast. Sein Jagdfreund, der Hegemeister<br />

Adolf Bahne, schildert in dem Buch „Im Wald und auf der<br />

Heide“ die Erlebnisse des bekannten Schriftstellers in dem<br />

großartigen Waldgebiet zwischen Lützel und dem angrenzenden<br />

Wittgensteiner Revier. In der Frühe eines Morgens<br />

waren Löns und Bahne unterwegs, um einen in der Balz<br />

liebestrunkenden Auerhahn „anzuspringen“. Durch eine<br />

unbedachte Han<strong>db</strong>ewegung des Jagdgastes wurde der<br />

Hahn aufgeschreckt und „ritt zu unserem großen Leidwesen<br />

mit lautem Gepolter ab“ (7) .<br />

Prominente Jagdgäste brachten auch manch ausgewählten<br />

Geweihträger zur Strecke. Wilderer und sonstige<br />

Störenfriede bereiteten den Förstern Aufregung und viel<br />

Arbeitsaufwand. Sie mussten sich so ausgiebig mit den<br />

verschiedensten Arten von Forstvergehen auseinandersetzung,<br />

daß sie „Forstfrevelbücher“ anlegten, in denen die<br />

unterschiedlichsten Übertretungen festgehalten wurden.<br />

So wird u. a. bekundet, daß eine 50jährige Witwe aus Nenkersdorf<br />

„am 13.08.1926 ohne einen (Erlaubnis-) Schein<br />

geholt zu haben, im Distrikt 17 Beeren gesammelt“habe.<br />

Die Bewohner vom Lahnhof gehörten bis zum Bau<br />

des Deuzer Gotteshauses im Jahr 1910 zur Netphener<br />

Kirche. Der alte Kirchweg nach dort hatte eine Länge<br />

von 14 km und führte über Walpersdorf und ab Nenkersdorf<br />

zu dem Höhenrücken, der oberhalb der alten Martinikirche<br />

ausläuft.<br />

Das Tauf- und Eheregister der Ev. ref. Kirchengemeinde<br />

verrät, daß im Jahre 1635 acht Personen in dem auswärtigen<br />

Weiler wohnten (8) . Der Kirchenbesuch glich nahezu<br />

einer Tagesreise. Wen wundert es, dass sich die Kirchenbesucher<br />

nach dem Gottesdienst mit Lebensmittelvorräten<br />

eindeckten, bevor sie den Heimweg antraten? Im Nahbereich<br />

der Kirche befanden sich in früheren Zeiten mehrere<br />

Gaststätten, Bäckerein und Lebensmittelgeschäfte (9) .<br />

Lahnhof, kein Name wie Schall und Rauch. Wenige km<br />

von Lahnhof entfernt befinden sich die Quellen von Eder<br />

und Sieg. Der 290 km lange Lahnwanderweg beginnt auf<br />

dem Lahnhof, verschafft bis zur Flußmündung großartige<br />

Aussichts- und Wandererlebnisse.<br />

Dabei werden auch viele geschichtsträchtige Orte berührt,<br />

die an die Regenten der Lahnhof-Region, die Grafen<br />

von Nassau, erinnern. Er stellt eine wertvolle Ergänzung<br />

zur Lahn-Ferienstraße dar. Einer der beliebtesten deutschen<br />

Fernwanderwege, der Rothaarsteig, führt unmittelbar<br />

am Lahnhof vorbei.<br />

Geschichte und Geschichten berühren seit 685 Jahren<br />

einander und sprechen eine Einladung zu eigenen Erkundungen<br />

aus. <br />

Heinz Stötzel<br />

Literatur- und Quellennachweis: Philippi, Dr. Friedrich Siegener Urkundenbuch 1837, Seite<br />

120. Bald, Dr. Ludwig Das Fürstentum Nassau/Siegen, 1932, Seite 397. Arnoldi, Dr. Johannes<br />

Geschichte der Oranien/Nassauischen Länder und ihrer Regenten, Hadamar, 1799, Seite 146.<br />

Philippi, Dr. Friedrich SUB, 1837, Seite 128. Scholl, Gerhard Im Quellgebiet von Sieg und Lahn,<br />

Gebr. Zimmermann-Verlag, Balve, 1961, Seiten 226 ff. Cramer, Helmut Der Lahnhof, Verlag die<br />

Wielandschmiede, Kreuztal, 1994, Seiten 14ff wie 4) Seiten 79 ff. Moll, Kurt von Haubergshasen<br />

und Rothaarhirschen, Verlag Die Wielandschmiede 2000, Seite 91 ff. Bahne, Adolf Im Wald<br />

und auf der Heide, Heimatverlag Dr. Wagener, Meschede, 1937, Seite 58. Tauf und Eheregister<br />

Archiv der Ev. ref. Kirchengemeinde Netphen des Jahres 1635. Seidenstücker, Christine Weihnachtsgemeindebrief<br />

der Ev. ref. Kirchengemeinde Netphen, 2004, Seiten 6 und 7.<br />

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34 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 35


Die letzte Tour<br />

Wehmütig klang das Posthorn<br />

Hilchenbacher Postschaffner mit Dame<br />

Wenn auch in vielen Gegenden Deutschlands die<br />

Postkutscher schon unterwegs waren, um Nachrichten<br />

und Waren zu befördern, gab es sie bei<br />

uns im Siegerland noch nicht. Wir lagen damals und heute<br />

an keiner wichtigen Verkehrsader bzw. Route. All dies und<br />

auch die schlechten Wege und Straßen ließen bei uns die<br />

Postkutschen erst etwas später fahren.<br />

Um 1700 wurde das Siegerland aber gleich von drei Routen<br />

durchkreuzt. Es waren die Linien Siegen-Köln, Frankfurt<br />

a. M.-Siegen und Siegen–Attendorn. Heftig wurde sich<br />

nach dem siebenjährigen Krieg um diese Linien zwischen<br />

Kurpfalz, Kurköln, Preußen sowie Thurn und Taxis gestritten.<br />

Dies war natürlich für die Entwicklung der Post keinerlei<br />

Vorteil. Durch die Kurpfalz bekam das Siegerland endlich<br />

im Jahre 1782 an die wichtige Strecke Memel – Berlin<br />

– Cleve Anschluss. Bei der französischen Besatzung traten<br />

1809 neue Ungereimtheiten auf, als die ,,Marie‘‘ Hilchenbach<br />

zum Departement Dillenburg kam. Sie wurde seinerzeit<br />

dem Großherzogtum Berg angeschlossen.<br />

Eine Briefsammlung gab es ab 1824 in Hilchenbach.<br />

Dienstags und samstags brachten besondere Boten Pakete<br />

und Briefe zum preußischen Postamt nach Siegen. Zwei<br />

Aus dem Siegerland<br />

Jahre später gab es die<br />

erste Postexpedition in<br />

Hilchenbach. Für Stadt<br />

und Lan<strong>db</strong>ezirk war der<br />

erste Expeditor Bürgermeister<br />

Johan Henrich<br />

Reifenrath, der dieses<br />

Amt bis 1851 begleitete.<br />

Im Hause W. G. Weiß<br />

Bruchstraße 12, später<br />

Walter Freudenberg,<br />

war die erste Posthalterei,<br />

wo auch der Pferdewechsel<br />

stattfand.<br />

Dreimal wöchentlich<br />

wurde zum Beispiel<br />

um 1850 in Hilchenbach<br />

die Post<br />

verteilt. Zu diesem sehr<br />

großen Lan<strong>db</strong>estellgebiet<br />

gehörte Altenteich,<br />

Lützel, Hof Ginsberg,<br />

Buchhelle mit Grube<br />

Irene, Helberhausen,<br />

Oberndorf, Hof Schreiberg,<br />

Vormwald, Grund,<br />

Öchelhausen, Ruckersfeld,<br />

Buchen, Hillnhütten,<br />

Stift Keppel, Allenbach, Hof Stöcken, Haarhausen,<br />

Sterzenbach, Hadem und Hilchenbach selbst. Außer der<br />

Personenpost, es war die Postkutsche, wurde auf den wichtigen<br />

Strecken auch eine Bodenpost eingerichtet. Der Hilchenbacher<br />

Postschaffner Haardt, der für die Beförderung<br />

von Hilchenbach nach Erndtebrück zuständig war, ging<br />

jeden Morgen, bei jedem Wetter, nachts um 4 Uhr los. Er<br />

legte auch zur Winterzeit täglich etwa 30 km zurück.<br />

Der Hilchenbacher Postschaffner Hoppe erzählte seinerzeit,<br />

dass er als 15jähriger 1882 nachts eingehende Eilbriefe,<br />

die entsprechend frankiert waren, sofort bei jedem Wetter<br />

bis nach Altenteich und überall im Bezirk bestellt hätte. Ab<br />

1880 war ein Herr Langenbach Postverwalter in Hilchenbach.<br />

Bei Revisionen musste er manchmal erst von seiner<br />

geliebten Jagd geholt werden und wurde 1885 abgelöst.<br />

An das Telegraphennetz im Morsebetrieb wurde Hilchenbach<br />

am 1. Dezember 1873 mit der Nummer 882 angeschlossen.<br />

In den Jahren von 1877 bis 1881 gingen in<br />

Hilchenbach jährlich etwa 15.000 Briefe mehr ein als abgeschickt<br />

wurden sind. So wurden 1881 immerhin 67.734<br />

Briefe nach Hilchenbach geschickt und nur 51.660 Briefe<br />

verließen das Postamt. Erwähnenswert ist noch, dass Anno<br />

Fotos: Archiv Bensberg<br />

1900 in Hilchenbach das erste Fernsprechamt eröffnet wurde.<br />

Es bekam in diesem Jahre schon 34 Anschlüsse. Die<br />

Nummern 1 bis 5 waren folgende Teilnehmer: Ruf-Nr. 1<br />

Weiss, Leimfabrik; Ruf-Nr. 2 Vogtmann & Co.; Ruf-Nr. 3<br />

Lederwerke; Ruf-Nr.4 Vollpracht und Weiss, Chem. Fabrik;<br />

Ruf-Nr. 5 Hüttenhain, Eduard.<br />

Öfters blieben die Postkutschen bei den schlechten Wegverhältnissen<br />

im Morast stecken. Es mussten dann Ochsen,<br />

die stärker waren als Pferde, vorgespannt werden, um die<br />

Karre aus dem Dreck zu ziehen. Aus dieser Zeit stammte<br />

auch das Sprichwort: ,, Man muss die Karre wieder aus<br />

dem Dreck ziehen.‘‘ Dies war oft sehr zeitaufwendig und so<br />

mussten Postillion und Reisende oft in Hilchenbach übernachten.<br />

Hierüber freuten sich die Reisenden nicht, allerdings<br />

die hiesigen Gastwirte. Es war schon ein Wagnis seinerzeit<br />

mit der Postkutsche zu reisen. Vorsorgliche Personen<br />

bestellten vor Antritt einer langen Reise ihr Haus und ließen<br />

sich vorher in der Kirche die Sakramente reichen.<br />

Nach Fertigstellung der Wittgensteiner Straße, der heutigen<br />

B 508 im Jahre 1835, wurde der Postverkehr Kreuztal<br />

– Hilchenbach und zurück aufgenommen. Zuerst fuhr<br />

wöchentlich ein Einspanner die Post. Später wurde täglich<br />

gefahren und man nahm auch Personen mit. 1838 kam die<br />

Strecke Laasphe – Hilchenbach – Kreuztal und retour hinzu.<br />

8 Silbergroschen pro Meile betrug das Fahrgeld. Hierbei<br />

waren noch 30 Pfund Gepäck frei. Anno 1842 kam die<br />

Personenpost Hilchenbach-Siegen und natürlich wieder<br />

zurück mit sechssitzigen Wagen dazu. Die Route Siegen<br />

– Marburg, die über Kreuztal, Hilchenbach, Erndtebrück,<br />

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Laasphe und zurück galoppierte, wurde 1846 in den Postverkehr<br />

aufgenommen. Die tägliche 2spannige Fahrpost<br />

verließ Siegen um 6 Uhr und erreichte Marburg abends um<br />

19 Uhr. Ab 1851 kam noch die Strecke Siegen – Hilchenbach–Plettenberg<br />

und retour, die täglich gefahren wurde,<br />

hinzu. Am 1. Januar 1852 wurde noch eine tägliche viersitzige<br />

Personenpost von Hilchenbach nach Laasphe eingerichtet.<br />

Man dachte überall noch nicht fortschrittlich. So<br />

waren 1852 die Gemeinden Allenbach und Lützel nicht an<br />

dem Vorzug interessiert auf Gemeindekosten Briefkästen<br />

aufzustellen. Die letzte eingerichtete Strecke war von Hilchenbach<br />

nach Altenhundem. Da diese nicht wirtschaftlich<br />

war, bestand sie nicht lange.<br />

Diese sehr rege Personenpost in Hilchenbach endete<br />

mit Eröffnung der Eisenbahnlinie Kreuztal – Hilchenbach,<br />

in denen auch zwei Bahnpostwagen mit Postschaffnern<br />

mitfuhren, am 1. März 1884. Die letzte offizielle Fahrt einer<br />

Postkutsche im Ferndorftal war am 29. Februar 1884<br />

und wurde ein wahres Fest. Die Postillione bliesen ganz<br />

wunderbar und länger als üblich. Der Ferndorfer Apotheker<br />

ließ bei der Durchfahrt ein brillantes Feuerwerk abbrennen.<br />

Der Fahrplan wurde nicht eingehalten, denn in<br />

den Wirtshäusern tränkten Postillione und Fahrgäste tüchtig.<br />

Die Hilchenbacher berichteten über die Ankunft der<br />

letzten Postkutsche: „Am Vorabend der Eröffnungsfeier<br />

hörten wir zum letzten Male die lang gewohnten meistens<br />

melancholisch klingenden Töne des Posthorns. Sie klangen<br />

besonders wehmütig auf dieser letzten Tour.‘‘ <br />

<br />

Heinz Bensberg<br />

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36 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 37


Aufstieg<br />

Eine Siegener Kurzgeschichte<br />

Der Bus kam pünktlich. Die junge Frau reihte<br />

sich ein in den Strom der einsteigenden<br />

Menschen. Der Fahrer quittierte den Kauf<br />

ihrer Fahrkarte mit einem kurzzeitigen Lächeln. Einen<br />

Platz fand sie im vorderen Teil des Busses neben<br />

einem jungen Mann mit Baseballkappe. Diese Linie<br />

war wie immer am Nachmittag gut frequentiert und<br />

nach der zweiten Haltestelle mussten einige Fahrgäste<br />

im Gang stehen, sich mit einer Hand festhaltend<br />

der einhändigen Bedienung ihrer Smartphones<br />

konzentriert widmend. Die junge Frau verspürte ein<br />

bekanntes Gefühl von Enge, wobei man nicht behaupten<br />

kann, dass es sich dabei um so etwas wie<br />

Klaustrophobie handelte, wohl aber in der Art, die<br />

einem das Zu Nahetreten auf kleinem Raum als<br />

unangenehm erscheinen lassen konnte. Sie schaute<br />

sich um und versuchte, in den Gesichtern der Mitreisenden<br />

Anhaltspunkte für die Einschätzung des<br />

Grundes und damit des Zieles deren Reise abzulesen.<br />

War die Benutzung des Busses beruflich bedingt,<br />

diente sie eher dem Zwecke, in der Stadt einzukaufen,<br />

oder wollte man soziale Kontakte pflegen<br />

und jemanden treffen. Gleichzeitig machte sich<br />

die junge Frau gewissermaßen einen Sport daraus<br />

und taxierte die Menschen, wie sie es häufig zu tun<br />

pflegte, hinsichtlich ihrer, man könnte es so nennen,<br />

gesellschaftlichen Einordnung. Sie hätte sich, darauf<br />

angesprochen, vermutlich gewehrt, in diesem<br />

Fall von Schubladen zu sprechen. Aber ihrem gänzlich<br />

privaten Vergnügen nachhängend, wäre es ihr<br />

egal gewesen, ob man den Begriff Schublade, Leiter<br />

oder Stufe angewandt hätte. Sie fuhr zwar hin und<br />

wieder mit dem Bus, aber auch heute beschlich sie<br />

das Gefühl, sich in einem olfaktorischen Bad in der<br />

Menge zu befinden. Nicht, dass jeglicher Geruch,<br />

den die sie umgebenden Menschen verbreiteten,<br />

unangenehm oder gar abstoßend zu nennen wäre.<br />

Jedoch führte die Melange aus Parfum, Schweiß<br />

und Alkohol auch zu einer weiter differenzierenden<br />

Einordnungstätigkeit.<br />

Am Bahnhof Weidenau stieg die junge Frau aus,<br />

um in den Bus zur Universität auf dem Haardter<br />

Berg zu wechseln. Der Bus war ebenfalls überfüllt,<br />

und sie konnte sich weiterhin intensiv ihren privaten<br />

Studien widmen. Allerdings hatten sich die Sinnesreize<br />

deutlich gewandelt: Nunmehr waren es eher<br />

die akustischen Emissionen, die sie einzuordnen<br />

versuchte. Ein Wolkenmeer von Unterhaltungen,<br />

Gesprächen per Smartphone, mehr oder weniger<br />

kreativen Klingeltönen sowie nur unzureichend gedämpfter<br />

Musikbeschallung über Kopfhörer drangen<br />

diffus an ihr Ohr. Dazu war ihr die Gelegenheit<br />

gegeben, die aufgenommenen mehrsprachigen Partikel<br />

hinsichtlich ihrer Herkunft sozusagen geographisch<br />

zuzuordnen.<br />

An der Endhaltestelle stieg die junge Frau aus<br />

und hielt zügigen Schrittes auf ein kleines Wäldchen<br />

oberhalb des Universitätskomplexes zu. Während ihres<br />

Studiums war sie des Öfteren hier entlanggegangen,<br />

um ein wenig den Kopf freizubekommen. Sie<br />

schmunzelte, als ihr klar wurde, dass heute ihr Spaziergang<br />

dem gleichen Zweck diente. Der Morgen in<br />

der Firma hatte sie ein wenig aus der Bahn geworfen.<br />

Dazu hatte der übliche Stress des Arbeitsalltages<br />

weniger beigetragen als das Gespräch mit der<br />

Geschäftsleitung, zu dem man sie gebeten hatte. Dabei<br />

war nicht die Tatsache der Einbestellung selbst<br />

irritierend, denn sie hatte das Gefühl, dass die Arbeit<br />

in ihrer Abteilung in den vergangenen Tagen ohne<br />

große Probleme, wenn nicht gar besonders erfreulich<br />

verlaufen war, sodass sie nichts Negatives erwartete.<br />

Nein, es war der lapidare Satz ihres Chefs gewesen,<br />

über den sie jetzt grübelte: „Können Sie sich vorstellen,<br />

die Leitung der Personalabteilung zu übernehmen?“<br />

Sie befürchtete, in ihrer Reaktion nicht gerade<br />

souverän gewesen zu sein, wie es sonst stets der Fall<br />

war, was sogar ihre Kolleginnen bestätigen konnten.<br />

„Bitte geben Sie mir ein paar Tage Bedenkzeit!“, hatte<br />

sie geantwortet.<br />

Und jetzt war sie auf dem Weg zu einem markanten<br />

Siegener Aussichtspunkt, von dessen erhöhter<br />

Position sie sich einen klaren Blick auf die Dinge<br />

erhoffte, so wie der entsprechende englische Begriff<br />

„view point“ mehrere Bedeutungsebenen aufbietet,<br />

die ihr aktuelles Dilemma treffend beschreiben:<br />

Standpunkt, Aussichtspunkt, Sichtweise, Gesichtswinkel<br />

auch waren die Übersetzungsangebote, die<br />

ihr dazu einfielen. Sie passierte das kleine Birkenwäldchen<br />

und stand vor dem letzten, steiler werdenden<br />

Anstieg zum Monte Schlacko, der fast Wahrzeichen<br />

gewordenen ehemaligen Schlackenhalde bei<br />

Weidenau. Als sie oben angekommen war, ließ sie<br />

ihren Blick schweifen über das Hüttental mit seinen<br />

Industriebetrieben und Werkshallen. Ein zufriedenes<br />

Gefühl bemächtigte sie bei dem Gedanken,<br />

wie sie vor Jahren in einem Betrieb dort unten ihre<br />

Ausbildung zur Industriekauffrau absolviert hatte.<br />

Und nun stand sie hier oben, ausgestattet mit dem<br />

großzügigen Angebot ihres jetzigen Chefs, gewissermaßen<br />

auf der Karriereleiter einen entscheidenden<br />

Schritt nach oben zu machen. Die junge Frau<br />

blickte von hier auf die Industrielandschaft unter ihr,<br />

in der in diesem Moment unzählige Menschen bemüht<br />

waren, auf dem ihnen zugeteilten Arbeitsplatz<br />

als kleines Rädchen im System das große Ganze am<br />

Laufen zu halten.<br />

Sie hatte sich für das Angebot zwar bedankt, jedoch<br />

nicht spontan zugesagt, weil ihr plötzlich ein<br />

Paket voller unbeantworteter Fragen sozusagen vor<br />

die Füße gefallen waren. Was würde ihr Freund sagen,<br />

würde er sich damit arrangieren können, dass<br />

mit der Beförderung künftig nicht mehr an einen<br />

geregelten Acht-Stunden-Tag zu denken war? Würde<br />

es ihre gemeinsame Lebens- und Familienplanung<br />

entscheidend beeinflussen? Was würden die<br />

Arbeitskollegen denken, die sich an eine neue Vorgesetzte<br />

würden gewöhnen müssen? Und sie selbst:<br />

Will sie überhaupt in die anspruchsvollere Position<br />

wechseln? Sie allein hat die Entscheidung in der<br />

Hand, sie muss den Schritt tun. Sie sinnierte an diesem<br />

Ort über das Thema vorhin im Bus: Würde sie<br />

sich bei dem Wechsel auf eine andere Stufe, in eine<br />

andere Schublade der Einsortierung auch selbst<br />

eine Andere werden? Würde sie die Menschen heute<br />

im Bus künftig noch anders betrachten? Würde<br />

sie in ihrer privilegierten Position künftig überhaupt<br />

noch dieses Bad in der Menge nehmen wollen? Und<br />

grundsätzlich: War sie nicht glücklich, wie es im<br />

Moment war? Sie trat einen Schritt vor und hatte<br />

die Abbruchkante des Berges erreicht. In den nächsten<br />

Tagen würde sie dem Chef ihre Entscheidung<br />

mitteilen müssen. Diese nahm in ihren Gedanken<br />

hier oben so langsam Konturen an.<br />

Sie genoss noch einmal den Blick vom Monte<br />

Schlacko, atmete tief ein, war froh, diesen Ort aufgesucht<br />

zu haben, hatte sie doch den Sachverhalt<br />

sozusagen von einer höheren Warte in den Blick genommen,<br />

und trat, mit nunmehr größerer Klarheit<br />

im Kopf, den Rückweg zur Bushaltestelle an. Den<br />

Abstieg bewältigte sie mit einer gewissen Leichtigkeit,<br />

sie empfand ihn in diesem Moment gar nicht<br />

steil, nein, man darf behaupten, auf dem nunmehr<br />

wieder erreichten Niveau des Geländes fühlte sie<br />

sich wohl.<br />

Uli Hoffmann<br />

Hintergrundfoto: Tessie Reeh<br />

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Der Traum vom Fliegen<br />

Foto: Wikimedia Commons<br />

Ich sitze auf der Terrasse einer Berghütte. Wir hatten<br />

heute mit einer kleinen Gruppe eine anstrengende<br />

Wanderung. Ich bin angenehm k.o. und genieße ein<br />

eiskaltes Bier. Die Stimmung der Gruppe ist gut. Alle<br />

sind ziemlich ausgelassen, stolz und zufrieden. Wir prosten<br />

uns zu und lassen Teile der Tour immer wieder Revue<br />

passieren. Plötzlich werfen alle die Köpfe nach oben. Ein<br />

Gleitschirmflieger, zum Greifen nah, segelt über uns hinweg.<br />

Der Pilot stößt einen Freudenschrei aus. Man hört<br />

das Rauschen des Schirmes ganz deutlich. Alle Gespräche<br />

sind verstummt und jeder schaut gen Himmel. Das will<br />

ich auch mal! Dort oben ein paar Runden drehen, davon<br />

träume ich schon lange... Der Hüttenwirt bringt eine Brotzeit.<br />

Während wir essen, drehe ich mich immer wieder um<br />

und schaue dem Schirm nach. Erik stößt mich in die Rippen<br />

und meint augenzwinkernd: „Faszinierend, oder?“ Ich<br />

gebe ihm recht und wir genießen den Augenblick.<br />

Abends blättere ich im örtlichen Ferienmagazin. Eine<br />

riesige Werbeanzeige fällt mir ins Auge: „Flieg mit den<br />

Profi’s – Tandemgleitschirmflüge mit dem deutschen<br />

Meister“. Ganz unten ist eine Telefonnummer angegeben.<br />

Später erzähle ich Christa meine Erlebnisse vom Tag –<br />

auch vom Gleitschirmflieger und der Anzeige. „Würde ich<br />

ja auch mal gerne machen“, vertraue ich ihr an. „Ja, dann<br />

los, mach’s doch,“ ruft sie mir zu. „Wenn das so einfach<br />

wäre...,“ denke ich und gehe nach oben zum Schlafen.<br />

Am nächsten Morgen stehe ich früh auf und blättere<br />

wieder im Magazin und sehe erneut die Anzeige. Kurz entschlossen<br />

nehme ich mein Handy, wähle die angegebene<br />

Nummer und beende sofort wieder die Verbindung. Mein<br />

Herz rast. Ich laufe im Zimmer umher wie ein Tiger im<br />

Käfig. Dann wähle ich erneut. Eine freundliche Stimme<br />

fragt was sie für mich tun kann. Ich stottere mir einige<br />

Wörter und Sätze zurecht. Kurze Zeit später habe ich für<br />

den nächsten Tag gebucht. Sollte mein Traum sich wirklich<br />

erfüllen...? Es sei vollkommen ungefährlich, die Landung<br />

wäre wie ein Sprung von einem Stuhl. Meine Stimmung<br />

verdüstert sich schlagartig. Plötzlich habe ich doch<br />

Zweifel. Ich habe Angst! Soll ich lieber wieder absagen?<br />

Ich ziehe meine derben Bergschuhe und eine Kniebandage,<br />

die ich vorsichtshalber immer dabei habe, an, steige auf<br />

einen Stuhl und springe. Überlebt! Auch nach meinem Gewicht<br />

hatte man mich gefragt. Ich mogelte vorsichtshalber<br />

einige Kilo dazu. Sicher ist sicher! Und ob ich sportlich fit<br />

wäre. Na, wenn der wüsste...! Ich glaube, das ganze Vorhaben<br />

ist doch nicht so eine gute Idee. Ich habe Übergewicht,<br />

Probleme mit den Knien, die ich mir sicher für immer ruinieren<br />

werde. Warum träume ich von so etwas? Zu allem<br />

Unglück soll sich das Wetter auch noch ändern. Obwohl,<br />

vielleicht ist der Flug dann nicht möglich und ich könnte<br />

mich ganz elegant aus der Affäre ziehen.<br />

Inzwischen ist meine gute Urlaubsstimmung hin. Ich beschließe,<br />

einen kleinen Spaziergang zu machen um auf andere<br />

Gedanken zu kommen. Dann erinnere ich mich aber an<br />

einen Zeitungsbericht, den ich mal über’s Gleitschirmfliegen<br />

gelesen habe. Man schrieb von schwierigen Windverhältnissen<br />

und sonstigen Komplikationen. Wahrscheinlich liege ich<br />

übermorgen mit komplizierten Brüchen in einer Spezialklinik...!<br />

Ich breche meine Gedanken ab. Fast am Höhepunkt<br />

meiner Zweifel beschließe ich für mich, mir das Recht he-<br />

rauszunehmen, noch ganz kurzfristig abzusagen. Plötzlich<br />

bete ich, was ich sonst nicht oft tue. Ich bitte um weniger<br />

Angst, mehr Mut und Schutz. Danach fühle ich mich etwas<br />

besser. Aber nicht lange, denn mir wird klar, dass ich immer<br />

nur bete, wenn es brenzlig wird - und Gott vielleicht sauer ist<br />

und er mir doch mal eine Lektion erteilen könnte.<br />

Aber jetzt steht erst mal das Tagesprogramm der Gruppe<br />

an. Abseiltraining für Anfänger! Es geht in dicken<br />

Neoprenanzügen mit Helm und Abseilgeschirr durch eine<br />

Schlucht. An der ersten Abseilstelle hoffe ich, sachte herunter<br />

gelassen zu werden. Fehlanzeige! Man muss sich breitbeinig<br />

mit fast durchgestreckten Knien von der Felswand<br />

weg nach hinten lehnen. NACH HINTEN LEHNEN! Und<br />

das schon über einen ziemlich tiefen Abgrund. Alle haben<br />

richtig Angst. Ich versuche mich etwas weiter nach hinten<br />

zu mogeln. Doch das hilft auch nicht viel, denn irgendwann<br />

bin ich dran. Der laute und zynische Bergführer hat<br />

ständig irgendwelche nervenden Scherze auf den Lippen.<br />

Furchtbar! Für mich ist dieses „nach hinten lehnen“ einfach<br />

nur schlimm. Doch ich habe keine Wahl mehr, weil<br />

der Schinder das Seil langsam, aber stetig nachlässt und<br />

gleichzeitig noch energisch warnt: „Beine durchdrücken<br />

nicht vergessen!“ Es funktioniert tatsächlich. Alle klatschen<br />

als ich unten ankomme. Ich fühle mich fast wie eine<br />

Heldin. Ein Glücksgefühl durchströmt mich. Wir werden<br />

noch einige Male abgeseilt und ich staune über mich selbst,<br />

wie schnell ich mich daran gewöhne. Plötzlich kommt mir<br />

in den Sinn: „Da war aber doch noch was?“ Ja, richtig,<br />

mein Flug morgen. Hoffentlich klappt der auch so gut.<br />

<br />

Ursula D’Amico<br />

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40 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 41


Reisen<br />

Besuch in Zagan<br />

Eine Reise in Netphens Partnerstadt<br />

Warum denn immer gleich nach Hawaii, Mexiko,<br />

New Seeland oder die Fidschi-Inseln reisen?<br />

Das Schöne und Interessante liegt praktisch vor<br />

der Haustür. Europa ist noch immer weitestgehend unentdeckt.<br />

Polen wäre z.B. eine Option, denn dieses Land gehört<br />

ebenfalls nach Europa.<br />

Ich habe mich daher sehr gefreut, dass die Netphener Ratsherren<br />

es mir gestatteten, im Herbst 2017 an einer Reise nach<br />

Zagan (Sagan) teilzunehmen, die schon seit 22 Jahren Partnerstadt<br />

von Netphen ist und regelmäßig alle zwei Jahre von<br />

den Netphener Bürgern besucht wird. Im Gegenzug kommen<br />

in den dazwischenliegenden Jahren polnische Menschen aus<br />

Zagan nach Netphen und werden hier willkommen geheißen.<br />

Die Geschichtsschreibung sagt über Zagan folgendes:<br />

Beiderseits des Bober gelegen. Stadtgründung wahrscheinlich<br />

vor 1241, planmäßige Stadtanlage mit rechteckigem<br />

Ring. Rathaus von 1486. Von 1472 – 1548 sächsisch, 1548<br />

habsburgisch, 1742 preußisch, fiel als Lehensfürstentum<br />

1844 an die Herzöge von Talleyrand-Perigord in Paris<br />

(letzte Besitzer bis 1945). Das Besitzrecht war im Versailler<br />

Vertrag ausdrücklich bestätigt worden. Der Herzogtitel<br />

erlosch 1929, die Lehnseigenschaft I 935.<br />

Im Jahre 162l belehnte Kaiser Ferdinand II seinen 1623<br />

in den Fürstenstand erhobenen General Wallenstein mit dem<br />

seit 1397 unabhängigen Fürstentum Sagan. Die kurze Zeit bis<br />

zur Ermordung Wallensteins 1634 in Eger ist für Sagan gekennzeichnet<br />

durch die Errichtung der großzügig geplanten<br />

Georg-Philipp Telemann auf dem Marktplatz in Zary<br />

Schlossanlage von 1627. Darin der Schreibtisch, an dem im<br />

Juni l8l5 die Beschlüsse des Wiener Kongresses unterzeichnet<br />

wurden. Das Schloss brannte nach 1945 aus. Die kostbare<br />

Inneneinrichtung ist nicht mehr vorhanden.<br />

Gotische Stadtpfarrkirche St. Mariä-Himmelfahrt aus<br />

dem 14. Jahrhundert mit dem ersten Blitzableiter in Schlesien.<br />

Tuchfabrikation, Wollspinnerei, Papier- und Glasindustrie.<br />

Sagan wurde am 12.<strong>02</strong>.1945 von sowjetischen<br />

Truppen besetzt und bis zu 55% zerstört. 1939: 22700 Einwohner,<br />

1973: rund 22.000 Einwohner<br />

Johannes Keppler, Mathematiker und Astronom (l571<br />

– 1630) hielt sich vom Juli 1628 bis November 1630 in<br />

Sagan auf und richtete hier 1629 die erste Druckerei ein.<br />

Nach einem Zwischenstopp in der interessanten Porzellan-Manufaktur<br />

Meißen kommen wir gegen Abend in<br />

unserem Hotel ,,Willa Park“ in Sagan an und freuen uns<br />

über das reichhaltige Abendessen, die Willkommensrede<br />

der gastfreundlichen Hoteliersfamilie und über die Honoratioren,<br />

einschließlich des Bürgermeisters.<br />

Der nächste Tag ist Besichtigungen gewidmet. Wir besuchen<br />

den Landschaftspark des Grafen Friedrich von Hochberg<br />

zu Fürstenstein. Er ließ sich von seinen Reisen nach Japan und<br />

Asien inspirieren und dekorierte den Park mit orientalischen<br />

Elementen. Der inzwischen alte Baumbestand wurde aus Samen<br />

außereuropäischer Bäume gezogen. Man scheint sich<br />

hier im Schlesisch-Lausitzer Grenzgebiet gegenseitig inspiriert<br />

zu haben. Schmale Fließgewässer durchströmen den Park<br />

und sind von romantischen<br />

kleinen Brücken überbaut.<br />

Es gibt auch ein Museum<br />

mit Gebrauchsgegenständen<br />

aus vergangenen Zeiten und<br />

wunderschönem Porzellan<br />

in tiefblauem und rotem Design<br />

im nahegelegenen Zary<br />

(Sorau). Hier hat ein polnischer<br />

Künstler an einer Seite<br />

des malerischen Marktplatzes<br />

eine formschöne eiserne<br />

Bank geschaffen, auf der ein<br />

in Eisen filigran geschmiedeter<br />

Georg-Philipp Telemann<br />

mit seiner ebenso filigranen<br />

Viola da Gamba sitzt. Er lädt<br />

förmlich dazu ein, sich neben<br />

ihn zu setzen und nachzudenken<br />

oder seine Musik nachzuempfinden.<br />

Unser Mitreisender<br />

Bernd Heinemann, bekann-<br />

Modell vom Gefangenenlager Stalag Luft III<br />

ter Künstler aus dem Netpherland, hat auch in Zagan Akzente<br />

gesetzt. Von ihm sind u.a, eine Edestahlskulptur Namens „Eisener<br />

Gustav“, der mit seinem rechten, ausgestrecktem Arm<br />

nach Netphen zeigt. Eine Kepler-Bronzeplakette auf einem<br />

Findling, sowie das Jubiläumsbild zum 20jährigen Partnerschaftsjubiläum,<br />

außerdem zwei weitere Bilder im Rathaus.<br />

Am nächsten Tag besuchen wir die Rekonstruktion des<br />

Kriegsgefangenenlagers Stalag Luft III (Stammlager der<br />

Luftwaffe) des deutschen Militärs von 1943. Hier wurden<br />

Hunderte von abgeschossenen alliierten Piloten, die sich<br />

zunächst retten konnten, gefangen genommen und inhaftiert.<br />

Aus dem spektakulären US-amerikanischen Film<br />

,,The Great Escape“ von 1962 weiß man, dass die Gefangenen<br />

das Lager untertunnelten. 600 Gefangene waren an<br />

diesem spektakulären Mammut-Unternehmen beteiligt.<br />

Die Tunnel wurden ,,Tom“ „Dick“ und ,,Harry“ genannt,<br />

Sie brauchen:<br />

400 g Weißkohl<br />

400 g Sauerkraut<br />

10 g getrocknete Pilze<br />

1 Lorbeerblatt<br />

1 gehackte Zwiebel<br />

2-3 Pimentkörner<br />

200 g Schweinefleisch<br />

200 g Kalbfleisch<br />

250 g Knoblauchwurst<br />

50 g Speck fett<br />

100 g Speck durchwachsen<br />

4-5 Backpflaumen oder<br />

4 Fotos: Wikimedia Commons<br />

Kepler war drei Jahre in Zagan<br />

waren neun Meter tief und 110 Meter lang. Der Plan war,<br />

dass 200 Gefangene fliehen sollten, 78 Personen gelang<br />

schließlich in der Nacht vom 24. März 1944 die Flucht,<br />

aber nur drei von ihnen gelangten letztendlich bis nach<br />

Hause, der Rest wurde wieder gefangen genommen und<br />

50 von ihnen auf Befehl Hitlers erschossen.<br />

Wieder zurück in Zagan besuchten wir noch die von einem<br />

polnischen Künstler errichtete übermannsgroße Statue von Johannes<br />

Kepler, Mathematiker und Astronom, der sich 1628 bis<br />

1630 von Prag kommend in Zagan aufhielt und in seinen letzten<br />

Lebensjahren hier die erste Druckerei gründete, um seine<br />

Berechnungen veröffentlichen und verbreiten zu können.<br />

Am Tag der Abreise verabschiedeten uns die Honoratioren<br />

der Stadt mit einem herzlichen Do widzenia (auf<br />

Wiedersehen). Der Gegenbesuch in Netphen hat in diesem<br />

Monat stattgefunden.<br />

Erna Homolla<br />

Bigos – ein polnisches Nationalgericht<br />

2-3 TL Pflaumenmus<br />

1 TL Mehl<br />

1 TL Tomatenmark<br />

2-3 EL Schmalz<br />

Zucker<br />

Saure Sahne<br />

Varianten: Mit 125 ml.<br />

Rotwein und einer gehackten<br />

Knoblauchzehe<br />

verfeinern.<br />

Statt Schweine- und<br />

Kalbfleisch Hackfleisch<br />

verwenden.<br />

Den Kohl hobeln. Mit Sauerkraut, Pilzen, Lorbeerblatt, Zwiebeln und Pimentkörnern schmoren. Das Fleisch in<br />

etwa 4 cm große Würfel schneiden und anbraten. Mit dem Kohl mischen und unter ständigem Rühren kochen. Wenn<br />

nötig, Wasser zugießen, jedoch möglichst wenig. Wurst und Speck würfeln, Backpflaumen zugeben. Weiterkochen, dabei<br />

ständig rühren. Mehl und Tomatenmark in Schmalz anbraten salzen und dem Bigos beifügen. Mit Salz Pfeffer und<br />

Zucker abschmecken. Kalt stellen und vor dem Servieren erhitzen. Mit einem Teelöffel saurer Sahne garnieren.<br />

Bigos ist seit Jahrhunderten eines der typischen Gerichte Polens, wenn nicht gar das Nationalgericht. Jeder Haushalt,<br />

ob in Kaschubien, Masowien oder beim Bergvolk der Goralen ,,hütete“ sein Rezept. Bis heute existieren zahlreiche<br />

Variationen des beliebten, herzhaften Gerichtes. Bigos wird mehrere Tage vor dem Servieren gekocht und, bevor es<br />

heiß auf den Tisch kommt, mehrmals aufgewärmt. Zubereitungszeit ca. drei Stunden<br />

42 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 43


Abenteuer in Europa<br />

Eine Reise zu den äußeren Hebriden<br />

Damals in den 80-er Jahren fuhr ich einen SEAT<br />

Marbella. Man konnte mit ihm ganz sicher keine<br />

Schönheits-Konkurrenz zu gewinnen, aber er hatte<br />

Ähnlichkeit mit einem robusten ,,Packtier“. Durch Umklappen<br />

der Hintersitze erzielte man eine größere Ladefläche<br />

und ich hatte damit schon allein einen ganzen Umzug<br />

in eine neue Wohnung hinter mich gebracht und unzählige<br />

Bausteine, Gartenerde und Rindenmulch transportiert.<br />

Außerdem war mein ,,Packtier“ schmal gebaut. Er würde<br />

sich sicherlich für die oft engen Straßen in Großbritannien<br />

eignen. So tat ich mich - wie jedes Jahr während des Jahresurlaubes<br />

- mit meiner Freundin Hilda aus dem Züricher<br />

Oberland zusammen, um einen neuen für uns noch unbekannten<br />

Teil der britischen Inseln kennenzulernen.<br />

Seit unserer Sommersaison in North-Devonshire Ende<br />

der 50er Jahre waren wir große Fans des Landes geworden,<br />

und durch Kostenteilung waren diese Reisen auch günstig.<br />

Ich war für alle Aufgaben, die mit dem Auto zu tun hatten,<br />

zuständig und Hilda war Verpflegungsmeisterin und Quartiermacherin.<br />

Über Dover fuhren wir durch Cambridge,<br />

den Hadrians-Wall, über die Insel Skye immer weiter nördlich,<br />

bis wir dem Abfahrtshafen zum Übersetzen auf die<br />

Inselgruppe der Hebriden erreichten. Wir zahlten damals<br />

schon die stattliche Summe von DM 400 für das Übersetzen,<br />

eine Summe, die andere Touristen offensichtlich<br />

scheuten. Deshalb waren wir dort fast allein unterwegs, die<br />

schmale Straße<br />

quer durch die<br />

Inseln hätte auch<br />

nicht viel Verkehr<br />

zugelassen.<br />

Zu beiden Seiten<br />

der Straße sah<br />

man Schafsweiden,<br />

die von einem<br />

niedrigen<br />

Das Urlaubsauto<br />

Wall aus Steinen<br />

eingegrenzt waren. Trotzdem hatten es lämmerführende<br />

Schafe geschafft, über diesen Wall zu klettern und an den<br />

Straßenrändern weiterzuweiden, wohl nach dem britischen<br />

Sprichwort, dass in der Nachbarschaft das Gras immer<br />

noch grüner zu sein scheint. Wir fuhren daher vorsichtig.<br />

Die Äußeren Hebriden bestehen aus sieben Inseln, wovon<br />

die Inseln Lewis und Harris die größten und wichtigsten<br />

sind. Auf der rechten, der Nordsee zugewandten Seite,<br />

gibt es einen schmalen Sandstreifen, auf dem im Juni die<br />

Ringelrobben ihre Jungen zur Welt bringen, auf der linken<br />

Seite, dem Atlantik zugewandten Seite besteht der Strand<br />

aus rund gewaschenen Steinen (Pebbels). Hier bringen die<br />

Weddelrobben im August ihren Nachwuchs zur Welt. Die<br />

Bevölkerung der Hebriden spricht nur mit den Touristen<br />

oder Geschäftsreisenden der Insel Harris Englisch, untereinander<br />

wird noch gälisch (keltisch) gesprochen, wie vor<br />

tausenden von Jahren. In dieser Sprache heißen die Robben<br />

,,Menschen der Meere“. So sehen sie auch aus, wenn<br />

sie mit ihren runden Köpfen und den großen Augen aus<br />

den Fluten auftauchen.<br />

Auf den großen Inseln sieht man beim Vorbeifahren<br />

auch Steinkreise, die aber kleiner sind als z.B. die in<br />

Stonehenge. Dies sind vorchristliche Heiligtümer aus der<br />

Zeit der Kelten. Wir haben noch bewohnte, uralte Lehmhäuser<br />

gesehen in denen Menschen und Tiere unter einem<br />

Dach lebten. Die Dächer waren aus langgewachsenen, zu<br />

Zöpfen geflochtenem Heidekraut gedeckt die über die Dächer<br />

gelegt an schwere Steinen geknüpft wurden, so dass<br />

sie vor Sturm gesichert waren. Einen Schornstein gab es<br />

nicht. Kochdünste der Rauch des Feuers mussten durch<br />

das Dach entweichen. Vom Deckenbalken hing eine eiserne<br />

Kette, daran ein eiserner Kessel. Auf dem gestampften<br />

Lehmboden wurde ein Torffeuer zum Kochen entzündet.<br />

Im gleichen Raum befanden sich drei größere Alkoven,<br />

in denen mehrere Menschen schlafen konnten. Beleuchtet<br />

wurde der Raum mit einer Carbid-Lampe. In diesem diffusem<br />

Licht wurde die Schafwolle gesponnen und Pullover<br />

in traditionellen Mustern gestrickt. Der Stall war mit einer<br />

halben Wand abgeteilt. Dort hörte man die Kühe rumoren.<br />

Sie dünsteten Wärme aus und ,,beheizten“ damit auch den<br />

Wohnraum. Hühner gingen durch eine Klappe ein und aus<br />

und legten ihre Eier überall hin.<br />

Wir näherten uns nun der Insel Harris, wo wir bei der<br />

Produktion des berühmten Tweed-Stoffes zusahen. Die geschorene<br />

Wolle wurde mit Naturfarben gefärbt. Von jeder<br />

Farbe wurde ein kleiner Teil abgezupft und zu einem Faden<br />

gesponnen. Es folgte das Weben auf einem Webstuhl.<br />

Das Tuch wurde zu Stoffballen aufgerollt. Auf der Weiterfahrt<br />

entdeckte Hilda ein Schild mit der Aufschrift ,,Bed<br />

& Breakfast“. Wir klingelten und freuten uns, dass noch<br />

ein Zimmer frei war. Am nächsten Morgen wurden wir mit<br />

einem frugalen Frühstück überrascht Es bestand aus dem<br />

üblichen Tee, einem Porridge und danach aus einer Scheibe<br />

eines undefinierbaren<br />

,,Etwas“. Erst sehr<br />

viel später erfuhren wir,<br />

dass es sich um Haggis<br />

gehandelt hatte, also um<br />

Schafsinnereien in einer<br />

Schafsblase gekocht,<br />

eine typisch schottische<br />

„Haggis“, eine Spezialität Spezialität.<br />

Unsere ,,Expedition“<br />

über die Inseln ging weiter. Wir wollten uns eine Ausstellung<br />

ortsansässiger Künstler ansehen. Leider war sie<br />

geschlossen. Wir kamen an einem Bistro vorbei, das war<br />

ebenfalls geschlossen. Durch eine große Scheibe sahen wir<br />

ungewöhnliche Bistro-Tischchen. Sie bestanden aus Unterteilen<br />

von Nähmaschinen mit ovalen Tischplatten. Jetzt<br />

realisierten wir, dass Sonntag war. Endlich sahen wir eine<br />

zur Seite geschobene Glastür und einen Billiardtisch. Wir<br />

fragten, ob wir hier Tee trinken könnten. Ein junger Mann<br />

bat uns, hereinzukommen und stellte sich als Malcolm vor.<br />

Sofort kam die Frage, die überall in Great Britain gestellt<br />

wird: „Where do you come from?“. Als wir ihm erzählten,<br />

wir kämen aus der Schweiz und aus Deutschland, freute er<br />

sich sehr über die Begegnung mit uns. Er erzählte, dass er<br />

erst kürzlich aus Norddeutschland zurückgekommen sei,<br />

wo er bei der britischen Armee gedient habe. Das sei die<br />

schönste Zeit seines Lebens gewesen, schwärmte er. Man<br />

könne dort so frei leben. Sogar an Sonntagen hätten Cafés<br />

und Restaurants geöffnet. Das sei hier auf den Hebriden<br />

nicht der Fall. Man lege großen Wert darauf, dass der „Tag<br />

des Herrn“ geehrt werde. Deshalb seien ständig mittelalterliche,<br />

dunkel gekleidete Damen, die der Kirche nahestehen,<br />

unterwegs, um die Menschen daran zu erinnern. Seit<br />

seinem Aufenthalt in Deutschland ließe er sich aber nicht<br />

mehr einschüchtern und öffne sein Lokal trotzdem. Inzwischen<br />

war seine Mutter hinter der Theke hervorgekommen<br />

und brachte eine große Kanne Tee mit dem dazugehörigen<br />

Kännchen Wasser, Milch und Zucker. Sie hatte auch frische<br />

Scones gebacken, die sie nun butterte und mit einem<br />

Reisen<br />

Auf den größeren Inseln der Hebriden sind Steinkreise<br />

aus der Zeit der Kelten zu finden.<br />

Schälchen Strawberryjam (Er<strong>db</strong>eer-Marmelade) an den<br />

Tisch brachte. Wir freuten uns, dass wir unsere Lebensgeister<br />

auffrischen konnten.<br />

Hilda erzählte Malcolm,<br />

dass sie Ende der 50er Jahre etwas<br />

Ähnliches erlebt hatte. Da<br />

sei sie mit ihrem Freund durch<br />

Irland gereist. Und weil es praktisch<br />

war und in der Schweiz<br />

jedenfalls nicht verboten, habe<br />

sie eine lange Hose getragen.<br />

Da sei sie mehrfach unterwegs<br />

angespuckt worden. Für die Damen<br />

in Irland war das Tragen einer<br />

langen Hose eine Sünde und<br />

deshalb verpönt. Wir hatten uns<br />

mit Malcolm und seiner Mutter<br />

angeregt unterhalten und wurden<br />

nun herzlich verabschiedet<br />

und gebeten, doch mal wiederzukommen.<br />

Schon als wir das<br />

Lokal betraten, befand sich kein<br />

Old Man of Storre<br />

Innere Hebriden<br />

anderer Gast darin. Während unseres Besuchs hatte sich<br />

daran nichts geändert. Vielleicht ließen sich die Anwohner<br />

weiterhin von den Sittenwächterinnen einschüchtern.<br />

„Andere Länder, andere Sitten“. Erna Homolla<br />

44 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 45


Kultur – Reisen<br />

Denk ich an<br />

Düsseldorf…<br />

Werbung ist überall in der Stadt der Kreativagenturen, hier ein Bauzaun am Corneliusplatz<br />

Stadt zwischen Kunst und Kommerz, Glamour und<br />

Gentrifizierung, Punk und Politik, Regierungssitz von<br />

Nordrhein-Westfalen und „Schreibtisch des Ruhrgebiets“<br />

denken die einen. Andere an die verrückten 60iger<br />

Jahre rund um die Kunstakademie am Rhein. Oder an die<br />

vielen Bettler „Haste mal nen Euro?“, die man nicht übersehen<br />

kann. Oder doch Schickimicki am Rhein? Alles prägt<br />

die Stadt. Aber am typischsten ist und bleibt immer wieder<br />

die Kö, also Königs- oder Kastanienallee, der fast ein Kilometer<br />

lange elegante, urbane Boulevard. Anstelle der alten<br />

Stadtbefestigung wurde die Allee seit 18<strong>02</strong> mit dem großzügigen<br />

Stadtgraben in der Mitte von Architekten, Garten- und<br />

Wasserbaumeistern angelegt. Besonders schön zeigt sich<br />

die prächtige Flaniermeile im Frühjahr, wenn die Kastanien<br />

blühen. Hier trifft man alle: Manager, Banker, Playboys und<br />

Heiratsschwindler. Models, Hipster und Alternative, Bettler<br />

und „Penner“*. Und nicht zu vergessen: Blondinen, natürlich<br />

mit Sonnenbrille, die in High Heels und in den gewagtesten<br />

Outfits die Luxusmeile entlang stöckeln, vielleicht<br />

mit einer handgefertigten Edel-Tasche am Arm, aus der ein<br />

winziger Chiwawa schaut, neugierig wie Frauchen: Sehen<br />

und gesehen werden! Nicht zu vergessen, Düsseldorf war<br />

mit der IGEDO und CPD lange Modehauptstadt in Deutschland.<br />

Und manche, gerne auch aufgehübschte Senioren, sind<br />

auch heute noch im Achtzigerjahre-Look unterwegs. Männer<br />

im Blazer mit Goldknöpfen, Slipper mit Bommeln, im<br />

Sommer das rosa Poloshirt mit hochgestelltem Kragen,<br />

Frauen im perfekten Kostümchen mit Perlohrringen und in<br />

Lackschuhen.<br />

Mittendrin auf der Shoppingmeile vor der Kö-Galerie<br />

aber sitzt „Kö-Peter“ mit seiner Hündin Kira auf Decken<br />

mit seinem Trekkingrucksack. Er hat für jeden ein offenes<br />

Ohr, Tipps und weiß fast alles. Seit 30 Jahren sitzt Peter<br />

Otte hier und liebt sein Düsseldorf und die Menschen in<br />

Düsseldorf. Er ist der bekannteste Bettler der Stadt. Ein<br />

echtes Original. Der 72-Jährige schläft im Freien oder bei<br />

Kumpels, langsam wird es Zeit für eine feste Bleibe. Dieses<br />

Problem hat er wie viele Obdachlose oder Penner, wie man<br />

hier sagt. Anlaufstelle für sie ist ein Gebäude des Rathauses<br />

vorn am Rhein. Hier gibt es Rat, eine Dusche und ein<br />

warmes Essen.<br />

Auf der Uferseite direkt am Kö-Graben, über den wunderschöne<br />

Brücken mit Schmiedeeisen im Jugendstil führen<br />

- etwa die Girardet-Brücke - sieht man die Öko-Düsseldorfer<br />

im Allwetterparka mit dem Fahrrad vorbeirauschen.<br />

Bänke laden zum Verweilen ein, zum Picknick mit einem<br />

Coffee to go. Man kann so schön die Prunkmeile aus der<br />

Distanz und die Menschen dort beobachten. Manchmal im<br />

Sommer schieben sich dort wahre Menschenmassen vorbei,<br />

um hier die Atmosphäre von "klein Paris" zu genießen.<br />

Auf der anderen Kö-Seite geht es meistens gediegener<br />

zu: Banken wohin das Auge reicht, Wirtschaftsprüfer, Anwälte<br />

oder Steuerberater und ein Verlag haben hier ihr Domizil.<br />

Früher oder vielleicht heute noch waren hier zu bestimmten<br />

Zeiten auch die "Bordsteinschwalben" unterwegs.<br />

Gleich um die Ecke steht der Breidenbacher Hof, eine der<br />

ersten Adressen der Stadt. Hier wohnten die Rolling Stones<br />

letztes Jahr im Oktober während ihres Open Air Konzerts<br />

in der Esprit-Arena. <strong>2018</strong> bevorzugte das deutsche Fußball-<br />

Nationalteam als Quartier das neue Hyatt-Hotel mit der angesagten<br />

Bar „Pebbles“ im Medienhafen.<br />

Der Jugendstil ist in der Düsseldorfer Architektur noch<br />

immer sichtbar. Der Kaufhof am Cornelius-Platz, der Stahlhof,<br />

Bürgerhäuser in Oberkassel oder Mietshäuser neben<br />

dem immer noch angesagtem Bistro “ Zicke“, die nur dank<br />

einer Bürgerinitiative erhalten werden konnten. Überhaupt ist<br />

Gentrifizierung** ein großes Problem – wie in allen Metropolen.<br />

„Bezahlbarer Wohnraum“ ist ein weiter Begriff. Auf<br />

der Strecke bleiben viele der alteingesessenen Düsseldorfer.<br />

Im neuen Medienhafen ist nur Platz für boomende Start-<br />

Ups, Werbeagenturen und Edelgastronomie. Für erfolgreiche<br />

Newcomer oder „altes Geld“, die sich solche Mieten<br />

oder Eigentumswohnungen leisten können. Man denkt an<br />

die Entwicklung in Hamburgs Hafen-City. Den Auftakt der<br />

neuen Entwicklung des alten Düsseldorfer Hafens, der zur<br />

Brache verkommen war das neue WDR-Studio, das in Form<br />

eines überdimensionierten Katamarans am Yachthafen um<br />

1990 gebaut wurde. Gefolgt von einem skurril wirkenden<br />

schiefen Haus von 1998/99 von Frank O. Gehry. Vorher gab<br />

es hier aber auch schon „Geheimtipps“: Das traditionelle<br />

Muschelhaus Reusch hatte eine Dependance eröffnet. Und<br />

Gabriele Henkel, die Frau des Henkel-Chefs, hatte schon<br />

früh den richtigen „Riecher“. In einem alten Speicherhaus<br />

eröffnete die Mäzenin und Netzwerkerin ein Kunstatelier.<br />

Von hier aus bestimmte sie die Zukunft von Düsseldorf als<br />

Kunst-Metropole mit, neben den Galeristen und vor allem<br />

neben dem Geschehen der Kreativen an der Düsseldorfer<br />

Akademie der „Schönen Künste“. So schön waren für viele<br />

die zeitgenössischen Künste nun gar nicht mehr. Denn der<br />

„Guru“ vom Niederrhein, Joseph Beuys, hatte sich hier 1961<br />

– 1972 als Professor eingenistet und die Menschen mit seinen<br />

privaten Mysterien vor Rätsel gestellt, provoziert und<br />

viele überfordert. Die Skandale um seine Fettecke in der<br />

Akademie oder die Badewanne gehören noch heute zu den<br />

Klassikern rund um die Kunst der 70iger und 80iger Jahre.<br />

Diese Objekte wurden nicht als Kunst erkannt und zerstört.<br />

Ein Skandal, der hohe Wellen schlug.<br />

Übrigens der gebürtige Laaspher Otto Piene hatte 1966<br />

in Düsseldorf die Gruppe „Zero“ (Nullpunkt zwischen<br />

deutscher Nazi-Vergangenheit und dem Kommenden in der<br />

Kunst) gegründet, zu der Künstler wie Mack und Uecker<br />

(der mit den genagelten Gebilden) gehörten, die eine reduzierte,<br />

eher abstrakte Kunst entwickelten. Das "Creamcheese"<br />

in der Altstadt war ihr Treffpunkt. Ein abgefahrenes<br />

Lokal mit Dancefloor für Künstler und Intellektuelle. Die<br />

Künstler der "Zero-Gruppe" gaben dem Lokal dem Zeitgeist<br />

entsprechend den Look mit ihren abstrakten Kunstobjekten.<br />

Man fühlte sich dem New Yorker Andy Warhol ganz<br />

nah. Auch Josef Beuys, „der Mann mit Hut“ gehörte zu den<br />

Gästen. Er machte das Lokal zur Bühne für seine Aktionen.<br />

Im Herzen der Altstadt liegt ein weiterer Publikumsmagnet:<br />

Der Carlsplatz. Der ehemalige Wochenmarkt ist zu einer<br />

festen Institution und zum Treffunkt geworden. Neben<br />

4 Fotos: Tessie Reeh<br />

Blick aus dem alten Landtag auf den „Schwanenspiegel“<br />

den Produkten der heimischen Bauern aus dem Vorort Kappeshamm<br />

(also Kappes bedeutet Kohl) werden inzwischen<br />

auch feinste Leckereien bester Qualität aus ganz Europa verkauft.<br />

Statt der alten Kaffe- und Reibekuchenbuden gibt es<br />

immer mehr Stände der Edelgastronomie. Und es ist geplant,<br />

Französisches Flair bietet das „Bistro Zicke“ an der Altstadt<br />

weitere Flächen zwischen den Pavillons und den Marktgängen<br />

zu überdachen, um den Markt wetterfest zu machen. Vor<br />

allem am Samstagmittag ist es für viele Düsseldorfer und<br />

Besucher Pflicht, über den Carlsplatz zu schlendern. Und<br />

Girardet-Jugendstilbrücke von 1905 über dem Kö-Graben<br />

46 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 47


Sommerfeeling am Rheinufer<br />

hier einen Cappuccino oder ein Alt zu trinken. Getreu dem<br />

Motto: Sehen und gesehen werden! Gleich um die Ecke<br />

liegt die Altstadt mit der legendären „längsten Theke der<br />

Welt“. Doch die Kneipenmeile ist für Insider schon lange<br />

nicht mehr attraktiv. Es ist zu voll, zu laut, zu unsicher geworden.<br />

Alteingesessene Brauhäuser und Treffpunkte sind<br />

verschwunden. Touristen werden abgezockt.<br />

Aufreger gab es schon immer. Als Ende der 60iger Jahre<br />

das neue Schauspielhaus von Architekt Bernard Pfau<br />

zwischen dem Dreischeibenhaus und Hofgarten gebaut<br />

wurde, gab es einen „Shitstorm“ wie wir heute sagen würden.<br />

Auch dieses Gebäude ist nun in die Jahre gekommen<br />

und wird runderneuert.<br />

Denn Düsseldorf erneuert sich ständig. Auch heute stolpern<br />

viele Besucher an Sicherheitszäunen und monströsen<br />

Baugruben entlang. Entweder wird wieder eine neue U-Bahn-<br />

Linie oder ein neuer Gebäudekomplex gebaut. Der neue Kö-<br />

Bogen am Hofgarten sorgt nun seit einigen Jahren für weltstädtisches<br />

Flair. Der Architekt Daniel Libeskind brachte mit<br />

Foto: Hartmut Reeh<br />

einer besonderen Fassadentechnik „schwebende Gärten“ nun<br />

auch an den Rhein. Ein Leuchtturmprojekt – wie so viele.<br />

Der alte Hafen wurde zum Objekt der Begierde von globalen<br />

Investoren. Zwischen 1981 und 1988 entstand das neue<br />

Landtagsgebäude von NRW am Rhein, das das alte "Ständehaus"<br />

am Schwanenspiegel - ein romantischer Teich - mit<br />

Park ablöste. Das Gebäude, Ende des 19. Jahrhunderts im Stil<br />

der italienischen Renaissance erbaut, wurde nach dem Umzug<br />

des Landtags modernisiert und erhielt die spektakuläre Glaskuppel.<br />

Heute ist hier das " K 21", ein Museum für moderne<br />

Kunst, und eine exquisite Bar untergebracht. 1993 wurde die<br />

Rheinuferstraße in den Untergrund verlegt. Der Rheinufertunnel<br />

eröffnete den Ausbau des Flussufers zum Treffunkt,<br />

zum Verweilen und Flanieren am Rhein. Die Rheintreppe vor<br />

Schlossturm und Lambertus-Kirche wurde angelegt. Bis heute<br />

der Treff für Jung und Alt mit dem schönsten Rheinblick<br />

und Sonnenuntergang. Abends geht hier die Post ab mit Junggesellenabschieden<br />

und Abi-Feiern, aber auch ohne Motto,<br />

jede Gelegenheit gilt es in Düsseldorf zu feiern.<br />

Also wie ist es mit dem Ruf der Düsseldorfer? Sie gelten<br />

als arrogant, überheblich und oberflächlich. Viel Schau<br />

und nichts dahinter! Ja klar, die gibt es auch. Düsseldorfs<br />

Oberbürgermeister Dirk Elbers wehrte sich gegen den Ruf<br />

einer Stadt, die nur reich, schuldenfrei, schickimicki oder<br />

gar spießig sei. Denn daneben gibt es ja auch die Kritischen,<br />

Unangepassten, Kreativen. Erfolgreiche Unternehmer, Forscher<br />

und Wissenschaftler. Musiker wie der Punk Campino<br />

oder Marius Müller-Westernhagen prägen bis heute den<br />

Mix des Sounds of Düsseldorf. Scharfzüngige Kritik ist seit<br />

Heinrich Heine hier zu Hause. Die wurde von den Kabarettisten<br />

Lore und Kai Lorenz im „Kommödchen“ und heute<br />

von Dieter Nuhr oder Jacques Tilly, dem bissigen Designer<br />

der Düsseldorfer Karnevalswagen, fortgeführt.<br />

Düsseldorf – eine Stadt der Kontraste: prickelnd wie<br />

Champagner, aber auch scharf wie Düsseldorfer Löwensenf.<br />

<br />

Text und Fotos: Tessie Reeh<br />

* „Penner“ war in Düsseldorf ein durchaus üblicher Begriff für Stadtstreicher, die auch mal<br />

Wir saßen auf der Terrasse, die Sonne schien, wir<br />

chillten und klönten, als Frau Gerhard in die<br />

Runde rief: „Wisst ihr was?! Ich könnte gerade<br />

mal in den Urlaub fahren!“ „Ja“, sagte ich, „ist doch kein<br />

Problem! Wir haben Fantasie und wünschen kann man alles.<br />

Wo wollen wir denn hin?“<br />

Wir überlegten und kamen zu dem Entschluss, dass es<br />

die Nordsee werden soll. Wangerooge! Autofrei und nicht<br />

so groß. Das nächste Problem war auch schnell gelöst. Ein<br />

Koffer für zwei Leute, die Kleidung knapp bemessen. Wir<br />

würden ja nur schönes Wetter haben! Die Badeanzüge ziehen<br />

wir zu Hause schon an, zwecks Platzersparnis. „Die<br />

ändere ich vorher aber noch ab! Ich öffne sie im Schritt<br />

und nähe praktische Druckknöpfe dran, falls wir auf der<br />

Hinfahrt mal aufs Klo müssen“, merkte Frau Schmiedel,<br />

die ehemalige Näherin, aufgeregt an. Wir überlegten weiter:<br />

Die Rollstühle bleiben zu Hause, Toilettenstühle sind<br />

praktischer. „Ja gut, dass wir in Deutschland bleiben, in<br />

Frankreich muß man ja im Stehen Pipi machen“, warf Frau<br />

Sebastian ein. „In Venedig auch!“, rief Frau Burger, „da<br />

dauert es immer so lang bis es läuft!“<br />

Es wurde beschlossen, dass wir mit dem Zug fahren. Einen<br />

ganzen Waggon nur für uns. Das erste Ziel soll Harlesiel<br />

Geschichte aus dem Altenheim<br />

Ein<br />

gewöhnlicher<br />

Morgen<br />

Foto: Wikimedia Commons<br />

sein und von da aus geht’s mit der Fähre weiter. Wir stellten<br />

uns vor, wie der Wind unsere Haare zerzaust und hörten im<br />

Geiste die Möwen schreien. Da die Insel autofrei ist, werden<br />

wir mit Bollerwagen abgeholt. In einem immer vier Mann.<br />

Die übrigen müssen die Toilettenstuhlfahrer schieben.<br />

Unser Domizil ist eine gaaanz große Ferienwohnung<br />

mit zwei Terrassen, eine mit Ausblick zum Strand, eine zur<br />

Wangerooger Mitte. Das Gelächter war bis hierhin schon<br />

reichlich. Nur unser Lebensunterhalt war noch nicht gesichert.<br />

Dafür entstand folgender Plan: Frau Santor und ich<br />

werden im ortsansäßigen Altenheim arbeiten. Frau Haller<br />

will für alle kochen und abends ein Schnäpschen parat halten.<br />

Frau Burger schlägt vor, dass sie Eis verkauft. Allerdings<br />

will sie 20 Euro pro Kugel nehmen.<br />

„Kann ich doch mit?“, rief Frau Schlegel, sie fühlte<br />

sich erst zu alt für den Ausflug. „Ich singe gegen Geld!“<br />

Also, Frau Schlegel singt. Die anderen Damen wollen vor<br />

Ort was finden. Abends lustiges Zusammensein, Pyjamaparties<br />

und, auf mehrfachen Wunsch: viel Vanilleeis mit<br />

Schokosoße. Die Dauer der Reise soll drei Monate dauern<br />

und jeder kann mit. ...aber das mit dem Eis werden wir<br />

morgen angehen! Treffpunkt: 10 Uhr auf der Terrasse<br />

Eva Schumacher<br />

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Gesundheit<br />

Unterhaltung<br />

Die Schafgarbe<br />

Eine Lanze für unsere Heilkräuter<br />

Mein Großvater väterlicherseits stammte aus Volkholz<br />

im ehemaligen Kreis Wittgenstein. Er war<br />

ein sehr naturverbundener Mensch und schon in<br />

jungen Jahren in`s Siegerland gekommen, weil es im Wittgensteiner<br />

damals für junge Menschen so gut wie keine<br />

beruflichen Perspektiven gab.<br />

Er hatte von seinen Eltern viele Kenntnisse über die<br />

landläufigen Heilpflanzen erfahren, die er sein Leben lang<br />

nach Möglichkeit genutzt hat. Vor 150 Jahren versuchte<br />

man bei Krankheit sich zunächst einmal selbst zu helfen,<br />

denn bei den damals bestehenden sozialen Verhältnissen<br />

war es kostspielig einen Arzt zu konsultieren.<br />

Wir, das heißt meine Eltern, meine beiden Brüder und<br />

ich, wohnten im elterlichen Haus meines Vaters in der ehemaligen<br />

Nordstraße in Geisweid. Wir Kinder hatten den<br />

besten Kontakt zu unseren Großeltern und ich, als der nach<br />

9 Jahren geborene Nachkömmling, hatte natürlich allerwegen<br />

den Vorzug und es gab wohl kein Ereignis im Haus, an<br />

dem ich nicht meinen Anteil gehabt hätte.<br />

So nahm mich mein Opa mit in den Hauberg, auf die Setzer<br />

Wiesen zum Heumachen oder auf das Kartoffelfeld oder<br />

Kornfeld und versuchte dabei, mir sein Wissen über die Natur<br />

weiter zu geben. Ich lernte schon früh die verschiedensten<br />

Heilkräuter kennen, zum Beispiel Huflattich, Rainfarn<br />

oder Schachtelhalm, aber die Pflanze, die mich fast mein<br />

ganzes Leben begleitet hat, war die Schafgarbe.<br />

Im Spätsommer pflückten wir an Wiesenrändern und Feldrainen<br />

die blühende Schafgarbe, die an ihren weißen Blüten<br />

und den kräftigen Stengeln leicht zu erkennen war und brachten<br />

sie nach Hause, wo sie nach leichtem Waschen gebündelt<br />

auf dem „Ollern“ (Hausboden) zum Trocknen aufgehängt<br />

Foto: Wikimedia Commons<br />

wurde. Nach dem Trocknen wurde sie in Tüten oder kleinen<br />

Säckchen verpackt und konnte nun gebraucht werden.<br />

Mein Opa trank den aus den Schafgarbeblüten hergestellten<br />

Tee regelmäßig täglich, während wir ihn nur dann<br />

tranken, wenn wir erkältet waren oder leichtes Fieber hatten.<br />

Zeigte sich nach zwei Tagen keine Wirkung, dann<br />

wurde der für unsere ganze Familie zuständige Hausarzt<br />

Dr.,Zimmermann aus der Zimmerstraße zu Rate gezogen.<br />

Zu ihm hatte ich ein ganz besonderes Verhältnis: Als ich<br />

geboren werden sollte, hatten meine Eltern schon meine<br />

beiden Brüder und sie hatten sich auf eine Tochter vorbereitet<br />

und für einen dritten Jungen keinen Namen bereit. Dr.<br />

Zimmermann, der als Geburtshelfer dabei war, wußte Rat.<br />

Er sagte zu meinen Eltern:“Nennt ihn doch einfach Otto“.<br />

So hatte ich meinen Namen und mit Dr.Zimmermann verband<br />

mich lebenslang ein besonderes Verhältnis.<br />

Als meine Frau und ich geheiratet hatten und wir mit unseren<br />

beiden Töchtern im eigenen Haus wohnten, habe ich immer<br />

noch in jedem Spätsommer Schafgarbe gesammelt und<br />

getrocknet, zuletzt für meine Enkelin Lara, die während ihrer<br />

Ausbildung zur PTA Schafgarbe für ihr Herbarium brauchte.<br />

Nach dem Tode meiner Frau geriet die Schafgarbe in<br />

Vergessenheit, bis ich vor einigen Wochen mit meiner älteren<br />

Cousine über das Altern und die dazugehörigen Krankheiten<br />

sprach und wir auch von unserem Opa sprachen, der<br />

ein Alter von 90 Jahren erreicht hatte, nie krank war und<br />

immer Schafgarbetee getrunken hätte.<br />

Als ich „Schafgarbe“ hörte, ging plötzlich bei mir ein<br />

Licht auf. Sofort setzte ich mich an meinen Laptop und<br />

las im Internet alles über die Heilwirkung der Schafgarbe<br />

nach und dabei entdeckte ich so manche Eigenschaft der<br />

Heilpflanze, die mir früher nicht bekannt war.<br />

Weil das letzte noch im Gartenhäuschen hängende Bündel<br />

zu alt war, holte ich mir in der Apotheke, in der meine Enkelin<br />

als PTA beschäftigt ist, 50 Gramm Schafgarbetee und<br />

begann sofort mit meiner Eigentherapie: Jeden Abend einen<br />

Kaffebecher Tee zum Abendessen. Schon in der ersten Nacht<br />

schlief ich vier Stunden bevor ich zum ersten Male aufwachte<br />

und diese beruhigende Wirkung hat sich bis heute fortgesetzt.<br />

In der Beschreibung im Internet wurde auch von entspannender<br />

Wirkung geschrieben. Ich leide schon seit vielen<br />

Jahren an nächtlichen Muskelkrämpfen beider Oberschenkel.<br />

Seit ich meinen Schafgarbetee trinke, hat sich die<br />

Häufigkeit und die Intensität der Anfälle stark reduziert.<br />

Weil ich ein selbstkritischer Mensch bin, habe ich natürlich<br />

die Wirkung des Tees genau beobachtet und habe<br />

festgestellt, daß die heilende Wirkung keine Eintagsfliege<br />

war, sondern zu einem beständigen Teil meines Lebens geworden<br />

ist und zu meiner Lebensqualität, wenn auch nur<br />

nachts, wesentlich beiträgt. <br />

Otto Schneider<br />

Archibald der Molch<br />

Eine kurze, schmerzliche Freundschaft<br />

Kinder, besonders kleine Jungs finden ja alles, was<br />

in der Natur kreucht und fleucht, ungeheuer interessant<br />

und spannend. Max war auch so ein kleiner<br />

Bube. Jeder Käfer, jeder Wurm wurde genauer unter die<br />

Lupe genommen um zu erkunden, wie er fraß, wie er schlief<br />

oder einfach, auf welche Weise er sich bewegte.<br />

Wir besuchten wieder einmal Tante Grete im Bergischen<br />

Land. In ihrem Garten zwischen den Sträuchern und Büschen<br />

eröffnete sich für Max ein Eldorado mit eigenartigen<br />

Lebewesen. Ganz besonders aber hatte es ihm ein flacher<br />

Tümpel angetan, in dem sich Sicker- und Regenwasser sammelte.<br />

Obwohl ihm das Spielen rund um die Wasserstelle<br />

jedes Mal untersagt wurde, war der Reiz einfach zu groß!<br />

So saß an jenem Sonntag die Familie im Sonnenschein<br />

bei Kaffee und Kuchen, als Max aufgeregt aus dem<br />

Strauchwerk gestürmt kam. Es war unschwer zu erkennen:<br />

Er war am Wasser gewesen und rief: „Guck mal, was ich<br />

gefunden hab“. In seinen matschig verschmierten Händchen<br />

zappelte ein geschecktes Etwas. Oma geriet außer<br />

sich. „Junge, was schleppst du jetzt wieder an! Schmeiß<br />

das Viech in das Dreckloch zurück!“ Enttäuscht und den<br />

Tränen nahe, blickte der Knirps von einem zum anderen.<br />

„Aber es ist doch ein ganz besonderes Tier“, kam es kläglich<br />

zurück. Tante Grete winkte. „Lass mal sehen!“ Auch<br />

Papa und Mama blickten auf das zappelnde Etwas und<br />

stellten fest: „Das ist ein Molch“. „Kann ich ihn mitnehmen?“,<br />

fragte Max. „Aber was willste mit dem Viech und<br />

dann auch noch mitnehmen?“ entrüstete sich Oma wieder,<br />

„kommt ja gar nicht in Frage!“<br />

Geknickt zog sich Max zurück. Tante Grete folgte ihm<br />

augenzwinkernd und kam mit einem Schraubglas in der<br />

Hand, in der anderen einen Büchsenöffner. Sie bohrte Löcher<br />

in den Deckel. Papa riet leise und klammheimlich: „Füll<br />

Wasser aus dem Tümpel rein!“ Max war selig. Während der<br />

Heimfahrt hielt er das Glas ganz fest, und, vor Omas Blicken<br />

geschützt, zwischen seinen Knieen eingeklemmt.<br />

Zuhause wurde das Tier ins Aquarium gesetzt und fühlte<br />

sich zwischen den anderen Fischen scheinbar froh und lebendig.<br />

Feierlich wurde er auf den Namen Archibald getauft.<br />

Jeden Tag bevor Max in den Kindergarten marschierte,<br />

begrüßte er Archibald. Mittags sah er nach ihm und jeden<br />

Abend wünschte er dem glitschigen Freund eine gute<br />

Nacht. So ging es bis zum Donnerstag, da ertönte mittags<br />

ein entsetzlicher Schrei. „Archibald ist weg!“ Sofort setzte<br />

eine Suche ein und wirklich, unter der Couch lag, sich<br />

mühsam windend, der arme Molch. Wir schoben ihn vorsichtig<br />

auf einen Suppenlöffel und setzten ihn wieder ins<br />

Aquarium. Sollte er einen rettenden Sprung aus dem neuen<br />

Gefängnis gewagt haben? Für Max hieß es nun, auch zwischendurch<br />

nach Archibald zu schauen.<br />

Foto: Wikimedia Commons<br />

Doch das nächste Unglück nahte. Es war wieder Wochenende,<br />

als Max jammerte: „Archibald ist schon wieder weg!“<br />

In der Wohnstube krabbelten eine Mama, ein Papa und ein<br />

Kind auf dem Boden herum und suchten, leider vergebens.<br />

„Jetzt wird ihn der Hund gefressen haben“, sagte Papa und<br />

löste mit den Worten bei Max ein entsetztes, schmerzliches<br />

Wehklagen aus. Am Nachmittag schluchzte er immer noch<br />

und stellte plötzlich fest: „Das Aquarium blubbert nicht<br />

mehr“. „Das muss an der Pumpe liegen“ meinte Papa. Und<br />

ja! In der Ansaugleitung hing leblos der arme Archibald. Er<br />

war im Sog umgekommen und verstorben.<br />

In einer ausgeschmückten kleinen Pappschachtel fand<br />

Archibald der Molch eine würdige letzte Ruhestätte im Garten<br />

und war nun „im Himmel“, wie Max es immer gehört<br />

hatte. Drei Tage pflückte er mittags auf dem Heimweg Blumen.<br />

Die dicken Sträuße konnte er kaum in den Händen halten.<br />

Ja, selbst Mamas Geburtstagsstrauß stand plötzlich nur<br />

noch als blütenloses Stilgebilde auf dem Tisch.<br />

Das Schicksal nahm seinen Lauf. Nach der Trauer war<br />

Max allzu sehr von der Neugier gepackt worden. Vier Tage<br />

nach dem tragischen Ende ging er der Sache auf den Grund<br />

und stellte recht ärgerlich und zornig fest: „Archibald sollte<br />

doch längst im Himmel sein! Das stimmt gar nicht! Der<br />

liegt noch in der Schachtel und ... er stinkt auch schon! Das<br />

versteh ich nicht“, sinnierte er weiter und ging dann wieder<br />

mit seinen Freunden spielen.<br />

Mama nutzte den Augenblick. Sie buddelte die Schachtel<br />

aus, entsorgte Archibald in einem Salatblatt auf dem Kompost<br />

und versenkte die leere Schachtel wieder in der Erde.<br />

Max und Archibald fanden endgültig ihren Frieden.<br />

Eva-Maria Herrmann<br />

50 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 51


Mundart<br />

Mundart<br />

Ömweld on Nadurschutz vor 75 Johrn<br />

So oglaublich se och klengt, awer se es wor on vor die<br />

heudige Ömweltschützer unvorstellbar, wie mer domols<br />

met derr Nadur on derr Gesondheid derr Bürger<br />

ömgegange es. Awer et woute och keiner während derr<br />

Nazizit wat dogeje zo säh orer zo do. Die Wirtschaft stonn<br />

em Hinblick ob die Wereraufrüstung no demm Versailler<br />

Verdrach a erster Stell on dä 1936 vam Göring obgestallte<br />

erschte Vierjahresplan wor tonangebend.<br />

E minner Jugendzitt, ech sinn 1930 geborn, gowett e<br />

Geisweid on Klowend 3 Firme, die en Verzenkereei betrewe.<br />

He wurde all Arde va Stohlkonstruktione, Juddelfässer<br />

on allerlei Kleideile zom Schutz gäje Korrosion mit Zenk<br />

öwerzoje. So en Oberflächenschutz wurde on wird och<br />

heut noch zom Onnerschied zo der galvanischen Verzenkung<br />

Feuerverzenkung genannt on wird e nem Zenkkessel<br />

durchgeführd, dä derr Größe va den Werkstöcke entsprecht<br />

Bevor dat awer gemacht werrn konn, moßte a den Deile<br />

die verzenkt wern solle, die sogenannde Walzhutt beseidigt<br />

werrn, domet die Oewerfläche va dä Werkstöcker metallisch<br />

sauber woenne on de Zenk och hehl on net hennerher<br />

werrer abbläerte. Öm dat zo erreiche, moßte die Oewerfläche<br />

va dä Werkstöcker met Salzsäure abgebeitzt wern. on<br />

wurde da ä dä met flüssigem Zenk, dä en Temperatur va<br />

420 Grad Celsius hatte, e dä große Zenkkessel getaucht.<br />

Die Säure verbruchte sich met der Zit on moßde usgeduscht<br />

wern. Aber wohin met der Bröh? Die Lüh wosste<br />

sich zo helfe on growe em Hauberch om Hohe Raih<br />

henner der Höhnerfarm, zwo Löcher e der Wal<strong>db</strong>orm, so<br />

groeß wie en Baugrob vor e noemales Huß on machte<br />

noch en Holzzung drömröm. Dat wor da die „Altsäureentsorgungsanlage“<br />

vor dem Kreech, ogefähr honnert Meder<br />

vam Waldrand endfernd on direkt anem veelbegangene<br />

Spazierwech. Die aale Säure wurde da met nem Perdsfuhrwerk<br />

e nem hölzerne Juddelfaß durch Kloawend tranpordiert,<br />

am Maartplatz vorbie, de heudije Ruhrschtstroße<br />

hoch, durch derr Hoolwech, enem wiere Boje öm de Höhnerfarm<br />

on de Orbstblandasche röm bes nom Beizeloch.<br />

Do moß sich einer mo vorstelln, wat passiert wör, wenn<br />

dat Faß ob eimo odechte wurn wör!<br />

Am Beizeloch wurde da die stengende Bröh einfach<br />

abgeloose, damet se langsam em Borm versickern konn.<br />

Schor va wierem roch mer dä abscheuliche Gestank va<br />

der verbruchte Säure, wo jo och noch dä Rest va der abgebeizte<br />

Walzhutt dren wor on va der dä Borm va dä Growe<br />

ekelerregend ussao. Die Bäum, die öm dat Beizeloch<br />

drömröm stonne, sauje im Sommer schor so us, als wenn<br />

et ald Herwest wör. Et kom och vor, dat die Bröh onnerhalb<br />

va dä Growe usfloss, dat wor da e Richtung Krauseburch<br />

und dat ganze Gröh meterwidd vernichtete, wo se<br />

hinkom. Dä Holzzung dä se öm dat Beizeloch gemacht<br />

hadde, wor schnell va der säurehaltigen Loft so ramponiert,<br />

darre schor baal e sich zosamefel. Et bestonn also keinerlei<br />

Schutz meh, wenn do einer em Düstern durch derr Berg<br />

geng, dä konn doerenn falln.<br />

De meisde Lüh beachde se net, on äre em Nadurschutzjebiet<br />

frejjloufende Hüng „markiern“ höchsdens moal doadrob,<br />

wat mr dä Dierer noch nerremoal veröweln ka. Ech<br />

schwätze loa va Flechten. On wat si Flechten? Ech moßde<br />

mech och obklärn loaße on weiß etzend: Flechten si sojenannde<br />

Dobbelorganismen, d. h. et es en Symbiose, also en<br />

Läwensjemeinschaft döscher ner Alge on nem Pilz. Je meh<br />

Flechten et em Wald göd, öm so jesonder es dat Ökosystem<br />

– sä de Biologen. Et lournt sech moal em Internet noazegugge,<br />

waret doa all vör inderessande Exemplare göd. Ganz<br />

wunderbarer Vertreter der Art görret och bi os em Growejelände,<br />

dat si sojenannde Cladonien. För mech de schüernsde<br />

es ohjefähr 6-10 mm. hoch, on retzerourt jefärwt. Ech ha<br />

se för mech „Korallenflechde“ jenannt, wat nadüerlech net<br />

korrekt es. Cladonia macilenta. Örrer ob dütsch rotfrüchtige<br />

Säulenflechte wör rechdijer. (falls ech mech bi der Veelzahl<br />

net verguggt ha) Wä die eimoal bet obbene Oawe rechdech<br />

jeseh hä, wüerd die nie werrer vergesse. Selbstverschdändlech<br />

bewungern ech och noch veele angern Arte, wie z.B.<br />

deTrompetenflechte, Finger-Becherflechte, Rentierflechte,<br />

Eichenmoos , (es awer kä Moos) on net ze vergesse dat Isländische<br />

Moos. Ääng va ganz wennije bet nem jebräuchlije<br />

dütsche Name. Hiddi Flechte kennt mr och us dr Medizin.<br />

Se hät en schleimlöesende Wirkung on sall god helfe, wenn<br />

mr dr Kich (Hosde) häd.<br />

Mir Jonge verbroochte jo e der domalige Zitt meistens os<br />

Freizeit em Wald, om Rurscht oder om Hohe Raih, awer öm<br />

dat Beizeloch machde mir ömmer en große Bouje, och weil<br />

oos Ellern oos dovor gewarnd hadde, däm Beizeloch zo noh<br />

zo komme. Ech weiß net meh, wie lang dat Beizeloch no<br />

dem Kreech noch existiert hät, awer ech ka mir denke, dat<br />

denn betroffene Firme baal strengere Auflaje vor die Altsäureentsorgung<br />

gemacht wurde. Otto Schneider, Geisweid<br />

Net drob dabbeln ...<br />

Foto: Bruno Steuber<br />

Et lournt sech wüerklech, bim Wandern moal schdoahbliewe,<br />

de Schnudde hale. on ser die verscherene Flechten<br />

moal jenauer azegugge. Em Wanderleed heißdet „Es blühet<br />

im Walde tief drinnen die blaue Blume fein ....“ För<br />

mech schdiert fesde, dat die besungene Blom och rourt si<br />

ka, so wie min „Korallenflechde“, besüngersch, wenn mr<br />

se a nem sonnije Wenderdaach schneebedeggt ah nem ahle<br />

Dännegnutz wie e Postkaardemotiv fotografiern ka.<br />

Dat Glöggsjeföhl es jedenfalls dt selwe!<br />

<br />

Bruno Steuber, Littfeld<br />

Wanderers Klopapier<br />

Ech weiß, mr schwätzt net gern doadröwer,<br />

dat Thema es tabu,<br />

doch wenn ein’m hingeröm lacherich wüerd,<br />

kömmt mr eh Druck em Nu.<br />

Ech stoah em Wald, weiß net wohe,<br />

em Buch kniffdet ganz wahne,<br />

ech moß schwing us dr Botze etz,<br />

dän Rest konnt ihr schur ahne.<br />

Et es bassiert, ech hüche loa<br />

verzweifelt eh de Bösche,<br />

kä Däschedöcher va Babier,<br />

wobet sall ech no wösche?<br />

De Reddung wierst vör minner Nas,<br />

ech bruch se nur ze plögge,<br />

zom reinije, wie’t sech jehört<br />

am ungerm Äng vam Rögge.<br />

Wanderes Klobabier, sech doa,<br />

dat wierst direkt am Wäch,<br />

wä dat net kennt, dä es ze domm,<br />

dä häd da äwe Bäch.<br />

Die Blarer va däm Fingerhot,<br />

got si och Oursezunge,<br />

die helfe mir eh minner Nourt,<br />

jeschafft, et es jelunge,<br />

dä Padde wüerd etz zojedeckt,<br />

mr es jo got erzouwe,<br />

de Pilzesammler macht derbest<br />

öm hiddän Ort eWn Bouwe.<br />

Wat göaw mr för en Wasserklo<br />

em Wald sädde dr Peder,<br />

möchlechst bet föchdem Klobabier –<br />

da göawt kä Umwelttäter<br />

Bruno Steuber, Littfeld<br />

52 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 53


Mundart<br />

Gesellschaft<br />

Stammtischgespräche zum Klimaschutz<br />

Denken erlaubt<br />

Dr Heinz, dr Jost on dr Ingo droafe sech moal werrer<br />

am Stammdesch, on wie dat so giert lällde se<br />

dejsmoal va dr Erderwärmung, vam Afschmelze<br />

der Gletscher, on doava, dat irjendwann dt Münsterland<br />

on angern flache Regioane unger Wasser stoah, wenn dr<br />

Meeresspejjel wierer so ahstijjt. Mir Lettfer brüchde da<br />

nur noch bes noam Westhofener Krüzze ze fahrn öm am<br />

Strand ze lejje. Statt dörch Dännewäller ze wandern, entspann’<br />

mir os da bungerm Kingelsbrich em Schadde va<br />

exodische Palme, on de Wegedarier könne sech da bet Kokosnösse<br />

beschmisse on Sojaburn zöchde. Statt Wisende<br />

am Rothaarsteig wern mr da verlechds Löürwe brölln hörn,<br />

on statt Eichhörncher schwupche Affe dörch de Äsde.<br />

Awer da wur dt Jespräch werrer etwas ernsthafter, on die<br />

drejj froawde sech, wo jeder Einzelne wat do könn’, öm de<br />

Klimakatastrophe obzehale. Se braggezierde, wo mr evenduell<br />

Wasser sparn könn. Bim Bier net, dat woar kloar, awer<br />

zom Beispeel bim Grog. Doa moß zwar Rum re, on Zugger<br />

och, awer net obedingt Wasser. On och bi dr Hygiene könn mr<br />

sparn. Mosse mir da jeden Daach dusche, mänche extrafeine<br />

Lüh sogar mehrmoals? „Mooomendemoal“, öwerläde dr Jost,<br />

„ On wat es bet dä veele Ärwetsplätze bi dr Herstellung va Seife<br />

on Duschgel? On Lidl on Aldi won doch och läwe örrer“?<br />

„Hör doch ob“, räjde sech dr Ingo ob, „Die wonn doch<br />

all ömmer sofort ganze Serie fa däm Müffelzüch verkaufe,<br />

jede Woche bet nem nöjje Jeröch, alles synthetisch, on se<br />

do därwäje so, als öf mir all Drecksöjj wörne. Min Grourßellern<br />

ha sech dusse<br />

om Hoff ah dr<br />

Bompe bet kalem<br />

Wasser on Kernseife<br />

jewäsche, on ha<br />

och net jestonke!<br />

Ech könn jerad eh<br />

de Jucht komme“!<br />

So ging dat hen on<br />

her, bes sogar einer<br />

öwerlähde, öf dat<br />

nüerich wör, dat mr<br />

jeden Daach de Üngerbotze<br />

wierseln<br />

mößde. Ech well<br />

loa net öffendlech<br />

üssern, wä dat sädde,<br />

awer är konnt mirt<br />

glauwe, doanoa ginget<br />

so rechdech zor<br />

Sache. Öm die veele<br />

dütsche Üngerbotze,<br />

on wat so ähnlech<br />

ussüd, dächlich ze<br />

wäsche, moß doch<br />

erschdemoal en Masse Strom erzüjd wern, öm dat die düre<br />

Wäschmaschine at Loufe komme. Fam Wasserverbruch garnet<br />

ze schwätze.Dä ganze Schwachsenn, doa woarne sech<br />

die drejj Schlaumeier endlech moal einich, wüerd os doch<br />

nur va dr Industrie suggeriert, unger däm Deckmandel va<br />

Hygiene on Sauberkeit. Hinger vörjehalener Hand erfuhr mr,<br />

dat dm Heinz sin Frou jedesmoal wenn se bem Auto eh de<br />

Stadt fuhre vörher sin Üngerbotze kontrollierde, öf net en<br />

„ Kondensstreife“ doadren woar. Et könn jo si, dat se moal<br />

veroglöggde, et Krankehus köame, on dat die Unsauberkeit<br />

da ob sie zeröggefeel.....<br />

Awer zerögge zom Klimawandel. Ech seh dat och so, dat<br />

jeder vör sinner Husdör kehr’n , on bi ser selwer bet Energiesparn<br />

afänge sall. Wat dä eine örrer dä anger doa före<br />

Rezept häd, es letztenendes sin äjene Sorj. Öff einer Energiesparlampe<br />

för düres Geld käuft, on hingerher net weiß<br />

wie hä dat Queckselwerzüch doadren rechdich entsorjt, öf<br />

einer sin Üngerbotze drejj Daach ahlöaßt on da zom Fahrrad<br />

botze nömmt, örrer öf en Wiewesmänsche us Sparsamkeit<br />

ären sexy String- Tanga zom Räängmache fa de Zearn benotzt,<br />

es mir doch völlich egal. Ech loaße mech jedenfalls va<br />

dr Werbung on dr Industrie net unger Druck setze!<br />

Sowitt also die Stammdeschparolen. On noam dredde Glas<br />

Bier hanech beschlosse, dat ech mr hiddat Joahr zom Öwe<br />

en bloawisse ( Schalke Farwe) Strandkorf hingert Hus ah de<br />

Lettfe stelln, weil dat bet däm Meeresstrand am Westhofener<br />

Krüzze jo doch noch wat durn ka ... Bruno Steuber, Littfeld<br />

Historische Bilder sind Fenster in Epochen der<br />

Geschichte. Sie geben meist Aufschluss über<br />

politische Verhältnisse, Geistesströmungen und<br />

Veränderungen. Dies gilt insbesondere für politische Karikaturen.<br />

Ein besonders schönes Beispiel ist die Karikatur<br />

„Der Denkerclub“, die im Jahre 1819 entstand und auf die<br />

politischen Verhältnisse des Vormärz, also der Zeit vor der<br />

Märzrevolution 1848/49, anspielt. Gezeigt wird eine Gruppe<br />

von Gelehrten, denen durch die Karlsbader Beschlüsse,<br />

die liberale und nationale Tendenzen im Deutschen Bund<br />

unterdrücken sollten, jegliches Verbreiten ihrer Meinungen<br />

in Wort und Text untersagt wurde. Lediglich das Denken<br />

war ihnen geblieben und so hatten sie sich Maulkörbe<br />

aufgesetzt, damit ihre Gedanken nicht nach außen dringen<br />

konnten. Der an der Wand hängende Wahlspruch des Denkerclubs<br />

lautet: „Wie lange möchte uns das Denken wohl<br />

noch erlaubt sein?“. Eine bissige Satire also auf die Unterdrückung<br />

der Meinungsfreiheit in Deutschland in der<br />

ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.<br />

Niemand wird bestreiten, dass sich die Möglichkeiten<br />

der Meinungsäußerung und politischen Willensbildung<br />

seitdem deutlich verbessert haben. Denkerclubs von heute<br />

müssen nicht mehr im Verborgenen ihrer Tätigkeit nachgehen.<br />

Meinungs- und Pressefreiheit werden durch die<br />

Verfassung garantiert, jedermann kann einen Verein, eine<br />

Partei gründen oder ein Volksbegehren initiieren. Und<br />

doch gibt uns die Karikatur heute wieder Anlass, über das<br />

Dargestellte nachzudenken. Besteht nicht<br />

etwa die Gefahr, dass das Nach-Denken im<br />

Politikbetrieb mitunter zu kurz kommt, ja,<br />

schmerzlich vermisst wird? Lösen laufende<br />

Kameras und hingehaltene Mikrofone<br />

bei Politikern nicht einen Reflex aus, der<br />

sie veranlasst, jedwede Gelegenheit beim<br />

Schopfe zu fassen und sich, meist zur eigenen<br />

Profilierung, medial in Szene zu setzen.<br />

Verhalten, das auch in diversen Talkshows<br />

zu beobachten ist. Man wünscht sich, dass<br />

diese Leute sich besser erst einmal in eine<br />

Art Denkerclub wie auf dem Bild zurückziehen,<br />

meinetwegen mit Maulkorb wegen<br />

der Intensität des Denkvorgangs. Erst dann<br />

sollten sie auf die Mikrofone und damit auf<br />

das Volk losgelassen werden. Dies hätte<br />

den Vorteil, dass sich nachher die eine oder<br />

andere Richtigstellung oder gar Entschuldigung<br />

erübrigen würde. Ein substantieller<br />

Denkerclub ist so manchem Gerne-Redner<br />

zu wünschen, in der Hoffnung, dass der<br />

Vorgang des (Nach-) Denkens im Einzelfall<br />

nicht bereits eine Überforderung darstellen<br />

könnte. <br />

Uli Hoffmann<br />

Foto: Wikimedia Commons<br />

Netphen – Deuz – Irmgarteichen<br />

Rudersdorf – Dreis-Tiefenbach<br />

Pohl & Steuber<br />

Klein-Nöh<br />

Beerdigungsinstitut<br />

persönlich - hilfreich<br />

Brauersdorfer Straße 10<br />

57250 Netphen<br />

<strong>02</strong>738 – 6308<br />

Eigene Trauerhalle<br />

54 durchblick 2/<strong>2018</strong><br />

2/<strong>2018</strong> durchblick 55


Gedächtnistrai ning<br />

Lösungen Seite 82<br />

Märchensprüche<br />

Kennen Sie sich in Märchen aus? Um welches Märchen handelt<br />

es sich bei den folgenden Sprüchen? Nennen Sie das Märchen!<br />

1. Annas Mutter hat zwei Töchter: Hanni und ……… ?<br />

2. Ein Mann ist halbnackt und schwitzt inmitten von<br />

vielen Menschen. Trotzdem hat er Handschuhe an.<br />

3. Wieviel mal müssen Sie die „9“ anbringen, wenn Sie in einem<br />

Theater die Stühle von 1 bis 100 durchnummerieren wollen?<br />

4. Frau Müller muss 730,00 Euro bezahlen. Diese Summe soll in<br />

Papiergeld beglichen werden, ohne dass Zehneuroscheine<br />

benutzt werden. Wie kann sie das tun?<br />

5. Wenn Einsteins Sohn der Vater meines Sohnes ist, was bin<br />

ich dann für Einstein?<br />

Trainingsziel: Konzentration, LZG<br />

Foto: Rita Petri<br />

Gleicher Anfang<br />

In der jeweiligen Antwort auf die Fragen<br />

steht das Wort „Brot“ vorne.<br />

1. Wenn man sparen will, muss man ihn „höher hängen“.<br />

2. Im Gefängnis gibt es sie heute bestimmt nicht<br />

mehr zum Mittagessen.<br />

3. Diabetiker zählen sie jeden Tag, damit sie gesund<br />

bleiben.<br />

4. Anderes Wort für erwerbslos, ohne Verdienst.<br />

5. Der Unterhalt wird so genannt.<br />

6. Ein ganzes Brot nennt man so.<br />

7. Hänsel und Gretel streuten sie auf ihrem Weg<br />

aus dem Wald heraus.<br />

8. In Bayern nennt man eine Zwischenmahlzeit so.<br />

Trainingsziel: Wortfindung, Fantasie u. Kreativität<br />

Wer bin ich?<br />

Die Übungen wurden<br />

zusammengestellt von:<br />

Gedächtnistrainerin<br />

Bernadette von Plettenberg<br />

Mitglied im Bundesverband<br />

Gedächtnistraining e.V.<br />

<strong>02</strong>732-590420 E-Mail:<br />

bernadette@plettenberg-struwe.de<br />

Gedächtnistrainingskurse<br />

auf Anfrage<br />

Heinz Erhardt<br />

Hier finden Sie einige Aussagen zum Leben von<br />

Heinz Erhardt. Es gibt drei Möglichkeiten, aber nur<br />

eine ist jeweils richtig. Entscheiden Sie sich!<br />

1. Heinz Erhardt stammt aus<br />

a. Riga<br />

b. Moskau<br />

c. Danzig<br />

2. Heinz Erhardts Lebenslauf hat humoristische<br />

Seiten. So wurde er wegen seiner Vorliebe für<br />

humoristische Gedichte<br />

a. Als Deutschlehrer angestellt<br />

b. Als Buchhalter entlassen, weil er sich immer<br />

verrechnet hat.<br />

c. Als Nichtschwimmer und Brillenträger zur<br />

Marine eingezogen.<br />

3. Sein Enkel, der ebenfalls Schauspieler ist und in<br />

vielen deutschen Filmen mitgewirkt hat, heißt<br />

a. Ebenfalls Heinz Erhardt<br />

b. Marek Erhardt<br />

c. Frank Erhardt<br />

4. Er wurde beim NWDR mit ins Programm<br />

genommen mit seiner<br />

a. 10-Pfennig-Oper<br />

b. 3-Groschen-Oper<br />

c. 1-Euro-Oper<br />

5. Weil er so an Lampenfieber gelitten hat,<br />

soll er der Anekdote nach<br />

a. Auf der Bühne eine Brille aus Fensterglas<br />

getragen haben<br />

b. Sich vor einem Auftritt immer im Bad<br />

eingeschlossen haben<br />

c. Immer zu spät gekommen sein.<br />

6. Einer seiner Filme heißt: Natürlich diese<br />

a. Einbrecher<br />

b. Krankenschwestern<br />

c. Autofahrer<br />

7. Tragisch war,<br />

a. Dass er nach einem Schlaganfall nicht<br />

mehr sprechen und schreiben konnte.<br />

b. Dass er sich bei einem Sturz beide Arme<br />

gebrochen hat.<br />

c. Dass er seine Karriere wegen einer Liaison<br />

mit einer Kollegin beenden musste.<br />

Trainingsziel: Konzentration, Kreativität<br />

56 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 57


Sportliches<br />

Sportliches<br />

Etwas über die Turner, die keine Sportler sein durften<br />

Die Degradierung der Erben Jahns zu einem Fachverband<br />

Turnvater Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852)<br />

Es gab einmal eine Zeit, da war das Turnen in den Augen<br />

der Turner keineswegs eine Sportart. Im Gegenteil, die<br />

Turner blickten eher feindselig auf die Sportler, wollten<br />

mit ihnen am liebsten rein gar nichts zu tun haben. Um dieses<br />

zu begreifen, muss man auf die Anfänge der Turnbewegung<br />

zurückblicken. Fangen wir also an bei Jahn. Bei wem sonst?!<br />

Wenn man vom Turnen spricht, dann kommt man an Friedrich<br />

Ludwig Jahn (1778 – 1852) nicht vorbei. Er ist für die Turnvereine<br />

der verehrte, teilweise vergötterte, zumindest aber mit<br />

einem Glorienschein umgebene „Turnvater“. Und wenn es<br />

ein „Altes Turner-Testament“ gäbe, dann begänne es mit den<br />

Worten „Am Anfang schuf Jahn das Reck und den Barren.“<br />

Als Jahn zum „Schöpfer“ wurde, lagen freilich „lange Irrjahre<br />

und Irrfahrten“ hinter ihm. So jedenfalls beschrieb er<br />

selbst seine ersten drei Lebensjahrzehnte. In der Tat, „Fritz“,<br />

wie er unbedingt genannt werden wollte, war wegen seines<br />

aufbrausenden Temperaments zunächst keineswegs ein Vorbild.<br />

„Was soll aus diesem Kind bloß werden?“, fragten sich<br />

seine Mutter und sein Vater wohl sehr, sehr oft. Dabei hatte<br />

man ihn getreu dem biblischen Vers „Wen der Herr liebt, den<br />

Foto: Wikimedia Commons<br />

züchtigt er“, im elterlichen Pfarrhaus mit viel, viel Liebe erzogen.<br />

Er selbst freilich berichtete - in völliger Verkennung<br />

dieses ehrenwerten Motivs - in seinen späteren Jahren von<br />

einer überaus strengen Erziehung.<br />

Wie dem auch sei – der Pfarrerssohn entwickelte sich als<br />

„kleines Fritzchen“ zu einem regelrechten Tunichtgut. Nach<br />

zahlreichen Raufereien mit Mitschülern, sogar mit Lehrern,<br />

musste er gleich zweimal das jeweilige Gymnasium verlassen.<br />

Ohne Abitur verschaffte er sich dennoch den Zugang zu<br />

verschiedenen Universitäten. Doch auch hier glänzte er eher<br />

durch Raufhändel. Eine der letzten Stationen war Greifswald,<br />

wo er unter falschem Namen auftrat. Nach der Misshandlung<br />

eines Studenten, verbunden mit einer „gotteslästerlichen<br />

Rede“, musste Fritz nicht nur die Universität, sondern auch<br />

noch die Stadt verlassen. Immerhin konnte er so den Beweis<br />

antreten, dass man es im Leben auch als schulischer Versager<br />

und „Bruder Leichtfuß“ noch zu etwas bringen kann.<br />

Die Kehrtwende nahm ihren Anfang während einer Wanderung.<br />

Der mittlerweile 31-Jährige berichtete später, dass ihm<br />

„plötzlich ein Hoffnungsstern aufging“. Es folgten Monate des<br />

Nachdenkens, der Vorbereitung, des Ingangsetzens. Anderthalb<br />

Jahre nach der Sternstunde, im Frühling des Jahres 1811,<br />

geschahen vor den Toren Berlins merkwürdige Dinge. Auf der<br />

„Hasenheide“ ließ Fritz etliche der auch heute noch gebräuchlichen<br />

Turngeräte, vorwiegend Barren und Recke, aufstellen.<br />

Es entstand der erste öffentliche Platz zum „Turnen“. Dieses<br />

Wort für die angedachten Leibesübungen hatte er selbst ergrübelt.<br />

Seine Anstellung als Hilfslehrer in einem Knabeninternat<br />

lag erst wenige Monate zurück. Fritz war redegewandt und<br />

fand die richtigen Worte. Und so begeisterte er trotz seiner<br />

eher geringen Stellung viele seiner Schüler. Gemeinsam mit<br />

etlichen interessierten Studenten wurden sie die ersten Turner.<br />

Was aber war Jahns Triebfeder zum Bau des Turnplatzes?<br />

Es wäre unredlich, wenn an dieser Stelle verschwiegen würde,<br />

dass der Turnvater durch und durch ein Franzosenhasser<br />

war. Der Historiker Gustav Freytag schrieb über die Zeit, in<br />

der Preußen nach den verheerenden Niederlagen bei den<br />

Schlachten von Jena und Auerstedt (anno 1806) gedemütigt<br />

am Boden lag und die Soldaten Napoleons die heimische Bevölkerung<br />

massiv drangsalierten, folgende Zeilen: „Überall<br />

in Deutschland brennt der Hass gegen den fremden Kaiser.<br />

Aber am gewaltigsten ist der Hass in Preußen. Alles Schlechte,<br />

Verdorbene, Frevelhafte, alle Hinterlist und Grausamkeit,<br />

Verleumdung, Tücke und brutale Gewalt wird gallisch und<br />

korsisch gescholten. Wie der wunderliche Jahn nennen den<br />

Kaiser auch andere Eifrige nicht mehr beim Namen, er wird<br />

‚Er‘ genannt, wie einst der Teufel.“<br />

Das Motiv für Jahns Eifer lässt sich aus Vorstehendem<br />

herauslesen. Alles was dazu dient, den unausweichlichen<br />

Schicksalskampf gegen Napoleon erfolgreich zu bestehen,<br />

ist anzupacken. Bestmöglich muss vor allem die körperliche<br />

Verfassung sein. Und es ist ihm völlig egal, wenn ihn die einen<br />

„wunderlich“, die anderen „närrisch“ nennen.<br />

Heute würde man die ersten Turner als „Wehrsportgruppe“<br />

einstufen. Einheitlich in graue Drillichanzüge gekleidet,<br />

übten sie stundenlang. Wasser zur Erfrischung wurde gestellt,<br />

gegessen werden durfte nur trockenes Brot. Jahns lapidare<br />

Begründung: „Wem trocken Brot nicht mundet, hat keinen<br />

Hunger.“ Die umfangreiche Wehrertüchtigung fand ihre Vollendung<br />

im Jahr 1813 während der Völkerschlacht bei Leipzig.<br />

Fritz Jahn und seine „Vaterländischen Turner“ bewährten sich<br />

im Lützower Freikorps.<br />

Wen wundert es da noch, dass Jahn in seiner Turn-Gebrauchsanweisung<br />

„Die Deutsche Turnkunst zur Einrichtung<br />

der Turnplätze“ das „Schießen mit dem Feuergewehr“<br />

als „eine für Jünglinge herrliche Übung“ einstufte?! Überhaupt<br />

sind in diesem Buch eine größere Anzahl Disziplinen<br />

aufgeführt, die man mit dem heutigen Geräte- und Bodenturnen<br />

nicht mehr in Verbindung bringt. Als Beispiele<br />

mögen dienen: Ringen und Gewichtheben, Armbrust- und<br />

Bogenschießen, Speerwerfen, Kugelstoßen, Lang- und<br />

Kurzstreckenlauf (mit und ohne Gepäck), Gehen, Weit-,<br />

Hoch- und Tiefsprung, jeweils mit und ohne Stab. Natürlich<br />

fehlen auch nicht die klassischen Turngeräte wie Seitpferd,<br />

Schwebebaum, Reck, Barren, Kletterstange. Und damit<br />

niemand falsch trainiert, sind alle Übungen mit vielen Variationen<br />

bis ins kleinste Detail vorgeschrieben; alle ohne<br />

Ausnahme müssen mit geschlossenem Mund ausgeführt<br />

werden; beim Laufen sollen lange Atemzüge für „Lauf ohne<br />

Schnauf!“ sorgen.<br />

Zunächst in den Städten rund um Berlin, schnell aber auch<br />

in ganz Deutschland setzte nach den Befreiungskriegen eine<br />

Entwicklung ein, die von Enthusiasmus geprägt war. Jahn<br />

und seine Jünger waren nicht nur mittendrin, sondern auch<br />

außerordentlich erfolgreich in ihrem Bemühen, das Turnen<br />

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für senioren- und<br />

behindertengerechte<br />

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als wichtiges patriotisches Anliegen überall zu etablieren.<br />

Mehr und mehr sah man es als Teil der Nationalbewegung an,<br />

die eine freiheitliche Verfassung und die deutsche Einheit als<br />

Ziel hatte. Der Turnplatz diente daher auch zu Versammlungen<br />

und Gedenkfeiern, auf denen politische Reden gehalten<br />

und patriotische Lieder gesungen wurden.<br />

Bevor wir den guten Jahn und sein späteres Schicksal<br />

(dass wegen seiner politischen Aktivitäten unter anderem fünf<br />

Jahre Festungshaft enthielt) verlassen, muss noch etwas - für<br />

unser Thema sehr Bedeutendes - zur Sprache kommen. Erklären<br />

kann man es mit Jahns Bewertung des Dauerlaufs: „Beim<br />

Wettrennen auf Dauer gebührt dem der Preis, der den weitesten<br />

Raum, in der kürzesten Zeit, mit der mindesten Anstrengung<br />

zurücklegt und am Ziele unerschöpft bei guten Kräften<br />

anlangt.“ Das heißt, dass im Ziel untersucht werden musste,<br />

ob der Schnellste tatsächlich noch „bei guten Kräften“ war.<br />

Hatte er sich beim „Lauf ohne Schnauf“ übernommen und<br />

machte einen schlappen Eindruck, dann eroberte ein anderer,<br />

der sich mehr Zeit gelassen hatte, den Preis. Darüber hinaus<br />

spielten zur Ermittlung eines Besten das Körpergewicht und<br />

die Größe eine Rolle.<br />

England wird mit Recht als das Mutterland des Sports bezeichnet.<br />

Von der Insel aus verbreitete dieser sich gegen Ende<br />

des 19. Jahrhunderts über Europa. Wichtigstes Merkmal war<br />

der Gedanke, dass in einem Wettbewerb nur der Beste gewinnen<br />

kann. Darum wurden die Leistungen der Sportler gemessen<br />

und verglichen, es gab Sieger und Platzierte. Das konnte<br />

mal dieser, mal jener Sportler sein. Und genau diese Möglichkeit<br />

machte den Sport, der ursprünglich vor allem als reines<br />

Spiel angesehen wurde, populär. Internationale Wettkämpfe<br />

kamen in Mode, ab dem Jahr 1896 wurden Olympische Spiele<br />

durchgeführt, es wurden Medaillen und Lorbeerzweige für<br />

die Besten der jeweiligen Disziplinen vergeben.<br />

Das Streben nach sportlichen Spitzenleistungen war den<br />

ursprünglich auf Kriegserziehung fixierten Turnern <br />

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58 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 59


Daniel Uhlig von der Siegerländer Kunstturnvereinigung (SKV) am Seitpferd<br />

eher fremd. Messband und Stoppuhr kamen aus dem Ausland<br />

und waren als „undeutsch“ verpönt. „Die Zeit“ schreibt: „Als<br />

die Flut des weltbürgerlichen Sports von der englischen Insel<br />

aus den Kontinent überspülte, suchte die nationalistische Führung<br />

der Turnerschaft in Verboten und Verdächtigungen ihr<br />

Heil. Man warf den Sportlern, die internationale Wettkämpfe<br />

durchführten, ‚Ausländerei‘ vor, ja stellte sogar ihre vaterländische<br />

Zuverlässigkeit in Zweifel. Immer wieder traten Führer<br />

wie etwa Ferdinand Goetz auf, die den Kampf gegen den ‚undeutschen<br />

Sport‘ organisierten.“ Genannter Turnführer Goetz<br />

rief seinerzeit zum Boykott der Olympischen Spiele mit folgender<br />

Begründung auf: „Nur Untreue gegenüber dem Vaterland<br />

und eitle Ruhmsucht kann dazu verleiten, an den mit deutscher<br />

Ehre unverträglichen Spielen teilzunehmen.“ 21 deutsche Teilnehmer<br />

reisten dennoch anno 1896 nach Athen. Weil das Streben<br />

nach Höchstleistungen als gesundheitsgefährdend, unästhetisch<br />

und unsozial eingestuft wurde, erhielten sie hinterher<br />

von der Deutschen Turnerschaft einen Verweis.<br />

Es war ein Schock für das Turnerlager, als zu Beginn des<br />

20. Jahrhunderts ausgerechnet das Militär den Sport als ein<br />

wichtiges Rüstzeug für die Ausbildung der Soldaten entdeckte.<br />

Bei der Armee hatte man erkannt, dass der Gruppenzusammenhalt<br />

durch den Mannschaftssport enorm gestärkt wurde.<br />

Zeitgleich schlossen sich viele junge Männer den allerorten<br />

aufstrebenden Sportvereinen an. Vor allem das Spiel mit dem<br />

Fußball erlebte so einen raschen Aufschwung. Hingegen verloren<br />

die Turnvereine im Gegenzug viele Mitglieder. Wie sehr<br />

dies das Verhältnis der beiden Lager prägte, lässt sich leicht<br />

nachvollziehen. Trotz aller Warnungen und Erlasse der Oberen<br />

gab es dennoch viele Turnvereine, die sportliche Abteilungen<br />

in ihren Reihen duldeten. Als Beispiel möge der TV Jahn<br />

Siegen dienen, bei dem sich im Jahre 1899 eine Fußballabteilung<br />

etablierte, die dem<br />

Deutschen Fußballbund<br />

(DFB) als Fachverband<br />

angehörte.<br />

Das Abraten des Dichters<br />

Joachim Ringelnatz,<br />

der den Fußballsport in<br />

jenen Tagen als eine „seltene<br />

Krankheit“ beschrieb,<br />

blieb vergebens. Er hatte<br />

in einem Spottgedicht<br />

empfohlen: „Ich warne<br />

euch, ihr Brüder Jahns,<br />

vor dem Gebrauch des<br />

Fußballwahns!“ Nach<br />

dem ersten Weltkrieg<br />

verstärkte sich der sportliche<br />

Aufschwung mit der<br />

Gründung vieler weiterer<br />

Sportvereine. Der Mitgliederschwund<br />

und die<br />

Tatsache, dass der Sportgeist<br />

inzwischen auch die<br />

Turnerjugend erfasst hatte,<br />

zwangen die Turnoberen<br />

zum Handeln.<br />

Am 16. Juli 1923 lief der Siegener Herbert Böcher, Mitglied<br />

der Leichtathletik-Abteilung des F.C. Jahn von 1899,<br />

beim Deutschen Turnfest auf der Münchner Theresienwiese<br />

im 800-m-Lauf so schnell wie kein anderer und durfte sich<br />

als Deutscher Meister der Turnerschaft feiern lassen. Um<br />

das Wort „Sport“ zu vermeiden, gehörten bei den Turnern<br />

das Wettlaufen sowie viele andere Wettbewerbe nicht zu den<br />

sportlichen, sondern zu den „volkstümlichen Wettkämpfen“.<br />

Nicht zu übersehen war freilich, dass inzwischen das Sport-<br />

Prinzip auch bei den Turnern eingekehrt war, denn es wurde<br />

nicht mehr wie einst bei Fritz Jahn untersucht, ob der Sieger<br />

im Ziel noch bei guten Kräften war. Ein Jahr zuvor war<br />

Böcher schon Westdeutscher Meister eines Sportverbands,<br />

nämlich des W.S.V. (Westdeutscher Spielverband), über 800<br />

m geworden. Der Jahner ist ein gutes Beispiel für die damals<br />

gegebene Möglichkeit, sich als Mitglied eines Turnvereins<br />

sowohl bei den Turnern als auch bei den Sportlern an Meisterschaften<br />

zu beteiligen.<br />

Dieses Privileg endete am 1. September 1923. Schon Monate<br />

zuvor hatte die Turnerschaft angekündigt, dass Mitglieder<br />

nicht mehr gleichzeitig bei ihnen und in einem Sportverband<br />

tätig sein dürfen. Die Abteilungen, die also zum Beispiel<br />

unter der Regie des DFB ihre Meisterschaftsspiele austrugen,<br />

mussten entweder den Fußballbund oder die Turnerschaft<br />

verlassen. Dieses Vorgehen bezeichneten die Jünger Jahns als<br />

„Reinliche Scheidung“.<br />

Eine nicht geringe Anzahl der Sport treibenden Abteilungen<br />

trennte sich daraufhin von den Turnern. Die Ausgetretenen<br />

gründeten eigene Vereine. So entstand beispielsweise der<br />

FC Schalke 04. Auch die Fußballer des TV Jahn blieben dem<br />

DFB verbunden. Die Folge war, dass der Jahnplatz nun für<br />

sie tabu blieb. Angesichts dessen hoben sie gemeinsam mit<br />

Foto: Siegerländer Kunstturnvereinigung<br />

dem SV 07 Siegen, der auf dem Stadtplatz in der „Schemscheid“<br />

seine Spiele austrug, die „Sportfreunde von 1899 Siegen“<br />

aus der Taufe.<br />

Als Folge der Reinlichen Scheidung gab es nun auch beim<br />

Mannschaftssport einige Jahre lang zwei Deutsche Meister<br />

– einen der Turner und einen des jeweiligen Fachverbands.<br />

1925 beispielsweise hieß der Fußballmeister der Turner<br />

„MTV Fürth“, der des Deutschen Fußballbundes hingegen „1.<br />

FC Nürnberg“.<br />

Als die Nazionalsozialisten die Macht übernahmen, witterten<br />

die Turnfunktionäre „Jahnsche Morgenluft“. Ihr neuer<br />

Führer, Edmund Neuendorff, gelobte Adolf Hitler in einem<br />

Brief, „dass die Deutsche Turnerschaft sich unter ihrer Führung<br />

Seite an Seite neben SA und Stahlhelm stellt.“ Als Unterpfand<br />

wurde 122 Jahre nach Fritz Jahns Bestrebungen auf<br />

der Hasenheide ganz offiziell das Wehrturnen eingeführt. Am<br />

7. April 1933 verkündeten die Nazis den sogenannten „Arierparagraph“<br />

und bereits einen Tag später übernahm der Turnerbund<br />

diesen in seine Satzung. In seiner Publikation „Die<br />

Arisierung des deutschen Sports im Nationalsozialismus“<br />

schrieb der Autor Thyll Warmbold: „Nicht nur das Tempo,<br />

sondern auch die Radikalität, mit der die Turner vorgingen,<br />

suchte ihresgleichen. Schon ein jüdischer Großelternteil genügte,<br />

um ausgeschlossen zu werden.“<br />

Hintergrund der Eile war ein genialer Plan. Neuendorff<br />

beantragte bei der Regierung, den gesamten Sport unter die<br />

Regie der Turnerschaft zu stellen. Die zuvor von ihm öffentlich<br />

an den Tag gelegte Seelenverwandtschaft mit den<br />

Braunhemden schloss ein Scheitern des Plans regelrecht aus.<br />

Stoppuhren und Messbänder wurden vorsorglich schon mal<br />

zertrümmert, auf manchen Sportanlagen demonstrativ Eichen<br />

angepflanzt.<br />

Doch ausgerechnet die derart hofierten Machthaber sorgten<br />

in der Folge dafür, dass sich die Turnoberen ins eigene<br />

Fleisch geschnitten hatten. Rasch waren von den Nazis die<br />

propagandistischen Chancen bei Erfolgen im internationalen<br />

Sport erkannt worden. Dazu standen die Olympischen Spiele<br />

in Berlin vor der Türe. Für Sentimentalitäten war hier kein<br />

Platz. Statt des erwarteten großen Sieges und einer Wiederherstellung<br />

des einstigen Monopols folgte eine Degradierung:<br />

Die Deutsche Turnerschaft wurde 1934 zum sportlichen<br />

Fachverband erklärt und zwei Jahre später formell aufgelöst.<br />

Die von den politischen Machthabern erhofften Erfolge<br />

blieben nicht aus. Bei den Olympischen Spielen 1932 hatten<br />

die Geräte- und Bodenturner noch durch Abwesenheit<br />

Foto: Siegerländer Kunstturnvereinigung<br />

Nachwuchsturner Gabriel Kiess (SKV)<br />

geglänzt, vier Jahre später in Berlin holten sie gleich sechs<br />

Goldmedaillen. Das deutsche „Kunstturnen“ war urplötzlich<br />

führend in der Welt. Die Traditionen aus der Mottenkiste und<br />

die damit verbundenen Engstirnigkeiten schienen endgültig<br />

vorbei zu sein. Doch nach dem Ende der Nazi-Herrschaft<br />

wollten sportfeindliche Turnfunktionäre rund zwei Jahrzehnte<br />

lang in der Bundesrepublik das Rad der Geschichte noch<br />

einmal zurückdrehen. Turnen in sportlicher Vollendung war<br />

nicht erwünscht. „Die Zeit“: „Am krassesten trat die Ablehnung<br />

der Höchstleistung bei der Frauenturnwartin zutage, die<br />

durchgesetzt hatte, dass die Turnerinnen an internationalen<br />

Wettkämpfen überhaupt nicht mehr teilnehmen durften. Nach<br />

ihrer Ansicht war das Frauenturnen, wie es besonders die Russinnen<br />

und Japanerinnen mit ihrem Ballett-Training praktizieren<br />

und dabei am Schwebebalken und Stufenbarren hinreißende<br />

Bewegungsschönheit zeigen, deutscher Art nicht gemäß!“<br />

Inzwischen ist diese „Tragikomödie des deutschen Kleinbürgertums“<br />

(„Die Zeit“) endgültig vorbei. Aus den Geräteturnern<br />

sind allseits bewunderte und international erfolgreiche<br />

Sportler geworden.<br />

Ulli Weber<br />

Ihr Partner fürs<br />

Wohnen und Bauen<br />

60 durchblick 2/<strong>2018</strong>


Hinters Werkstor geschaut<br />

Aus Siegen – Wittgenstein<br />

Das Berleburger<br />

Schaumstoffwerk<br />

Foto: Uli Hoffmann<br />

verlässlicher Service nicht immer zum günstigsten Preis zu<br />

haben ist. „Auch wir stehen regelmäßig vor entsprechenden<br />

Entscheidungen und unsere Wahl fällt gewohnheitsmäßig<br />

zu Gunsten der guten und hochwertigen Produkte aus“, so<br />

verlautet aus der Geschäftsleitung. Nicht zuletzt deshalb haben<br />

sich die Berleburger Schaumstoffwerke den Titel „Weltmarkführer“<br />

gesichert. Apropos Weltmarkt: BSW-Tochtergesellschaften<br />

befinden sich in Amerika, Dubai, Australien,<br />

Shanghai und der Schweiz. Ein weltweites Netzwerk mit<br />

über 80 Händlern sorgt für den internationalen Vertrieb.<br />

Dass es jenseits der Tagesgeschäfte auch einmal zu Arrangements<br />

kommen kann, bei denen nicht „geklotzt“, sondern<br />

eher „gekleckert“ wird, soll die abschließende Episode<br />

zeigen. Kommen wir daher zurück zum eingangs angesprochenen<br />

„Blauen Wunder“. Blau ist die Farbe des Fußball-<br />

Bundesligisten Hertha BSC und auf dessen Wunsch kam<br />

im Olympiastadion nicht das traditionelle Ziegelrot dieser<br />

Sportflächen zum Einsatz. Stattdessen verlegte BSW das<br />

Regupol im eigens hierfür entwickelten „Hertha-Blau“. Bei<br />

der Weltmeisterschaft der Leichtathleten anno 2009 lief der<br />

Jamaikaner Usain Bolt in Berlin Fabel-Weltrekorde über<br />

100 und 200 Meter. Nicht zuletzt die danach veröffentlichten<br />

Fotos mit der so genannten Bolt-Sieger-Pose „To-Di-<br />

World“, sicherten dem blauen Geläuf das verbale Gütesiegel<br />

„Weltmeisterhaft“.<br />

Dass die Berleburger mit dem Sprintstar daraufhin einen<br />

Werbebotschafter-Vertrag anstrebten, ist leicht nachvollziehbar.<br />

Exportleiter Peter Breuer fährt nach Berlin, hat hier<br />

aber kein Glück: „Ich habe auf allen Kanälen versucht, an<br />

ihn ranzukommen, es war nichts zu machen. Zwei Wochen<br />

später im Züricher Letzigrund-Stadion klappt es. In der Prominenten-Lounge<br />

kann er ihm eine blaue Regupol-Platte in<br />

die Hand drücken. Auf der Rückseite ist das entsprechende<br />

Angebot der Schaustoffwerke aufgeklebt. Danach geht alles<br />

sehr schnell. Der Bolt-Manager meldet sich und ein Jahr später<br />

hat BSW auf dem Campus der Universität in Kingston, Jamaika,<br />

eine Regupol-Laufbahn erstellt. Und zwar im Farbton<br />

„Blau“. Ausdrücklich hat sich Bolt das so gewünscht. Natürlich<br />

kostenlos, versteht sich! Seither ist der Jamaikaner Werbebotschafter<br />

der Kurstädter. Das war der Deal! Die Investitione<br />

von BSW hat sich dank zahlreicher Anschlussaufträge<br />

in der Karibik und andernorts rasch amortisiert. Überhaupt ist<br />

Investition ein „gekleckertes“ Schnäppchen, wenn man weiß,<br />

dass der Schuhhersteller Puma „klotzt“ und jährlich schlappe<br />

neun Millionen US-Dollar für den Werbevertrag mit Usain<br />

Bolt blecht. <br />

Werner Müller-Späth<br />

Im beschaulichen Bad Berleburg – abseits des Zentrums<br />

– befindet sich der Hauptsitz der Firma „Berleburger<br />

Schaumstoffwerk GmbH“. Und beim ersten Gespräch zu<br />

diesem Beitrag war ich regelrecht überrascht, als ich von der<br />

Vielfältigkeit der Produkte des Unternehmens hörte. Das breite<br />

Angebot an Böden und Matten für innen und außen besticht<br />

auch den Nichtfachmann. Ein Erzeugnis freilich überstrahlt<br />

alle anderen und machte die Kurstädter weltweit bekannt.<br />

Regupol heißt der Verbundwerkstoff, der bereits vor<br />

über viereinhalb Jahrzehnten in den Räumen des mittelständigen<br />

Unternehmens entwickelt wurde und anschließend<br />

nicht nur zum vielseitigsten, sondern auch zum<br />

erfolgreichsten Werkstoff der Firma emporwuchs. Das<br />

Produkt besteht insbesondere aus Kautschuk-Granulat und<br />

dem Bindemittel Polyurethan. Den angesprochenen Bekanntheitsgrad<br />

verdankt der Hersteller indes vornehmlich<br />

dem „Blauen Wunder“ von Berlin. So jedenfalls wurde<br />

anfangs die Kunststofflaufbahn im Olympiastadion der<br />

Hauptstadt genannt. Und erstellt und verlegt hatte diese<br />

das Berleburger Schaumstoffwerk. Hierzu später mehr.<br />

Der Kaufmann Karl Pöppel gründete in der Stadt an der<br />

Odeborn gemeinsam mit Carl Schneider das Unternehmen<br />

im Jahr 1954. Auch heute noch wird die Firma inhabergeführt.<br />

Anfangs stellte man Polsterelemente her, auch damals<br />

hieß der Rohstoff „Polyurethan“. Die Produktpalette<br />

wuchs von Jahr zu Jahr und damit einhergehend auch die<br />

Lagerkapazitäten in und um Bad Berleburg sowie die Anzahl<br />

der Mitarbeiter (derzeit 550). Neben dem bereits genannten<br />

Regupol dominieren in den Werkshallen die von<br />

BSW entwickelten Werkstoffe Regufoam (PU-Schaumstoff),<br />

Variofoam (Verbundschaum) und Recoflex (Holzverbundwerkstoff).<br />

Aus diesen Materialien werden nicht<br />

nur zahlreiche eigene Endprodukte hergestellt, sondern sie<br />

werden auch zwecks Weiterverarbeitung an andere Industrieunternehmen<br />

geliefert.<br />

Es ist unmöglich, im Rahmen dieses Beitrags alle in<br />

Berleburg entwickelten Schöpfungen aufzuführen. Dies vor<br />

allem, weil je nach Anforderungsgrad eine spezielle Zusammensetzung<br />

gemischt wird. Beschränken wir uns also auf die<br />

wichtigsten und einige aus dem Rahmen fallenden Erzeugnisse.<br />

Eine breite Palette nimmt der Sportbereich ein: Tartanbahnen<br />

für Stadien und Hallen, Bodenbeläge für Tennis- und<br />

Golfplätze, Elastik- und Tragschichten für Kunstrasen, Judound<br />

Gymnastikmatten, Stallmatten für Pferde. Letztere ließ<br />

sogar der Saudi-arabische Kronprinz zum Wohlbefinden seiner<br />

edlen Rennpferde großräumig verlegen.<br />

In vielen Kletterhallen – so auch im 16 Meter hohen<br />

DAV-Kletterzentrum in Siegen – sind die Böden zum<br />

Schutz der Sportler und entsprechend der UVV-Vorschriften<br />

mit BSW-Fallschutzmatten ausgelegt.<br />

Dank seiner dauerelastischen und rutschhemmenden Eigenschaften<br />

kommt Regupol aber auch in großem Umfang<br />

in der Bauindustrie und als Antirutschmatte im Transportgewerbe<br />

zum Einsatz. Dazu sind Matten für den Schallschutz<br />

sowie Trittschalldämmungen sehr gefragt.<br />

Dass diverse Tüftler im Schaumstoffwerk ständig bemüht<br />

sind, die Produkte ihrer Firma weiter zu entwickeln oder gar<br />

einen völlig neuen Werkstoff zu erfinden, gehört zur BSW-<br />

Strategie. Zum Geschäftsmodell gehört weiter, dass die<br />

Kundschaft aus aller Welt durch eine entsprechende Qualität<br />

dauerhaft zufrieden gestellt wird. Freilich sollte diese<br />

wissen, dass das beste und dauerhafteste Produkt sowie ein<br />

BSW–Stallmatten für seine Pferde ließ sogar der Saudi-arabische<br />

Kronprinz Mohammed bin Salman al-Saud verlegen<br />

„Das blaue Wunder“ – Olympiastadion in Berlin<br />

4 Werksfotos BSW<br />

Usain Bolt auf seiner Tartan<br />

Trainingslaufbahn in Jamaica<br />

Themenspielplatz in Koblenz<br />

62 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 63


Seit den 70er Jahren war ich oft Gast im Zisterzienser<br />

Kloster Himmerod, wunderschön im Salmtal<br />

in der Eifel gelegen, zwischen Manderscheid und<br />

Wittlich. Ein wunderbarer Ort, um Natur und Stille zu<br />

erleben, zur Ruhe zu kommen und auch ganz besonderen<br />

Menschen zu begegnen.<br />

Der Konvent wurde Ende 2017 leider geschlossen, aber<br />

noch hält der im Kloster verbliebene, inzwischen 84-jährige<br />

Pater Stephan das Gästehaus und das Angebot für die Gäste<br />

offen: er gibt noch nicht auf! Deshalb haben langjährige<br />

„alte“ Freunde Himmerods beschlossen, mit ihren Geschichten<br />

etwas von dem atmosphärisch festzuhalten, was diesen<br />

Ort neben allem geistlichen und spirituellen Erleben auch<br />

geprägt hat. So sind auch die beiden Geschichten entstanden,<br />

die ich aus meiner Erinnerung ausgegraben habe.<br />

Was weiterhin mit dem Kloster geschieht, ist offen. Es<br />

gehört jetzt dem Bistum Trier, wo man gerne das Kloster<br />

als geistliches Zentrum erhalten möchte.<br />

Eine geheimnisvolle Begegnung<br />

In den70er und 80er Jahren war ich regelmäßig einmal<br />

im Jahr Gast im Kloster Himmerod, mal in der Woche<br />

vor Ostern, mal im Herbst. In dem Jahr, in dem diese Geschichte<br />

spielt war es bereits November. Ich wusste, dass<br />

Himmeroder<br />

Geschichten<br />

Das Kloster Himmerod in der Eifel war fast 900 Jahre im Besitz des Zisterzienser-Ordens.<br />

Im Herbst haben die Mönche die Abtei verlassen. Bis auf einen: Pater Stephan<br />

Pater Stephan, der für die Gäste im Gästehaus zuständig<br />

war, diesmal nicht anwesend sein würde, aber, dass außer<br />

mir gar keine Gäste im Hause waren, damit hatte ich nicht<br />

gerechnet. So war es nicht nur sehr ruhig im Gästehaus,<br />

was mir nicht ungelegen kam, sondern in den dicken Mauern<br />

auch lausig kalt.<br />

Wenigstens war tagsüber das mir wohlvertraute Hauspersonal<br />

da und auch der damalige Zivildienstleistende<br />

Peter, der versuchte, alle bei Laune zu halten. So waren<br />

wenigstens diese menschlichen Kontakte gewährleistet<br />

und auch das Plauderstündchen abends in der Gaststätte<br />

bei einem Bier oder auch einem Klosterlikör. Manchmal<br />

trafen wir uns auch zum Klönen im Plaudereckchen in der<br />

großen Küche, was zu den Zeiten noch möglich war.<br />

Und dann kam doch noch ein Gast, eine ältere Dame.<br />

Ich war sehr gespannt auf die erste Begegnung. Beim<br />

Frühstück im großen Speisesaal des Gästehauses traf ich<br />

sie dann zum ersten Mal an unserem gemeinsamen Tisch.<br />

Ich war irritiert: Mir gegenüber saß eine altjüngferlich anmutende<br />

Person, die direkt dem Krimi „Arsen und Spitzenhäubchen“<br />

entstiegen zu sein schien. Wir saßen da zwar<br />

am selben Tisch, aber die Dame gab sich im tatsächlichen<br />

und im übertragenen Sinn zugeknöpft bis obenhin. Ehe<br />

sie dann mit ihrem Frühstück begann, erhob sie sich mit<br />

fromm gefalteten Händen und gesenktem Haupt zu Gebet,<br />

setzte sich wieder hin und erwiderte nur knapp mein „Guten<br />

Appetit“, bevor sie ihr Frühstück gesenkten Hauptes<br />

zu sich nahm. Offensichtlich hatte sie kein Bedürfnis nach<br />

Kommunikation, und so verlief das gemeinsame Frühstück<br />

sehr wortkarg.<br />

Diese ungewöhnliche Besucherin stachelte natürlich Peters<br />

und meine Fantasie an: wer war sie? Die Stille im Gästehaus,<br />

die Novembernebel draußen und ihre rätselhafte Unnahbarkeit<br />

führten zu einer Stimmung, die uns die wildesten<br />

Geschichten um diese geheimnisvolle Person ausdenken<br />

ließen, eben im Sinne von „Arsen und Spitzenhäubchen“.<br />

Es ist mir nicht gegeben, so schnell aufzugeben, wenn<br />

es um den Kontakt zu Menschen geht. Und wenn sie, wie<br />

in diesem Fall etwas wunderlich erscheinen, reizt es mich<br />

um so mehr. Dass sie aus einem sehr konservativ geprägten<br />

religiösen Umfeld kam, hatte ich aufgrund ihrer Gebetshaltung<br />

bereits vermutet. Bestätigt wurde ich darin durch<br />

eine Reaktion ihrerseits, die mich fast vom Stuhl haute.<br />

Wie ich es üblicherweise tue, reichte ich auch ihr bei Tisch<br />

das Brot an oder was immer sie brauchte. Sie bedankte<br />

sich überschwänglich für diese Selbstverständlichkeit.<br />

Nachdem sich dieser Vorgang mehrmals wiederholt hatte,<br />

schaute sie mich plötzlich sehr ernst an, erwähnte meine<br />

Hilfsbereitschaft und verblüffte mich mit der Frage, ob ich<br />

das denn auch für den Herrn Jesus täte? Ich wüsste doch,<br />

dass alle guten Taten sinnlos wären, wenn ich sie nicht für<br />

den Herrn Jesus täte, weil nur das wirklich zählt, was wir<br />

für Jesus tun. Darauf fiel mir nichts mehr ein. Ganz fremd<br />

war mir diese Geisteshaltung nicht, es gibt sie ähnlich auch<br />

in streng pietistischen Kreisen. Ich fühlte mich aber nicht<br />

berufen, mit meiner Tischnachbarin über ihre Aussage zu<br />

diskutieren, also nickte ich einfach freundlich.<br />

Nach diesem Statement öffnete sie sich ein wenig und<br />

erzählte auf meine Nachfrage, warum sie hier in Himmerod<br />

sei und dass sie ihrem Bruder, einem katholischen<br />

Geistlichen, den Haushalt führe. – Ich wusste es doch! Offenbar<br />

tat es ihr gut, ihre Zurückhaltung aufzugeben, denn<br />

sie erzählte mehr und mehr, beklagte sich auch über die<br />

Kälte im Haus und war offensichtlich das erste Mal in<br />

Himmerod im Gästehaus, das gewiss nicht ihren Vorstellungen<br />

vom Kloster entsprochen hätte. Aber es waren ja<br />

keine der sonst üblichen, kunterbunt gemischten Gäste da<br />

und auch nicht der absolut unkonventionelle Pater Stephan,<br />

der für die Gäste zuständig war. Ihre Vorstellungen wurden<br />

also durch nichts erschüttert.<br />

Ich weiß heute nicht mehr genau, über was wir dann<br />

alles geredet haben, was sie mir aus ihrem sehr religiös geprägten<br />

Leben erzählte, aber es kam irgendwann ein Punkt,<br />

an dem ich mich nicht mehr zurückhalten konnte. Offenbar<br />

ging sie ganz selbstverständlich davon aus, dass auch ich<br />

wie sie „gut katholisch“ sei. Ich musste ihr sagen, dass ich<br />

mich zu dem von ihr Gesagten leider nicht äußern könne,<br />

da ich evangelisch sei. Sie stockte, hielt den Atem an und<br />

war sichtlich erschrocken. Ich war gespannt auf ihre weitere<br />

Reaktion und malte mir schon aus, dass sie vielleicht<br />

Gesellschaft<br />

2 Fotos: Wolfgang Valerius<br />

Himmerod ist ein Ort, wo Zisterziensermönche seit fast<br />

900 Jahren gemäß der Regel des Hl. Benedikt Gott in Gebet<br />

und Arbeit gedient haben. Am 13. Oktober 2017 hat<br />

das Kapitel der Mehrerauer Zisterzienser-Kongregation<br />

beschlossen, den Konvent mit sofortiger Wirkung aufzulösen.<br />

Seither ist das Bistum Trier bestrebt, Himmerod als<br />

„geistlichen Ort“ zu erhalten und – wenn möglich – in<br />

eine neue Zukunft zu führen.<br />

1134 von Bernhard von Clairvaux gegründet, ist Himmerod<br />

– neben Kloster Eberbach im Rheingau – die erste<br />

der beiden direkten Gründungen des Ordensheiligen auf<br />

deutschem Gebiet. Nach der Aufhebung in der Säkularisation<br />

wurde das weitgehend zerstörte Kloster zu Beginn<br />

des 20. Jahrhunderts unter der Obhut der Zisterzienserabtei<br />

Marienstatt neu besiedelt und die Klosteranlage in<br />

den Folgejahren nach barockem Vorbild wiedererrichtet.<br />

<br />

Website der Abtei Himmerod<br />

irritiert den Tisch verlassen würde, doch dann fing sie sich<br />

wieder, nahm diese Kurve und erzählte lebhaft von ihren<br />

evangelischen Nachbarn, zu denen sie in ihrer Kindheit guten<br />

Kontakt hatte, und betonte ausdrücklich, was das doch<br />

auch für gute und nette Menschen gewesen seien … Ich<br />

sah mich durch dieses emotionale Zeugnis für die evangelischen<br />

Nachbarn ihrer Kindheit als nicht katholischer<br />

Christenmensch von einer strengen Glaubenshüterin fast<br />

so etwas wie rehabilitiert, ja, in Himmerod ist das möglich.<br />

Das Jubiläum<br />

Kloster Himmerod war wieder einmal angesagt. Diesmal<br />

fuhr ich nicht alleine, sondern mit meiner Freundin<br />

dorthin. Es war im Frühjahr, und wir freuten uns schon<br />

auf die die Spaziergänge in den Eifelwäldern, die Begegnungen<br />

im Gästehaus, die Meditationen in der Hauskapel-<br />

Pater Stephan<br />

vor der Klosteranlage<br />

64 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 65


Gesellschaft<br />

Der Kommentar<br />

le mit Pater Stephan. Ich freute mich besonders auf die<br />

Zeiten der Stundengebete in der Abteikirche, den Gesang<br />

der Mönche. Für mich calvinistisch geprägte Protestantin<br />

ein besonderer Gewinn und eine große Bereicherung meiner<br />

spirituellen Erfahrung, möglich geworden durch die zu<br />

Hause und die hier in Himmerod praktizierte Ökumene.<br />

Nun hatte ich eigentlich durch viele Jahre hindurch<br />

gelernt, dass man nie mit bestimmten Vorstellungen nach<br />

Himmerod fahren sollte, da immer alles „ganz anders“<br />

kommt. So war es auch diesmal.<br />

Im Kloster Himmerod stand ein Jubiläum an, welches<br />

genau weiß ich heute nicht mehr. Aus diesem Anlass war<br />

die Klosterkirche renoviert worden, und am Sonntag sollte<br />

im Festgottesdienst Mozarts Krönungsmesse zur Aufführung<br />

kommen. Wie schön. Aber da gab es ein Problem, die<br />

Kirche war zwar renoviert, aber dreckig: sie musste noch<br />

geputzt werden! Und wie das im Kloster so geht, man fragt<br />

die Gäste, die gerade im Hause sind um Hilfe. Das entsprach<br />

natürlich überhaupt nicht unserer Vorstellung von<br />

dem kurzen Himmerod Aufenthalt, Stunden putzend in<br />

der großen dunklen Kirche zu verbringen. Aber wie das<br />

so ist, an einem Ort wie Himmerod sagt man nicht nein,<br />

und so machten wir uns innerlich leise grummelnd zur<br />

Reinigungsaktion der Kirche auf. Natürlich gab es auch<br />

noch andere helfende Hände und mitten drin Abt Ambrosius<br />

Schneider (aufgrund seiner eher zierlichen Gestalt und<br />

seines sich kümmernden Wesens wegen liebevoll heimlich<br />

„Mutter Abt“ genannt), der überall gleichzeitig herumwuselte<br />

und nach dem Rechten schaute.<br />

Während meine Freundin im Kirchenraum mit Putzen<br />

beschäftigt war, wurde ich gebeten, doch oben auf der Orgelempore<br />

sauber zu machen und dort alles in Ordnung zu<br />

bringen. Okay. Nun lag da aber mitten im Weg ein halb<br />

aufgerollter großer Teppich, der mich an meinem Vorhaben<br />

hinderte. Als der Abt dann auch bei der Orgel vorbeischaute,<br />

sprach ich ihn darauf an. Kurz entschlossen half<br />

er mir in voller Montur, den Teppich ordentlich zusammen<br />

zu rollen und als er sah, dass er trotzdem noch ein großes<br />

Hindernis war, öffnete er ohne langes Überlegen die Tür<br />

zur Klausur und wuchtete mit mir gemeinsam den Teppich<br />

dort in den Flur. Ich war erst einmal baff, aber für Abt Ambrosius<br />

schien das eine völlig normale Aktion. Tja, dachte<br />

ich mir, wenn wir Frauen zum Putzen gebraucht werden<br />

gibt es wohl keine klösterlichen Tabus.<br />

Wer Kloster Himmerod und sein Gästehaus kennt, vor<br />

allem aber den ehrwürdigen Gästepater Stephan, kann<br />

sich vorstellen, was da später los war, als ich von meinem<br />

Erlebnis erzählte. Nun sollte man wissen, dass Pater Stephan,<br />

ein Freund von Gespenstergeschichten, auch gerne<br />

freundlich stichelnd seine „Überzeugung“ kundtat, dass er<br />

Frauen grundsätzlich als seelenlose Wesen betrachte: Wo<br />

Männer eine Seele hätten, hätten Frauen nur ein großes<br />

schwarzes Loch. Und nun das: ich, eine Frau, seelenlos<br />

und dazu noch eine Ketzerin, in der Mönchsklausur! Katastrophe!<br />

Das Kloster war entweiht!!!<br />

Die Folgen wurden nun bis ins Detail geschildert und<br />

diskutiert, mit welchem Aufwand das Kloster jetzt neu<br />

geweiht werden müsse, schrecklich! Das Jubiläum stand<br />

auf dem Spiel.<br />

Es war ein vergnüglicher Abend in der Gaststätte des<br />

Klosters, wir haben uns köstlich amüsiert. Natürlich wurde<br />

nichts und niemand neu „geweiht“. Einmal geweiht ist<br />

immer geweiht in der römisch-katholischen Kirche, daran<br />

ändert auch der Einfall protestantischer Frauenpower<br />

in die mönchische Klausur nichts. Na, da haben wir aber<br />

noch mal Glück gehabt!<br />

Anne Alhäuser<br />

Neue Besen kehren (nicht) immer gut<br />

Vor jeder Wahl kommen, solange ich denken kann,<br />

stetig wiederkehrende Themen, mit denen uns die<br />

Politik ködern will. Das ach so kranke Gesundheitssystem<br />

steht dabei seit Jahren an erster Stelle. Zahlreiche<br />

Gesundheitsminister arbeiteten sich daran ab. Es wurde<br />

gespart, konsolidiert, saniert, reformiert und die kargen Ergebnisse<br />

stetig als großer Erfolg gelobt. Das alles um die<br />

Kosten zu senken. Jetzt stehen wir kurz vor dem Kollaps<br />

wie man allerorts hört. Welch ein Elend: wir Bürger werden<br />

älter, gebrechlicher und oh Graus: auch immer teurer!<br />

Nach großem Ringen huldigte unsere neue Regierung<br />

den nun ausgehandelten Koalitionsvertrag und darin fand<br />

ich u.a. die Worte von „der neuen Dynamik für Deutschland“.<br />

Spontan schrieb sich unser agil-frischer Gesundheitsminister<br />

diese auf seine Fahnen und wirbt dafür<br />

vermehrt Pflegekräfte aus unseren Nachbarländern einzustellen.<br />

Spahn nennt dies „die nächstliegende Option“.<br />

Eigentlich hätte ihm längst auffallen müssen, dass heute<br />

schon viele Kräfte aus dem Ausland, vorwiegend Menschen<br />

aus dem südöstlichen Europa, als Ärzte und Pflegepersonal<br />

in unseren Einrichtungen beschäftigt sind. Häufig fehlen<br />

diesen aber die nötigen Sprachkenntnisse zur ausreichenden<br />

Verständigung mit den Patienten.<br />

Um, wie es heißt, die Wettbewerbsfähigkeit<br />

beizubehalten,<br />

sind befristete Arbeits- und<br />

Dienstleistungsverträge wie<br />

auch geringfügige Beschäftigungen<br />

nicht unüblich. Ich bewundere<br />

die vielen pflegerisch<br />

tätigen Menschen, die trotz<br />

schlechtester Bezahlung immer<br />

noch freudig und motiviert ihre<br />

Heute von<br />

Eva-Maria Herrmann<br />

Arbeit machen. Gebetsmühlenhaft<br />

wird der Pflegenotstand seit<br />

Jahren beschworen, erörtert, beklagt,<br />

die Pflegeleistungen hoch und runter gerechnet. Dabei<br />

reicht eine einfache Erkenntnis die Dinge zu ändern: Gute<br />

Arbeit verlangt ordentlichen Lohn. Der Pflegeberuf ist nach<br />

wie vor attraktiv, wenn er den Anforderungen entsprechend<br />

gewürdigt und honoriert würde. Die Rahmenbedingungen<br />

muss die Politik dafür schaffen, dabei ist der nur auf Rendite<br />

ausgerichtete Privatisierungswahn sicherlich der denkbar<br />

falscheste Weg. <br />

Eva Maria Herrmann<br />

Foto: Rita Petri<br />

Vorsorgevollmacht,<br />

Patientenverfügung,<br />

Testament<br />

„Möchten Sie auf diesen<br />

Gebieten beraten werden und<br />

brauchen Unterstützung, um<br />

die Dinge zu regeln, die Ihren<br />

Nachlass betreffen? Sollte es<br />

Ihnen schwerfallen, mich aufzusuchen,<br />

komme ich auch<br />

gerne zu Ihnen und berate Sie<br />

in Ihrer vertrauten Umgebung<br />

oder in einem Heim. Bei Bedarf<br />

melden Sie sich bitte.“<br />

FACHBERATER<br />

für Testamentsvollstreckung<br />

und Nachlassverwaltung<br />

(DStV. e.V.)<br />

Klaus Ißling<br />

c/o Advisio Im Elzgarten (früher: Ißling 10 ·57234 &Partner Wilnsdorf Steuerberater)<br />

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Termine bitte E-Mail: vorher klaus.issling@web.de<br />

telefonisch vereinbaren!<br />

66 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 67


Quotenhits von damals<br />

„Die Unverbesserlichen“<br />

Seniorenbegegnungszentrum der Stadt Siegen<br />

Seniorenhilfe Siegen e.V.<br />

Geschäftsstelle <strong>02</strong>71 / 6 61 03 35<br />

durchblick - siegen e.V.<br />

Geschäftsstelle <strong>02</strong>71/ 6 16 47<br />

Redaktion 0171 / 6 20 64 13<br />

ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein e.V.<br />

Lesepaten <strong>02</strong>739 / 22 90<br />

Senec@fé <strong>02</strong>71 / 2 50 32 39<br />

Seniorenbeirat <strong>02</strong>71 / 404-22 <strong>02</strong><br />

SeniorenServiceStelle <strong>02</strong>71 / 38 78 61 62<br />

montags<br />

mittwochs<br />

donnerstags<br />

10.00 - 12.00 Sprechstunde der<br />

Seniorenhilfe Siegen<br />

10.00 - 12.00 SeniorenServiceStelle<br />

geöffnet<br />

10.00 - 12:00 Werkstatt geöffnet<br />

14.00 - 18.00 ALTERAktiv-Senec@fé<br />

Computertreff<br />

dienstags<br />

09.00 - 12.00 ALTERAktiv-Senec@fé,<br />

Computertreff<br />

10.00 - 12.00 Sprechstunde der<br />

Seniorenhilfe Siegen<br />

10.00 - 12.00 Redaktionsbüro des<br />

durchblick geöffnet<br />

10.00 - 12.00 Malgruppe (außer jeden<br />

1. Dienstag im Monat)<br />

Haus Herbstzeitlos<br />

Gruppen<br />

57074 Siegen<br />

Marienborner Straße 151<br />

Trauercafé<strong>02</strong>71 / 23 / 56<strong>02</strong>-67<br />

34 46<br />

Film- und Video-Club <strong>02</strong>732 /1 24 60<br />

SHG Sauerst. Therapie <strong>02</strong>71 / 37 03 54<br />

Gedächtnistraining <strong>02</strong>71 / 8 49 99<br />

Malgruppe <strong>02</strong>71 / 3 73 87<br />

Selbstverteidigung 0160 / 830 18 67<br />

Foto: Rita Petri Werkstatt<strong>02</strong>71 / 6 27 76<br />

www.unser-quartier.de/haus-herbstzeitlos-siegen Englischkurse <strong>02</strong>71 / 404-2200<br />

09.00 - 12.00 ALTERAktiv-Senec@fé<br />

Computertreff<br />

09.30 - 11.00 Englischkurs auf Anfrage<br />

<strong>02</strong>71 / 404-2200<br />

10.00 - 12.00 SeniorenServiceStelle<br />

geöffnet<br />

10.00 - 12.00 Redaktionsbüro des<br />

durchblick geöffnet<br />

11.00 - 12.30 Englischkurs auf Anfrage<br />

14.00 - 18.00 ALTERAktiv-Senec@fé<br />

Computertreff<br />

14.30 - 16.30 Handarbeiten mit der<br />

Seniorenhilfe Siegen<br />

14.30 - 16.30 Werkstatt geöffnet<br />

15.00 - 17.00 Singen mit der<br />

Seniorenhilfe Siegen<br />

19.00 - 22.30 Film und Videoclub<br />

19.00 - 21.00 Regenbogentreff<br />

Spielen und Klönen<br />

09.30 - 10.30 Selbstverteidigung<br />

10.00 - 12.00 Sprechstunde der<br />

Seniorenhilfe Siegen<br />

10.00 - 12.00 Redaktionsbüro des<br />

durchblick geöffnet<br />

freitags<br />

10.00 - 12.00 Sprechstunde der<br />

Seniorenhilfe Siegen<br />

11.00 - 14.00 Englischkurse (2)<br />

<strong>02</strong>71 / 404-2200<br />

samstags<br />

09.00 - 12.00 Wandergruppe der<br />

Seniorenhilfe Siegen<br />

Termine auf Anfrage<br />

Die Familienserie der sechziger Jahre in der Nachfolge<br />

der „Schölermanns“ und der „Hesselbachs“<br />

war die vom NDR produzierte Reihe „Die Unverbesserlichen“<br />

mit dem Serienstart am 9. Mai 1965. Neu<br />

war, dass pro Jahr jeweils nur eine Folge gesendet wurde,<br />

die ersten vier noch in Schwarzweiß. Gezeigt wurde das<br />

Leben der Berliner Familie Scholz mit Inge Meysel (Käthe<br />

Scholz) und Joseph Offenbach (Kurt Scholz) in den Hauptrollen.<br />

Die Familiengeschichte zeigt im Gegensatz zu den<br />

beiden Vorgängerserien nicht nur kleinbürgerliche heile<br />

Welt, sondern greift auch Probleme auf wie Generationenkonflikte,<br />

Scheidung, Verschuldung und Arbeitslosigkeit.<br />

Nährboden für diese Auseinandersetzungen war die Tatsache,<br />

dass vier Generationen in der kleinen Mitwohnung<br />

der Scholzens aufeinandertreffen, herrlich darunter auch<br />

Oma Köpcke (Agnes Windeck), die ständig durch ihre<br />

Rufe „Kääthe!“ und durch Erzählungen von ihrer Freundin<br />

Frau Schneider-Lützkendorf nervt.<br />

Im Grunde konnte der Zuschauer miterleben, wie das Familienidyll<br />

zunehmend von kleineren und größeren Katastrophen<br />

überschattet wird, insbesondere dadurch, dass die Kinder<br />

Doris (Monika Peitsch), Rudi (Gernot Endemann) und<br />

Lore (Helga Anders) in ihrer Lebensplanung so einige Schlingerkurse<br />

absolvieren, was die Eltern Scholz oft bedrückt.<br />

So gibt Sohn Rudi seine Stelle bei der Post auf, um<br />

eine Karriere als Profifußballer zu beginnen. Eine schwere<br />

Verletzung macht alle Pläne zunichte. Seine finanziellen<br />

Probleme bleiben, um seine uneheliche Tochter kümmert<br />

er sich nicht. Kurt Scholz wird kurz vor der Pensionierung<br />

freigesetzt, verschweigt seine Arbeitslosigkeit vor seiner<br />

Frau und verbringt die Tage, indem er planlos durch die<br />

Stadt geht. Mutter Käthe versucht immer wieder, die Familie<br />

zusammenzuhalten und einen Rest von Harmonie<br />

zumindest zum Schein zu bewahren.<br />

Obwohl zu Beginn gar keine Serie geplant war, wurden<br />

die „Unverbesserlichen“ ein Erfolg, nicht zuletzt durch die<br />

großen Schauspieler Inge Meysel und Joseph Offenbach.<br />

Inge Meysel begründete hiermit ihre Rolle als „Mutter der<br />

Nation“. Sinnigerweise wurde die jährliche Folge meist um<br />

den Muttertag herum ausgestrahlt, die letzte am 9. Mai 1971.<br />

Fotos: NDR/ Holtz – Text: Uli Hoffmann<br />

Das Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos befindet sich hinter der alten „Hainer Schule“, Ecke Marienborner Str. / Blumenstr.<br />

Anfahrt: Ab Hauptbahnhof, ZOB Bussteig B 1-2: Linien R 12, R 13, R 17, L 109 (Bushaltest, Blumenstraße). Parkplatz: Kostenlos am Haus<br />

68 durchblick 2/<strong>2018</strong><br />

2/<strong>2018</strong> durchblick 69


Juni<br />

Do. 14. ab 14 Uhr, Fbg. Niederndorf<br />

Sa. 09. ab 10 Uhr, Burbach-Wahlbach<br />

Mi. 13. ab 18 Uhr, Fbg Hohenhain<br />

durchblick verlost Freikarten<br />

„Denis Scheck“<br />

5. Oktober <strong>2018</strong> ab 20 Uhr im Kulturhaus Lÿz Siegen<br />

Foto: Veranstalter<br />

B ac k e s tag e im Siegerland<br />

„Was sich zu lesen lohnt“ heißt es<br />

mit Deutschlands bekanntestem Literaturkritiker.<br />

Bei jährlich 90 000<br />

Buch-Neuerscheinungen behält<br />

Denis Scheck den Überblick und<br />

weiß, wie man in diesem immensen<br />

Angebot „das Schöne, Gute, Wahre“<br />

vom „Albernen, Überflüssigen<br />

und Banalen“ trennt. Der eloquente<br />

Literaturkenner spießt Sumpfblüten<br />

des Betriebs auf, stellt vor,<br />

was unbedingt lesenswert ist und<br />

kann sicher auch den Besuchern im<br />

Kulturhaus Lÿz den einen oder anderen<br />

fundierten Tipp für winterliches<br />

Lesevergnügen auf heimischer<br />

Couch geben.<br />

<strong>db</strong><br />

Gewinnen können Sie<br />

3 x 2 Eintrittskarten,<br />

wenn Sie bis 30. Juli eine<br />

Nachricht mit Namen, Telefonnummer<br />

und dem Vermerk Freikarten an uns<br />

senden:<br />

Redaktion durchblick<br />

Marienborner Str. 151<br />

57074 Siegen<br />

oder:<br />

gewinnspiel@durchblick-siegen.de<br />

Die Gewinner werden telefonisch<br />

benachrichtigt.<br />

Die Tickets werden auf Ihren Namen<br />

an der Abendkasse hinterlegt.<br />

Normale Eintrittskarten sind bei allen<br />

bekannten Vorverkaufsstellen<br />

erhältlich.<br />

Die Gewinner der letzten Verlosung.<br />

Je zwei Karten für „Der Trödeltrupp" erhielten:<br />

Renate Leiendecker, Siegen • Dagmar Langenhagen,<br />

Siegen • Claudia Klimke Hilchenbach.<br />

70 durchblick 2/<strong>2018</strong><br />

Foto: Ingrid Drabe<br />

Sa. 16. ab 10 Uhr, Bu.-Oberdresselndf.<br />

Sa. 16. ab 11 Uhr, Bu.-Nd.dresselndf.<br />

Sa. 23. ab 07 Uhr, Bad Berleburg<br />

Sa. 23. ab 10 Uhr, Kirchwiese Wilnsdorf<br />

Sa. 23. ab 10 Uhr, Fbg.-Oberholzklau<br />

Sa. 30. ab 13 Uhr, Siegen-Birlenbach<br />

Sa. 30. ab 14 Uhr, Netphen-Grissenb.<br />

Juli<br />

Do. 05. ab 14 Uhr, Fbg. Hohenhain<br />

Sa. 07. ab 10 Uhr, Girkhausen<br />

Di. 10. ab 11 Uhr, Bu.-Niederdresselnd.<br />

Mi. 11. ab 18 Uhr, Fbg Hohenhain<br />

Sa. 14. ab 10 Uhr, Burbach-Wahlbach<br />

Sa. 28. ab 10 Uhr, Fbg. Alchen<br />

Sa. 13. ab 13 Uhr, Siegen-Birlenbach<br />

August<br />

Sa. 04. ab 10 Uhr, Bad Berleburg<br />

So. 05. ab 10 Uhr, Bad Berleburg<br />

So. 05. ab 09 Uhr, Burbach/Holzhausen<br />

Mi. 08. ab 18 Uhr, Fbg. Hohenhain<br />

Sa. 11. ab 10 Uhr, Burbach-Wahlbach<br />

Fr. 17. ab 11 Uhr, Hellergarten-Neunk.<br />

Sa. 18. ab 15 Uhr, Hellergarten-Neunk.<br />

So. 19. ab 11 Uhr, Dorfmitte Feuersb.<br />

Sa. 25. ab 10 Uhr, Burbach-Holzhausen<br />

Sa. 25. ab 13 Uhr, Siegen-Birlenbach<br />

Sa. 25. ab 15 Uhr, Turnhalle Trupbach<br />

So. 26. ab 10 Uhr, Burbach-Holzhausen<br />

Siegener Mittwochsmarkt jetzt nachmittags<br />

23 Händler und Gastronomen machen mit<br />

Siegen. Regional, frisch, persönlich:<br />

so will er sich zukünftig verstärkt präsentieren,<br />

der Mittwochsmarkt unter<br />

dem Siegener Krönchen. Seit dem<br />

2. Mai hält der Wochenmarkt einige<br />

Neuerungen bereit. Die durchgreifendste<br />

davon: Der Mittwochsmarkt<br />

beginnt um 12.00 Uhr und endet um<br />

18.00 Uhr.<br />

Ein weiteres Novum: Zu den Anbietern<br />

des Wochenmarktes gehören Gastronomen,<br />

an deren Ständen in den<br />

Mittags- und Nachmittagsstunden der<br />

kleine Imbiss zwischendurch eingenommen<br />

werden kann.<br />

Die Zahl der Markthändler, die zuletzt<br />

mittwochs in Siegen ihre Waren feil geboten<br />

haben, verdreifachte sich beinahe.<br />

Auf dem Marktplatz und dem angrenzenden<br />

Kornmarkt werden zukünftig<br />

23 Stände platziert sein. Ein wichtiges<br />

Merkmal des Mittwochsmarktes bleibt<br />

erhalten: Es handelt sich um einen<br />

Grünmarkt mit Blumen, Obst, Gemüse<br />

und anderen Lebensmitteln aus regionaler<br />

Produktion. Textilien und Trödel sind<br />

vom Sortiment ausgeschlossen. <strong>db</strong><br />

Hilchenbacher Musikfest<br />

Samstag 16. Juni<br />

15.30 Konzert der<br />

Hilchenbacher Chöre<br />

Die Hilchenbacher Chöre geben einen<br />

Einblick in ihr kreatives Schaffen. Ein<br />

bunter Strauß wunderbarer Melodien,<br />

aber auch Rhythmus und Emotionen<br />

bringen die Lust am Singen und Musizieren<br />

zum Ausdruck. Die Sängerinnen<br />

und Sänger der Chöre tragen so zu<br />

einem unterhaltsamen und lebensfrohen<br />

Musikfest bei.<br />

Samstag 16. Juni<br />

19.30: 16. Open-Air-Konzert<br />

mit der Philharmonie<br />

Südwestfalen<br />

Zum Höhepunkt des Musikfestes präsentiert<br />

die Philharmonie Südwestfalen<br />

frühsommerlich beschwingte<br />

Klänge mit Solo-Saxophon.<br />

Durch das Programm führt der Dirigent<br />

Benjamin Levy, Solist des Abends ist<br />

Eudes Benjamin am Saxophon.<br />

Sonntag 17. Juni<br />

10.00 Open-Air-Gottesdienst<br />

auf dem Marktplatz<br />

Eingebettet in das musikalische Geschehen<br />

findet ein evangelischer Allianz-<br />

Gottesdienst statt.<br />

Am Samstag<br />

verwöhnen Hilchenbacher<br />

Gastronomen die Besucher<br />

2/<strong>2018</strong> durchblick 71


Wiederkehrende<br />

Termine<br />

montags:<br />

10.00 Seniorengymnastik mit Anne<br />

Freudenberger, im Gemeinschaftsraum<br />

Dr. Ernst-Schuppener-Haus, Stadtteilbüro<br />

Heidenberg, <strong>02</strong>71/23418872<br />

14.00 Montagscafé des DRK Ortsverein<br />

Siegen Nord e.V., Schneppenkauten<br />

1, 57076 Siegen-Weidenau<br />

<strong>02</strong>71-76585<br />

14.30 Handarbeitstreff: „Regiestelle<br />

Leben im Alter“ Rathaus Weidenauer<br />

Straße 215, <strong>02</strong>71/404-2200<br />

20.30 Tangosalon: Milonga, Tango<br />

Argentiono - Gefühle tanzen, Kulturhaus<br />

Lÿz Siegen, St.-Johann-Str. 18<br />

Jeden 1. Montag im Monat<br />

14.30 Singen AWO-OV Siegen, Begegnungsstätte<br />

Rosterstr. 186,<br />

<strong>02</strong>71/53383<br />

19.00 Trauergruppe der Ambulanten<br />

Hozpizhilfe, Stiftung Diakoniestation<br />

Kreuztal, Ernsdorfstr. 3, <strong>02</strong>732/1<strong>02</strong>8<br />

20.00 Tango Schnupperkurs (bis 21<br />

Uhr), anschließend Tangosalon, Kulturhaus<br />

Lÿz Siegen, St.-Johann-Str.18<br />

Jeden 2. Montag im Monat<br />

10.00 Frühstückstreff: AWO-Ortsverein<br />

Siegen, im der Begegnungsstätte Rosterstr.<br />

186, Siegen, <strong>02</strong>71/339857<br />

10.00 Trauercafé der Ambulanten<br />

ökumenischen Hospizhilfe Siegen e.V.;<br />

Haus Herbstzeitlos Siegen, Marienborner<br />

Str. <strong>02</strong>71/236<strong>02</strong>-67<br />

15.15 Montagsgespräch des „Bund<br />

der Vertriebenen“ – Diskurs zum<br />

aktuellen gesellschaftspolitschen<br />

Zeitgeschehen Geschäftsstelle Siegen,<br />

Seilereiweg 6 <strong>02</strong>71/82838<br />

18.30 „Anders Altern“ Gruppe für<br />

gleichgeschlechtliche Lebende und<br />

Liebende, Haus Herbstzeitlos Siegen<br />

Jeden 3. Montag im Monat<br />

15.00 ALTERAktiv, Lesepaten, Haus<br />

Herbstzeitlos Siegen, Marienborner<br />

Straße 151 <strong>02</strong>739/2290<br />

18.30 Treffen Selbsthilfegruppe:<br />

Sauerstoff-Langzeit-Therapie „Haus<br />

Herbstzeitlos Siegen“ 370354<br />

Jeden 4. Montag im Monat<br />

14.30 Kaffeekränzchen: AWO-<br />

Ortsverein Siegen, in der Begegnungsstätte<br />

Rosterstr. 186<br />

Letzter Montag im Monat<br />

19.00 Selbsthilfegruppe Asthma und<br />

Bronchitis städtisches Begegnungszentrum<br />

Haus Herbstzeitlos Siegen,<br />

Marienborner Straße 151<br />

<strong>02</strong>737/3308<br />

dienstags:<br />

9.30 Malgruppe freies Malen, (außer<br />

1. Di. im Monat) Begegnungszentrum<br />

Haus Herbstzeitlos Siegen,<br />

Marienborner Ste.151 <strong>02</strong>71/37387<br />

17.00 Interkultureller Chor Siegerland<br />

Span. Zentrum Siegen, St.-Michael-Straße<br />

3<br />

14.00-16.00 Handarbeitskreis der<br />

SeniorenServiceStelle, Sozialraum des<br />

Rathauses Netphen, Amtsstraße 2<br />

Jeden 1. Dienstag im Monat<br />

9.00 Die Creativen Siegen, städtisches<br />

Begegnungszentrum Haus<br />

Herbstzeitlos Siegen, Marienborner<br />

Ste.151 <strong>02</strong>737/3455<br />

15.00 ALTERAktiv Lesepaten, Begegnungszentrum<br />

„Haus Herbstzeitlos“<br />

Siegen, <strong>02</strong>739/2290<br />

Jeden 2. Dienstag im Monat<br />

19.00 Vorwärts-Chor, städtisches<br />

Begegnungszentrum „Haus Herbstzeitlos“,<br />

Siegen, Marienborner Str.151<br />

Jeden 3. Dienstag im Monat<br />

15-17 Treffen der Heinzelwerker,<br />

Begegnungszentrum „Haus Herbstzeitlos“,<br />

Siegen, Marienborner Str. 151<br />

Jeden 4. Dienstag im Monat<br />

20.00 Vorwärts-Chor, städtisches Begegnungszentrum<br />

„Haus Herbstzeitlos“,<br />

Siegen, Marienborner Straße 151<br />

mittwochs:<br />

10.00-12.00 Heinzelwerker Sprechstunde,<br />

„Regiestelle Leben im Alter“,<br />

Rathaus Si.-Weidenau 404-2200<br />

10.00 Spaziergang: 3000 Schritte,<br />

Tempo und Strecke sind angepasst,<br />

ab Rathaus Si.-Weidenau 404-2200<br />

10.00-12.00 Sprechstunde des Seniorenbeirats,<br />

SeniorenServiceStelle<br />

Siegen-Geisweid, Am Klafelder Markt<br />

20 <strong>02</strong>71/372199-05<br />

14.00-16.00 Diakonischer Freundeskreis<br />

Siegen-Süd, Hilfen für zu Hause,<br />

Diakonie Eiserfeld, Mühlenstr. 7<br />

14.30-17.30 Taschengel<strong>db</strong>örse<br />

Siegen, MGZ St.-Johannstr. 7<br />

<strong>02</strong>71/2346066<br />

17.00 Internationaler Seniorentanz,<br />

Interkulturelle Gemeinschaft, kath.<br />

Gemeindehaus Siegen, St.-Michaelstr 3<br />

Jeden 1. Mittwoch im Monat<br />

10.00 Trauercafé Regenbogen Ambul.Hozpizhilfe,<br />

Diakonistation Kreuztal,<br />

Ernsdorfstraße 3 <strong>02</strong>732/1<strong>02</strong>8<br />

15.00 Frauenzimmer, Frauencafé<br />

des DRK-Niederschelden, Burgschule<br />

Si.-Niederschelden <strong>02</strong>71/33716-0<br />

19.30 Heimatfreundtreffen, Kapellenschule<br />

Si.-Trupbach, Trupbacher Str.<br />

Jeden 3. Mittwoch im Monat<br />

14.30 VDK-Siegen-Treff; Frohe Runde, Christofferhaus<br />

Siegen, Friedrich-Wilhelm-Str. 118<br />

14.30 Wir tanzen wieder! Für Menschen mit und ohne<br />

Demenz, Tanzschule „Im Takt“, Netphen-Dreistiefenbach,<br />

Dreisbachstr. 24. Anmeldung <strong>02</strong>71/234178-17<br />

Letzter Mittwoch im Monat<br />

15.00-16.30 Selbsthilfegruppe Frontotemporale Demenz<br />

im Café Auszeit Kreuztal, Ernsdorfstr. 5<br />

donnerstags:<br />

10.00 Seniorenwerkstatt, der „Interkulturellen Gemeinschaft“,<br />

katholisches Gemeindehaus Siegen, St.-Michaelstr.<br />

10.00-12.00 Diakonischer Freundeskreis Siegen-Süd,<br />

Hilfen für zu Hause, Diakonie Eiserfeld, Mühlenstr. 7<br />

14.30-15.30 Tanzen macht fit, Grundschule Niedernetphen,<br />

Anmeldung SSS-Netphen <strong>02</strong>738/603-145<br />

Jeden 1. Donnerstag im Monat<br />

19.00 Treffen der Selbsthilfegruppe für Hörgeschädigte<br />

Siegen, in der Diakonie Sandstr. 26<br />

Jeden 2. Donnerstag im Monat<br />

15.00-17.00 Selbsthilfegruppe Mitten im Leben für<br />

Menschen mit Gedächtnisproblemen KSG-Senioren-<br />

Wohnanlage Weidenau Weidenauer Str. 2<strong>02</strong><br />

Jeden 4. Donnerstag im Monat<br />

15.00 Trauercafé der Ambulanten ökum. Hospizhilfe Siegen<br />

e.V.; Haus Herbstzeitlos Siegen, <strong>02</strong>71/236<strong>02</strong>-67<br />

freitags:<br />

14.00 Englisch Tea Time AWO-Ortsverein Siegen, im der<br />

Begegnungsstätte Rosterstr. 186, Siegen, <strong>02</strong>71/339857<br />

17.00 Tanzen ab der Lebensmitte mit und ohne Partner,<br />

TanzZentrum AGNE-PRESCHER Siegen-Geisweid,<br />

Birlenbacher Hütte 16 <strong>02</strong>71/84999<br />

18.00 Wochenschlussandacht, Autobahnkirche Siegerland,<br />

Rasthof Wilnsdorf<br />

14.30-15.30 Tanzen macht fit, Aula der Grundschule<br />

Niedernetphen, Anmeldung bei der Senioren-Service-<br />

Stelle Netphen <strong>02</strong>738/603-145<br />

21.00 Tango Milonga, Café Basico Kreuztal, Hüttenstr.<br />

30 mit wechseln den DJ's<br />

Jeden 2. Freitag im Monat<br />

15.00 Wochenausklang der Seniorenhilfe Siegen e.V.<br />

Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos Siegen,<br />

Marienborner Str. 151 <strong>02</strong>71/6610335<br />

samstags:<br />

Jeden 3. Samstag im Monat<br />

13.00 ALTERAktiv Repaircafé, Mehrgenerationenzentrum<br />

der Martinigemeinde Siegen, St. Johann-Str. 7<br />

Jeden 4. Samstag im Monat<br />

13.00 Klimawelten Repaircafé, Florenburg Hilchenbach,<br />

Kirchweg 17 <strong>02</strong>733/2366 (Ingrid Lagemann)<br />

sonntags:<br />

20.00 Salsa Fiesta, Café Basico Kreuztal, Hüttenstr. 30<br />

mit wechselnden DJ's<br />

Jeden 1. Sonntag im Monat<br />

15.00 Trauercafé der Ambulanten ökum. Hospizhilfe<br />

Siegen e.V. im Pfarrheim Heilig Kreuz Siegen, Im Kalten<br />

Born Siegen, <strong>02</strong>71/236<strong>02</strong>-67<br />

Jeden 2. Sonntag im Monat<br />

14.30 Sonntagscafé in der Alten Linde Wilnsdorf-Niederdielfen,<br />

Weißtalstraße 2<br />

15.00 Sonntagscafe im Bürgerhaus Siegen-Niederschelden,<br />

Auf der Burg 15 <strong>02</strong>71/3370122<br />

Rund um die Uhr für Sie da<br />

- ein Anruf genügt!<br />

Siegen<br />

Alte Poststraße 21<br />

Tel.: <strong>02</strong>71 / 52 00 9<br />

Wilnsdorf<br />

Rathausstraße 5<br />

Tel.: <strong>02</strong>739 / 47 72 07<br />

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Das Notwendige nach eigenen Wünschen<br />

selbst bestimmen und vorsorgend regeln<br />

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72 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 73


Schlosshof am Oberen Schloss<br />

Mi. 30.5. 17.00 Blue Stock Festival<br />

Fr. 01.6. 21:00 RadioLiveTheater:<br />

Das Leiden vom Schlossberg<br />

Sa. <strong>02</strong>.6. 21:00 Rock4 Abbey Road<br />

So. 03.6. 20:00 Singer<br />

Songwriter Slam<br />

Fr. 08.6. 21:00 Le Cabaret Burlesque<br />

Sa. 09.6. 21:00 Leo Bassi<br />

The power of innocence<br />

So. 10.6. 20:30 A Cappella de Luxe:<br />

OnAir<br />

Fr. 15.6. 21:00 World Music Night:<br />

Banda Senderos<br />

Sa. 16.6. 21:00 Bodecker & Neander<br />

Pantomime<br />

Fr. 22.6. 21:00 N.N.-Theater<br />

Sa. 23.6. 22:00 Late Night Special:<br />

Souljazz Disciples<br />

So. 24.6. 20:00 Poetry Slam<br />

Scheinerplatz<br />

Fr. 29.6. 20:00 Straßentheater:<br />

Der Duft von Sägemehl<br />

Sa. 30.6. 20:00 Straßentheater:<br />

Der Duft von Sägemehl<br />

Innenstadt & Schlosspark<br />

Fr. 13.7. 22:00 10. Nacht<br />

der 1000 Lichter<br />

Sa. 14.7. 22:00 10. Nacht<br />

der 1000 Lichter<br />

Zur 30. Ausgabe des<br />

Siegener Sommerfestivals<br />

gibt es am 1.6.<br />

ein Wiederhören und<br />

-sehen mit dem „LEI-<br />

DEN VOM SCHLOSS-<br />

BERG“. Anlässlich des<br />

25-jährigen Geburtstags<br />

der Hörfunk-Comedy<br />

von Radio Siegen<br />

ist die Show live und in<br />

Farbe im Schlosshof zu<br />

„erleiden“ – als interaktives<br />

Kaspertheater!<br />

Vokalmusik, Singer<br />

Songwriting, World Music<br />

und Jazz – erneut<br />

liegt der Programmschwerpunkt<br />

beim<br />

diesjährigen Sommerfestival<br />

auf der Präsentation<br />

hochkarätiger<br />

Konzert-Events. Mit der<br />

niederländischen Formation<br />

ROCK4 (2.6).<br />

und den Berliner Vokal-<br />

Artisten ONAIR (10.6.)<br />

kommen zwei der<br />

besten A-Cappella-Ensembles<br />

Europas nach<br />

Siegen. Die Holländer präsentieren am<br />

Schloss ihr brandneues Programm „Abbey<br />

Road“. ONAIR wird eigens für Siegen<br />

eine Auswahl der besten Stücke aus den<br />

drei bisherigen Programmen mit einer<br />

Preview auf ihr neues Programm „Vocal<br />

Legends“ verknüpfen.<br />

Lange Zeit galten sie als verstaubtes<br />

Relikt einer protestbewegten Lagerfeuerromantik<br />

der 70er Jahre – jetzt füllen<br />

sie mit ihren selbstgetexteten und -komponierten<br />

Songs wieder die Musik-Bars<br />

und Konzertbühnen: die Singer-Songwriter.<br />

Eine Auswahl an Nachwuchstalenten<br />

ist am 3.6. im Rahmen eines Slam-<br />

Contests im Schlosshof zu erleben. Eine<br />

Woche später unternehmen Miss EVI &<br />

DAS TIER nach zwei wetter- bzw. krankheitsbedingten<br />

Absagen einen erneuten<br />

Anlauf, um ihr Prädikat als die deutschen<br />

Botschafter des burlesken Entertainments<br />

unter Beweis zu stellen „Le Cabaret Burlesque“<br />

am 8.6.<br />

Mit der neunköpfigen BANDA SENDE-<br />

ROS gibt es am 15.6. eine Neuauflage<br />

der beliebten WORLD MUSIC NIGHT, die<br />

nach Konzertende nahtlos in eine Global<br />

Pop Party mündet. Abgerundet wird das<br />

Open-Air-Konzertvergnügen in diesem<br />

Sommer mit einem Late Night Special der<br />

SOULJAZZ DESCIPLES. Straßentheater,<br />

Kino, Poetry und Pantomime ergänzen das<br />

Programm-Menü.<br />

Die beiden Berliner Pantomimen BODE-<br />

CKER & NEANDER, früher Bühnenpartner<br />

von Weltstar Marcel Marceau, zeigen bei<br />

ihrer Siegen-Premiere am 16.6. eine Kostprobe<br />

ihres atemberaubenden Könnens.<br />

Bühnenlegende und „Anarchoclown“ LEO<br />

BASSI dagegen stand schon vier Mal auf<br />

Zirkusluft<br />

und 1000<br />

Lichter<br />

der Festivalbühne im Schlosshof. 23 Jahre<br />

nach seinem Siegener Debüt kommt der<br />

Wahl-Spanier am 9.6. noch einmal nach<br />

Siegen und lässt uns mit seiner provokanten<br />

Bühnenshow und autobiografischen<br />

Erzählungen teilhaben an seinem bewegten<br />

Künstlerleben und der abenteuerlichen<br />

Artisten-Welt seiner Vorfahren. Eine echte<br />

Deutschlandpremiere beschert uns das<br />

N.N. THEATER aus Köln am 22.6. Vor historischer<br />

Kulisse am Oberen Schloss wagt<br />

sich das bundesweit renommierte Straßentheaterensemble<br />

an das Experiment,<br />

Shakespeares „Sturm“ mit Jules Vernes<br />

Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“<br />

zu einem Theaterstück zu verschmelzen.<br />

Das Sommerfestival erobert die Siegener<br />

Innenstadt: Zirkusluft schnuppern<br />

kann man am 28. und 29. Juni unmittelbar<br />

vor dem Apollo-Theater: Zwei Tage lang<br />

verwandelt sich der<br />

Scheinerplatz in eine<br />

Straßentheater-Arena,<br />

in der auf zwei Trapezen<br />

fünf Akrobaten der<br />

südfranzösischen Artisten-Compagnie<br />

LES<br />

P‘TITS BRAS waghalsige<br />

Luft-Artistik präsentieren.<br />

Zum 10. Mal lockt<br />

die NACHT DER 1000<br />

LICHTER in die City, in<br />

der am 13. und 14. Juli.<br />

Halb Siegen ist auf den<br />

Beinen, wenn die Straßenbeleuchtung<br />

vom<br />

Siegufer bis hoch zum<br />

Oberen Schloss ausgeschaltet<br />

wird und Romantik<br />

und poetische<br />

Momente in der Stadt<br />

Einzug halten.<br />

Das Sommerfestival<br />

für die Kleinsten findet<br />

in den Ferien selbst<br />

statt: Der gelbe Sonnen-Pavillon<br />

im Park<br />

am Oberen Schloss<br />

bietet auch in diesem<br />

Jahr wieder die wunderbare Kulisse für<br />

das KINDERTHEATER IN DEN FERIEN,<br />

das an jedem Feriensamstag um 16 Uhr<br />

ein amüsantes Unterhaltungsprogramm<br />

für Kinder- und Familien bereithält.<br />

Ähnlich lebhaft geht es beim SIEGE-<br />

NER STADTFEST zu, das unmittelbar<br />

nach den Ferien (31.8.-2.9.) für große<br />

Augen und Ohren sorgen wird. Das Sommerfestival<br />

beteiligt sich erneut mit zahlreichen<br />

Programmpunkten am Stadtfest.<br />

Tickets für die eintrittspflichtigen Veranstaltungen<br />

sind zu stark ermäßigten<br />

Preis an allen lokalen und regionalen<br />

Vorverkaufsstellen des Apollo-Theaters<br />

erhältlich. Detailinfos<br />

und Videotrailer zu<br />

den einzelnen Veranstaltungen<br />

gibt es im Internet unter<br />

www.sommerfestival.com<br />

Schlosspark<br />

Sa. 21.7. 16:00 Theater Chapiteau:<br />

König Wackelturm von Babylon<br />

Sa. 28.7. 16:00 Doris Friedmann:<br />

Dornröschen hat verschlafen<br />

Sa. 04.8. 16:00 Figurentheater:<br />

Geheimnis des Leuchtturms<br />

Sa. 11.8. 16:00 Los Filonautas:<br />

Gestrandet<br />

Sa. 18.8. 16:00 Kabikaze Theater:<br />

Absender unbekannt<br />

Sa. 25.8. 16:00 17. Siegener<br />

Märchenzelt… mit Gwendith<br />

Veranstaltungen in der Innenstadt<br />

Siegener Stadtfest:<br />

Musik & Artistik<br />

Veranstaltungen<br />

auf vielen<br />

Bühnen<br />

in der Siegener<br />

Unter- und<br />

Oberstadt<br />

Freitag, 31.8.<br />

15.00-23.00<br />

Samstag, 1.9.<br />

11.00-24.00<br />

Sonntag, 2. 9.<br />

11.00-19.00<br />

10. Nacht der 1000 Lichter, in der Siegener Innenstadt und im Schlossparkt Miss Evi und das Tier, am 8.6. im Schlosshof<br />

N.N.-Theater, am 22.6. am Oberen Schloss<br />

Foto: Rene Achenbach<br />

Der Duft von Sägemehl, am 29 und 30.6. auf dem Scheinerplatz<br />

74 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 75


22. Tag der<br />

Begegnung<br />

Mit über 30 Infoständen und vielfältigen<br />

Angeboten präsentieren sich am<br />

Samstag, den 9. Juni<br />

Selbsthilfegruppen und die Behindertenhilfe<br />

verschiedener Verbände auf<br />

dem Weidenauer Bismarckplatz.<br />

Neben Informationen und der Gelegenheit<br />

zu Gesprächen runden ein buntes<br />

Bühnenprogramm, Jonglage und<br />

Walk-Acts die Veranstaltung ab. Die<br />

Veranstalter laden ein zu erleben, wie<br />

selbstverständlich Inklusion sein kann.<br />

Geplant ist folgendes Programm:<br />

11:05 „Schneeweißchen und Rosenrot“,<br />

heiter-folkloristisches Miteinander<br />

11:45 Der Kehlkopflosen-Chor,<br />

„Singen geht immer“<br />

12:00 Grüße des Bürgermeisters und<br />

des Beirates der Menschen mit Behinderung,<br />

„Inklusion ist wichtig“<br />

12:15 SiWi Vocal „Noch mehr Sangeslust“<br />

12:40 Tanzgruppen der Lebenshilfe<br />

und der AWO machen den Tag bunter<br />

13:35 Trommelbegeisterte der AWO<br />

„heizen ein“<br />

14:00 Der Landrat lässt auch grüßen<br />

14:10 Katrin und Die Quietschboys<br />

sorgen für beste Tanzstimmung<br />

15:15 „Better ITT“, die Lebenshilfe-<br />

Band rockt die Bühne<br />

Fußball WM<br />

14.06. – 15.07.<strong>2018</strong><br />

Public Viewing<br />

am unteren Schloss in Siegen<br />

Alle Spiele der Fifa WM<br />

nach offiziellem Spielplan<br />

Juni<br />

Am 9. Juni ist wieder Tag der Begegnung auf dem Bismarckplatz in Siegen-Weidenau<br />

1. Freitag<br />

20.00 Teddy Shows, Das passiert alles<br />

in deiner Birne!, Siegerlandhalle<br />

2. Samstag<br />

15.00 Poetische Wanderung, ab<br />

Forsthaus Hohenroth Netphen<br />

21.00 Rock4: Abbey Road, Siegener<br />

Sommerfestival am Oberen Schloss<br />

3.Sonntag<br />

10.45 Orgelmatinée, Gisbert Wüst,<br />

Kath. Kirche St. Joseph Weidenau,<br />

12.00 Große Jubiläumsfeier für die<br />

ganze Familie anlässlich 150 Jahre<br />

Stiftung Leonhard Gläser, Siegerlandhalle,<br />

Siegen, Koblenzer Str. 151<br />

16.00 Sonntagnachmittag um 4 im<br />

Schlossgarten, Oberes Schloss Si.<br />

18.00 Oldiekonzert mit The Greyhounds,<br />

Kreuztal Dreslers Park<br />

19.00 Schlagerabend, Wie wär's, wie<br />

wär's? Geschwister Pfister in der<br />

Toskana, Apollo-Theater Siegen<br />

6. Mittwoch<br />

19.30 WortSchmiede mit Volker Bunse,<br />

Jonglieren mit Worten, Villa Bubenzer,<br />

Freudenberg, Villa-Bubenzer-Weg<br />

Am 9. Juni tritt der Seemannschor der Marinekameradschaft Siegen<br />

im Heimhof-Theater in Burbach-Wasserscheide auf<br />

8. Freitag<br />

21.00 Le Cabaret Burlesque, Siegener<br />

Sommerfestival am Oberen Schloss<br />

9. Samstag<br />

10.00 Workshop, Coole Graffitis<br />

und Pop-Art, Jugendkunstschule<br />

Wilnsdorf, Realschule Niederdielfen,<br />

11.00 Grundzüge der Philosophie<br />

Nietzsches, Von der "Geburt<br />

der Tragödie" zum "Willen zur<br />

Macht", Gemeindeh. Heilig Kreuz,<br />

Weidenau, Im kalten Born 8<br />

16.00 Gitarre Pur, Schüler / Dozentenkonzert<br />

Fritz-Busch-Musikschule,<br />

Städtische Galerie Haus Seel Siegen,<br />

Kornmarkt (auch 18 Uhr)<br />

19.00 Vokalensemble aus Köln,<br />

Kammerchor Consono, Apollo-Theater<br />

Siegen, Morleystr. 1<br />

20.00 Late Night Jazz Foundation, A<br />

Tribute to Wes Montgomery, B.-<br />

Holzhausen, Alte Schule<br />

20.00 Seemannschor der Marinekameradschaft<br />

Siegen, Heimhof-<br />

Theater Burbach, Heimhofstr. 7a<br />

10. Sonntag<br />

11.00 Kunst und Musik im Park der<br />

Villa Bubenzer, Freudenberg, Villa<br />

Bubenzer Weg 7 ,<br />

15.00 Sonntagskaffee der Heimatgruppe,<br />

Bürgerhaus Sgn. Nderschelden<br />

15.30 VHS-Siegen, Stadtrundgang<br />

zur politischen Erinnerungskultur im<br />

öffentlichen Raum, KrönchenCenter,<br />

Markt 25, Siegen<br />

15.30 Benefizveranstaltung anlässlich<br />

der Staatsgründung Israels<br />

1948, Martinikirche Siegen, Grabenstr.<br />

16.00 Sonntagnachmittag um 4<br />

im Schlossgarten, Fritz-Busch-Musikschule,<br />

Schlossgarten am Oberen<br />

Schloss Siegen, Burgstraße<br />

18.00 Konzert zum 50-jährigen<br />

Jubiläum des Kammerchors Weidenau,<br />

Kath. Kirche St. Joseph Weidenau,<br />

Weidenauer Str. 23<br />

11. Montag<br />

17.00 Kino ohne ALTERSbeschränkung,<br />

Ein Dorf sieht schwarz, Viktoria<br />

Filmtheater Hi.-Dahlbruch<br />

13. Mittwoch<br />

15.00 Computerspiele-Nachmittag<br />

für Seniorinnen und Senioren, Zum<br />

Spielen ist man nie zu alt, Stadtbibliothek<br />

Kreuztal, am Roten Platz<br />

14. Donnerstag<br />

18.30 Forum Alte Musik, Es musizieren<br />

Schüler und Schülerinnen des<br />

Fachbereiches Alte Musik, Ratssaal<br />

im Rathaus Siegen, Markt 2<br />

15. Freitag<br />

19.30 Konzert mit der Philharmonie<br />

Südwestfalen, mit bekannten<br />

und beliebten Melodien, Wilnsdorf<br />

-Forum Gymnasium<br />

19.00 Hans Hübner Räuberabend,<br />

Original Hilchenbacher Schlossberg<br />

Raubritter, Ginsburg bei Hi.-Lützel<br />

20.00 Theaterfahrt: Schauspielhaus<br />

Bochum, Maria Stuart, Apollo-Theater<br />

Siegen (18.00 ab Bahnhof Bad Blb.)<br />

16.Samst.<br />

17.00 16. Open-Air-Konzert mit der<br />

Philharmonie Südwestfalen, Hilchenbach,<br />

Marktplatz (17.6. vorm.<br />

mit Open-Air Gottesdienst)<br />

21.00 Pantomime: Bodecker & Neander,<br />

Siegener Sommerfestival am<br />

Oberen Schloss<br />

17.Sonnt.<br />

15.00 Uhr Schlosshof Open-Air, ein<br />

sommerliches Konzert mit der Philharmonie<br />

Südwestfalen, Bad Berleburg<br />

16.00 Sonntagnachmittag<br />

um<br />

4 im Schlossgarten,<br />

Schloss<br />

Pavillon, Oberes<br />

Schloss Siegen<br />

17.00 Sommerkonzert<br />

mit Lämpels<br />

Jatz Orchester,<br />

Kurpark<br />

Freudenberg , Musikpavillon<br />

21.Donnerst.<br />

19.30 Konzert mit<br />

der Damen Band<br />

Die Schmonzetten,<br />

Alte Linde,<br />

Wilnsdf.-Ndielfen,<br />

Weißtalstr. 2<br />

22. Freitag<br />

20.00 Kunst gegen Bares im Freibad,<br />

Warmwasserfreibad in Siegen, Kaan-<br />

Marienborn, Breitenbacher Str. 59<br />

21.00 N.N.-Theater, Siegener Sommerfestival<br />

am Oberen Schloss<br />

24. Sonntag<br />

15.00 Orgelpunkte zum Orgeltag<br />

der Westfälischen Landeskirche, Siegen<br />

Nikolaikirche und Gemeindehaus<br />

15.00 Chormusik mit den Gruppen<br />

Akzente und Half Past 8, Kreuztal<br />

Dreslers Park<br />

16.00 Sonntagnachmittag um 4<br />

im Schlossgarten, Schloß Pavillon,<br />

Oberes Schloss Siegen<br />

17.00 Benefizkonzert zu Gunsten<br />

der Bürgerstiftung Siegen,<br />

Marsalis`Swing Symphony und "Side<br />

by Side",Siegerlandhalle Siegen, Koblenzer<br />

Straße 151<br />

Samstag 16.6. 16. Open-Air-Konzert mit der Philharmonie<br />

Südwestfalen, Hilchenbach, Marktplatz<br />

27. Mittwoch<br />

20.00 NENA, – Nichts-Versäumt-Tour<br />

<strong>2018</strong> -, Siegerlandhalle Siegen, Koblenzer<br />

Straße 151<br />

28. Donnerst.<br />

18.00 Kreuztal Live mit den Open<br />

Doors Kreuztal, Auf dem Roten Platz<br />

18.30 Konzert des Forum junger<br />

Instrumentalisten der Fritz-Busch-<br />

Musikschule, Ratssaal im Rathaus<br />

Siegen, Markt 2<br />

21.00 Zirzensisches Straßentheater:<br />

Der Duft von Sägemehl, Siegener<br />

Sommerfestival Scheinerplatz<br />

(auch Samstag 30. Juni)<br />

30.Samstag<br />

17.00 Schauspiel, Wenn Prinz<br />

Wilhelm kommt, Hilchenbacher<br />

Hoftheater, Ginsburg bei Hilchenbach-Lützel<br />

24. Juni<br />

Chormusik mit den Gruppen<br />

Akzente und Half Past 8,<br />

Kreuztal Dreslers Park<br />

76 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 77


1. Sonntag<br />

9.00 Siegtal pur auf 130 Kilometer,<br />

Autofrei!, Naturregion Siegen<br />

10.45 Orgelmatinée, Helga Maria<br />

Lange, Kath. Kirche St. Joseph Weidenau,<br />

Weidenauer Str. 23<br />

15.00 Hilchenb. Hoftheater, Wenn<br />

Prinz Wilhelm kommt, Ginsburg,<br />

bei H.-Lützel<br />

16.00 Sonntagnachmittag um 4<br />

im Schlossgarten, Schloß Pavillon,<br />

Oberes Schloss Siegen<br />

17.00 Sommerkonzert mit dem Chor<br />

La Musica, Kurpark Freudenberg<br />

2. Montag<br />

19.30 Konzert, Renaud Capuçon,<br />

Violine, Sebastian Knauer, Klavier,<br />

Bad Berleburg, Schloss<br />

3. Dienstag<br />

20.00 Collegium Musicum Sgn.,<br />

Sinfoniekonzert, Amerikanische<br />

Klangbilder, Festsaal der Rudolf<br />

Steiner Schule, Siegen, Kolpingstr.3<br />

4. Mittwoch<br />

19.30 Hannelore Elsner, Rezitation<br />

Sebastian Knauer, Klavier, Harlekin<br />

sucht Colombine – Mozart und die<br />

Frauen, Bad Berleburg - Schloss<br />

20.00 tollMut-Theater, Ein Sommernachtstraum,<br />

Apollo-Theater Siegen<br />

5. Donnerstag<br />

18.00 Kreuztal Live mit den Blexes,<br />

Kreuztal, Auf dem Roten Platz<br />

Juli<br />

Dienstag, 3. Juli Collegium Musikum in der Rudolf-Steiner-Schule Siegen<br />

19.30 Konzert, Matthias Kirschnereit,<br />

Klavier, Bad Berleburg - Schloß<br />

Berleburg<br />

20.00 Finale des Schul-Battles mit<br />

Schulen, Schul-Slam "Lyrik analog",<br />

Apollo-Theater Siegen<br />

7. Samstag<br />

20.30 kreuztalklassik Eine amerikanische<br />

Nacht mit der Philharmonie<br />

Südwestfalen, (Vorprogramm Jekiss<br />

18 Uhr), Kreuztal Dreslers Park<br />

20.30 Comedy, LaLeLu – A Cappella,<br />

Muss das sein?! Bad Berleburg<br />

- Schloß Berleburg<br />

8. Sonntag<br />

15.00 Konzert für Freunde, mit Kaffee<br />

und Kuchen, Siegen Nikolaik.<br />

15.00 Sonntagskaffee der Heimatgruppe,<br />

Bürgerhaus Sgn. Niederschelden<br />

16.00 Sonntagnachmittag um 4 im<br />

Schlossgarten, Schloss Pavillon,<br />

Oberes Schloss Siegen<br />

18.00 Konzert, Aron Quartett, Patrick<br />

Messina, Klarinette, Bad Berleburg<br />

- Schloss Berleburg<br />

15.Sonntag<br />

11.00 Chorgemeinschaft Eichen-Bockenbach<br />

& Gäste mit Notencocktail<br />

Kreuztal, Dreslers Park<br />

15.00 Big-Band der Universität Siegen,<br />

Highlights auf Hohenroth,<br />

Forsthaus Hohenroth Netphen, An<br />

der Eisenstr.<br />

16.00 Sonntagnachmittag um 4 im<br />

Schlossgarten, Schloss Pavillon,<br />

Oberes Schloss Siegen<br />

17.00 Sommerkonzert in der Naturund<br />

Jagdhorn-Bläsergruppe Siegerland-<br />

Wittgenstein e.V., Freudenberg,<br />

Kurpark<br />

12. Donnerstag<br />

18.00 Kreuztal Live mit Luke Mays<br />

Band, Kreuztal, Auf dem Roten Platz<br />

13. Freitag/14.Samstag<br />

22.00 10. Nacht der 1000 Lichter,<br />

Siegen Innenstadt & Schlosspark<br />

Sonntag 29.7.<br />

Kleintier-Bauern-Öko und<br />

Trödelmarkt Irmgarteichen<br />

Marktplatz/Schützenhalle.<br />

2. Donnerstag<br />

18.00 Kreuztal Live mit Jojo Weber,<br />

Kreuztal, Auf dem Roten Platz<br />

3. Freitag<br />

19.00 Freudenberg Live, Opening<br />

<strong>2018</strong>, Freudenberg, Rathausplatz<br />

5. Sonntag<br />

15.00 Konzert mit dem Susan Weinert<br />

Rainbow Trio, Kreuztal Dreslers<br />

Park<br />

16.00 Sonntagnachmittag um 4 im<br />

Schlossgarten, Pavillon, Oberes<br />

Schloss, Siegen<br />

August<br />

9.<br />

Donnerst.<br />

18.00 Uhr<br />

„Kreuztal Live“<br />

mit der Gruppe<br />

Unart,<br />

Kreuztal,<br />

Auf dem Roten<br />

Platz<br />

Foto: Karlheinz Ley<br />

20. Freitag<br />

19.00 Freudenberg Live, Opening<br />

<strong>2018</strong>, Freudenberg, Rathausplatz<br />

22. Sonntag<br />

16.00 Sonntagnachmittag um 4<br />

im Schlossgarten, Schloss Pavillon,<br />

Oberes Schloss Siegen<br />

18.00 Rock'n'Roll mit der Gruppe<br />

The Peteles, Kutscherhaus<br />

Kreuztal, Dreslers Park<br />

26. Donnerstag<br />

18.00 Kreuztal Live mit Mission-<br />

2Party, Auf dem Roten Platz<br />

27. Freitag<br />

19.00 Freudenberg Live, Opening<br />

<strong>2018</strong>, Freudenberg Rathausplatz<br />

29. Sonntag<br />

11.00 Kleintier-Bauern-Öko und<br />

Trödelmarkt, Irmgarteichen Netphen,<br />

Marktplatz und Schützenhalle.<br />

16.00 Sonntagnachmittag um 4<br />

im Schlossgarten, Pavillon, Siegen<br />

Oberes Schloss<br />

9. Montag<br />

17.00 Kino ohne ALTERSbeschränkung,<br />

Florence Foster Jenkins,<br />

Viktoria Filmtheater Hi.-Dahlbruch<br />

12. Donnerstag<br />

15.00 Sonntagskaffee der Heimatgruppe,<br />

Bürgerhaus Sigen-Niederschelden<br />

15.30 VHS Siegen, CaféZeit, Lesung,<br />

Berühmte Tiere in der Literatur:<br />

Die Möwe Jonathan von Richard Bach,<br />

KrönchenCenter Siegen, Markt 25<br />

18.00 Kreuztal Live mit den Nightlife,<br />

Kreuztal, Auf dem Roten Platz<br />

Lämpels Jatz Orchester „Sonntagnachmittag um 4 im Schlossgarten“, am 22.7. Pavillon, Oberes Schloss, Siegen<br />

78 durchblick 2/<strong>2018</strong> 2/<strong>2018</strong> durchblick 79


10. Freitag<br />

19.00 Freudenberg Live, Opening<br />

<strong>2018</strong>, Freudenberg Rathausplatz<br />

21.00 Illumination der Kirche<br />

Raumland, farbige Lichtinszenierung<br />

der Außenfassade, Ev.<br />

Kirche Raumland (bis 12.08.)<br />

12. Sonntag<br />

15.00 Konzert mit dem Bino Dola<br />

Trio, Kreuzt., Dreslers Park<br />

16.00 Sonntagnachmittag um 4<br />

im Schlossgarten, Schloß Pavillon,<br />

Oberes Schloss Siegen<br />

13. Montag<br />

17.00 Kino ohne ALTERSbeschränkung,<br />

Hidden Figures, Unerkannte Heldinnen,<br />

Viktoria Filmtheater Hi.-Dahlbruch<br />

16. Donnerstag<br />

18.00 Kreuztal Live mit Hörgerät,<br />

Kreuztal, Auf dem Roten Platz<br />

<strong>db</strong> 1-<strong>2018</strong> Kaffeefahrt auf Fahrradwegen.<br />

Der Bericht von Michael Kringe<br />

katapultierte mich ohne Umwege in<br />

meine Jugendzeit.<br />

Allerdings nutzte ich diesen neuen<br />

Radweg nicht „zweckentfremdet“ zum<br />

Kaffeeausliefern mit Rollschuhen, wie<br />

Herr Kringe schreibt, sondern, wie<br />

vorgesehen, zum Radeln. Ich fuhr<br />

nämlich damals, ab Ende der 50er<br />

Jahre, mit meinem neuen 3-Gang Rad<br />

sowohl zum neuen Schwimmbad nach<br />

Sonntag, 26. August 15.00 Salonmusik mit Il Piacere, Kreuztal Dreslers Park<br />

17. Freitag<br />

19.00 Freudenberg Live, Opening<br />

<strong>2018</strong>, Freudenberg Rathausplatz<br />

19. Sonntag<br />

16.00 Sonntagnachmittag um 4<br />

im Schlossgarten, Schloß Pavillon,<br />

Oberes Schloss Siegen<br />

Leserbriefe<br />

Weidenau als auch später zu meiner<br />

Arbeitsstelle. Die Strecke dorthin vom<br />

Rande Alt-Siegens war etwa 6,5 km<br />

lang. Und so manches Mal wurde ich<br />

vom Regen überrascht, kam morgens<br />

- abends zurück war es nicht schlimm<br />

- völlig durchnässt am Arbeitsplatz an.<br />

Eine Kollegin, deren Tochter in meinem<br />

Alter war, versorgte mich dann<br />

regelmäßig mit passender Kleidung,<br />

bis meine eigene getrocknet war.<br />

Hightech-Regenkleidung gab es noch<br />

23. Donnerstag<br />

18.00 Kreuztal Live mit On Line,<br />

Kreuztal, Auf dem Roten Platz<br />

26. Sonntag<br />

16.00 Sonntagnachmittag um 4 im<br />

Schlossgarten, Pavillon, Oberes<br />

Schloss Siegen<br />

Siegener<br />

Stadtfest:<br />

Musik & Artistik<br />

Veranstaltungen auf vielen Bühnen<br />

in der Unter- und Oberstadt<br />

Freitag, 31. August 15.00-23.00<br />

Samstag 1. September 11.00-24.00<br />

Sonntag, 2. September 11.00-19.00<br />

nicht und meine Regenjacke war nicht<br />

sehr zuverlässig.<br />

Herr Kringe, danke für das „Hervorholen“<br />

meiner Erinnerungen.<br />

Rosemarie Harth, Siegen<br />

<strong>db</strong>- Mundartseiten. Seit längerer Zeit<br />

lese ich regelmäßig den durchblick und<br />

bin immer wieder begeistert von den<br />

vielfältigen Texten, Rätseln usw. Besonders<br />

haben es mir die in „platt“ wiedergegebenen<br />

Geschichten, Episoden,<br />

Anekdoten und Gedichte angetan. Als<br />

waschechte Siegerländerin (fast 75),<br />

in Eisern geboren, lebe ich noch heute<br />

mit meinem Mann im Elternhaus. In<br />

der Anlage erhalten sie zwei Anekdoten<br />

in „Iserner Platt“. Vielleicht haben Sie<br />

Verwendung hierfür.<br />

Marlies Rademacher, Eisern<br />

Anm. d. Red.: Vielen Dank für die<br />

Beiträge, wir werden mindestens<br />

einen Text davon in der nächsten<br />

Ausgabe veröffentlichen<br />

Siegen. DIe Spielzeit 2017/<strong>2018</strong><br />

im Lyz ist zwar gerade erst beendet,<br />

doch mit einem Vorgriff auf die Saion<br />

<strong>2018</strong>/2019 macht das Lÿz bereits jetzt<br />

schon Lust auf den kommenden Kleinkunst-Herbst.<br />

Am 28. September eröffnet<br />

Comedian Johann König die Spielzeit,<br />

einen Tag später präsentieren die<br />

a capella-Barden von basta ihr neustes<br />

Programm „In Farbe“ und Kritiker-<br />

Papst Denis Scheck gibt am 5. Oktober<br />

so manchem Buch seinen Segen (oder<br />

schickt es in die Verbannung).<br />

Frühstarter No.1 hat einen Teil seiner<br />

Lebens-ToDo-Liste bereits abgearbeitet<br />

– er hat drei Kinder gezeugt, zwei<br />

Bäume gepflanzt und ein Haus gebaut.<br />

Nun stehen bei Johann König (28.9.)<br />

die nächsten Aufgaben an: den Auszug<br />

der Kinder vorbereiten, die Bäume fällen<br />

und das Haus verputzen. Gewohnt<br />

kühl in der Analyse, warm in der Poesie<br />

und heiß in der Darbietung fragt er<br />

sich dabei, ob die Eltern raus aus der<br />

Verantwortung für die Zukunft ihrer<br />

Kinder sind, wenn diese durch immensen<br />

Fleisch-, Spielzeug- und Gummistiefel-Bedarf<br />

die Ressourcen des Planeten<br />

frühzeitig verballern oder welche<br />

Auswirkungen es auf den Aktienmarkt<br />

hätte, wenn alle Menschen gleich wären<br />

und man die Begriffe Konsum und<br />

Moral tauscht.<br />

Kultur<br />

Lÿz-Frühstarter <strong>2018</strong>/2019<br />

Johann König, basta und Denis Scheck sind<br />

die Vorboten der kommenden Kleinkunst-Saison<br />

VdK Soziale Sicherheit in einer<br />

großen Gemeinschaft<br />

Kreisverband<br />

Siegen-Olpe-Wittgenstein<br />

57072 Siegen Morleystr.15-17<br />

Tel.: <strong>02</strong> 71 / 30 38 29-0<br />

Fax: <strong>02</strong> 71 / 30 38 29-18<br />

e-mail: kv-siegen@vdk.de<br />

www.vdk.de/kv-siegen-olpe-wittgenstein<br />

Falls Sie mehr über den VdK wissen möchten,<br />

wenden Sie sich an den Kreisverband oder direkt<br />

an den für Sie zuständigen Ortsverband<br />

Am 29. September präsentieren die a capella-Barden von basta<br />

ihr neustes Programm „In Farbe“ im Kulturhaus Lÿz<br />

Beständig versorgen<br />

auch „fünf<br />

Jungs im besten<br />

Alter“ ihr Publikum<br />

mit lebensprallen<br />

Liedern, komischen<br />

Geschichten<br />

und feinsinnigen<br />

Balladen. Dass<br />

basta (29.9.) das<br />

a cappella bewerkstelligt,<br />

ist<br />

fast schon Nebensache,<br />

entstehen<br />

hier doch ganze<br />

Orchester und<br />

Bands vor den inneren<br />

Augen und<br />

äußeren Ohren des Publikums. Irrwitzige<br />

und doch passende Kombinationen sind<br />

dabei neben einer außergewöhnlichen<br />

Bühnenpräsenz bastas Markenzeichen:<br />

„Kranke Männer“ verbindet klassischen<br />

Hardrock mit maskuliner Wehleidigkeit,<br />

„Mein Auto“ alpine Ländler-Romantik mit<br />

einer satirischen Hymne auf des Mannes<br />

besten Freund, das Auto. „Das Leben ist<br />

kein Wandtattoo“ heißt es bei ihnen, und<br />

dass dieser Satz schon fast selber zum<br />

Sinnspruch taugt, ist auch wieder eine<br />

typische basta-Ironie. „The Good, the<br />

Bad, the Ugly. Was sich zu lesen lohnt“<br />

heißt es dann eine Woche später mit<br />

Deutschlands bekanntestem Literaturkritiker.<br />

Bei jährlich 90 000 Buch-Neuerscheinungen<br />

behält Denis Scheck (5.10.)<br />

den Überblick und weiß, wie man in diesem<br />

immensen Angebot "das Schöne,<br />

Gute, Wahre" vom "Albernen, Überflüssigen<br />

und Banalen" trennt. Der eloquente<br />

Literaturkenner spießt Sumpfblüten des<br />

Betriebs auf, stellt vor, was unbedingt lesenswert<br />

ist und kann sicher auch den<br />

Besuchern im Kulturhaus Lÿz den einen<br />

oder anderen fundierten Tipp für winterliches<br />

Lesevergnügen auf heimischer<br />

Couch geben.<br />

Karten gibt es ab sofort auf www.Lyz.<br />

de und bei allen anderen bekannten<br />

Vorverkaufsstellen. <br />

<strong>db</strong><br />

80 durchblick 2/<strong>2018</strong><br />

2/<strong>2018</strong> durchblick 81


Unterhaltung / Impressum<br />

Es fiel uns auf, …<br />

…dass zu viel Zeit am PC depressiv macht. Wer in seiner<br />

Freizeit täglich mehr als sechs Stunden am Computer<br />

oder vor dem Fernseher sitzt, erkrankt besonders leicht an<br />

einer Depression. Das ergab eine Studie der Louisiana State<br />

University in Baton Rouge (USA). Sport oder ein Treffen<br />

mit Freunden hilft besser beim Abschalten.<br />

…dass das Arbeiten im Stehen schlauer macht. Israelische<br />

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Arbeiten<br />

im Stehen gut für den Geist ist. Die Haltung fördert<br />

die Konzentration, macht aufmerksamer und hilft dabei,<br />

sich wohler zu fühlen.<br />

…dass Stress durch Atemübungen gelindert werden<br />

kann. Akuter Stress lässt sich einfach wegatmen, so das<br />

Fazit einer Studie der Universität von San Francisco. Nach<br />

wenigen Minuten Atemtraining waren bei den Probanden<br />

Stressreaktionen wie Wut und Ärger ausgeschaltet. So<br />

geht`s: Beim Geradestehen Hände seitlich an die Rippen<br />

legen. Bewusst gegen die Hände atmen, auf vollständige<br />

Ausatmung achten. Siebenmal wiederholen.<br />

…dass ältere Menschen oft alleine leben. Rund ein Drittel<br />

aller 65-jährigen und älteren Menschen leben allein im<br />

Einpersonenhaushalt. Unter den Frauen ist der Anteil der<br />

Alleinlebenden mit 45 Prozent sogar mehr als doppelt so<br />

hoch wie bei den Männern (19 Prozent). homa<br />

Gedächtnistraining – Lösungen:<br />

Gleicher Anfang: 1.Brotkorb, 2.Brotsuppe,<br />

3.Broteinheiten, 4.brotlos, 5. Broterwerb, 6.Brotlaib,<br />

7.Brotkrumen, 8.Brotzeit. Märchensprüche:<br />

1.Schneewittchen, 2.Tischlein deck dich, 3.Rapunzel,<br />

4.Der Fischer und seine Frau, 5.Schneewittchen.<br />

Wer bin ich: Hildegard Knef. Heinz<br />

Erhardt: 1.a, 2.c, 3.b, 4.a, 5.a, 6.c, 7.a.<br />

Zu guter Letzt:<br />

Bruder Adrian<br />

Es flucht der Bruder Adrian:<br />

er kriegt nicht alle Kerzen an!<br />

Er hatte in der Osternacht<br />

am Hochaltar das Licht entfacht.<br />

Das Ende war bereits in Sicht,<br />

doch eine Kerze brannte nicht.<br />

Mein lieber Bruder, gräm dich nicht,<br />

geh hin, tu weiter deine Pflicht!<br />

Es geht halt nicht bei jedermann<br />

das Glaubenslicht auf Anhieb an.<br />

Jörn Heller<br />

durch<br />

blick<br />

Gemeinnützige Seniorenzeitschrift<br />

für Siegen und Siegen-Wittgenstein<br />

Herausgeber:<br />

durchblick-siegen Information und Medien e.V.<br />

Anschrift der Redaktion:<br />

„Haus Herbstzeitlos“, Marienborner Str. 151, 57074 Siegen<br />

Telefon <strong>02</strong>71 / 6 16 47, Mobil: 0171 / 6 20 64 13<br />

E-Mail: redaktion@durchblick-siegen.de<br />

Internet: www.durchblick-siegen.de<br />

Öffnungszeiten:<br />

dienstags bis donnerstags von 10.00 bis 12.00 Uhr<br />

1. und 3. Dienstag im Monat auch von 15.00 bis 17.00 Uhr<br />

Redaktion:<br />

Anne Alhäuser; Hans Amely; Maria Anspach; Ulla D'Amico; Ingrid<br />

Drabe (Veranstaltungen); Friedhelm Eickhoff (ViSdP); Fritz Fischer;<br />

Eberhard Freundt; Eva-Maria Herrmann (stellv. Redaktionsleiterin);<br />

Ulrich Hoffmann (stellv. Redaktionsleiter); Erna Homolla; Erich<br />

Kerkhoff; Horst Mahle; Werner Müller-Späth; Rita Petri (Nachrichten);<br />

Helga Siebel-Achenbach; Tessie Reeh; Eberhard Wagner; Ulli Weber<br />

Bildredaktion:<br />

Thomas Benauer; Rita Petri (Leitung); Tessie Reeh; Nicole Scherzberg<br />

Internet:<br />

Thomas Benauer; Thomas Greiner<br />

An dieser Ausgabe haben ferner mitgewirkt:<br />

Bernadette von Plettenberg; Bruno Steuber; Ernst Göckus;<br />

Heinz Stötzel; Jörn Heller; Gudrun Neuser; Marion Schneider;<br />

Hartmut Reeh; Eva Vitt; Bettina Großhaus-Lutz; Heinz Bensberg;<br />

Eva Schumacher; Horst Feger; Gert Sautermeister; Otto Schneider;<br />

Karlheinz Ley<br />

Gestaltung und Druckvorstufe:<br />

Friedhelm Eickhoff; Uli Hoffmann; Rita Petri<br />

Anzeigenanfrage:<br />

durchblick-siegen e.V. Telefon 0171 / 6 20 64 13 oder <strong>02</strong>71 / 6 16 47<br />

E-Mail: anzeigen@durchblick-siegen.de<br />

Es gilt die Preisliste 12/2015 (www.durchblick-siegen.de/Mediadaten)<br />

Diese Auflage beträgt cirka 23.000 Exemplare<br />

Druck:<br />

Vorländer, Obergraben 39, 57072 Siegen<br />

Erscheinungsweise:<br />

März, Juni, September, Dezember<br />

Verteilung:<br />

Nadine Dören (Ltg.); Wolfgang von Keutz; Christel Schmidt-Hufer;<br />

Jörgen Meister; Hannelore Münch; Rüdiger Zimmermann; Dr.<br />

Horst Bach; Gerd Bombien; Marianne Hoffmann; Monika Müller;<br />

Klaus Rauer; Hans-Rüdiger Schmidt; Jörgen Meister; Maximilian<br />

Großhaus-Lutz; Dieter Vetter und alle Redakteure<br />

Der durchblick liegt im gesamten Kreisgebiet kostenlos aus: in<br />

Sparkassen, Apotheken, Arztpraxen und Zeitungsverlagen, in der City-<br />

Galerie, in den Geschäften des Siegerlandzentrums und bei unseren<br />

Inserationskunden, in öffentlichen Gebäuden und vielen sozialen Einrichtungen<br />

der Wohlfahrtsverbände und Kirchen, in allen Rathäusern<br />

und Senioren-Sercicestellen des Kreises Siegen-Wittgenstein.<br />

Der durchblick ist kostenlos. Für die Postzustellung werden für vier Ausgaben<br />

jährlich 8,00 € ins Inland bzw. 16,00 € ins Ausland berechnet.<br />

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung<br />

der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, eingesandte<br />

Beiträge und Leserbriefe zu kürzen. Unverlangte Beiträge werden nicht<br />

zurückgeschickt. Der Nachdruck ist nur mit schriftlicher Genehmigung<br />

des Herausgebers gestattet.<br />

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