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SPORTaktiv Outdoorguide 2018

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ÖSTERREICHS GRÖSSTES AKTIVSPORT-MAGAZIN

OUTDOOR

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EDITORIAL

KLAUS MOLIDOR

SPORTaktiv-Chefredakteur

klaus.molidor@styria.com

Stefan Glowacz

German professional mountaineer

and extreme climber

DER ERSTE

SCHRITT

Coverfoto: Region Gesäuse/Stefan Leitner; Foto: Thomas Polzer

Mount Everest und „Burg“ – 8848 Meter über dem Meer oder sechs

Meter über dem Neusiedlersee. Vom höchsten Berg der Welt bis zum

niedrigsten „Gipfel“ des Burgenlands – so weit spannt sich das Spektrum

unseres Outdoorguides. Von blinden Pferden ist da genauso die Rede wie

von der Zukunft des alpinen Tourismus. Von der Nacht in der Felswand

bis zu den grundlegenden Sicherheitstipps. Vom Wandern mit Kindern

bis zur legendären Erstbesteigung des Mount Everest vor genau 40 Jahren.

Die Berge sind in unseren Genen. Wie sonst lässt sich erklären, dass

Menschen ihr ganzes Leben den Bergen widmen. Von Extremsportler

David Lama über Hüttenwirtinnen bis zu den ehrenamtlichen Bergrettern

und den Hunderten Bergwanderführern, die anderen die Faszination Berg

und Natur näher bringen, obwohl sie selbst davon kaum leben

können.

Wir leben in einem privilegierten Lebensraum, in Österreich, im

gesamten Alpenbogen. Damit die Natur auch so schön bleibt wie auf

unserem Cover-Foto im Gesäuse, muss sich endlich das Bewusstsein festsetzen,

dass wir sie nicht end- und folgenlos ausbeuten können. Nachhaltigkeit,

respektvoller Umgang mit der Natur und Miteinander – das muss

in die Köpfe. Sonst brauchen wir in Zukunft unsere Geschichten über die

schönsten Hütte-zu-Hütte-Touren nicht mehr zu schreiben, wir könnten

uns die Empfehlungen der Klettersteige sparen und bräuchten nicht mehr

von Materialinnovationen berichten – weil es für all das keine

Verwendung mehr gäbe.

Auch wenn am einen Ende des Spektrums die USA aus dem Klimaabkommen

aussteigen – jeder noch so kleine Beitrag von uns, von Euch ist

wichtig. Denn egal, ob auf den burgenländischen „Burg“ oder den Mount

Everest: Jede noch so weite Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

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SPORTaktiv

3


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INHALT

TOP-STORY

12 DAVID LAMA ÜBER ... STIL

Der kletternde Freigeist im Interview

EMOTION

18 ZEITLOSES GLÜCK

Vier Enthusiasten über ihre Faszination für die Berge

34 URLAUBSRAUM MIT ZUKUNFT

Wie der Bergurlaub künftig ausschauen könnte

44 DIE WILDE KAISERIN

Silvia Huber führt auf dem Hans-Berger-Haus das Regiment

48 DER GROSSE IM HINTERGRUND

Wolfgang Nairz über die legendäre Everest-Expedition

66 BERGE, BLUMEN, SICHERHEIT

Unterwegs mit zwei Bergwanderführern

84 KETTENSÄGE GEGEN KOPFWEH

Beruflich am Berg: die Salzburger Bergputzer

90 HIMMELWÄRTS

Wie sich die Premiere auf einem Klettersteig anfühlt

118 ZWISCHEN TRANCE UND BALANCE

Michael Kemeter und seine Abenteuer in den Bergen

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EINFACH ZU TRAGEN

SICHERHEITS-

GEWINDERING

POLYESTER-INNEN-

BESCHICHTUNG FÜR

NEUTRALEN GESCHMACK

148 AUF DEM HEILIGEN WEG

Pater Johannes Schwarz ist 14.000 Kilometer gewandert

164 LEBENSGEFÜHL KLETTERN

Warum Felswände Menschen miteinander verbinden

170 ZIMMER MIT AUSSICHT

Klaus Höfler über eine Nacht im Zelt – in einer Felswand

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24 7 SCHRITTE ZUR SICHEREN TOUR

Wie sich Gefahren im Bergsport einfach minimieren lassen

76 VON HÜTTE ZU HÜTTE

10 traumhafte Mehrtageswanderungen quer durchs Land

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112 SMART NAVIGIEREN

GPS, Smartphone oder Karte? Tipps zur Berg-Orientierung

126 DAS ZIEL EBNET DEN WEG

Wie man Kinder zum Wandern motiviert

176 MIT WAU WAU AUF DEN GIPFEL

So gelingt die Wanderung mit dem vierbeinigen Freund

184 DAS STERNENZELT ZUM GREIFEN NAH

Sieben Möglichkeiten zum Übernachten auf dem Berg

MATERIAL

30 HEUTE FÜR MORGEN

Orientierungshilfe im Dschungel der Nachhaltigkeitszertifikate

56 KLOBIG WAR GESTERN

Wanderschuhe sind heute robuste, modische Leichtgewichte

72 AUSPROBIERT

Am Berg getestet: Schlafsack, Strickschuh, Merino-Kleidung

98 UNKLARHEIT AM KLETTERSTEIG

Das Wichtigste für Spaß und Sicherheit bei dem Trendsport

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VERBORGENE

SCHÄTZE

Wenn die Temperaturen klettern,

beginnt in der Ferienregion

St. Anton am Arlberg die Zeit,

verborgene Schätze zu entdecken,

den spannenden Geschichten

der Hüttenwirte zu lauschen

und in die unverfälschte Natur

einzutauchen. Schauplatz ist die

Bergwelt rund um St. Anton

am Arlberg. Ein Wanderwegnetz

von 300 Kilometern bietet

grenzenlose Möglichkeiten für

ambitionierte Bergsteiger und

Genusswanderer. In unterschiedlicher

Länge und verschiedenen

Schwierigkeitsgraden, locken

bestens markierte Steige in die

Natur der Verwallgruppe und

der Lechtaler Alpen.

Die legendäre, 2811 Meter hohe

Valluga erreicht man bequem

mit drei Gondelbahnen. Oben

angekommen tut sich ein sagenhafter

Blick über die Bergspitzen

Österreichs, Deutschlands,

Liechtensteins, der Schweiz

und Italiens auf. Schon ab einer

Übernachtung in der Urlaubsregion

heißen Hotels und

Pensionen ihre Gäste mit der St.

Anton Sommer-Karte willkommen.

Im Angebot inkludiert:

E-Biken, Yoga-Sessions am Berg,

Bogenschießen und natürlich

das Kernthema: Wandern und

Bergsteigen.

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Foto: TVB St. Anton/Wolfgang Ehn

SPORTaktiv

7


GROSSARLTAL:

DAS TAL

DER ALMEN

Die Frage „Gipfelsieg oder

Genuss?“ stellt sich im Großarltal

im Salzburger Land

nicht: Aufgrund der vielen

bewirtschafteten Almen wird

jede Gipfeltour auch zum

Genuss-Erlebnis. Konkret

versorgen im Großarltal

40 bewirtschaftete Hütten

Wanderer und Mountainbiker

mit selbst gemachten

Köstlichkeiten.

Den Blick auf die Bergwelt

des Nationalparks Hohe

Tauern kriegt man dabei

immer mitgeliefert. Nach

der Rast geht es weiter –

über blühende Almwiesen,

zu Bergseen oder auf einen

aussichtsreichen Gipfel.

www.grossarltal.info

Foto: TVB Großarltal

8 SPORTaktiv


FINDE DEINEN

GLÜCKSMOMENT

IM LECHTAL

Wer nach einer langen Wanderung

auf einer gemütlichen

Alm einkehrt, seinen

Durst mit einem kühlen

Glas Hollundersaft löscht

und den Hunger mit einer

anständigen Brettljause stillt;

wer schon einmal die vom

Fahrradfahren müden Beine

in die kühle Frische eines

glasklaren Gebirgsbachs getaucht

hat; wer schon einmal

die Ruhe und das majestätische

Bergpanorama hoch

oben an einem Gipfelkreuz

erlebt hat; der weiß, was

Glück bedeutet.

Es sind die raren Momente

absoluter Zufriedenheit, in

denen man mit sich und der

Welt im Einklang ist. Es ist

der Anblick eines glasklaren

Bergsees. Es ist die Zufriedenheit,

die einen in der

Abgeschiedenheit eines

Bergdorfes umgibt. Es sind

die Menschen, die einen

willkommen heißen.

Es ist der Moment, an dem

man endlich im Lechtal

angekommen ist.

www.lechtal.at

Foto: Naturpark Lechtal

10 SPORTaktiv


12 SPORTaktiv


DAVID LAMA

ÜBER STIL

ER SIEHT LINIEN, WO WIR NUR

EINE FELSWAND ERKENNEN.

DANN SUCHT ER NACH PROBLE-

MEN, UM SIE AUF MÖGLICHST

EINFACHE WEISE ZU LÖSEN.

DAVID LAMA HAT IN JUNGEN

JAHREN SEINEN STIL GEFUNDEN.

WEIL IHM HALTUNG SCHON

IMMER WICHTIG WAR.

INTERVIEW: AXEL RABENSTEIN

David, was siehst du, wenn du vor einem

Berg stehst?

Einen Berg. Eine Formation aus Schotter

und Stein. Die Menschen projizieren gerne

ihre eigene Romantik oder Sehnsüchte auf

einen Berg, aber ich sehe vor allem Strukturen,

die mir verraten, ob ich einen Weg

finden kann, den Berg zu besteigen.

Dein Mentor Peter Habeler soll von deinem

‚Gefühl für Fels’ geschwärmt haben,

als du gerade mal fünf Jahre alt warst.

Was hat er damit gemeint?

Damit meinte er vielleicht die Fähigkeit,

einen Berg oder eine Felsstruktur zu lesen.

Es hat viel mit Vorstellungskraft zu tun,

wie man die natürlichen Gegebenheiten

zu einer Linie und einer geeigneten Route

zusammenführt.

Foto: Red Bull Photofiles/Corey Rich

Dein Vater ist Nepalese, hat als Trekking-Guide

gearbeitet. Wurde dir die

Nähe zu den Bergen in die Wiege gelegt?

In die Wiege vielleicht noch nicht. Aber

es ist von Bedeutung, was einem in frühen

Jahren mitgegeben wird. Von meinen

Eltern habe ich die Verbundenheit zu den

Bergen erlernt. Schon als Kind war ich in

Nepal, zu Hause in Tirol sind wir viel in

den Bergen unterwegs gewesen. Ich denke,

dass dies mein Auge für den Alpinismus geschult

hat, wo man raufkommt – und wo

man nicht raufkommt.

SPORTaktiv

13



SACHEN SCHWER

ZU MACHEN, IST

EINFACH.

SCHWERES MIT

LEICHTIGKEIT ZU

MACHEN,

HAT ETWAS

BESONDERES

Was macht Alpinismus für dich aus?

Ich denke, Alpinismus ist eine freie

Disziplin ohne festgeschriebene Regeln.

Natürlich gibt es Grundsätze, aber du

kannst dir aussuchen, auf welche Weise

du einen Berg besteigen möchtest. Du

selbst legst den Stil fest. Deshalb ist

Alpinismus für mich nicht nur eine Haltung

gegenüber einem Berg. Sondern

auch eine Haltung gegenüber sich selbst.

Das heißt?

Ich will niemandem sagen, was er in den

Bergen zu tun hat und was nicht. Auch,

wenn ich derzeit kein Interesse daran

hätte, am Mount Everest entlang eines

Fixseiles aufzusteigen, weil ich mir lieber

andere Abenteuer suche. Aber was du

auch tust: Wenn du für eine Besteigung

einen Stil auswählst, solltest du diesen

auch durchziehen. Das ist Haltung.

Wenn es in einem bestimmten Stil nicht

funktioniert, sollte man es akzeptieren.

Ich entscheide für mich, wie ich eine Herausforderung

bewältigen möchte. Und

dann bleibe ich dieser Entscheidung treu.

Also nicht gleich bei der ersten problematischen

Stelle einknicken?

Richtig. Es kommen immer wieder Situationen,

die unüberwindbar scheinen.

In solchen Momenten auf zusätzliche

Hilfsmittel zurückzugreifen, hat keinen

Stil. Dann kann ich auch mit dem Hubschrauber

fliegen, irgendwie kommt man

ja immer hoch. Deshalb ist es für den Alpinismus

von entscheidender Bedeutung,

seinen eigenen Stil zu verfolgen.

Ist es auch egal, ob authentischer Alpinstil

oder Expeditionsstil mit Tonnen

an Material und Lastenträgern?

Das kann sich jeder aussuchen. Den

Cerro Torre bin ich frei geklettert, in der

Sagzahn-Verschneidung bin ich zuletzt

einige Passagen technisch geklettert. Es

kommt darauf an, was man sich als Ziel

setzt. Es gibt Diskussionen um Klettersteige

und die Frage, inwieweit ein Berg

erschlossen werden sollte. Ich denke,

dass es in den Bergen ausreichend Platz

gibt, damit alle Spielformen nebeneinander

existieren können.

Beim 100-Meter-Lauf ist es einfach:

Acht rennen, einer gewinnt. Beim

Bergsteigen zeigen einige der besten

Athleten des Planeten spektakuläre

Leistungen, ohne sich wirklich vergleichen

zu können. Hat das eine gewisse

Tragik?

‚Tragik‘ ist vielleicht nicht das schlechteste

Wort. In der Tat ist der Vergleich

beim Bergsteigen nur schwer herzustellen,

so viele Faktoren spielen eine

Rolle. Deshalb sollte der Vergleich beim

Bergsteigen auch nicht der maßgebliche

Beweggrund sein. Bergsteigen ist

eine historische Disziplin der Pioniere.

Es geht um unseren Entdeckergeist,

und damit meine ich nicht nur das

geografische Entdecken, sondern auch

das Erkunden entlegener Orte in uns

selbst. Ich will sehen, was möglich ist.

Ich möchte mich verwirklichen, meine

Ideen in die Realität umsetzen. Für

einen Speed-Bergsteiger ist die Zeit die

Herausforderung. Bei mir ist es eben die

kreative Herangehensweise.

Foto: The North Face

14 SPORTaktiv


Bleibt beim Bergsteigen am Ende nicht immer nur

der eine Gegner – man selbst?

In gewisser Weise schon. Es geht um die eigene Haltung.

Darum, wie der eigene Stil definiert ist. Und auf

welche Grenzen man dabei stößt.

Sind diese Grenzen das Spannende am Bergsteigen?

Nicht unbedingt. Seine Grenzen zu finden, ist ja nicht

besonders schwer. Wenn ich es schwer machen mag,

kann ich mir einen Arm auf den Rücken binden und

auf den Mount Everest steigen. Das wäre schwer. Ich

will die Dinge eher einfacher machen, Lösungen für

meine Probleme finden, für die Linien in meinem

Kopf, die ich realisieren möchte. Sachen schwer zu

machen, ist einfach. Schweres mit Leichtigkeit zu bewältigen,

hat etwas Besonderes.

DER FREIGEIST

David Lama wurde am 4. August

1990 in Innsbruck geboren. Im

Alter von fünf Jahren besuchte

er einen Kletterkurs bei Extrembergsteiger

Peter Habeler, mit

zehn kletterte er seine erste „8a“-

Route. 2006 wurde er im Alter von

15 Jahren jüngster Weltcupsieger

der Geschichte. Zudem wurde

er Europameister im Vorstieg

und Bouldern (2006/2007) sowie

WM-Dritter (2009) im Vorstieg.

Zuletzt konzentrierte er sich vermehrt

auf Expeditionen. Weltweit

für Aufsehen sorgte 2012 die

erste Begehung der „Kompressorroute“

(IX+/X-) an der Südostflanke

des Cerro Torre (Patagonien)

ohne künstliche Hilfsmittel.

Im Herbst 2016 kletterte er am

Lunag Ri in Nepal auf 6700 Metern

die größte an diesem noch

unbestiegenen Berg erreichte

Höhe. David Lama ist ledig und

lebt in Götzens (Innsbruck).

www.david-lama.com

Wenn ein Problem unlösbar scheint: Wie behalte

ich die Ruhe?

Als Bergsteiger solltest du dir nicht nur vorstellen,

wie du mühelos durch eine Wand steigst. Sondern

frühzeitig darüber nachdenken, wie es sich anfühlen

könnte, wenn es nicht nach Plan läuft. Was mache

ich, wenn mein Partner sich kurz vor dem Gipfel den

Fuß bricht? Solche Visualisierungen sind wichtig, um

Ruhe bewahren zu können, wenn es darauf ankommt.

Wann war so ein Moment?

Im Herbst 2016 war ich am Lunag Ri, einem der

höchsten noch unbestiegenen Berge der Welt. Mein

Partner Conrad Anker hat in der Wand einen Herzinfarkt

erlitten, wir mussten ihn in Sicherheit bringen.

Conrad wurde mit einem Hubschrauber ausgeflogen.

Als klar war, dass es ihm gut ging, bin ich alleine weitergeklettert,

bis kurz unter den Gipfel, wo ich dann allerdings

meine Grenzen erfahren und akzeptieren musste.

Ist man nach solchen Erlebnissen demotiviert oder

umso heißer auf den nächsten Aufstieg?

Nach dieser Expedition hatte der Abenteuerhunger

ein wenig nachgelassen. Grenzgänge sind mit Risiko

verbunden. Dafür braucht man Motivation, das Feuer

muss brennen. Manchmal fühle ich mich gesättigt.

Aber für den Sommer ist eine Expedition nach Alaska

geplant, auf die ich mich sehr freue.

Und dann bleibt da noch das Projekt am Masherbrum,

dessen Nordostwand du mit deinen Partnern

im Alpinstil besteigen möchtest.

Diese Wand ist gigantisch, wie eine Eiger-Nordwand

mit einem Cerro Torre obendrauf. Als ich zum ersten

Mal mit Peter Ortner dort war, waren wir überwältigt.

Wir sind zweimal gescheitert. Aber natürlich wollen

und werden wir es ein weiteres Mal versuchen.

SPORTaktiv

15


GROSSES WIESBACHHORN,

BLINDE PFERDE UND EIN

121 METER HOHER GIPFEL.

BEI DER GESCHICHTE UNSERER

BERGE GEHT ES AUCH UM

– ÜBERRASCHUNG! – DAS MEER.

VON CHRISTOPH HEIGL

BERG, DER

Definition laut Wikipedia: Ein Berg ist eine

Geländeform, die sich über die Umgebung

erhebt. Er ist meist höher und steiler als

ein Hügel. Ein Berg sollte sich durch eine

gewisse Eigenständigkeit auszeichnen, also

genügend Abstand von anderen Bergen. Die

Benennung als „eigenständiger Berg“ ist subjektiv

und nicht scharf von der Bezeichnung

Gipfel abgegrenzt. Klar ist einzig, dass es

mehr Gipfel als Berge gibt.

ZAHLENSPIELE

Wie viele Dreitausender hat Österreich?

Je nachdem, wie man einen eigenständigen

Gipfel definiert. Der österreichische Alpenverein

listet 695 Dreitausender auf, die Bundesforste

946, Willy Kreuzer

(siehe unten) kennt 979.

SUPERKLETTERER

Der Niederösterreicher Willy Kreuzer hat

als erster Mensch sämtliche namentlich bekannten

Dreitausender Österreichs bestiegen.

Am 29. September 2014 schaffte er mit dem

Tribbachmannl (3145 m) den letzten.

Für seine 979 Dreitausender-Gipfel

brauchte er von 1957 (damals war

er neun Jahre alt!) bis 2014.

12 FAKTEN

ÜBER UNSERE BERGE

HIGHLIGHTS

Die höchsten Berge Österreichs? Großglockner

(3798 m)? Klar! Aber dahinter? In den

Top-10 finden sich Wildspitze (3768 m),

Weißkugel (3739 m), Glocknerwand (3721

m), Großvenediger (3662 m), Hinterer Brochkogel

(3624 m), Hintere Schwärze (3624

m), Similaun (3599 m), Vorderer Brochkogel

(3565 m) und das Große Wiesbachhorn

(3564 m).

MATERIALFRAGE

Berge entstehen durch die Verschiebung von

Erdplatten. Aber woraus besteht ein Berg?

Aus Kalkstein (Ablagerungen von Muscheln,

Korallen und anderen Organismen am einstigen

Meeresboden), aus Sandstein (mit dem

Mineral Quarz), aus Dolomit (Kalk und

Magnesium, Ursprung im warmen Wasser

tropischer Meere), aus Vulkanit (Gestein aus

dem Erdinneren) und aus Marmor.

HOCHGENUSS

Österreichs höchstgelegene Hütte ist die

Erzherzog-Johann-Hütte (3454 m) am Großglockner,

sie liegt 344 Höhenmeter unter

dem Gipfel und wurde bereits 1880 eröffnet.

Danach folgen das „Cafè 3440“ in der Wildspitzbahn-Bergstation

(3440 m) am Pitztaler

Gletscher, das Brandenburger Haus (3277

m) in den Ötztaler Alpen und die Hochstubaihütte

(3173 m) auf der Wildkarspitze.

Fotolia


DUNKELZIFFER

In Österreichs Bergen gibt es auch unzählige Höhlen,

mehr als 11.000, wird geschätzt. Die längsten

Höhlensysteme sind die Hirlatzhöhle im Dachstein

(85,3 km), die Raucherkarhöhle im Toten Gebirge

(76,2 km) und die Dachstein-Höhlen (50,1 km).

Die tiefste Höhle Österreichs ist die Lamprechtshöhle

in den Leoganger Steinbergen, sie ist bis zu

einer Tiefe von 1630 Metern erforscht und mit 56

km Gesamtausdehnung eine der längsten

Durchgangshöhlen der Welt.

HÖHLEN-HISTORY

In Hinterbühl (NÖ) ist in der Seegrotte der größte

unterirdische See Europas (6200 qm). Das ehemalige

Gipsbergwerk, auch Flugzeugproduktionsstätte

und Nebenlager des KZ Mauthausen, hatte einen

eigenen Pferdestall unter Tage. Die Pferde haben

die schweren Gips-Wagen ans Tageslicht gebracht.

Sie waren bis zu 20 Jahre im Berg und

wurden dadurch blind.

KILOMETERSAMMLER

In Österreich gibt es Tausende Wege. Allein Tirol

z. B. hat 24.000 Kilometer Wanderwege. Das ist

umgerechnet die Autostrecke von Wien ins japanische

Tokio und wieder retour. Österreichweit

laufen Klassiker wie der Nordalpenweg 01 (1000

km von Rust nach Bregenz), der Zentralalpenweg

02 (1200 km von Hainburg nach Feldkirch), der

Südalpenweg 03 (660 km von Bad Radkersburg

nach Bozen), der Voralpenweg 04 (870 km von

Wien-Kahlenberg bis Bregenz) und weitere beliebte

Routen, die bestens kartografiert sind. Im Internet

gibt es GPS-Tracks als Download.

UNTER WASSER

Alle Berge Österreichs lagen einst unter dem

Meeresspiegel. Keine Schande, denn selbst der

höchste Berg der Erde, der Mount Everest (8848

m), war vor 450 Mio. Jahren noch unter Wasser.

Das beweisen Fossilien, die 1924 im Everest-Fels

entdeckt wurden. Apropos Everest: Nimmt man

den Erdmittelpunkt als Bezugspunkt (die Erde ist ja

keine Kugel, sondern ein Rotationsellipsoid), ist der

Chimborazo in Ecuador mit 6267 Metern Höhe

(ü. d. M.) bzw. 6384,55 km über dem Erdmittelpunkt

der höchste Berg. Der Everest (6382,41 km)

ist nach dieser Messmethode knapp 2 km niedriger.

WEISSE PRACHT

Die höchste je gemessene Schneehöhe auf Österreichs

Bergen sind 11,9 Meter (1944 am Sonnblick

in Salzburg). Auf der Villacher Alpe hatte es 1952

7,30 Meter. Wien? Am 18. Februar 1988 wurden

75 Zentimeter Schnee als Rekordwert gemessen.

Während eines durchschnittlichen Winters schneit

es rund um Kitzbühel am Berg etwa 8 Meter, im

Tal circa 2,5. Auch ein Rekord: Am 31. Jänner

1986 hat es in Sillian innerhalb von 24 Stunden

190 Zentimeter geschneit.

TIEFERGELEGT

Leidenschaftlich diskutiert werden auch die niedrigsten

„Gipfel“ Österreichs. Genannt werden der

Schüttenberg (282 m) östlich von Wien, der Hölzlstein

(157 m) und eine Erhebung im burgenländischen

Seewinkel namens Burg (121 m) – Letztere

ist nur ganze sechs Meter über dem Neusiedlersee.


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DEM HABEN WIR MIT VIER

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BERGBEGEISTERTEN

NACHGESPÜRT.

VON CHRISTOF DOMENIG

18 SPORTaktiv


HELMUT (82) UND

MARKUS BENDLER (34)

Onkel und Neffe aus Kirchdorf

in Tirol: Was der zweifache

Gesamt-Weltcupsieger und zweifache

Weltmeister im Eisklettern

Markus Bendler an seinem Onkel

bewundert – und umgekehrt.

Fotos: Maloja, Kaiserbachtal/Kitzbüheler Alpen

Markus Benlder in

der Wand (links):

„Die Natur ist ein

Geschenk.“ Sein

Onkel Helmut

bestieg schon

1959 das Matterhorn.

Helmut Bendler ist 82 und geht

unverändert auf Bergtouren. Zum

Beispiel auf den Stripsenkopf

oder im Winter mit Tourenskiern aufs

Kitzbüheler Horn. Markus Bendler ist

Helmuts Neffe, zweifacher Weltcup-Gesamtsieger

im Klettern und zweifacher

Eiskletter-Weltmeister. Zahlreiche

Erstbegehungen stehen in seiner Vita.

Die ganz großen Herausforderungen

hat er zugunsten seines Klettershops,

des Rock’n’Roll Mountain Stores in

Kirchdorf, zurückgestellt. „Ich klettere

drei, vier Mal in der Woche, schon auf

hohem Niveau. Aber ohne Druck und

muss mir nichts mehr beweisen.“

Onkel und Neffe sind mit dem

Wilden Kaiser und dem Kaisergebirge

vor der Haustür aufgewachsen. „Mit

acht hat mein Vater mich und die zwei

älteren Brüder zum ersten Mal mitgenommen.

Aufs kleine Törl im großen

Griesner Kar. Die zehn Kilometer Anreise

bewältigten wir mit dem Fahrrad. Der

Weg war mir zu lang, zu hoch und zu

anstrengend – aber ich war stark beeindruckt

von den riesigen Felsgestalten“,

erinnert sich Helmut.

1959, mit 23 Jahren, stand Helmut

Bendler am Matterhorn, Anreise mit

zwei Freunden im VW Käfer. Später war

er in Ostafrika, Ecuador, Nepal unterwegs.

Oder bestieg mit Skiern den 5642

m hohen Elbrus im Kaukasus. Er sieht

sich rückblickend als Bergsteiger, nicht

Kletterer, „mein Ziel waren die Gipfel“.

„Mein Vater ging mit uns wandern.

Aber er war, im Gegensatz zu seinen

Brüdern, ein kompletter Gegner des

Kletterns“, erklärt Markus Bendler. „Gut

möglich, dass die Unternehmungen

meines Onkels einen Eindruck gemacht

haben“. Mit 8, 9 Jahren hat Markus

sich mit seinem älteren Bruder an erste

Klettertouren gemacht. Heimlich, „wir

haben gesagt, dass wir ins Schwimmbad

gehen.“ Markus’ Bruder war talentierter,

„aber das war ein Ansporn für mich,

und so hat sich alles entwickelt“. Die

Bäckerlehre hat Markus schon nach dem

Sport ausgewählt: „Da konnte ich in der

Nacht arbeiten und am Tag klettern.“

Das Alter von 15 bis 20 sieht Markus

Bendler im Rückblick als „intensivste

Zeit“. Zwischen 20 und 30 war die

Zeit der großen Erfolge. „Seine Einstellung,

Zielstrebigkeit und Performance

haben mich sehr beeindruckt“, erzählt

Helmut. „Der Onkel war der in der Familie,

der meinen Unternehmungen die

meiste Aufmerksamkeit geschenkt hat.

Die Eltern haben sich auch gefreut, aber

sie hatten nicht so den Bezug dazu wie

Helmut“, meint Markus.

Über seine Leistungen hat Markus

Bendler nie Buch geführt oder sie groß

dokumentiert, „stattdessen hab ich alle

Erinnerungen im Kopf“. Die Berge und

Naturschauspiele wie den Schleierwasserfall,

die ihn sein Leben lang begleitet

haben, sieht er heute mit ganz anderen

Augen als in der Jugend, als „ein Geschenk,

dass wir mitgekriegt haben“.

„Die Berge haben bei mir nichts an Anziehungskraft

eingebüßt. Auch im fortgeschrittenen

Alter wecken sie Neugier

und Bewunderung. Nur der Respekt,

der wurde deutlich größer“, sagt Helmut

Bendler.

Sein Neffe Markus hat im Moment

kein großes Ziel vor Augen. „Die großen

Ziele entwickeln sich von selber.

Oder vielleicht doch: bis ins Alter die

Freude und die Fitness zu haben, um

am Berg unterwegs zu sein. Da ist

Helmut schon ein Vorbild für mich.“

Und er sagt auch mit Blick auf seinen

Onkel: „Bergsport ist definitiv zeitlos.

Die Mittel und Wege ändern sich. Aber

die Beweggründe sind vor 50 Jahren die

gleichen gewesen, und sie werden auch

in 50 Jahren die gleichen sein.“

SPORTaktiv

19


EWALD PUTZ (69)

Der Ortsstellenleiter der Bergrettung

Reichenau an der Rax (NÖ) geht seit

der Kindheit in die Berge.

„DER KONSUMGEDANKE

NIMMT ZU: MAN

KONSUMIERT EINE

BERGTOUR, EINEN

KLETTERSTEIG. DAS

HEISST NICHT, DASS

FRÜHER ALLES

SUPER WAR.“

Die Rax war schon früh das „zweite Kinderzimmer“

von Ewald Putz. Fast jedes

Wochenende ist er mit seinem Vater auf

den Hausberg gegangen, oben in die

Hütte eigekehrt. Prägend war auch eine

dreitägige Dachstein-Überschreitung,

die er Anfang der 1960er-Jahre, im Alter

von etwa 12 mit seinem Vater unternommen

hat. „Mit 15, 16 hab ich dann

zu klettern begonnen“, erzählt er. Mit

dem heutigen Klettern könne man das

aber überhaupt nicht vergleichen. „Man

ist kaum oder gar nicht abgesichert

geklettert, Bohrhaken hat es keine gegeben.

Wir haben Sicherungsmethoden

verwendet, die heute total verpönt sind.“

Kein Wunder, dass die Gefährlichkeit

einer Tour damals zur Schwierigkeitsbewertung

zählte. „Man hat schon Glück

gebraucht, um das zu überleben.“ Was

damals sein Antrieb war? „Schon die

sportliche Herausforderung, eine Art

von Selbstbestätigung. Naturgenuss

war bei der Art zu klettern eher weniger

dabei.“ Die „Gewaltigkeit der Natur“

hat er schon empfunden, besonders

eindrucksvoll in den Dolomiten oder im

Gesäuse.

Die 1970er- und 80er-Jahre waren für

Putz dann vom klassischen Bergsteigen

geprägt. Nur zwei von vielen Höhepunkten:

„Eine der drei großen Nordwände

– also Eiger, Matterhorn und

Grandes Jorasses – war damals schon ein

wichtiges Ziel, und das hab ich mir mit

dem Walkerpfeiler an den Grandes Jorasses

verwirklicht.“ Die Klettertour gilt

als eine der bedeutendsten im Alpenraum

und ist unverändert ein begehrtes

Ziel für Extremkletterer. 1980 nahm

der Niederösterreicher dann an einer

Expedition zum 8027 m hohen Shishapangma

in Tibet teil. Der 14.-höchste

Berg der Welt war erst kurz zuvor für

westliche Expeditionen freigegeben

worden, Putz gelang 31-jährig die dritte

Besteigung des 8000ers.

Ein Leben für die Berge führte er auch

danach – „diese Bezeichnung trifft sicher

zu“. Die Einstellung veränderte sich aber

im Lauf der Zeit – weg vom Leistungsgedanken,

hin zur Natur. „Ich hab mich

viel mit Bergfotografie beschäftigt.“ Als

Fotograf und „Landschaftsbeobachter“

fällt ihm heute auf, dass es den „intakten

Naturraum Berge“, von dem gern

gesprochen wird, eigentlich nicht mehr

in derselben Form gibt wie früher. „Ein

großräumiges Landschaftsbild ohne

menschliche Spuren, zum Beispiel ohne

Forststraße aufzunehmen, das ist schon

schwierig geworden.“

Doch das „ist, wie es ist“, meint Putz.

Als Bergretter hat er naturgemäß über

viele Jahrzehnte auch die weniger schöne

Seite des Bergsports mitbekommen

– andererseits vielen Menschen helfen

können. Gerade in den jüngsten Jahren

fällt ihm in dieser Rolle auch auf, dass

„der Konsumgedanke schon stark zunimmt.

Man konsumiert eine Bergtour

oder einen Klettersteig und erwartet,

dass man gerettet wird, wenn man erschöpft

ist oder sich verrennt“.

Andererseits: „Das klingt vielleicht

negativer, als es gemeint ist. Es soll nicht

so rüberkommen, dass früher alles super

war und heute nicht.“ Siehe die eingangs

beschriebenen Sicherungsmethoden.

„Dass es heute wieder viele Menschen

in die Natur und in die Berge zieht, ist

schon erfreulich. Schließlich bekommt

man damit, nach und nach, mehr Verständnis

für die Natur.“

Foto: Privat

20 SPORTaktiv


ULTIMATIVE

BELÜFTUNG

ospreyeurope.at

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LEVITY


YURDAGÜL SENER (32)

Die St. Pöltnerin mit kurdischen Wurzeln

porträtiert Berghütten für einen regionalen

Fernsehsender. Und hat dadurch die

Freude an Bergtouren entdeckt.

Bis vor zwei Jahren hatte Yurdagül Sener

keinerlei Erfahrung im Bergsport und eher

negative Assoziationen mit den Bergen: Als

Kurdin in der Türkei geboren, waren die

Berge in der Heimat ihrer Kindheit Orte, die

vom Militär beherrscht wurden. Die sprichwörtliche

„Freiheit der Berge“ zu erleben

– diese Erfahrung machte „Gül“ erstmals in

Österreich, wohin sie 1998 mit ihrer Familie

im Alter von zwölf Jahren gekommen war.

Es dauerte bis 2016, ehe sie mit den österreichischen

Bergen enger in Kontakt kam: Als

Redakteurin und Kamerafrau des niederösterreichischen

Regional-Fernsehsenders P3tv

sollte sie Schutzhütten der Naturfreunde für

eine Serie porträtieren.

„Am Anfang war ich nicht besonders

glücklich damit“, erzählt sie, „die Kollegen

mussten beim Anmarsch oft auf mich warten.“

Doch das kleine Konditionsproblem

war bald überwunden. „Ein erstes Highlight

war die Tour auf den Traunstein. Fünf Stunden

mit zwischendurch Filmen hinauf und

drei wieder herunter – das war schon ziemlich

anstrengend, aber ich war danach glücklich,

dass ich das geschafft habe.“ Durch

den Kontakt mit den Hüttenbetreibern und

Bergführern lernte Gül viele interessante

Menschen kennen, erfuhr (obwohl schon

lange österreichische Staatsbürgerin) viel

über die österreichische Kultur. Und sie entdeckte

ihre Berg-Affinität. Obwohl sie nach

wie vor immer wieder berufliche Touren mit

der Kamera unternimmt, geht sie auch privat

wandern, bevorzugt im Ötscher-Gebiet.

„Für mich war es eine neue Erfahrung,

die Berge frei zu genießen“, sagt sie. Was

sie an den Touren auch schätzt: „Manche

meinen, dass sie beim Wandern besonders

gut abschalten und den Alltag hinter sich

lassen können. Bei mir ist es ähnlich – aber

eher so, dass ich mir Themen durchdenke,

für die sonst am Tag zu wenig Zeit bleibt.“

Freundschaften hat sie schon einige über

den Bergsport geschlossen. Ihr fällt auch auf,

dass „Kinder mit fünf, sechs Jahren mit ihren

Eltern auf Bergwanderungen unterwegs

sind. Das ist schon bemerkenswert.“ Was sie

weniger nachvollziehen kann, ist der „Laufsteg

Berg“: „Manchmal beobachte ich, dass

Sport offensichtlich deshalb betrieben wird,

um sich selbst und eine Top-Ausrüstung

zu präsentieren. Das sollte aber nicht der

Hauptzweck sein.“

Die Liebe zu Trekkingtouren führte

Yurdagül in den letzten zwei Jahren auch

schon weltweit in die Berge: ins Nemrut-Gebirge

ihrer alten Heimat Türkei. Und

sogar zu einer Trekkingtour nach Nepal.

Eine spezielle Erfahrung, die sie tief beeindruckt

hat – aber auch aufgewühlt: „Weil

sich manche Touristen leider echt aufführen

und zeitweise die heimischen Guides abwertend

behandeln.“ Dennoch: „in Summe

ein tolles Erlebnis.“

Ein Detail, das sie in den österreichischen

Bergen schätzt, ist die Hüttenküche: „In

den Städten ist es gar nicht so leicht, noch

Gasthäuser mit echter österreichischer

Küche zu finden. Ich finde es schade, dass

offenbar die Wertschätzung dafür verloren

geht. Auf den Hütten kann man dagegen

noch echt österreichisch essen.“

„FÜR MICH WAR

ES EINE NEUE

ERFAHRUNG, MICH

IN DEN BERGEN

FREI BEWEGEN ZU

KÖNNEN.“

Foto: Privat

22 SPORTaktiv


SPORTaktiv

23


7

SCHRITTE

ZUR SICHEREN TOUR

DIE FREIHEIT DER BERGE IST

NICHT FREI VON TÜCKEN –

ZEIGT EIN BLICK AUF DIE

JÄHRLICHE ALPINUNFALL-

STATISTIK. DOCH MIT

EINFACHEN MITTELN

LASSEN SICH GEFAHREN IN

DEN BERGSPORTARTEN

DEUTLICH REDUZIEREN.

VON CHRISTOF DOMENIG

Unterschätzen soll man die Gefahren auf

dem „Sportplatz Berg“ nicht. Die jüngst

veröffentlichte Alpin-Unfallstatistik 2017

des Österreichischen Kuratoriums für alpine

Sicherheit weist rund 7800 verletzte Personen

aus. 283 Personen verunglückten im

Jahr 2017 tödlich – dabei mit 110 die größte

Gruppe beim Wandern und Bergsteigen.

Worauf die Experten des Kuratoriums heuer

explizit hinwiesen: „Der Anteil unverletzter

Menschen, die einen Notruf absetzten und

geborgen werden mussten, hat in den letzten

zehn Jahren signifikant zugenommen.“ Meist

würden solche Notrufe von Menschen eingehen,

die „mit den Begebenheiten einer Tour

und den Verhältnissen überfordert sind oder

sich selbst überschätzt haben“. Und eben in

der Folge in eine alpine Notlage geraten sind.

Schon diese Aussage zeigt aber auch eines

– und damit zum positiven Teil dieser

Geschichte: Sehr viele Notfälle ließen sich

bei sorgfältiger Planung und vernünftigem,

risikobewusstem Vorgehen verhindern. Und

das wiederum ist gar nicht schwierig oder

besonders aufwändig – man muss einfach

wissen, wie. In den folgenden sieben Punkten

fassen wir, mithilfe des Bergführers und

Naturfreunde-Experten Martin Edlinger die

Sicherheits-Basics im Sommer-Bergsport zusammen.

Fotos: istock, Martin Edlinger

24 SPORTaktiv


I. TOUREN GUT PLANEN

Viele Sicherheitsprobleme und Unfälle

in den Bergen gehen auf fehlende oder

schlechte Tourenplanung zurück. Jede

Tour im Gebirge gehört geplant, auch

jene auf Wegen, die man gut kennt. Im

Grunde sind es bloß vier Punkte, die

dabei zu beachten und in Einklang zu

bringen sind.

• Die „Kenndaten“ der Tour – Länge,

Höhenmeter, Gehzeiten, Schwierigkeiten

und Schlüsselstellen, Wegzustand,

Schutzhütten am Weg;

• eine realistische Einschätzung, ob

Fitness und Können aller Gruppenmitglieder

für die gewählte Tour reichen

(mehr dazu siehe Punkt II);

• ganz wichtig: Die Wetterprognose;

(Punkt III)

• die benötigte Ausrüstung muss in einsatzfähigem

Zustand und vollzählig sein

(siehe Punkt IV).

Falls die gewünschte Tour nicht in

Gehstunden angegeben ist, kann

man für die Wegzeit-Berechnung

eine altbewährte Faustformel anwenden:

Für vier Kilometer Strecke

ist eine Stunde zu veranschlagen,

und für 300 Bergauf- oder 500

Bergab-Höhenmeter ebenfalls eine

Stunde. Beide Werte werden addiert,

der kleinere der beiden aber nur zur

Hälfte gerechnet.

Beispiel: 8 km Wegstrecke mit 600

Bergauf-Höhenmetern: 2+2 Stunden,

ein Wert aber nur zur Hälfte

gerechnet=3 Stunden.

MARTIN EDLINGER

ist staatlich geprüfter Berg- und

Skiführer, Abteilungsleiter für

Bergsport bei den

Naturfreunden Österreich.

II.

FITNESS GUT

EINSCHÄTZEN

Unterwegs jederzeit körperliche Reserven für Unvorhergesehenes

zu haben, ist ein wesentlicher Sicherheitsfaktor.

Anders ausgedrückt: Fit genug für

eine Unternehmung in den Bergen zu sein, bedeutet

nicht, diese am letzten Zacken zu schaffen.

Viele Unfälle beim Wandern passieren etwa durch

Stolpern, und das hat ebenso stark mit Ermüdung

wie mit nachlassender Aufmerksamkeit zu tun. Die

häufigste Todesursache im Bergsport sind überhaupt

Herz-Kreislauf-Erkrankungen – auch unter diesem

Aspekt gilt es, den eigenen Fitness- und Gesundheitszustand

realistisch einzuschätzen.

Auch hier gibt es eine Faustregel: Wer eine Stunde

joggen oder in hügeligem Gelände mit Bergauf- und

Bergabpassagen flotter gehen und dabei noch plaudern

kann, verfügt auch über die nötige Grundfitness

fürs Wandern in den Bergen. Wichtig ist auch,

nicht gleich mit einer schwierigen Tour in die Saison

bzw. den Urlaub zu starten, sondern sich erst eine

einfache vorzunehmen und dann Schritt für Schritt

zu steigern. So bekommt man schnell ein Gefühl

dafür, was man sich selbst zutrauen kann.

SPORTaktiv

25


III.

DAS WETTER BEACHTEN

Das Wetter ist ein wesentlicher Sicherheitsfaktor.

Eine exakte Prognose einzuholen, gehört fix zu jeder

Tourenplanung. Spezielle Bergwetterdienste sind als

Informationsquelle die ideale Wahl, etwa die Wetterdienste

von alpinen Vereinen wie den Naturfreunden

oder die Bergwetter-Seite der ZAMG. Die erstbeste

Gratis-Wetter-App heranzuziehen, empfiehlt sich

dagegen nicht.

Die Hauptgefahr im Sommer sind Gewitter – und

hier kommt es wiederum auf die Art des prognostizierten

Gewitters an: Wärmegewitter entstehen am

Nachmittag. Da heißt es dann: früh aufbrechen und

zu Mittag wieder im Tal sein. Bei Kaltfront-Gewittern,

die mit einem Wetterwechsel einhergehen, sollte

man auf die Tour dagegen ganz verzichten. Noch

ein Tipp: Auch wenn es strahlend schön ausschaut,

Warnungen ernst nehmen. Wetterumschwünge passieren

in der sensiblen alpinen „Wetterküche“ rasch:

Zwischen wolkenlosem Himmel und Unwetter liegen

oft nicht mehr als 20 Minuten.

IV.

VOLLSTÄNDIGE

AUSRÜSTUNG

Der letzte Punkt der Tourenplanung ist die Ausrüstungsliste.

Weil eben Notfälle in den Bergen

nie auszuschließen sind und Wetterumschwünge

mit Nässe und tiefen Temperaturen gerade bei

schlechter Ausrüstung gefährlich werden können,

sollten folgende Teile bei jeder Tour, auch

im Sommer, mit dabei sein:

• für den Einsatzzweck passende, feste Schuhe

mit Profilsohle

• ein Witterungsschutz für Regen und Wind

• warme Bekleidung, Haube, Handschuhe

• Verpflegung, vor allem genügend Getränke

• Orientierungsmittel – Karte und Routenbeschreibung;

optional zusätzlich elektronische

Helfer wie GPS-Gerät oder eine Tourenapp

am Smartphone

• voll aufgeladenes Mobiltelefon

• Erste-Hilfe-Paket und Biwaksack

V.

MIT RESERVEN

UNTERWEGS SEIN

Noch eine Faustregel: Das Tempo ist richtig

gewählt, wenn alle in der Gruppe noch plaudern

können. Stärkere Gruppenmitglieder

sollten immer auch ein Auge auf Schwächere

haben und darauf achten, dass niemand überfordert

ist. Lieber öfter und kürzer rasten als

eine längere Pause einplanen.

Dasselbe gilt sinngemäß auch fürs Essen

und Trinken: Es ist besser, öfter kleine

Schlucke zu trinken bzw. sich mit kleinen

Essensportionen zu stärken, als unterwegs eine

große Mahlzeit einzunehmen. Ideal wäre es,

gar nie Hunger und Durst zu verspüren, denn

das Gefühl deutet bereits auf einen Energieoder

Flüssigkeitsmangel hin. Vor allem aufs

ausreichende Trinken vergessen viele – bei heißen

Temperaturen kann durchaus ein halber

Liter bis Liter Flüssigkeit pro Stunde verloren

gehen. Für einen etwaigen „Hungerast“ ist es

schlau, einen energiereichen und vom Körper

schnell verwertbaren „Notfallsnack“ parat zu

haben, etwa einen Kohlenhydrat-Riegel.

Auch wichtig: Unterwegs den im Vorfeld

erstellten Tourenplan mit dem „Ist-Zustand“

abgleichen, die Wetter-Entwicklung im Blick

haben. Und immer einen Plan B (Notabstieg,

Schutzhütte, Umkehr …) parat haben für den

Fall, dass etwas Unvorhergesehenes eintritt.

Fotos: istock, Getty Images

26 SPORTaktiv


VII.

NOTFÄLLE GUT MANAGEN

Und wenn wirklich ein Notfall eintritt, heißt es: kühlen

Kopf bewahren. Wie bei jedem Unfall sind es nur drei

wichtige Schritte, die dabei zu beachten sind:

VI.

NICHT DEN DURCHBLICK

VERLIEREN

Das eben Gesagte funktioniert natürlich nur, wenn

man jederzeit weiß, wo man sich befindet. Auch im

digitalen Zeitalter ist die gedruckte Karte dazu die

erste Wahl. Für den Bergsport eignen sich topografische

Karten mit Maßstab 1:50.000 oder 1:25.000.

Eine Karte richtig interpretieren zu können, ist nicht

selbstverständlich, das Abgleichen von Gelände und

Kartenbild übt man am besten nicht erst in einem

unbekannten Gelände.

1. Für eine sichere Umgebung sorgen

Sich selbst und den oder die Verletzten in Sicherheit

bringen (zum Beispiel vor Steinschlag), Folgeunfälle

verhindern.

2. Notruf absetzen

Der Alpinnotruf ist 140, der Euronotruf 112.

Zweiterer funktioniert auch, wenn vom eigenen

Mobilfunkanbieter kein Netz vorhanden ist.

3. Erste Hilfe leisten

Alles zum Thema Erste Hilfe am Berg findest du in

unserem handlichen SPORTaktiv Erste-Hilfe- Guide

für den Outdoorsport. Mehr dazu steht auf der

nächsten Seite.

Gerade beim Bestimmen des eigenen Standorts

oder in einem Notfall, etwa wenn Nebel einfällt,

ist die GPS-Technik ein tolles Hilfsmittel.

Am besten macht man sich mit Kartenlesen,

Orientierung und auch den Möglichkeiten

der GPS-Navigation in den Bergsportarten in

einem Kurs vertraut.

Mehr zur Orientierung und GPS liest du in

einer eigenen Story: Ab Seite 112.

www.tatonka.com/yukon

DIE YUKON-SERIE VON TATONKA

SPORTaktiv

27


HELFEN

IST GANZ LEICHT

WIE SEIT VIELEN JAHREN GIBT ES

AUCH HEUER WIEDER UNSEREN

„ERSTE HILFE GUIDE“. ALS GE-

DANKENSTÜTZE BEI NOTFÄLLEN

GEHÖRT DER GUIDE, DEN WIR MIT

DEM ROTEN KREUZ GEMEINSAM

ERSTELLEN, FIX IN DEN RUCKSACK.

Der „Erste Hilfe

Guide 2018“ liegt

einem Großteil dieser

Ausgabe bei.

Außerdem liegt

er bei den Rotkreuz-

Landesstellen und in ausgewählten

Apotheken auf.

Gegen Versandkosten

kannst du ein Exemplar

direkt bei uns anfordern:

office.sportaktiv@styria.com

Die Basismaßnahmen der Ersten Hilfe

hat (fast) jeder von uns einmal

gelernt. Hättest du das noch gewusst?

Bequem lagern

Lege Verletzte immer so, dass sie sich

möglichst wohlfühlen und möglichst

wenig Schmerzen haben.

Psychisch betreuen

Lass Verletzte nicht allein, sprich beruhigend

mit ihnen und verhindere durch

ruhiges Auftreten, dass Panik aufkommt.

Hör zu und frag Betroffene, wie es ihnen

geht und was sie brauchen.

Atmung erleichtern

Sorge dafür, dass Verletzte leichter atmen

können, zum Beispiel durch Lockern der

Kleidung.

Warm halten

Decke Verletzte, die am Boden liegen,

zu und sorge dafür, dass sie nicht auskühlen.

Viele weitere wertvolle Tipps findest

du in unserem „Erste Hilfe Guide für

den Outdoorsport“, den wir auch heuer

wieder mit dem Österreichischen Roten

Kreuz herausgeben. Auch deshalb, weil

viele Menschen Angst davor haben, bei

Erste-Hilfe-Maßnahmen etwas falsch

zu machen. Dabei kann man im Notfall

nur eines falsch machen: nämlich nichts

zu tun. Zwei Tipps noch dazu.

Erstens: Alle fünf Jahre einen Erste-Hilfe-Kurs

besuchen, wie er vom Roten

Kreuz vielfach in ganz Österreich angeboten

wird (Termine und Anmeldemöglichkeit:

www.erstehilfe.at).

Zweitens: unseren „Erste Hilfe Guide“

besorgen und durchlesen. Der gibt einen

Überblick über alle wichtigen Maßnahmen

der Ersten Hilfe, wie sie im (Outdoor-)Sport

benötigt werden, er erinnert

an einmal Gelerntes und hilft im Ernstfall

auch als „Gedankenstütze“. Dank

des kleinen Formats passt der 60-seitige

Guide danach in jeden Rucksack oder in

die Hosentasche.

Foto: iStock

28 SPORTaktiv


Kleine Wunden?

Desinfiziert+Heilt

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Erste Hilfe

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Entgeltliche Einschaltung

Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.


HEUTE FÜR

MORGEN

BEI OUTDOOR-

AUSRÜSTUNG STEHT

EIN THEMA IN DER

JÜNGSTEN ZEIT IM

BLICKPUNKT:

NACHHALTIGKEIT.

DOCH DAS IST EIN

WEITES FELD: WIE MAN

ALS KONSUMENT DIE

ÜBERSICHT BEWAHRT

UND SICH MIT GUTEM

GEWISSEN FÜR DEN

OUTDOORSPORT

RÜSTET.

VON CHRISTOF DOMENIG

Heute werden

die Weichen gestellt,

damit sie

später noch die

Natur genießen

können. Bewusstsein

dafür

ist vorhanden, es

darf aber auch

noch wachsen.

30 SPORTaktiv


A

ÖKOLOGIE UND UMWELTSCHUTZ

Der Verzicht auf PFC, also auf giftige per- und

polyfluorierte Chemikalien in Outdoorbekleidung, ist

derzeit ein großes Thema. Auch das Zurückgreifen auf

recycelte und aufbereitete Rohstoffe wie Bekleidung

aus PET-Flaschen oder Schuhe aus in den Meeren

gesammelten Fischernetzen.

Foto: VAUDE/Attenberger

ls Outdoorsportler will man die Natur als

Grundlage für seinen Lieblingssport bestmöglich

erhalten. Schön, dass sich dieses Ziel mittlerweile

mit den Bestrebungen vieler Hersteller

von Outdoor-Ausrüstung deckt. „Nachhaltigkeit“

rückt immer mehr ins Zentrum der

Überlegungen. Aber: Was meint der Begriff

eigentlich konkret? PFC-freie Textilien oder

die Verwendung von recycelten Materialien

sind zwei Trends, die sich auf der letztjährigen

Outdoor-Messe (wo die Ausrüstung für diesen

Frühling/Sommer vorgestellt wurde) zeigten.

Doch der Begriff „Nachhaltigkeit“ führt viel

weiter und wird auf unterschiedlichste Art und

Weise ausgelegt. Für den Endverbraucher ist es

oft schon schwer, den Durchblick zu bewahren.

Sogar Profis, die Tag für Tag mit Outdoor-Ausrüstung

zu tun haben, tun sich hier

nicht gerade leicht. Für Gigasport hat sich Katharina

Gether ab Herbst 2016 darangemacht,

den „Nachhaltigkeits-Dschungel“ zu durchforsten

– und für die Verkaufsberater und Kunden

(unter dem Begriff „Wear Fair“) die Thematik

verständlich aufzuarbeiten. „Wir haben uns auf

sechs Gütesiegel geeinigt, die uns am meisten

überzeugen. Wohl wissend, dass auch die Gütesiegel

nicht frei von Kritik sind. Oder dass es

auch Hersteller in der Outdoorbranche gibt,

die ihre gesamte Firmenphilosophie auf nachhaltige

Kriterien ausrichten, aber bewusst auf

Zertifizierungen verzichten“, erklärt Gether.

Der Blick aufs Wesentliche

Auch wir wollen an dieser Stelle einen kleinen

Beitrag zum Überblick im Nachhaltigkeits-Dschungel

leisten – nach dem Motto:

Back to the Basics. Grob gesprochen, lassen

sich die Nachhaltigkeits-Initiativen im Bereich

Outdoor-Ausrüstung in drei Bereiche gliedern:

SOZIALE STANDARDS

Dazu gehören auch, aber nicht nur faire Arbeitsbedingungen

in Fernost. Es gibt auch immerhin einen

zarten Trend zu beobachten, die Fertigung ganz oder

teilweise zurück nach Europa bzw. ins Heimatland zu

holen. Was nicht nur Arbeitsplätze in unseren Breiten

schafft und sichert, sondern aufgrund kürzerer Transportwege

auch ein Umweltthema ist.

TIERWOHL

Merinowolle und Daunen spielen bei Outdoor-

Textilien eine immer größere Rolle – und mit beiden

Themen rückt auch das Thema artgerechte Tierhaltung

in den Blickpunkt.

Mit diesem Vorwissen kann man sich als Konsument

nun schon einmal leichter Gedanken machen, welcher

Bereich der Nachhaltigkeit einem besonders wichtig ist.

Geht es aber konkret darum, sich für den Sport auszurüsten,

dann sind es wieder drei Schritte, die beim „bewussten

Einkaufen“ helfen.

Sich über ein gewünschtes Produkt und die Marke dahinter

informieren. Manche Hersteller richten ihre gesamte Firmenphilosophie

nach Kriterien von Fairness und Nachhaltigkeit

aus, andere einen Teil der Produktpalette. Wieder

andere gar nicht. Es gilt auch im Vorfeld: überlegen, ob

man ein Ausrüstungsteil wirklich braucht; nicht zum Billigsten

greifen, weil man das, was man besitzt, dann auch

möglichst lange verwenden und daran Freude haben soll.

Lieber weniger, aber bessere Teile kaufen und besitzen.

An Gütesiegeln orientieren: Klar – auch Gütesiegel sind

nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber schon ein wichtiger

Punkt, an dem man sich orientieren kann. Hierbei hilft es,

grob Bescheid zu wissen, wofür gängige Gütesiegel stehen

(siehe hinten).

Einmal angeschaffte Produkte pflegen und möglichst lange

verwenden. Erst im Anlaufen, aber sicherlich ein großes

Zukunftsthema: Outdoor-Ausrüstung nach Ende ihrer

Lebenszeit wieder in den Wiederverwertungs-Kreislauf

zurückzuführen.

SPORTaktiv

31


GÜTESIEGEL-GUIDE

GOLD FISH

AUSTRIALPIN.AT

Auf diese Gütesiegel treffen Outdoorsportler oft: Was sie

bedeuten und für welche Werte sie stehen.

FAIR WEAR FOUNDATION

Diese gemeinnützige Organisation verfolgt das Ziel angemessener

Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie.

Heißt: Existenzsichernde Löhne und faire Arbeitszeiten,

Sicherheit am Arbeitsplatz; verbindliche Arbeitsverträge

oder Versammlungsfreiheit müssen gewährleistet sein.

Diskriminierungen jeder Art sind streng verboten.

Mitgliedsbetriebe der Fair Wear Foundation und deren

Lieferanten stehen unter strenger Beobachtung.

TEXTILES VERTRAUEN NACH

OEKO-TEX STANDARD 100

„Geprüft auf Schadstoffe“ steht am Logo: Beim Öko-

Tex Standard 100 geht es folglich um Schadstofffreiheit

in Textilien. Durch dieses unabhängige Zertifizierungssystem

werden Textilien nicht nur auf gesetzlich

verbotene, sondern auch auf andere gesundheitsbedenkliche

Stoffe geprüft. Beim weiterführenden Label

„Öko-Tex – Made in Green“ sind zusätzlich auch die

Arbeitsbedingungen auf soziale Verträglichkeit hin

überprüft.

BLUESIGN

Das Schweizer Unternehmen prüft und bewertet die

Umweltbelastungen während des gesamten Produktionsprozesses

von Textilien. Fünf Prinzipien werden

mit einbezogen: Immissionsschutz, Gewässerschutz,

der Umgang mit Energie und Rohstoffen, der Verbraucherschutz

und die Arbeitssicherheit.

GOLD FISH Autotuber im Set mit

HMS RONDO Autolock Selfie mit robustem

Hard Coat TM Finish für

vielfach längere Lebensdauer.

PFC FREI

Perfluorierte und polyflourierte Chemikalien werden

sowohl in der Herstellung von wasserdichten Membranen

als auch beim Imprägnieren eingesetzt, um

eine schmutz- und wasserabweisende Wirkung zu

erzielen. Die Chemikalien werden in der Natur nur

sehr langsam abgebaut und wurden auch an entlegenen

Regionen der Welt schon nachgewiesen. Mittlerweile

gibt es PFC-freie Alternativen, die sehr gut

funktionieren – meinen zumindest die Hersteller, die

auf PFC-Freiheit setzen.

Foto: Outdoor-Show.de


BIO-BAUMWOLLE (ORGANIC COTTON)

Das Zertifikat für Bio-Baumwolle garantiert den ökologischen

Anbau der Wolle. Es darf nur mit natürlichen

Düngemitteln gedüngt werden und es wird von

Hand geerntet. Zum Schutz vor Schädlingen ist eine

Fruchtwechsel-Wirtschaft vorgeschrieben.

WOLLE AUS ZERTIFIZIERTEN

ZULIEFERBETRIEBEN

Merinowolle wird als funktionelle Naturfaser und

damit nachwachsender Rohstoff zum immer beliebteren

Rohstoff, um funktionelle Kunstfasern ganz oder

teilweise zu ersetzen. Ein Problem ist das Mulesing, ein

für die Schafe schmerzhaftes Verfahren, das von manchen

Züchtern angewandt wird, um Schädlingsbefall

zu verhindern. Die meisten Hersteller von Merinobekleidung

aus der Outdoorbranche setzen daher auf

Wolle aus zertifizierten Betrieben, um dieses Mulesing

CAR_Anzeige_05-2018.pdf

auszuschließen.

1 5/28/2018 2:19:42 PM

RESPONSIBLE DOWN STANDARD

Die US-amerikanische NGO „Textile Exchange“

gibt für dieses weltweit gültige Siegel Mindeststandards

bei der Gewinnung von Daunen vor. Es

will sicherstellen, dass die Enten und Gänse, von

denen Daunen gewonnen werden, gemäß diversen

Tierwohl-Kriterien gehalten werden. Es werden

beispielsweise keine lebenden Tiere gerupft und es

findet keine Zwangsernährung statt.

Auch wenn noch viel zu tun ist: Der „grüne Weg“,

den die Branche eingeschlagen hat, wird sicher

weitergehen. Das wird sich schon bei der Outdoor

2018 zeigen: Die Branchenfachmesse findet von 17.

bis 20. Juni in Friedrichshafen statt, SPORTaktiv ist

vor Ort – und wird in

der nächsten Ausgabe über die Trends für den Outdoorsommer

2019 berichten.


URLAUBSRAUM

MIT ZUKUNFT

PROF. MAG. PETER

ZELLMANN

leitet das Institut für Freizeitund

Tourismusforschung (IFT)

in Wien, das seit vielen Jahren

den jährlichen „Freizeitmonitor“

und die „Österreichische

Tourismusanalyse“ erstellt.

Als Lebensstil- und Zukunftsforscher

berät Zellmann

zahlreiche Unternehmen.

www.zukunftsthemen.at

UNSER OUTDOORGUIDE IST

IMMER AUCH EIN FÜHRER DURCH DIE

SOMMERURLAUBSANGEBOTE

IM ALPENRAUM. WIE DER

TOURISMUS AM BERGSPORT HÄNGT;

UND WIE IN NAHER ZUKUNFT

BERGURLAUBE AUSSCHAUEN KÖNNTEN:

DAS HABEN WIR BEIM TOURISMUS-

UND ZUKUNFTSFORSCHER

PETER ZELLMANN ERFRAGT.

VON CHRISTOF DOMENIG

Fotos: iStock, Privat

34 SPORTaktiv


S

chnell ein paar Fakten: Die rund 144

Millionen Nächtigungen im österreichischen

Tourismusjahr 2017 bedeuteten

einen Allzeit-Rekord. Die Nächtigungen

verteilten sich fast zu gleichen Teilen auf

Sommer und Winter. Und beide Saisonen

wuchsen in den letzten Jahren – der

Sommer noch eine Spur mehr. „In den

15 Prozent des BIP, die die Statistik für

die Tourismus- und Freizeitwirtschaft

ausweist, ist zudem eine Vielzahl von

indirekten Effekten nicht enthalten. In

Wahrheit dürfte der Tourismus-Anteil

am BIP bei rund 25 Prozent liegen“,

rechnet der Experte Peter Zellmann vor.

Und dennoch: Es ist beim Sommertourismus

im Alpenraum noch Luft nach

oben – davon ist Zellmann überzeugt.

Sommer und Winter im Vergleich

Ohne Berge und Bergsport wäre der

Wirtschaftsmotor Tourismus jedenfalls

kaum denkbar. Sommers wie winters.

Einen wesentlichen Unterschied zwischen

den Saisonen gibt es aber: Der

Winter ist „zu 80 Prozent vom Skifahren

geprägt“, weiß Zellmann. Auch wenn

eine breitere Themenstreuung im Wintertourismus

immer wieder angestrebt

wird – gelungen ist sie bis jetzt nicht.

Da ist man im Sommer, wenn man so

will, traditionell weiter, die Abhängigkeit

von einem einzigen Thema ist nicht

so groß. Bergurlaub, das ist Wandern,

Klettern, Mountainbiken, Schwimmen:

„Die Kombination zwischen See und

Berg ist ein typisch österreichisches Alleinstellungsmerkmal.“

Und noch einiges

mehr. „Der monosportive Urlauber,

so wie der Skifahrer im Winter, ist im

Sommer die Ausnahme.“

Selbstläufer ist die Sommersaison für

die Alpen-Touristiker deshalb aber keineswegs.

„Der typische Sommerurlauber

ist entsprechend spontan, sehr flexibel

und will Unterschiedliches ausprobieren.

Viele ändern ihre Urlaubsidentität von

Jahr zu Jahr. Die Entscheidung für eine

bestimmte Art von Urlaub fällt kurzfristig“,

erklärt Zellmann.

Wo sich Winter- und Sommerurlauber

dann wieder treffen, sind die Ausgaben.

Und zwar dann, wenn man den Preis für

die Skikarte von rund 50 Euro pro Tag

abzieht: 110 Euro gibt der durchschnittliche

Sommergast täglich aus, 160 Euro

der Wintergast.

Die Suche nach Erlebnissen

Was schon länger zu beobachten ist und

wovon der Tourismus im Alpenraum

deutlich profitiert: Einerseits orientiert

sich die Gesellschaft in Richtung Natur

und anderereits sind die Menschen auf

der Suche nach Erlebnissen. Die Frage,

ob die Berge stärker als Erholungs- oder

als Erlebnisraum wahrgenommen würden,

stelle sich so aber nicht. „Es geht

immer um beides.“

Zellmann präzisiert, was „Erlebnis“

meint: „Das darf nicht mit Action

gleichgesetzt werden. Was als Erlebnis

empfunden wird, bestimmt der Mensch:

Ein Open Air kann genauso ein solches

sein wie eine Sonnenaufgangswanderung.“

Und: „Beides, Naturorientierung

und Erlebnisorientierung, wird sich

auch in Zukunft sicherlich fortsetzen.“

High Touch und Hightech

Um spontane und flexible Gäste immer

wieder zu gewinnen, reichen Natur und

gebotene Erlebnisse nicht aus: „Wir

leben in einer Dienstleistungsgesellschaft

– der Tourismus ist der größte

Dienstleister überhaupt.“ Es beginnt

schon bei der Wahl des Urlaubsziels:

„Die große Chance von Reisebüros ist,

vom Massenveranstalter zum individuellen

Urlaubsberater zu werden. Beratungsleistungen

müssen heute generell

allen Dienstleistungsbranchen etwas

wert sein. Kundenbindung über eine

regelmäßige Beratung ist auf jeden Fall

die Zukunft“, sagt Zellmann. Nachsatz:

Die Beratung müsse aber auch wirklich

hochwertig sein.

Analog gelte am Urlaubsort: Wo der

Gast auf der Suche nach Erlebnissen

ist, ist persönliche Betreuung ebenso

SPORTaktiv

35


wichtig wie zukunftsträchtig. „Der wichtigste

Kontaktpunkt ist beim Frühstück. Wer als

Gastgeber hier seine Gäste mit Ideen überrascht,

punktet.“ Ebenfalls wichtig: „Die

Liebe zum Detail ist das Um und Auf: Nicht

der große Event, sondern die kleine Freude im

Urlaubsalltag löst positive Emotionen aus –

und macht zufriedene Gäste.“

Zellmann sagt auch: „Persönliche Betreuung

soll man nicht outsourcen. Oder an eine App

delegieren.“ Doch deshalb auf digitale Helfer

gleich zu verzichten, sei auch keine Option.

Sondern es brauche wieder beide vermeintlichen

Kontrapunkte: smarte Technik genauso

wie den zwischenmenschlichen Kontakt.

„High Touch ist mindestens ebenso wichtig

wie Hightech“, formuliert es Zellmann.

Potenziale liegen noch brach

Wer sich den Sommer-Bergurlaub der (nahen)

Zukunft also irgendwo zwischen Drohnengeschwadern

und seelenlosem Alpen-Disneyland

angesiedelt ausmalt, der liegt doch um einiges

daneben. Für den Experten ist – hinsichtlich

des Urlaubs bis 2030 – doch relativ klar: Was

schon derzeit zu beobachten ist, wird sich

fortsetzen und weiterentwickeln.

Zahlreiche Punkte sprechen jedenfalls dafür,

dass der Sommerurlaub in den Alpen eine

gute Zukunft vor sich hat.

ZUM BEISPIEL


In Zeiten des Temperaturanstiegs sind

eine kühlende Bergwelt und eine intakte

Umwelt wichtige Ressourcen: Wo der Klimawandel

im Winter Sorgen macht, kann

er im Sommer zum Vorteil werden.


Der „Erlebnishunger“ wird sich fortsetzen.

„Eine behutsame Weiterentwicklung

des Angebots wird den Sommertourismus

weiter beleben“, ist Zellmann sicher.


Große Potenziale ortet der Experte in der

Vorsaison und Nachsaison. „Auch Mai

und Oktober sind wunderbare Urlaubsmonate.

Was es braucht, sind gesicherte Wetterprognosen

über 14 Tage – dann werden

viele spontan buchende Gäste in Zukunft

ausweichen.“


Die zunehmende Digitalisierung

spricht für eine weitere Aufwertung

des Outdoor-Naturraumes. Wobei

wiederum gilt: Es heißt nicht „analog“

oder „digital“ – sondern beides.


Auch die Urbanisierung spricht

für eine touristische Aufwertung der

ländlichen Regionen. „Zahlreiche

Regionen mit Potenzial sind noch

nicht annähernd touristisch erschlossen.

Viele Schätze ruhen dort“, formuliert

Zellmann.

PERSÖNLICHE|

BETREUUNG|

SOLL MAN NICHT|

OUTSOURCEN.|

HIGH TOUCH IST|

MINDESTENS SO|

WICHTIG WIE |

HIGHTECH.|

Foto: iStock

36 SPORTaktiv


SUCH DIR DEINEN

URLAUBSORT

VIELE TOURISMUS-

REGIONEN STELLEN

SICH IN UNSEREM

OUTDOORGUIDE

WIEDER VOR. DER

ÜBERBLICK, WO DU

WELCHE REGIONEN

FINDEST:

Was Peter Zellmann Urlaubsanbietern

für eine rosige Zukunft ans Herz legt,

ist außerdem „Vernetzung“. Angebote in

regionalen Räumen sollen sich ergänzen

und aufeinander abgestimmt werden.

Denn der Gast denke nicht in klassischen

Regions-, Bundesländer- oder

Staatsgrenzen – eine Region sei für ihn

vielmehr das, „was in einer Autostunde

vom Urlaubsort aus erreichbar ist.“

Ökologie und Ökonomie

Einen Knackpunkt, der über allem steht,

gibt es aber schon noch: Es müsse gelingen,

den alten Widerspruch zwischen

Ökonomie und Ökologie möglichst

harmonisch aufzulösen. Denn auch hier

dürfe es nicht heißen: entweder – oder.

Sondern beides im Einklang. Schließlich

braucht es sowohl den Naturraum

als Ressource als auch die wirtschaftliche

Grundlage zum Leben in den ländlichen

Naturräumen.

„Die in den Tourismusregionen lebenden

Menschen sind ins Boot zu holen.

Es gilt, eine Tourismusgesinnung

im ländlichen Raum zu schaffen“, sagt

Zellmann. Auch Kritiker müssten dabei

zur Mitgestaltung eingeladen sein,

ein „Drüberfahren“ sei von beiden Seiten

zu vermeiden. Wenn aber nur einiges

vom Angesprochenen gut gelinge,

dann habe der Alpenraum wirklich das

Zeug zum „Tourismus-Weltmeister“ …

38 TIROL

80 SALZBURG

121 STEIERMARK

138 KÄRNTEN

154 NIEDERÖSTERREICH

160 OBERÖSTERREICH

162 SÜDTIROL/ITALIEN

173 BAYERN

179 KROATIEN

SPORTaktiv

37


EVENT-TIPPS:

7.–8. Juli: Die „Enduro One“-

MTB-Rennserie macht in der

Wildschönau Station.

27.–29. September: Da findet

die Wander-Weltmeisterschaft

hier statt.

WILDSCHÖNAU

TOURISMUS

T. +43 53 39/82 55-0

info@wildschoenau.com

www.wildschoenau.com

ERST E-BIKEN,

DANN HIKEN

DIE WILDSCHÖNAU IN

TIROL PUNKTET MIT

ABWECHSLUNGSREICHEN

BIKEROUTEN EBENSO

WIE MIT 300 WANDER-

KILOMETERN. UND BIETET

DAZU PASSEND NEUE,

GEFÜHRTE „E-BIKE AND

HIKE“-TOUREN AN.

Mountainbikeguide, Fahrtechniktrainer,

Bergwanderführer und

waschechter Wildschönauer: Rainer

Schoner hat die neuen „E-Bike and

Hike“-Touren im charmanten Tiroler

Hochtal initiiert und nimmt Gäste

persönlich mit auf diese Touren.

Der Vorteil – neben dem Extraspaß,

den die Kombination zweier unterschiedlicher

Bewegungsarten in der

Natur bieten: Das E-Mountainbike

hilft, für die spätere Wanderung Kraft

zu sparen. Dadurch rücken entlegenere

Ziele in Reichweite. Auch für Personen,

die über keine überdurchschnittliche

Kondition verfügen.

Jeden Freitag stehen in der Sommersaison

die „E-Bike and Hike“-Touren

mit Rainer Schoner auf dem Programm.

Mitmachen können alle ab 16, und

mit der Wildschönau Card, die jeder

Übernachtungsgast bei der Anreise gratis

erhält, ist die Teilnahme kostenlos. Bloß

für das Ausleihen eines E-Bikes inkl.

Helm sind 38 Euro zu bezahlen.

Rainer Schoner ist auch sonst der

perfekte Ansprechpartner, wenn es ums

Biken und E-Biken in der Wildschönau

geht. In seiner „Mountainbike-

Schule Wildschönau“ kann man sein

Können bei Trainings und geführten

Touren verbessern. Jeden Mittwoch

nimmt Rainer Gäste bei einer geführten

E-Mountainbike-Tour mit zu den

schönsten Hochalmen. Die Bikerouten

des Tals kann man aber natürlich auch

auf eigene Faust erkunden, dabei hilft

die interaktive Tourenkarte.

In der Karte sind auch alle 300

Kilometer Wanderwege der Region

verzeichnet. Das Hochtal ist eine

traumhafte Wanderregion, die vor allem

Genusswanderer schätzen – bei Outdoor-Liebhabern

hat die Wildschönau

Geheimtipp-Charakter. Übrigens: Jeden

Werktag geht es (mit Wildschönau

Card gratis) auf geführte Wandertouren.

Übernachten kann man ab 28 Euro in

einer Frühstückspension, ab 45 Euro im

3-Sterne-Hotel mit Halbpension.

Foto: Rainer Schoner

38 SPORTaktiv


SPORTaktiv

39


HOCHGEFÜHL

IN TUX-

FINKENBERG

Von den sanften Wiesen in

Finkenberg bis zum ewigen

Eis des Hintertuxer

Gletschers erstreckt sich

die Ferienregion Tux-Finkenberg.

Dazwischen liegt

ein Wander-Eldorado mit

Hochgefühl-Garantie – mit

eindrucksvollen Gipfeln, tosenden

Wasserfällen, glasklaren

Seen und duftenden

Almwiesen. Letztere schätzen

nicht nur die Menschen.

Tipp: Die eindrucksvolle

Natur- und Kulturlandschaft

kann täglich bei bis zu drei

verschiedenen Themenwanderungen

mit Guides des

Hochgebirgs-Naturparks Zillertaler

Alpen entdeckt werden.

Den Einstieg erleichtern

drei Sommerbergbahnen.

www.tux.at

Foto: Ferienregion Tux-Finkenberg

40 SPORTaktiv


SPORTaktiv

41


INFOS & BUCHUNGEN

HOTEL TAURERWIRT

9981 Kals am Großglockner

T. +43 48 76/82 26

info@taurerwirt.at

www.taurerwirt.at

GUT GERÜSTET

FÜR DEN GROSSGLOCKNER

Das Hotel Taurerwirt in Kals am Großglockner liegt

mitten im Nationalpark Hohe Tauern. Es ist ideal für

sportliche Aktivitäten von Sonnenaufgang bis

Sonnenuntergang. Ein besonderes Highlight 2018

sind die Großglockner-Gipfelwochen.

ANGEBOT

GROSSGLOCKNER-

GIPFELWOCHE

ZWISCHEN 2. JUNI UND

2. OKTOBER

6 Übernachtungen,

Taurerwirt Verwöhnpension,

1 Hüttenübernachtung auf der

Adlersruhe mit Halbpension,

Salat- und Vorspeisenbuffet

und dreigängigen Wahlmenüs am

Abend, freie Benutzung der

Taurerwirt-Wohlfühlräume

1 Großglockner-Gipfelbesteigung

mit einem Kalser Bergführer,

1 Bergsteigermassage

(25 Minuten)

ab € 863,– pro Person

Das Leben am Berg. Der Großglockner

prägt nicht nur die Landschaft im

Kalsertal, sondern auch die Menschen.

Wer einmal auf Österreichs höchsten

Berg möchte, tut das am besten vom

„Basislager“ beim Taurerwirt aus, der

heuer ein ganz besonderes Programm für

die Bergsteiger geschnürt hat, die auf den

Glocknergipfel möchten. Was sonst noch

für den Taurerwirt spricht:

Natürlich verwöhnt …

Küchenchef Sigi genießt es, dich mit regionalen

Produkten zu verwöhnen.

Natürlich vital …

Der „GlocknerSpa“ ist ein Ort der Wärme

und Regeneration. Saunen und Ruheräume,

Massagen und Kräuterbäder oder erfrischende

Kosmetikanwendungen wie das

„Original Taurerwirt Gletscherschliffpeeling“

sind Wohltaten für Körper und Geist.

Natürlich entspannt …

„Schlafen wie die Murmeltiere“ – ein

gesunder Schlaf ist im Urlaub sehr

wichtig. Umso mehr, wenn es Großes zu

leisten gilt. Die Lage am Ende des Tales

garantiert Ruhe und Entschleunigung.

Natürlich umweltbewusst …

Der gewissenhafte Umgang mit

Naturressourcen, Umweltbewusstsein und

Regionalität liegen der Gastgeberfamilie

seit Generationen am Herzen.

Natürlich aktiv ...

Die Mitglieder der Gastgeberfamilie sind

von Kindesbeinen an sehr naturverbunden.

Sie begleiten ihre Gäste zu allen Jahreszeiten

als Wander- und Naturführer,

Fischer und Jäger in die einmalig schöne

Natur des Nationalparks Hohe Tauern.

Fotos: Taurerwirt, Großglockner ULTRA-TRAIL®

42 SPORTaktiv


The Future of Rainwear

Stell Dir vor….

• diese Jacke hält auch nach häufigem Tragen trocken

und muss nicht nachimprägniert werden,

• diese Jacke bleibt dauerhaft atmungsaktiv,

• diese Jacke ist besonders nachhaltig und umweltfreundlich hergestellt.

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100% PFC frei

von der Imprägnierung

bis zum Reißverschluss

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nachhaltig und

besonders robust

Wasserdicht

20.000mm Wassersäule

Atmungsaktiv

20.000 MVTR

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gefärbtes Garn

spart Wasser, Energie

und CO 2 in der Produktion

Innovative High Definition

Finish Imprägnierung

wird direkt ins Garn

eingearbeitet und hält

permanent

Men’s & Wm’s Eclipse Jacket


DIE WILDE

KAISERIN

TÜR AUF ZUM HANS-BERGER-HAUS IM

TIROLER KAISERTAL: SILVIA HUBER (55)

PLAUDERT ÜBER DEN ALLTAG ALS HÜTTENWIRTIN,

16-STUNDEN-TAGE UND WANDERNDE BÜCHER.

DABEI KÖNNTE SIE HEUTE POLITIKWISSENSCHAFTERIN

SEIN. „ICH BEREUE NICHTS.“

VON CHRISTOPH HEIGL

Die Kontraste werden es wohl sein.

Tiroler Almhütte mit Bergsteigerschule

trifft auf TippTopp-Internetauftritt,

ein Sozialprojekt in

Nepal und eine Hüttenwirtin mit Standard-Abo.

Und die Hüttenwirtin im Besonderen

schafft es, die schroffe, felsige

Umgebung mit umso größerer Herzlichkeit

zu entschärfen. „Gastfreundschaft

ist eine Herzensangelegenheit“, steht auf

der Homepage des Hans-Berger-Hauses,

in dem Silvia Huber die Chefin ist. Genauer

gesagt „Herrin der Lage“, so heißt

es auf einem Schild über der Tür. Und

daneben als gut gemeinte Warnung:

„Viele Köche verderben die Köchin.“

Hier am Wilden Kaiser regiert die

55-Jährige als „Wilde Kaiserin“.

Es ist ungewöhnlich, was Huber hier

im Kaisertal nahe Kufstein auf 936

Metern Seehöhe, zweieinhalb Stunden

Fußmarsch vom letzten Parkplatz entfernt,

anbietet. Seit sie sechs Jahre alt ist,

lebt sie hier oben, reifte schon als Junge

neben ihrem Papa, der Bergsteigerlegende

Adi Huber, zu einer hervorragenden

Kletterin und führte Haus und angeschlossene

Bergsteigerschule ihres 2015

verstorbenen Vaters weiter.

Ihr Vater stammte aus dem obersteirischen

Palfau, war Bürgermeister,

Ausbildungsleiter bei der Bergrettung

und schaffte 1971 die Erstbegehung

des 7751 Meter hohen Dhaulagiri II

im Himalaya. „Er war extrem belastbar,

das habe ich wohl von ihm“, sagt seine

Tochter Silvia und lacht.

Ihre Arbeitstage beginnen um 6.30

Uhr mit dem Frühstück für die Gäste

und enden nach 22 Uhr mit dem

Abendessen und einem Tratscherl in

der Stube. „16-Stunden-Tage sind keine

Seltenheit“, sagt sie. Und, nur um das

klarzustellen: sieben Tage Arbeit in der

Woche. „Sechs Monate im Jahr sind

wir auf der Hütte und da geht es quasi

ohne Pause durch. Vielleicht schauen als

Highlight drei, vier freie Tage raus, da

Foto: Kufsteinland.com/Lauk.at

Foto: Blindtext

44 SPORTaktiv


SILVIA HUBER

ist Hüttenwirtin und Köchin

im Hans-Berger-Haus der

Naturfreunde im Kaisertal

bei Kufstein (T)

www.bergsteigerschule.at

SPORTaktiv

45


entlastet mich mein hervorragendes

Team.“ Im Winter beschäftigen sie die

Organisationsarbeit, die Buchungen

(80 % ist bis Anfang Mai fixiert) sowie

Vor- und Nacharbeiten. Ein Job fast

rund um die Uhr. Wie hält man das

aus? Von ihrem Vater bekam sie neben

der Ausdauer auch einen wertvollen

Tipp: „Wenn du das aushalten willst,

musst du einmal im Jahr für vier Wochen

abhauen. Und das mache ich.

Wenn i weg bin, bin i weg.“ Vier Wochen

im Spätherbst lässt sie die Hütte

Hütte sein und tankt neue Energie.

Kein Gesudere

Silvia Huber macht aber noch viel

mehr: Sie bietet Ladies-only-Kletterkurse

an, mit der Kufsteiner Autorin

Brigitte Weninger Schreibseminare

und das „Frauen.Berge.Projekt“, auch

Seminare für Mann und Frau („Zeit.

Genuss“). Zu Saisonbeginn gibt es

Kochworkshops samt Wanderungen,

wo die Kräuter der Saison gleich zu

Girschknödeln oder Brennnesselspinat

verarbeitet werden. „Wir arbeiten regional

und nachhaltig. Das sagt zwar

eh jeder, aber der Ochs hat bei uns

keine 20 Kilometer zwischen Bauernhof,

Metzgerei und Teller.“ Huber ist

mit Leib und Seele Hüttenwirtin und

mit Begeisterung Köchin. „Ich koche

einfach gerne. Leider habe ich zu wenig

Zeit. Müsste ich nur kochen, einkaufen

und Menüs zusammenstellen,

wäre ich der glücklichste Mensch der

Welt. Deshalb kann ich das Gastronomie-Gesudere

gar nicht mehr hören“,

sagt Huber. „Leute, machts, was ihr

gerne tuts! Dann haltet man alles aus.

Die meisten sind halt zu feig dafür“,

meint die Herzliche, die auch eine

Resolute sein kann. „Nicht alle Gäste

kommen mit unserer Offenheit und

Direktheit klar.“

Der Weg als Hüttenwirtin wurde ihr

scheint’s in die Wiege gelegt. Dabei

hatte sie anderes im Kopf. Nach Matura

und Tourismuskolleg wollte Huber

eigentlich Politikwissenschaften studieren.

„Ich hatte die besten Zeugnisse,

alle haben mich um meine Chancen

,,

beneidet.“ Doch der rigide Stundenplan

ließ sich nicht mit der Mithilfe im

Hans-Berger-Haus vereinbaren. Mit nur

26 Jahren übernahm sie schließlich das

Haus. „Ich war noch sehr jung, aber ich

habe es bis heute nie bereut.“ Nur eben

die erwähnte Auszeit muss sie sich zwischendurch

nehmen, damit im Wohnsitz

unten im Kufsteinerland auch Zeit

für die Familie (Lebenspartner, Mutter,

erwachsener Sohn) bleibt.

Nahrung für den Kopf

In der 2009 generalsanierten Hütte gibt

es auch eine Bibliothek, damit die Gäste

nicht nur für den Magen und Rest-Körper,

sondern auch für den Kopfinhalt

etwas bekommen. „Unsere Gäste können

MÜSSTE ICH NUR

KOCHEN, WÄRE ICH

DER GLÜCKLICHSTE

MENSCH DER WELT.


lesen“, lacht sie, „und eben nicht die herkömmliche

Hüttenliteraratur.“ Die „erste

Gipfelbibliothek der Welt“ hat auch

einen wunderbaren Ableger: Nach dem

Motto „Literatur in der Natur“ gab Huber

ihren Bergführern in wetterfesten Taschen

25 Bücher mit, die sie auf den Gipfeln

der Region hinterlegten. Darin findet

sich eine Notiz: „Als Finder musst du das

Buch lesen, dich dann bei uns melden

und das Buch an einen anderen Gipfel

bringen.“ So begannen faszinierende Reisen

über die Landes- und Staatsgrenzen

hinaus. Bis nach Südafrika, Peru und Nepal

haben es die literarischen Werke dank

Hubers Gipfelbibliothek geschafft.

Zimmer und Lager haben in Summe

50 Betten, 90 Prozent der Gäste kom-

Fotos: Kufsteinland.com/Lauk.at

46 SPORTaktiv


men interessanterweise aus Deutschland,

vorwiegend Mittel- und Norddeutschland.

Die bleiben dann zum Wandern

auch eine ganze Woche. „Generell haben

wir eine bunte Gästeschicht, individuelle

und besondere Gäste. Gastgeber

und Gäste müssen sich irgendwie ansprechen.“

Statt Stornogebühren gibt es

oben im Kaisertal übrigens die freundliche

Bitte nach der Spende für das Sozialprojekt

„Namaste“ in Nepal. Dort hat

sich schon Hubers Vater mit Projekten

für Sherpa-Familien eingesetzt.

Für die ganz Kleinen gibt es im

Hans-Berger-Haus einen Spielplatz, für

Größere eine Boulder-Anlage. Apropos:

Beim Bouldern sieht man auch Silvia

Huber noch ab und zu. Nur die richtige

Kletterei hat sie mittlerweile gelassen.

„Das raubt so viel Energie in der Planung.“

Die steckt Huber lieber in die

Bewirtung ihrer Gäste.

„Was ich nicht erlernt habe, das habe ich erwandert.”

Johann Wolfgang von Goethe

Warth-Schröcken Tourismus Sebastian Stiphout

SKI- UND WANDERHOTEL

****Superior Ski- und Wanderhotel Jägeralpe // Familie Jäger

Hotel Jägeralpe GmbH, Hochkrumbach 5, 6767 Warth am Arlberg,

Österreich, Tel.: +43 5583 4250 // www.jaegeralpe.at

Bergsommer beim Wanderprofi.

www.jaegeralpe.at


DER

GROSSE

IM HINTERGRUND

JEDER WEISS, DASS REINHOLD MESSNER UND PETER

HABELER AM 8. MAI 1978 DIE ERSTEN MENSCHEN OHNE

FLASCHEN-SAUERSTOFF AM MOUNT EVEREST WAREN.

KUNDIG FÜHLT SICH, WER ROBERT SCHAUER ALS

ERSTEN ÖSTERREICHER TITULIERT, DER AM 3. MAI 1978

AM DACH DER WELT STAND. NUR INSIDER WISSEN, DASS

WOLFGANG NAIRZ GEMEINSAM MIT SCHAUER UND

HORST BERGMANN „OBEN“ WAR. UND DASS ER DIE

EXPEDITION DER REKORDE VOR 40 JAHREN GELEITET HAT.

VON OLIVER PICHLER

Sein nächstes Ziel? 100 Mal Nepal!

Wolfgang Nairz war immer schon

ein Mann großer Pläne. Auch

vor 40 Jahren lag sein Ziel in Nepal.

In 8848 m Höhe. Der Mount Everest.

1978 führte der Tiroler die Expedition

an, bei der es Reinhold Messner und

Peter Habeler erstmals ohne künstlichen

Sauerstoff auf den Gipfel des höchsten

Berges der Welt schafften. Und Nairz

selbst war der 60. Mensch am Everest.

Ehrensache, dass der Termin seines 100.

Nepal-Trips bereits feststeht: November

2019. Zu seinem 75. Geburtstag.

Fotos: Archiv Wolfgang Nairz

48 SPORTaktiv


Was fasziniert dich bis heute an den Bergen?

Früher war es mein Ehrgeiz, große schwere Touren

zu machen und hohe Berge in den Alpen genauso

wie in den Weltbergen zu besteigen. Abenteuerlust

und alpinistisch etwas Besonderes leisten zu wollen,

standen im Mittelpunkt. Heute sind Freude

an der Natur und Lust an der Bewegung meine

Motivation. Die Berge werden mit zunehmendem

Alter „höher“. Deshalb bin ich abseits der Extreme

unterwegs. Wichtig ist, dass man sich machbare

Ziele steckt.

Was verstehst du unter „machbaren Zielen“?

Man soll seinen Glückshorizont so gestalten, dass

man ihn erreichen kann. Dann wird man in den

Bergen, egal, wie hoch und wie schwierig sie sind,

Faszination, Glück und Begeisterung erleben. Man

soll ambitioniert dabei sein, ohne sich zu überfordern

oder sich zu großen Risiken auszusetzen.

Links oben: Wolfgang Nairz mit Reinhold

Messner (links). Großes Bild: Das

Everest-Basislager ist heute ein Dorf.

Bild oben: Nairz (rechts) am Gipfel mit

Robert Schauer.

Hast du Lieblingsberge, auf die es dich immer

wieder zieht?

Ich habe im Stubaital eine kleine private Alm. Sie

ist mein Kraftplatz. Hier tanke ich Energie, finde

SPORTaktiv

49


EXPEDITION

DER REKORDE


Dauer: Ende Februar – Anfang

Juni 1978


12 Teilnehmer, 20 Träger


Teilnehmer (9 davon am Gipfel):

Horst Bergmann ( ), Peter

Habeler, Helmut Hagner,

Reinhard Karl ( ),

Josef Knoll ( ), Raimund

Margreiter, Reinhold

Messner, Wolfgang Nairz,

Oswald Oelz, Franz Oppurg ( ),

Robert Schauer, Hanns Schell

HÖHEPUNKTE


3. Mai: Horst Bergmann,

Wolfgang Nairz und Robert

Schauer als erste Österreicher

am Gipfel. Nairz als

erster Expeditionsleiter

am Gipfel. Dreh des ersten

16-mm-Films am Gipfel

durch Bergmann


8. Mai: Reinhold Messner und

Peter Habeler – die ersten

Menschen ohne Flaschen-

Sauerstoff am Gipfel


11. Mai: Reinhard Karl – erster

Deutscher am Gipfel

13. Mai: Franz Oppurg – erster

Solo-Gipfelsieg

Ruhe und Erholung. Und von Innsbruck

aus sind die Nordkette sowie

die Kalkkögel in den Stubaier Alpen

meine Favoriten.

Stichwort Massen am Berg und

Modeberge?

Die Modeberge als plakative Sehnsuchtsziele

sind nicht zu verteufeln. Es

gibt sie in den Alpen genauso wie im

Himalaya. Großglockner, Matterhorn

oder Mont Blanc zählen dazu, wie auch

der Everest. Sie haben enormen Zulauf.

Doch wer sich Stille und Ruhe in den

Bergen wünscht, findet sie mehr denn

je. Abseits der großen Namen gibt es

wunderschöne, einsame Gipfel. Und

selbst am Glockner gibt es Zeiten, speziell

im Frühjahr und Herbst, zu denen

man alleine unterwegs ist.

Was möchtest du einem ambitionierten

Bergsteiger mit auf den Weg

geben?

Höhenbergsteigen ist ein logisches

Ziel. Die Schritte dorthin so zu setzen,

dass binnen kurzer Zeit auf den Patscherkofel

der Großglockner folgt und

darauf dann der Mont Blanc sowie der

Kilimandscharo und dann gleich der

Everest folgen müsse, halte ich für nicht

richtig. Man soll sich langsam an die

Berge herantasten und sie genießen.

Auf Basis einer guten Ausbildung sollte

man zuerst bei uns das Bergsteigen

optimieren, um sich dann an die hohen

Berge der Welt heranzuwagen.

Was unterscheidet das Bergsteigen

am Everest von heute mit dem vor 40

Jahren?

Die Menge der Bergsteiger am Everest

und die Dauer der Expeditionen haben

sich deutlich verändert. Wir waren 1978

die einzige zugelassene Expedition, für

die wir bereits sechs Jahre zuvor angesucht

hatten. Heute ist das Basislager

ein belebtes „Dorf“ mit über 1000

Menschen. Es gibt ein Internet-Café

und eine Bäckerei. Wir waren damals

von Ende Februar bis Anfang Juni unterwegs.

Heute wird der Everest-Gipfelsieg

binnen drei Wochen angeboten. Doch

wer sich danach aus dem Basislager per

Hubschrauber ausfliegen lässt, versäumt

viel. Für uns war es nach Monaten im

Eis eines der schönsten Erlebnisse, vom

Basislager talwärts zu gehen und endlich

wieder grüne Wiesen und blühende

Pflanzen zu sehen.

Ist der Aufstieg heute leichter?

Heute sind zwischen Basislager und

Gipfel Fixseile angebracht. Durch den so

gefährlichen Khumbu-Eisfall sind es sogar

zwei Routen – eine hinauf und eine

herunter. Und alle Lager sind fix eingerichtet.

Um Fixseile und Lager kümmern

sich die Sherpas. Sie haben das

Zepter am Everest in der Hand. Durch

ihre Vorbereitungen soll möglichst vielen

Bergsportlern der Weg zum Gipfel

eröffnet werden. Das hat natürlich auch

kommerzielle Gründe.

Wie viele der heutigen Everest-Gipfelsieger

hätten es auch 1978 geschafft?

90 % der heutigen Everest-Bezwinger

wären vor 40 Jahren nicht auf den Gipfel

gekommen. Wir haben alle Lager

selbst eingerichtet, selbst gespurt und,

wo nötig, selbst Fixseile angebracht.

Aufwand und Risiko waren damals viel

größer. Es gab auch keinen Wetterbericht

und die Kommunikation war

schwierig. Funk war nur teilweise vorhanden.

Funkgeräte waren 18 kg schwer.

Und einen Brief oder eine Filmrolle aus

dem Basislager nach Wien zu senden,

dauerte im besten Fall sechs Tage.

50 SPORTaktiv


Stark verändert hat sich die Ausrüstung.

Unsere von damals ist im Museum. Sie ist

mit der Ausrüstung von heute nicht vergleichbar.

Die Schuhe etwa waren 3-teilig.

Ein äußerer Lederschuh, ein zweiter Lederschuh

und innen ein Filzschuh. Sie wogen

je Schuh rund 2 kg.

Wie lässt sich deine Rolle bei der Expedition

1978 beschreiben?

Seit 1972 (Manaslu 8163 m) haben wir als

kleine Tiroler Gruppe gemeinsame Himalaya-Expeditionen

unternommen. Weil ich

damals studierte, wurde ich von den Kollegen

zum Expeditionsleiter bestimmt. Für

den Everest wurde unser kleines Stammteam

aus Reinhold Messner, Oswald Oelz,

Horst Bergmann, Josef Knoll und mir auf

zwölf Bergsteiger erweitert. Besonders freut

es mich, dass wir bis heute in enger Freundschaft

verbunden sind. Deshalb waren wir

acht noch lebenden Expeditionsteilnehmer

im April gemeinsam noch einmal in Nepal.

NAIRZ

HILFT

NEPAL

„Bei Reinhold Messner und mir

steht heute das Bewusstsein,

Nepal etwas zurückgeben zu

wollen, im Vordergrund“, betont

Wolfgang Nairz. Mit der von ihm

geleiteten NepalHilfe Tirol unterstützt

er soziale Projekte. Zuletzt

wurde ein vom Erdbeben 2015

zerstörtes Krankenhaus in Khunde

mit Mitteln der Messner Mountain

Foundation, der NepalHilfe Tirol

und der Himalaya Foundation von

Everest-Erstbesteiger Edmund

Hillary neu aufgebaut.

„Zurück zum Everest 1978–2018

nennt sich ein Bild der renommierten

Tiroler Künstlerin Maria Peters.

Es wurde in limitierter Auflage (100

Stück) aufgelegt und von den acht

lebenden Expeditionsteilnehmern

signiert. Nun wird es zugunsten

der NepalHilfe Tirol für € 220,– angeboten.

Bestellung:

alpinconsult@nairz.at

ES IST EINE

REISE WERT

office@hotel-hubertus.at

www.hotel-hubertus.at


EIN SOMMER

VOLLER FESTE

PURES BERGERLEBNIS WIRD IN

TUX-FINKENBERG MIT FESTEN

UND BRAUCHTUM KOMBINIERT.

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TUX-FINKENBERG

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Buchbar von 23.6. bis

6.10.2018, 7 Nächte inkl. 6

Tage Zillertal Activcard für

alle Bergbahnen, Shuttles

und alle Freibäder;

Preise: von € 259 p.P.

(Appartement) bis € 598 p.P.

(****Hotel mit HP).

Den aktiven Urlaubern wird viel geboten:

Der 422 Quadratkilometer

große Hochgebirgsnaturpark Zillertaler

Alpen mit dem Hintertuxer Gletscher

als Österreichs einzigem Ganzjahresskigebiet,

die vielen Seen, Wanderrouten,

MTB-Strecken, die TUX-Welten – die

Ferienregion Tux-Finkenberg bietet alles.

Doch im Zillertal haben seit jeher

auch Brauchtum und Tradition einen

hohen Stellenwert. Im Sommer vergeht

keine Woche ohne entsprechende

Würdigung im Rahmen eines großen

Festes. Das Bergfeuer (23.6.) zur

Sommersonnenwende ist ein sichtbares

Zeichen, dass der Almsommer

beginnt. Es folgen Schmankerlfeste,

Bike-Challenge, Sommerkonzerte und

Theaterabende, Holzhackmeisterschaft,

Traktorentreffen und Oktoberfest

mit Almabtrieb. Am 4. August bebt

Finkenberg, wenn beim Open Air die

Schürzenjäger ihren Fans mit bestem

Alpenrock einheizen.

Fotos: TVB Tux-Finkenberg/Johannes Sautner/Maren Krings

52 SPORTaktiv


AKTIVER GENUSSURLAUB

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BERGHAUS SUITES

6293 Tux/Tirol

T. +43 52 87/87 36 4

info@hotel-berghaus.at

www.hotelberghaus.at

Herrlich grüne Berge, Bergseen und einladende

Hütten: So schön ist der Sommer in den Zillertaler

und Tuxer Alpen! Als Ausgangspunkt

für Touren bietet sich das Hotel Berghaus

in Tux auf 1400 m Seehöhe bestens an. Du

wohnst in luxuriösen Suites – oder in gemütlichen

Zimmern. Zwei Wanderführer und Chef

Thomas zeigen dir die schönsten Plätze in den

Bergen. Wir legen Wert auf höchste Qualität

unserer verwendeten Lebensmittel, das Lamm-,

Schweine- und Angus-Rindfleisch kommt von

der familieneigenen Landwirtschaft.

BERGHAUS AKTIVPAKET


7 Tage mit Genusspension,

inkl. Wanderproviant


5 geführte Wanderungen, Gratis-Wanderbus

Fotos: Alpinhotel Berghaus


wöchentlicher Grillabend


Buchung auch mit Selbstverpflegung möglich


Kinder bis 14 Jahre im Elternzimmer frei

Ab € 484,– p. P. (Hotel), ab € 634,– p. P. (Suite)

Buchbar von 30. Juni bis 6. Oktober 2018

Kinder bis 14 Jahre sind im Elternzimmer frei!

MOUNTAIN BOOTS

HANDCRAFTED WITH PASSION

WORN AROUND THE WORLD

Mitentwickelt von

der Hanwag

Women’s Alliance

Hanwag Makra Combi Lady GTX ®

Für die echt anstrengenden Etappen! Der bedingt

steigeisenfeste Bergschuh ist ein leichter und doch stabiler

Allrounder. GORE-TEX ® Futter garantiert trockene Füße,

eine aggressive Sohle perfekten Gripp.

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ECHTE HANDARBEIT AUS EUROPA

SPORTaktiv

53


FÜNF GUTE GRÜNDE FÜRS

ZILLERTAL

1 Regionaler Genuss und Zillertaler

Herzlichkeit warten auf 150 Hütten

2 Der Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler

Alpen nimmt über 40 % der Fläche

des Tals ein

3 1400 km ausgewiesene Wanderwege

garantieren Bergerlebnisse für

jedermann

4 Zehn Sommerbergbahnen unterstützen

ausgiebige Panoramawanderungen

und Gipfeltouren auf zahlreiche

3000er

5 Eine Schneeballschlacht im Sommer

auf dem Hintertuxer Gletscher,

Östereichs einzigem Ganzjahresskigebiet

ZILLERTAL TOURISMUS GMBH

Bundesstraße 27d, A-6262 Schlitters

T. +43 52 88/871 87

holiday@zillertal.at,

www.zillertal.at

Foto: Zillertaltourismus/Simon Hausberger

54 SPORTaktiv


OUT

DOOR

NEWS

DIE KOMBI AUS

LEDER UND STRICK

Der Super Leggera Guide GTX von

DACHSTEIN ist mit einer innovativen

Kombination aus Veloursleder

und Strick-Obermaterial das neue

Highlight der Knit-Kollektion.

Features: beste Passform dank

3D-Strickmaterial, Lederelemente,

GORE-TEX-Membran und

Vibram®-Multifilm-Sohle.

www.dachsteinschuhe.com

DAS PACKTIER

Für Abenteuer abseits der

ausgetretenen Pfade: der

Skarvan-Trekking-Rucksack

von VAUDE, ist ein echter

Schwertransporter (70 +

10 Liter). Erstaunlich leicht

und extrem robust, mit

praktischem Wickelverschluss

und individuell verstellbarem

Tergolight-Comfort-

Rückensystem.

www.vaude.com

BLEIBE IMMER

IN KONTAKT

Kommunikation im

Gelände ist nicht

immer einfach. Besser

geht’s mit CEECOACH,

einem Bluetooth-

Kommunikationsgerät,

mit dem bis zu sechs

Personen über eine Distanz

von maximal 500 Metern

miteinander sprechen

können. www.ceecoach.de

HALT IM GELÄNDE|

Der Lycan von LA SPORTIVA

ist ein Trailrunningschuh für

mittlere Distanzen.

Durch die widerstandsfähige

FriXion-Sohle mit Origami-

Einfluss eignet er sich

besondere für felsigen

Untergrund.

www.lasportiva.com/de

Fotos: Hersteller

SPORTaktiv

55


KLOBIG WAR

GESTERN

DER GROSSE TREND

AUF DEM BERG- UND

WANDERSCHUH-

SEKTOR: INDIVIDUALITÄT

UND LEICHTIGKEIT.

STEIFE BÖCKE SIND

DAFÜR LÄNGST PASSÉ

VON KLAUS MOLIDOR

Wandern gilt als Inbegriff des

sanften, entschleunigten

Natur erlebens. Fernab der

Technik klare Luft genießen, sich am

Grün der Wälder erfreuen und ohne

Steigeisen, Pickel, Haken und Karabiner

bis in alpines Gelände vordringen. Zurück

zur Natur im besten Sinne. Allein

– Hightech macht auch vor diesem Segment

nicht halt. Auf dem Schuhsektor

nämlich tut sich einiges. Seit einigen

Jahren schon arbeiten die namhaften

Hersteller daran, die Schuhe leichter,

bequemer und individueller zu machen.

Komfort ist der Schüssel.

„Die Individualisierung wird das große

Thema der kommenden Jahre“, ist

sich Fürtbauer sicher. Die Leute wollen

Schuhe, die perfekt passen und ihnen

das Outdoorerlebnis nicht durch Druckund

Reibestellen vermiesen. „Und der

Handel forciert das Thema, weil es dazu

persönliche Beratung braucht, die es im

Internet nicht gibt.

Vorbei die Zeit der klobigen, schweren

und oft bockigen Wanderschuhe.

Wer hat sie nicht in Erinnerung, die

Druckstellen am Knöchel, die aufgeriebene

Ferse. Es war einmal. Moderne

Wanderschuhe haben viel Gewicht eingebüßt,

ihre Stabilität im Gelände aber

behalten und sind sogar noch bequemer

geworden.

Leicht und robust

Auch Eingehen ist passé. „Die Schuhe

heute sind ab dem ersten Schritt

angenehm“, sagen unsere beiden

Bergsport-Experten, Georg Doppler

von Gigasport und Bernd Fürtbauer

von Intersport unisono. „Und die Gewichtsreduktion

schreitet schon seit ein

paar Jahren stetig voran“, sagt Georg

Fotos: Dachsteinschuhe/Wolfgang Lienbacher

56 SPORTaktiv


EINGEHEN BRAUCHT MAN DIE

SCHUHE NICHT MEHR.

SIE SIND AB DEM ERSTEN

SCHRITT BEQUEM

Die neue Leichtigkeit des Gehens sieht er

aber nicht unreflektiert nur positiv. „Für

längere und schwierigere Wanderungen

empfiehlt sich ein stabileres Modell, weil

der Schuh im unwegsamen Gelände

besser hält. Je länger man unterwegs ist,

desto mehr macht sich so ein Schuh dann

bezahlt.

Doppler. „Wer seinen Bergschuh seit

fünf, sechs Jahren hat und jetzt einen

neuen probiert, merkt ganz sicher einen

Unterschied.“ Bernd Fürtbauer bestätigt

diesen Trend. „Auch die steigeisenfesten

Schuhe werden immer leichter.“

Dachstein zum Beispiel hat schon

seit zwei Jahren den „Super Leggera“

im Programm, einen Wanderschuh,

dessen Obermaterial gestrickt ist.

Schon beim ersten Reinschlüpfen fühlt

sich der Schuh angenehm weich und

komfortabel an. Druckstellen? Beim

durchschnittlichen Fuß keine, denn der

gestrickte Schaft gibt nach und engt den

Fuß nicht ein. Auf leichten bis mittelschweren

Wanderungen ist der Schuh

zu Hause, denn wie der Name schon

sagt, ist er „Super Leggera“, zu deutsch:

„superleicht“. Das mag beim ausgedehnteren

Spaziergang noch nicht ins

Gewicht fallen, auf einer Tagestour über

die Baumgrenze macht sich das bezahlt.

Almboden, kleinere Geröllfelder, schmale

Wegerln – kein Problem. In diesem

Gelände bietet er ausreichend Halt.

In dieser Saison hat der Hersteller

noch einmal nachgebessert und gestrickte

Modelle auch mit Lederelementen

verstärkt. So soll er mehr Halt im Knöchel

bieten. An der Spitze schützt jetzt

eine leichte Folie vor Geröll. Mit diesen

beiden Maßnahmen soll der Aktionsradius

des Strickschuhs noch einmal erweitert

werden. „Durch die vielen Fäden

der Konstruktion ist der Schuh auch

sehr robust und lässt auch nicht gleich

Nässe durch“, erklärt Doppler.

Anpassbarkeit ist Trumpf

Von einer anderen Seite nähert sich Tecnica

dem Thema Komfort. Der für Skischuhe

bekannte Hersteller überträgt das

System der „Customer Adaptive Shape“,

also der kompletten Anpassbarkeit, vom

Winter in den Sommer und hat mit dem

„Forge S“ den ersten anpassbaren Wanderschuh

auf den Markt gebracht. Im Jänner

wurde er auf der Sportartikelmesse ISPO

in München als „Product of the Year“

ausgezeichnet. Fußbett, Schaft und Fersenbereich

können beim „Forge S“ genau an

den Fuß des Trägers angepasst werden.

Andere Hersteller wie Lowa haben

verschiedene Leisten, um schmalen, „normalen“

und breiten Füßen bestmöglichen

Komfort zu bieten. Der „Air Revolution“

von Meindl wiederum hat eine Lasche,

die man per Klettverschluss in der Höhe

verstellen kann und so je nach Risthöhe

die bequemste Position einstellen kann.

„Und ihre Innenschuhe passen sich dank

eines speziellen Schaums durch die Körperwärme

ein wenig an den Fuß an“, sagt

Intersport-Experte Fürtbauer.

Scarpa wiederum macht seine Modelle

mit Sockfit-Konstruktion angenehmer.

Schale und Lasche sind dabei aus einem

Stück, wodurch es potenziell weniger

Druckstellen am Rist und im Sprunggelenksbereich

gibt.

Aber auch Leder bleibt hoch im Kurs.

„Weil es robust ist, weil es traditionell bei

den Bergschuhen zum Einsatz kommt

und weil es mit dem Lederwachs auch sehr

geschmeidig und widerstandsfähig ist“,

sagt Doppler.

Auf dem Sohlensektor ist Vibram immer

noch am weitesten verbreitet. „Viele

greifen aber auch auf Reifenhersteller wie

Michelin oder Continental zurück, weil

die bei den Gummimischungen einfach

die Erfahrung von Auto- und Mountainbikebereifung

haben“, weiß Doppler.

SPORTaktiv

57


KLETTERSPASS FÜR

JEDES ALTER

Der Hornpark in

St. Johann in

Tirol bietet auf

acht Parcours

Erlebnisse für

Jung und Alt. Und

fliegen kann man

dort auch.

TIROL. 85 Elemente, verteilt auf acht Parcours – im Hornpark

Kletterwald ist wirklich für alle Alters- und Könnensstufen

etwas dabei. Los geht es mit der Bergbahn St. Johann

Harschbichl zur Mittelstation. Direkt beim Speichersee

wartet dann der Kletterwald. Wo man auch abheben kann,

denn der im Sommer wie im Winter geöffnete Flying-Fox-

Parcours erstreckt sich über 530 Meter und entführt auf

Höhen von bis zu 21 Meter. Heuer neu ist die Action Card.

Damit kannst du mit der Gondel zum Hornpark fahren,

klettern und danach mit dem MountainCart ins Tal flitzen.

Das Komplettprogramm für einen Action- und Spaßtag.

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WANDERN IN DEN SONNENAUFGANG

Das frühe Aufstehen lohnt sich, wenn es vom Dorfplatz

in Itter über 650 Höhenmeter auf die Kraftalm geht.

TIROL. Am 5. August lädt die Ferienregion Hohe Salve zur

Sonnenaufgangswanderung auf die Kraftalm in Itter. Gemeinsam

mit Wanderführerin Elke geht es über idyllische

Wald- und Wiesenwege zur 1983 errichteten Wallfahrtskirche

Kraftalm auf 1355 Meter. Nach dem Genuss der ersten

Sonnenstrahlen und des Panoramablicks findet eine Morgenandacht

statt, danach gibt es im Alpengasthof köstliche

Frühstücksvariationen. Start ist um 4 Uhr am Dorfplatz in

Itter. Stirnlampe nicht vergessen. Anmeldung und Info:

www.hohe-salve.com/events

Foto ©Coen Weesjes

Fotos: Hornpark, Hohe Salve

»Garantiert 5geführte Wanderungen pro Woche

»Sorgenfrei Wandern mit geprüften Bergwanderführern

»Wellness &Entspannung in ****Hotels

»Rundum-Wanderbetreuung durch

die Gastgeberfamilien

58 SPORTaktiv

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Telefon: +43 6454 7372-0

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DAS

BESTE

AUS 2 WELTEN

DER ORTLIEB GEAR PACK IST RO-

BUSTER PACKSACK UND PRAKTI-

SCHER RUCKSACK IN EINEM UND

SOWOHL IN DEN BERGEN ALS

AUCH AUF DEM WASSER

ZU HAUSE.

ANZEIGE/Fotos: Ortlieb

andern, Stand-up-Paddling, Canyoning,

Schneeschuhwandern

W

– wer sportlich vielseitig ist, braucht

vielseitiges Equipment. Wie den Gear

Pack von Ortlieb. Der vereint das beste

aus zwei Welten und ist ein Hybrid aus

Packsack und Rucksack.

Vom Packsack bringt er die extreme

Robustheit mit. Er ist zudem wasserdicht

und mit dem Rollverschluss

ausgestattet – damit auch von oben

keine Nässe eindringen kann.

Trotzdem lässt er sich mit wenigen

Handgriffen zu einem Rucksack

umfunktionieren. Das Tragesystem ist

komplett abnehmbar und verfügt über

einen Tragegriff und einen Lastenkontrollgurt.

Darüber hinaus ist es – wie

sich das für einen guten Rucksack

gehört – mehrstufig höhenverstellbar.

Dadurch lässt sich der Gear Pack an

jede Rückenlänge optimal anpassen.

Auch Hüft- und Brustgurte lassen sich

bei Bedarf separat abnehmen.

Vorne und an den Seiten kann

außen zusätzlich Equipment befestigt

Robust wie ein Packsack,

praktisch wie ein

Rucksack ist der Gear

Pack von Ortlieb.

werden, wie etwa Stöcke oder

Kompressionsgurte.

Damit man auf anstrengenden

Berg- und Wandertouren nicht

allzu schnell ins Schwitzen kommt,

verfügen die Schulterträger und die

Hüftflossen über Belüftungsschlitze.

Weil das Material besonders

schnell trocknet, eignet sich der

Gear Pack nicht nur gut zum

Wandern und Klettern, sondern

natürlich auch sehr gut für alle

Wassersportarten.

GEAR PACK

Erhältlich in 32 bzw. 40

Liter und drei Farben.

UVP: € 139,99 bzw. 149,99

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SPORTaktiv

59


SCARPA MARMOLADA TREK OD M

wasserdichte OutDry®-Membran

SCARPA-SOCK-FIT-Konstruktion

für eine präzise Passform

Vibram® Sohle

SCARPA-„Drumlin“-Sohlenkon-

struktion für hohen Gehkomfort,

hohe Trittsicherheit und Präzision

PREIS (UVP): € 230,–

www.scarpa.net

LA SPORTIVA STREAM

GTX SURROUND M

leichter Fast-Hiking-Schuh für

schnelle Bergtouren

atmungsaktiv und wasserfest dank

GTX®-Surround®-Technologie

Nylon-Schutznetz verhindert, dass

Geröll in die Zwischensohle gelangt

PREIS (UVP): € 199,–

www.lasportiva.com/de

GARMONT RAMBLER GTX M

orientiert sich an der natürlichen Fußform

und am natürlichen Bewegungsablauf und

unterstützt dadurch die Träger optimal bei

Bewegungstabilisation, Stoßdämpfung und

Vorwärtsbewegung

Heel Lock zur besseren Fersenfixierung

und um Blasen zu verhindern

PREIS (UVP): € 219,99

www.garmont.com

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WANDERSCHUHE FÜR FAST ALLE WEGE|

MAMMUT KENTO HIGH GTX M

Mix aus weichen Innen- und stabilen

Außenmaterialien für Komfort und gute

Anpassbarkeit

2-Zonen-Schnürung

verstärkte, aber flexible Innenseite verhindert

das Umknicken des Fußes bei

voller Bewegungsfreiheit

PREIS (UVP): € 229,–

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DOLOMITE STEINBOCK HIKE

GTX 1.5 M

Wanderschuh für Touren am

Berg und auf Wanderwegen

Schaft aus Stretch-Material

für hohen Tragekomfort

sehr bequem durch die neue

PU-Zwischensohle

PREIS (UVP): € 195,95

www.dolomite.it/at/de

Fotos: Hersteller

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HANWAG TATRA LIGHT GTX W

GORE-TEX®-Futter für

trockene Füße

extraleichte und gut gedämpfte

Sohlenkonstruktion

ergonomischer Schaftaufbau

PREIS (UVP): € 229,99

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SALEWA MS MTN

TRAINER GTX M

GORE-TEX®-Membran

sicherer Halt auf felsigem

Grund und Geröll

OrthoLite-Fußbett

3F-System für perfekte

Passform und Support

PREIS (UVP): € 190,–

www.salewa.com

RAMBLER GTX®

DACHSTEIN SUPER

LEGGERA GUIDE GTX M

gestricktes Obermaterial

für mehr Flexibilität

Lederelemente sorgen für

mehr Stabilität und Schutz

wasserdichte und

atmungsaktive Gore-

Tex-Membran

PREIS (UVP): € 249,95

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Der Bergschuh Rambler GTX® ist überall einsetzbar, von

Rucksacktouren über Zustieg bis zu Reisen in den Bergen: der

authentische Lieblingsschuh für erfahrene Wanderer. Vielseitig

und leicht, eignet er sich für Rücksacktouren, Berg- und

Hüttenwanderungen.

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Garmont International


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HANWAG TATRA II

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aller Zeiten mit Facelift

leichter und dennoch stabiler Aufbau

hoher Tragekomfort

Click Clamps für Zwei zonen-Schnürung

PREIS (UVP): € 249,99

www.hanwag.de

SALOMON X ALP HIGH

LTR GTX M

ein kantenstabiler Schuh mit

gutem Abrollkomfort

3D-Edging-Chassis

Pronationsstütze

hoch geschnitten

PREIS (UVP): € 200,–

www.salomon.com

DACHSTEIN STÜDLGRAT GTX W

bedingt steigeisenfest

Neopren-Schaftabschluss

schützt vor Geröll und Schnee

Perwanger-Velourleder und

Cordura-Mesh

wasserdichte und atmungsaktive

Gore-Tex- Membran

PREIS (UVP): € 299,95

www.dachsteinschuhe.com

SALEWA MS RAVEN 2 GTX M

Gore-Tex-Membran

abriebfestes Obermaterial aus

Mikrofaser und Wildleder

steigeisenkompatible

Vibram-WTC-Sohle

3F-System für perfekte Passform

und Support

PREIS (UVP): € 280,–

www.salewa.com

LA SPORTIVA TX 5 GTX M

stabiler, komfortabler sowie

schützender Schuh

wasserfest und atmungsaktiv dank

Gore-Tex-Membran

Vibram-Mega grip-Sohle mit

Klettersteigzone an der Fußspitze

PREIS (UVP): € 199,–

www.lasportiva.com/de

Fotos: Hersteller

62 SPORTaktiv


VIKING KULING II

optimiertes Schuhklima

bei gleichzeitigem Nässeschutz

dank Gore-Tex-

Surround-Technologie

Lace-Lock-Schnürung für

dauerhaft optimalen Halt

UGC Sohle für Grip auf

fast allen Untergünden

EVA-Zwischensohle zur

Stoßabsorption

PREIS (UVP): € 239,95

www.vikingfootwear.com

AUF 5 ETAPPEN

ZU SICH FINDEN

Auf dem Laufsteg durch die

Kitzbüheler Alpen wandern und

76 Kilometer lang Natur genießen:

Das ist der KAT Walk.

Foto: Mirja Geh / Eye 5

DOLOMITE TORQ GTX 2.0 M

Bergstiefel für gesicherte

Kletterwege und leichtes

Bergsteigen

elastisches Material auf

Schaft und Zunge für mehr

Komfort und Präzision

Vibram-Sohle für optimale

Traktion und Trittsicherheit

PREIS (UVP): € 299,95

www.dolomite.it/at/de

SCARPA RIBELLE OD M

wasserdichte OutDry®-

Membran

SCARPA-SOCK-FIT-Kon-

struktion für eine präzise

Passform

360°-Gummirand für besten

Grip und Schutz

PREIS (UVP): € 330,–

www.scarpa.net

Wer im Pillerseetal ankommt, hat

viel hinter sich. Unzählige Eindrücke,

Ausblicke – und fünf Etappen mit 76

Kilometern und 5000 Höhenmetern.

So lang ist der Kitzbüheler Alpen

Trail, der über die Grasberge der

Kitzbüheler Alpen führt. Am ersten

Tag von Hopfgarten bis Brixen, dann

weiter nach Kirchberg und über die

legendäre Streif nach Kitzbühel und

schlussendlich über St. Johann in

Tirol nach St. Ulrich am Pillersee.

Einfach gehen, dem eigenen Rhythmus

folgen, ganz bei sich sein. Und

dann ragt am Ende das Jakobskreuz

am Horizont auf. 30 Meter hoch

und den Pilgern gewidmet, die das

Pillerseetal auf dem Weg nach Santiago

de Compostela durchqueren.

Besser könnte die letzte Etappe nicht

inszeniert sein. Bei der Einkehr auf

der Winterstelleralm realisiert man es

dann: Man hat den KAT Walk durch

die Kitzbüheler Alpen geschafft.

KITZBÜHELER ALPEN

MARKETING GMBH

Dorfstraße 11, 6365 Kirchberg in Tirol

T. +43/575 07/85 00, info@kat-walk.at

www.kat-walk.at

SPORTaktiv

63


ALLES MIT

DABEI

MIT DIESEN TAGESRUCKSÄCKEN BIST DU|

AUF DEM BERG IMMER BESTENS VERSORGT|

TATONKA STORM 20

X-Vent-Zero-Tragesystem

Deckelfach und seitliche

Einstecktaschen

Trinksystemvorbereitung

höhenverstellbarer

Brustgurt

PREIS (UVP): € 90,–

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ORTOVOX PEAK LIGHT 32

für anspruchsvolle

Hochtouren

vereint Leichtigkeit und

Tragekomfort

dank Swisswool-Tec-

Knit-Back-System hervorragendes

Temperaturmanagement

und hohe

Stabilität

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SALEWA MTN TRAINER 25

körpernahes Tragesystem

verbesserter Feuchtigkeitstransport

und Luftzirkulation

einfaches Komprimieren

der Seiten- und Frontpartie

Bewegungsfreiheit der

Arme

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DEUTER FUTURA 30

neues Aircomfort-Rückensystem

separates Bodenfach mit herausnehmbarem

Zwischenboden

Features wie Regenhülle, Stockhalterung,

SOS-Label, Deckeltasche,

Wertsacheninnenfach,

verstellbarer Brustgurt

PREIS (UVP): € 149,95

www.deuter.com

STUBAI BERGSPORT

TOURENRUCKSACK 30

Pickel- und Stockhalterung

Netz zur Helmbefestigung

gefüttertes Brillenfach/

Smartphonefach

Trinksystem kompatibel

PREIS (UVP): € 139,99

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Fotos: Hersteller

64 SPORTaktiv


JACK WOLFSKIN ORBIT 28

PACK

Zwei-Kammer-Wander-

rucksack

Haupt- und Bodenfach,

9 Taschen und Fächer

2-facher Zugriff auf das

Hauptfach

Regenhülle

PREIS (UVP): € 139,95

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Die neuen

Sporthotels

in den Alpen

ORTLIEB GEAR PACK 32

Hybrid: Packsack & Rucksack

wasserdicht, absolut

robust und extrem

wandlungsfähig

komplett abnehmbares

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PREIS (UVP): € 139,99

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Explorer Hotels Entwicklungs GmbH

GF: Jürnjakob Reisigl, An der Breitach 3, 87538 Fischen


JUDY

GIACOMELLI

aus Zell am Ziller ist

Berg wanderführerin

im Tiroler Zillertal.

Kontakt:

judy@aon.at

WOLFGANG

KINZ

aus Faistenau führt

Wandergäste in

der Salzburger

Fuschlsee-Region

im Salzkammergut.

www.wanderguide.at

BERGE,

BLUMEN,

SICHERHEIT

WANDERN KANN (FAST) JEDER.

MIT EINEM BERGWANDERFÜHRER

GEMEINSAM AUF WANDERTOUR

ZU GEHEN, IST DENNOCH

EINE FEINE SACHE.

VON CHRISTOF DOMENIG

Fotos: Wolfgang Kinz, Judy Giacomelli

66 SPORTaktiv


Manche wandern einfach gern,

wollen sich aber möglichst

nicht um „Nebengeräusche“

kümmern – wie Tourenplanung, Orientierung

oder die Frage, wo es die beste

Mittagsjause gibt. Und andere wandern

ebenfalls gern, kennen sich in der Natur

richtig gut aus und haben Freude daran,

anderen die Schönheiten der Berge und

der Natur noch etwas näher zu bringen.

Perfekt, wenn sich zwei solche finden:

nämlich Bergwanderführer und Gast.

Den Beruf des Bergwanderführers

gibt es schon lang. Die Ausbildung dazu

wird etwa bei der Dachorganisation der

heimischen Bergsportverbände VAVÖ

seit 1978 angeboten. Doch erst in den

letzten Jahren kommen auch Touren mit

Bergwanderführern so richtig in Mode.

Und was unterscheidet Bergführer

und Bergwanderführer? Schon einiges.

Das erkennt man bereits, wenn

man die Ausbildung als Vergleichswert

heranzieht. Während sich eine Ausbildung

zum Bergführer über rund

drei Jahre zieht, gilt es bei der Bergwanderführer-Ausbildung

des VAVÖ

ein viertägiges Grundmodul sowie ein

ebenso langes Intensivmodul mit einer

Abschlussprüfung zu absolvieren. Wer

will, kann sich danach noch im rund

eine Woche dauernden Winterkurs fortbilden.

So ausgebildet und geprüft, darf

man – in den meisten Bundesländern –

Menschen gegen Entgelt auf gesicherten

Wegen führen. In einigen Bundesländern

braucht es noch eine Zusatzprüfung,

in Tirol etwa beim Bergsportführerverband

Tirol. Weiters benötigen

Bergwanderführer eine Haftpflichtversicherung

für ihre spezielle Tätigkeit.

Die Kompetenz des Bergwanderführers

endet dort, wo im Sommer gesichert

werden muss, weil Absturzgefahr

herrscht. Und im Winter im lawinengefährlichen

Gelände. Hier beginnt die

Zuständigkeit des Bergführers.

Nur nicht oberlehrerhaft

So weit die Theorie. Doch wie läuft der

Alltag eines beruflichen Bergwanderführers

in der Praxis ab? Dafür haben wir

zwei von vielen Hunderten heimischen

Bergwanderführern befragt. Judy Giacomelli

aus Zell am Ziller im Tiroler

Zillertal ist im Winter selbstständige

Skilehrerin und mit einem Bergführer

verheiratet. Als ideale Ergänzung zum

„Familienunternehmen“ hat sie 1995

die Prüfung zur Bergwanderführerin

abgelegt: „Ich liebe den Sport, die Natur,

und den Umgang mit Menschen.

Und meine schöne Heimat“, erzählt

sie von ihrer Motivation. Im Sommer

arbeitet Judy heute in erster Linie für ein

Hotel, „wir haben ein Vitalprogramm

und bieten drei bis vier geführte Wanderungen

pro Woche an.“ Ihre Aufgabe:

„Gäste sollen einfach die Natur und die

Umwelt genießen können. Alles Organisatorische,

von der Tourenplanung über

den Check von Busverbindungen bis

zur Planung der Hütteneinkehr, übernimmt

der Wanderführer. Natürlich gilt

es auch, unterwegs auf die Sicherheit zu

achten.“

Morgens holt Judy ihre Gäste beim

Hotel ab. So wie es auch ihr Berufskollege

Wolfganz Kinz im Salzkammergut,

in der Fuschlsee-Region (Salzburg) tut.

„Beim Weggehen geht man die Ausrüstung

durch: Schuhe, Regenausrüstung,

Sonnenschutz, Brille. Wie viel jeder zu

trinken mithat.“ Gerade die benötigte

Flüssigkeitsmenge werde von Gelegenheits-Bergsportlern

gern unterschätzt –

Wolfgang hat immer Wasser für zwei andere

dabei. Dass man bei all dem nicht

oberlehrerhaft, sondern mit Charme

auftritt, versteht sich von selbst.

Wolfgang führt Wandergruppen mit

maximal acht Teilnehmern, das ist noch

überschaubar und es bleibt genügend

Zeit für jeden. Denn wer sich einer

Gruppe anschließt, möchte in der Regel

auch angemessen betreut werden. „Oft

sind es Familien, die mit Wanderführer

gehen. Oder Personen ab 50. Meinem

Gefühl nach geht es den meisten einerseits

um das persönliche Gefühl der

Sicherheit, nicht allein zu gehen. Und

andererseits macht es vielen mehr Spaß,

in einer Gruppe als allein zu gehen.“

Ein wenig Psychologe zu sein, gehört

für einen erfolgreichen Bergwanderführer

schon dazu. „Man braucht schon ein

SPORTaktiv

67


isserl Fingerspitzengefühl“, formuliert

es Judy, die auch betont: „Schwierige

Gäste gibt es aber kaum. Und wenn,

dann kommt es schon auf uns Bergwanderführer

an, sich auf unterschiedliche

Charaktere einzustellen.“ Auch Wolfgang

kann das bestätigen: „Fast alle Gäste

sind pflegeleicht“. Er kennt dennoch

die eine oder andere Anekdote: „Probleme

gibt es am ehesten mit der Selbsteinschätzung.

Da tun sich gerade manche

Männer etwas schwerer. Bei den Anstiegen

täuscht mancher lieber ein Problem

mit der Achillessehne vor, als zuzugeben,

dass ihm einfach die Luft fehlt.“

Was die Nationalitäten der Gäste betrifft,

widersprechen seine Beobachtungen

mitunter so einigen Klischees: Engländer

etwa, die nicht gerade den Ruf

großer Berg-Affinität genießen, „sind in

der Regel top ausgerüstet und konditionell

auch ganz gut drauf. Vor allem

jammern Engländer nie. Was man von

einigen anderen Nationen nicht behaupten

kann.“ Welche? Da hüllt sich der

Wanderprofi in nobles Schweigen. Wie

er auch betont: „Wenn jemand seine

eigenen Fähigkeiten falsch eingeschätzt

hat, liegt es auch am Fingerspitzengefühl

des Guides, denjenigen vor der Gruppe

nicht bloßzustellen.“ Und ist die Ausrede

auch noch so originell …

Den Bürozwängen entkommen

Heimat- und naturkundliche Inhalte

gehören nicht zur Pflichtausbildung von

Bergwanderführern – sehr wohl aber ist

ein gewisses Grundwissen darüber zu

empfehlen. Beim ersten nachgefragten

Gipfel oder bei der ersten Alpenblume

gleich passen zu müssen, das macht für

einen Guide keinen schlanken Fuß.

Doch wer leidenschaftlich wandert,

interessiert sich in der Regel sowieso für

Geologie, Flora, Fauna und Co. Und

leidenschaftliche Wanderer, das sind

sowohl Judy Giacomelli wie auch Wolfgang

Kinz: „Zu 99 Prozent ist man auch

mit netten Menschen unterwegs“, sagt

Wolfgang – der sich vor Jahren selbstständig

gemacht hat und damit den

Bürozwängen entflohen ist. Er benennt

schließlich den einzigen Pferdefuß an

BEI STEILEN

ANSTIEGEN TÄUSCHT

MANCHER LIEBER EIN

PROBLEM MIT DER

ACHILLESSEHNE VOR,

ALS ZUZUGEBEN,

DASS IHM EINFACH

DIE LUFT FEHLT.

diesem Outdoor-Traumjob: „Überleben

kann man als selbstständiger Bergwanderführer

nur schwer.“ Er ist daher

auch Unternehmensberater, bietet

Outdoor-Teamtrainings und Führungskräftetrainings

an – und schafft sich im

Rest des Jahres einen finanziellen Polster,

um die Sommermonate über das

Bergwanderführer-Leben zu genießen.

Und was kostet’s nun? Rund 200

Euro für Ganztagestouren und eine

ganze Gruppe sind – bei allen regionalen

Unterschieden – ein Richtwert.

„In Tirol liegt der Tagestarif bei €

190,– exkl. 20 % Mehrwertsteuer“,

erklärt Judy. Wolfgang: „35 Euro pro

Person für eine vierstündige Tour sind

ortsüblich im Salzkammergut.“ Über

ein Trinkgeld freuen sich Bergwanderführer

natürlich auch – zufriedene

Gäste geben ein solches auch gern.

Und das sind bei Wolfgang und Judy

beinahe alle. Wolfgang: „Viele sind

schon Stammgäste geworden. Sogar

tolle Freundschaften haben sich übers

Tourenführen schon entwickelt.“

68 SPORTaktiv


FÜR BLICKE, DIE WEITER GEHEN

Mit dem CL Pocket Mountain sind Sie für alle Entdeckungen

gerüstet. In den Bergen, bei einer unerwarteten Tierbeobachtung

oder einfach auf Reisen begeistert dieses kleine, faltbare Fernglas

mit großer optischer Qualität. Überall dabei und immer zur Hand.

Augenblicke intensiver erleben – mit SWAROVSKI OPTIK.

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MIT DEM BLICK

AUF 70 DREITAUSENDER

Nicht umsonst ist die Hohe Salve Tirols Aussichtsberg

Nummer 1. Wer zu Fuß oder mit der Gondel aufsteigt,

genießt auf 1829 Metern einen sagenhaften 360-Grad-

Panoramablick und kann sich dabei noch mit Tiroler

Spezialitäten für weitere Abenteuer stärken.

Ferienregion Hohe Salve

Innsbrucker Straße 1

6300 Wörgl

Tel.: +43 57507/7000

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Bis auf 1829 Meter Höhe führen die

markierten Routen auf Tirols Aussichtsberg

Nummer 1, die Hohe Salve. Für

jede Kondition und für jeden Anspruch

findet sich da das Richtige. Den 360°-Panoramablick

auf über 70 Dreitausender

gibt’s bei Bedarf aber auch ganz ohne große

Anstrengung, denn mit den Bergbahnen

Hopfgarten wird der Gipfelsieg mit zwei

hochmodernen Gondelbahnen, die bis

21. Oktober täglich von 8.45 bis 17 Uhr

fahren, leicht und bequem.

Besonders genießen lässt sich dieser atemberaubende

Ausblick auf der drehenden Panoramaterrasse

der Gipfelalm. Zum Beispiel

bei einem ausgiebigen Gipfelfrühstück – da

lohnt sich das frühe Aufstehen auf jeden

Fall. Tipp: Jeden Mittwoch bereitet die

Chefin des Hauses mittags ihre berühmten

Ziachkiachl zu, eine Tiroler Spezialität. Die

Gipfelalm präsentiert neben der drehbaren

Panoramaterrasse auch ein Drehrestaurant

im Innenbereich; einfach drehen – sehen –

genießen.

Genussvoll weitwandern

Oder suchst du das Weite? Die Route

„Kompakt“ des Kitzbüheler Alpen Trails

(KAT Walk) entführt dich auf zahlreiche

schöne Aussichtsplätze mit Weitblick. Und

das alles leichten Schrittes – denn das Gepäck

kannst du bequem zum Transport aufgeben.

Falls der Schuh doch einmal drückt,

gibt es zahlreiche Abkürzungsmöglichkeiten

mit den Bergbahnen.

Von Hopfgarten aus kann man genussvoll

76 Kilometer am „KAT Walk Kompakt“

wandern und viele zauberhafte Erinnerungen

mit nach Hause nehmen. Von Hopfgarten

über die Hohe Salve, die Filzalm

nach Brixen, Kirchberg, Kitzbühel, St. Johann

bis nach St. Ulrich am Pillersee.

Fotos: SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental, Hannes Dabernig

70 SPORTaktiv


hohesalve.at

Begeisterung?

KENNT KEINE GRENZEN.

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J O Y

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Biken in den

KitzbühelerAlpen

4 Tage / 3 Nächte inkl. Energy-

Halbpension, 1 geführte Tour rund um die

Hohe Salve (inkl. gesundem Mittagessen

im Gasthaus), 1 Mountainbike oder

E-Bike gratis im Verleih, 1 Teilkörpermassage

inkl. Heilmoorbehandlung,

1 Hydroxeur Therapiewanne

ab EUR 426,-

pro Person im DZ

Genießen Sie Ihre Radsaison in den Kitzbühler Alpen

und lassen Sie sich von unserem Mountainbikeguide die schönsten Biketouren

in der Region zeigen. Gönnen Sie Ihren Beinen und Ihrem Bewegungsapparat

die richtige Entspannung und lassen Sie sich von unseren Masseuren die

Muskulatur lockern. Zusätzlich rdern wir Ihre Durchblutung durch die

aktive Regeneration in unserer Hydrotherapiewanne.

Meierhofgasse 26 | 6361 Hopfgarten im Brixental

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T +43 5335 2420 | welcome@hohesalve.at


AUS

PRO

BIERT

OUTDOOR

STRICK-SCHUH FÜR DEN BERGEINSATZ

Ein neuer Bergschuh. Ja und? Mit Strickeinsätzen?

DACHSTEIN versucht mit einem speziellen Strickmaterial sein

Schuhangebot um innovativ-leichte und doch robuste Modelle

zu erweitern. Beim Testen wird klar: Versuch gelungen.

Der neue knöchelhohe „Super Leggera Guide GTX“

(UVP € 249,95) wird den hohen Erwartungen gerecht.

Er ist nicht schwer (610 g je Testschuh, Größe 9) und

innen wie außen sehr bequem.

Im Test beweist der Super Leggera Guide, dass er sich sehr

angenehm trägt und dabei doch robust ist. Das Strick-Obermaterial

ist – bewusst ausprobiert – tatsächlich wasserabweisend

und abriebfest. Auf Asphalt oder auf wurzelig-steindurchsetzten

Steigen gibt er bequeme Stabilität, wenn man sie

braucht. Und die Sohle „hält“ sehr gut, selbst wenn der Boden

etwas feucht ist. Druckstellen verhindert das weiche, nahtfreie

Innere gänzlich. Den neuen Schuh gibt es jeweils in dezenterer

oder auffälligerer Farbgebung als Damen- und Herrenmodell.

JETZT RUFT DER BERG WIEDER.

UND WIR TESTEN: STRICK AM

SCHUH, MERINO AM FELS UND

DEN SCHLAFSACK, DER AUCH

ALS MORGENMANTEL GLÄNZT.

VON OLIVER PICHLER

Fotos: Wolfgang Lienbacher, Matthias Robl, Paolo Emmanuele

72

SPORTaktiv


DER SCHLAFSACK ALS MORGENMANTEL

Sie wurden in den letzten Jahren immer leichter, wasserdichter,

kleiner packbar. Und doch blieben Schlafsäcke, wie ihr

Name sagt, „Säcke“, in denen man steckt wie ein angehender

Schmetterling in seinem Kokon. Wer wünschte sich nicht

schon einmal Ärmel, um seine Arme gewärmt und gleichzeitig

einsetzbar zu haben? BERGSTOP heißt eine Schweizer Firma,

die dabei ist, aus Schlafsäcken multifunktionelle, wärmende

Hüllen zu machen, die Schlafsack, Decke, Jacke und

Morgenmantel in einem sein sollen.

Ein vollmundiges Versprechen? Ja, absolut. Allein, im Test zeigt

sich – es hält. Konkret erweist sich der „CozyBag“-Modell

Classic (bis 5° C Komforttemperatur), als vollwertiger

Schlafsack. Dass man seine Arme, wenn man möchte, bequem

bewegen kann, ist fein. Dass man in der Nacht bei knapp unter

10° C Außentemperatur im Schlafsack zur Toilette am

Test-Campingplatz gehen kann, ist ein echter Mehrwert.

Geliefert mit Trage-Schultertasche und Packsack kostet

der CozyBag Classic € 179,– (UVP).

ANGENEHM UND UNZERSTÖRBAR

Kletterbekleidung, die bisher Bekanntes klar übertreffen soll.

Robust, leicht, elastisch, atmungsaktiv, schnell trocknend und

wasserabweisend. Angenehm zu tragen überdies. ORTOVOX

geht mit dem neuen Merino-Shield-Tec-Material sehr

ambitioniert ans Werk. Die Pala-Modelle – benannt nach der

Pala-Gruppe in den Dolomiten – setzen auf die Kombination

von Wolle tasmanischer Merinoschafe und dem

High-Tech-Material Cordura. Das Ergebnis: weich-bequemes

Innenleben. Gleichzeitig scheint der außenliegende

superrobuste Cordura-Materialmix unzerstörbar.

Am Fels zeigt sich zweierlei: Jacke (€ 200,–) wie Hose (€ 170,–)

sind im unvermeidbaren Kontakt mit dem Gestein tatsächlich

superabriebfest. Und die Bewegungsfähigkeit in dem

4-Wege-Stretch-Teilen ist perfekt. Durchdacht sind die Reißverschlusstaschen

und die Klett-Weitenregulierung der Hose.

Natürlich tragen sich die neuen Pala-Produkte auch bei

Berg- und Alpintouren überaus angenehm.

SPORTaktiv

73


AUS DER ALTSTADT

IN DEN NATURPARK

INNSBRUCK

TOURISMUS

T. +43 512/59 85 0

office@innsbruck.info

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Weiter gehen heißt mehr genießen. Die Berge, die

Natur, die Wanderung. Die neuen Weitwanderwege

„Innsbruck Trek“ und „Karwendel Höhenweg“ sind

dafür bestens geeignet und laden ein, den Alltag

einmal komplett hinter sich zu lassen.

www.innsbruck.info

Namen gibt es viele: Trekking, Weitwanderung,

Mehrtagestour. Sie alle

beschreiben den Trend zum „Weitergehen“,

bei dem man sich selbst mit jedem Schritt

ein Stückchen näher kommt. In der Region

Innsbruck gibt es aber heuer zwei besonders

reizvolle Möglichkeiten, dem Alltag

in unvergleichlich schöner Bergkulisse zu

entfliehen: den Innsbruck Trek und den

Karwendel Höhenweg.

Der Trek erschließt alle Bergmassive der

Region und führt die Wanderer zu nahezu

allen wichtigen Punkten wie die Kalkkögel

oder den bekannten Zirbenweg. Von der

Innsbrucker Altstadt aus startet er über

die luftigen Höhen des Karwendelgebirges

und das Mieminger Plateau, weiter in die

Stubaier Alpen nach Kühtai. Von dort aus

werden die Bergsteigerdörfer St. Sigmund

und Gries am Sellrain angesteuert, ehe es in

die Axamer Lizum geht. Auf der siebenten

und letzten Etappe geht es dann zurück in

die Tiroler Landeshauptstadt.

Wer schon Weitwandererfahrung und eine

gute Kondition hat, den begeistert der neue

„Karwendel Höhenweg“. Ambitionierte

Bergsportler finden auf 63 Kilometern

an sechs abwechslungsreichen Tagen eine

anspruchsvolle Tour mit insgesamt 7000

Höhenmetern vor.

Saftige Wiesen und schroffer Fels, dazu

einmalige Ausblicke auf Innsbruck machen

den Weg besonders. Und: Der Naturpark

Karwendel ist auch Lebensraum selten

gewordener Arten. Hier ist man mit Steinbock,

Adler und Gämse auf „du und du“.

Wer sich auf den Karwendel Höhenweg

macht, bekommt nicht nur reizvolle Kontraste

geliefert, sondern eine Trekking-Tour,

auf der Begegnungen mit Gämsen und ihre

eindrucksvollen Kletterkünsten nahezu

garantiert sind.

Fotos: Daniel Zangerl

74 SPORTaktiv


MADE

DIFFERENT.

WAS WÄRE, WENN UNSERE KUNDEN ALLES SEHEN

KÖNNTEN, WAS WIR TUN?

Wir finden, dass Verbraucher genau darüber

informiert sein sollten, was sie auf der Haut tragen

und wie das Produkt hergestellt wurde.

Vollständige Transparenz ermöglicht es uns,

bewusstere Entscheidungen zu treffen.

Bei Icebreaker ist Nachhaltigkeit nicht nur eine

Eigenschaft unserer Produkte. Vielmehr spiegelt

sich Nachhaltigkeit in unseren Werten und in

unserem Unternehmen wider.

LADE UNSEREN

TRANSPARENCY REPORT HERUNTER:

icebreaker.com/transparency

Dieser Bericht ist das Ergebnis unseres Bestrebens

in den vergangenen 21 Jahren, ein ethisches und

nachhaltiges Unternehmen aufzubauen. Zwar sind

wir bei weitem nicht perfekt, aber stolz und

bestrebt, uns kontinuierlich zu verbessern.

Du hast Fragen? Sende uns gerne eine E‐Mail an:

transparency@icebreaker.com

SPORTaktiv

75


WER VON HÜTTE ZU HÜTTE DURCH

DIE BERGE UNTERWEGS IST, WEISS:

INTENSIVER LÄSST SICH DIE ALPINE

WELT KAUM GENIESSEN. ES SIND

DIE ABENDE, DIE NÄCHTE UND DIE

MORGENSTIMMUNGEN, DIE MAN SO

NUR „OBEN“ ERLEBEN KANN. ZEHN

EINLADENDE MEHRTAGESTOUREN,

HÜTTENNÄCHTIGUNG INKLUSIVE, IM

SPORTAKTIV-PORTRÄT.

VON OLIVER PICHLER

VON HÜTTE

ZU HÜTTE

Binnen weniger Minuten wird es

ruhig im Hannoverhaus. Immer

um knapp nach 16 Uhr. Logisch. Um

16.30 Uhr fährt das letzte Mal die Ankogelbahn

talwärts. Und die wollen sie

erreichen, all die Besucher, die schnell

zum Schauen – und weil die Berg-/

Talfahrt mit Kärnten Card inklusive ist,

hinauf ins Hochgebirge, auf über 2600

m gondeln.

Die wenigen Gäste, die jetzt noch da

sind, bleiben über Nacht. Meist, um

früh am nächsten Morgen aufzubrechen.

Entweder Richtung Osten, also

Richtung Ankogel. Oder Richtung

Westen, Sonnblick und Großglockner

vor Augen. Denn das Hannoverhaus

ist Etappenziel des Tauernhöhenwegs.

Faszination Hüttentouren

Auf alpinen Hütten zu übernachten, ist

historisch insbesondere der Notwendigkeit

geschuldet, dass viele Berge an

einem Tag nicht zu erreichen waren.

Bis heute machen „Schutzhütten“ viele

Mehrtagestouren erst möglich. Und sie

sind Teil der alpinen „Anderswelt“, die

Tagesgästen verborgen bleibt.

Fotos: TVB Lesachtal, Sam Strauss, Karwendel Höhenweg, TVB Filzmoos/Jessica Weigel

76 SPORTaktiv


KARNISCHER HÖHENWEG

Friedensweg an der österreichischitalienischen

Grenze

8–11 Tagesetappen, in zwei

Teilabschnitten möglich

Wanderer, Kletterer, Geologen und Bergliebhaber

schätzen den Karnischen Höhenweg. Dort, wo im 1.

Weltkrieg Gebirgskämpfe tobten, wird heute, teils in

Österreich, teils in Italien gewandert. Der attraktive,

selektive Höhenweg beginnt in Sillian (Osttirol) und

endet in Thörl-Maglern (Kärnten). Eines der landschaftlich-alpinistisch-kulinarischen

Highlights ist

der Wolayersee samt gleichnamiger Hütte (im Bild).

Die Bergwelt ist hier besonders mitreißend. Und

Hüttenwirt ist Everest-Bezwinger Helmut Ortner.

Tipp von Bergführer Hubert Granitzer.

www.karnischer-hoehenweg.com

ZWEI BISCHOFSMÜTZEN UMRUNDEN

Unterwegs am Wilden Gosaukamm

3 Etappen, Start/Ziel in Filzmoos

Die Kleine (2430 m) und die Große Bischofsmütze

(2458 m) sind zwei dominante Gipfel des Gosaukamms.

Sie zu umrunden ist landschaftlich wie

alpinistisch lohnenswert. Ab Filzmoos, mit zwei

Hüttennächtigungen (Hofpürglhütte und Gablonzer

Hütte) ist das gut möglich. 37 km Wegstrecke und

3000 hm sind zu bewältigen. Buchbare Packages

gibt es. Tipp von Stefan Kohlmaier, Österreichs

Wanderdörfer.

www.filzmoos.at

KARWENDEL-HÖHENWEG

TAUERNHÖHENWEG|

In den Hohen Tauern – vom

Glockner ostwärts

6 Etappen, Glocknerhaus–Kölnbreinsperre

Sechs Hochtouren warten. Er ist anspruchsvoll

und wird als „schwer“ eingestuft, der Tauernhöhenweg.

Ausgesetzte Streckenteile erfordern

Trittsicherheit. Vergletscherte Abschnitte sind

ebenso zu bewältigen wie seilgesicherte Gratpassagen.

Ab Glocknerhaus geht es 70 km (gut 5000

hm) weit Richtung Osten. Spielmann (3027 m),

Hocharn (3254 m), Sonnblick (3106 m) und Ankogel

(3250 m) sind ein paar der Hotspots.

Tipp von Bergführer Hubert Granitzer.

www.nationalpark-hohetauern.at

Prachtberge inklusive Innsbrucker

Nordkette

6 Etappen von Seefeld bis Scharnitz

In all seinen Facetten erlebbar, ist das Karwendel

auf einem neuen Höhenweg. 60 km lang (7000 hm)

zieht er sich durch den als Naturpark geschützten

Gebirgszug. Tallagen und Gipfelregionen werden

während der 6 Etappen erkundet. Übernachtet wird

in Schutzhütten: Nördlinger Hütte, Solsteinhaus,

Pfeishütte, Bettelwurfhütte und Hallerangerhaus.

Gestartet kann in Reith bei Seefeld (1130 m) werden.

Das Ziel ist Scharnitz (964 m). Umgekehrt ist die Tour

genauso gut möglich.

www.karwendel-hoehenweg.at

SPORTaktiv

77


SCHLADMINGER-TAUERN-HÖHENWEG|

ZILLERTALER RUNDE

Klassiker durch den Hochgebirgs-

Naturpark

9 Etappen, Start in Finkenberg, Ziel in Mayrhofen

Die Zillertaler Runde, die auch als „Berliner

Höhenweg“ bekannt ist, zählt zu den Klassikern

unter den Hochgebirgs-Mehrtagestouren in

Österreich. Ab Finkenberg stehen 9 Etappen und

8 Hüttennächtigungen am Programm. Jede der

Etappen ist so angelegt, dass sie nach Lust & Laune

um einen oder mehrere Gipfel erweiterbar ist.

Und es gibt mehrere Möglichkeiten, die Runde zu

verkürzen. Topprofessionelles Gesamtangebot.

www.naturpark-zillertal.at

Traumtour südlich des Dachsteinmassivs

5 Etappen von der Hochwurzen zur Breitlahnhütte

Sie stehen alpinistisch im Schatten des Dachsteins. Dabei

sind sie – sehr wasser- und damit seenreich – an landschaftlicher

Pracht und alpiner Abwechslung kaum zu überbieten

– die Schladminger Tauern. Der sie durchquerende

Höhenweg ist in 5 Etappen (4 Hüttennächte: Giglachseehütte,

Keinprechthütte, Gollinghütte, Preintalerhütte), gut

bewältigbar. Die Tour ist perfekt organisiert und als Package

buchbar. Je nach Ambition, Kondition und alpinistischem

Können gibt es Variationsmöglichkeiten. Tipp von Fotokünstler

& Bergführer Herbert Raffalt.

www.schladming-dachstein.at

DURCHS TOTE GEBIRGE|

Steirisch-oberösterreichische

Grenzland-Tour

4 Etappen, von Altaussee nach Hinterstoder

Mit Start am Altausseer See und Abstecher

zum Wildensee endet die erste Etappe beim

Albert-Appel-Haus (1638 m). Wirt Flo Marl ist

einer dieser Gesellen, für die es sich allein

schon lohnen würde, hier herauf zu kommen.

Und doch, am nächsten Morgen geht es weiter

via Wildgößl (2062 m) zur Pühringerhütte (1637

m). Am dritten Tag wird via Rotgschirr (2261 m)

Oberösterreich erreicht, um durch die Klinserschlucht

zum Prielschutzhaus (1420 m) zu

gelangen. Der vierte Tag ist dem Abstieg nach

Hinterstoder vorbehalten. Tipp von Freiluftleben-Wanderführerin

Stefanie Lettner.

GROSSE ZIRBITZKOGEL-RUNDE

Die steirischen Seetaler Alpen erwandern

3 Etappen, Start & Ziel: Tonnerhütte

Landschaftlich abwechslungsreich-prachtvoll – so lässt

sich die Zirbitzkogel-Runde am besten beschreiben. Am

ersten Tag wird ab Tonnerhütte (1600 m) unterhalb des

Zirbitzkogels auf den Kreiskogel (2306 m) marschiert und

dann vorbei am Großen Winterleitnersee zur Sabathyhütte

(1620 m). Tag 2: via Türkenkreuz (1839 m) zur Stoanahütte

oder zur St. Martiner Hütte. Am dritten Tag wird – endlich

– der Zirbitzkogel (2396 m) erklommen, ehe es zurück zur

Tonnerhütte geht. Tipp von Stefan Kohlmaier, Österreichs

Wanderdörfer.

www.tonnerhuette.at

Fotos: TVB Schladming/Herbert Raffalt, Tirol Werbung, Tonnerhütte, Ötztal Tourismus/Bernd Ritschel, Steiermark Tourismus, Florian Loitz

78 SPORTaktiv


ÖTZTAL-TREK

HOCHSCHWAB INTENSIV|

Unterwegs im „steirischen Gebirg“

5 Etappen, Start & Ziel: Gasthaus Bodenbauer

Fünf Tage lang die Hochschwab-Region genießen:

ab Bodenbauer (884 m) in St. Ilgen, via

Klammboden zur Sonnschienhütte (1523 m). Am

Sackwiesensee vorbei zum Schiestlhaus (2156

m) und dann den Sonnenuntergang am Hochschwab-Gipfel

(2277 m) genießen. Via Ringkarwand

(2014 m) Richtung Staritzen und den steilen

Weg nach Seewiesen (974 m), um im Seeberghof

zu nächtigen. Via Seetal und Höllkampl (1449 m)

zur Voisthaler Hütte (1654 m). Via Trawiessattel

unterhalb der Hochschwab-Südwand retour zum

Bodenbauer. Tipp von Gregor Krenn,

Naturfreunde Österreich.

Das Ötztal alpin & hochalpin erkunden

22 Etappen, in 6 Teilabschnitte gliederbar

Spätestens wer den Ötztal-Trek erlebt hat; weiß: Das Ötztal bietet

weit mehr als Sölden, Aquadome, Timmelsjoch & Co. Die Bergwelt

ist gewaltig, imposant, ursprünglich. Die Ein- und Ausblicke, die der

Trek mit seinen 22 Etappen (400 km, 30.000 hm) ermöglicht, sind atemberaubend.

Östlich des Tals geht es über Scharten, Grate und Gipfel

von Hütte zu Hütte taleinwärts bis Obergurgl. Am Geigenkamm, dem

westlichen Bergkamm, führt der Trek wieder talauswärts. Die Etappen

sind in 6 Teilabschnitte mit jeweils 2–5 Tagesblöcken gliederbar. Das

Angebot ist hochprofessionell gestaltet und organisiert. Tipp von Stefan

Kohlmaier, Österreichs Wanderdörfer.

www.oetztal.com/oetztal-trek

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I AM GEAR-PACK.

GEAR-PACK:

Wasserdichter Hybrid aus Packsack und Rucksack.

Modular, mit abnehmbarem Hüftgurt und Tragesystem.

SPORTaktiv

79


SOMMER

IM HOME

OF LÄSSIG

Saalbach

Hinterglemm Leogang

Fieberbrunn kennen

viele vom Skifahren.

Die Region hat aber

auch im Sommer

extrem viele

lässige Seiten.

E

ingerahmt von den grünen Hängen

der Pinzgauer Grasberge, von den

Gipfeln der Kitzbüheler Alpen und den

Hohen Tauern, da liegen die lässigsten

Bergdörfer Österreichs. Dort, wo im

Winter die Skifahrer ihre Spuren in

den Schnee ziehen, erwartet Gäste im

Sommer eine Vielzahl an Erlebnissen in

der herrlich klaren Alpenluft.

Von der Morgensonne geweckt, die

durchs Fenster scheint, fällt der Blick

gleich in die Berge. Mehr als 400 Kilometer

an Wanderwegen und Biketrails

warten dort. Tritt man vor die Tür, tut

sich ein großer Spielplatz mitten in der

80 SPORTaktiv


SPORTaktiv

81


Natur auf, der Wanderer und Mountainbiker,

ehrgeizige Bergsportler genauso wie

Familien anzieht.

Als Mountainbike- und E-Bike-Eldorado

der Alpen hat sich die Region längst

einen Namen gemacht. Doch Saalbach

Hinterglemm, sowie Leogang und Fieberbrunn

sind auch ideale Stützpunkte

für alle, die die Berge am liebsten zu Fuß

erobern. Als Ziele bieten sich über 40

Hütten an, die mit regionalen Köstlichkeiten

für kulinarische Genüsse sorgen.

Abenteuer-Angebote für Familien

Gerade Eltern mit Kindern erwartet ein

Outdoor-Urlaubsparadies. Das Familien-Angebot

beginnt bei aufwendig

inszenierten Themenwanderungen wie

dem Berg Kodok, Montelinos Erlebnisweg,

Timoks Alm oder dem Berg der

Sinne. Und reicht – wenn die Kids schon

etwas größer sind – bis zum Klettern und

Biken. Insgesamt finden Groß und Klein

zahlreiche Möglichkeiten vor, um die

Ferien nach Herzenslust zu gestalten.

Fotos: saalbach.com, Mirja Geh,Daniel Roos;

82 SPORTaktiv


INFOS & BUCHUNGEN

REGION SAALBACH HINTERGLEMM

LEOGANG FIEBERBRUNN

saalbach.com

Die Bergwelt der Region Saalbach

Hinterglemm Leogang

Fieberbrunn besticht durch

ihre Weite, das Angebot durch

seine riesige Vielfalt.

Ein Highlight für aktive Naturliebhaber

ist der Canyoning-Parcours im Talschluss

von Hinterglemm. Er führt durch eine

wasserreiche Schlucht und bietet die richtige

Route für jeden – egal, ob man wagemutiger

oder eher vorsichtig veranlagt ist.

Spaß im Nass bietet auch der Themenpark

„Teufelswasser“ im Talschluss, der Kinder

wie Eltern mit verschiedenen Stationen

begeistert. Direkt daneben liegt Schnitzas

Holzpark, ein Erlebnisspielpark rund um

das Element Holz.

Ebenfalls im Talschluss befindet sich

Europas größter Hochseilpark. Wer hoch

hinaus will, sollte darüber hinaus auch

den Baumzipfelweg mit der „Golden

Gate Bridge der Alpen“ – aus massivem

Lärchenholz gebaut – austesten.

Weitere Attraktionen wie der Flying

Fox XXL, das „Stille Wasser“ am Asitz in

Leogang, das „Museum Goes Wild“ sowie

Klettersteige in Fieberbrunn machen den

Sommerurlaub zum abwechslungsreichen

360-Grad-Erlebnis. Ganz schön lässig.

SPORTaktiv

83


BERUFLICH AM BERG:

DIE BERGPUTZER

IN SALZBURG

VERHINDERN, DASS

DEN TOURISTEN DER

MOZARTSTADT

GRANITBLÖCKE AUF

DEN KOPF FALLEN. EIN

LOKAUGENSCHEIN BEI

KETTENSÄGE,

STEINHAMMER

UND E.T.

VON KLAUS MOLIDOR

KETTENSÄGE

GEGEN

KOPFWEH

Die Buche ächzt noch einmal tief,

der Jägerzaun beugt sich über den

Abgrund und das Moos bekommt

dicke Stahlsohlen zu spüren. Dann geht

es los. Das Moos kann aufatmen, die

Stahlsohle schwingt sich über den Zaun

und das Seil, das die Buche um den

Hals trägt, spannt sich. „Jagaaa“ schreit

Stefan Leitner, der Hüne, der in den

festen Schuhen mit der harten Sohle

steckt. Im nächsten Moment sind seine

weichen Gesichtszüge und sein Lachen

verschwunden. Der Salzburger Bergputzer

ist aus einem kleinen Garten am

Mönchsberg abgefahren. So nennen es

Fotos: Stadt Salzburg/Johannes Killer

84 SPORTaktiv


die elf Magistratsbediensteten, wenn

sie am Seil in die Tiefe gelassen werden,

um Kapuziner-, Mönchs- und

Rainberg zu putzen. Nicht von den

Jausensackerln und Dosen der Touristen,

sondern von Ästen, Wurzeln und

vor allem losem Gestein.

Seit 342 Jahren sind Leitner und

seine Vorgänger im Dienste der Volksgesundheit

unterwegs. Im Juli des Jahres

1669 krachten riesige Felsmassen

vom Mönchsberg, zertrümmerten 16

Häuser und rissen 230 Menschen jäh

aus dem Leben. „Hauseeeer“, dröhnt

es krachend aus dem Funkgerät. Jetzt

Seilschaft mit

Auftrag: Die

Bergputzer

befreien die

Salzburger

Stadtberge von

losem Gestein.

zischt auch Gerhard Berer den Fels hinunter

und bremst sich neben Leitner

ein. Jager und Hauser, sind die „Seilnamen“.

Daran erkennen die Kollegen

oben am Berg, wer wieder ein Stück in

die Tiefe gelassen werden möchte. Die

Namen gehen zurück auf die ersten

Bergputzer, Jager, Hauser und Brandauer,

die nach dem Felssturz damit begonnen

haben, die Berge zu säubern. Heute

hängen aber nur noch zwei Männer

gleichzeitig an den Kletterseilen, weshalb

Herr Brandauer zumindest bei den

Bergputzern keine Rolle mehr spielt.

Fast auf der gleichen Höhe greifen

Jager und Hauser, vulgo Leitner und

Berer zu ihren Werkzeugen. Leitner

klopft mit einem Steinhammer den Fels

ab. Tack, tack, tack. Solide. Eine Ellenbogenlänge

weiter links. Poch, poch,

poch. Hohl. Zum Glück keine große

Platte. Zwei Schwünge mit dem Hammer,

der Brocken springt aus der Wand

und zersplittert in der Salzburger Innenstadt.

Ohne Schaden anzurichten, denn

am Fuße des Berges wacht ein weiterer

Bergputzer und sperrt die Straße. Von

dort weht der Duft von Pferdeäpfeln

der Fiaker nach oben. Ein kurzer Hauch

Landluft, ehe eine Benzinwolke über

die Geländekante zieht – die Motorsäge

will auch zu ihrem Recht kommen

und knattert in der rechten Faust von

Leitner. Mit einer Hand schneidet er

Wurzeln und Äste aus der Wand. Eine

ebenso wichtige Arbeit, denn die Wurzeln

können das Gestein sprengen und

zentnerschwere Felsblöcke aus der Verankerung

lösen.

Die Arbeit sieht nicht nur schwer aus,

sie ist es auch. Nach 30 Minuten wech-

SPORTaktiv

85


seln die Männer an den Seilen. Dabei ist

die Zeit gerade ideal. Die Sonne wärmt,

sie sticht aber nicht vom Himmel. Der

Wind streichelt die Wangen, beißt aber

nicht. Und es regnet weder Schusterbuben,

noch schneit es ein letztes Mal in

diesem Winter. Aber selbst wenn dem

so wäre – Wetterschicht gibt es für die

Bergputzer keine. Das ganze Jahr und

bei jedem Wetter bohren, hämmern,

schrauben, schneiden sie über den Köpfen

der Salzburger, Japaner und Deutschen.

Profibergsteiger oder Kletterer sind

die elf keine. Es gibt auch keine spezielle

Ausbildung. Die Alten geben die Erfahrung

an die Jungen weiter. Schwindelfrei

sollte man sein, Höhenangst sollte man

nur vom Hörensagen kennen. Erfahrung

im Umgang mit Werkzeug ist jedoch

hilfreich. Den Rest, so Leitner, könne

man lernen. Von ihm zum Beispiel. Mit

49 ist er einer der Längstgedienten. Er

spürt, wann ein Stein locker ist, und

kann beurteilen, ob er gleich raus muss

oder ob er den Winter noch an seinem

angestammten Platz verbringen darf.

„Was nutzt mir ein Gscheiterl, wenn er

in der Wand unvorsichtig ist und sich

und seinen Kollegen in Gefahr bringt.“

Vertrauen ist das Um und Auf. Darum

sagt er auch „Jaga fertig“, wenn er sich

aus dem Seil aushängt und das Klettergeschirr

ablegt, auch wenn der sichernde

Kollege daneben steht. Nicht an allen

Stellen sehen sich die Arbeiter beim Ausstieg

aus der Wand. Daher müsse es in

Fleisch und Blut übergehen, sich immer

doppelt abzusichern.

Doppelt ist überhaupt vieles bei den

Bergputzern. Auch das Seil.Wenn sich

das Hauptseil an einer scharfen Kante

abwetzt und reißt, springt das zweite in

die Bresche. Wie ein Sicherheitsgurt im

Auto rastet es bei einem starken Ruck

ein und rettet Jagern und Hausern das

Leben. Seit vielen Jahren, denn an einen

schweren Unfall kann sich Leitner nicht

mehr erinnern. Wohl auch, weil die

Seile auf den ersten beiden Metern vom

Arbeiter weg mit Stahl verstärkt sind.

Arbeitsplatz

Wand:

Profi-Bergsteiger

sind

die Salzburger

Bergputzer

aber keine.

Dagegen kann auch eine Motorsäge

außer Kontrolle keinen großen Schaden

anrichten.

Die legt Leitner jetzt ins Gras neben

seinen Forstarbeiterhelm mit dem Gehörschutz

und klopft sich Steinstaub

aus der schnittsicheren Hose. Einmal

WAS NUTZT MIR EIN

GSCHEITERL, WENN

ER IN DER WAND

UNVORSICHTIG IST

UND SICH UND DIE

KOLLEGEN IN

GEFAHR BRINGT

hat er sie nicht angehabt und sich

mit der Säge das Knie eingeritzt. Aus

Schaden wird man klug. Heute fährt

er auf seine Arbeitshose ab und nur

noch mit ihr ab.

Wechsel ist angesagt. Höchste Zeit,

denn das Hängen im Seil beansprucht

den Rücken. Leitner klettert herauf

und lacht über die Geländekante. Der

Schweiß tropft von seiner Stirn, er

streckt sich nach hinten durch und

stapft nach zwei tiefen Atemzügen die

Wiese hinauf unter die Äste der Buche.

Dort sind die Seile angebunden, dort

wartet E.T. auf ihn. Der Außerirdische

aus Steven Spielbergs Film hat einem der

wichtigsten Geräte der Bergputzer seinen

Namen gegeben. Der Rutschschutz

mit dem langen Hebel gibt das Seil zum

Abfahren frei und sichert es, wenn ihn

Leitners Hand wieder loslässt.

Bei großen Platten, so erklärt er

schnaufend, werden Pfeiler in die Wand

geschlagen und darauf ein Stahlplateau

errichtet. Dorthin werden die Steine

dann in einem Stahlnetz abgeseilt und

letztlich mit Kränen aus der Wand entfernt.

Leitners Atem geht wieder ruhiger

und auch der Frühlingsduft ist zurückgekehrt.

Die vier Sägen liegen erschöpft

im Moos neben Spielzeugrasenmäher

und Dreirad. Genug für heute. Der

Hochrisiko-Putztrupp packt Drucklufthammer,

Seile, Bohrer und Karabiner

in Seesäcke und wirft eine Plane zum

Schutz vor Feuchtigkeit darüber. Abmarsch

im Kleinbus.

Die Buche atmet auf, der Zaun streckt

sich wieder und das Moos leckt seine

Wunden. Bis zum nächsten Morgen.

Foto: Stadt Salzburg/Johannes Killer

86 SPORTaktiv


EQUIPMENT

QUALITY AND SAFETY MADE IN TIROL

TOURENRUCKSACK

THIRTY 30 L

TOURENSTÖCKE

CRIMP

TRINKFLASCHE

FLASK

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LEDERHANDSCHUHE

ICONIC

STABLAMPE

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nuovoline.at | Fotos: Stubai ZMV, Max Meissner.


EINFACH WANDERN,

DEIN STOCK

IST SCHON DA

TRADITION TRIFFT MODERNE.

IN SAALFELDEN LEOGANG TRÄGT

MAN DEM MIT DEM NEUEN

„STECKEN-SHARING-KONZEPT“

RECHNUNG.

Saalfelden Leogang

Touristik GmbH

info@saalfelden-leogang.at

www.saalfelden-leogang.com

Einst schnitzten sich Opa und Enkerl

am Beginn der Wanderung mit dem

Taschenfeitl einen Stock zum Marschieren

zurecht. Daraus wurden im Trend der Jahre

moderne Walking- und Hiking-Stöcke aus

Carbon. In Saalfelden Leogang hat man

jetzt einen ganz neuen Zugang zu dem

Thema gefunden.

Einfach wandern

Die neue Idee heißt neudeutsch „Stecken-Sharing-Konzept“

und ist eine genial

einfache Erfindung. An den Start- und

weiteren beliebten Punkten der Wanderwege

wurden „Stecken-Sharing-Stationen“

eingerichtet. Dort warten pro Station rund

40 naturbelassene, regional produzierte

Holzstöcke mit eingebrannten Saalfelden-

Leogang-Logos. „Die Idee ist, dass sich

jeder Wanderer, egal, wie groß oder alt,

einen Stecken schnappen kann und damit

wandern geht“, erklärt Marco Pointner,

Geschäftsführer der „Saalfelden Leogang

Touristik“. Am Ende der Tour können die

Wanderstöcke dann einfach wieder an einer

der Stationen in die Halterungen zurückgestellt

werden und warten dort auf den

nächsten Wanderer.

Die Idee ist Teil des Konzepts „einfach

wandern“, mit dem Gäste und Besucher

das Ursprüngliche des Wanderns entdecken

und genießen sollen. Die 360-Grad-Sitzbänke

aus Holz sind eine weitere Einladung,

genauso wie die schmiedeeisernen

Waldschaukeln (Bild oben). Da geht der

Blick dann ganz entspannt gen Himmel.

Fotos: Saalfelden-Leogang/Florian Lechner

88 SPORTaktiv


Die Schönheit ganz oben.

Über den Gipfeln. Land der

Berge. Salzburger Land.

Natur wie von Meisterhand

geschaffen auf über

500 km Wanderwegen

und 720 km Mountainbike-

Wegen. Facetten der

Vielfalt. Hier zeigt die Bergwelt

alles, was schön ist.

Naturgenuss am Krallerhof

entspannt.

Hotel Krallerhof · Altenberger GmbH & Co KG

+43/6583/8246-0 · office@krallerhof.com · krallerhof.com

SPORTaktiv

89


HIMMELWÄRTS

WER ZUM ERSTEN MAL

EINEN KLETTERSTEIG

ERKLIMMT, MUSS

DIE EIGENEN ÄNGSTE

ÜBERWINDEN UND –

SCHWERWIEGENDER

– DAS EIGENE GEWICHT.

SPORTAKTIV HAT’S

AUSPROBIERT UND

EINEN BLUTIGEN

AMATEUR AUF DEN

EISENWEG GESCHICKT.

WOLFGANG LIU KUHN

90 SPORTaktiv


Fotos: Martin Edlinger/Naturfreunde, Thomas Polzer

E

inmal habe ich einen gehabt, der wollte

mir am Großglockner keinen Schritt nach

vorne oder zurück gehen. Der ist kurz

vor dem Gipfel draufgekommen, dass er

Höhenangst hat. Den habe ich dann langsam

abseilen müssen“, erzählt der Martin

so beiläufig in einem Nebensatz. Martin

Edlinger ist Bergführer, der beste der Welt,

meiner Meinung nach, aber gut, ich kenne

ja auch keine anderen. Als Leiter der Abteilung

„Bergsport“ bei den Naturfreunden

ist er jedenfalls ein Mann für die ganz

schwierigen Fälle. Also genau der Richtige,

um einen hoffnungslosen Fall wie mich

über einen Klettersteig auf einen Berg zu

hieven. Das ist nämlich die Herausforderung:

herauszufinden, wie sich das anfühlt,

wenn man zum ersten Mal über einen

Klettersteig einen Berg erklimmt. Für diesen

Menschenversuch in Echtzeit eignen

sich insbesondere Kandidaten, die den

Rest ihres Lebens üblicherweise auf einem

Bürosessel verbringen und ihre Tastatur

SPORTaktiv

91


zerhacken – Helden der Büroarbeit also,

Leben am Limit. Da scheine ich wiederum

der richtige Mann zu sein.

In den Wochen vor dem Himmelfahrtskommando

flehe ich meinen

SPORTaktiv-Kontaktmann Thomas

Polzer an, einen Klettersteig zu finden,

der auch für Dreijährige geeignet ist.

Der erklärt mir treuherzig, dass es kaum

Klettersteige gäbe, die ohne die Schwierigkeitsgrade

C und D auskommen

würden. Ich gehe mal davon aus, dass es

sich dabei um die Kürzel für „Certainly

Easy“ und „Dodeleinfach“ handelt.

Wer braucht schon Recherche, wenn

man auf das Fachwissen ausgewiesener

Sportexperten zurückgreifen kann (siehe

Infokasten)?

Klick-Klick

Und tatsächlich: In der Breitenau am

Hochlantsch gibt es einen Naturfreunde-Klettersteig,

dessen maximale

Schwierigkeitsgrade C und D (da haben

wir’s wieder) laut Tourenbeschreibung

leicht umgangen werden können. Was

kann da schon schiefgehen? Einem

faulen Sack wie mir kommt zudem entgegen,

dass der Berg nur eine Dreiviertelstunde

von Graz entfernt ist. Und es

gibt Einkehrmöglichkeiten. Bingo.

Das Wetter passt schon einmal, als

wir am Parkplatz Zirbisegger ankommen.

Der Himmel zeigt sein schönstes

Blau, ein paar Wölkchen hängen als

Postkartenverzierung am Himmel, und

irgendwo im Hintergrund ragt eine

steile Felswand auf. Eine sehr steile Felswand.

Das kann unmöglich der Berg für

einen Anfänger-Klettersteig sein. Doch?

Weia, reingelegt. Der Hochlantsch ist

nämlich der höchste Gipfel des Grazer

Berglands und laut Beschreibung „hat er

ein beeindruckendes, zerklüftetes Antlitz

und verkauft sich fast schon hochalpin!“

Dummerweise lese ich das erst im

Nachhinein. Jetzt steht der Martin da

und legt mir die Ausrüstung an: eine

Kombination aus Hüft- und Brustgurt,

Bergsteigerhelm, Klettersteighandschuhe.

Aufbruchsstimmung. Olé olé.


VIA FERRATA -

DAS KLINGT WIE

VIA DOLOROSA,

DER

LEIDENSWEG

CHRISTI


Um es gleich vorwegzunehmen: Der

Wanderweg zum Klettersteig ist das

Anstrengendste an der ganzen Tour.

Während Martin und Thomas fröhlich

plappernd vorangehen, werde ich

immer stiller. „Passt das Tempo eh?“,

fragt der Martin irgendwann. Ja, eh.

So komme ich nach einer gefühlten

Ewigkeit verschwitzt und außer Atem

am „Franz Scheikl Klettersteig“ an.

„Via Ferrata“ nennt man so etwas

auch, also „Eisenweg“. Das klingt so

ähnlich wie „Via Dolorosa“, der Lei-

densweg Christi, geht es mir durch den

Kopf. Nachdem ich mir jedoch wenig

Hoffnung auf Auferstehung mache,

lerne ich von Martin zunächst die

fachgerechte Sicherung am Stahlseil,

welches in die Felswand verhakt nach

oben führt. Mit zwei speziellen Karabinern

hängt man sich in das Seil ein

und hangelt sich so von Verankerung

zu Verankerung, wobei immer zumindest

ein Karabiner eingehakt sein muss.

Klick-Klick. Das ist nicht besonders

schwer und sogar in einem emotionalen

Ausnahmezustand leicht zu verstehen.

Klick-Klick. Gemma.

Faszination und Demut

Und schon nach den ersten Metern

fühlt sich das alles weit weniger wild

an, als es noch am Parkplatz den

Anschein hatte. Der Trick ist es, die

beiden Sicherungs-Karabiner mit einer

Hand vor sich herzuschieben. Die Seile,

an denen man hängt, scheinen einen

dann auf magische Art und Weise nach

oben zu ziehen. Und es ist tatsächlich

nicht allzu schwer: Der Bergfelsen bie-

92 SPORTaktiv


DIE SCHWIERIGKEITS-

GRADE AM

KLETTERSTEIG

WENIG SCHWIERIG: A

Gelände flach bis steil,

Voraussetzungen: Trittsicherheit

und Schwindelfreiheit empfohlen

MÄSSIG SCHWIERIG: B

einfach bis mäßig schwierig,

Voraussetzungen: bessere Kondition

und etwas Kraft und Ausdauer

in Armen und Beinen

SCHWIERIG: C

größtenteils schwierig,

anstrengend und kräfteraubend,

Voraussetzungen: gute Kondition

SEHR SCHWIERIG: D

sehr anstrengend und kräfteraubend,

senkrechtes, oft auch überhängendes

Gelände; meist sehr ausgesetzt.

EXTREM SCHWIERIG: E

äußerst kräfteraubend, Gelände

senkrecht bis überhängend;

durchwegs ausgesetzt; sehr kleine

Tritte oder Reibungskletterei

MEHR ALS EXTREM SCHWIERIG: F

Gelände primär überhängend;

ausgesetzt; sehr kleine Tritte

oder Reibungskletterei

HÖCHSTE SCHWIERIGKEIT: G

Gelände oft auf langen Passagen

überhängend, sehr gutes Sportkletterkönnen

obligatorisch.

Es gibt weltweit einen einzigen G-

Klettersteig, auf Gran Canaria (Spanien)

tet ausreichend Halt, um irgendwo eine Hand

oder einen Fuß zu platzieren, bei glatteren

Stellen helfen in den Fels gerammte Eisengriffe

oder eben das Seil weiter. Das macht sogar

Spaß und ist im Gegensatz zur Wanderei von

vorhin ausgesprochen kurzweilig, weil alle

Gliedmaßen ständig gefordert und in Bewegung

sind. Die Aussicht über das Tal bis zur

Rax ist ohnehin fantastisch, während man

Meter um Meter an Höhe gewinnt. Angesichts

des raschen Aufstiegs macht sich fast schon ein

wenig Übermut breit, ist ja alles so einfach, das

nächste Mal geht’s mit Thomas Bubendorfer

auf den Klettersteig Dopamin Masochist. (Der

heißt wirklich so.) Da hören wir plötzlich rasche

Schritte – und ein zirka 70-jähriger Mann

trippelt lässig und ohne Sicherung an uns

vorbei. „Ich gehe hier jeden Tag ein bisschen

trainieren, so drei Mal rauf und runter.“ Aso.

Wiederschaun.

Nach dieser Lektion in Demut wartet schon

das Grande Finale, denn durch Schluchten

und über größere Blöcke geht es bergan bis

zum Ende der seilversicherten Passage auf

den Gipfel. Hier wird es richtig steil. „Diese

Stelle wurde ein bisschen verändert und hat

jetzt Schwierigkeitsgrad D. Wollen wir das

machen?“ Hätte ich geschwiegen, wäre ich

ein Philosoph geblieben. So allerdings hänge

ich in der Wand, sehe den Abgrund unter mir

gähnen und dafür sehr wenige Stellen, die mir

Halt geben könnten. Jetzt steigt die Nervosität

dann doch ein bisschen, plötzlich wird es

schwierig, die Karabiner fachgerecht im rettenden

Seil zu verhaken. Doch Martin wäre nicht

der beste Bergführer der Welt, wenn er nicht

auch in dieser Situation den Überblick bewahren

würde, und so zieht er mich mit ein paar

gekonnten Handgriffen über die schwierige

Stelle. „Pfuh, die Passage haben sie ganz schön

scharf gemacht“, meint er anschließend. Im

Nachhinein weiß man’s eben immer besser.

Und auch ich weiß jetzt: Selbst Menschen,

die zu allem fähig sind, aber zu nichts zu gebrauchen,

können einen Klettersteig schaffen.

Ich kann mir sogar vorstellen, in Zukunft wieder

einen zu gehen. Besonders dann, wenn ein

Sessellift nach oben führt.

SPORTaktiv

93


TVB SANKT JOHANN

ALPENDORF

T. +43 64 12/60 36

info@sanktjohann.com

www.sanktjohann.com

ZWISCHEN ALMEN

UND NATURGEISTERN

IN SANKT JOHANN-ALPEN-

DORF FINDET MAN EINEN DER

SCHÖNSTEN AUSSICHTSBERGE

DES SALZBURGER PONGAUS,

HUNDERTE KILOMETER MALE-

RISCHE ALMWEGE UND JEDE

MENGE LOHNENSWERTE ZIELE.

D

ie atemberaubende Bergwelt immer im

Blick, Plätze mit Postkartenidyll (etwa:

am Tappenkarsee); unzählige stille Momente

auf Almwegen. Das alles liegt in

Sankt Johann-Alpendorf ganz nah. Etwa

am Hahnbaum oder am Alpendorf-Panoramaweg.

Vom etwas erhöhten Alpendorf

aus kann man sich den Aufstieg

ins herrliche Gernkogel-Almen- und

Wanderland per Bergbahn verkürzen

und von der Bergstation aus zu Höhenwanderungen

starten. Ein beliebtes Ziel

ist die Maurachalm am Sonntagskogel

im Großarltal. Wöchentlich kann man

sich geführten Wanderungen auf Hochglocker

und Hochgründeck anschließen.

Der Geisterberg auf 1750 m

Top für Familien ist der Erlebnispark

Geisterberg, der vom Alpendorf aus per

Gondel schnell erreicht ist. Dort warten

rund 40 Attraktionen: Wasserspiele,

Klettertürme, Schaukeln, Rutschen

und Wege, an denen Geschichten zu

Naturgeistern und Sagengestalten erzählt

werden. Vom höchsten Punkt aus,

der 360-Grad-Aussichtsplattform am

Gernkopf, ist der Überblick grandios.

Nur eine halbe Stunde Fußweg

entfernt liegt der neue Speichersee, wo

man am Ufer flanieren, in Hängematten

schaukeln und zum krönenden Abschluss

in die Almhütte einkehren kann.

Foto: TVB Sankt Johann-Alpendorf - Mirja Geh Photography

94 SPORTaktiv


SPORTaktiv

95


Flachau Tourismus

Hermann-Maier-Platz 1

5542 Flachau

T. +43 64 57/ 22 14

info@flachau.com

www.flachau.com

AM GIPFEL

DER GAUDI

NATUR, FUN UND BERGE –

DER SOMMER 2018 BIETET IN

FLACHAU NOCH MEHR ACTION

UND URLAUBSSPASS FÜR DIE

GANZE FAMILIE.

F

lachau im SalzburgerLand ist ein Eldorado

für alle, die sich gerne in schönster

Umgebung bewegen und dabei so viel

wie möglich erleben möchten. Mit

täglichen geführten Erlebniswanderungen

und einem actionreichen Funsport-,

Abenteuer- und Aktivprogramm ist hier

immer was los. Ein weiteres Highlight

ist die Eröffnung des neuen

„Stoneman TAURISTA“. Nach Südtirol,

der Schweiz und Deutschland kommt

das Erfolgskonzept der international

gehypten Mountainbike-Challenge

„Stoneman by Roland Stauder powered

by Rocky Mountain“ in die Region rund

um Flachau und feiert hier ihre Österreich-Premiere.

Die 123 Kilometer lange

Strecke mit 4500 Höhenmetern ist ein

Spitzen-Highlight für echte Bike-Cracks.

Natürlich gibt es aber auch für Familien

jede Menge zu erleben. Eingebettet

zwischen dem Dachstein und

dem Tauernmassiv bietet Flachau eine

geniale Kombination aus Entspannung,

Bewegung, Naturgenuss und Action –

in den zwei Hochseilgärten etwa oder

beim Rafting, Höhlenwandern, Standup-Paddling,

Mountaincart oder bei

Segway-Trips. Zwei Badeseen und die

Erlebnistherme Amadé bieten zusätzlichen

Spaß.

Ein ganz besonderer Service ist das

Sport- & Aktivzentrum Flachau, in

dem das Urlaubs-Wunschprogramm

individuell zusammengestellt und

gebucht werden kann. Dort erfährst du

aus erster Hand, welche Aktivitäten und

Events auf dem Programm stehen.

Fotos: Dennis Stratmann

96 SPORTaktiv


Am Ende zählt

das Ergebnis.

Zwischendurch

aber auch.

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UNKLARHEIT AM

KLETTERSTEIG

KLETTERSTEIGE SIND IN MODE.

DESHALB ENTSTEHEN JAHR FÜR

JAHR ZIG NEUE KLETTERSTEIGE. IHNEN

GEMEINSAM IST EIN TRÜGERISCHES

SICHERHEITSVERSPRECHEN.

ZUSÄTZLICH GIBT ES AUCH NOCH EINE

NEUE NORM FÜR KLETTERSTEIGSETS.

DAS WICHTIGSTE IN SACHEN KLETTER-

STEIGE – IM SCHNELLDURCHLAUF.

VON OLIVER PICHLER

Einen Sturz am Klettersteig soll man möglichst

ausschließen können. Man soll nur

die Klettersteige gehen, denen man sich gewachsen

fühlt. Wenn man die Schwierigkeit

steigert, soll man das in kleinen Schritten

machen“, rät Walter Bauer vom Bergsportfachhändler

Bergfuchs. Für Klettersteig-Einsteiger

ist eine fundierte Einführung unabdingbar.

Ebenso wichtig ist professionelle

Ausrüstung (Hüft-Sitz-Gurt, Klettersteigset,

Helm, Handschuhe, passende Schuhe, klettertauglicher

Rucksack, Berg-Grundausstattung

u.ä.), die es auch zum Ausleihen gibt.

Die neue Norm

„Sets der neuen Norm stellen sicher, dass 40

bis 120 kg schwere Personen im Fall eines

Sturzes gewichtsunabhängig weich gebremst

werden“, erläutert Oskar Pavelka, Klettersteigexperte

bei Bergsport Schwanda. Ein anderer

Vorteil der neuen Norm sei, so Pavelka, dass

die Sets auch, nachdem sie nass wurden,

funktionieren müssen. „Zentral ist, dass neue

Klettersteigsets bezogen auf 40 bis 120 kg

schwere Personen getestet werden und die

Dauerbelastbarkeit der elastischen Arme nun

auch geprüft wird. Sie müssen nach 10.000

Belastungszyklen noch immer ihre Leistung

bringen“, weiß Walter Bauer von Bergfuchs.

KLETTERGURT &

KLETTERSTEIGSET VEREINT

„Die Kombination, die es

nur von Edelrid gibt, ist eine

kompakt-optimierte Lösung.

Einziger Nachteil: Nach Aufreißen

des Bandfalldämpfers

muss man das Gesamtsystem

tauschen“, weiß Bauer. Edelrid

Jester Comfort: € 190,–

www.edelrid.de

DAS SET MIT BREMSE

„Der Skylotec Rider ist ein

absoluter Sicherheitstipp. Ideal

für ängstliche Personen und für

die, die viele extreme Klettersteige

gehen. Nachteilig ist, dass es

auch Steige gibt, bei denen man

ihn nur als ‚normales‘ Set nutzen

kann“, hält Schwanda-Experte

Pavelka große Stücke auf den Rider.

Skylotec Rider 3.0, € 245,–

www.skylotec.com

Fotos: Skylotec, Hersteller

98 SPORTaktiv


HÜFT-SITZ-GURT ODER BRUSTGURT?

Hüft-Sitz-Gurte sind heute Standard. Bei schweren Rucksäcken

(über etwa 8 kg) sowie für Personen mit größerem

Bauchumfang ist ein zusätzlicher Brustgurt ratsam. Brustgurte

haben alle Gurthersteller im Programm.

PATENTIERTE SICHERUNG

BEIM RASTEN

„Petzl bietet ein patentiertes System, bei

dem die zum Rasten zu verwendende

Schlaufe in den Falldämpfer eingebunden

ist“, erklärt Walter Bauer. Ein Sturz beim

Rasten wird beim Petzl-Set mit der gleichen

Dämpfung abgefangen wie jeder andere

Sturz. Petzl Scorpio Eashook, € 120,–

www.petzl.com

DREIFACH AUSDREHEND

„Wer eine schlüssige Lösung für das

Problem der verdrehten Klettersteigarme

sucht, findet sie beim Gyro“,

lobt Bergfuchs-Profi Bauer. „Der

Gyro ist herausragend komfortabel“,

hebt Oskar Pavelka hervor. Camp

Kinetic Gyro Rewind Pro, € 139,95.

www.camp.it

FÜR ABSOLUTEN

EINSATZ UND GRIP

Spezialist CHIBA bietet eigene

Handschuhe für den Klettersteig.

ANZEIGE / Foto: Chiba

Marcus

Chiba ist

Geschäftsführer

des

traditionsreichen

Handschuh-

Spezialisten

CHIBA

Auf einem Klettersteig sollte der

Handschuh unbedingt guten Schutz

bieten und hohen qualitativen Ansprüchen

gerecht werden.

Wir als traditionsreiches Familienunternehmen

in fünfter Generation

produzieren als einer der wenigen

europäischen Sporthandschuh-Hersteller

noch im eigenen Werk und

können so von Anfang an alle Schritte

der Produktion steuern und kontrollieren,

um hohe Qualitätsstandards zu

garantieren.

Der CHIBA-Via Ferrata X-Trem-

Klettersteighandschuh ist dank seiner

Kevlarverstärkung sehr robust. Seine

griffbetonte Lederinnenhand schützt

zuverlässig vor Verletzungen durch

Fels oder defekte Stahlseile. Durch die

offenen Finger bleibt das Tastgefühl

vollständig erhalten.

NACHSICHERN FÜR KINDER &

EINSTEIGER

Nachsichern gehört bei Kindern unter

40 kg und sich unsicher fühlenden

Personen zum Standard. Soll heißen,

der Sichernde bewegt sich über dem

zu Sichernden. Dieser ist zusätzlich

zum eigenen Klettersteigset mit einer

weiteren Seilsicherung geschützt. Die

praktischste und kompakteste Lösung

bietet Edelrid: Via Ferrata Belay Kit II,

€ 85,–

www.edelrid.de

VIA FERRATA X-TREM

Mit Silikon-Knöchelschutz,

Kevlarverstärkung, Nappa-Leder

und Belüftungslöchern

www.chiba.at

SPORTaktiv

99


SICHER

AM STEIG

SICHERHEIT GEHT VOR: MIT DIESEN|

KLETTERSTEIGSETS UND -HELMEN|

PETZL SCORPIO EASHOOK

Klettersteigset mit EASHOOK-

Karabinern und Verdrehschutzsystem

für Anwender, die zwischen

40 und 120 kg wiegen

zwei elastische Arme mit hohem

Dehnungsvermögen

PREIS (UVP): € 120,–

www.petzl.com

AUSTRIA ALPIN HYDRA.EVO

Kombination aus dem Klettersteigset

COLT.EVO und

dem FERRATA.BLOC

Eingehängt in das gespannte

Drahtseil verhindert FER-

RATA.BLOC weite Stürze

in die nächste Zwischensicherung

PREIS (UVP): € 144,90

www.austrialpin.at

CAMP GYRO REWING PRO

mit Bandfalldämpfer,

leicht und kompakt

elastische Sicherungsarme

mit 22-mm-Schlauchband

(Rewind-System) für

körpernahes Handling

patentiertes System Gyro

mit dreifachem Gelenk,

das das Verdrillen der

Bänder vermeidet

PREIS (UVP): € 139,95

www.camp.it

SKYLOTEC RIDER 3.0

sicherstes KS-Set dank selbstlaufender

Seilklemme mit Rücklaufsperre

für Stahlseile von 12–16 mm

Seilklemme mit Karabineröse für

Steige oder Passagen ohne passendes

Drahtseil, um Rider als

konventionelles Set verwenden

zu können

PREIS (UVP): € 245,–

www.skylotec.com

STUBAI BERGSPORT

SUMMIT LIGHT X1

ergonomisch geformte

Karabiner

große Schnapperöffnung

Metall-Rastpunkt für

Extra- Karabiner

unterschiedliche Farben

von Arm und Karabiner

für bessere Übersicht

PREIS (UVP): € 99,95

www.stubai-sports.com

100 SPORTaktiv


BLACK DIAMOND

KID‘S TRACER HELMET

leicht und bequem

Belüftungsöffnungen mit Netzabdeckung

für Schutz vor herabfallenden

Objekten

geformter EPS-Schaumstoff mit

harter Helmschale aus Polykarbonat

PREIS (UVP): € 70,–

www.blackdiamondequipment.com

INFINITE

POSSIBILITIES

CAMP STORM

der leichteste unter den

Helmen von CAMP

Inneres aus EPS und Außenschale

aus Polykarbonat

„in-moulding”

22 Öffnungen für hervorragende

Belüftung

PREIS (UVP): € 79,95

www.camp.it

PETZL BOREO

vielseitig verwendbarer

robuster Helm mit erhöhtem

Kopfschutz zum Klettern

und Bergsteigen

optimaler Aufprallschutz

an den Seiten, sowie im

Vorder- und Hinterkopfbereich

PREIS (UVP): € 60,–

www.petzl.com

Öffne die Tür in eine

Welt voll unbegrenzter

Möglichkeiten.

SKYLOTEC GRID VENT

leichte Inmold-Konstruktion

drei großzügige Lüftungsöffnungen

optimierte Passform und

Größenanpassung per

Justierrädchen

PREIS (UVP): € 95,–

www.skylotec.com

lowealpine.com/aeon

SPORTaktiv 101


STEIG ÜBER DER

STADT

KLETTERN ÜBER DEN DÄCHERN

DER MOZARTSTADT SALZBURG.

DIE EXTREME FERRATA HAT

ZWEI LEICHTE GESCHWISTER BE-

KOMMEN, SOMIT IST DER

VERTIKALE CITYTRIP JETZT FÜR

„JEDERMANN“ INTERESSANT.

VON AXEL JENTZSCH-RABL

Buchtipp:

Klettersteigführer

Österreich mit DVD

www.alpinverlag.at

Die „City Wall“-Klettersteige bieten

nicht nur eine wunderschöne

Aussicht über die historische

Altstadt und die Dächer der Stadt, sondern

auch die Möglichkeit, mitten in

Salzburg etwas alpines Flair aufkommen

zu lassen – auch für die Touristen in der

Linzer Gasse, von denen man nach dem

Abstieg bestaunt wird. Ein idealer Klettersteig-Kurztrip,

wenn man mal kaum

Zeit hat. Benötigt werden nur etwa eine

Stunde Zeit, die Klettersteigausrüstung

und für die schwere Originalroute eine

große Portion Kraft.

Anreise

Auf der A1 bis zur Abfahrt Salzburg

Nord, dann weiter über die Vogelweiderstraße

bis zum Kapuzinerberg. Dort die

letzte Möglichkeit nach rechts nehmen

und parken (Schallmooser Hauptstraße

bis zur Linzer Garage bzw. in der Kurzparkzone

der Stadt parken). Genaue Adresse:

Akzente Salzburg, Glockengasse 4c.

Mit Öffis: mit der Bahn nach Salzburg.

Zustieg

In zwei Minuten zum Einstieg des

Klettersteiges rechts hinter dem Haus

nach dem Absperrzaun. Der Klettersteig

ist mit einem Zaun abgesichert, das

Zauntor ist aber nicht versperrt. Vom

Hauptbahnhof ist der Klettersteig in ca.

15 Minuten zu Fuß zu erreichen.

Route

Aus dem „City Wall“-Klettersteig sind

die „City Wall“-Klettersteige geworden.

Die Kapuziner-Gams ist mit E der

schwerste Klettersteig, gefolgt von der

Bergspezl-Route (C) und der Salewa-Route

(C). Am Wandfuß befindet

Fotos: Axel Jentzsch-Rabl

102 SPORTaktiv


AXEL

JENTZSCH-RABL

aus Bad Häring (T) kennt als Verfasser

der umfangreichsten heimischen

Klettersteigführer die meisten Klettersteige

in Österreich und im umliegenden

Ausland. Bei uns stellt er regel mäßig

einen seiner Favoriten vor.

Abstieg zur

Linzer Gasse

Aussichtspunkt

sich noch ein kurzer Übungssteig, die

Aqua-Salza (A/B).

Abstieg

Am Ausstieg rechts (westlich), auf dem

asphaltierten Weg zur Linzer Gasse absteigen

und zurück zur Glockengasse.

Bemerkung

Der Klettersteig ist zum Schutz brütender

Vögel (mobile Vogelbrutnester)

vom 1. März bis 30. Juni gesperrt.

Wenn des Zauntor verschlossen ist, fragt

man nach dem Schlüssel beim Portier

der Tiefgarage, Akzente Salzburg (Tel.:

0662/849291), oder bei den Naturfreunden

Salzburg.

TOP-KLETTERSTEIG

Der „City Wall“-Klettersteig

Schwierigkeitsgrad A/B bis E

90 Hm/1 Std.

Talort: Salzburg, 425 m

Berg: Kapuzinerberg, 636 m

Ausgangspunkt: Parkplätze im

Bereich der Glockengasse, 430 m

Zu - und Abgang

Tiefgarage

1 Bergspezl (C)

2 Kapuziner-Gams (E)

3 Salewa (C)

4 Aqua-Salza (A/B)

A/B

A/B

A/B

A

B

A/B

B

3

B

C

B

E

A

D/E

2

D

C

B

B

E

A

B

3 1

3

D

C/D

D/E

B

B

B

B

1

B

A

A/B

B

B

A

D/E

4

A/B

B/C

1

A/B

C

1 2

D

D

B/C

Expos.

Nord

2

Adresse: Akzente Salzburg,

Glockengasse 4 c

SPORTaktiv

103


BOREO

Verbesserter Seitenaufprallschutz

für die Vertikale.

Photo © www.kalice.fr

Der robuste, vielseitige BOREO-Helm ist zum Klettern, Bergsteigen und für

Klettersteige ebenso geeignet wie für die Speläologie und fürs Canyoning.

Das tief gezogene Design und die TOP AND SIDE PROTECTION Technologie

gewährleisten erhöhten Aufprallschutz an den Seiten sowie im Vorder- und

Hinterkopfbereich. Der Boreo sitzt flach auf dem Kopf und die großen

Belüftungsöffnungen bürgen für Komfort bei allen Aktivitäten. www.petzl.com


AUF DAS DARUNTER|

KOMMT ES AN|

NACHHALTIG GEMACHT!

DER NORWEGISCHE

TEXTILSPEZIALIST

ACLIMA ENTWICKELT

SPORTUNTERWÄSCHE

AUS MERINOWOLLE –

FÜR OUTDOOR-ACTION

DAS GANZE JAHR.

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LightWool, HotWool,

DoubleWool – finde die

passenden Base- & Midlayer

für deinen Sport:

www.aclima.com

Seit 1939 ist das norwegische Familienunternehmen

Aclima AS in den Händen

der Familie Johansen in Krøderen. Von

Beginn an stets im Mittelpunkt: die Arbeit

mit Merinowolle. Im Jahr 2002 wurde

schließlich der Brand „Aclima“ aus der Idee

geboren, funktionale Base- und Midlayer

für aktive Damen, Herren und Kinder zu

entwickeln, die bei Outdoor-Sportarten

trocken und warm halten.

Eine Wolle für alle Fälle

Neben der Bekleidung fürs Klettern,

Wandern, Biken & Co. hat das Unternehmen

auch die passenden Merinolayer für

viele weitere Einsatzmöglichkeiten in der

Produktpalette – so vertrauen etwa auch

Feuerwehrleute aus Norwegen auf die hochwertig

verarbeiteten Aclima-Produkte.

Auf feinste (und zertifizierte) Merinowolle

wie beim „LightWool Hoodie“ (Bild links)

setzt man bei der Herstellung nicht ohne

Grund: Wolle absorbiert nicht nur Schweiß

und ist geruchsneutral, sondern sie isoliert

auch Wärme wie Kälte.

Nachhaltigkeit als Grundwert

Soziale Verantwortung, Umwelt- und Tierschutz

liegen Aclima am Herzen: So stehen

etwa Recycling und der Kauf von Fairtrade-

Produkten an der Tagesordnung. Doch vor

allem, wenn es um das Produkt geht, wird

bei der Nachhaltigkeit nicht gespart: Von

artgerechter Tierhaltung bis hin zum kompletten

Verzicht auf schädliche Substanzen

in der Wolle reicht die Maßnahmenliste.

SPORTaktiv

105


RETTUNG

IN HÖCHSTER NOT

MEHR ALS 12.600 BERGRETTERINNEN UND BERGRETTER

STEHEN IN ÖSTERREICH 365 TAGE IM JAHR BEREIT, UM

BEI EINEM UNFALL IN DEN BERGEN ZU HELFEN – FREIWILLIG

UND UNENTGELTLICH. FÜR DIE ORTSSTELLEN IST ES

DENNOCH NICHT ALLZU SCHWIERIG, JUNGE MENSCHEN

FÜR DEN NACHWUCHS ZU BEGEISTERN.

VON WOLFGANG LIU KUHN

Fotos: reginastanger.com

106 SPORTaktiv


Zugegeben, es klingt zunächst nicht

allzu verlockend, wenn man sich

auf einen Dienst bei der Bergrettung

einlässt. Man opfert ein gewisses

Kontingent an Freizeit, muss sich laufend

bei Schulungen weiterbilden und

übernimmt Dienste, die potenziell gefährlich,

zumindest jedoch anstrengend

sein können. Dennoch erfreut sich die

Bergrettung derzeit regen Zulaufs. Eine

der aktuellen Anwärterinnen ist Regina

Stanger, die sich bei der Ortsstelle Graz

engagiert: „Ja, in unserer Ortsstelle erleben

wir derzeit einen kleinen Boom.

Das hat schon dazu geführt, dass wir uns

einen temporären Aufnahmestopp überlegen

müssen. Natürlich wird es wieder

mal eine kleine Flaute geben, es kommt

doch immer wieder zu Fluktuationen.“

Verständlich, dass nicht alle Anwärter

tatsächlich bei der Bergrettung bleiben,

denn die Anforderungen sind durchaus

hart (siehe dazu auch Infokasten). Die

Mindestdauer der Ausbildung beträgt in

ganz Österreich zwei Jahre. Zusätzlich

muss man eine erweiterte Ausbildung in

Erster Hilfe sowie Grundlagen der Alpinmedizin

absolvieren. Die Ausbildung

ist in allen sieben Landesorganisationen

unterschiedlich geregelt, wobei am Ende

jedoch dasselbe Ziel steht. „Es dauert

schon, bis man ein fertiger Bergretter ist,

so einfach geht das nicht. Ein Jahr Mitarbeit

bei der Ortsstelle ist notwendig,

um an den Landesklassen teilnehmen

zu können. Wichtig sind vor allem der

Sommer- und der Wintergrundkurs mit

den entsprechenden Abschlussprüfungen.

Dazu kommen noch spezifische

Schulungen in Lawinenkunde und Pistenrettung.“

,,

BERGUNG

MIT EINER

SEILWINDE IM

STEILEN

GELÄNDE – DAS

MUSST DU

IM SCHLAF

BEHERRSCHEN


Familiär vorbelastet

Die meisten angehenden Bergretter

werden vor allem über die Mundpropaganda

auf die ehrenamtliche Tätigkeit

aufmerksam, wobei das Internet

als Rekrutierungskanal immer wichtiger

wird: „Dort kann man sich einfach

informieren, wie man Bergretter wird,

es gibt einen eigenen Button mit allen

Informationen. Die meisten melden

sich von selbst; bei den Jüngeren ist es

häufig so, dass schon ihre Eltern oder

Freunde bei der Bergrettung waren

oder sind. Und natürlich gibt es da viele

Menschen, die einfach gerne in den

Bergen unterwegs sind. Ich selbst bin

über meinen Beruf dazugekommen,

denn ich veranstalte Radrennen, bei

denen ich immer wieder mit der Bergrettung

Kontakt hatte. Ich bin neu-

REGINA

STANGER

ist Bergretterin und betreibt

eine Werbeagentur in Graz

www.reginastanger.com

gierig geworden und wollte mir einmal

persönlich anschauen, wie das so funktioniert.

In den Bergen bin ich ja ohnehin

gerne. Die Kontaktaufnahme war ganz

unkompliziert, ich durfte mir das einmal

anschauen – und es hat mir vom ersten

Moment an voll getaugt!“

Logisch, dass Regina weiter dabeigeblieben

ist und sich mit Feuereifer in

die Ausbildung gestürzt hat. Wobei sich

nicht alle Anwärter ihren Enthusiasmus

auf die Dauer aufrechterhalten können.

Manche können das zeitaufwendige

Ehrenamt schwer mit ihrer Familie, dem

Privat- und Berufsleben vereinbaren.

„In Graz treffen wir uns jeden Freitag

zu einer Übung, da muss man sich die

Zeit gut einteilen und mit Herz dahinter

stehen“, erzählt Regina. Wobei „Herz“

schon das richtige Stichwort ist, denn

SPORTaktiv

107


zweifellos sind die Mitglieder der

Truppe mit Leidenschaft bei der Sache.

Die klassischen Draufgängertypen, wie

man sie vor allem aus Hollywoodfilmen

kennt, sind bei der Bergrettung

allerdings fehl am Platz: „Solche Leute

gibt es bei uns eigentlich gar nicht.

Da steht mehr die Sicherheit und eine

überlegte Planung im Mittelpunkt.

Das sind durch die Bank sehr besonnene

Menschen, die sich für diese

Tätigkeit entscheiden. Grundsätzlich

gibt es bei uns recht vielschichtige

Persönlichkeiten, die jedoch eines eint:

die Liebe zu den Bergen. Eine soziale

Komponente und das Erleben in einer

Gemeinschaft spielen bei dem Engagement

auch eine Rolle.“

GRUNDVORAUSSETZUNGEN

FÜR BERGRETTER

KLETTERN IM III. SCHWIERIGKEITSGRAD

IM VORSTIEG

FÄHIGKEIT ZUM SICHEREN

TOURENSKILAUF IM

ALPINEN GELÄNDE

ZEITLICHE VERFÜGBARKEIT

Harte Arbeit, viel Übung

Die Arbeit in der Bergrettung ist also

vor allem eine Lebenseinstellung. Die

Aktivität in der Organisation bringt

viele Mitglieder auch persönlich voran

– einige halten sich durch die

zahlreichen Übungen und Einsätze

körperlich in Schuss, andere wiederum

finden Hilfe bei Sinnkrisen und

anderen Tiefpunkten im Leben. Und

natürlich eignen sich die Mitglieder

auch Wissen an, das ihnen in anderen

Bereichen jederzeit zugutekommt.

Auch wenn die Schulungen und Prüfungen

hart sein können: „Schwierig

sind auf alle Fälle die Seiltechnik und

die allgemeinen technischen Grundlagen.

Man lernt in der Ausbildung alle

wichtigen Kniffe, aber die muss man

anschließend permanent trainieren.

Wenn man verschiedene Sachen ein

Jahr nicht gemacht hat, hat man sie

längst wieder vergessen. Bergung im

steilen Gelände über eine Seilwinde

ist beispielsweise eine sehr komplexe

Angelegenheit. Da muss viel Gerät aufgebaut

werden – wenn du das nicht im

Schlaf beherrschst, bist du nicht fit für

den Einsatz. Der zweite große Part ist

die Erste Hilfe, bei der wir eine super

Ausbildung bekommen, was dir natürlich

in jeder Lebenslage hilft, also nicht

nur in den Bergen.“

Viel harte Arbeit also, die in flotten

Fernsehserien wie „Die Bergretter“

meist nicht zu sehen ist. Auf die Frage,

ob die Realität mit der TV-Fiktion eigentlich

etwas zu tun hat, muss Regina

KÖRPERLICHE UND

GEISTIGE EIGNUNG

VOLLENDETES 16. LEBENSJAHR

lachen: „Ich bin selbst oft in Schladming

und kenne daher die Drehorte.

Das ist eine Fernsehserie, da kommt

es eben auf spektakuläre Effekte an.

Aber der Ablauf der Einsätze und die

angewendeten Techniken kommen

der Wirklichkeit schon recht nahe.

Die Fernsehteams arbeiten ja mit den

echten Bergrettern in Ramsau und

Schladming zusammen, die ihnen fachlich

zur Seite stehen. Für das Image der

Bergrettung ist das natürlich super!“

108 SPORTaktiv


SKYLOTEC.COM

OUTSIDE

WENIGER

IST MEHR

RIDER 3.0 -

KLETTERSTEIGSET

So sicher wie nie zuvor im Klettersteig.

Das ausgeklügelte System des RIDER

3.0 Klettersteigsets verhindert

zuverlässig lange Stürze im Klettersteig

und bietet so maximale Sicherheit.

Fotos: Ranggetiner

HERBERT

RANGGETINER

... ist Profikletterer

und einer der

besten Extrem kletterer

Europas – und ein

„Querdenker“ der

Outdoorsport szene.

In seiner „Outside“-

Kolumne lässt er die

SPORT aktiv-Leser

an seinen Gedanken

teilhaben.

Niki Lauda hat sein Kapperl, mein Markenzeichen

ist die Sonnenbrille, unverwechselbar!

Ein Ding, das äußerlich

zeigt, wie man innerlich tickt und wofür man

steht. Mit einem breiten Grinsen und dem hier

leider oft hinderlichen Fachwissen registriere

ich, wie sich der Endverbraucher meist über

eine Marke definiert. Ja, im Prinzip eh alles wie

auch bei mir, nur hier sagt die Werbung, was

gebraucht wird. Die Industrie bedient ein Vakuum,

das durch ein ständiges Verlangen nach

Neuem entsteht, denn das innere Kind hat immer

Hunger! „Funktionelles und Langlebiges“,

alles längst Philosophie von gestern, oder? Mit

ähnlichen Slogans kannst du heute maximal

Werbung für ein Gerät gegen Cellulite machen.

Heute wird viel Geld in Werbung gepumpt, mit

dem einen Ziel: Lass ein Bild einer Marke in

den Köpfen des „Suchenden“ entstehen, das nur

eine Handlung zulässt, nämlich die Anschaffung

dieses „im Moment genialsten Teiles“. Produkte

müssen Emotionen auslösen, Preis-Leistungs-

Verhältnis, uninteressant! Ist es extrem cool

oder bedenklich, in einer Zeit zu leben, wo man

Dinge kauft, die keiner braucht und die nichts

können? Hmmm.

Ich steh auf diese genialen Teile, die ein Tüftler

nach zweijähriger Forschung und totaler Hingabe

voller Stolz in die Höhe hält. Hänge ich total

exponiert in einer Kletterroute, ja, dann, genau

dann liebe ich diese Teile, die etwas können. In

meinem Universum sind Blender gesundheitsschädlich

und Funktionalität und Qualität ständige

Wegbegleiter. Ich definiere mich nicht über

eine Marke, sondern über die Menschen, die

dahinter stehen und deren Philosophie. Ich liebe

Elementares/Einfaches/Praktisches – ein Lagerfeuer,

der Sternenhimmel und meine Freiheit,

denn ich finde: Weniger ist oft mehr!

SKYLOTEC entwickelt und produziert

hochspezialisierte Fallschutzausrüstungen

für Industrie und Klettersport.

SPORTaktiv

109


PIONIER BEIM

SICHERN

Bergsteiger, Kletterer

und Klettersteiggeher

können mit gutem

Gewissen auf Skylotec

setzen. Und das

aus mehreren

Gründen – wie unser

„Business porträt“ zeigt.

Beim Klettern, im Klettersteig oder auf

Hochtouren: Wann immer das Leben

an einem Seil hängt, muss man vertrauen

können. Auf sich selbst und auf seine

menschlichen Partner. Und besonders auf

seine Ausrüstung. Der Schriftzug Skylotec auf

dem Klettergurt, dem Klettersteigset oder dem

Helm gibt schon einmal ein gutes Gefühl.

Das Unternehmen aus Neuwied in Rheinland-Pfalz

(D) feiert 2018 sein zehnjähriges

Jubiläum in der Outdoorbranche. Die Firmengeschichte

ist mit Gründungsjahr 1948 jedoch

viel älter, die Erfahrung im Bereich der Absturzsicherung

ist entsprechend groß. Gesichert

wird eben nicht nur in einer Felswand, sondern

auch in der Industrie. „Industry born – Sports

Fotos: Skylotec

110 SPORTaktiv


Das Unternehmen sitzt in

Neuwied (D), wurde 1948

gegründet und stellt seit 2008

auch Bergsportausrüstung her.

www.skylotec.com

driven“ – so lautet ein Motto des Familienunternehmens.

Im Sport spielte das Unternehmen

vom Start weg in der obersten Liga. Bald

nach dem Einstieg und der Präsentation

der ersten Produkte für Bergsportler gab

es die ersten Auszeichnungen, zum Beispiel

2009 den ISPO Brand New Award

für den Klettergurt Skyfit, und im selben

Jahr den Outdoor Industry Award für

den Kinderklettergurt Gekko. Apropos

Auszeichnung: 2017 trat bekanntlich die

neue Klettersteignorm in Kraft. Skylotecs

Beitrag zu dieser Norm war das

innovative Klettersteigset „Rider 3.0“.

Die mitlaufende Seilklemme sorgt für

ein zusätzliches Sicherheitspolster und

verhindert weite Stürze. Diese Innovation

wurde mit dem Outdoor Industry

Gold Award im Bereich Bergsportausrüstung

belohnt.

Aktuell umfasst das Skylotec-Sortiment

für Outdoorsportler Gurte,

Klettersteigsets, Helme und Karabiner,

Seile und Schlingen. Dazu Chalk, Bags

und Accessoires. Von der Qualität der

Ausrüstung sind nicht nur viele Freizeitsportler

überzeugt, sondern auch

Profiathleten wie Michael „Much“ Mayr.

Die hohe Kompetenz beweist auch

das „Vertical Rescue College“ (VRC):

In diesem Schulungsgebäude auf dem

Firmengelände in Neuwied werden Ausbilder

und Mitarbeiter unterschiedlicher

Unternehmen in Sachen Höhensicherung

und Höhenrettung geschult.

Ein ausgezeichneter Arbeitgeber

Um die hohen Qualitätsansprüche, die

das Unternehmen an sich selbst stellt,

auch immer erfüllen zu können, gilt

eine strenge Prämisse: „Made in Europe“.

Skylotec verzichtet auf eine Fertigung

in Asien. Neben dem Firmensitz

in Deutschland gibt es noch Standorte

in Ungarn und Slowenien. Das sorgt zusätzlich

auch für kurze Fertigungs- und

Transportwege.

Diese Philosophie erntet Anerkennung:

Nach 2016 wurde Skylotec 2018

schon zum zweiten Mal in jüngster

Zeit mit dem renommierten deutschen

Arbeitgeber-Gütesiegel „Top Job“ als

„bester Arbeitgeber“ prämiert. Noch

ein Grund für Bergsportler, auf die

Sicherungskompetenz von Skylotec zu

vertrauen.

SPORTaktiv

111


SMART

OUTDOOR-GPS-GERÄT, SMARTPHONE, GPS-UHR

ODER DOCH DIE GUTE ALTE PAPIERKARTE? WAS

BRAUCHT UND VERWENDET MAN 2018 ZUM

ORIENTIEREN AM BERG? NATURFREUNDE-

AUSBILDNER UND GPS-EXPERTE MATTHIAS

PILZ IM „TECHNIK-TALK“.

VON CHRISTOF DOMENIG

NAVIGIEREN

112 SPORTaktiv


Vorweg: Die Empfehlung, die gedruckte

Karte am Berg immer mitzuhaben, gilt

auch im Jahr 2018. Denn ein elektronisches

Gerät kann immer ausfallen – wenn

es in der Outdoor-Stromversorgung (siehe

hinten) auch deutliche Fortschritte gegeben

hat. „Und die Empfehlung gilt auch deshalb,

weil für die große Geländeübersicht, die man

in vielen Situationen braucht, der Ausschnitt

auf einem kleinen Bildschirm nicht reicht“,

sagt Matthias Pilz.

Der Grazer Outdoor-Profi kennt aus seinen

GPS-Kursen auch ein häufiges Missverständnis:

„GPS-Einsteiger erwarten oft, dass

das Orientieren damit einfacher ist als mit einer

Papierkarte. Doch das stimmt nicht: Eine

Karte lesen zu können, ist die Grundlage

jeder Outdoor-Navigation. GPS-Anwendung

kommt oben drauf, erweitert die Möglichkeiten

und ist ein zusätzliches Sicherheitsnetz.“

Die Möglichkeiten, die GPS outdoor bietet,

sind seit Jahren mehr oder weniger unverändert

– rechts im Kasten haben wir die

Hauptanwendungen kompakt zusammengefasst.

Was sich in Sachen GPS zuletzt jedoch

stark gewandelt hat, sind die Endgeräte:

Klassische Outdoor-GPS-Geräte bekommen

im Bergsport zunehmend Konkurrenz von

stärkeren Smartphones auf der einen Seite

und von den kleinen GPS-Uhren, die immer

besser funktionieren, auf der anderen. Im

Interview erklärt Matthias Pilz den Stand der

Technik.

Das Smartphone verändert unser Leben,

das gesamte menschliche Verhalten. Gilt

das auch beim Thema GPS-Nutzung im

Bergsport?

Grundsätzlich kann man sagen, dass die

Jungen – soweit ich Einblick habe – fast nur

noch das Smartphone verwenden. Klassische

Handheld GPS-Gerät sind bei der Zielgruppe

„40plus“ verbreitet und da bei jenen, die

wirklich gut damit umgehen können.

GPS IM

OUTDOOR-EINSATZ

Generell kann man die wichtigsten

Funktionen von GPS-Geräten bzw. Navigations-Apps

auch selbst erlernen – ein

Kursbesuch macht die Sache aber einfacher.

Das sind die Hauptfunktionen:

TOUR PLANEN: Touren mithilfe von

GPS-Koordinaten am Computer erstellen

und ans GPS-Gerät bzw. Smartphone schicken

oder als fertigen Track aufs Gerät laden.

EINEM TRACK FOLGEN: Bereits wenige

Meter Abweichung können damit erkannt

werden. Wichtig immer dann, wenn der

weitere Wegverlauf unklar ist (zum Beispiel

bei Weggabelungen).

DEN TRACK AUFZEICHNEN: Im

Notfall (z.B. bei Nebel) kann man einfach

umdrehen und auf dem aufgezeichneten

Track zurückgehen. Und beim nächsten Mal

auf derselben Tour dem Track nachgehen.

WEGPUNKTE MARKIEREN: Die akkuschonende

Variante zum Aufzeichnen eines

gesamten Tracks, indem man markante Wegpunkte

speichert und zu einer Tour verbindet.

STANDORTANZEIGE: Auch bei schlechter

Sicht ist immer klar, wo man sich befindet.

Bei Notfällen gibt man die Koordinaten

einfach der Bergrettung durch.

POINTS OF INTEREST: Vorgegebene

oder individuell abgespeicherte interessante

Punkte lassen sich damit ansteuern, der Weg

und die voraussichtliche Wegzeit

dorthin berechnen.

Fotos: Martin Edlinger, Matthias Pilz

Kaufen sich auch junge Bergsportler

noch ein Outdoor-GPS-Gerät?

Eher nicht. Brauchbare Markengeräte gibt

es ab 300 Euro. Viele Junge sagen sich,

das ist es mir nicht wert, mir reicht mein

Smartphone auch. Und ich muss sagen:

Ganz unrecht haben sie damit nicht.

LIVE-TRACKING: Damit können Freunde

und Familienmitglieder deinen Standort

und den Verlauf deiner Aktivität zu jeder

Zeit in Echtzeit mitverfolgen.

SPORTaktiv

113


Akkulaufzeit, Robustheit und Wasserdichtheit

waren immer die Hauptargumente

für ein „richtiges“ Outdoor-

GPS-Gerät. Gilt das nun nicht mehr?

Es kommt stark aufs Smartphone an:

Ich selbst verwende mittlerweile fast

nur noch das Smartphone am Berg.

Ich muss aber dazusagen, dass ich ein

spezielles Outdoor-Smartphone habe:

Das hat eine gewaltige Akkuleistung, ist

stoßfest und wasserdicht, fällt es einmal

in den Schnee, ist es dem Gerät völlig

egal. Die Empfangsqualität ist etwas

schlechter als beim Handheld-Gerät,

aber nicht entscheidend.

Dennoch ist eines wichtig zu betonen:

Navigiere ich mit Smartphone und leere

dabei den Akku, dann kann ich auch

keinen Notruf mehr absetzen. Das ist

der springende Punkt. Dessen muss man

sich bewusst sein und dafür muss man

vorsorgen. Ich selbst habe in der App

eine Funktion eingestellt, die bei 25 Prozent

Akkuleistung die App abschaltet.

Wie schaut es beim Durchschnitts-

Smartphone mit der Akkuleistung aus?

Reicht die für Bergsportler?

Mit meinem Vorgänger-Handy war

nach fünf Stunden der Akku leer. Beim

jetzigen komme ich, wenn ich GPS

sinnvoll und selektiv einsetze, eine Woche

durch. Ich kenne auch Bergführer,

die verwenden ein Akku-Sleeve fürs

Smartphone, das einerseits schützt und

andererseits einen Zusatzakku beinhaltet.

Damit wird das Gerät halt dicker.

Akkupacks zum Nachladen mitzunehmen,

funktioniert mittlerweile auch sehr

gut (Anm.: Siehe die nachfolgende Story

„Nie mehr saftlos“).

Gibt es in der Funktion noch Unterschiede

zwischen GPS-Gerät und

Smartphone-Navigations-App?

Überhaupt nicht. Bei einer guten App

sind Benutzeroberfläche und Funktionen

ident. Ich selbst verwende und

empfehle in meinen Kursen die Twonav-App.

Die lässt sich ident mit einem

Twonav-GPS-Gerät bedienen und das

ist mit Garmin der Marktführer. Die

App kostet sechs Euro und beinhaltet

schon recht viele Karten. Für

den Alpenraum kann man dann

die amtlichen ÖK-Karten relativ

günstig dazukaufen. Auch von der

haptischen Bedienung und von der

Bildschirm-Darstellung sehe ich keine

Nachteile mehr bei einem guten

Outdoor-Smartphone gegenüber dem

GPS-Gerät. Im Gegenteil: Beim Bildschirm

ist mein Smartphone besser.

Wie weit kommt man mit dem

serienmäßigen Kartenmaterial

am GPS-Gerät oder in der

Smartphone-App?

Grob lässt sich sagen: Basiskarten,

wie sie meist vorinstalliert sind,

reichen überall, wo man in der Zivilisation

unterwegs ist. Zum Wandern

auf Wanderwegen in den Bergen

sind Vektor-Karten, beispielsweise

die Garmin-Topo-Karte die richtige

Lösung. Wenn ich Hochtouren oder

Skitouren gehe, also Wege verlasse,

dann brauche ich topografische

ÖK-Karten.

Haben also Outdoor GPS-Geräte

über kurz oder lang ausgedient?

Würde ich nicht sagen. Es hat schon

nach wie vor Vorteile gegenüber

vielen Smartphones. Und die Tendenz

beim Handheld-Gerät geht in

Richtung ganz neuer Möglichkeiten:

Etwa, auch zusätzlich GSM- und Satellitenkommunikations-Empfänger

zu verbauen. Überall, wo ein Mobilfunknetz

ist, habe ich damit einen

„klassischen“ Internetzugang, unabhängig

vom Netzbetreiber. Dort, wo

das normale Handynetz nicht mehr

funktioniert, läuft die Verbindung

über Kommunikationssatelliten

wie bei einem Satellitentelefon. Ein

Emergency-Knopf ist in so einem

Gerät dann schon ein zusätzliches

Sicherheitsnetz. Die nahe Zukunft

wird auch sein, Echtzeitdaten, zum

Beispiel über das Wetter, zur Verfügung

zu haben. Oder Karten nicht

mehr als Offlineprodukt zu beziehen,

sondern „realtime“ gegen eine

Jahresgebühr.

MATTHIAS PILZ

aus Graz ist 28, Bergsportler,

Ausbildner der Naturfreunde

für Klettern, Hochtouren

und Skitouren, hält Kurse

zur GPS-Anwendung

im Outdoorsport.

www.naturfreunde.at

KURSTERMINE DER

NATURFREUNDE

22./23. Juni: Orientieren beim Wandern,

Klippitztörl (K), Naturfreundehaus

1./2. September: Orientieren beim

Bergsteigen, Rauris (S), Neubauhütte

13./14. Oktober: GPS und Smartphone,

Tauplitz (St)

akademie.naturfreunde.at

Stark entwickelt haben sich in den

letzten Jahren die GPS-Outdoor-Uhren,

eine Kartendarstellung beherrschen

schon viele. Wofür eignen sich die?

Was die Akkuleistung und die Empfangsqualität

betrifft, sind die Uhren

heute wirklich gut. Die Hauptanwendung

sehe ich in der Aufzeichnung und

im Analysieren von Aktivitäten und

nicht im Orientieren. Also: Wenn ich

beispielsweise die Einstiegskoordinaten

von einem Klettersteig habe, dann lässt

sich die Stelle damit schon gut finden

– doch für anspruchsvollere Orientierungsaufgaben

ist schlicht die Kartendarstellung

auf der Uhr zu klein.

Fotos: Matthias Pilz, iStock

114 SPORTaktiv


NIE MEHR

SMARTPHONE UND

CO. WOLLEN IM

BERGSPORT MIT

STROM VERSORGT

WERDEN. UNSER

TECHNIK-EXPERTE

MATTHIAS PILZ

ERKLÄRT, WELCHE

MÖGLICHKEITEN

ES DAZU GIBT.

SAFTLOS

I.

LADEN AUF SCHUTZHÜTTEN

In Österreich sollte man nicht unbedingt damit

kalkulieren, sein Smartphone auf einer Schutzhütte

aufladen zu können. Vor allem nicht zu „Stoßzeiten“.

Im Notfall und bei Übernachtung wird es der

Hüttenwirt wohl nicht verwehren. Matthias Pilz:

„In der Schweiz oder in Frankreich ist die diesbezügliche

Mentalität eine andere – dort wirst du beim

Ankommen gleich darauf hingewiesen, wo du dein

Handy laden kannst.“ Nachsatz: „Positive Ausnahmen

sind natürlich auch in Österreich zu finden.“

II.

AKKUPACKS

Die Stromspeicher für unterwegs funktionieren

heute schon sehr gut. Auch mehrtägige Touren

abseits jeder Infrastruktur lassen sich damit gut

über die Runden bringen. Wichtig ist, den

benötigten Strombedarf realistisch einschätzen zu

können und vorauszuberechnen – und

entsprechend viele Akkupacks einzupacken: „Dann

sind Akkupacks, was das Verhältnis aus Packmaß,

Gewicht und Leistung angeht, für mich die

sinnvollste Lösung“, sagt Pilz.

III.

SOLARPANEELE

Hier kommt es laut den Erfahrungen

unseres Experten auf die Preisklasse

an. Hochpreisige Solarpaneele funktionieren

heute sehr gut und liefern auch

bei weniger optimalen Bedingungen

zuverlässig Strom. Dafür sollte man sich

allerdings schon in der Preisklasse um

500 Euro umschauen. Bei günstigeren

Paneelen ist man von den äußeren Bedingungen

stärker abhängig. Solarpaneele

haben gegenüber Akkupacks einen

deutlichen Nachteil, was Gewicht und

Packmaß betrifft. Pilz: „Ideal eingesetzt

sind sie auf Expeditionen, die von einem

Basislager aus unternommen werden, wo

man sie nicht immer mitnehmen muss.“

SPORTaktiv

115


MITTERSILL PLUS

TOURISMUS

Stadtplatz 1

5730 Mittersill

T. +43 65 62/40 86 917

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HINAUSWANDERN

DIE NATIONALPARKORT-

SCHAFTEN MITTERSILL–HOL-

LERSBACH–STUHLFELDEN

LASSEN DIE WANDERHERZEN

IN MITTEN DER ZAHLREICHEN

3000ER DER HOHEN TAUERN

UND DER KITZBÜHELER ALPEN

HÖHERSCHLAGEN.

H

inein in die Bergschuhe, am besten noch

bevor es hell wird – denn eindrucksvoller

als mit einem Sonnenaufgang in den Bergen

kann ein Tag kaum beginnen. Früh

aufzustehen lohnt sich, denn es gibt einiges

zu erleben und zu entdecken in den

Hohen Tauern. Grüne Wiesen, charmante

Waldwege, urige Almen, majestätische

Berggipfel – all das erwartet dich in den

Nationalparkortschaften Mittersill–

Hollersbach–Stuhlfelden.

Eine Vielzahl an markierten Wanderwegen

in allen Schwierigkeitsstufen wartet

und führt Naturliebhaber zu immer

neuen Zielen. Bestens untergebracht in

14 zertifizierten Wanderbetrieben der

Region, kann man im Sommer sechs Mal

pro Woche (im Fühjahr und Herbst drei

Mal pro Woche) direkt vom Hotel aus

geführte Wanderungen unternehmen –

und das in allen Schwierigkeitsstufen. Besonderes

Highlight: Alle Touren beginnen

und enden direkt beim Hotel, denn der

kostenlose Wandershuttle bringt dich zum

Ausgangspunkt der Tour und vom Ende

wieder zurück.

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und in den Kitzbüheler Alpen, kostenloser

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Fotos: Mittersill Plus GmbH_Michael Huber

116 SPORTaktiv


Fotos: Sporthotel Kogler

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die ganze Familie. Als zertifiziertes Wanderhotel bieten

wir geführte Touren inmitten des Nationalparks Hohe

Tauern oder in den Kitzbüheler Alpen.

Ein umfangreiches Sportangebot macht das Angebot

komplett: Mountainbiking, Laufen, Trailrunning,

Nordic-Walking, Tennis, Bogensport, Golf u.v.m.

GRATIS: NATIONALPARK-CARD


Tageskarte Großglockner-Hochalpenstraße


Tageskarte Gerlos-Alpenstraße


tägliche Nutzung einer der Bergbahnen


freie Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel


freie Nutzung der teilnehmenden Wanderbusse


Informationen: www.nationalpark-sommercard.at

DIE REGION DER UNGEAHNTEN MÖGLICHKEITEN


über 5000 km Wanderwege


über 1000 km Rad- und Bikevergnügen


266 Dreitausender, 7 Bergbahnen in der Umgebung


6 x pro Woche geführte Wanderungen

PASST MIR UND ZU MIR.

MAIER SPORTS – der Passformspezialist – bei unserer breiten Auswahl an Outdoorhosen

muss man nicht lang suchen und es kommt niemand zu kurz.

Hier geht‘s zum Video: www.maier-sports.com/passform


ZWISCHEN

TRANCE

UND

BALANCE

MICHAEL KEMETER

GEHT OBERKÖRPERFREI

ZUR ARBEIT. MIT

WAGHALSIGEN KLETTER-

ROUTEN OHNE SEIL UND

MIT BASE-JUMPS SORGT

ER FÜR SCHLAGZEILEN.

ANGST HAT ER NIE.

ÜBER VERTRAUEN,

ELF MONATE IM BUS

UND EINEN TYPEN MIT

NERVEN AUS STAHL.

VON CHRISTOPH HEIGL

Im chinesischen Fernsehen nennen

sie ihn „Austrian Spiderman“, als

er außen an der Fassade auf ein

268 Meter hohes Gebäude klettert

und von dort mit dem Fallschirm

runterspringt. In den USA hat er

den Spitznamen „The Daredevil“.

Und dann sitzt er da, der Bursche aus

Tragöß (St), mit seinen langen blonden

Locken, blauen Augen und dem

freundlichen Lachen. So soll ein Spinnenmann

aussehen? Ein Teufelskerl?

Michael Kemeter hält aktuell noch

einen seiner sieben Weltrekorde und

mehrere Erstbegehungen. Als Slackliner

balancierte er in seinem Heimat-

Fotos: Michael Kemeter/Alexandre Buisse

118 SPORTaktiv


FREE-SOLO

KLETTERN IM ALLEINGANG

OHNE HILFS- UND SICHERUNGS-

MITTEL

BASE-JUMPING

SPRINGEN MIT FALLSCHIRM

VON FESTEN OBJEKTEN (BASE

= BUILDING, ANTENNA, SPAN,

EARTH)

SOLO-BASE-KLETTERN

BZW. BASE-SOLOING

KOMBINATION AUS

FREIKLETTERN

UND BASE-JUMPING

ort 250 Meter weit über den berühmten

Grünen See, zwischen Klein- und

Großglockner, zwischen Heißluftballons

und zwischen Ocean-Race-Segelbooten.

Manchmal verwendet er ein Sicherungsseil,

aber nicht immer. Auf seiner

Homepage scrollt man lange, um alle

Erstbegehungen und Rekorde zu erfassen.

Seit einigen Jahren ist Kemeter auch

Basejumper und Wingsuit-Flieger. Für

einige seiner Youtube-Videos sollte man

keinen empfindlichen Magen haben.

Für einige seiner Aussagen auch nicht.

Zu Hause in den Bergen

Der 30-Jährige, am Berg meist oberkörperfrei,

lebt nicht nach herkömmlichen

Konventionen. „Die meiste Zeit im Jahr

bin ich im Bus unterwegs und an den

schönsten Plätzen“, erzählt er von seiner

Idealvorstellung des Lebens. „Es ist zwar

schwer, davon leben zu können, aber es

geht sich gerade so mit null aus.“ Bis ins

Letzte vermarkten, wie viele Kollegen

in der Sportbranche, will sich Kemeter

eben nicht.

Apropos Kollegen: Als einer von aktuell

ganz wenigen kombiniert Kemeter

Freiklettern ohne Seil (free solo) mit

Basejumpen aus der Felswand. „Viele

„MEIN

SCHWIERIGSTES

PROJEKT?

ES IST IMMER

DER ERSTE

SCHRITT.“

haben damit aufgehört oder sind verstorben“,

sagt Kemeter. „Ich habe in den

letzten Jahren sehr viele gute Freunde

verloren.“ Bumm. Solche Sätze sitzen.

Und provozieren unweigerlich Fragen.

Kemeter weicht diesen Fragen nicht

aus. „Was ich mache, ist gefährlich, das

ist mir voll bewusst“, sagt er. „Aber ich

bin in diesem Moment 100-prozentig

bei mir, ganz klar im Kopf. Es gibt kein

Stürzen. Ich kann mir nicht einmal

0,1 Prozent Zweifel oder Angst leisten,

weil ich 100 Prozent für das Gelingen

des Projektes brauche. Aber es kann

etwas passieren und ich bin bereit zu

handeln.“ Sehr viele unterstützen ihn,

was ihm sehr wichtig ist. „Die Familie

ist mitgewachsen und hat Verständnis

dafür.“

Vertrauen ist ein Schlüsselwort. „Ich

habe Vertrauen in meine Fähigkeiten,

das in 300 Meter Höhe zu schaffen, was

ich auch am Boden kann.“ Wer Kemeter

auf atemberaubenden Videos sieht, wie

dem Slackline-Dreh zum Lost Arrow

Spire im Yosemite-Nationalpark (USA),

ungesichert Hunderte Meter über dem

Boden, bekommt selbst schweißnasse

Hände und sieht ihn danach kurz und

befreit jubeln. Genugtuung? „Nein, das

SPORTaktiv

119


war schon am Limit, aber ich fühle keine

Genugtuung, wenn ich etwas schaffe,

weil mir der Erfolg schon beim ersten

Schritt klar ist.“ Eine Einschätzung ist

Kemeter übrigens wichtig: Er ist kein

Adrenalin-Junkie. Slacklining ist für ihn

wie Meditation. In diesem tranceartigen

Zustand ist neben Vertrauen die Balance

ein zweites Schlüsselwort. Bei Vorträgen

und bei Firmencoachings versucht er das

zu vermitteln. „Balance ist die absolute

Ausgeglichenheit. Dafür muss man sich

Zeit nehmen. Die Menschen haben Job

und Familie, aber man soll versuchen,

das rationale Denken hintanzustellen.

Man wird kreativ und kann einen Moment

der Schwerelosigkeit erleben.“ Die

Folge sei eine gestärkte Persönlichkeit,

meint der Steirer, mehr Disziplin, mehr

Wertschätzung. „Und das Beste bei Balance:

Man kann sie nicht kaufen, man

muss sie sich erarbeiten.“

Der erste Schritt

Kemeter trainiert jeden Tag, sieht sich

aber nicht als Kletterprofi. Seine Definition:

„Ich bin viel unterwegs. Ich bin ein

Tourist, ein extremer Tourist.“ Wenn es

sein muss und der Anmarsch mühsam

ist, übernachtet er gleich in der Felswand.

Er absolvierte Free-Solo-Routen

MICHAEL KEMETER

AUS TRAGÖSS (ST),

GEBOREN AM 3. JUNI 1988

WAR FRÜHER MEHRFACHER

ÖSTERREICHISCHER MEISTER

MIT DER LUFTPISTOLE BEI EM

UND WM, MACHTE SICH AB 2007

ALS SLACKLINER UND KLETTERER

UND AB 2010 MIT SKYDIVING

UND BASE-JUMPING (AB 2011)

EINEN NAMEN. MEHRERE

WELTREKORDE UND

SPEKTAKULÄRE BEGEHUNGEN IN

DER BERGWELT, AUF GEBÄUDEN

UND SOGAR SCHIFFEN.

WWW.MICHAEL-KEMETER.COM

im unteren 10. Schwierigkeitsgrad und

verbringt diesen Sommer im steirischen

Gesäuse an einer der schwersten alpinen

Routen der Welt, die er im Vorjahr im

Alleingang erstbegangen hatte. Was

bei allen Abenteuern sein schwierigstes

Projekt war, kann er nicht genau be-

stimmen. „Das schwierigste Projekt ist

immer der erste Schritt“, glaubt Kemeter.

Nach erfolgreichen Projekten, wie

er es nennt, braucht er Pause. „Die Tage

danach merke ich, wie müde Geist und

Körper sind.“

Bis zu seinem 30er Anfang Juni wollte

Kemeter noch ein besonderes Projekt

realisiert haben: eine weitere Klettertour

im elften Schwierigkeitsgrad. Danach

sieht er seine Zukunft wieder beim Solo-Base-Klettern,

oder wie er es formuliert

– „in der Luft“.

Fotos: Michael Kemeter/Frank Kretschmann/Wolfgang Lienbacher

120 SPORTaktiv


EIN BEWEGTER

SOMMER IM SÜDEN

Ob wandern, Rad fahren oder laufen: Die Region Bad

Radkersburg in der südöstlichen Steiermark ist mit

ihren schattigen Aulandschaften und sanften Hügeln

ideal für aktive Erlebnisse in der freien Natur.

INFOS & BUCHUNGEN

REGION BAD RADKERSBURG

GF Christian Contola

T. +43 34 76/25 45

info@badradkersburg.at

www.badradkersburg.at

ANGEBOTS-TIPP

4 SOMMERGLÜCKSTAGE

sind in den Monaten Juni bis

August buchbar ab:

€ 110,70 p. P.

In der Region Bad Radkersburg im

Thermen- und Vulkanland Steiermark

belebt der Duft von Kräutern und Blumen

die Luft, wohltuendes Wasser lockt zum

Schwimmen und swingende Musik erklingt.

Im Sommer wohnt hier die Lebenslust.

Ein mildes Klima, sanfte Hügel und

weite Aulandschaften bilden die Naturkulisse

für bewegende Sommer-Erlebnisse.

„Beweg-Gründe“ gibt es in Österreichs

sonnigster Region genug: Auf zwei Rädern

lassen sich herrliche Panoramablicke aufs

sanfte Hügelland ebenso wie gemütliche

Buschenschänken, die Weinberge und einsame

Wege durch die Murauen entdecken.

Mit E-Bikes ist grenzenloses Radfahren

über die hügelige Weinlandschaft und zu

den Nachbarn Slowenien und Ungarn problemlos

möglich.

Viel zu entdecken gibt es auf den Themenwanderwegen

durch die Weingärten

– Traminerweg in Klöch und TAU-Weg der

Riede in Tieschen. Hier laden zahlreiche

herzliche Gastgeber in Buschenschänken

zum „Wein-, Wasser- und Vulkanerlebnis“

und zur kulinarischen Stärkung ein. Abenteuer

warten auch auf kleine Entdecker.

Viel Spaß versprechen das Familienmagazin

mit vielen Tipps und Ideen, die Rad-Rätselrallye

oder der Kids Coach der Parktherme.

Dann heißt es rein ins mineralstoffreiche

Thermalwasser: Zum Schwimmen ist das

50-Meter-Sportbecken der Parktherme

ideal. Oder man lässt sich beim Faszien-

Fitness training in Form bringen.

Und am Abend? Punktet die Region Bad

Radkersburg mit ihrer sommerlichen Leichtigkeit

und dem südlichen Flair. Flanieren

durch die historische Altstadt, unter Millionen

von Sternen der Musik lauschen, die

bunte Lokalszene und das Leben genießen

– viel zu schön, um bloß kurz zu bleiben.

Fotos: zoom.at/Ulrich Grill

122 SPORTaktiv


MERINO UND

KOMPRESSION

Merino und Hightech Compression

vereinen die CEP Outdoor Light

Merino Socks. Der Merino-Synthetik-

Mix sorgt für perfektes Fußklima und

die Kompressionswirkung für Stabilität

und Trittsicherheit. Die Mid-Cut-Socken

überzeugen nicht nur Merino-Fans.

www.cepsports.at

KLACK-KLACK

Das Klettersteig-Set STUBAI

Summit Light X1 ist eine völlige

Neuentwicklung von STUBAI. Die

Karabiner sind ergonomisch gestaltet

und ermöglichen ein extraeinfaches

Einhängen, sodass man sich voll aufs

Klettern konzentrieren kann.

www.stubai-sports.com

OUT

DOOR

NEWS

LEICHTER

WANDERN

Der KOMPERDELL C3 Carbon

Pro wiegt lediglich 224 g.

Möglich macht es der Materialmix

aus leichtem Carbon

und hochfestem Titanal. Der

Powerlock-3.0-Verschlussmechanismus

sorgt für eine

unkomplizierte Längenverstellung.

Packmaß: 66 cm.

www.komperdell.com

ERSTE

SPORTCOLA

Mach aus Wasser Energie.

Der „PEEROTON MVD

– Mineral Vitamin Drink“

ist das ideale Getränk für

Workouts oder Belastungen

bis 60 Minuten. Die„Limited

Summer-Edition“ gibt es in

Cola-Zitrone und Birne. Mit

Soda im Glas aufgespritzt,

richtig erfrischend.

www.peeroton.com

SPEED AM BERG

Der SALEWA Ultra Train 2

bietet Halt beim Speed Hiking

und schnellen Training in den

Bergen. Seine Michelin-Ultra-

Train-Sohle wurde exklusiv

mit Salewa entwickelt. Sie

gibt starke Traktion, auch auf

feuchtem, rutschigem Boden.

www.salewa.at

Fotos: Hersteller

SPORTaktiv

123


Alle Infos unter

www.derdachstein.at

HOCHGEFÜHLE AM

DACHSTEINGLETSCHER

NATURKULISSE TRIFFT AUF ERLEB-

NISWELT: WILLKOMMEN AUF DEM

HÖCHSTEN BERG DER STEIERMARK.

Fotos: Mediadome, Gery Wolf, Herbert Raffalt

Schon die Auffahrt mit der Aussicht

aus der Panoramagondel – mit

Rundum-Vollverglasung – ist ein Erlebnis.

Ein Balkon am Dach der Gondel

sorgt zusätzlich für Cabrio-Feeling.

Beeindruckend präsentiert sich aber

nicht nur die Technik, sondern auch die

Natur. Der höchste Berg der Steiermark,

der Dachstein, besticht durch eine Kulisse,

die ihresgleichen sucht. Umgeben

von den schroffen Felsen rückt der

Alltag in die Ferne.

Oben angekommen, begeistern

viele Wanderrouten die Wanderer und

Genießer. Ein Tipp ist die Wanderung

auf dem Hochgebirgs-Erlebnisweg zum

Kleinen Gjaidstein: In etwa 40 Minuten

erreicht man von der Dachstein-Bergstation

aus den 2685 m hohen Gipfel. Die

Möglichkeiten für sportliche Unternehmungen

ab der Bergstation sind freilich

vielfältig und reichen übers Wandern

weit hinaus – bis hin zum Klettern oder

Paragleiten.

Hängebrücke und Co.

Bekannt ist der Dachstein auch für seine

weiteren Attraktionen: Die Hängebrücke,

der Skywalk und die Treppe ins

Nichts ermöglichen atemberaubende

Aus- und Tiefblicke. Der Eispalast

entführt Besucher tief in das Innere des

Gletschers hinein. Detailgetreu aus Eis

geschnitzte und mit Lichteffekten in

Szene gesetzte, bekannte Sehenswürdigkeiten

sorgen für Staunen.

Gaumenfreuden auf 2700 m Höhe

erwarten die Gäste im Dachstein

Gletscherrestaurant, wo man sich mit

regionalen Spezialitäten stärken kann.

Dazu serviert wird ein Panoramablick

auf die umliegende Bergwelt.

Der perfekt geplante Tag

Die Gondelauffahrt, der Skywalk, die

Hängebrücke, das Gletscher-Restaurant

und der Eispalast: Das alles lässt sich

auch perfekt durchgeplant an einem

einzigen Tag erleben. Dieses spezielle

„Gletscher-Erlebnis“-Angebot findest du

auf www.derdachstein.at.

Den Tag oder die Nacht auf dem

Dachstein hereinbrechen zu sehen, das

ist ein Naturschauspiel erster Güte. Sonnenauf-

oder -untergangsfahrten ermöglichen

auch dieses besondere Erlebnis.

Naturgenießer reservieren für diesen Fall

ihre Plätze für die gewünschte Berg- und

Talfahrt – ebenfalls einfach unter www.

derdachstein.at

SPORTaktiv

125


126 SPORTaktiv

Fotos: iStock


DAS ZIEL

EBNET

DEN WEG

STREICHELZOO, GEOCACHING UND

EINE „LEICHE“ NAMENS „T.ANNE“.

KINDER BRAUCHEN BEIM WANDERN

IMMER EIN LOHNENDES ZIEL. SONST

SIND SIE SCHWER ZU MOTIVIEREN.

VON CHRISTOPH HEIGL

Der Trend zur Urbanisierung zieht die

Menschen in städtische Regionen.

Zum Arbeiten und zum Wohnen.

Zum Entspannen und zum Urlaubmachen

kommen im Umkehrschluss viele Menschen

wieder raus aus den Städten und rein in

die Natur. So ist auch der aktuelle Outdoor-Boom

zu verstehen. Mit den Erwachsenen,

den Mamas und Papas, den Omas

und Opas, zieht es auch die Kinder auf die

Almen und Berge.

Viele Destinationen und Regionen haben

sich schon auf die kleinen Gäste eingestellt

und bieten eigene Programme. „Jahrelang

war beim Wandern eine Flaute spürbar. Jetzt

ist wieder eine Generation von Eltern um

die 30 da, die das Wandern aus ihrer eigenen

Kindheit kennt und auch mit ihrem Nachwuchs

aktiv in die Natur geht“, sagt Christine

Pollhammer vom Tourismusverband

Almenland in der Steiermark. Die Region

nördlich von Graz ist wegen der sanften

Almen besonders beliebt. „Was die Kinder

betrifft, sind wir davon überzeugt, dass sie

immer ein lohnendes Ziel brauchen, um für

eine Wanderung motiviert zu sein.“ Das

Ziel ebnet den Weg, sozusagen. Wo den Erwachsenen

ein schöner Gipfel mit Aussicht,

ein spektakuläres Gipfelkreuz, ein duftender

Schweinsbraten auf der Traumalm reicht,

um jegliche Mühen vergessen zu lassen, da

sind die Kinder natürlich anders zu motivieren.

Das Almenland etwa bietet als Ziel

einen Tierpark, einen kleinen Kletterpark,

einen Ökopark oder einfach Plätze zum

Wasserpritscheln in der Raabklamm, eine

Sommerrodelbahn oder das Bootfahren im

Teichalmsee. Bonus: Dass die Kids dorthin

gewandert sind, merken sie gar nicht.

Besonders beliebt bei Klein (und Groß)

sind auch Lehrpfade und Themenwege,

die mit einer besonderen Geschichte in

die Wälder locken. Die Roßlochklamm im

Naturpark Mürzer Oberland (bei Neuberg,

St) etwa bietet sehr humorvoll die „mörderische“

Geschichte um die „Leiche“ der „T.

Anne“. So nebenbei bringt man den Kindern

auch noch biologische Zusammenhänge

in der Tier und Pflanzenwelt bei.

Wanderungen zu Burgen, Ruinen oder in

Höhlen eignen sich bestens, den Kindern

Sagen, Märchen oder möglichst blutrünstige

Räubersgeschichten zu erzählen. Das

lieben sie. Sie vermuten dann hinter jedem

Baum einen Unhold oder Zauberer, hinter

jeder Hütte eine Fee und hinter jeder

Biegung eine Schar Ritter. Man darf aber

natürlich auch bei der Wahrheit bleiben

und Fakten von historischen Tafeln ablesen,

etwa auf der Burgruine Dürnstein in Niederösterreich.

So trifft die historische Vergangenheit

die kindliche Gegenwart.

Spezialisierte Destinationen bieten in den

SPORTaktiv

127


,,ES IST NICHT

DIE KILOMETER-

LEISTUNG, DIE

EINE GELUNGENE

WANDERUNG

AUSMACHT.“

Sommermonaten und vor allem in den

Schulferien ganze Kinderprogramme,

um den Kindern den Aufenthalt in den

Bergen zu versüßen. Das Angebot der

Wildkogel-Arena in Neukirchen am

Großvenediger lädt zu „Spiel, Spaß und

Abenteuer“ und hat dazu sogar zwei

Maskottchen als Helfer: Kogel-Mogel

und Kogel-Mia. Landesweit gibt es Planetenwege,

Sonnenwege, Klimawege,

Bienenlehrpfade, Ameisenpfade und

Barfußparcours. Dabei nicht vergessen:

Es ist nicht die Kilometerleistung, die

eine gelungene Wanderung ausmacht.

Für etwas Ältere bietet sich die

moderne Form der Schnitzeljagd an:

Geocaching. Bei dieser elektronischen

Schatzsuche werden versteckte „Schätze“

gesucht, die anhand von geografischen

Koordinaten (Geocaches) gefunden

werden. Unter dem Motto „Erlebe den

Berg neu“ hat die Bergbahn Kitzbühel

eine GPS-Schatzsuche für Jung und Alt

am Hahnenkamm im Programm. Am

Abenteuerberg auf der Muttereralm

bei Innsbruck gibt es speziell angelegte

Routen nur für Kinder. Dort kann man

dann übrigens mit Downhill-Karts ins

Tal brettern.

Ganz wichtig für die Kleinen: die

Jause! Wenn man gemeinsam mit ihnen

schon den Rucksack einpackt und den

Lieblingssnack, Obst und das Getränk

der Wahl vorbereitet, klappt es auch mit

den schwierigsten Metern bei einem

Wanderausflug: den Schritten zum abfahrbereiten

Auto.

Foto: iStock

BEWEGUNG FÜR

DIE GANZE FAMILY

Ameisenpfad, Corona Coaster und

Wexl Trails – in St. Corona am Wechsel

wird der ganzen Familie etwas

geboten. Spaß und Bewegung

stehen auch im Motorikpark am

Plan. Und erst das Mountainbiken!

St. Corona am Wechsel im südlichen

Niederösterreich bietet Spaß und Bewegung,

lädt Familien und Naturliebhaber

zum Entspannen und Genießen ein und

liefert Programm für ein ganzes Wochenende.

Auf Coronas Ameisenpfad erfahren

die Kinder auf den Spuren der Königin

des Waldes vieles über die Natur und

ihre Waldbewohner. Bei einer Fahrt mit

der Sommerrodelbahn „Corona Coaster“

können sie flott den Berg hinunterrasen.

Im Motorikpark werden sie ihr

Gleichgewicht auf die Probe stellen und

ihre Kraft mit Papa messen oder auf den

„Wexl Trails“ Mountainbike fahren und

wie die Profis lernen. Während die Kids

im Mini-Bikepark ihre Runden drehen

oder sich am Erlebnisspielplatz austoben,

können Eltern ihren Kindern ganz

entspannt von den Sonnenterassen aus

zusehen und den Tag genießen.

FAMILIENARENA

ST. CORONA AM WECHSEL

ab 31. Mai täglich von

9 bis 18 Uhr geöffnet

T.: +43 2641/21 0 09

www.familienarena.at

www.wexltrails.at

ANZEIGE / Foto: Angelika Morgenbesser

128 SPORTaktiv


Tourismusverband

Naturpark Almenland

8163 Fladnitz 100

T. +43 3179/23 000

info@almenland.at

www.almenland.at

SOMMERFRISCHE

IM ALMENLAND

DER NATURPARK ALMENLAND

IST NAH GENUG FÜR

JEDEN AUSFLUG. AUF DEN 400

ALMEN IM BERGLAND NÖRDLICH

VON GRAZ WIRD VOR

ALLEM KINDERN UND

FAMILIEN VIEL GEBOTEN.

Fotos: TVB Almenland/Bergmann/Berghofer

D

as Bergland nördlich von Graz bietet

viele Überraschungen. Die Landschaft

erstreckt sich zwischen 460 und 1720

Metern Seehöhe und wird von der

Bärenschützklamm im Westen und dem

Feistritztal im Osten eingerahmt.

Dass sich die vielen Wiesen und

Weiden in Tal- und Hanglagen perfekt

zum Wandern eignen, muss nicht näher

erläutert werden, das Almenland ist

eine gefragte Ausflugsdestination. Auch

die vielen imposanten Schluchten und

Klammen kennzeichnen die Region.

Die Bärenschützklamm etwa führt vom

Murtal über Wanderwege und vor allem

ganz abenteuerlich über 109 Brücken

und 51 Leitern hinauf auf die Teichalm.

Die Raabklamm ist ein Naturparadies

und Österreichs längste Klamm.

Besonderes Augenmerk wird im Almenland

den Kindern und Familien geschenkt.

Über Almböden laufen, in Bächen

pritscheln, Verstecken spielen im

Laubwald, eine Fahrt auf der Sommerrodelbahn,

die Angebote sind vielfältig.

Ponys zum Reiten, kleine Häschen zum

Streicheln, das Kinderglück ist perfekt.

Sollte das Wetter einmal nicht mitspielen,

bietet sich ein Ausflug in den

Kletterpark oder zur Schokoladenfabrik

an. Dazu gibt es jetzt die GENUSSCard

für den Gratiseintritt bei über 120

Ausflugszielen: Nächtigen bei einem

Mitgliedsbetrieb und die oststeirischen

Ausflugsziele inklusive Graz kostenfrei

besuchen! Auch der lukullische Genuss

kommt nicht zu kurz, schließlich ist das

ALMO-Rindfleisch das Leitprodukt.

SPORTaktiv

129


INFOS & BUCHUNGEN

TVB AUSSEERLAND –

SALZKAMMERGUT

T. +43 36 22/54 0 40-0

info@ausseerland.at

www.ausseerland.at

BERGE, SEEN UND

HOCHGENUSS

WER EINMAL KOMMT, KOMMT IMMER WIEDER: SO HALTEN ES VIELE GÄSTE

DES AUSSEERLAND – SALZKAMMERGUTS. HAUPTGRUND DAFÜR IST DIE

LANDSCHAFT, DIE IDEAL IST, UM ABZUSCHALTEN UND KRAFT ZU TANKEN.

HOTEL-TIPPS

ALPENPARKS HAGAN LOGDE

Altaussee

T. +43 36 22/72 3 23

www.alpenparks.at/haganlodge

NARZISSEN VITAL RESORT

Bad Aussee

T. +43 36 22/55 3 00

www.vitalresort.at

Von imposanten Bergen und glasklaren

Seen ist das Landschaftsbild im

Ausseerland – Salzkammergut geprägt.

Diese Landschaft ist Garant für einen

erholsamen Urlaub. Gerade auch wegen

der vielen sportlichen Möglichkeiten,

die sich auftun.

Zwischen Dachstein und Totem

Gebirge bieten sich jede Menge Touren

in den unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden

an. Das gilt für Wanderer,

Bergsteiger und Kletterer, aber auch für

Biker.

Im Sommer laden dabei die Seen

immer wieder zu einer Abkühlung zwischendurch

ein, und im Herbst, wenn

die Wälder sich verfärben, haben die

Touren einen ganz speziellen Charme.

Zahlreiche Einkehrmöglichkeiten sorgen

für das leibliche Wohl und dafür, dass

man die Kraftreserven vor der nächsten

Tour wieder aufladen kann.

Tipps zum Einchecken

Zwei spezielle Tipps für eine sportlergerechte

Unterkunft: Die AlpenParks

Hagan Lodge ist Mitglied bei Mountainbike

Holidays, den Mountainbike-

Urlaubsprofis der Alpen. Das Hüttendorf,

das mitten im Grünen liegt, wird

von Alexander Kalss geleitet, der selbst

passionierter Biker ist und die Region

wie seine Westentasche kennt. Die Hagan

Lodge bietet aber auch einen eigenen

Outdoor-Kletterpark.

Ein ebenso ideales Basislager für

sportliche, aktive Gäste ist auch das

Narzissen Vital Resort. Wer dort seinen

Urlaub verbringt, kommt nach fordernden

Bike- oder Wandertouren zurück

ins Hotel und kann direkt ins Solebad

wechseln oder in einer der Saunen entspannen.

Und bei Schlechtwetter ganz

einfach in den Panorama-Fitnessbereich

ausweichen.

Foto: TVB Ausseerland – Salzkammergut/Himsl

130 SPORTaktiv


4 NÄCHTE BLEIBEN, 3 ZAHLEN

NARZISSEN VITAL

RESORT

Bad Aussee/Steiermark

www.vitalresort.at

Raum zum Wohlfühlen, eine Top-Ausstattung

und ein traumhafter Panoramablick auf

die Berge: Das erwartet Gäste des 4-Sterne-

Narzissen Vital Resorts in Bad Aussee.

Rundum finden sich optimale Bedingungen

für aktive Urlauber – zum Wandern,

Biken oder Golfen. Danach geht es ins direkt

angebundene und frei nutzbare Solebad und

in die Sauna. Oder in den Medical-Fitness-

Bereich, wo qualifizierte Trainer warten.

Fotos: Narzissen Vital Resort

4=3 LEBENSFRISCHE


5 Tage/4 Nächte zum Preis von 3 Nächten

(bei Anreise an Sonntag oder Montag)


Reichhaltiges Vitalresort-Frühstücksbuffet


Inkludierte Eintritte in Solebad, Sauna,

Fitnessbereich


Tägliches Aktivprogramm

Ab € 312,– p. P.

VORBEREITET

PHOTO Hansi Heckmair

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UNSERE DIGITALE

AUSBILDUNGSPLATTFORM

FÜR MEHR SICHERHEIT BEIM

ALPINKLETTERN.

powered by

ORTOVOX SCHÜTZT. Durch Produkte und Ausbildung. Das

SAFETY ACADEMY LAB ROCK haben wir gemeinsam mit dem

Deutschen Bergführerverband entwickelt - für mehr Wissen und

weniger Risiko am Fels. Teste jetzt deine Skills auf ortovox.com

32 TUTORIALS

INTERAKTIVES E-LEARNING

PROFI KNOW-HOW


MARMOT

TRIFFT

THREAD

Marmot ist davon überzeugt,

dass unser Einfluss auf die Umwelt

durch innovative, langlebige

und hochwertig produzierte

Produkte am sinnvollsten minimiert

wird. Ein Beispiel dafür ist

Marmots Zusammenarbeit mit

seinem Partner Thread International.

Thread International

sammelt Müll in den ärmsten

Gegenden der Welt, macht daraus

Stoffe und schafft so für viele

Menschen eine Lebensgrundlage.

Eine einfache Plastikflasche

ermöglicht einen Arbeitsplatz.

Sie wird aufgesammelt, sortiert,

in kleine Plastikflocken gestückelt

und zu Garn verarbeitet.

Die Marmot-Thread-T-Shirts

sind aus 50 Prozent recycelten

Plastikflaschen und 50 Prozent

recycelter Baumwolle hergestellt.

So stecken in jedem T-Shirt ca.

2,25 recycelte Plastikflaschen.

Im Vergleich zu reinen Baumwollshirts

werden im Herstellungsprozess

weniger Pestizide

benötigt und gut 400 Liter weniger

Wasser verbraucht. Für den

Druck werden nur PVC- und

Phthalat-freie Farben verwendet.

Und die T-Shirts tragen dazu

bei, dass mehr als 1300 Jobs auf

Haiti geschaffen wurden.

Weitere Infos:

www.marmot.de

ANZEIGE / Fotos: Marmot

SPORTaktiv

133


MAIER SPORTS METOR M

vielseitige Packaway-Jacke

mTEX-10.000-Wetterschutz,

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klein in sich selbst verpackbar

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eine schmale Silhouette

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3-Lagen-Dermizax®-Material

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sportliche Hybridjacke mit

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Quantum-Material

extrem leicht

wasserabweisend und

winddicht

PREIS (UVP): € 169,95

www.schoeffel.com

Fotos: Hersteller

134 SPORTaktiv


BERG

WETTER

FEST

SCHÜTZEN UND SCHAUEN GUT

AUS: DIE AKTUELLEN OUTDOOR-

JACKEN UND -HOSEN

ORTOVOX FLEECE LIGHT TEC HOODY W / M

abriebfestes Cordura- Material

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exponierten Stellen

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Komfort und ein angenehmes Körperklima

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JACKET W/M

komplett PFC-freie

Regenjacke

recyceltes Nylon

kein Nachimprägnieren

nötig

atmungsaktiv:

20.000 MVTR

wasserdicht: 20.000 mm

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ORTOVOX MERINO SHIELD TEC PALA

PANTS M

extrem abriebfeste Cordura

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exponierten Stellen

Merinowolle auf der Innenseite sorgt

für Komfort und ein angenehmes Körperklima

PREIS (UVP): € 170,–

MARMOT ECLIPSE PANT W/M

komplett PFC-freie

Regenhose

recyceltes Nylon

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leichte Softshell-Jacke mit

wind- und wasserabweisendem

Nylongewebe

schnell trocknendes Mesh auf der

Innenseite

Polygiene-Behandlung für lang

anhaltende Frische und weniger

Waschgänge

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JEANS M

strapazierfähiges, schnell

trocknendes G-1000-Eco

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zulaufendem Bein

Zwickel im Schritt sorgt für

maximale Bewegungsfreiheit

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LA SPORTIVA TX MAX PANT M

lange Berghose für Wander

ungen, Klettersteige und

Mehrseillängentouren

Regulierung der Weite durch

Kordelband an der Taille

PREIS (UVP): € 149,–

FJÄLLRÄVEN GREENLAND

HALF-CENTURY JACKET W

getapte Nähte für ein geschmeidiges,

leichtes Tragegefühl

wind- und wasserabweisendes

G-1000-Eco

kann mit Greenland-Wax an

verschiedene Witterungsbedingungen

angepasst werden

PREIS (UVP): € 479,95

www.fjallraven.de

SPORTaktiv

135


FJÄLLRÄVEN ABISKO

SHADE SHIRT M

leichter, kühler und

funktioneller Stoff

leitet Feuchtigkeit ab und

trocknet schnell

lange Ärmel

PREIS (UVP): € 69.95

www.fjallraven.de

MARMOT WINDRIDGE

LONG SLEEVE M

leichtes, atmungsaktives

Freizeitshirt

Lichtschutzfaktor 50

Mesh-Einsätze für

bessere Belüftung

Flachnähte

PREIS (UVP): € 45,–

www.marmot.eu

DEVOLD NIPA TEE M

kühlt bei Wärme aufgrund

natürlicher Eigenschaften

der Wolle

strenge Auswahl von

Rohstoff-Lieferanten

100 % Merino

in Europa gefertigt

PREIS (UVP): € 70,–

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NEUEN WANDERSHIRTS UND -HEMDEN|

ORTOVOX 120 TEC SHIRT M

Materialmix aus 85 %

Merino-Schurwolle und

15 % Polyamid

aufwendiges

Fertigungsverfahren

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ICEBREAKER SPHERE SHIRT W

atmungsaktives, leichtes Cool-

Lite-Merino-T-Shirt

toller Style durch versetzte

Seitennähte und tiefen

Rundhalsausschnitt

hoher Tragekomfort

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Fotos: Hersteller

136 SPORTaktiv


LÖFFLER TREKKING HEMD M

Funktionswebstoff

Zip-Schlüsseltasche

verdeckte Knopfleiste

schnelltrocknend und

atmungsaktiv

PREIS (UVP): € 69,95

www.loeffler.at

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COLMAR UV M

4-Wege-Stretch

hoher Feuchtigkeitstransport

schnelltrocknend

spezielle Materialkonstruktion

für Sonnenschutz UPF 25+

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SHIRT LS M

Feuchtigkeit ableitender

Baumwoll-Tencel-Mix

kühl und angenehm auf

der Haut

Knöpfe aus recyceltem

Polyester

PREIS (UVP): € 99,95

www.fjallraven.de

SALEWA PUEZ MINICHECK

DRY M S/S SHIRT M

spezielle Ärmelkonstruktion

für gute Bewegungsfreiheit

aufgesetzte Brusttasche

atmungsaktiv und schnelltrocknend

4-Wege-Stretch

PREIS (UVP): € 90,–

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MARMOT DOBSON SHORT

SLEEVE M

leicht, vielseitig und funktionell

Lichtschutzfaktor 50

Nanowick-Technologie für

schnelleren Feuchtigkeits-

Abtransport

gut packbar

PREIS (UVP): € 60,–

www.marmot.eu

SPORTaktiv

137


DAS GLÜCK

LIEGT

AM WEG

Kulturelle Vielfalt und

unterschiedlichste landschaftliche

Reize: Damit

lockt der „Alpe- Adria-Trail“.

Wie hier auf der 12. Etappe

hoch über dem Millstätter

See beim Tschierweger Nock.

Typisch in Kärnten: die Berg-

See-Kombination.

Der 43-tägige und 750 Kilometer

lange Weg vom Gletscher

zum Meer führt durch

drei Länder (Kärnten, Slowenien

und Italien), man wandert

entlang von Schluchten,

Flüssen, Wasserfällen, durch

Naturparks , Weinberge und

die Hochebene des Karsts.

Begleitet vom mediterranen

Klima, vielen Sonnenstunden

und Ausblicken auf die

schönsten Naturschauplätze

der Alpen-Adria-Region.

www.alpe-adria-trail.com

Foto: Kärnten Werbung / Franz Gerdl

138 SPORTaktiv


DEIN WEG

VOM GROSSGLOCKNER BIS ANS MEER

DER ALPE-ADRIA-TRAIL FÜHRT DURCH

KÄRNTEN, SLOWENIEN UND ITALIEN

UND ERFÜLLT WEITWANDERTRÄUME.

ALPE-ADRIA-TRAIL

INFO- &

BUCHUNGSCENTER

KÄRNTEN

T. +43 4782/93093

info@alpe-adria-trail.com

www.alpe-adria-trail.com

Atemberaubend, kontrastreich, grenzüberschreitend:

Das alles ist der

Alpe-Adria-Trail. Der Weitwanderweg

startet beim ewigen Eis des Großglockners

und führt durch Kärnten und Slowenien bis

nach Muggia in Italien, einem idyllischen

Hafenstädtchen südlich von Triest.

43 Etappen ist der Weg lang – aber kaum

ein Wanderer geht alle Etappen am Stück.

Nicht nur wegen der Dauer, sondern auch

wegen der vielen Besonderheiten, die am

Weg liegen und die es sich nach und nach

zu entdecken lohnt. Jede Etappe kann

deshalb einzeln oder variabel kombiniert

bewältigt werden. Schon bisher stand bei

der Organisation der individuellen Touren

das Alpe-Adria-Trail-Buchungscenter

kompetent zur Seite. Ab heuer sind alle

Serviceleistungen auch online buchbar.

Je nach Bedarf können Wanderer Unterkunft,

Verpflegung, Shuttleservice und

Guide buchen. Bei der Planung leisten die

Alpe-Adria-Trail-App und ein kostenloser

Tourenguide wertvolle Hilfestellung.

Fotos: Alpe-Adria-Trail

140 SPORTaktiv


Vorbei am Granattor

in den Millstätter

Alpen (gr. Bild); Blick

auf den Ossiacher

See vom Ossiachberg

aus (Bild oben); am

Startpunkt auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe

(Bild unten): Nur drei

von vielen Highlights

im Kärntner Teil des

Alpe-Adria-Trails.

WANDERE ...

... WANN du willst: täglich buchbar

Wandern im Garten Eden

Der Startpunkt liegt in Kärnten, im Nationalpark

Hohe Tauern. Wahre Schätze der

Natur begleiten Wanderer auf dem Weg

durch das südlichste Bundesland Österreichs:

etwa durchs Mölltal, über die Millstätter

Alpe mit Blicken auf den Millstätter

See, die Nockberge, die Gerlitzen Alpe oder

vorbei an Ossiacher See, Wörthersee und

Faaker See. Von Letzterem geht es weiter

nach Slowenien. Also: Tour buchen und

Schuhe schnüren: Es gibt viel zu erleben.

... WO du willst: Start bei jeder

gewünschten Etappe möglich

... WIE LANGE du willst:

von einer bis zu 43 Etappen

... WIE du willst: mit dem

gewünschten, flexiblen Service

... ALLEINE oder mit

... WEM du willst

SPORTaktiv

141


SANFT, WILD

UND HERZLICH

Foto: Blindtext

142 SPORTaktiv


Wer sich an ursprünglicher

Natur und herzlicher

Gastfreundschaft

erfreut, der

muss nicht weitersuchen.

Das Kärntner

Lesachtal ist das Ziel.

Eingebettet zwischen Karnischen

Alpen im Süden und den Lienzer

Dolomiten im Norden liegt das

„naturbelassenste Tal Europas“. Wer

einmal im Kärntner Lesachtal zu Gast

war, versteht, dass diese Auszeichnung

wohlverdient ist. Die Naturschönheit ist

wiederum nur aufgrund der Lebensweise

der Menschen – möglich: Bäuerliche

Kultur und gelebte Tradition begegnen

einem hier allerorts. Wer im Lesachtal

Urlaub macht, kommt automatisch mit

interessanten – und vor allem gastfreundlichen

Menschen in Kontakt.

Diese Besonderheiten ergeben ein

einzigartiges Reiseziel für aktive Urlauber

– und das zu jeder Jahreszeit.

Frühling und Sommer

Im Frühling kann man auf den Almen

die wärmenden Sonnenstrahlen

genießen und die Wanderwege durch

blühende Landschaften abschreiten. Der

2038 m hohe Mussen ist der Blumenberg

in Kärnten, über 500 Blumenarten

wachsen auf ihm. Viele Almwiesen und

Hänge werden noch von Hand mit der

Sense gemäht – das gehört zur nachhaltigen

Almwirtschaft, so wie sie im

Kärntner Lesachtal interpretiert wird.

Wer mehr Abenteuer sucht, wird im

Lesachtaler Frühling ebenso fündig:

etwa auf den Klettersteigen. Eine Attraktion

ist der „Mega Dive“, die größte

Schaukel der Alpen: Auf einer Brücke in

70 Metern Höhe montiert, wartet ein

Schwung Adrenalin auf Mutige ab zehn

Jahren.

SPORTaktiv

143


Ab diesem Sommer empfiehlt sich dann

eine Wanderung auf dem „Brot- und

Morendenweg“ („Morende“ ist „des

Bauern Kost“). Dabei können auf einer

Genusstour entlang des Steineckenalm-Rundweges

bei verschiedenen Einkehrstationen

Lesachtaler Jausen verkostet

werden: beispielsweise Bergkäse aus

Bio-Heumilch, Lesachtaler Stockplattlan

(eine regionale Süßspeise), hauseigener

Speck und knuspriges Brot, Lesachtaler

Schlipfkrapfen und viele weitere

Spezialitäten. Der Geschmackssinn wird

im Lesachtal übrigens ganz generell

verwöhnt (mehr zur kulinarischen Seite

des Tals siehe rechts im Kasten).

Im Frühsommer zieht es zusätzlich

auch viele Freunde des wilden Wassers

in Kärntens Westen. Die Gail entspringt

auf 1500 m Seehöhe in der Nähe des

Kartitscher Sattels (noch im benachbarten

Osttirol) und fließt dann in einem

steilen Canyon 20 Kilometer durch das

Lesachtal. Anders als im unteren Gailtal

ist sie hier ein echter Wildwasserfluss,

und hat sich eine enge, bis zu 200 m

tiefe Schlucht in den Boden gegraben.

Kajakfahrer freuen sich über dieses Paradies

– auch dank lückenloser Beschilderung

samt Gefahrenhinweisen.

Wenn der Herbst einkehrt ...

Der Herbst ist dann die schönste

Wanderzeit im Lesachtal: Die Luft ist

besonders klar und die Kulisse entlang

der 300 Kilometer Wanderwege zeigt

sich farbenprächtig. Von leichten Rundwegen

über Almwanderungen bis hin

zu Gipfeltouren mit beeindruckender

Fernsicht ist für jeden die passende Tour

dabei. Am Karnischen Höhenweg geht

es über teils jahrhundertealte Schmugglerpfade

hinüber nach Italien und

wieder zurück. Heute ist der Höhenweg

entlang der Grenze ein Friedensweg, auf

dem Wanderer die weitläufige Natur

genießen können. Schluss ist damit

erst, wenn der Winter die Landschaft in

Weiß hüllt und die Stille der Berge bei

Skitouren und Schneeschuhwanderungen

genossen werden kann.

Man sieht: Es gibt zu jeder Jahreszeit

viele Gründe, das Lesachtal zu seinem

Reiseziel auszuwählen. Also heißt es

jetzt: Rucksack packen und Wanderschuhe

mitnehmen – Europas naturbelassenstes

Tal erwartet dich!

Fotos: Lesachtal/Daniel Zupanc, Kärnten Werbung

144 SPORTaktiv


TOURISMUSVERBAND

LESACHTAL

T. +43 47 16/242 12

info@lesachtal.com

www.lesachtal.com

www.slowfood.travel

Eine ursprüngliche Landschaft,

herzliche Gastgeber

und Lebensmittel, in denen

Handarbeit steckt: Diese

seltene Kombination bietet

das Kärntner Lesachtal.

„SLOW FOOD TRAVEL“

REISEN ZU DEN WURZELN DES GUTEN GESCHMACKS

Das Gail- und Lesachtal ist die weltweit

erste „Slow Food Travel“-Region.

Hier kann man die Produktion von

hochwertigen Lebensmitteln durch

viele kleine Produzenten mitverfolgen.

Und auch selbst mitanpacken.

Wer wissen und erleben möchte, wie

knuspriges Brot und Gebäck hergestellt

werden, wie Käse entsteht, wie

viel Arbeit in einem Glas Honig steckt

oder wie man mit selbst gepflückten

Kräutern leckere Gerichte veredelt, ist

hier genau an der richtigen Adresse.

KULINARIK-TIPPS

„FEST DER SINNE“

19. August – der Top-Kulinarik-Outdoor

Event im Lesachtal mit umfangreichem

Rahmenprogramm

HERBSTWANDERN MIT KULINARIK

Die schönste Jahreszeit zum Wandern

ist gleichzeitg geprägt durch die

„AlpinKulinarik“-Veranstaltungen:

Brotfest, kulinarische Wanderungen

u. v. m.

„ALPIN-KULINARIK BEIM WIRT“-TERMINE

31. 8.– 6. 9.: Brotwoche im „kleinen Berghotel“

7. 9.–13. 9.: Lammwoche im Mühlenstüberl

14. 9.–20. 9. Vegetarische & Vegane Woche in

der „Kuhlen Einkehr“

21. 9.– 27. 9.: Schlipfkrapfenwoche im

Alpenhotel Wanderniki

28. 9.– 4. 10.: Wildwoche beim Gasthof Mascha

5. 10.–11. 10.: Steakwoche im Lahnerhof

12. 10.–21. 10. Kürbiswoche „Der Paternwirt“

Detaillierte Infos unter www.lesachtal.com

SPORTaktiv

145


WILD, MYSTISCH,

HEIMELIG UND

LEGENDÄR

In Heiligenblut am Großglockner

schnürt man die Bergschuhe und

startet durch: auf Familienwanderungen

und zu Gipfelsiegen.

Das legendäre Bergdorf Heiligenblut am

Großglockner liegt direkt am Fuße

des höchsten Berges Österreichs, des

Großglockners (3798 m). Dieser dominiert

seit jeher das Ortsbild, genauso wie die gotische

Wallfahrtskirche St. Vinzenz. Das wohl

berühmteste Fotomotiv Kärntens unterstreicht

die Lebenseinstellung vor Ort: naturverbunden,

ungekünstelt, ehrlich und heimelig. Wer seine

Wander- oder Bergschuhe schnürt, führt auch

fast immer irgendetwas rund um den Großglockner

im Schilde.

Wandermöglichkeiten gibt es genügend.

Der Gamsgrubenweg startet direkt an der

Kaiser-Franz-Josefs-Höhe an der Großglockner

Hochalpenstraße. In den Fels der Tauern

geschlagen, vermittelt der Weg viel Wissenswertes

über Gestein und natürliche Prozesse im

Nationalpark. Am Lehrpfad „Natura Mystica“

erfährt man viel Wissenswertes und Besonderes

aus längst vergangen Tagen. Von seinem höchsten

Punkt hat man einen tollen Blick über den

Gößnitz-Wasserfall. Der Geotrail Tauernfenster

startet nach einer Fahrt mit der Großglockner-

Bergbahn auf 2600 m Seehöhe. Vom Gipfel

des Scharecks erfreut man sich sagenhafter Aus-

blicke in die umliegende Bergwelt der Hohen

Tauern. Wer nicht auf eigene Faust unterwegs

sein mag, schließt sich einer geführten Tour

mit einem Nationalpark-Ranger an, die unter

anderem auch ins Reich der Steinböcke führt.

Entdeckungsreise im ewigen Eis

Die Hohen Tauern verdanken ihre Form

den Gletscherbewegungen und natürlichen

Vorkommnissen rund ums ewige Eis. Beim

Gletschertrekking auf der Pasterze taucht man

tief ein in die Welt des größten Gletschers der

Fotos: Martin Steinthaler, Klaus Dapra, Markus Lackner

146 SPORTaktiv


Rund um Heiligenblut am

Großglockner warten herrliche

Tourenmöglichkeiten. Auf

Wunsch auch mit einem

Bergführer oder Nationalpark-Ranger.

TOURISMUSVERBAND

HEILIGENBLUT

AM GROSSGLOCKNER

T. +43 4824/2700-20

office@heiligenblut.at

www.heiligenblut.at

PACKAGE-TIPP

DAS GEHEIMNIS DER WILDEN

WASSER


5–7 Übernachtungen in Ihrer

Wunschunterkunft


Tourenmappe „Wilde Wasser“


Relaxmatte (leihweise)


Wahlweise Nationalpark

Kärnten Card oder

Kärnten Card

ab € 207,– p. P./Appartement

PROGRAMM-TIPP

Gletschertrekking am

Pasterzengletscher mit staatl.

gepr. Bergführer. Jeden Dienstag

vom 19. Juni bis 18. September

um € 115,– p. P.

Ostalpen. Die Gletschertrekking-Tour mit

einem Bergführer dauert rund sechs Stunden.

Nach der Auffahrt zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe

beginnt der Abstieg zur Pasterze, die man

anschließend angeseilt und mit Steigeisen an

den Schuhen begehen darf. Rund 400 Höhenmeter

sind dabei zu überwinden.

Dem Mythos auf der Spur

Mystisch steht er da, der 3798 m hohe Großglockner

– und für manche ist er das Ziel

lang gehegter Bergsteigerträume. Die geführte

Gipfeltour auf den Großglockner startet beim

Alpincenter Glocknerhaus. Unter fachkundiger

und sicherer Anleitung eines Bergführers

erklimmt man in etwa sechs Stunden die Erzherzog-Johann-Hütte.

Und am darauffolgenden

Tag in weiteren 1,5 Stunden den Gipfel

des Großglockners.

Interessierte sollten Trittsicherheit, Schwindelfreiheit

und alpine Erfahrung mitbringen.

Und Sie können sicher sein: Wer einmal ganz

oben gestanden ist, den lässt diese Erfahrung

und Aussicht nicht mehr los.

SPORTaktiv

147


M

it seinem schwarzen, bodenlangen Priestergewand,

seiner stattlichen Figur, dem

kahlen Kopf und dem Rauschebart ist

Johannes M. Schwarz eine imposante

Erscheinung. Kombiniert mit einer sonoren

Ö1-Stimme, genauso tiefgehender

wie unterhaltsamer Rhetorik und einem

Talent für Medienarbeit (Fotos, Videos,

Social Media, Youtube-Kanal) ist der

40-jährige Priester aus Oberösterreich

gern gesehner Gast bei Vorträgen.

Mit seiner Pilgerreise von Liechtenstein

nach Jerusalem und retour wurde

er auch außerhalb kirchlicher Kreise

bekannt. Ab 15. Mai machte sich Pater

Schwarz auf die 4100 Kilometer lange

Route von Aquileia (ITA) über den gesamten

Alpenbogen bis auf die Klosterinsel

von Lerins (FRA). Davor fand der

Priester noch Zeit für ein Interview mit

SPORTaktiv.

Sie beschreiben, dass es Ihnen Freude

bereitet, wenn Sie sich auf Wanderungen

als Priester zu erkennen geben,

weil die Menschen dann offen und

neugierig sind. Welche Anekdote davon

erzählen Sie am liebsten?

Wenn man bei einer Berghütte als Priester

auftaucht, kann das in zwei Richtungen

gehen. Die erste ist, dass man mit

den üblichen Themen gelöchert wird:

Zölibat, Kreuzzüge, Zölibat, Hexenverfolgungen,

Zölibat und dann endlich

der Zölibat. Tatsächlich scheint die

selbst auferlegte „Intim-Verweigerung“

vielen Menschen mehr zu schaffen zu

DR. THEOL.

JOHANNES M. SCHWARZ

JAHRGANG 1978,

KATHOLISCHER PRIESTER,

DOGMATIKER, BUCHAUTOR,

MEDIENSCHAFFENDER.

WUCHS IN DER NÄHE VON

LINZ AUF, IN JUNGEN JAHREN

STRASSENKÜNSTLER, AUSBIL-

DUNGSSCHWERPUNKT SCHAU-

SPIEL UND BILDENDE KUNST IN

SYDNEY UND LINZ, STUDIERTE

AM ITI IN GAMING THEOLOGIE,

VON 2004 BIS 2013 KAPLAN IN

TRIESENBERG, LIECHTENSTEIN.

VON 2013 BIS 2014 ÜBER 15

MONATE PILGERREISE ZU FUSS

NACH JERUSALEM UND WIEDER

ZURÜCK. 2014 BERUFUNG ZUM

VIZEDIREKTOR AM PRIESTERSE-

MINAR IN HEILIGENKREUZ.

AB SOMMER 2016 DREIJÄHRIGE

FREISTELLUNG FÜR KATECHE-

TISCHE MEDIENARBEIT. VON

MAI BIS OKTOBER ALS PILGER

AUF DER VIA ALPINA SACRA

UNTERWEGS.

WWW.4KMH.COM

Fotos: Johannes M. Schwarz, Franz Holzapfel

148 SPORTaktiv


JOHANNES MARIA SCHWARZ

IST PRIESTER UND WEITWANDERER.

NACH DEM FUSSMARSCH NACH

JERUSALEM UND RETOUR ÜBER

14.000 KILOMETER MACHT ER SICH

JETZT AUF PILGERSCHAFT

ÜBER DIE ALPEN.

VON CHRISTOPH HEIGL

AUF DEM

HEILIGEN WEG

SPORTaktiv

149



machen als die komplexen Mechanismen

der Dreifaltigkeitslehre.

Und bei religiösen Menschen?

In die andere Richtung geht es, wenn

ich auf einen gläubigen Menschen treffe,

der mich als Priester in seinen Dienst

nimmt. Dazu hat er nämlich ein Recht.

Priester ist man nicht während einer

40-Stunden-Woche, als Priester ist man

für den Dienst an den Menschen geweiht.

Unterwegs meist durch das Segnen,

durch das Tragen eines Anliegens

im Gebet, durch ein Wort des Rates

oder der Ermutigung. Am schönsten

ist für mich der priesterliche Dienst

unterwegs jedoch in der Feier der heiligen

Messe und im Hören der Beichte.

Und mit der Beichte hängen auch ein

paar meiner ergreifendsten Erfahrungen

zusammen. Auf dem Rückweg von Jerusalem

durfte ich einem Menschen eine

besonders schwierige Beichte abnehmen.

Ich übertreibe nicht, wenn ich sage,

14.000 Kilometer zu marschieren, nur

um diese eine Beichte zu hören, wäre es

wert gewesen. Jeder Umweg, jedes Sich-

Verlaufen, jeder verlorene Tag, jeder

Gewaltmarsch, der mich in genau jenem

Moment diesem Menschen begegnen

haben lassen, fanden darin einen Wert.

14.000 KILOMETER

ZU MARSCHIEREN,

NUR UM DIESE

EINE BEICHTE ZU HÖREN,

IST ES WERT GEWESEN.


Auf Ihrer Homepage steht groß „Vita

Hominis Peregrinatio“ – das Leben

des Menschen ist Pilgerschaft. Warum

muss der Mensch immer wieder aufbrechen?

Und wohin?

Die lateinische Wurzel für das deutsche

Wort Pilger [peregrinus] bedeutet eigentlich

„der Fremde“. So schwingt in

dem Spruch mit, dass der Mensch hier

auf Erden in der Fremde ist. So gesehen

muss er gar nicht aufbrechen. Er ist

schon unterwegs, noch bevor er seine

ersten wackeligen Schritte macht. Wohin?

Nun, hoffentlich dorthin, wo seine

eigentliche Heimat ist. Diese Heimat, so

würde ich sagen, ist bei Gott. Nur dort,

bei seinem Schöpfer, ist der Mensch

nicht fremd, ist er bis ins Letzte erkannt

und geliebt. Das ist eine „fromme“ Antwort,

ich weiß, aber schließlich bin ich

katholischer Priester.

Wo ist Ihnen der Glaube leichtgefallen.

Und wo besonders schwer?

Der Glaube ist mir auf meinem Weg nie

sonderlich schwergefallen. Neun Jahre

Studium und viele Erfahrungen waren

ja hoffentlich nicht umsonst. Aber, dass

mein Glaube immer von ruhender,

kraftvoller Liebe begleitet gewesen wäre,

kann ich nicht behaupten. Ich bin oft

mit meinen Schwächen konfrontiert

gewesen, mit meiner Ungeduld beispielsweise.

Durch Russland mit den

schwierigen Bedingungen und einer

gewissen Müdigkeit nach den ersten

hundert Tagen, stand mir dieser Fehler

oft vor Augen.

Wo war es auf Ihren Reisen schwer,

täglich die Messe zu lesen?

Logistisch war es nur im Iran eine Herausforderung.

Da musste ich hoffen,

dass man mein Gepäck nicht genau

durchsucht und mir den Messwein nicht

abnimmt. Das Messfeiern war mehr eine

Frage der Organisation. Ich war ja nicht

auf Kirchen angewiesen, ich hatte meine

eigene kleine Sakristei im Rucksack dabei.

Und mein Zelt war so ausgewählt,

dass ich darin knieend die Messe feiern

konnte – eine mobile Kapelle sozusagen.

In Ihren Büchern finden sich viele

Details zu Land und Leuten. Woher

stammen Ihr großes Wissen und die

Neugierde über Geschichte und Geografie

der bereisten Länder?

Ein großes Wissen habe ich gar nicht.

Aber eine gewisse Neugierde und ein

Fotos: Johannes M. Schwarz, Franz Holzapfel

150 SPORTaktiv


Forscherdrang wurden mir in die Wiege

gelegt. So versuche ich unterwegs immer,

etwas zu entdecken und zu lernen.

Ihre Wanderungen sind voller Erzählungen

über unendlich große Gastfreundschaft.

Sind die Menschen zu

Reisenden besonders freundlich?

In einer ukrainischen Stadt kann man so

fremd und verlassen sein wie irgendwo.

In einem ukrainischen Dorf hingegen

werden Tür, Tor und Herz geöffnet. Es

kommt also auf die Situation an. Ich als

europäischer Exot wurde in Jordanien

auch dort herangewunken, wo der syrische

Flüchtling vielleicht keine Aufnahme

fand. Und in ein ärmliches armenisches

Haus wird man eher eingeladen als

in eine Schweizer Villa.

Sie beschreiben auch Begegnungen

mit wilden Hunden, aggressiven Autofahrern

und Maschinengewehren.

Haben Sie nie Angst?

Natürlich habe ich auch Angst. Angst ist

für sich genommen ja nichts Schlechtes.

Angst signalisiert, dass die Sinne etwas

Bedrohliches wahrnehmen. Ohne Angst

hätten wir eine unüberschaubare Anzahl

von Bergunfällen. Niemand würde mehr

auf sicheren Tritt achten, sich anseilen

oder bei Gewitter vom Grat absteigen.

Ein Problem wird die Angst nur, wenn

sie die Vernunft nicht nur zum Handeln

bewegt, sondern entgegen der Vernunft

das Handeln regiert.

Machen Sie körperliches Training vor

den Wanderungen? Oder vertraut man

auf Kraft und Energie „von oben“?

Wer monatelang durch die Landschaft

stiefelt, findet unterwegs zu seiner Form.

Wichtig ist, dass man langsam beginnt

und auf den Körper achtet. Da die Via

Alpina Sacra vom Terrain und dem

verfügbaren Zeitfenster eine besondere

Herausforderung wird, habe ich jetzt

versucht, mich wieder an das Rucksackgewicht

zu gewöhnen und etwas abzuspecken.

In den Wochen vor dem Start

möchte ich wenigstens für 8 bis 14 steile

Kilometer täglich vor die Tür kommen.

In Videos und Büchern setzen Sie sich

detailliert mit Ihrem Material auseinander.

Sind Sie ein Materialfreak?

Grammzähler bin ich eigentlich keiner.

Mit meinen priesterlichen Gerätschaften

und der Filmausrüstung habe ich allein

schon 6 kg Zuladung als „Sonderposten“.

Dass ich bei den anderen Gegenständen

dann auf das Gewicht achten

muss, ist klar. Aber meine Ausrüstung ist

nicht das Teuerste und Leichteste, das es

gibt. Ich kürze auch nicht den Griff der

Zahnbürste oder schneide die Etiketten

aus der Kleidung. Mir ist ein gutes Tragesystem

wichtiger als ein für mich utopisch

minimales Rucksackgewicht. Bin

eben Priester und Filmenthusiast. Mein

Rucksack-Grundgewicht von 12 kg ist

gerade noch tragbar. Zum Glück bin ich

ja ein „stabil gebauter“ Mann ...

Worauf achten Sie beim Material?

Langlebigkeit ist mein Thema. Ein

gebraucht gekauftes Leicht-Zelt, das

nach 15.000 Kilometern immer noch

einwandfrei funktioniert, bekommt die

Daumen hoch. Ansonsten bevorzuge ich

Ausrüstung, die in Europa oder in kleinen

Familienbetrieben hergestellt wurde.

Das gilt noch nicht für alle meine Ausrüstungsgegenstände,

von denen viele

auch schon älter sind, aber ganz allgemein

ist das Thema rund um nachvollziehbare

Sozial- und Umweltstandards

mit dem Boom im Outdoorbereich

wichtiger geworden.

Auf der Jerusalemreise waren Sie

für Ihren Blog „4kmh.com“ oft online,

hatten Smartphone, Solarpanele und

für jedes Land eine SIM-Karte dabei.

Welche Technik verwenden Sie bei

der Via Alpina Sacra?

Solarpanele und SIM-Karten erübrigen

sich bei einer Alpentraverse heutzutage.

Die Technik, die ich mittrage, ist auf das

Produzieren von Videos zugeschnitten.

Stativ, drei Objektive, eine Systemkamera,

Batterien, Mikrofon machen

den Hauptteil aus. Ich hoffe, damit im

Anschluss eine interessante Reihe zu

erstellen.

Wie und nach welchen Kriterien

stellen Sie Routen und Tagesetappen

zusammen?

Die Route der Via Alpina Sacra ergibt

sich aus dem Versuch, die wichtigsten,

schönsten, interessantesten, höchstgelegenen

Wallfahrtsorte, Kirchen, Klöster

und Pilgerstätten im Alpenbogen durch

einen Weg zu verbinden. Ich habe zwar

schon 3000 Höhenmeter an einem Tag

in Angriff genommen, aber in voller

Montur und das über Wochen versuche

ich, pro Tag nicht weit über 2200 Höhenmeter

im Aufstieg bei gleichzeitig 30

Kilometer in der Horizontalen zu machen.

Die Tagesetappen sind nur grob

geplant, da Wetter und andere Faktoren

unweigerlich zu Änderungen führen.

Bei einer 4100 Kilometer langen Strecke

muss man flexibel bleiben.

SPORTaktiv

151


NATURSCHAUSPIEL

FÜR HEISSE TAGE

„Wandern, einmal anders“ ist das Motto der

Tscheppaschlucht in Ferlach. Die Wege, Brücken,

Leitern und Wasserfälle muss man gesehen haben.

Selbstbewusstsein auf Kärntnerisch:

„Weil’s da am schönsten ist“, hört man,

wenn die Rede auf die Faszination

Tscheppaschlucht im Süden Kärntens kommt.

In der Nähe von Ferlach können Besucher,

Gäste und Urlauber die Urgewalt des Wassers

in eindrucksvoller Form erleben. Das herabstürzende

Wasser hat eine Landschaft erschaffen,

die atemberaubend ist. Tiefe Schluchten,

steile und zerklüftete Felsen, eine einmalige

Fauna, das beeindruckende Naturschauspiel

des herabfallenden Wildbaches und tosende

Wasserfälle. Dieses Naturerlebnis offenbart

sich allen Besuchern, die sich in ein Abenteuer

begeben wollen, die gut bei Fuß sind und die

Natur mit allen Sinnen genießen möchten. Ideal

ist ein Ausflug hierher, wenn es im Sommer

brütend heiß ist, Abkühlung dringend notwendig

wird und schattige Platzerl gefragt sind. Das

kristallklare Wasser lädt zum Abkühlen ein.

Fotos: Tscheppaschlucht Ferlach

152 SPORTaktiv


DIE TSCHEPPASCHLUCHT

Tscheppaschlucht Ferlach,

Adresse: Unterbergen 65,

9163 Unterloibl;

Öffnungszeiten von 28. April

bis 26. Oktober,

jeweils von 8.30 bis 17 Uhr.

www.tscheppaschlucht-ferlach.at

Die Tscheppaschlucht Ferlach ist

das ideale Ausflugsziel für Hitzetage.

Bei Kindern und Familien ist sie sehr

beliebt, das kristallklare Wasser

erfreut auch die Vierbeiner.

Die Wanderung beginnt im Ortsteil Unterloibl

beim Parkplatz Tscheppaschlucht. Von dort

geht es bis zum „Goldenen Brünnl“, wo sich

der Eingang zur Schlucht befindet. Von hier

führt der enge Wanderweg hinauf bis zum

Gasthof „Deutscher Peter“. Die Wege, Brücken,

Leitern und Steige sind gut gesichert,

aber festes Wanderschuhwerk ist empfehlenswert.

Der absolute Höhepunkt der Wandertour

ist der 26 Meter hohe Tschaukofall mit dem

Felsentor und der berüchtigten Teufelsbrücke.

Über die neu errichtete Wendeltreppe und

eine lange Hängebrücke gelangt man zu einem

bisher nie gesehenen Abschnitt der Tscheppaschlucht

mit mehreren Wasserfällen.

Seit Jahrtausenden

Die Tscheppaschlucht wurde vom Loiblbach

geformt, der seit Jahrtausenden den gleichen

Weg nimmt und sich immer tiefer in das Gestein

eingräbt. Das fasziniert auch Familien:

Eltern und Kinder sind bei ihrer Wanderung

durch diese beeindruckende Schlucht stets

angetan von der Kombination aus stürzendem

Wasser, Felsen und Gesteinsformationen. Sehenswert

ist auch die Vegetation, die sich in

der engen Schlucht trotz geringem Lichteinfall

durchgesetzt hat.

Die Familien, vor allem die bewegungshungrigen

Kids, müssen über gute Trittfähigkeit verfügen,

wenn sie die schmalen Steige, die zahlreichen

Brücken und Leitern der 1,2 Kilometer

langen Tscheppaschlucht bewältigen wollen.

Vom Parkplatz bis zum Schluchteingang wandert

man etwa 20 Minuten, für die Tscheppaschlucht

selbst braucht man ca. eine Stunde.

Bequem per Bus

Und noch ein Tipp: Familien oder ältere Gäste,

denen die Wanderung durch die Tscheppaschlucht

zu kühn ist, brauchen auf das Naturschauspiel

an der Teufelsbrücke nicht zu verzichten,

da auch der „Tscheppaschlucht-Bus“

alle zum gewünschten Ziel bringt. Der

Rückweg erfolgt ebenfalls per Bus. Bei den

Eintrittspreisen ist der Bus-Rücktransport zum

Parkplatz inkludiert, Kärnten-Card-Besucher

zahlen keinen Eintritt.

SPORTaktiv

153


Zeit für eine Auszeit:

Die Wiener Alpen

in Niederösterreich

locken mit herrlichen

weiten Wegen durch

die Natur und mit

landschaftlicher

Vielfalt.

SO WANDERBAR,

DIE WIENER ALPEN

Wenn andere Touren enden, fängt auf Weitwanderungen

der Genuss erst an. Mit weiten Wegen sind die Wiener

Alpen (NÖ) reich gesegnet.

Alles zur Region

Wiener Alpen in

Niederösterreich:

www.wieneralpen.at

Da gibt es einmal den 120 Kilometer langen

„alpannonia“, der ebenso genussvolles wie

grenzenloses Weitwandern verspricht. Der Höhen-

und Panoramatrail führt von den letzten

Gipfeln der Alpen bis in die pannonische Tiefebene.

Die landschaftlichen Unterschiede des

alpinen Raums, der Buckligen Welt, des waldreichen

Mittelgebirges von Bernsteiner und

Günser Gebirge, und schließlich jenseits der

Staatsgrenze die Weingärten von Köszeg: Das

alles lässt sich gemütlich in sechs Tagen mit 15

bis 23 Kilometer langen Etappen erwandern.

Mehr Info: www.alpannonia.at

Der Wandertipp für Fortgeschrittene

Ein noch weiteres Wandererlebnis ermöglicht

der Wanderweg am Wiener Alpenbogen, ein

300 Kilometer langer Weg durch die Wiener

Alpen, mit 19 Etappen und 21 regionalen Routen.

Der Start des durchgehend beschilderten

Wegs ist in Katzelsdorf südöstlich von Wiener

Neustadt und er endet in Bad Fischau-Brunn.

Dazwischen liegt purer, vielfältiger Landschaftsgenuss.

Los geht es mit den Hügeln der

Buckligen Welt. Über das Schwaigenland, ein

Almgebiet entlang des Wechsels, gelangt man

ins Kultur-Idyll Semmering. Es folgen das

hochalpine Gelände von Rax und Schneeberg

(2076 m). Die daran anschließenden Gutensteiner

Alpen (besonders toll: das Karstplateau

der Hohen Wand) und das Pistingtal, wo einst

Biedermeierkünstler Inspiration fanden: Beides

soll man sich ebenfalls nicht entgehen lassen.

Alle Details: www.wieneralpen.at/wandern

Foto: Wiener Alpen

154 SPORTaktiv


Die schönsten

Seiten des Sports!

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www.sportmagazin.at


HOCH HINAUS

AUF DAS HOCHKAR

Das Hochkar in Niederösterreich

ist mit seinen 1808 m nicht nur

eines der vielseitigsten und bekanntesten

Gebirge im Osten

Österreichs. Sondern auch ein

besonders familienfreundlicher

Berg. Wer mit Kindern wandern

oder erste Schritte hin zum

Klettern unternehmen will, findet

hier perfekte Bedingungen vor.

Ein Hochkar-Kenner ist einer, der

schon in vielen Gebirgen der

Welt unterwegs war: Heli Putz,

Alpinist und eigentlich im Salzkammergut

daheim, bringt die Vorzüge des

niederösterreichischen Berges auf den

Punkt: „Es ist selten, dass man so einfach

in ein vielseitiges Gebirge gelangt

und dort in kurzer Zeit mit kurzen

Anstiegen alle Facetten des Bergsports

ausleben kann. Das Hochkar ist einfach

und lieblich – und zugleich abenteuerlich

für alle Altersgruppen.“

Gerade Familien mit Kindern schätzen

diesen Erlebnisreichtum. Den Weg

nach oben kann man auch im Sommer

mit der Hochkarbahn bis zur Bergstation

auf 1770 m Höhe abkürzen. Dort

startet der Gipfelweg: 20 Minuten

sind es auf dem gut begehbaren Weg

bis zum 1808 m hohen Gipfel. Die

Hochkar-360°-Skytour sollte man

mitnehmen: Über eine 60 m lange

Hängebrücke gelangt man zu Niederösterreichs

höchster Aussichtsplattform

auf 1760 m. Bei optimaler Weitsicht

Fotos: Hochkar Bergbahnen

156 SPORTaktiv


,,FAMILIEN ERLEBEN AUF

KLETTERSTEIGEN EINE

INTENSIVE GEMEINSAME ZEIT.“

HELI PUTZ, ALPINIST

ERLEBNISSE & EVENTS

HOCHKARHÖHLE

Führungen finden ab 17. Juni jeden

zweiten Sonntag um 13 Uhr und zusätzlich

von 4. Juli bis 5. September

jeden Mittwoch um 14 Uhr statt.

Treffpunkt ist bei der Talstation

der Hochkarbahn.

SONNENAUFGANGSFAHRTEN

Erlebe den Sonnenaufgang auf

1770 m Seehöhe und genieße ein

Bergfrühstück im Joschi Berghaus.

Preis: € 27,– inkl. Frühstück, Bergund

Talfahrt. Termine: Sa., 28. Juli,

Abfahrt 4.15 Uhr; Sa., 11. August,

4.30 Uhr; So., 26. August, 4.45 Uhr,

Sa., 8. September, 5 Uhr.

KLETTERSTEIG-SCHNUPPERN

Der perfekte Einstieg in den

Klettersteigsport für die ganze

Familie. Termin: 10.–12. August.

Infos und Anmeldungen:

www.mostviertel.at/

schnupperklettern

lassen sich über 100 Zweitausender-Gipfel

einsehen.

Einstieg ins Erlebnis Klettern

Für bergaffine Familien sind einfache

Klettersteige der nächste Schritt

nach dem Wandern. Auch dafür ist

das Hochkar ideal. Der 280 m lange

Bergmandl-Steig führt über drei Pfeiler

mit maximalem Schwierigkeitsgrad

B/C zur Gipfelhütte auf 1660 m Höhe.

Heli Putz: „Dabei geht es um das erste

Erleben von leichtem Klettern in alpiner

Landschaft. Auch für Erwachsene ist

das gut geeignet – doch die Tritte und

Griffmöglichkeiten sind vor allem so

angelegt, dass sie für Kinder ab 10

Jahren gut erreichbar sind.“ Etwas

sportlicher und ab 12 Jahren passend

ist der Heli-Kraft-Klettersteig – ein

350 m langer C-Klettersteig mit kurzem

Zustieg und herrlicher Aussicht.

Der Event-Tipp dazu ist das Klettersteig-Schnuppern

für die ganze

Familie von 10. bis 12. August – mehr

dazu: Siehe rechts oben im Kasten.

Hochkar Bergbahnen

T. +43 74 84/21 22-0

info@hochkar.com

www.hochkar.com

SPORTaktiv

157


WIR MÜSSEN

REDEN

GERADE BEIM BIKEN KANN ES VIELE

VORTEILE HABEN, WENN MAN SICH

WÄHREND DER FAHRT MIT ANDEREN

UNTERHALTEN KANN. OB AUS INFO-

ODER SICHERHEITSGRÜNDEN.

Keine Angst, das wird keine Beziehungsgeschichte.

Aber oft wäre es beim Sport

gut, wenn zwei oder mehr Personen

miteinander reden könnten. Aus Sicherheitsgründen

zum Beispiel oder um einander

technische Tipps zu geben, damit der Spaß

am Sport größer wird. Manchmal aber einfach

auch um zu erfahren, wie der Gipfel da heißt,

den wir in der Ferne sehen oder an dem wir

gerade vorbeiwandern. Handys sind schon

erfunden, ja. Aber nicht überall, wo Sport im

Freien stattfindet, wo wir Naturerlebnisse und

Gipfelgenüsse erleben, ist auch Empfang.

Gruppengespräch über 500 Meter

Also braucht es ein Kommunikationssystem.

Klingt ein bisschen nach Agentenfeeling und

Einsatzkommando, ist aber für jedermann

zugänglich. Ceecoach zum Beispiel bietet so

etwas an. Ein Headset, ein Sender/Empfänger

ANZEIGE / Fotos: Ceecoach

158 SPORTaktiv


CEECOACH

ist ein Kommunikationssystem,

das nicht mehr durch

Frequenzüberlappungen

unterbrochen werden kann.

Ideal auf Bike- und Skitouren

oder Skikursen.

www.ceecoach.de

Klein, handlich und

praktisch zu bedienen: Das

staub- und spritzwassergeschützte

Ceecoach 2 mit

Bluetooth-Headset.

mit drei Tasten – fertig. Über eine Distanz von

500 Metern können sich bis zu sechs Personen

miteinander unterhalten. Ist schon einmal ein

Argument.

Also, ab damit zum Herz-und-Nieren-Praxistest.

Wandern, Skifahren, Mountainbiken. Zu

zweit, zu dritt, in größerer Gruppe. Gekoppelt

werden das Ceecoach 2 und das – kabellose –

Headset per Bluetooth. Das geht, instruiert von

einer leicht verständlichen Bedienungsanleitung,

leicht mit ein, zwei Tastendrücken. Ähnlich

funktioniert die Rollenzuweisung. Definiert

werden ein Moderator, dessen Verbindung

dann ohne Tastendruck immer offen ist, und

bis zu vier/fünf Teilnehmer. Sie sind standardmäßig

im Empfangsmodus und hören alle, was

der Moderator sagt. Per Knopfdruck können

sie dann die Sprechverbindung aktivieren.

Getragen wird das Ceecoach dank Clip

praktisch am Gürtel oder am Hosenbund. Das

fällt gewichtstechnisch überhaupt nicht auf.

Es ist schnell aktiviert und einfach zu handhaben.

Finger auf den runden Knopf – und

die Sprechverbindung steht. Das funktioniert

bestens ohne hinzuschauen.

Bei Mountainbike-Touren in der Gruppe

spielt das System seine Vorteile ganz aus. In

einer fremden Gegend kann ein Guide oder

Ortskundiger der Gruppe die Umgebung

erklären, ohne dass man Pausen machen

müsste. Aber selbst im Freundeskreis zahlt

sich ein Kommunikationssystem aus. Am Trail

etwa, wenn der Vorausfahrende die anderen

vor schwierigen Passagen warnen und ihnen

Fahrtechniktipps geben oder schlicht vor Wanderern

oder plötzlich auftauchenden Hindernissen

warnen kann.

Die Sprachqualität ist sehr gut, auch weil

durch Full-Duplex gleichzeitiges Sprechen

möglich ist. Die Akkuleistung reicht locker für

eine ausgedehnte Biketour. Perfekt geeignet ist

Ceecoach für Sportarten, bei denen Trainer und

Sportler nicht in Sprechweite sind, aber rasche

Instruktionen sinnvoll sind.

Und wenn wir doch einmal reden müssen –

es gibt auch einen Privatmodus, bei dem sich

nur zwei Personen miteinander unterhalten

und einander hören können.

SPORTaktiv

159


VIER SEEN

UND EIN WANDERPARADIES

Rund um Ebensee am Traunsee (OÖ) lässt es sich

herrlich in die Natur eintauchen. Gemeinsam mit dem

Offensee sowie Vorderem und Hinterem Langbathsee

zeigt sich dieser schmucke Teil des Salzkammerguts als

Idealziel für alle, die Berg und See kombinieren wollen.

Tourismusbüro Ebensee

T. +43 61 33/80 16

info@ebensee.com

www.ebensee.com

Ebensee liegt am Südufer des Traunsees und

gehört zu den größten Marktgemeinden

Österreichs. Zu den aktivsten bestimmt auch.

Durch die zentrale Lage im Salzkammergut

kann man sternförmig in alle Richtungen

starten und die prächtige Berg- und Seenlandschaft

erwandern.

Rund 200 Kilometer Wanderwege führen zu

Gipfeln mit traumhafter Aussicht, zu Schutzhütten,

rund um einen See oder einfach zu

stillen Plätzen in der Natur. Ein empfehlenswertes

Ziel ist das Hochplateau des Feuerkogels

auf rund 1600 m, das man zu Fuß oder

auch per Seilbahn erreicht. Oben gibt es zwei

Aussichtskanzeln mit tollem Blick über das

Salzkammergut, mehrere Berggasthöfe laden

zur Stärkung ein. Neu am Feuerkogel sind

der Karst- und Dolinen-Erlebnisweg sowie

das Latschenlabyrinth. Zwischen 4. Juni und

5. September kann man sich bei geführten

Almwanderungen in rund eineinhalb Stunden

die Natur näherbringen lassen.

Baden im Bergwasser

Weitere Highlights für Wanderer sind die

Wege rund um drei weitere, kleinere Seen: das

Naturschutzgebiet Offensee liegt am Fuß des

Toten Gebirges, der Vordere und der Hintere

Langbathsee am Fuß des Höllengebirges.

Diese Bergseen kann man in 45-minütigen bis

zweistündigen Wanderungen umrunden, und

im Sommer laden sie zusätzlich zum Baden im

glasklaren Bergwasser ein.

Die Gassel-Tropfsteinhöhle sowie mehrere

Themenwege (z. B. der „historische Soleweg“)

lohnen sich in Ebensee ebenfalls, entdeckt zu

werden. Unterkünfte gibt es für jeden Geschmack

und der Transfer in die Seitentäler

und zu Wandereinstiegen funktioniert ganz

einfach mit dem Traunsee-Taxi.

Fotos: Ferienregion Traunsee

160 SPORTaktiv


LEICHT, LUFTIG

UND VIELSEITIG

Die FJÄLLRÄVEN-Abisko

Shade-Zip-Off-Trousers

für Damen lassen sich per

Kordelzug auf 3/4-Länge

hochkrempeln oder durch Zips

in Shorts verwandeln. Der

Materialmix (65 % Polyester,

35 % Baumwolle) zeigt sich

leicht und luftig.

www.fjallraven.de

NATURE MADE

Das ICEBREAKER Sphere-

Shirt ist aus Cool-Lite-Material

gemacht, eine Mischung

aus der Naturfaser Tencel

und merinoummantelten

Nylonfasern. Es fühlt sich

weich an, ist robust und

schaut toll aus – ideal für die

Berge wie für daheim.

www.icebreaker.com

OUT

DOOR

NEWS

HÄLT WARM

Fotos: Hersteller

Der ZANIER VENEDIGER.ZB

ist ein dünner Handschuh, der

dennoch warm hält. Dafür ist

einerseits die winddichte

ZA-Blocker-Membran

verantwortlich und

andererseits Merinowolle

als Isolationsmaterial.

www.zanier.com

DER NEUE TATRA

Der Tatra ist der beliebteste

HANWAG-Trekkingschuh

– als Tatra II ist jetzt das

„Facelift“-Modell auf dem

Markt. Neu sind zum Beispiel

die Schnürung und die

Einlegesohle. Bewährt das

Gesamtkonzept mit stabilem

Aufbau und hohem Komfort.

www.hanwag.at

EIN STOCK FÜR

ALLE FÄLLE

Der LEKI Micro Vario Carbon

ist ein Faltstock aus reinem

Carbon für alle Gelegenheiten:

für den Zustieg zum

Klettersteig, fürs Trailrunning,

für kleinere Touren oder als

Reisestock. Die Verstellvariante

des Stocks vertraut

auf Lekis Speed-Lock-

2-System.

www.leki.at

SPORTaktiv

161


DOLOMITEN

OHNE GRENZEN

Good News für Klettersteig-Fans:

„Dolomiten ohne

Grenzen“ ist der erste und

einzige Höhenweg, bestehend

aus Klettersteigen! Er

führt über Landesgrenzen

durch die felsigen Giganten

der Dolomiten. Ein massives

Bergerlebnis auf über 90 km

und 12 Klettersteigen.

DREI ZINNEN

ALPINE RUN

Der Berglauf in den Sextner

Dolomiten! Mit einer Strecke

von 17,5 km und 1350 hm,

welche von Sexten zum Ziel an

den berühmten Drei Zinnen

führt, begeistert der „Drei

Zinnen Lauf“ jährlich 1000

Trailrunner aus aller Welt.

www.sexten.it

162 SPORTaktiv


OLPERL UND

SEINE FREUNDE

Begib dich auf eine spannende

Entdeckungstour zu Olperls besten

Freunden ins Reich der alpinen

Tierwelt. Auf dem 1,5 km

langen Rundweg erwarten dich

10 spannende Erlebnispunkte, 9

absolute Highlights und Natur

pur. Olperl, der Schlawiner mit

den großen Kulleraugen, und

seine Tierfreunde erwarten dich.

DIE DREI ZINNEN

IMMER IM BLICK

Wandern über grüne Almwiesen

mit fesselnden Panoramen. Genau

das macht die Almenwanderung

so besonders. Von der

Bergstation Stiergarten auf 2092

m geht es für die ganze Familie

auf einem breiten Wanderweg

über die Klammbachalm bis zur

Nemesalm und wieder zurück

zum Ausgangspunkt.

www.dreizinnen.com

Foto: Norbert Eisele-Hein

SPORTaktiv

163


LEBENSGEFÜHL

K

L

E

T

T

E

R

N

164 SPORTaktiv


WER SELBST KLETTERT, WEISS ES,

WER NICHT KLETTERT, HAT DAVON

GEHÖRT UND FÜR VIELE

KLETTERNEULINGE IST ES DIE

PERSPEKTIVE, UM ÜBERHAUPT

ANZUFANGEN – KLETTERN IST MEHR

ALS EIN SPORT – MEHR ALS NUR

AUSGLEICH ZUM ALLTAG. KLETTERN

VERBINDET MENSCHEN AUF EINE

BESONDERE WEISE UND KANN SOGAR

ZU DEM EINEN BESTIMMENDEN

FAKTOR IM LEBEN WERDEN.

VON NIKO VAN HAL

Menschen klettern bereits seit

Jahrtausenden auf Felsen, auch

wenn ein sportlicher Gedanke in diesem

Zusammenhang erst im 19. Jahrhundert

in der Schweiz entstand. Davor spielten

vor allem Jagd und Verteidigung eine

Rolle beim Erklimmen von exponierten

Stellen. Klettern in diesen frühen Formen

war zumeist ein Versuch, sich eine

bessere Übersicht zu verschaffen, und

auch wenn heutzutage dieses Vorgehen

meist keine Notwendigkeit mehr hat, so

ist es doch eine Parallele, die nach wie

vor für viele Kletterer eine Rolle spielt.

Eine Wand zu durchklettern und anschließend

oben zu stehen und den Blick

in die Ferne richten – den Überblick

genießen –, auf die eigene Route hinabblicken

und durchaus auch ein Gefühl

von Freiheit in diesem kurzen Moment

auf sich wirken zu lassen. Es ist ein Zeitpunkt

wo sich selbst die introvertiertesten

Personen zu einer kleinen Pose hinreißen

lassen – ob man sich dann nur zufrieden

die Sonne ins Gesicht scheinen lässt oder

die Arme in den Himmel streckt, hängt

nicht zuletzt auch von der Einschätzung

der eigenen Leistung ab.

Fotos: iStock

Partner fürs Leben?

Eine absolute Besonderheit im Klettersport

ist die außergewöhnliche

Verbindung, die zwei oder auch mehr

Menschen dadurch bekommen können.

In unserem Fall sind es zwei – die Salzburger

Peter Klaus und Frank Bürger.

SPORTaktiv

165


Die beiden klettern seit ca. 16 Jahren

fast ausschließlich miteinander – nie auf

Wettkampfniveau aber kontinuierlich als

Hobby und Ausgleich zum Alltag. „Angefangen

hat das ganze zu Studienzeiten.

Wir waren Wohnungskollegen und

wollten irgendwas gemeinsam angehen.

Wichtig war eigentlich nur, dass es draußen

stattfindet. Also nicht nur draußen

aus dem Haus, sondern auch außerhalb

der Stadt, da wir beide ursprünglich

vom Land kommen und uns die Natur

irgendwie fehlte“, erklärt Peter.

So sind sie zum Klettern gekommen

und seitdem haben sie trotz Job und

Familie nicht damit aufgehört. „Uns

ging’s immer eher um Qualität als um

Quantität und gleichzeitig weniger um

die Schwierigkeit als um die Landschaft

und den Ausflug. Früher haben wir oft

bewusst Routen gewählt, wo wir auch

einmal zwei, drei Stunden hingewandert

sind“, erzählt Peter weiter und Frank

ergänzt: „Mittlerweile ist das aber auch

etwas anders geworden – da kommen

schon auch mal die Kids mit oder man

geht im Winter einmal in eine Kletterhalle.“

Spannend wird es, wenn man ihnen

beim Klettern zusieht. Noch bevor in

der Wand die Suche nach dem nächsten

Griff oder Tritt intensiv wird, kommt

schon von unten das Kommando:

„Rechts oben hast eine Leiste!“ oder etwas

Vergleichbares. Viele Kletterkollegen

kennen dieses blinde Verständnis – wo

sich einer auf den anderen vollkommen

verlässt und man mehr Angst vor einem

eigenen Fehler hat, als dass der Partner

was verbockt.

Bei der Frage, was ihnen Klettern

bedeutet, bleiben die zwei allerdings

entspannt: „Wir sind jetzt keine totalen

Freaks – also bei uns dreht sich

nicht alles ums Klettern. Es ist aber auf

jeden Fall was Gemeinsames für uns

und irgendwie schon auch zu einem

UNS GING ES IMMER|

UM DIE QUALITÄT UND|

AUCH WENIGER UM DIE|

|SCHWIERIGKEIT|

ALS UM DIE|

LANDSCHAFT UND|

DEN AUSFLUG|

wesentlichen Teil unserer Freundschaft

geworden. Aber das ist auch so eine

Sache – frag 20 Leute, die klettern

und du kriegst da 20 unterschiedliche

Antworten. Da macht ja dann auch

irgendwie jeder sein eigenes Ding.“ Wie

lange sie noch gemeinsam klettern werden,

wissen sie nicht, sehen aber auch

kein Problem darin, wenn’s irgendwann

vielleicht nur mehr Wanderungen oder

Klettersteige mit den Familien sind. Auf

jeden Fall zeigen die beiden sehr schön,

dass die wechselseitige Beziehung beim

Klettern auch eine starke Verbindung

fürs Leben sein kann.

Ein Leben fürs Klettern

Es geht aber auch ganz anders. Ist man

viel am Fels unterwegs, begegnet einem

schnell einmal jemand, wo klar ist: Da

geht es jeden Tag nach dem Aufstehen

los und bis zum Abend dreht sich alles

nur um neue Routen, beeindruckende

Videos von Erstbegehungen, den

nächsten Trip nach Sonstwohin. Und

überhaupt gehören die Schuhe endlich

mal wieder neu besohlt. Manche Kletterer

richten ihr Leben vollkommen nach

dem Sport aus – die Arbeit finanziert

sozusagen das Hobby und wenn mal

ein paar Euros zu viel in der Kasse sind,

steht schon die nächste Reise, in ein

noch nicht besuchtes Klettergebiet, an.

Oft sind es richtige Lebenskünstler,

auf die man so trifft und das interessante

daran ist, man trifft sie überall: ob in

Europa oder Südamerika. In irgendeinem

entlegenen Winkel stößt man

plötzlich auf jemanden, bei dem es nur

darum geht, dass jetzt endlich diese

Route klappt. Um danach bei einem

kühlen Getränk in aller Ruhe über das

Leben und besonders über das Klettern

philosophieren zu können.

Vom Wettkampf bis zum Einsiedler

Wer sind denn jetzt die Kletterer?

Schnell wird klar, dass es dafür eigentlich

keine objektive Antwort gibt. Klettern

als Sport ist sehr facettenreich und

wenn man noch die vielen Charaktere

betrachtet, die diesen Sport ausüben, ist

es schnell vorbei mit dem einen Typus

Kletterer. Klettern ist ein Lebensgefühl

und ein Lebensgefühl interpretiert jeder

individuell.

Wo der eine nur fit bleiben möchte

und dreimal die Woche in die Halle

geht, sucht der andere immer wieder

stundenlang nach neuen möglichen

Erstbegehungen. Wo der eine nur stressfrei

ein paar Routen klettern will, plant

der andere schon die nächste Leistungssteigerung

für diese Saison. Man könnte

dies fast endlos fortführen. Was bleibt,

ist ein toller Sport, der von sinnstiftend

bis lustig und herausfordernd alles sein

kann.

166 SPORTaktiv


AKTIVER FAMILIEN-GENUSS

SPORTHOTEL ZOLL

green & active

Sterzing/Südtirol

T. +39 04 72/765 651

www.sporthotel-zoll.com

Mountainbikes und E-Bikes gibt es gratis

zu leihen, geführte Wandertouren werden

geboten. Tennis, Tischtennis und Beachvolleyball

stehen bei den Gästen des Sporthotels

Zoll weit oben auf der Beliebtheitsliste. Das

Angebot passt für die ganze Familie.

Spezielle Highlights sind die zwölf Meter

hohe Kletterwand, das kleine Sportmuseum

– oder das Angebot, mit Extrembergsteiger

Hanspeter Eisendle auf Klettertour zu gehen.

Fotos: Sporthotel Zoll

ANGEBOTS-TIPP


4 Übernachtungen mit 3/4-Verwöhnpension


Kostenloser Eintritt zur Kletterhalle im Hotel


Leih-Kletterausrüstung inklusive


1 Kletterführer-Buch „Sportclimbing Eisacktal“


Gegen Aufpreis: z. B. 1,5 Std. Kletter-Grundkurs

(€ 25,–); Tages-Klettertouren mit Extrembergsteiger

Hanspeter Eisendle (€ 400,–)

Ab € 310,– p. P.

LEICHT, LEICHTER, LOT

KARPOS LOT RAIN JACKET

UND WALL EVO PANT

Zwei Top-Bekleidungsteile aus

der KARPOS Lot-Kollektion

www.karpos-outdoor.com

Ein extrakleines Packmaß und geringes

Gewicht zeichnen die Karpos Lot Rain

Jacket aus, während die Wall Evo Pant

widerstandsfähig ist und eine Top-Passform

besitzt. In Kombination sind beide

unschlagbar für den anspuchsvollen

Einsatz im Gebirge – auf Trekkingtour,

beim Zusteigen oder direkt am Fels.

Alpinisten wissen den Wetterschutz und

die Leichtigkeit der Lot Rain Jacket und

die Passform und Abriebfestigkeit der

Wall Evo Pant zu schätzen.

ANZEIGE / Fotos: Karpos

SPORTaktiv

167


Links die Marmolada-

Bahn auf dem letzten

Abschnitt zum 3265 m

hohen Punta Rocca.

Unten: Klettersteige

lassen sich mit der Tofana-Seilbahn

erreichen.

MARMOLADA UND TOFANA

PER SEILBAHN

ZUM ALPIN-ERLEBNIS

Zwei Berge in den italienischen Dolomiten,

zwei Seilbahnen und zwei Jubiläen: Die Tofana-Seilbahn

von Cortina und die Marmolada- Bahn eröffnen beide

eine große alpine Erlebnisvielfalt, die deutlich über

3000 m Seehöhe hinaufführt.

Mehr Informationen:

www.freccienelcielo.com

www.funiviemarmolada.com

Seit 1968 gehört die Seilbahn Tofana–

Freccio nel Cielo zu den bekanntesten

Bergbahnen Italiens. Sie feiert heuer ihr

50-Jahre-Jubiläum – weil sie ständig renoviert

wurde, am neuesten Stand der Technik,

wohlgemerkt. Von Cortina d’Ampezzo

aus geht es in drei Abschnitten zum Col

Drusciè (1778 m), zum Ra Valles (2470 m)

und schließlich zum Cima Tofana (3244),

dem höchsten Gipfel der Cortina-Region.

Die Auffahrt lohnt sich – nicht nur weil

oben tolle Wandermöglichkeiten und vier

Klettersteige warten. Sondern auch wegen

des Restaurants mit Panoramaterrasse am

Col Drusciè oder dem Bikepark ebendort.

Auch am Ra Valles kann man leckeres Essen

mit Fernsicht genießen. Groß gefeiert wird

das 50-Jahre-Jubiläum am 21. Juli.

Im UNESCO-Weltnaturerbe

Mit 3342 m ist die Marmolada der höchste

Gipfel der Dolomiten. In 12 Minuten

erreicht man mit der Seilbahn von Malga

Ciapela (1450 m) aus die Bergstation Punta

Rocca (3265 m). Die Panoramaterrasse

ist auch für Menschen mit Behinderung

bequem erreichbar und bietet einen

wunderschönen 360-Grad-Blick auf die

Dolomiten. Dank zweier neuer Aufzüge

können Besucher von dort auch direkt den

Gletscher erreichen.

Die Marmolada ist weiters für das Museum

des Ersten Weltkriegs, das höchstgelegene

Museum Europas, bekannt. Und: Sportliebhaber

erwarten viele Möglichkeiten:

Trekking, Klettersteige, Nordic Walking,

Mountainbiken und vieles mehr ...

Fotos: Marmolada & Tofana Marketing

168 SPORTaktiv


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SPORTaktiv

169


170 SPORTaktiv

Fotos: Klaus Höfler


ZIMMER

MIT AUSSICHT

ÜBERNACHTEN IN

EINER FELSWAND MUSS

NICHTS MIT EINEM

ALPINEN NOTFALL ZU

TUN HABEN. MAN KANN

EINEN SCHLAFPLATZ

HUNDERTE METER ÜBER

DEM ERDBODEN AUCH

BUCHEN – UND EINE

UNVERGESSLICHE

NACHT ERLEBEN.

WIE UNSER AUTOR.

VON KLAUS HÖFLER

Ein Blick aus dem Zeltfenster: Vor

mir streckt sich der Wilde Kaiser in

den Abendhimmel – majestätisch

und selbstbewusst überstrahlt er „sein“

Reich. Auf der anderen Talseite verstellen

die Loferer Steinberge die Aussicht

Richtung Süden – schroff und spektakulär

wachsen die Steilwände nach oben.

„Ende nie“ heißt eine der Klettertouren

hier. Wie treffend. Mit 38 Seillängen ist

es eine der längsten Kletterrouten in den

Ostalpen.

Meine rechte Schulter lehnt an der

Felswand des Urlkopfs – glatt und senkrecht

ragt auch hier der Fels nach oben.

Unter mir? Gähnt der Abgrund – tief.

Sehr tief. Sind es 100 Meter? 120? 150?

„Wohl ein bisserl mehr“, höre ich Chris

sagen. Christoph „Chris“ Krahbichler

hängt neben mir im Seil. Der staatlich

geprüfte Bergführer, Obmann der 25

„Tauernguides“, hantiert mit ruhiger

Selbstverständlichkeit an Knoten und

Karabinern herum, während ich auf

einer dünnen Kunststoffplane liege, die

Nase vorsichtig über den Rand ziehe

und meinen Blick langsam nach unten

senke. Es ist noch immer da: das Nichts.

Hier also soll ich heute schlafen. „Ein

bisserl mehr“ als 150 Meter über Grund.

Eingepackt in einen Schlafsack, fixiert

mit Klettergurt, Seil und Achterknoten.

Auf einer in der Felswand hängenden

Mini-Plattform. Na dann: gute Nacht!

„Übernachten in luftiger Höhe in einem

Portaledge“ wird das unter www.tauernguide.at/touren

buchbare Abenteuer

angepriesen. Der Titel kommt ohne

marketingtechnische Übertreibung aus.

Im Gegenteil. „Da ist viel Luft unter

dem Hintern“, beschreibt Matthias

„Matze“ Scherer unsere aktuelle Position

allumfassend. Wir liegen auf der Plane.

Er, der Bergführeranwärter wenige Tage

vor seiner Abschlussprüfung, entspannt.

Ich, der Flachlandindianer ohne Klettererfahrung,

mit leicht beschleunigtem

Puls. Die Aufregung legt sich aber rasch,

wird aufgefressen von der Einmaligkeit

des Augenblicks. Klingt pathetisch. Aber

die Intensität der Eindrücke, die mich

gekidnappt haben, hat tatsächlich etwas

Erhabenes.

Es beginnt sanft. Der Zustieg zur Felswand

über die beschauliche Loferer Alm

gleicht einer familienfreundlichen Wanderung.

Letzte Schneefelder verstecken

sich vor der Frühlingssonne im Schatten

knorriger Tannenäste, in den moosigen

Waldboden mischen sich langsam

kleinere Felsbrocken und die für das

Kalkgestein typischen Karsttrichter.

Plötzlich steht man an der Abrisskante

des Urlkopfs. Richtung Westen spannt

sich die gut zehn Kilometer lange Felswand

der Loferer Steinplatte auf. Ein

Kletter-Eldorado, durch das sich Touren

wie „Feuertaufe“, „Donnervogel“,

„Kreuzotter“ oder „Wallfahrt“ ziehen.

Im Osten liegt tief unten im Tal Lofer.

Wir sitzen oben beim Gipfelkreuz. Letzte

Materialchecks, erste Anweisungen.

Dann geht es die paar Schritte Richtung

Abgrund. Ein erster Blick nach unten.

„Na servus!“, denk ich mir und meine

Blicke wandern Halt suchend das Seil

entlang nach oben. An dessen Ende

funkelt sie im Licht der untergehenden

SPORTaktiv

171



ZIEMLICH

VIEL LUFT

UNTERM

HINTERN

DIE TAUERNGUIDES

Sonne: meine (Über-)Lebensversicherung

für die nächsten Stunden. Es ist

ein gerade einmal acht Zentimeter kurzer

Bohrhaken. Zweieinhalb Tonnen

Zugkraft hält die kleine Metallöse dank

ihrer in den Fels getriebenen Spreitzanker,

beruhigt mich Chris. Noch einmal

ein Check des Klettergurts. Von nun an

geht’s bergab. Senkrecht. Weil von den

Gästen keine Kletterkenntnisse erwartet

werden, wird Richtung Nachtlager

nicht aufgestiegen, sondern abgeseilt.

Wie klein die Wipfel der Nadelbäume

unter uns wirken. Dafür funkeln die

Sterne in der Nacht umso näher.

Aber vorerst konzentriert sich meine

Aufmerksamkeit ohnehin auf das

Abseilgerät in meiner Hand. Hält

dieser fragil wirkende Sicherungsmechanismus

tatsächlich? Er hält. Bedingungslos.

Vorbei an der letzten sich in

die Felswand verbeißenden Latsche

vertraue ich mich dem acht Millimeter

dünnen Seil und der Schwerkraft an.

Ein doch eher ungewöhnlicher Zugang

in ein Bett. Wobei: Bett? „Cliff

Cabana“ nennt sich das Modell des

Ausrüsters etwas großspurig. 213 Zentimeter

lang, 130 Zentimeter breit, ein

nebelgraues Double-Ripstop-Nylon,

aufgespannt zwischen vier fragilen Alurohren,

festgezurrt am Sicherungsseil

mit einer Einpunktaufhängung. Zu

viel Platz für zwei Personen ist es nicht.

Sind Isomatten und Schlafsäcke erst

BIETEN ZWISCHEN MAI UND

NOVEMBER ABENTEUER-

HUNGRIGEN GÄSTEN ÜBERNACH-

TUNGEN IN DER PORTALEDGE IN

VERSCHIEDENEN WÄNDEN RUND

UM DEN GROSSVENEDIGER AN.

KOSTEN: ZWISCHEN 390 EURO

(EINZELPERSONEN) UND 205 EURO

(BEI DREI PERSONEN)

INKLUDIERT SIND LEIHAUSRÜS-

TUNG, FÜHRUNG DURCH

STAATLICH GEPRÜFTE

BERGFÜHRER, ORGANISATION.

DAUER: 15 UHR BIS ZUM

FRÜHSTÜCK IN DER WAND AM

NÄCHSTEN MORGEN.

INFOS: WWW.TAUERNGUIDE.AT

einmal ausgerollt, müssen andere Gepäcksstücke

und Schuhe in den freien

Luftraum ausgelagert werden. Dort

draußen baumeln würde bei „echten“,

mehrstündigen Klettertouren durch

große Wände noch ein weiteres Utensil

– womit auch die von allen vom Aben-

Mit dem Material am

Rücken geht es zur Abseilstelle

(linkes Bild). Bergführer und

Schlafsacknachbar Chris

Krahbichler hat unser Quartier

in der Wand aufgebaut.

teuer Benachrichtigten am häufigsten

gestellte Frage beantwortet wird: Nein,

es gibt kein Klo in der Wand. Ja, es ist

relativ umständlich, seine Notdurft frei

hängend über Hunderten Metern Abgrund

zu verrichten. Bei unserer Kurzexpedition

war es auch nicht notwendig,

aber „im echten Kletterleben“ wird

dafür ein eigenes „Sackerl fürs Gackerl“

mit in die Wand genommen. Und auch

wieder mit nach unten.

Fotos: Klaus Höfler

172 SPORTaktiv


WANDERN AUF DEM

GRÜNEN DACH EUROPAS

GRENZENLOS WANDERN,

VON DER DONAU BIS IN

DEN BÖHMERWALD –

DER GOLDSTEIG,

DEUTSCHLANDS LÄNGSTER

QUALITÄTSWANDERWEG, WIRD

JETZT INTERNATIONAL.

Fotos: Tourismusverband Ostbayern e.V., Andreas Hub

Mit stolzen 660 Kilometern ist der

Goldsteig der längste und vielseitigste

unter Deutschlands Qualitätswegen.

Nun bekommt er Zuwachs:

Im Juni eröffnet der „Zlatá Stezka“,

der tschechische Goldsteig. Er verläuft

parallel zur Nordvariante und ist mit

dem deutschen Teil durch historische

Pfade zwischen Bayern und Böhmen

verbunden, die ins Goldsteig-Wegenetz

integriert wurden.

Ein Hauch von Geschichte

Als Naturparadiese entpuppen sich die

zwei Nationalparks, die der Goldsteig

quert: Der Bayerische Wald ist tief verwachsen

mit dem Nationalpark Šumava

auf tschechischer Seite. Gemeinsam

bilden sie das größte zusammenhän-

gende Waldgebirge Mitteleuropas.

Aber auch die fünf Naturparks, die der

Goldsteig-Wanderer passiert, wissen

mit abwechslungsreicher Landschaft zu

beeindrucken. Ein steter Begleiter auf

Tour: die Vergangenheit. Kelten und

Choden, Schmuggler und Heilige bahnten

sich einst ihren Weg von der Donau

nach Böhmen, meist getrieben vom

Handel mit Salz, dem „weißen Gold“.

Ge(h)nuss-Partner

Herzliche Gastgeber begegnen dir entlang

des Goldsteigs: Die Nächtigungsmöglichkeiten

reichen von der Jugendherberge bis

zum Wellnesshotel. Weitere „Zuckerl“ am

Weg sind die gemütlichen Gaststätten, die

mit regionalen Spezialitäten aufwarten,

sowie der optionale Gepäcktransfer.

INFOS &

TOURENPLANER

www.goldsteig-wandern.de

DEN KOSTENLOSEN

ETAPPENFÜHRER

ERHÄLTST DU HIER:

Tourismusverband Ostbayern e.V.

T. +49(0) 941/58539-0

info@ostbayern-tourismus.de

www.ostbayern-tourismus.de

SPORTaktiv

173


NATURERLEBNIS

UNTER DER ZUGSPITZE

Die grenzüberschreitende Zugspitz Arena

Bayern-Tirol ist ein Mekka für Trailrunner und

eignet sich bestens für Familien mit Kindern.

Salomon Zugspitz Ultra Trail und

Gore Tex Transalpine Run: In der

Zugspitz Arena Bayern-Tirol sind

Trailrunner (auch) auf den Wegen dieser

beiden Ultratrail-Topevents unterwegs.

Doch nicht nur Profis und Erfahrene

finden passende Wege, sogar Einsteiger

können die Berge rund um die Grenze

zwischen Bayern und Tirol laufend erkunden.

Sieben ausgeschilderten Trailrunning-Strecken

stehen allein mit Start/Ziel

in Ehrwald in Tirol (Talstation der Tiroler

Zugspitzbahn) bzw. Grainau in Bayern

(Kurhaus) bereit. Die kürzeste hat

8 km/200 hm und die längste 44

km/2300 hm – feiner geht’s kaum.

Garmisch-Partenkirchen bietet auf

deutscher Seite fürs Trailrunning ebenfalls

Foto: Zugspitz Arena Bayern-Tirol: L.Krec, Tiroler Zugspitz Arena: C.Jorda, Tourist Information Grainau

174 SPORTaktiv


Trailrunning auf

dafür ausgeschilderten

Topstrecken

– oder die Natur mit

Kindern entdecken: Für

beides eignet sich die

Bergwelt rund um die

Zugspitze bestens.

ZUGSPITZ ARENA

BAYERN-TIROL

T. +43 664/881 403 62

info@zugspitze.com

www.zugspitze.com

Aus Mitteln des Europäischen Fonds

für Regionale Entwicklung, wird die

Trailrunning-Destination Zugspitze gefördert

und grenzüberschreitend weiterentwickelt

perfekte Möglichkeiten und ausgewiesene

Touren: Für Einsteiger ist die Strecke

am Kramerplateauweg genau richtig.

Anspruchsvoll sind die Strecken von

Garmisch über die St.-Martins-Hütte

zum Königstand oder von Partenkirchen

auf den Wank. Für ambitionierte, konditionsstarke

und erfahrene Läufer eignet

sich die Strecke über den Stepberg

zum Kramergipfel – mit fantastischer

Aussicht als Lohn. Mehr Infos auf dem

Tourenplaner unter www.zugspitze.com.

Die Familien-Wanderarena

Nicht nur Bergläufer, auch Bergwanderern

sind in der Zugspitz Arena Bayern-Tirol

richtig. Insbesondere gilt das

auch für Familien. Kinder werden zum

Beispiel von Moosle Zauberwald und

Moosles Forscherpfad, beide in Lermoos

bei der Grubigsteinbahn, begeistert sein.

Im Zauberwald wartet ein interaktiver

Spiel- und Erlebnispfad mit neun

Stationen, an denen es gilt, im Familienverband

ein spannendes Rätsel zu lösen.

Die sieben Stationen auf dem Forscherpfad

thematisieren die Vielfalt und

Schönheit der Alpenflora und -fauna.

In Grainau lohnt es sich für Familien

beispielsweise, den „sagenhaften Bergwald“

zu entdecken: Dieser märchenhafte

Erlebnispfad greift spannende

Geschichten und Sagen rund um das

Höllental auf. Imposante Natureindrücke

bieten die unterschiedlichen Wasser-Entdeckungstouren

in der Region.

Ein weiterer spannender Weg führt über

den Waldlehrpfad zur Burgruine Werdenfels:

Am Ziel wartet ein vergrabener

Schatz darauf, entdeckt zu werden ...

EVENT-TIPPS

15.–17. JUNI: SALOMON

ZUGSPITZ ULTRA TRAIL

Das größte Trailrunning- Event

Deutschlands.

www.zugspitz-ultratrail.com

3.–5. AUGUST: ALPENTESTIVAL

Das Outdoor-Test-Wochenende.

www.alpentestival.de

2.–8. SEPTEMBER: GORE-TEX

TRANS ALPINE RUN

Der legendäre Etappen- Trailrun

startet in Garmisch-Partenkirchen

und endet in Südtirol.

www.transalpine-run.com

12.–14. OKTOBER: 360° TRAIL

Das Trailrunning Event

für jedermann.

www.zugspitze.com

SPORTaktiv

175


MIT

WAUWAU

AUF DEN GIPFEL

VIELE WANDERER NEHMEN IHRE VIERBEINER MIT

IN DIE BERGE. WORAUF MAN ACHTEN SOLLTE,

WAS MAN DEN HUNDEN ZUMUTEN KANN UND

WIE MAN ZWISCHENFÄLLE VERHINDERT.

VON CHRISTOPH HEIGL

Sie finden sich auch in diesem Sommer in den

Schlagzeilen. Von Hunden am Berg liest man

meistens, wenn es einen Zwischenfall mit Kühen

gegeben hat. Oft mit bösen Folgen. Bei der überwiegenden

Mehrzahl der Wanderer gibt es aber keine

Probleme mit ihren vierbeinigen Begleitern. Für

die häufigsten Fragen zum Thema Leinenpflicht,

Hundefitness und Verpflegung haben wir Rettungshunde-Expertin

Carolin Scheiter befragt und uns bei

Naturfreunden und Alpenverein umgehört.

MUSS MAN EINEN HUND

I. TRAINIEREN, BEVOR ES IN

DIE BERGE GEHT?

„Für die Hunde gilt das Gleiche wie für

uns Menschen: Wer in die Berge geht,

dabei sicher unterwegs sein will und

auch noch Freude daran haben möchte,

der muss trainiert sein“, betont

Carolin Scheiter, Ausbildnerin und

Einsatzhundeführerin bei der Lawinen-

und Vermisstensuchhundestaffel

Salzburg. „Wandertauglich“ ist generell

jeder gesunde Hund. „Mit meiner elfjährigen

Hündin gehe ich aber keine

schweren und überlangen Bergtouren

mehr, auch wenn sie für ihr Alter noch

gut beinander ist“, erzählt Scheiter.

Ein absolutes „No-Go“ gibt es, wenn

Hunde noch im Wachstum sind. „Solange

sich die Wachstumsfugen nicht

geschlossen haben, sollten Bergtouren

oder lange Wanderungen für junge

Hunde tabu sein.“ Auch die Größe des

Hundes spielt eine Rolle, denn kleine

Hunde tun sich im alpinen Gelände

schwerer als größere. „Die individuellen

Rasse- und Charaktereigenschaften

seines Hundes sollte man auch stets im

Hinterkopf haben.“

Kondition und Geschicklichkeit des

Hundes kann man gezielt trainieren, so

fördert das Schwimmen den Muskelaufbau

oder das Balancieren auf Baumstämmen

und großen Steinen die Geschicklichkeit,

weiß Scheiter. „Je besser das

Hund-Mensch-Team harmoniert, umso

konfliktfreier kann man auch unvorhergesehene

Situationen meistern.“

MÜSSEN HUNDE

II. IM GELÄNDE

IMMER AN DIE LEINE?

Die Bestimmungen über Maulkorboder

Leinenzwang werden in Österreich

von den einzelnen Gemeinden festgelegt

oder sind im Landesgesetz geregelt. Um

Unsicherheiten und Verwirrungen bei

der Bergtour zu vermeiden, sollte man

sich im Vorfeld genau über die Vorschriften

vor Ort informieren. Sonderregelungen

gelten in Schutzgebieten oder

Nationalparks. Scheiter: „Generell gilt:

Wer seinen Hund frei laufen lässt, der

muss sich sicher sein, dass der Vierbeiner

jederzeit und trotz aller Ablenkungen

auf Ruf oder Pfiff zum Hundehalter

zurückkommt. Dieser Gehorsam ist

unverzichtbar: zum Schutz der Alpentiere,

anderer Bergwanderer und auch

zur Sicherheit des Hundes.“

WIE VERMEIDET MAN

III. KONFLIKTE MIT KÜHEN?

Hunde können von den Rindern als

Bedrohung wahrgenommen werden,

deshalb sollte man sie zur Sicherheit an

die Leine nehmen und nicht auf den

Weiden auf Erkundungstour schicken,

empfiehlt der Alpenverein. Freilassen

sollte man den Hund jedoch, wenn abzusehen

ist, dass ein Rind angreift. Für

diesen speziellen Fall rät Peter Kapelari

vom Alpenverein: „Wenn das Weidevieh

anfängt, auf den Hund und damit

auch den Hundehalter zuzugehen,

sollten Wanderer ihren vierbeinigen

Liebling unbedingt von der Leine lassen.

Der Hund nimmt mit Leichtigkeit

Reißaus und sein Besitzer ist damit

auch außer Gefahr.“ Grundsätzlich gilt:

Abstand halten, ruhig bleiben, Kälber

nicht streicheln.

Foto: Carolin Scheiter

176 SPORTaktiv


WIE ERKENNT MAN, OB

IV. DER HUND MÜDE WIRD?

„Jeder Hund reagiert anders auf Belastungen.

Hier ist der Hundehalter

gefragt, die ersten Anzeichen seines

Vierbeiners zu erkennen und richtig zu

deuten“, mahnt Carolin Scheiter. „Falscher

Ehrgeiz des Hundehalters ist fehl

am Platz. Lässt sich der Hund bei einer

Wanderung im Sommer zurückfallen

und sucht Schatten, legt sich nieder

und hechelt stark, dann ist bereits

Feuer am Dach“, sagt sie. Auch Hunde

können überhitzen und wie Menschen

einen Hitzeschock bekommen.

Regelmäßige Pausen sind Pflicht und

man muss bei Bergtouren ausreichend

Wasser und einen hundekompatiblen

Snack mithaben.

WAS SOLLTE MAN

V. FÜR HUNDE IM

RUCKSACK HABEN?

Die Naturfreunde haben auf ihrer

Website eine ganze Packliste zusammengestellt:

Pfotenschutzcreme

und

Pfotenschutzschuhe

Erste-Hilfe-Ausrüstung

(u.a. Verbandsmaterial,

Mullbinden und Schere)

Zeckenzange,

Zeckenhalsband oder

Spot-on-Spray

Maulkorb

Brustgeschirr,

lange Leine oder

Flexi-Leine

Wasser: Es gibt Rucksäcke für

Vierbeiner mit einer ausklappbaren

Wasserflasche.

Sonnencreme.

Besonders hellhäutige

Rassen und Hunde mit wenig Fell neigen

zu Sonnenbrand.

Bei Schnee: Hunde haben empfindliche

Augen, eine Schneebrille kann

sie schützen.

SPORTaktiv

177


BAYERNS BERGE

AUS DEM BILDERBUCH

Zwischen Zugspitze und Karwendel, wo die Isar noch

ein Wildfluss ist, liegt die bayerische „Alpenwelt

Karwendel“. Rund um die Orte Mittenwald, Krün und

Wallgau ist nicht nur die Natur noch ursprünglich,

sondern auch die bayerische Lebensart.

ALPENWELT

KARWENDEL GMBH

T. +49 88 23/33 9 81

info@alpenwelt-karwendel.de

www.alpenwelt-karwendel.de

Wie Edelsteine leuchten die kleinen

Seen der Alpenwelt Karwendel von

der Wanderkarte; der Volksmund nennt sie

„Himmelsaugen“. Sie bieten erstklassige

Fotomotive genauso wie eine erfrischende

Abkühlung in Trinkwasserqualität. Manche

dieser Seen sind sogar Lebensraum für

seltene Orchideen.

Die Seen, zwölf Themenwege oder 27

Almen: All das sind reizvolle Ziele für

Wanderer. Mittenwalds Hausberg ist der

Kranzberg, wo man sich das Gefühl einer

Fußreflexzonenmassage auf dem Barfußwanderweg

gönnen kann. Höher hinauf

geht es mit der Karwendelbahn: Gegenüber

der Bergstation liegt die „Bergwelt Karwendel“

auf 2244 m, ein imposanter Bau, der

eine interaktive Naturschau beherbergt. Der

Blick ins Tal bleibt an der türkisgrünen Isar

hängen. Von hier aus kann man auch in

den Klettersteig Mittenwald starten.

Hüttentour auf königlichen Spuren

Gemütliche Hütten gibt es in der Alpenwelt

Karwendel zuhauf. Eine tolle Hüttentour

ist die zweitägige, teils hochalpine Tour

zum Soiernhaus, wo man auf den Spuren

Ludwigs II. wandert, der die Berge hier

als Rückzugsort nutzte. Heute genießen

Wanderer das Naturkino mit zwei smaragdgrünen

Seen sowie Berggipfeln ringsum.

Zwischen Almen, Seen und Gipfeln

verengen sich klare Bäche zu rauschenden

Klammen, deren Naturgewalt ebenfalls beeindruckt.

Genauso entdeckenswert wie die

Natur aber ist das reiche Kulturgut, das in

der Alpenwelt Karwendel noch beheimatet

ist. Etwa 350 Jahre alte Geigenbaukultur.

Trachten- und Volkstanzgruppen pflegen

altes Brauchtum und die Menschen teilen

ihre Lebenslust gern mit ihren Gästen.

Dazu gehört hier auch ein wohlverdientes,

frisch gezapftes Mittenwalder Bier ...

Fotos: Alpenwelt Karwendel/Stefan Eisend; bayern.by Marco Felgenhauer/woidlife photography

178 SPORTaktiv


BIKE-WEEKEND

UNTER DER SONNE

INFOS & BUCHUNGEN

HOTEL SOL UMAG

T. +385 52 700 700

booking@plavalaguna.com

www.plavalaguna.com

IN UMAG IN KROATIEN LÄDT DAS

HOTEL SOL ZUM BIKE-WOCHENENDE

EIN. DIREKT AM MEER GELEGEN,

LÄSST DAS TOPHOTEL KEINE WÜNSCHE

OFFEN – UND IST AUF SPORTLICHE

GÄSTE SPEZIALISIERT.

Fotos: Hotel Sol Umag

PACKAGE-TIPP

„ISTRIAN BIKE TOUR“

2 Nächte mit HP/Doppelzimmer

Willkommensgeschenk

1 Besuch im Wellnesscenter

pro Person

1 Waschservice für die

Sportbekleidung

AB € 232,–/PACKAGE FÜR

ZWEI PERSONEN

Ein Hotel direkt am Meer mit eigenem

Strand, das über einen Pool und ein

Wellnesszentrum verfügt, leckere istrische

Gerichte am Buffet oder à la Carte

bietet und als „bike-friendly“ bekannt

ist: Was will man mehr?

Die Kleinstadt Umag liegt an der

nordwestlichen Küste Istriens und ist bei

der Anfahrt von Österreich aus schnell

erreicht. Umag ist eine mediterrane

Stadt, die im Sommer pulsiert und vor

Lebensfreude sprüht. Aber nicht nur das

nahe Stadtzentrum und die Strände lohnen

sich, entdeckt zu werden, sondern

die gesamte Region. Die Landschaft ist

geprägt von Kiefernwäldern, Weinbergen

und Olivenhainen. Vom Hotel weg

gelangt man mit dem Bike rasch in die

nahe und weitere Umgebung.

Apropos Rad: Für sportliche Gäste,

und da ganz besonders für Biker, ist das

Hotel Sol perfekt eingerichtet. Es gibt

einen videoüberwachten und versperrten

Bikeraum und eine Servicewerkstatt.

Jede Menge Infomaterial und Radwegkarten

liegen bereit. Gegen Aufpreis

kann man einen Bikeguide buchen ,

der feine Straßen- oder Mountainbiketouren

organisiert und unterwegs so

manchen Geheimtipp verrät. Ebenfalls

gegen eine kleine Gebühr lassen sich

GPS-Geräte leihen.

Und die Angebote im Hotel Sol

Umag haben ein tolles Preis-Leistungs-

Verhältnis – wie das Schnupperpaket

links beweist. Das lässt sich, dem sonnigen

istrischen Herbst entsprechend,

durchgehend bis 5. November buchen.

SPORTaktiv

179


TIPPS VOM FOTOGRAFEN HEINZ ZAK

LEIDENSCHAFT BERGFOTOGRAFIE

TOTE FLÄCHEN!

Flächige, nichtssagende Bildteile sind

„tote Fläche“, müssen aber nicht schlecht

für das Bild sein. Dadurch können wir

uns gerade auf das Wesentliche im Bild

konzentrieren. Schlecht sind solche

Flächen, wenn das Auge eigentlich

von vorne nach hinten wandern will

und von so einer Fläche daran gehindert

wird.

WENIGER IST MEHR!

Wichtig ist, das Bild auf wenige markante

Blickpunkte zu reduzieren. In einem

ungeordneten Wirrwarr findet sich das

Auge nicht zurecht.

Foto: CEWE/Heinz Zak

180 SPORTaktiv


ANGENEHME SCHÄRFE!

Dinge (Steine, Blumen) im Vordergrund

sollen scharf sein. Das Auge akzeptiert

die dahinter liegende Unschärfe

lieber als umgekehrt. Es muss gewiss

nicht alles scharf im Bild sein. Das

kreative Spiel mit Schärfe und Unschärfe

ist ein beliebtes Gestaltungsmittel fortgeschrittener

Fotografen. Die wichtigsten

Bildteile sollten aber abgebildet scharf

sein. Empfindlich ist unser Auge auch

hier mit hellen Bildelementen: Helles

sollte eher scharf abgebildet werden als

Dunkles.

www.cewe-fotobuch.at

SPORTaktiv

181


Leidenschaft Bergfotografie:

Bringen Sie den Berg mit nach Hause

Bilder aus den Bergen sind fast immer zu schade, um auf der Speicherkarte oder dem

Laptop in Vergessenheit zu geraten. CEWE bietet Hobbyfotografen eine Vielzahl an Ideen,

wie sie ihre schönsten Fotos am besten in Szene setzen.

1

Möglichst nahe ran und rund herum

Trauen Sie sich ganz nahe an Ihr Motiv

heran. Durch Nahaufnahmen erzeugen Sie Bilder

mit einer beeindruckenden Tiefenschärfe.

Treten Sie einen großen Schritt näher und gehen

Sie einmal um das Motiv herum. Bei einer

Umrundung eröffnen sich neue Perspektiven.

2

Linien machen Bilder

Markante Linien wie Berghänge, Wege,

Spuren und Muster in Schnee und Fels bringen

Spannung und Dynamik ins Bild. Auch Diagonalen

beleben die Aufnahme. Wichtig ist, dass

die Linien und Proportionen im Bild in einem

ästhetischen Verhältnis zueinanderstehen. Das

ist natürlich auch Geschmacksache. In der

Kunst und der Fotografie kennen wir den Ausdruck

„Goldener Schnitt“.

3 Vordergrund bringt Tiefe

Am Berg suche ich mir oft Steine, Bäume

oder Blumen als Vordergrund für mein Motiv.

Ein Vordergrund kann alles sein, was vor dem

Hauptmotiv liegt – wenn es sich fotografisch

so umsetzen lässt, dass die Distanz dazwischen

fühlbar wird. Die zusätzliche Ebene vorne bringt

mehr Räumlichkeit ins Bild.

4 Nicht in die Mitte

Wenn wir unser Hauptmotiv in die

Mitte setzen, entsteht fast immer ein Bild ohne

Spannung und Dynamik. Die einfachste Grundregel,

die wir für die meisten Bilder anwenden

können: Nichts in die Mitte setzen! Rücken Sie

den Menschen oder den Gipfel bewusst aus der

Mitte, ebenso den Horizont, die Wasserfläche

oder die Bergkette.

5

Ins

“Zu jeder Jahres- und Tageszeit bin

ich in den Bergen unterwegs. Die

Erfahrung hat gezeigt, dass man

eigentlich an jedem Tag und zu jeder

Zeit am Berg fotografieren kann“

Heinz Zak

Bild schauen

Wenn Sie Personen oder Tiere fotografieren,

sollten diese immer in das Bild schauen.

Wenn eine Person aus dem Bild hinausschaut,

entsteht das unangenehme Gefühl, dass sich

der Mensch abwendet. Das gleiche gilt für das

Hineingehen, -fahren oder -springen.


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Heinz Zak, Zak, geboren 1958 1958 in in Wörgl/Tirol, machte in in den den 1970er

Jahren das das Sportklettern in in Österreich populär. Der Der Bergsteiger

und und Kletterfotograf publizierte zahlreiche Bildbände, seine

seine

Fotografien erscheinen in Magazinen weltweit.

1 1

Mit diesen Fotoprodukten setzen

Sie Ihre Fotos perferkt in in Szene

2 2

CEWE FOTOBUCH – Ihre – Ihre Fotos Fotos auf auf Fotopapier!

Dank Dank Lay-Flat-Bindung können Sie Sie Ihre Ihre Kunstwerke

plan plan aufschlagen. Perfekt für für Landschaftsaufnahmen.

3 3

CEWE KALENDER

Die Die Geschenkidee für für Hobbyfotografen: Erstellen Sie Sie

aus aus Ihren Ihren zwölf zwölf besten Fotos Fotos einen einen Fotokalender im im

Panoramaformat. Den Den Startmonat bestimmen Sie. Sie.

4 4

CEWE WANDBILDER – Ihre – Ihre Momente ganz ganz groß!

groß!

Atemberaubende Landschaften als als Wandbild: Holen

Holen

Sie Sie sich sich die die Natur Natur in in Ihre Ihre vier vier Wände und und wachen

Sie Sie mit mit Blick Blick auf auf einen einen Berggipfel auf.

auf.

5 5

cewe-fotobuch.at


UNSER SCHLUSSPUNKT:

SIEBEN LEGALE (UND

UNGEWÖHNLICHE)

MÖGLICHKEITEN, EINE

NACHT IN DEN BERGEN ZU

VERBRINGEN.

VON CHRISTOF DOMENIG

DAS STERNENZELT

ZUM GREIFEN NAH

ÜBER DER

BAUMGRENZE

Wildes Campieren ist in Österreich

nicht erlaubt. Da die Materie aber

über die Landesgesetze geregelt ist,

gibt es in einigen Bundesländern im

alpinen Ödland, über der Baumgrenze,

dennoch ein paar Möglichkeiten. Aber

Achtung – genau informieren! Eine

gute Übersicht über die Rechtslage hat

der Alpenverein: www.alpenverein.at/

portal/natur-umwelt/bergsport_umwelt/

zelten-biwakieren.php

Es muss ja nicht gleich eine Portaledge-Übernachtung

wie beim

Kollegen Klaus Höfler (siehe

Story ab Seite 170) sein. So eine

Sommernacht in den Bergen, unterm

Sternenhimmel, ist für viele ein

Traum. Nur leider oft nicht erlaubt.

Zumindest in unseren Breiten. Einfach

in der Natur zu zelten, ist in Österreich

an den meisten Orten leider

verboten. Ein paar Möglichkeiten gibt

es trotzdem, dem Traum einer Outdoor-Nacht

unter dem Sternenzelt

nahezukommen.

CAMPINGPLATZ MIT AUSSICHT

Berg-Campingplätze sind rar, aber

es gibt sie. Zum Beispiel auf der

Gjaid Alm in Oberösterreich auf

1738 m Höhe, bei Obertraun am

Fuß des Dachsteins gelegen. Dusche,

Toilette und Verpflegung nutzt

man auf der Berghütte. Eine Nacht

mit Frühstück und Abendessen kostet

30 Euro. www.gjaid.at

Foto: iStock

184 SPORTaktiv


SPORTaktiv 185


BIWAK UNTER STERNEN

Rund um den Millstätter See in Kärnten gibt es

sieben „Rifugi sotte le stelle“ – Biwaks unter den

Sternen. Eines davon steht in erhabener Lage auf

dem Goldeck. Die Luxus-Biwaks verfügen über

ein Bett, große Panoramafenster und gerade genügend

Platz für Zeit zu zweit in der Natur. Die sieben

Biwaks werden von sieben unterschiedlichen

Hotels betrieben. www.millstaettersee.com

IM BAUMHAUS

In einem Baumhaus übernachten, das kann man

in Österreich an mehreren Orten. Zum Beispiel im

Almdorf Seinerzeit bei Bad Kleinkirchheim in Kärnten.

Das Baumhaus heißt (programmatisch) „Hochzeiter

Hütte“, verfügt über eine Zugbrücke und ein

Panoramafenster mit Talblick. www.almdorf.com

EINMAL AUSZEIT VON ALLEM|

Reduktion aufs wirklich Wesentliche:

Wer sucht, findet auch im Digitalzeitalter

noch Selbstversorgerhütten ohne

Strom, Handy- und Radio-Empfang

mitten in der Natur: zum Beispiel die

Kothütte im Naturpark Sölktäler in

der Steiermark. Das Wasser wird mit

Holz aufgeheizt, ein Grillplatz

befindet sich neben der Hütte.

Ein Plumpsklo gehört

natürlich auch dazu.

www.schladming-dachstein.at

IM TURMZIMMER

In Hippach im Tiroler Zillertal steht auf 2250

m Höhe die Schneekarhütte. Dort kann man

im Hochgebirge mit Traumblick in die Berge

und auf den Himmel übernachten. Und das

alles ohne Komfortverzicht – ganz im Gegenteil.

Das Highlight der Luxushütte ist die achteckige

Turmsuite, die nur von außen zugänglich

ist und über eine 180-Grad-Glasfront verfügt.

Besonders beliebt ist sie für die Flitterwochen.

Achtung: sehr frühes Buchen gefragt.

www.schneekarhuette.at

INS AUSLAND

AUSWEICHEN

Skandinavien oder Schottland sind nicht nur

wegen der Landschaft bei Trekking-Urlaubern so

beliebt, sondern weil dort das Jedermannsrecht gilt.

Es räumt Campern in der Wildnis verhältnismäßig

großzügige Rechte ein, solange sie keine Spuren

hinterlassen. Trotzdem gilt es natürlich, sich über

die rechtliche Situation im Zielland genau zu informieren.

Dann aber steht der wildromantischen

Nacht unterm Sternenzelt nichts mehr im Weg.

IMPRESSUM

sportaktiv.com

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Outdoor-Materialien verwenden: Fjällrävens g-1000.

Auch heute noch kann man Produkte aus G-1000 mit

Greenland Wax, unserem eigenen, umweltfreundlichen

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Imprägniermittel behandeln, um die wind- und wasserabweisenden

Eigenschaften, sowie die Haltbarkeit

und Langlebigkeit zu verbessern. Bei Kleidung aus

G-1000 kann das Wachs ausgewaschen werden, um

ein luftigeres, atmungsaktiveres Kleidungsstück zu

erhalten. Produkte aus G-1000 erleichtern dir ein

Leben in der Natur. Was auch immer du vor hast.

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