80 Jahre - KKV Bundesverband

kkv.bund.de

80 Jahre - KKV Bundesverband

kkv, zeitschrift der katholiken in wirtschaft und verwaltung

04/ 10

Dichter und Denker

Interview

Mit Annette Schavan

Was die Bildung in Deutschland braucht

Beim KKV zu Gast

Professor Claus Hipp

Ehrenmitgliedschaft

In Bayern erstmals für eine Frau

Treue über Jahrzehnte

Wilhelm Alexius 80 Jahre im KKV


Inhalt • termIne

4/10

4 Bildung auf dem Prüfstand

Was sich in Deutschland verändern muss

6 Chancen für alle

Interview mit Annette Schavan (CDU)

8 Geistliches Wort

Bildung und Erziehung

9 nachts ruhig schlafen

Professor Claus Hipp beim KKV zu Gast

10 Gott vergessen?

KKV-Samstagsforum in Mühlheim

14 Beteiligung für arbeitnehmer

Diözesantag des KKV Limburg

17 auf den Spuren europas

Eine Reise nach Straßburg

22 Dialog mit dem Islam

142. Stiftungsfest in Freiburg

iMpREssuM

neue mitte – Zeitschrift der Katholiken in

Wirtschaft undVerwaltung

Herausgeber: KKV-Bundesverband.

Bismarckstraße 61, 45128 Essen,

E-Mail: info@kkv-bund.de,

www.kkv-bund.de

Redaktion: Andreas Schuppert (Chefredakteur),

Joachim Hüpkes

Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion.

Die Redaktion behält sich sinngemäße Kürzungen

vor. Redaktionsschluss nächste Ausgabe:

15. Februar 2011

Die Neue Mitte erscheint vier Mal jährlich. Der Bezugspreis

beträgt 2,30 Euro pro Heft bzw. 9,20 Euro pro Jahr,

jeweils inkl. Versandkosten. Für Mitglieder ist der

Bezugspreis im Verbandsbeitrag enthalten.

druck: Druckhaus Breyer, 49356 Diepholz.

Gedruckt auf chlor- und säurefrei gebleichtem Papier.

TERMiNKalENdER

Essen

15. Januar 2011

Sitzung des Bundesvorstandes

Berlin

12. Februar 2011

KKV-Samstagsforum: „KKV trifft... Bundesgesundheitsminister

Dr. Philipp Rösler“, Berlin

Nürnberg

24. bis 26. Februar 2011

Kongress christlicher Führungskräfte, Kooperation von

Bundesverband, KKV-Landesverband Bayern, Bildungswerk

Bayern, Hansa-München und dem Fördererkreis für Bildungsarbeit

des KKV e.V.

Köln

18. bis 19. März 2011

Sitzung Bundesvorstand und Sitzung

Bundeshauptausschuss

Bocholt

7. Mai 2011

KKV trifft... den geschäftsführenden Präsidenten des

Malteser-Hilfsdienstes e.V., Johannes Freiherr Heeremann

Hildesheim

19. Mai 2011

Preisverleihung „Der Ehrbare Kaufmann“

Hildesheim

22. bis 22. Mai 2011

86. Bundesverbandstag

Mühlheim/Ruhr

4. November 2011

Sitzung Bundesvorstand

Hildesheim

5. November 2011

Sitzung Bundeshauptausschuss, Mülheim/Ruhr

Vom Glauben sprechen

Seid stets bereit,

jedem Rede und Antwort zu stehen,

der nach der Hoffnung fragt,

die euch erfüllt.

1 Petr 3,15

2 neue mitte 04 /10


Foto: KKV/Tobias Gotthardt

armut ist oft Bildungsarmut

Eine gute Bildung ist der schlüssel für ein gelingendes leben

liebe KKVerinnen und KKVer!

nnach einer kürzlich erfolgten

wissenschaftlichen Studie der

Bertelsmann-Stiftung könnte

nordrhein-Westfalen 285 mio. euro

pro Jahr sparen, wenn sich die Zahl

der Schüler ohne hauptschulabschluss

halbieren würde. nun sei mal dahingestellt,

ob man diese Zahlen so exakt

daraus ableiten kann. tatsache ist aber,

dass Bildung ein wichtiger aspekt für

ein gelingendes leben ist. Das setzt

natürlich voraus, dass neben fachlicher

Bildung auch eine Werteerziehung

erfolgt. Dr. hermann Kues mdB und

parlamentarischer Staatssekretär im Familienministerium

schreibt in seinem

Buch „Gesellschaft braucht Orientierung“

(S. 122): „es gibt einen engen

Zusammenhang zwischen der Bildung,

die jemand genossen hat, und seinen

Berufs- und lebenschancen. Kinder

können mehr aus ihrem leben machen,

wenn sie aus einem anregungsreichen

elternhaus und einer bildungsfreundlichen

Umgebung kommen. armut ist

oft auch Bildungsarmut. Im weiteren

leben ist das risiko, arbeitslos zu werden

oder lange zu bleiben, eng an die

berufliche Qualifikation gebunden.“

Dem kann ich voll zustimmen. Und

deswegen haben wir auch in der

jetzigen ausgabe der neuen mitte als

inhaltlichen Schwerpunkt das thema

Bildung gewählt.

In unserem Grundsatzprogramm haben

wir die Ziele der Bildung wie folgt

beschrieben: „Bildung soll den menschen

befähigen, den anforderungen

im leben gerecht zu werden, ihm

Chancen zur Selbstverwirklichung und

Selbstbestimmung zu geben. Sie muss

seine Fähigkeiten und Bedürfnisse berücksichtigen,

seinen Verstand, seinen

Willen und sein Gefühl ansprechen und

seine Kreativität anregen.

außerdem sollte sie seine Beziehungen

zu Gott und den menschen fördern.

neue mitte 04/10

Bildung muss allen Bürgern offen stehen,

unabhängig von ihrer finanziellen

Situation und ihrem alter.“

Bildung am christlichen

Menschenbild orientieren

Bei unserem ersten treffen mit einigen

mitgliedern unseres wissenschaftlichen

Beraterkreises im September

diesen Jahres – an ihm nahmen Frau

Prof. Dr. nothelle-Wildfeuer und der

erziehungswissenschaftler Dr. albert

Wunsch teil – stellte unser Geistlicher

Beirat, Prof. Dr. Friedrich Janssen, die

Frage, welche möglichkeiten sie für

den KKV sähen, politisch und gesellschaftlich

zu agieren anstatt nur zu

reagieren? Beide schlugen übereinstimmend

vor, dass sich der KKV gerade

bei der Bildungspolitik unter christlichen

Gesichtspunkten als agierender

Verband darstellen könne. mit eigenen

Forderungen, wie beispielsweise

gleiche Bildungsabschlüsse in allen

Bundesländern oder dem aufzeigen

von Standards, die sich am christlichen

menschenbild orientieren und die in

den Bildungsauftrag gehören, könnten

wir uns als katholischer Sozialverband

klar positionieren. Darüber hinaus

waren wir uns einig, dass wir hierbei

als KKV vor allem die sozial-ethischen

Perspektiven herausstellen und

aUF eIn WOrt

beispielsweise die Frage von Bildung

und Bildungsgerechtigkeit in den

mittelpunkt stellen müssten. ein

weiteres Schwerpunktthema könnten

die Verstaatlichungstendenzen in der

Bildungspolitik sein.

In diesem Zusammenhang diskutierten

wir auch über unser Jahresthema „renaissance

der Sozialen marktwirtschaft

– hoffnungszeichen für eine gerechtere

Welt“. Dabei haben wir nochmals

festgestellt, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise

deutlich gezeigt hat, dass

ohne ethik und moral die Wirtschaft

auf Dauer nicht funktionieren kann,

schon gar nicht die Soziale marktwirtschaft.

Deshalb halten wir es auch für

notwendig, dass an den hochschulen

Wirtschaftsethik als eigenes lehrfach

eingeführt wird. Da es hierzu bereits

Bestrebungen an der Universität

Freiburg gibt, die wirtschaftsethische

ausbildung an den Universitäten

wieder verstärkt in den mittelpunkt zu

rücken, wollen wir dies anliegen auch

als KKV weiter unterstützen.

Sie sehen, der KKV stellt sich den

aktuellen themen der Zeit und wird

weiterhin für das christliche menschenbild

werben und dafür eintreten.

Vor Ort können Sie dies mit Veranstaltungen

und erklärungen unterstützen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien

ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Bernd-M. Wehner

Bundesverbandsvorsitzender

ZiTiERT

„Es ist schlimm genug, dass man

jetzt nichts mehr für sein ganzes leben

lernen kann. unsere Vorfahren

hielten sich an den unterricht, den

sie in ihrer Jugend empfangen. Wir

aber müssen jetzt alle fünf Jahre

umlernen, wenn wir nicht ganz aus

der Mode kommen wollen.“

Johann Wolfgang von Goethe

3


tItel

Bildung in der Krise?

das Bildungssystem in deutschland bedarf dringender Reformen. angefangen von einheitlichen

schulabschlüssen bis hin zu genauen Bewertungen internationaler studienleistungen. aber

Bildung bedeutet nicht nur, gute Zukunftschancen zu haben, sondern auch das leben zu lernen.

Unruhen gibt es in

Deutschland noch nicht.

trotzdem gehen die

Studierenden gelegentlich

auf die Straße, um

für ihre Ziele zu demonstrieren. Sie

kritisieren besonders „Fehlentwicklungen“

bei der einführung der neuen

Bachelor- und masterstudiengänge:

Zu wenig Wahlfreiheit, komplizierte

Studienordnungen und eine mangelnde

Praxisorientierung, heißt es. Seit zehn

Jahren wird in Deutschland versucht,

den so genannten Bologna-Plan

umzusetzen, die große europäische

Studienreform, die zum Beispiel mit

einheitlichen Studienabschlüssen eine

stärkere „Berufsfähigkeit“ der Studierenden

und eine deutliche „Qualitätsverbesserung“

des Studiums verspricht.

aber das System steckt in der Krise,

wie Wolfgang Zimmermann, ministeri-

Viele Studenten – wie hier am 3. November in Dresden – demonstrieren gegen die Bildungspolitik,

für bessere Studienbedingungen und mehr Transparenz bei den Abschlüssen.

alrat im sächsischen Wissenschaftsministerium,

feststellt. Zimmermann weist

vor allem auf die mangelnde Wertschätzung

der Bachelor-abschlüsse hin – sowohl

bei den Studierenden als auch bei

den „abnehmern“, also den zukünftigen

arbeitgebern. „Diplom-abschlüsse

werden in Deutschland immer noch

höher bewertet“, so Zimmermann.

nach Umfragen rechneten sich nur 12

Prozent der Studierenden mit einem

Bachelor-abschluss gute Berufschancen

aus und streben deshalb einen höheren

abschluss an. Die Ursachen dafür lägen

in einer mangelnden transparenz von

Studienplänen und -inhalten. nötig

wären völlig neue Curricula, für die die

Universitäten nicht die erforderliche

Sorgfalt aufgebracht hätten. Peter

Strohschneider, Vorsitzende des Wissenschaftsrates,

bestätigt dem „Focus“

diese „handwerklichen Fehler“. Die

Bachelor-reform sei zu einseitig auf die

Verkürzung von Studienzeiten ausgerichtet

gewesen.

Der negativtrend hat deshalb nicht zu

einer Förderung des Bologna-Prozesses,

sondern eher zu Verunsicherungen geführt.

Dies gelte auch für den Bereich

der Gesundheits- und Sozialberufe,

bestätigt Wolfram mager, Personalchef

des Caritasverbandes für das Bistum

Dresden-meißen. „Das Profil des

Bachelor-abschlusses ist für uns noch

nicht erkennbar“. Dabei gehe es unter

anderem um die „Wertigkeit“ des abschlusses,

um die staatliche anerkennung

oder um die eingruppierung bei

Vergütungen. Die Verbände der Freien

Wohlfahrtspflege sehen hier deshalb

erheblichen Klärungsbedarf. Die Studenten,

die heute ihre ausbildung beginnen,

können davon ein lied singen.

„nur 20 von uns können überhaupt

einen master machen“, beklagt lydia

Schröder aus Berlin, die seit diesem

4 neue mitte 04 /10


Fotos: Andreas Schuppert/Archiv

Die Zeiten ändern sich. Was bleibt ist die Verantwortung für eine Bildung, die Teilhabe für alle ermöglicht.

Jahr Sozialarbeit studiert. „Die anderen

müssen versuchen, mit einem Bachelor

einen Job zu finden oder sind gezwungen,

ins ausland zu gehen. Die Folge

ist, dass die leute, die eigentlich bei

uns gebraucht werden, weg sind. Zumal

ausländische arbeitnehmer oftmals

bessere Bedingungen bieten.“

abgesehen davon, dass auch deutsche

Unternehmen bei den zukünftigen

absolventen Schlange stehen, sehen

besonders akademiker hierzulande

ihre größeren Chancen im ausland – im

globalen Wettbewerb um die besten

Kräfte scheint Deutschland auf der

Strecke zu bleiben.

Für Bundesbildungsministerin annette

Schavan (CDU) ist die einführung der

Bologna-reform dennoch ein erfolg

(siehe auch Interview Seite 6). Sie

versprach, sie werde mit den Wissenschaftsministern

der länder sprechen.

„Die Studenten haben ein anrecht zu

erfahren, was wir unternehmen, um die

lehre zu verbessern“, sagte sie.

Das Studium in Deutschland ist jedoch

nur die eine Seite der medaille in der

deutschen Bildungsdebatte. Bildung

fängt früh an, besonders in der Familie.

Klar stellt der KKV heraus, dass es

einen wichtigen Zusammenhang zwi-

neue mitte 03 /10

schen armut und Bildungsarmut gibt.

Wenn die eltern nicht in der lage sind,

den Kindern ein bildungsfreundliches

Zuhause zu bieten, verringern sich die

Chancen, später eine gute ausbildung

zu bekommen und für den arbeitsmarkt

attraktiv zu werden.

Bildung bedeutet auch,

lebenskompetenzen zu erwerben

entscheidend für die Bildung ist aus

dieser Perspektive jedoch nicht nur die

Befähigung, „es im leben zu etwas“ zu

bringen“, sondern auch seine Begabungen

und Fähigkeiten für andere,

für das Gemeinwohl einzusetzen. Der

KKV fordert deshalb einen Bildungsansatz,

der nicht nur abprüfbares Wissen

vermittelt, sondern auch die lebenskompetenzen

stärkt. Das ist ein lebenslanger

Prozess. Das christliche menschenbild

sieht den menschen als von

Gott gewollt, mit Würde ausgestattet

und um seiner selbst willen wertvoll an.

Von dieser ursprünglichen Gottesbeziehung

her erschließt sich zugleich der

Gedanke der Verantwortung vor Gott

und für seine Schöpfung: Der mensch

erscheint als kulturschaffendes Wesen,

das sein Wissen und Können in den

tItel

Dienst der Selbstsorge und der Sorge

um die Welt stellt (Gen 1,19).

Der christliche Bildungsbegriff sieht

den menschen deshalb als ein Wesen,

das in seiner Gottebenbildlichkeit aufgerufen

ist, seine durch den Schöpfer

verliehenen anlagen zu entfalten. Im

talente-Gleichnis werden von dem,

der zwei talente erhalten hat nur zwei,

von dem der fünf bekam, fünf weitere

eingefordert (mt 25,14-25). Begabung

ist somit nicht Privileg, sondern sozialer

auftrag. Die Begabtenförderung ist

sowohl eine Frage der Gerechtigkeit als

auch gesellschaftliche notwendigkeit.

Begabungen unterschiedlicher art sind

aufzuspüren und zu fördern – unabhängig

von der sozialen herkunft der sich

Bildenden. Dazu gehört aber auch die

Förderung Schwächerer in der Perspektive,

dass auch sie ihren Platz im leben

finden sollen und können. aus christlicher

Sicht liegt in der Vielfalt auch die

Zukunft einer demokratischen und pluralistischen

Gesellschaft. Diese Vielfalt,

die dem einzelnen die möglichkeit

gibt, seine talente zu nutzen und in

den Dienst der Gesellschaft zu stellen,

muss bereits in der Organisation von

Bildungsprozessen für den einzelnen

erfahrbar werden. Andreas Schuppert

5


tItel

Chancen für alle

alle reden darüber, das richtige Konzept scheint niemand zu haben. Eins weiß aber jeder: die

Bildung in deutschland muss sich verbessern. im Gespräch mit der Neuen Mitte erläutert

Bundesbildungsministerin annette schavan das Bildungskonzept der Bundesregierung.

Frau Ministerin, die ausgaben für

Bildung und Forschung steigen im

kommenden Haushalt wohl um gut

7 prozent. im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt,

sind die Gesamtausgaben

für Bildung und Forschung

im Vergleich mit anderen führenden

industrienationen aber immer noch

eher unterdurchschnittlich. Muss hier

nicht noch mehr getan werden?

schavan: Wir sind bereits auf gutem

Weg, das Zehn-Prozent-Ziel, das wir

uns vorgenommen haben, zu erreichen:

Sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts

wollen wir für Bildung ausgeben

– wir liegen hier bereits bei über

sechs Prozent und drei Prozent für

Forschung. Und wenn wir uns die Pro-

Kopf-ausgaben für Bildung anschauen,

stehen wir noch besser da, denn sie

steigen kontinuierlich – ein trend, der

sich fortsetzen wird, weil wir entschlossen

sind, auch bei sinkender Kinderzahl

die Bildungsausgaben auf hohem

niveau zu halten.

Genau vor 10 Jahren hat pisa die

Nation geschockt. lange haben wir

gedacht, das deutsche schulsystem

gehörte zur spitze, was ja wohl nicht

der Fall ist. in einigen Bereichen gab

es Verbesserungen, aber man hat den

Eindruck es geht alles recht langsam

voran. Haben wir, auch im Hinblick

auf sinkende Kinder- und schülerzahlen

so viel Zeit?

schavan: Ich teile diesen eindruck

nicht. Wir haben doch längst verstanden,

dass wir es uns nicht leisten

können, auch nur ein Kind zurückzulassen.

aus diesem Bewusstsein heraus

kümmern wir uns darum, dass Kinder

und Jugendliche mit Problemen in der

Schule dennoch ihren abschluss schaffen.

So haben wir beispielsweise die

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) beim KKV-Samstagsforum in Freiburg.

„Bildungsketten bis zum abschluss“

ins leben gerufen, die das Bundesministerium

für Bildung und Forschung

mit 362 millionen euro fördert. Die

Initiative hat das Ziel, Schulabbrüche

deutlich zu verringern und die Übergänge

von der Schule in die ausbildung

und später ins Berufsleben zu

verbessern. Sie wird bundesweit an

1000 hauptschulen durchgeführt. Die

wichtigsten maßnahmen sind dabei

Potenzialanalysen von allen Schülern ab

der 7. Klasse, der mehrjährige einsatz

von Bildungslotsen bei abschlussgefährdeten

Schülern, die individuelle Förderpläne

erhalten, und eine frühzeitige,

praxisorientierte Berufsorientierung

während der Schulzeit. Die Zahl der

Bildungslotsen wird bis 2013 auf 1000

aufgestockt. Sie wird um bis zu 1000

ältere Bildungslotsen ergänzt, die der

Senior expert Service bereit stellen will

– menschen also, die aus dem Berufsleben

ausgeschieden sind und nun für die

Schülerinnen un Schüler ehrenamtlich

tätig sind.

Man könnte den Eindruck gewinnen,

das föderale system in der Bildungspolitik

blockiert manche sinnvolle

Reform, andere argumentieren,

genau das sorge für einen gesunden

Wettbewerb. Fakt ist aber, bei uns

hängt der Bildungserfolg viel stärker

vom Elternhaus ab, als in den meisten

vergleichbaren ländern. Es ist auch

aus christlicher sicht nicht zu verstehen,

dass machen Kinder schlechtere

Chancen haben als andere. Was kann

man tun?

schavan: Das Ziel, Chancengerechtigkeit

herzustellen, ist der Bundesregierung

sehr wichtig. So haben wir beispielsweise

die Sprachförderung massiv

mit zusätzlichen mitteln ausgestattet.

82 millionen euro hat die Bundesregierung

alleine 2011 für die frühkindliche

Sprach- und Integrationsförderung

vorgesehen. Bei vielen Kindern bleibt

der Bildungserfolg ja von anfang an alleine

deshalb aus, weil sie ihre lehrerin

oder ihren lehrer nicht verstehen. Wir

6 neue mitte 04 /10


Fotos: KKV

haben die Zahl der Schulen, die auch

nachmittags Unterricht oder sinnvolle

Programme wie Sport oder musik

anbieten, deutlich erhöht – sie liegt

mittlerweile bei 41 Prozent. Die soeben

veröffentlichte Ganztagschulstudie

„SteG“ hat bestätigt, dass sich dadurch

die motivation der Kinder erhöht, die

Gefahr des Sitzenbleibens verringert

und das Sozialverhalten verbessert.

stichwort integration, gerade im Bereich

der schulischen Bildung ist es

ein großes problem, dass viele Kinder

von Migranten keinen oder zu wenige,

einen höheren schulabschluss vorweisen

können. diese Kinder haben

später keine guten Chancen auf dem

arbeitsmarkt, was viele probleme für

sie und auch die Gesellschaft mit sich

bringt. Was ist geplant um hier kurzfristig

umzusteuern? Müssen nicht

auch die Eltern und hier vor allem die

Mütter, stärker in den Fokus genommen

werden?

schavan: Die Sprachförderung, die von

dieser Bundesregierung massiv aufgestockt

worden ist, kommt vor allem

Kindern aus migrantenfamilien zugute.

auch von den „Bildungsketten“ profitieren

Jugendliche mit migrationshintergrund

besonders stark. Um Kinder

„unsere so genannten Bildungsexperten

fahren heute nach Finnland,

um sich das Bildungssytem

der ddR anzugucken“, meinte

sarkastisch ein Englisch-lehrer

aus den alten Bundesländern

im Gespräch. Wohl gemerkt: aus

den alten Bundesländern. Was

meinte er? Mitte der 1970er Jahre besuchten finnische

Regierungsverantwortliche aus Bildung und Erziehung die

ddR und waren beeindruckt davon, dass alle schüler am

Ende ihrer schulzeit den gleichen Bildungsabschluss in

der Hand hielten - in der Regel den zehnklassigen, heute

vergleichbar mit der mittleren Reife, und das abitur. Beeindruckt

waren die Finnen deshalb, weil alle schüler die

neue mitte 04/10

und Jugendliche vor arbeitslosigkeit

zu bewahren, müssen wir zu allererst

dafür sorgen, dass die eltern einen

arbeitsplatz haben, denn eltern sind

wichtige Vorbilder für ihre Kinder. Die

Bundesregierung unterstützt die eltern

in ihren Bemühungen, arbeit zu finden

und Familie und Beruf zu vereinbaren.

Wir bauen die Betreuungsmöglichkeiten

für Kinder aus, wir tragen dazu

bei, den Wiedereinstieg in den Beruf

zu ermöglichen, beispielsweise durch

aufstiegsstipendien für menschen, die

ein abgebrochenes Studium wieder

aufnehmen wollen, oder die Bildungsprämie,

mit der Fortbildungen bezuschusst

werden.

durch die seit vielen Jahren sinkenden

Kinderzahlen wird Geld frei, das

verleitete in der Vergangenheit schon

Haushaltspolitiker zu frohlocken und

das Geld anderweitig einzuplanen.

Ein schwieriges unterfangen in einer

älter werdenden Gesellschaft für

Bildung von Kindern und Betreuungsleistungen

mehr Geld zu verteilen, da

ist der schulterschluss gerade mit

der Familienpolitik nötig. sind ideologische

debatten da nicht hinderlich?

schavan: auf welche Debatte spielen

Sie an? Die Bundesregierung verfolgt

KoMMENTiERT

Gleiche Abschlüsse

tItel

eine moderne, zeitgemäße Familienpolitik,

die sich am Wohle der Kinder

und an den Bedürfnissen der Familien

orientiert. Das ist Konsens.

die Hochschulen haben den Bolognaprozess

umgesetzt, nun stellt man

fest, der deutsche dipl.-ingenieur ist

international gefragt. Manche unis

wollen ihn zurückhaben. Wurde er in

vorauseilendem Gehorsam geopfert?

schavan: Wir freuen uns, dass deutsche

Ingenieure im ausland weiterhin

hohes ansehen genießen. Das spricht

für die Ingenieurausbildung an unseren

hochschulen. Die Bolognareform war

und ist richtig und wichtig. Wir haben

die abschlüsse an deutschen Universitäten

damit international vergleichbar

gemacht. Und wir ermöglichen es Studentinnen

und Studenten, schon nach

drei oder vier Jahren die hochschule

mit einem abschluss zu verlassen. Die

möglichkeiten, die eigene Bildungsbiographie

zu gestalten, Praxis und wissenschaftliche

ausbildung miteinander zu

verbinden und international mobil zu

sein, sind damit vielfältiger geworden.

Frau Ministerin, wir danken ihnen für

das Gespräch.

Interview: Joachim Hüpkes

gleichen startchancen ins Berufsleben hatten, mit einem

einheitlichen Fächerkatalog und gleichem Bildungsniveau.

so konnten schüler aus Greifswald in Erfurt ebenso

lernen und (alles) studieren wie umgekehrt. dass hier

nichts falsch verstanden wird: das Bildungssystem der

ddR war insgesamt deshalb schlecht, weil es auf ideologie

statt auf Freiheit und lebenskompetenzen setzte, weil

es die leute „auf linie“ gegenüber den Klügeren bevorzugte.

dennoch lässt sich nicht bestreiten, dass die Bildung

in der Bundesrepublik gründlich auf den prüfstand

gehört. Wenn das Bildungssytem einheitlicher gestaltet

wird, lässt sich klarer erkennen, was unsere schüler wirklich

können. Bei aller Wertschätzung für den Förderalismus:

der Bildungsegoismus muss aufhören.

andreas schuppert

7


GeIStlICheS WOrt

„Die eltern haben zuerst und unveräußerlich

die Pflicht und das recht, ihre Kinder zu erziehen.“

Zweites Vatikanisches konZil, erklärung über die christliche erZiehung, nr.6

Bildung und erziehung

Bildung ist persönlichkeitsbildung, die auch die religiöse dimension mit einschließt.

D

ie Grundlagen für Bildung

und erziehung werden in

der Familie gelegt. es ist

statistisch erwiesen, dass Schüler, die

aus stabilen und gesunden Familienverhältnissen

kommen, in der regel eine

höhere leistungsmotivation besitzen

und von daher auch den schulischen

anforderungen besser gerecht werden.

als „Fundament der Gesellschaft“

(Zweites Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution

„Gaudium et spes,

nr. 52) ist die Familie der originäre

und authentische Ort der erziehung.

anlässlich seines Besuches im haus der

heiligen Familie in nazaret sagte einst

Papst Paul VI.: „nazaret zeigt uns, wie

kostbar die Unterweisung in der Familie

ist, eine Unterweisung, die durch

nichts ersetzt werden kann.“ So betont

auch das Zweite Vatikanische Konzil:

„Die eltern haben zuerst und unveräußerlich

die Pflicht und das recht, ihre

Kinder zu erziehen“ (erklärung über

die christliche erziehung, nr. 6).

Die Schule muss auf der Basis der

in der Familie gelegten Fundamente

die Schüler und Schülerinnen ganzheitlich

bilden. ein Grundübel im

Bildungsbereich besteht in der zunehmenden

Spezialisierung, das

heißt in der reduzierung der Bildung

auf sektorale Kenntnisse, auf Detailwissen.

Die allgemeinbildung

bleibt vielfach auf der Strecke. Das

humanistische, universale Bildungsideal

ist vielerorts einer rein pragmatischen,

funktionalen, im hinblick

auf den künftigen Beruf ausgerichteten

Wissensvermittlung zum Opfer

gefallen. nicht zuletzt die beliebten,

auf fast allen tV-Kanälen laufenden

ratesendungen(Deutschland gerät

allmählich zu einer „raterepublik“)

entlarven schonungslos die eklatanten

mängel und lücken in der allgemeinbildung.

Zu beklagen ist überdies der rasante

Verfall der deutschen Sprache und deren

„Verenglischung“. So wimmelt das

Vokabular der jungen leute von heute

nur so von englischen Begriffen, wobei

das Wort „cool“ den Sprachschatz

zu dominieren scheint. aber auch in

Geschäften und Kaufhäusern wird die

Ware oft mit englischen Geheimchiffren

ausgezeichnet. ein „normaler“

Kunde ist da nicht selten überfordert.

Ganz zu schweigen von den anglizismen

im Computersektor.

Bildungsnotstand auch auf

religiösem Gebiet

Der Bildungsnotstand manifestiert sich

nicht minder auf religiösem Gebiet.

Viele menschen sind de facto religiöse

analphabeten, sie kennen nicht

einmal die zentralen Glaubensinhalte,

oder ihr religiöses Wissen ist in den

Kinderschuhen stecken geblieben. Was

Weihnachten oder Ostern bedeuten, ist

vielen unbekannt. Freilich geht es bei

der religiösen Bildung nicht primär um

Faktenwissen, aber ohne fundamentale

Kenntnisse der Glaubenslehre und

ohne eine fundierte Glaubenspraxis ist

es unmöglich, auf die geistigen herausforderungen

unserer Zeit zu reagieren

und die Konfrontation mit jenen zu

bestehen. hier kommt dem religionsunterricht

eine enorme Bedeutung zu,

weil er zur Dialogfähigkeit in religiösen

und ethischen Fragen beiträgt. Von

daher muss sein Verfassungsrang in

allen Schulgesetzen der Bundesländer

festgeschrieben werden.

Insgesamt ist eine bedrohliche Schieflage

im deutschen Bildungssystem zu

konstatieren. reformen sind überfällig.

Kein Schulbesuch darf ohne Schulabschluss,

kein Schulabschluss ohne

ausbildungs- oder Studienanschluss

bleiben. Bildung ist einer der entscheidenden

Schlüssel, um sich aus armut

und sozialer notlage zu befreien.

Daher muss der Staat vor allem für eine

größere Bildungsgerechtigkeit sorgen,

damit die wachsende Bildungskluft in

Deutschland überwunden wird.

eines aber gilt es festzuhalten: Bildung

besteht nicht im Vollpumpen mit Faktenwissen,

sondern zunächst und vor

allem in der Persönlichkeitserziehung.

Worauf es ankommt, ist eine umfassende

Bildung und erziehung, die das

Wissen um das Woher und Wohin des

menschen und damit die religiöse

Dimension einschließt.

Prälat Prof. Dr. Friedrich Janssen,

Geistlicher Beirat des KKV Bundesverbandes

8 neue mitte 04 /10


Fotos: KKV

neue mitte 04/10

aUS Dem BUnDeSVerBanD

nachts ruhig schlafen können

KKV-samstagsforum: der Hersteller von Babynahrungsmitteln, Claus Hipp, setzt in seinem

unternehmen auf einen „Ehren-Kodex“, ein gutes Miteinander und ökologische Nachhaltigkeit.

Junge, sei mit lust bei den

Geschäften, aber mache nur

solche, dass du nachts noch ruhig

schlafen kannst.“ Dieses Zitat aus

thomas manns Buddenbrooks brachte

es auf den Punkt, worum es bei der

KKV-Veranstaltung in nürnberg ging.

Diesmal stand Professor Claus hipp,

der sein Unternehmen (hipp-Säuglingsnahrungsmittel)

nach ökologischen

und ethischen Prinzipien führt,

im mittelpunkt. Vor rund 100 Gästen

stellte er dar, wie er seine Firma führt

und hier vor allem auf langfristigkeit,

auf einen „ethik-Kodex“ im Unternehmen,

auf einen fairen Umgang mit den

mitabeitern und ein gutes Umweltmanagement

setzt. Die sich anschließende

Diskussion mit Claus hipp, der

Vizepräsidentin der IhK-nürnberg und

Geschäftsführerin der Fürst-Gruppe,

Christine Bruchmann, entbrannte um

aussCHREiBuNG

„Ehrbarer Kaufmann“ 2011 gesucht

„Hinter dem ehrbaren Kaufmann steckt für den KKV die

idee, dass Eigentum verpflichtet. Ein unternehmer muss

Gewinne erzielen und auch wachsen. aber nicht über alle

Maßen, nicht einseitig nur zu seinem persönlichen Nutzen

und nicht auf Kosten seiner Mitarbeiter, Kunden oder der

Gesellschaft. Vor allem muss er vom verdienten Geld auch

etwas an das Gemeinwesen zurückgeben. Er übernimmt

Verantwortung – persönliche, langfristige Verantwortung,

für sein unternehmen, aber eben auch für sein umfeld“

das institut für Management an der Humboldt-universität

zu Berlin nennt auf seiner internetseite www.der-ehrbarekaufmann.de.

verschiedene Kriterien die den Ehrbaren

Kaufmann kennzeichnen. im engeren sinne sind das humanistische

Grundbildung, wirtschaftliches Fachwissen

Der Unternehmer

Professor Claus Hipp.

war auf Einladung des

Landesverbandes

Bayern und des

KKV-Fördererkreis für

Bildungsarbeit beim

Samstagsforum in

Nürnberg zu Gast.

die Frage: „Wieviele ethik ist möglich,

wenn man Geschäfte machen will?“

einig war man sich darin: der Geschäftspartner

dürfe nicht übervorteilt

werden – hier helfe die ausrichtung des

Kaufmanns am Glauben sehr.

In der von Daniela Schadt, leiterin

Innenpolitik der nürnberger Zeitung,

geleiteten Diskussion, wurde eine lanze

für familiengeführte Unternehmen

gebrochen. Bei denen würde es meist

nicht zu Gehaltsexzessen des managements

kommen, und der mitarbeiter

würde in der regel als mensch wahrgenommen,

was bei sehr großen aktiengesellschaften

oft nicht der Fall sei.

Wenige monate nach Verleihung des

ersten KKV-ehrenpreises „Der ehrbare

Kaufmann“ an eine Kauffrau aus

Freiburg (siehe auch den hinweis

im Kasten unten) stand das thema

wieder ganz im mittelpunkt des KKV.

Bei der Veranstaltung kooperierten der

KKV-landesverband Bayern und der

Fördererkreis für Bildungsarbeit. jh

und gefestigter Charakter mit Wirtschaftstugenden. im

weiteren sinne spricht das institut von Verantwortungsbewusstsein

auf der unternehmensebene für die Mitarbeiter,

Kunden, investoren und die Wettbewerber. aber auch für

die Gesellschaft habe der Ehrbare Kaufmann Verantwortung

zu übernehmen, insbesondere für die Konsumenten,

die Öffentlichkeit, das politische system und die umwelt.

auch im Jahr 2011 wird der KKV anlässlich seines 86.

Bundesverbandstage den 2. KKV-Ehrenpreis „der Ehrbare

Kaufmann“ vergeben. Vorschläge können bis Mitte März

2011 an die Bundesgeschäftstelle geschickt werden. detaillierte

informationen erfolgen per Rundschreiben und

werden im internet bekannt gemacht.

www.kkv-bund.de

9


aUS Dem BUnDeSVerBanD

Gott vergessen?

Viele Menschen verstehen religiöse Fragen nicht mehr – dennoch sind sie auf der suche nach

dem sinn des lebens. Hier kann Religion helfen, meint der philosoph Eberhard Tiefensee.

Sind millionen menschen hierzulande

atheisten? ein gutes

Drittel aller Deutschen gehört

keiner Konfession an. Denen stehen die

beiden anderen Drittel, je zur hälfte

katholische und evangelische Christen

gegenüber.

Der erfurter Philosophie-Professor

Dr. eberhard tiefensee, zwischen

1987 und 1991 auch Studentenpfarrer

in leipzig, verneint bei einer Veranstaltung

des KKV-Fördererkreises

für Bildungsarbeit, der katholischen

akademie „Die Wolfsburg“ und der Bistumszeitung

„ruhrwort“ diese these.

Vor gut 50 Zuhörern spricht er lieber

von areligiösen oder religionsfreien

menschen und blickt dabei besonders

auf die Situation im Osten Deutschlands.

Während im Westen sich noch

immer die große mehrheit zu einer

religion bekennt, sind es in den Gebieten

der frühren DDr nur ein gutes

Viertel. Kein Wunder, meint er, denn

die Politik hat bis 1990 alles religiöse

zu verdrängen versucht – mit großem

erfolg. Ohne böse absicht verstünden

viele menschen im Osten wie im

Westen die Frage nach Gott gar nicht

mehr – vor allem jüngere sind nach

max Weber „religiös unmusikalisch“.

Sie seien deshalb aber noch lange keine

atheisten, die der existenz Gottes klar

widersprechen. „Sie haben vergessen,

dass sie Gott vergessen haben“, zitiert

tiefensee den bedeutenden katholischen

theologen Karl rahner.

In der anschließenden interessanten

und durchaus kontroversen Diskussion

macht er deutlich, dass der Untergang

des abendlandes nicht bevorsteht. ein

Werteverfall – wie ja oft diagnostiziert

– sei großflächig nicht feststellbar.

Die Shell-Jugendstudie spricht zum

Beispiel von einer festen Wertestruktur

auch bei jungen menschen.

Verabschieden müsse man sich vielleicht

mancherorts von der Volkskirche,

eine realität die man zumindest anerkennen

müsse, wenn man den Osten

Deutschlands betrachte, auch wenn

das kein „schöner Gedanke“ wäre.

Zusammen mit manchem Zuhörer sah

tiefensee aber auch gute ansätze, die

Frage nach Gott wieder zu thematisieren.

Viele menschen seien auf der

Suche nach dem Sinn des lebens und

hier kann religion viel beisteuern.

Gerade in der religionsökumene

und durch das Zugehen auf areligiöse

menschen, ohne gleich missionieren

zu wollen, sieht er große Chancen.

Joachim Hüpkes

KKV-Frühjahrsreise nach Dalmatien

im Herbst ist eine Flusskreuzfahrt auf der Rhone geplant.

a

uch 2011 bieten wir Ihnen

wieder zwei außergewöhnliche

reisen an. außergewöhnlich,

wegen des Programmumfanges und der

sehr attraktiven Preise. Vom 9. bis16.

april geht es nach Dalmatien (Foto) in

das Vier-Sterne-hotel „Park“ in markrska.

eine kostengünstige Verlängerungswoche

ist teil des angebotes.

Unser Veranstalter „reisewelt“ bietet

eine kostenlose reise-rücktrittsversicherung

als Frühbucherrabatt für

Buchungen bis zum 20. Januar 2011 an.

Für anfang September 2011 planen wir

eine Flusskreuzfahrt auf der rhone von

der Provence in die Camargue mit der

„arosa-Stella“, die als bestes Schiff auf

der rhone gilt.

auch hier ist der Preis des Komplettangebots

ausgesprochen günstig. ein

umfangreiches ausflugsprogramm,

das Sie sich nach eigenen Wünschen

zusammenstellen können, rundet die

reise ab. alle „weitere Informationen

erteilt die Bundesgeschäftsstelle.

KKV Bund

10 neue mitte 04 /10


Fotos: KKV-Bund/KKV-Landesverband Bayern

neue mitte 04/10

lanDeSVerBanD

Landesvorsitzender Dr. Klaus-Stefan Krieger (rechts) präsentierte die Festschrift zum Jubiläum. Links: Zeitzeuge Wolfgang Knoth.

Verantwortung übernehmen

60 Jahre KKV Bayern – initiative „Neue arbeitskultur“ startet durch.

Z

u seinem 60-jährigen Jubiläum

nimmt der KKV-Bayern

ein neues Projekt in angriff,

die Initiative „neue arbeitskultur“.

Die regeln guter Zusammenarbeit

in der arbeitwelt will der KKV landesverband

Bayern im rahmen dieser

Initiative herausarbeiten, denn in der

modernen Wissensgesellschaft hängt

wirtschaftlicher erfolg stark davon ab,

ob die hochspezialisierten mitarbeiter

eine gelingende Kommunikation

pflegen. Das verlangt den Berufstätigen

eine hohe Sozialkompetenz ab. Die

neuen anforderungen erfordern neue

Verhaltensmaßstäbe, die vor allem

mit ethischer Qualität zu tun haben:

transparenz, Versöhnungsbereitschaft,

authentizität, Kooperationsfähigkeit

und eine Verantwortung, die über die

eigenen Karriere und die eigene Kostenstelle

hinausgeht.

Bei der auftaktveranstaltung zur Initiative

„neue arbeitskultur“ diskutierten

erik händeler, Zukunftsforscher und

stellvertretender Vorsitzender des KKV

Bayern, der Firmeninhaber Gerhard

lux, Vorsitzender der Diözesangruppe

münchen-Freising des Bundes Katholischer

Unternehmer (BKU), sowie

ein Vertreter der Katholischen arbeitnehmer-Bewegung.

Später kamen in

Workshops referenten und Publikum

miteinander ins Gespräch.

Bei der abendveranstaltung im Caritas-

Pirckheimer-haus, Festredner war der

Präsident des Bundesamtes für migration

und Flüchtlinge, Dr. albert Schmid

– wurde auch die Festschrift „60 Jahre

KKV Bayern“ präsentiert, die erstmals

die Verbandsgeschichte zusammenfassend

dargestellt. einen geschichtlichen

Überblick bot darüber hinaus,

die Wanderausstellung „60 Jahre KKV.

mitten im leben“, die bereits beim

2. Ökumenischen Kirchentag (ÖKt)

in münchen sowie in den rathäusern

von erlangen und Bamberg sowie der

Stadtpfarrkirche von Kitzingen zu

sehen war. In einem Zeitzeugeninterview

blickt Wolfgang Knoth, ein KKVer

der ersten Stunde, auf die anfänge des

KKV Bayern zurück. Die münchner

KKV Junioren lassen noch einmal das

„haus der Sozialen marktwirtschaft“,

mit dem sich der KKV beim Kirchentag

präsentierte, lebendig werden.

eine sofortige und umfassende reform

der mehrwertsteuer forderte der KKV

landesverband Bayern beim landestreffen.

Dem schloss sich anfang november

auch der KKV-Bundesverband

an. Kern der Forderung: alle ausnahmeregelungen

seien zu beseitigen und

der ermäßigte mehrwertsteuersatz

auf wenige Bereiche eindeutig zu

begrenzen: Ziel müsse eine transparente

und jedem Bürger verständliche

Besteuerung sein. Die gegenwärtigen

regelungen seien teilweise schlicht

grotesk. niemandem sei verständlich

zu machen, warum esel mit dem vollen

mehrwertsteuersatz, maulesel mit dem

ermäßigten besteuert werden, oder

warum auf langusten 19 Prozent, auf

Garnelen aber sieben Prozent mehrwertsteuer

erhoben werden.

KKV-Landesverband Bayern

11


12 neue mitte 04 /10


Foto: KKV Essen Kein

alter hut

S

ind Gewinne unmoralisch?“

So fragte Bernd m. Wehner,

Bundesvorsitzender des KKV,

bei seiner Begrüßung anlässlich des 17.

KKV-herbstforums. Seine antwort:

„Sicher nicht, doch werden sie es

leicht, wenn sie der Gesellschaft nicht

nutzen“. Das Jahresthema des KKV

„renaissance der Sozialen marktwirtschaft

als hoffnungszeichen für eine

gerechtere Welt“ stand im mittelpunkt

des abends im essener haus der technik

zu dem die KKV-Diözesanverbände

in nordrhein-Westfalen unter Federführung

des Diözesanverbandes essen

in Zusammenarbeit mit der Konradadenauer-Stiftung

eingeladen hatten.

es gelang auch in diesem Jahr ein

hochkarätig Podium zu gewinnen, das

sich über Impulsreferate dem thema

näherte. mit Christa thoben, der

früheren nrW-Wirtschaftsministerin

konnte eine ausgewiesene Fachfrau

gewonnen werden. lars martin Klieve,

Kämmerer der Stadt essen, ermöglichte

einen Blick aus Sicht der Verwaltung

auf die Diskussion, deren moderation

Frank messing, Wirtschaftsredakteur

der WaZ, übernommen hatte. Dirk

Grünewald, IhK Präsident für essen,

mülheim und Oberhausen, saß als ein

erfahrener Praktiker in der Podiumsrunde

und matthias Belafi ermöglichte

als Geschäftsführer der Kommission für

gesellschaftliche und soziale Fragen der

Deutschen Bischofskonferenz einblick

aus Sicht der Kirche.

Belafi erläuterte, warum sich die Kirche

hier äußere. Die Wirtschaftskrise könne

man als „lernort“ begreifen, um für die

Zukunft gewappnet zu sein. er unterstrich,

dass die Kirche sich ausschließlich

als Partner im Dialog sehe. „Die

Kirche kann und will keine Wirtschaftsmodelle

vorlegen,“ böte sich jedoch an,

als „Kompass oder navigationsgerät“,

zu fungieren, wenn es um die Suche

neue mitte 04/10

nach „Orientierung oder maßstäben

geht“, die im einklang stünden mit

den Grundsätzen katholischer Soziallehre.

Konkret: Wenn heute nach einer

verbesserten aufsicht und nach mehr

transparenz gerufen würde, dann seien

diese gebotenen Veränderungen im

Grunde nichts anderes als eine rückbesinnung

auf alte Prinzipien. hier gelte

es zu befolgen was jedes navigationsgerät

seinem nutzer auf dem Irrweg rät:

„Wenn möglich bitte wenden!“

IhK Präsident Dirk Grünwald stellte

ein ganz persönliches Bekenntnis voran:

Der sozialen marktwirtschaft fühle

er sich ganz besonders verbunden.

Sie sei für Unternehmen und Unternehmer

gleichermaßen bedeutend.

Die soziale marktwirtschaft verglich

Grünwald mit einem Wanderer, der auf

seinem langen Weg in bester absicht

viel Ballast angesammelt habe. Davon

gelte es sich zu befreien, um sich

wieder auf den Beginn der Wanderung

zu besinnen, als man ausgestattet mit

dem notwendigen gestartet ist. eine

renaissance der sozialen marktwirtschaft

müsse auch Wettbewerb, eigenverantwortung

und leistungsbereitschaft

einschließen. allerdings gehöre

zu einer gesunden Wirtschaft auch

Bildung für alle und Chancengleich-

DIÖZeSanVerBanD

die Renaissance der sozialen Marktwirtschaft stand im Mittelpunkt des Treffens der

KKV-Verbände in Nordrhein-Westfalen. Es gibt keine vernünftige alternative.

Beim Herbstforum der KKV Diözesanverbände in Nordrhein-Westfalen.

heit. Der Fachkräftemangel macht der

deutschen Wirtschaft schon heute zu

schaffen, offene lehrstellen sind kaum

vernünftig zu besetzen. auch das sei

ein wichtiger aspekt, denn die soziale

marktwirtschaft benötige neben dem

Unternehmer auch die entsprechenden

arbeitnehmer. hier plädierte er für

vernünftige einwanderungspolitik

und wies die migrantendiskussion der

letzten monate in die Schranken.

Kämmerer lars martin Klieve machte

deutlich: Die Kommunen stehen in der

Verantwortung maximales Gemeinwohl

zu gewährleisten. auch wenn sie nicht

nach marktwirtschaftlichen Prinzipien

arbeiten, so werden sie aber direkt

mit den auswirkungen der Wirtschaft

konfrontiert. Gemeinden und Städte

müssten auffangen, was durch die

Krise verursacht wurde. Bundesweit, so

Klieve, hätten sich die Sozialausgaben

verdoppelt. „Das kann kein Dauerzustand

sein.“

Das Fazit zog dann reinhard Schaffrick

in seinem Schlusswort. „Die soziale

marktwirtschaft“, so der essener KKV-

Diözesanvorsitzende, „das hat sich in

der Diskussion gezeigt, ist kein alter

hut. Wir alle sind von ihr abhängig, zu

ihr gibt es keine alternative.“

KKV-Diözesanverband Essen

13


DIÖZeSanVerBanD • VOr Ort

Chancen für Beteiligung

ohne Ethik funktioniert die Wirtschaft nicht. das christliche Menschenbild als Voraussetzung

einer Wirtschaftsethik war Thema des diözesantages des KKV limburg.

Im Oktober fand im Kloster

tiefenthal/rheingau der Diözesantag

des KKV-limburg statt. als

referent sprach der Geistliche Beirat

des KKV-Bundesverbandes, Prälat Prof.

Dr. Friedrich Janssen, zum thema „Der

mensch als Geschöpf und ebenbild

Gottes“. Dieser sei „mit Verstand,

Vernunft und Freiheit ausgestattet

und zum mit-Schöpfer, mitgestalter

bestimmt.“ Von daher hätten Christen

in dieser Welt eine aktive rolle zu

spielen. am nachmittag referierte Dr.

hermann Vogt, Unternehmensberater

aus Frankfurt, zum thema „Beteiligung

der arbeitnehmer am Produktivvermögen

und zur thematik der überzogenen

Bonifikationen an manager.“ So seien

„in den letzten Jahren die einkommen

der arbeitnehmer oft stagniert,

dagegen konnten sich viele manager in

Banken und Großunternehmen durch

Boni großzügig bedienen“.

Im Gegenzug haben viele arbeitnehmer

auf teile ihres Gehaltes oder

Gratifikationen verzichtet, um in der

Professor Dr. Friedrich Janssen (rechts) bei seinem Vortrag in Tiefenthal/Rheingau.

Wirtschaftskrise ihren arbeitsplatz zu

retten. es gelte darum, den arbeitnehmern

verstärkt zu ermöglichen,

selbst anteile an ihren Unternehmen

zu erwerben. nicht ausbezahlte lohnanteile

könnten so gutgeschrieben und

in Phasen des konjunkturellen aufschwungs

über Gewinnbeteiligungen

wieder ausgeschüttet werden, was auch

die Identifikation mit dem Unterneh-

men erhöhe. Da die Beteiligung der

arbeitnehmer am Produktivvermögen

von christlich-sozialen Verbänden seit

langen zu den Grundforderungen gehören,

sieht der KKV gerade jetzt gute

Chancen die mitarbeiterbeteiligung

verstärkt einzusetzen. Zum abschluss

des tages fand ein Gottesdienst in der

Kapelle des Klosters mit Pfarrer Klaus

Krechel statt. KKV Limburg

augsburg mit frischem Wind

Ein neuer Vorstand verjüngt den KKV in der Fugger-stadt.

F

rischer Wind in den Segeln

des augsburger Kreuzschiffes.

Die mitgliederversammlung

des KKV für augsburg hat einen neuen

Vorstand gewählt. Zum Vorsitzenden

bestimmten die mitglieder den 41jährigen

Jungunternehmer ralf elcheroth,

stellvertretender Vorsitzender ist

Ulrich abele. Weitere mitglieder im

neugewählten und verjüngten Vorstand

sind ernst Beurer (Schriftführer) und

markus haberland (Schatzmeister).

Kraft amtes zum Vorstand zählt der

geistliche Beirat des KKV augsburg,

Pfarrer Johann margazyn. Kurz nach

seiner Wahl dankte elcheroth zunächst

dem bisherigen Vorsitzenden, Dr. hall,

der das amt aus altersgründen in jüngere

hände gegeben hatte.

Sein einsatz, so elcheroth, habe den

KKV augsburg in den vergangenen

Jahren getragen und geprägt: „Der KKV

augsburg kann dankbar dafür sein, solch

engagierte, christliche Kaufleute wie

herrn Dr. hall in seinen reihen zu haben.“

Zudem formulierte elcheroth als

neuer Vorsitzender die Kernaufgaben

des neuen Führungsteams: So gehe es

darum, die mitgliederzahl der augsburger

Ortsgruppe signifikant zu erhöhen

und unter anderem eine eigene, offene

Juniorengruppe als netzwerk für

junge erwachsene in Wirtschaft und

Verwaltung zu gründen. „als traditionsreicher

und großer Sozialverband

für Deutschland hat der KKV eine klare

gesellschaftspolitische aufgabe. Unsere

Zielgruppe, christliche Fach- und Führungskräfte

in Wirtschaft und Verwaltung,

hat einfluss und Verantwortung.

Darauf wollen wir auch in augsburg neu

bauen und unser Profil weiter schärfen:

Der KKV augsburg ist seit über 120

Jahren Forum und Gesprächspartner für

wirtschaftsethische themen in augsburg

und der gesamten region – dies

bleibt auch in Zukunft.“

KKV Augsburg

14 neue mitte 04 /10


Foto: KKV-Limburg

Klares Bekenntnis gefragt

KKV Monheim: die Christen müssen darüber sprechen, wovon sie überzeugt sind.

W

as haben Jörg Schönbohm

und Gregor Gysi gemeinsam?

– Beide fürchten

eine gottlose Gesellschaft. Was aber

bei Schönbohm, dem evangelischen

Christen und ehemaligem General

der Bundeswehr, zum Skandal geriet,

wurde bei Gysi, dem wendigen Fraktionschef

der linken im Bundestag,

als sympathisch, querdenkerisch und

interessant empfunden.“ mit dieser

auf den ersten Blick überraschenden

Frage und der vor allem verblüffenden

antwort zeigte Prälat erich läufer auf

einer Vortragsveranstaltung des KKV

monheim exemplarisch auf, wie unterschiedlich

in diesem land auf gleichlautende

aussagen reagiert werde. In

ähnlicher Weise habe übrigens Werner

heisenberg, nobelpreisträger und

mitbegründer der Quantenphysik, argumentiert,

wenn er 1973 sagte: „Wenn

alle zwei Jahre geht der KKV

lingen auf große Fahrt. In diesem

Jahr nahmen 36 reiselustige

ende September an der Busfahrt

teil. Bereits auf der hinfahrt begeisterte

ein aufenthalt in maria laach

mit Besichtigung der über 850 Jahre alten

Klosterkirche. Der Sonntag begann

mit einem feierlichen hochamt im

Dom zu trier. Die KKVer erkundeten

trier, die älteste Stadt Deutschlands,

mit all ihren Sehenswürdigkeiten.

Der „eifeltag“ führte die Gruppe zu

den maaren, den „augen der eifel“ und

weiter über kurvenreiche Straßen in

das tal der Salm zum Kloster himmerod.

Die Gründung des Bernhard von

Clairvaux im Jahre 1135 wird heute

noch von Zisterziensermönchen bewohnt.

hinter der prächtigen Barockfassade

imponiert ein schlicht gestalteter

Kircheninnenraum.

neue mitte 04/10

man ... fragt, was gut und was schlecht

... ist, so findet man doch immer wieder

den Wertmaßstab des Christentums

auch dort, wo man ... mit dieser religion

nichts mehr anfangen kann.“

Der frühere Chefredakteur der Kölner

Kirchenzeitung warb unter dem motto

„Zeig draußen, was du drinnen glaubst“

bei der gut besuchten Veranstaltung

des KKV für mehr Selbstbewusstsein

und Zeugniskraft der Christen in der

heutigen Zeit. er ging sehr nüchtern

auf die Situation der Kirche ein. „Wir

erleben derzeit einen Umbruch in der

Kirche, wie er noch nie da gewesen

ist. Die goldenen Zeiten sind vorbei.“

es fehle aber weder an Geld, noch

mangele es an Priestern oder Gläubigen.

Vielmehr seien es vier Gründe,

die dazu beitrügen, dass Kirche heute

kaum wahrgenommen würde: Bekenntnisscheu,

Bekenntnisunwilligkeit,

auf dem Weg nach Saarburg, einem

Städtchen mit Wasserfall in der

Ortsmitte, wurde in Perl-nennig das

besterhaltene römermosaik nördlich

der alpen bestaunt. Darstellungen von

Gladiatorenkämpfen aus drei millionen

mosaiksteinchen bilden ein Kunstwerk

sondergleichen. nach einem Blick

auf die Saarschleife vom berühmten

aussichtspunkt Cloef ging es nach

mettlach.

ein schöner Wanderweg führte hinauf

zur Burgruine montclair, die weniger

wanderfreudigen sahen sich im museum

„Porzellan-erlebniswelt“ um.

echternach in luxemburg stand auf

dem Programm. Fußfeste teilnehmer

wanderten bergauf und bergab durch

ein landschaftlich traumhaftes Stück

der „Schweiz“. nach wohlverdienter

mittagspause ging es zur Burg Vianden

im gleichnamigen Kanton. Die mittelal-

VOr Ort

Bekenntnisfaulheit und Bekenntnisunfähigkeit.

aus den früheren

traditionschristen müssten deshalb

heute entscheidungschristen werden.

„Glaubwürdiges evangelium kommt

auf zwei Beinen“, so läufer wörtlich.

Wer von seinem Glauben überzeugt sei,

müsse auch darüber sprechen.

In der Diskussion wurden die Fragen

vertieft. Kaplan andreas Süß, der

gleichzeitig Geistlicher Beirat der

KKV-Ortsgemeinschaft ist, wies auf die

nach dem Weltjugendtag von ihm mit

gegründete Initiative „nightfever“ hin,

die an jedem dritten Samstag in Köln

menschen in den Dom einlädt, um ihnen

davon zu erzählen, was der Glaube

für sie bedeutet. Ziel sei es, menschen

zu Christus zu führen und vielleicht

auch einige zu erreichen, die nicht

mehr an ihn denken und glauben.

KKV Monheim

Barocke Kunst und Wanderwege

der KKV lingen war unter anderem auf den spuren von Bernhard von Clairvaux unterwegs.

terliche Befestigungsanlage wurde seit

1977 fast vollständig restauriert und

diente einigen Filmen als Drehort.

Weiter ging es zur Burg eltz. Die

in einem tal gelegene märchenhaft

schöne anlage wurde nie zerstört und

ist wegen ihrer einsamen lage und der

uralten Innenausstattung besondert

interessant. auf dem rückweg zum

hotel in trier machten die Kulturreisenden

halt in Bernkastel-Kues mit

darüber thronender Burg landshut. ein

aufenthalt ermöglichte das Bummeln

durch die engen Gassen zwischen den

zauberhaften Fachwerkhäusern. Der

moseltag wurde durch eine zünftige

Weinprobe abgerundet.

auch der rückweg wurde genutzt,

denn bei einem Stopp in Bonn konnten

die lingener ihren Wissensdurst im

„haus der Geschichte“ stillen.

KKV Lingen

15


neUe mItGlIeDer • VOr Ort

Wir begrüßen als neue mitglieder:

Christa Aßmann, Bamberg

Anna Berssenbrügge, Cloppenburg

Alfred Berssenbrügge, Cloppenburg

Bettina Bosse, Ingolstadt

Tobias Bosse, Ingolstadt

Dr. Reinhard Brandl, Ingolstadt

Helga Dippold, Ingolstadt

Günter Dippold, Ingolstadt

Edwin Fein, Ingoldstadt

Ursula Fögen, Bochum

Philipp Frese, Freiburg

Norbert Gebker, Münster

Dr. Oliver Gehse, Viersen

Margret Haack, Neuss

Immer dabei

Christl Güntner ehält als erste Frau die Ehrenmitgliedschaft des KKV Hans München.

höhepunkt des 130. Gründungsfestes

des KKV hansa

münchen, war die Verleihung

der ehrenmitgliedschaft an Christl

Güntner. In seiner laudatio hob Vorsitzender

Klaus-Dieter engelhardt hervor,

dass sie erst die zweite Frau in der 130

jährigen Geschichte des KKV münchen

ist, die in anerkennung und Würdigung

ihrer langjährigen und großen

Verdienste diese auszeichnung erhält.

Zu ihren herausragenden leistungen

zählt die Gründung des Frauenstammtisches

im Jahre 1986, der sich seitdem

monatlich trifft und inzwischen fast

300 Veranstaltungen durchführte.

Von anfang an war die Idee die treffen

thematisch zu gestalten. Denn allen,

die sich von anfang an beteiligten war

klar, zu regelmäßigen ratschabenden

sei Ihnen die Zeit zu schade. So sollten

90 minuten einem kirchlichen, wissenschaftlichen

oder gesellschaftspoli-

NEuE MiTGliEdER

Markus Haberland, Augsburg

Maria Theresia Haddenhorst, Münster

Hermann Haddenhorst, Münster

Regina Hasemann, Arnsberg-Hüsten

Dr. Fred Hasemann, Arnsberg-Hüsten

Anne Hennecke, Arnsberg-Hüsten

Friedhelm Hennecke, Arnsberg-Hüsten

Birgitt Herwig-Peitsch, Hildesheim

Vera Kaiser, Bamberg

Sylvia Kuttenreich, Ingolstadt

Dorit Mickholz, Gronau

Karl-Heinz Neuwirth, Nürnberg

Sonja Niedermaier-Schneider,

Wiesbaden

Für den KKV in München ist Christl Güntner

einfach unverzichtbar.

Helga Pustmüller, Hamburg

Dr. Markus Reinbold, Mainz

Sigrid Schäfers, Arnsberg-Hüsten

Franz-Josef Schäfers, Arnsberg-Hüsten

Prof. Dr. Patrick Sensburg,

Arnsberg-Neheim

Erich Thunhorst, Oldenburg

Elisabeth Tubbesing, Bochum

Isolde Unbehauen, Fulda

Dr. Antje-Elisabeth von Sachsen-Altenburg,

Wiesbaden

Barbara Weinkauf, Bamberg

Ingeborg Wittig, Münster

Klaus Wittig, Münster

tischen thema gewidmet werden und

der restliche abend dem persönlichen

Gedankenaustausch dienen. Dieses

Konzept funktioniert jetzt 24 Jahre

und erreicht weiterhin monatlich seine

Zielgruppe.

als stellvertretende Vorsitzende von

1988 bis 1994 und seit 2004 ist sie

zudem für das ambitionierte Veranstaltungsprogramm

des KKV hansa verantwortlich,

ob Großveranstaltung, Vortrag

oder kulturelles highlight – Christl

Güntner ist immer dabei.

Zuvor hatte das Gründungsfest mit

einem Dankgottesdienst mit Pater

Dr. Benno Kuppler SJ begonnen. Dem

festlichen abendessen schlossen sich

die ehrungen an. So konnte Vorsitzender

engelhardt mitglieder für ihre

langjährige treue zum KKV danken:

musikalisch umrahmt wurde die anschließende

Zeitreise von Vinzenz hiti

am Klavier. KKV Hansa, München

16 neue mitte 04 /10


Fotos: KKV Bayern/KKV Kaarst

auf den Spuren europas

neue mitte 04/10

VOr Ort

KKVer aus Kaarst, Köln, düsseldorf und Wuppertal unternahmen eine geschichtsträchtige Reise

nach straßburg, wo sie an einem europapolitischen seminar teilnahmen.

e

nde Oktober 2010 nahmen

28 interessierte mitglieder

aus Kaarst, Köln, Düsseldorf

und Wuppertal am europapolitischen

Seminar der Karl-arnold-Stiftung in

Straßburg teil. Begleitet und geführt

durch helmut Brückner erlebte die

Gruppe interessante tage und erfuhr

neues über das europäische Parlament.

Daneben standen eine Fahrt in

das elsass und in die Umgebung von

Straßburg auf dem Programm. mit dem

Besuch des hambacher Schlosses auf

der hinfahrt begann der Blick in die

Wiege der Demokratie.

Die erläuterungen zum aufbau der

europäischen Union und der Vielzahl

der dort ansässigen Institutionen gaben

einen ersten Überblick über die vielfältigen

aufgaben. Den Zuhörern wurde

deutlich, welche herausforderungen

die Zusammenarbeit der 27 mitgliedstaten

in der eU-Kommission darstellt.

neben den politischen Informationen

bot die Fahrt in das elsass ein Stück

entspannung, für die erforderlichen

Informationen und die rechten hintergrundinformationen

sorgte unsere

Begleiterin michelle Veilland. Bei sonnigem

Wetter bot der rundgang durch

den Weinort riquewihr die rechte

Stimmung, um dann die Stadt Colmar

zu erkunden.

47 mitgliedsflaggen vor dem Parlament

zeigen, wie weit europa schon zusammengewachsen

ist. Die Stadtführung

zeigte Straßburg von seiner schönsten

Seite – Jugendstilvillen, Paläste, das

alte Gerber- und Fischerviertel, Kirchen,

die Ill-Insel und das Straßburger

münster mit der imposanten astronomischen

Uhr. Francois müller erläuterte

die wechselvolle Geschichte der

Kathedrale und zeigte auch, dass das

Straßburger münster eigentlich zwei

türme hatte, auch wenn heute nur ein

Spitzturm zu sehen ist.

Dann ging es nach Sasbach. hier steht

seit über 200 Jahren ein französisches

Der Besuch des Zentrums europäischer Politik hinterließ einen nachhaltigen Eindruck.

Denkmal auf deutschem Boden. es

erinnert an den französischen marschall

henri de latour d’auvergne, Vicomte

de turenne (1611 bis 1675), der nach

napoleon als der bedeutenste Feldherr

Frankreichs gilt. Im ehemaligen

Wächterhaus befindet sich ein kleines

museum. es erzählt die spannende Geschichte

eines deutsch-französischen

erinnerungsortes.

Im anschluss der Besuch des museums

im Schloss rastatt. Wir erfuhren

von der Geschichte der Bürgerkriege

und den Übergang zur neuzeit und so

wurde auch ein Bogen zum hambacher

Fest geschlagen. Die Grenzlage

zu Frankreich stellte die Stadt rastatt

früher oft in den Brennpunkt europäisch-deutscher

Politik. Im mittelpunkt

des museum steht das Verhältnis von

Staat, Gesellschaft und militär – vorrangig

im südwestdeutschen raum.

Die militärgeschichte wird hier in die

gesellschaftlichen Zusammenhänge

eingebunden und ist somit nicht als reine

Kriegsgeschichte zu sehen, sondern

soll als Faktor der Staatsverfassung, des

Sozial- und Wirtschaftswesens und der

technikgeschichte verstanden werden.

Den abschluss des viertägigen Seminars

bildete der Besuch im europäischen

Parlament. Zunächst bestand

die möglichkeit mit dem europaabgeordneten

herbert reul zu diskutieren.

er erläuterte die arbeit des Parlamentes

in Brüssel und Straßburg.

Dabei wurde deutlich, dass die arbeit

im Parlament von einer Vielzahl von

ausschüssen und Gremien begleitet

wird. nach dem Gespräch nahm die

Gruppe auf der Besuchertribüne des

Parlamentes Platz und konnte der

Debatte um die novellierung der eGrichtlinie

zur meeresverschmutzung

verfolgen. nach diesem einblick in die

arbeit des europäischen Parlamentes

endeten informative tage in Straßburg

und Umgebung. Dr. Ulrike Nienhaus

17


JUBIlare

25 Jahre

Marianne Averbeck, Vechta

Josef Averbeck, Vechta

Günter Bayha, Arnsberg-Hüsten

Kersten Blaschczok, Hildesheim

Elsbeth Brägelmann, Vechta

Gisela Bremer, Koblenz

Heinz-Theo Carlem, Düsseldorf

Wilhelm Deckers, Borken

Günter Dehn, Aschaffenburg

Cilly Dickmann, Viersen

Wolfgang Diehl, Arnsberg-Hüsten

Heinrich Drees, Friesoythe

Ursula Eckhoff, Vechta

Claus Eckhoff, Vechta

Maria Erlenkamp, Arnsberg-Neheim

Hans-Joachim Flesch, Arnsberg-Hüsten

Dietrich Genz, Viersen

Doris Glittenberg, Viersen

Erich Großmann, Aschaffenburg

Dr. Dietrich Hammes, Koblenz

Rita Hasenbrink, Viersen

Maria Haug, Münster

Angela Hoyer, Vechta

Kläre Huiskens, Koblenz

Dr. Heinz Günther Hüsch, Neuss

Renate Kähsler, Darmstadt

Hilde Klöppels, Viersen

Liesel Krahwinkel, Koblenz

Gustav Kräussl, Goch

Henk Kusdian, Goch

Joachim Ladermann, Borken

Wolfgang Lahme, Arnsberg-Hüsten

Dr. Benedikt Ludwig, Goch

Dr. Karl Moll, Goch

Liesel Münster, Mönchengladbach

Thomas Neef, Viersen

Hubert Nieberding, Vechta

Heinz Nießing, Borken

Marlies Peters, Viersen

Herbert Peters, Viersen

Gerhard Pfortje, Bochum

Heinz Plaspohl, Friesoythe

Friedhelm Redecker, Viersen

JuBilaRE

Herzliche Glückwünsche unseren Jubilaren

Karl-Heinz Schieder, Koblenz

Olga Schmitt, Koblenz

Rosemarie Schmitz-Korn, Viersen

Alfred Schmitz, Viersen

Hilde Schmitz, Viersen

Renate Schrebler, Viersen

Helmut Schrebler, Viersen

Marianne Schröder, Vechta

Ferdinand Schröder, Vechta

Siegfried Schunter, Würzburg

Egon Schwering, Borken

Trude Siefarth, Koblenz

Margret Siemen, Borken

Johannes Sieverding, Borken

Paul Stappen, Viersen

Joachim Stuke, Friesythe

Werner Tepel, Arnsberg-Neheim

Manfred Themann, Vechta

Angelika Tiedeken, Friesoythe

Gerda Weber, Koblenz

Marga Weber, Koblenz

Irmgard Weber, Koblenz

Karin Weischer, München

Karl-Heinz Werner, Arnsberg-Hüsten

40 Jahre

Hermann Beck, Aschaffenburg

Kar-Heinz Becker, Mainz

Willi Brune, Arnsberg-Neheim

Ferdi Esser, Aachen

Ruth Foster, Aschaffenburg

Heinz Gädecken, Oldenburg

Hermann-Josef Getz, Aachen

Walter Großmann, Aschaffenburg

Otto Herold, Bamberg

Günter Kotsch, Mannheim

Hans Kramer, Friesoythe

Edgar Mühl, München

Hildegard Müller, Aachen

Egon Mumm, Mainz

Adolf Rehak, Aschaffenburg

Gertrud Richter, Aschaffenburg

Anton Roter, Friesoythe

Hans-Joachim Schintz, Aachen

Karl Sommer, Aschaffenburg

Heinz Thöle, Oldenburg

Ernst Wawroscheck, Aschaffenburg

Karl-Heinz Wiesendahl, Bochum

Martin Willems, Aachen

Käthe Willems, Aachen

50 Jahre

Benno Aschemann, Hildesheim

Hans Blömer, Düsseldorf

Günther Detsch, München

Bruno Diekmann, Menden

Peter Galm, Aschaffenburg

Hermann Grassmüller, Hildesheim

Willi Haslbeck, München

Wilhelm Heininger, Worms

Wilfried Helfrich, Worms

Heinz Henkelmann, Arnsberg-Hüsten

Rolf Hohnhorst, Vechta

Hans Karschkes, Viersen

Klaus Kruse, Mannheim

Günther Maier, Nürnberg

Pankraz Morgenroth, Bamberg

Heinz-Adolf Müller, Essen

Hanns-Joachim Reckert, Düsseldorf

Günter Rübsam, Mainz

Bernhard Sander, Oldenburg

Werner Schmitt, Aschaffenburg

Kar-Urban Schneider, Worms

Theo Schulte, Menden

Alfred Thoben, Oldenburg

Günther Wandt, Hildesheim

60 Jahre

Helmut Arnold

Hans-Dieter auf der Springe, München

Manfred Bernhard, Würzburg

Helmut Betz, Mannheim

Karl Bongers, Neuss

Richard Bötzel, Bochum

Fritz Delhäs, Aachen

Karl-Heinz Dupré, Essen

Joseph Fahmüller, München

18 neue mitte 04 /10


Foto: KKV Bayern

Hans-Josef Fäth, Aschaffenburg

Anton Fendel, Aachen

Richard Franz, Mainz

Hans Funkel, Neuss

Ludwig Heininger, Mainz

Willi Kübel-Sauerbier, Worms

Arnold Lück, Essen

KKV leipzig

Zum petersberg nahe der stadt Halle/

saale führte eine Tagesfahrt der leipziger

KKVer. das programm umfasste

den Besuch des sehenswerten Heimatmuseums,

das einen Einblick in die

bewegte Geschichte des saalekreises

vermittelte. Nach einer stärkung wanderten

die Teilnehmer durch den dicht

bewaldeten petersberg hinauf zur ehemaligen

Klosteranlage. dort nahm

man an einer Führung durch die gut

erhaltene stiftskirche teil, die durch

ihre schlichte Romantik den Besucher

beeindruckt. das Gotteshaus aus dem

12. Jahrhundert war der Mittelpunkt

des von Graf dedo von Wettin gegründeten

augustiner Chorherrnstifts und

diente dessen Familie über viele Jahrhunderte

als Grabstätte des Herrschergeschlechtes.

Es wird nun seit über

zehn Jahren von der evangelischen

Christusbruderschaft verwaltet. Höhepunkt

des ausfluges war die ökumenische

andacht mit Bruder Johannes

von der Christusbruderschaft, der in

seiner ansprache einen anschaulichen

Einblick in die Geschichte und das Wirken

des 1949 in Bayern gegründeten

evangelischen ordens gab.

KKV Hansa München

Kaum vorstellbar, dass es jemand

schafft auf eine 80-jährige Mitgliedschaft

beim KKV zurückzublicken.

Wilhelm alexius konnte dieses seltene

Jubiläum jetzt feiern. der Bundesvorstand

des KKV gratulierte ihm

mit einer Ehrenurkunde zu 80 Jahren

Zugehörigkeit zum KKV. in einem Begleitschreiben

zur auszeichnung wür-

neue mitte 04/10

Helmut Lücking, Essen

Alfons Popp, Würzburg

Otto Rosiwal, Bamberg

Josef Schulze Bertelsbeck, Menden

Alfred Seifert, Würzburg

Franz Vetter, Arnsberg-Hüsten

Edwin Wagner, Memmelsdorf

NaCHRiCHTEN

digte Bundesvorsitzender Bernd Wehner

seine Verdienste für den KKV und

hob seine Treue zum Verband in guten

und schlechten Tagen hervor. Er erinnerte

an die schwere Zeit des KKV während

der Zeit des Nationalsozialismus

in deutschland. Wilhelm alexius war

es vergönnt, in diesem Jahr auch seinen

95. Geburtstag feiern zu können.

Noch heute lebt er bei guter Gesundheit

in seinem Haus in Bad Birnbach.

Vorstandsmitglied Georg aschauer

übereichte ihm die Ehrenurkunde des

Bundesverbandsvorsitzenden und

überbrachte die Glückwünsche des

KKV Hansa München.

KKV Frankfurt

der KKV bot Mitgliedern und Gästen einen

interessanten Vortragsabend mit

Roland Büskens, Referent der Theologischen

Erwachsenenbildung in Wiesbaden.

Thema war anfang November

„das unerledigte Konzil – 45 Jahre

Zweites Vatikanisches Konzil“. am 25.

Januar 1959 verkündet papst Johannes

XXiii., er werde ein allgemeines Konzil

einberufen. da waren seine engsten

75 Jahre

Wilhelm Stürmann, Neuss

Walter van Poppel, Neuss

80 Jahre

Wilhelm Alexius, München

JUBIlare

Mitarbeiter entsetzt. sie ahnten: das

würde die Kirche verändern. Warum,

um alles in der Welt sollte denn ein

Konzil stattfinden? Johannes XXiii. soll

sich diese besorgten Einwände und

Fragen eine Zeitlang angehört haben.

dann soll er lediglich aufgestanden

und zum Fenster gegangen sein. und

dann habe er das Fenster weit aufgemacht

und dabei ganz einfach gesagt

„Ecco“, deswegen. Über 45 Jahre nach

Ende dieses „pastoralen Konzils“ können

wir uns kaum mehr vorstellen, wie

bewegt die Katholische Kirche damals

und die Jahrzehnte danach waren. Mit

dieser Veranstaltung sollte zum einen

die (Vor-)Geschichte des Konzils, deren

Konflikte, Beratungen, aber auch

einige der wichtigsten Ergebnisse in

Erinnerung gerufen werden. dies gelang

Referent Büskens ausgezeichnet.

Nach der diskussion dankte Vorsitzender

Hartmut Röhrbein allen Gästen

herzlich.

assindia Essen

die ortsgemeinschaft assindia hat mit

Mitgliedern und Freunden eine weitere

Reise nach ostdeutschland unternommen,

diesmal nach sachsen-anhalt in

die stadt Naumburg. Naumburg und

umgebung, am Zusammenfluss von

saale und unstrut gelegen, ist wohl die

schönste landschaft in Mitteldeutschland

und wird nicht umsonst „die Toskana

des ostens“ genannt. Von dort

aus erkundete die Reisegruppe die sehenswürdigkeiten

in Naumburg, Bad

Kösen, Merseburg, der lutherstadt

Eisleben und nicht zuletzt das Kloster

Helfta. Hier konnten wir uns davon

19


KKV In KÜrZe

überzeugen, dass die spendengelder

des diözesanverbandes Essen aus dem

Fastenessen 2002 von über 2.937 Euro

für den Wiederaufbau des Klosters im

Bistum Magdeburg gut angelegt worden

sind. die drei bekannten Mystikerinnen

von Helfta – Gertrud von Helfta,

Mechtild von Magdeburg und Mechtild

von Hackeborn – haben den Ruf dieses

Zisterzienserinnenklosters im Mittelalter

begründet: „Krone der deutschen

Frauenklöster“. ihr geistliches Werk

wirkt in unsere Zeit hinein. Mit vielen

neuen Eindrücken von den sehenswürdigkeiten

und deren Geschichte

kehrten die KKVer wieder in die Kulturhauptstadt

Essen zurück.

osning osnabrück

die christliche Botschaft lasse sich

nicht auf das Religiöse beschränken,

sagte der Bundesvorsitzende des KKV

Bernd-M. Wehner, beim 120. stiftungsfest

in osnabrück: der KKV biete eine

orientierung auf der Basis der katholischen

soziallehre und des damit

verbundenen Menschenbilds. schon

1890 wurde die ortsgemeinschaft osnabrück

aus der Taufe gehoben. der

leitspruch „Ehrlich im Handel, christlich

im Wandel“ sei offensichtlich wieder

entdeckt worden, wenn heute der

Ruf nach dem ehrbaren Kaufmann wieder

laut werde. deshalb habe der KKV

in diesem Jahr auch erstmals den preis

„der ehrbare Kaufmann“, übrigens an

eine Frau vergeben. Wehner betonte

in seinem Festvortrag, bei der Finanz-

und Wirtschaftskrise habe nicht die

soziale Marktwirtschaft versagt, sondern

die Missachtung ihrer Grundsätze.

Beim stiftungsfest im pfarrheim st.

NaCHRiCHTEN

pius ehrte Wehner zusammen mit dem

ortsvorsitzenden Manfred Haak auch

langjährige KKV-Mitglieder.

KKV Wiesbaden

Mitte November fand beim KKV in

Wiesbaden ein interessanter diavortrag

mit doris Eisenbach statt. sie

sprach über: „die Mulde – land der

Burgen und schlösser in sachsen“.

sie erzählte von der mehr als 1000jährigen

Geschichte an der Mulde und

einer Burgenromantik mit ganz eigenwilligem

Charme. Zwischen Chemnitz

und leipzig sind spuren sächsischer

Geschichte in beeindruckender Vielfalt

und von hohem kulturhistorischen Wert

zu finden. adelshäuser und Kirchen aus

allen Kunstepochen der letzten Jahrhunderte

fügen sich überraschend in

die reizvolle Natur ein. Zudem künden

alte, prachtvolle Rathäuser und enge

Gassen von der Geschichtsträchtigkeit

der Region. die Referentin zeigte auch,

wie wunderbar die Bauwerke und dörfer

renoviert wurden und so wieder frische

Farbe erhielten. oft gibt das Rot

des Rochlitzer porphyrs historischen

Gebäuden ein eigenes Gesicht. die

Gastronomie zeigt weiß-grüne Flagge

im angebot. immerhin mundete einheimisches

Bier schon dem schwedenkönig

im dreißigjährigen Krieg. Vorsitzender

Hartmut Röhrbein, der neben den

KKV-Mitgliedern auch Gäste begrüßen

konnte war überzeugt, dass der Vortrag

eine gute Einstimmung auf die 2011

geplante Reise in die Region wäre.

KKV Kaarst

Zwei Ehrungen hat der KKV in Kaarst zu

verzeichnen. so freuen sich die Kaarster,

dass ihr Mitglied, Franjo Rademacher,

mit dem 27. Ehrenbecher der

stadt Kaarst ausgezeichnet wurde. der

Ehrenbecher wird jedes Jahr durch die

Brauchtumsgesellschaft Carolus an

persönlichkeiten vergeben, die sich

um die stadt verdient gemacht haben.

den Ehrenbecher der stadt Kaarst

gibt es seit 1984, und er geht bereits

zum vierten Mal an ein KKV-Mitglied.

der langjährige KKV-Vorsitzende dieter

schmidt, wurde mit dem Goldenen

Meisterbrief ausgezeichnet. dieter

schmidt, der auch Träger der dr.-Friedrich-Elz-plakette

ist, hat mit seinem

autohaus viele Jahrzehnte lang das

„autobild“ der stadt geprägt. Er hatte

in den 60er Jahren den Mut, Neues zu

beginnen und das Erreichte immer weiter

zu entwickeln. Er hat das gelebt,

was als Redensart mit „Handwerk hat

goldenen Boden“ sprichwörtlich ist.

dabei standen auch die Tugenden, die

den ehrbaren Kaufmann auszeichnen ,

im Mittelpunkt. die ortsgemeinschaft

gratuliert Franjo Rademacher und dieter

schmidt herzlich.

diözesanverband paderborn

Für den 23. und 24. oktober hatte der

KKV-diözesanverband zum Bildungswochenende

nach paderborn eingeladen.

68 KKVer und Gäste ergriffen die

Gelegenheit, sich über Bildungsmöglichkeiten

und den damit verbundenen

Verpflichtungen des Einzelnen, der Familie

und des staates zu informieren.

Ebenso gab es Überlegungen zu einer

gerechten Bildungsfinanzierung am

Beispiel eines Vorschlages des Bundes

Katholischer unternehmer (BKu). das

jährliche Bildungswochenende des

KKV-diözesanverbandes paderborn ist

eine Verpflichtung, die sich aus dem

satzungsziel des Bundesverbandes

zur Hebung und Vervollkommnung der

allgemein- und Fachbildung seiner Mitglieder

ergibt. Wieder ist es gelungen,

die Kosten dank Zuschüssen des Erzbistums

paderborn, des landes NRW

und anderer in einem erträglichen Rahmen

zu halten. Bilder, Kurzbericht und

ein Faltblatt der Veranstaltung können

im internet unter http://www.kkvbielefeld.de

abgerufen werden.

diözesanverband Essen

die 51. Wallfahrt des diözesanverbandes

Essen fand ihren abschluss

mit dem traditionellen Besuch der

Goldenen Madonna in der Hohen domkirche

zu Essen, wo dompropst prälat

20 neue mitte 04 /10


Fotos: KKV Osnabrück

otmar Vieth die Festmesse zelebrierte.

in seinem Grußwort erinnerte der diözesanvorsitzende

Reinhard schaffrick

an die ursprünge der mit rund 100 Mitgliedern

und Freunden gut besuchten

Traditionsveranstaltung. „Wir wollen

mit dieser Wallfahrt wie Maria dem leben

Raum geben. das menschliche leben

ist in vielfältiger Weise vom Beginn

bis zum Ende bedroht. dem Menschen

Raum zum leben zu geben, ist eine zutiefst

marianische Haltung.“ Mit der

Wallfahrt bringe der KKV zum ausdruck,

dass seine Mitglieder als Christen

nicht bange sind, in dieser Welt zu leben

und sich immer wieder neu aufzumachen.

„Wir bringen zum ausdruck“,

so schaffrick, „dass wir uns immer wieder

einlassen auf die Tiefe und Weite

unseres christlichen Glaubens.“ die

musikalische Gestaltung der Festmesse

lag in Händen von Carsten Böckmann,

der als Kantor der st. urbanus

Gemeinde in Gelsenkirchen-Buer tätig

ist. die Kollekte war für die arbeit der

„schwestern der Nächstenliebe“ der

Mutter Teresa in Essen bestimmt.

NaCHRiCHTEN

landesverband Bayern

Wolfgang Knoth, der langjährige Vorsitzende

des KKV Merkator Nürnberg

wurde beim landestreffen des KKV-Bayern

mit der dr.-Friedrich-Elz-Medaille

ausgezeichnet. der Geehrte leitete

zweimal den KKV Nürnberg. Von 1963

bis 1967 und von 1997 bis 2007. die

erste amtszeit beendete der 1931 geborene

Einzelhandelskaufmann, um

einer beruflichen aufgabe in saarbrücken

zu folgen. Über den KKV hinaus

wirkte Wolfgang Knoth im Katholikenrat

Nürnberg mit. seit 2008 versieht er

zudem die ehrenamtliche Funktion als

einer der beiden Kassenprüfer des KKV

landesverbandes Bayern. Knoths Verbundenheit

mit dem KKV und mit der

Kirche stellte landesvorsitzender dr.

Klaus-stefan Krieger bei der Verleihung

anlässlich des KKV landestreffens in

Nürnberg heraus. „Bei den Veranstaltungen

des KKV Bayern war und ist

Wolfgang Knoth ein regelmäßiger und

engagierter Teilnehmer. sein interesse

am und sein Wissen über den KKV kann

mit Fug und Recht als außergewöhnlich

bezeichnet werden.“

als Vorsitzender des KKV Merkator

neue erkenntnisse

der KKV Neunkirchen besuchte das Europäische parlament in straßburg.

a

uf einladung des Vereinsmitgliedes

Dr. h.c. Doris Pack

besuchte eine starke Gruppe

des KKV Unitas neunkirchen das

europäische Parlament in Straßburg.

Zentraler Punkt der reise war das

Gespräch der Vereinsmitglieder mit

der europaabgeordneten der eVP.

Frau Pack informierte zunächst über

die arbeitsweise des Parlamentes und

erläuterte besonders ihre eigene arbeit

als Vorsitzende im „ausschuss für Kultur

und Bildung“, und in verschiedenen

anderen ausschüssen. In der anschließenden

lebhaften Diskussion wurden

insbesondere die themen neue Verfassung

der eU, sprachliche Verständigung

in den Plenarsitzungen und bei den

Schriftvorlagen, Stellung der eVP zu

den Fragen der Gentechnik, aufnahme

neuer Staaten in die eU sowie Steuern

und haushalt erörtert. Zwei mitarbeiter

von Doris Pack führten die Gruppe

anschließend durch das Parlamentsgebäude

und erläuterten auch von der Zuschauertribüne

aus die einrichtungen

des Plenarsaales. Die stellvertretende

KKV-Vorsitzende, Gina ruthig, dankte

der abgeordneten für die vermittelten

Informationen und erkenntnisse und

KKV In KÜrZe • VOr Ort

Nürnberg habe er stets die Kooperation

mit benachbarten ortsvereinen

gesucht und für den eigenen Verein

ein anspruchsvolles Veranstaltungsprogramm

und ein interessantes Vereinsleben

gestaltet.“ darüber hinaus,

ergänzte Krieger, „ist Wolfgang Knoth

überzeugter Katholik.“

KKV-Fördererkreis für Bildungsarbeit

Kurz erwähnt seien noch einige Veranstaltungen

des die Bildungsarbeit im

KKV zuständigen Fördererkreises.

in Hannover fand – mit leider sehr bescheidener

Resonanz – das samstagsforum

zum Thema „Generationenbeziehungen

und demografischer Wandel“

mit dem Vechtaer professor dr. Harald

Künemund statt. in Braunschweig

ging es bei einer Forumsveranstaltung

um „20 Jahre nach dem Mauerfall“

mit dem ehemaligen staatssekretär

in sachsen-anhalt, dr. Hans-Joachim

Gottschalk, als Zeitzeugen.

in Münster fand unter dem Motto“ der

KKV trifft Kunst – der gekreuzigte Christus

im Werk Chagalls als personalsymbol

für das leiden israels“ ein seminar

statt.

überreichte ein kleines Geschenk des

KKV. Bei einer Führung durch die Stadt

und die Kathedrale konnten sich die

teilnehmer einen eindruck über die

elsässische metropole verschaffen.

Selbstverständlich gehörte auch der

Besuch einer landestypischen Gaststätte

im Stadtteil „la Petite France“

zum Besuchsprogramm, in der dann

auch verschiedene elsässische Spezialitäten

probiert und genossen wurden.

mit neuem Wissen trat die Gruppe am

späten nachmittag die heimreise von

dieser Kultur- und Bildungsreise an.

KKV Neunkirchen

neue mitte 04/10 21


22

VOr Ort

Die Wirksamkeit und Überzeugungskraft

unseres Verbandes

fällt nicht vom himmel,

sondern sie hängt immer wieder von

dem persönlichen engagement und

der Glaubwürdigkeit jedes einzelnen

ab. Wir müssen selbst begeistert sein,

wenn wir andere begeistern wollen.“

mit diesen Worten rief der Bundesvorsitzende

des KKV, Bernd-m. Wehner,

die Freiburger KKVerinnen und KKVer

anlässlich des 142. Stiftungsfestes

des KKV lätitia dazu auf, sich noch

stärker für die Ziele und aufgaben

des KKV einzusetzen. Wehner erinnerte

in seiner Festrede auch an den

leitspruch des Verbandes „ehrlich im

handel, christlich im Wandel“ „Genau

diese maxime hat man offenbar wieder

entdeckt, wenn heute der ruf nach

dem „ehrbaren Kaufmann“ wieder laut

wird“, so Wehner.

Offenbar merke man wieder, dass ohne

ehrlichkeit, Vertrauen und Zuverlässigkeit

im geschäftlichen leben auf Dauer

nichts laufe. Deshalb habe der KKV in

diesem Jahr erstmals den ehrenpreis

„Der ehrbare Kaufmann“ vergeben,

der – wie in der neuen mitte berichtet

– an die Freiburgerin martina Feierlingrombach

verliehen worden war. Zuvor

hatte Domdekan msgr. Wolfgang Sauer

in Vertretung des erkrankten Geistlichen

Beirats Prof. Dr. Franz enz, die

Festmesse in der mutterhauskirche

zelebriert. Die musikalische Gestaltung

des Gottesdienstes sowie des Festaktes

hatte der lätitia-männerchor unter der

leitung seines Dirigenten Dr. michael

Belotti übernommen.

anschließend ehrte der Präsident der

lätitia, Gottfried Beck, im Colombi

hotel acht Jubilaren für insgesamt 425

Jahre KKV-mitgliedschaft. Die ehrung

von Beck selber, der ebenfalls 60 Jahre

dem KKV die treue hielt, übernahm

sein Stellvertreter lothar Scherer. er

würdigte in seiner kurzen laudatio das

langjährige engagement des Präsidenten.

Dieser wiederum hatte noch

eine Überraschung der besonderen art

zu bieten.

So überreichte er lothar Scherer aufgrund

seiner zahlreichen Verdienste für

die lätitia die Urkunde als ehrenmitglied

des KKV Freiburg.

Beim KKV-Samstagsforum war zuvor

Bundesbildungsministerin annette

Schavan zu Gast. Die ministerin setzte

einen Kontrapunkt in der Debatte um

Integration und Islam. „Die mehrheit

der muslime in Deutschland ist voll

integriert“, sagte Schavan. aber nicht

voll akzeptiert. Die ministerin, die

Bundesbildungsministerin

Annette

Schavan (rechts)

sprach beim

KKV-Samstagsforum

in Freiburg über das

Thema Intergration

und Islam. Dabei

setzte sich die

Ministerin für die

Ausbildung von

Imamen in Deutschland

ein. In der Mitte

der Präsident der

„Lätitia“, Gottfird

Beck sowie seine

Ehegattin.

Integriert, aber nicht akzeptiert

der KKV in Freiburg beging sein 142. sitftungsfest – Bundesministerin schavan zu Gast.

sonst nicht viel Persönliches preisgibt,

berichtete aus ihrem alltag. „mein Fahrer

stammt aus der türkei. er ist voll

integriert. aber was glauben Sie, was

er und seine Brüder in diesen tagen

erleben?“

Die katholische theologin setzt auf

den Dialog mit dem Islam und fördert

deshalb die ausbildung von Imamen

an drei deutschen Universitäten. an

den hochschulen kann sich, so ihre

hoffnung, eine historisch-kritische

methode im Umgang mit dem Koran

entwickeln. Die religionsfreiheit

gelte für alle, doch „die einheit von

Politik und religion können wir nicht

akzeptieren“. Für solche Äußerungen

bekommt Schavan stets Wäschekörbe

voller Post.

Weil in diesen tagen keine Veranstaltung

ohne das thema Stuttgart 21

und die anstehende landtagswahl

auskommt, fragte moderator Stefan

Pawellek auch nach einer einschätzung

der ministerin. „Stefan mappus wird

ministerpräsident bleiben“, lautete die

knappe antwort. Ihre eloge auf mediator

und Parteifreund heiner Geißler

fiel indes viel länger aus: „Das ist ein

mann, der hat eine leidenschaft für

die kritische auseinandersetzung.“

bmw/Badische Zeitung

neue mitte 04 /10


Foto: KKV Freiburg/Andreas Schuppert

Alfred Baumsteiger, Aachen

Maria Beckerle, Worms

Else Beckermann, Cloppenburg

Olga Bertrand, Neuss

Maria Binder, Passau

Franz Bronstering, Lippstadt

Fritz Brüggemann, Essen

Wilhelm Brugger, Mainz

Anni Caspari, Hilden

Antonius Dransmann, Osnabrück

Paul Erlemann, Hilden

Hildegard Fischbach, Koblenz

neue mitte 04/10

TRauER

Wir hoffen auf ein Wiedersehen bei

der auferstehung der toten

Ricardo Gana, Essen

Alma Gött, Aschaffenburg

Adolf Hegerfeld, Gelsenkirchen-Buer

Robert Hör, Neunkirchen

Walter Koch, Osnabrück

Johannes Krüskemper, Osnabrück

Heinz Jussen, Aachen

Ludwig Meffert, Bonn

Wolfgang Meyer, Oberhausen

Otto Mollenhauer, Fulda

Hanna Riesner, Braunschweig

VOr Ort• VerStOrBene

Kleinod sakraler Baukunst

der KKV Koblenz unternahm eine studienreis nach lothringen.

Obwohl die meisten Koblenzer

KKVer schon mal in lothringen

waren, stiegen wir doch

mit großer Vorfreude in den Bus zur

Studienreise des KKV. In luxemburg

standen wir bewundernd vor dem

riesigen Oval der neuen Philharmonie,

die im Zentrum des dreieckigen

„europaplatzes“ errichtet, schon rein

äußerlich durch ihre bautechnische

Brillanz besticht. Der Bau empfängt

den Besucher mit einem rund um das

eigentliche Konzerthaus gehenden

Kreis 20 meter hoher doppelter Säulen,

die man unwillkürlich als filternde

Fassade vor dem rundum fließenden

Verkehrstrubel empfindet.

Per Bus und per Pedes lernten wir die

Stadt metz mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten

kennen. man erkennt die

jahrelange Zugehörigkeit zum Deutschen

reich ohne Probleme durch die

unterschiedlichen Bauwerke im „preußischen“

oder im „französischen“ Stil.

natürlich gehörte zum Besuchsprogramm

die Kathedrale Saint-etienne

mit ihren einzigartigen originalen

Fenstern des mittelalters und den

großartigen Fenstern von marc Chagall

mit dem thema „Garten eden“. als ein

direktes Gegenstück dazu präsentierte

sich uns das erst im mai 2010 eröffnete

„Centre Pompidou-metz“. ein wirklich

spektakuläres Bauwerk, in dem wir

dazu passende Werke moderner Kunst

bewundern konnten.

nancy war natürlich eines der highlights

unserer reise. neben der sehenswerten

Innenstadt, geprägt durch die

Bauten des mittelalters und der frühen

neuzeit, drängt sich hier vor allem

der in der neustadt gelegene Place

Stanislas auf, der nach dem ehemaligen

polnischen König Stanislaus benannt

worden ist.

Sarrebourg, ein kleines Städtchen,

beherbergt eines der großen meisterwerke

Chagalls. In der Chapelle des

Cordiliers hat Chagall das 12 meter

hohe Fenster im Chor der Kirche

mit seinem Gemälde „Der Frieden“

geschmückt. Die wunderbaren Farben

sind in Zusammenhang mit der

Gesamtkomposition einfach beeindruckend.

Im nebenan liegenden museum

gibt es eine ebenfalls dem thema Frie-

den gewidmete tapisserie zu sehen.

Dann Illingen-Wustweiler. als ob sich

himmel und erde berühren, steht auf

einem hügel – mitten in der ringsum

unbebauten landschaft – eine Statio

vor uns. ein modernes Gebäude

in strenger Bauform, von spürbarer

harmonie durch die Verwendung von

hellbraunem Sandstein, zieht unsere

Blicke wie magisch nach oben. Die

hausherrin zeigt uns das Innere dieses

von alexander von Branka erbauten

sakralen Bauwerks, und wir waren

überrascht von der großen anzahl von

Bildern, religiöser tafelmalerei aus

verschiedensten epochen, mittelalterlicher

malerei und wertvollen Ikonen

aus der Spiritualität des östlichen Christentums.

alles in allem haben wir ein

ziemlich verstecktes Kleinod sakraler

Baukunst entdeckt und bestaunt.

neunkirchen und der Besuch des

dortingen KKVs war natürlich Pflicht.

Wir freuten uns, bekannte Gesichter

wieder zu sehen und haben es genossen,

zusammen mit neunkirchener

KKVern zusammenzusitzen und gute

Gespräche zu führen. G. Megens

Leonhard Rödinger, Worms

Heinz Schmitz, Neuss

Alwin Schüler, Braunschweig

Josef Soika, Lohne

Barbara Stiefs, Vechta

Heinrich Tillmanns, Aachen

Gertrud van den Boom, Goch

Sieglinde Vollkommer, Würzburg

Albert Wagner, Amberg

Heinz Waltering, Bonn

Josef Will, Aachen

Lieselotte Zerhusen, Lohne

23


„mit dem lächeln

eines Kindes kam Gott

in diese Welt...“

allen unseren lesern ein gesegnetes, friedliches

Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr!

www.kkv-bund.de

24 neue mitte 04 /10

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