April 2009 - Der Monat

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April 2009 - Der Monat

april 09

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EnErgiE: Vollgas mit Erdgas

LifEstyLE: Barbara Schädler: Schmuck zum Staunen

gLEichbErEchtigung: 25 Jahre Frauenstimmrecht


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Persönliches Banking in Perfektion

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Persönliches Banking in Perfektion � über Generationen.

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inhaLt | EditoriaL

Ein Bild sagt mehr

aber nicht immer!

Ein falsches bild kann – auch ungewollt –

einen falschen Eindruck bei der Leserschaft erwecken

Panorama 4

gLEichbErEchtigung

25 Jahre Frauenstimmrecht 6

EnErgiE

Vollgas mit Erdgas 10

koPf dEs monats

Der Osterhase: Bemalte Eier verstecken 12

Wirtschaft

Vom prügelknaben zum Modellfall 14

innovation

Massanzüge 16

LEbEnsfragEn

Ein Ort der Kraft: Tagesheim Schlossgarten 18

brauchtum

in den april schicken:

Der Spott folgt auf dem Fuss 20

LifEstyLE

Barbara Schädler: Schmuck zum Staunen 22

kunstdEnkmäLEr

Fürstlicher Meierhof –

Gamanderhof in Schaan 24

zEitgEschEhEn

Es stimmt etwas nicht!: 11. april 1984 –

landtag für Frauenstimmrecht 26

auto

Neue Ära mit Erdgas –

VW passat 1.4 TSi EcoFuel 27

rätsEL-sPass 28

schLussPunkt 30

«Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!» So lautet

ein bekanntes Sprichwort. Wie alle Sprichwörter

birgt auch dieser Satz einen wahren Kern, kann aber

nicht für alle Fälle gelten. Diese

Erfahrung machten wir in unserer

letzten Ausgabe. Zur Illustration

des Beitrags «Globale Rezession

trifft Liechtenstein» haben wir ein Foto verwendet,

das die Montage für Kaiser-Reinigungsfahrzeuge

zeigt. Damit entstand offenbar die

un gewollte Assoziation, dass die

Firma Kaiser von der Rezession

betroffen sei. Das Gegenteil ist –

zum Glück – der Fall: Wie uns

die Kommunikationsabteilung

der Kaiser AG Fahrzeugwerk mitteilt,

weist das Unternehmen in

der Sparte Kanalreinigungsfahrzeuge

in den letzten drei Jahren

ein Wachstum von 72 Prozent

auf. Im Geschäftsjahr 2008 konn-

Günther Meier

te Kaiser ein Wachstum von 10

Redaktion «Der Monat»

Prozent verbuchen. Und in den

Monaten Januar und Februar 2009 verzeichnete das

erfolgreiche Unternehmen den grössten Auftragseingang

in seiner Geschichte.

imPrEssum: 4. Jahrgang, Nr. 38, april 2009, 18 000 Exemplare

hErausgEbEr: alpenland Verlag aG, Feld kircher Strasse 13, Fl-9494 Schaan,

Tel. +423 239 50 30, Fax +423 239 50 31, office@alpenlandverlag.li

rEdaktion: Günther Meier, Tel. +423 380 09 30, Fax +423 380 09 31, redaktion@dermonat.li

anzEigEn: Tel. +423 239 50 23, Fax +423 239 50 51, annoncen@dermonat.li

gEstaLtung: Sonja Bossart, Gutenberg aG

satz und druck: Gutenberg aG, Fl-9494 Schaan

PaPiEr: planoJet, 100 g/m², FSC-zertifiziert

onLinE: «Der Monat» im internet: www.dermonat.li

titELbiLd: an Ostern bringt der Osterhase die bunt gefärbten Ostereier.

(Foto: Marco Nescher)

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Bücher für Liechtenstein

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april 2009

3


4

5

Panorama

Sonderschau Energie

an der WiGa 2009

Das Thema Energie, Energie nutzen und Energie

sparen, gewinnt aus Gründen des Umwelt- und

Klimaschutzes sowie aufgrund der knapper werdenden

natürlichen Ressourcen zunehmend an

Bedeutung. Die Werdenberger Industrie- und Gewerbeausstellung

in Buchs (WIGA), die vom 5. bis

13. September 2009 stattfindet,

veranstaltet zum Thema Energie

eine Sonderschau. Geplant ist die

Errichtung einer eigenen Zelthalle,

die ausschliesslich dem

Thema Energie gewidmet ist. Das

Patronat der Sonderschau hat die

Internationale Hochschule für

Technik Buchs (NTB) übernommen,

die mit der Hochschule Liechtenstein im

Sinne eines akademischen Brückenschlages zusammenarbeiten

wird. Im Themenfokus stehen Energiegewinnung

und Bewirtschaftung des häuslichen

Umfeldes mit Einsparungs- und Sanierungsmöglichkeiten.

Bereits vorher wird schon ein energiespezifischer

Brückenschlag stattfinden: Die Fussgänger-

und Radwegbrücke über den Rhein, nördlich

der Rheinbrücke Schaan-Buchs, wird im Frühjahr

ihrer Bestimmung übergeben. Die neue Brücke

ist auch Trägerin einer Energie-Dampf-Leitung.

Foto: Marco Nescher

aktuelle schlaglichter

n Die Direktexporte stiegen im Jahr 2008 mit 1.6% gegenüber dem

Vorjahr leicht an. im Jahr 2008 betragen sie 4.2 Mrd. Fr.

n Die Zahl der arbeitslosen per 28. Februar steigt im Vergleich zum

Vorjahr um 10.5%. Sie liegt bei 484 personen.

n Die Zahl der logiernächte in der Hotellerie steigt um 4.6% gegen-

über dem Vorjahr. im Jahr 2008 verzeichnet die Hotellerie 134'495

Übernachtungen.

n im Jahr 2008 werden 2 622 neue Motorfahrzeuge in Verkehr ge-

setzt. Dies sind 6% mehr als im Vorjahr.

n Die Konsumentenpreise erhöhen sich bis Februar 2009 um 0.2%

gegenüber dem Vorjahreswert.

Quelle: Newsletter Amt für Statistik

Foto: Scort Vaduz

Fussball mit

liechtensteiner Stiftung

Jugendtrainer der Fussballclubs FC Basel, Bayer

Leverkusen und FC Liverpool reisten anfangs

März in den Sudan, um dort junge Frauen und

Männer zu Fussballtrainern auszubilden. Organisiert

wird das Projekt von der liechtensteinischen

Stiftung Scort Foundation. Ziel des Projektes ist

neben der Trainer-Ausbildung die Förderung der

Integration von jungen Menschen verschiedener

Volksgruppen im Sudan. Das Fussball-Sudan-Projekt

wird unterstützt vom Liechtensteinischen Entwicklungsdienst

(LED). Im Juli werden die besten

Nachwuchsspieler des Sudan eine Woche in Liechtenstein

zu Gast sein und am International Swiss

U16 Cup in Bad Ragaz teilnehmen. Die Regierung

hat beschlossen, dieses Fussball-Turnier und ein

gleichzeitig stattfindendes internationales Forum

mit 40'000 Fr. zu unterstützen.

Binnennachfrage kleiner

als industrieproduktion

Die weltweite Konjunkturschwäche hat seit

Mitte 2008 auch Auswirkungen auf die liechtensteinische

Wirtschaft. Die Konjunkturforschungsstelle

Liechtenstein (KOFL) geht davon aus, dass die

Binnennachfrage die Ausfälle der Exportnachfrage

nicht kompensieren kann. Der Grund dafür ist die

Kleinheit des Landes. In Liechtenstein macht die

Binnennachfrage laut KOFL-Berechnungen nur

etwa 15 Prozent am Bruttoinlandprodukt (BIP) aus.

In der Schweiz werden 55 Prozent der inländischen

Produktion von Schweizern gebraucht, der kleinere

Rest geht in den Export. In der EU gehen rund 60

Prozent der Produktion in den Eigenverbrauch der

einzelnen Länder. In den USA beläuft sich dieser

Anteil auf über 80 Prozent.

april 2009


Messe «Fair Trade»

für nachhaltigen Handel

Stuttgart wird anfangs April zum Mekka des fairen und nachhaltigen

Handels. Die Messe «Fair Trade» ist eine Fach- und Verbrauchermesse,

die zum Ziel hat, eine internationale Kontakt- und Informationsbörse

für verantwortungsvollen, fairen und nachhaltigen

Handel zu schaffen. Über Initiative des Liechtensteinischen Entwicklungsdienstes

(LED) ist auch Liechtenstein an dieser Messe vertreten.

Präsentiert werden drei Aspekte: «Liechtenstein goes Fair», eine Kampagne

des Vereins Welt und Heimat in Zusammenarbeit mit dem

LED und der Regierung, die «Microfinance Initiative Liechtenstein»

(MIL) sowie die «Internationale Humanitäre Zusammenarbeit und

Entwicklung» (IHZE) Liechtensteins.

Neue Trends

in der Finanzbranche

Die VP Bank hat eine Marktanalyse durchgeführt und drei neue

Trends für die Finanzbranche identifiziert. Erstens nehme der Bedarf

an ganzheitlicher Beratung und Finanzplanung zu, wobei die Kunden

vermehrt wünschen, ihre Vermögenswerte «onshore» – also im Hoheitsbereich

ihres Domizils – zu halten. Zweitens gewinne die unabhängige

Vermögensverwaltung an Bedeutung, womit das Intermediärgeschäft

zu einem strategischen Wachstumssegment der Banken

werde. Und drittens nehme die weltweite Verteilung der Vermögen

neue Strukturen an, indem sich eine Verlagerung hin zu neuen Finanzplätzen

abzeichne: Naher Osten, Asien und Osteuropa.

Neue Linie 70

als attraktive alternative

«Linie 70», das ist die neue Buslinie, die auch

über die Grenze fährt und vor allem die Grenzgänger

am Ort abholt und wieder zurückbringt. Nach

Erhebungen bringt «Linie 70» täglich über 500

Fahrgäste an ihren Arbeitsplatz und wieder nach

Hause, davon etwa 200 Grenzgänger.

Das Angebot der Bus-Linie,

die ab Klaus über Rankweil,

Feldkirch, Nendeln, Bendern

nach Schaan fährt, wurde gemeinsam

mit den Unternehmen

der Region ausgearbeitet und ist

damit auf die Bedürfnisse der

Pendler ausgerichtet.

Foto: Marco Nescher

Foto: Marco Nescher

Alpenkonvention – Wenig

Mut der alpenländer

Die Alpenstaaten haben an der 10. Alpenkonferenz

in Evian (Frankreich) über ein gemeinsames

Vorgehen in Sachen Klimawandel

verhandelt. Sie konnten sich jedoch nicht auf einen

Klimaaktionsplan für den Alpenraum einigen,

wie ihn die CIPRA vorgeschlagen hatte. Der

von der Konferenz der Alpenländer verabschiedete

Klimaaktionsplan enthält neben allgemeinen

Formulierungen auch einige konkrete Massnahmen,

die nach Einschätzung der CIPRA jedoch

viel zu zaghaft sind, um den Klimaschutz

in den Alpen wirklich weiter zu bringen. Das

Vorhaben «Aktionsplan Klimaschutz» wurde

im November 2006 an der 9. Alpenkonferenz auf

Anregung der CIPRA angestossen. Frankreich,

das in den letzten zwei Jahren den Vorsitz der

Alpenkonvention innehatte, hatte sich für seine

Amtszeit das Ziel gesetzt, die Alpen zur Modellregion

für Prävention und Anpassung an den

Klimawandel zu machen. Die CIPRA hat an der

Alpenkonferenz dagegen protestiert, dass die

Länder wenig Interesse und wenig Mut zur Umsetzung

der vorliegenden Vorschläge gezeigt

hätten. Liechtenstein unterstützte den in ferner

Zukunft liegenden Vorschlag Deutschlands, die

Alpenregion bis zum Jahr 2050 CO2-neutral zu

machen. Ausserdem kündigte Liechtenstein die

Ausschreibung eines alpenweiten Preises im Bereich

des öko-effizienten Bauens an. Die Alpenkonferenz

beschloss, eine Plattform «Wildtiere

mit hohem Raumanspruch – Management gros-

ser Beutegreifer und wildlebender Huftiere in

den Alpen» einzurichten. Den Vorsitz der Plattform

erhielt Liechtenstein.


6

7

Von Günther Meier

gLEichbErEchtigung

25 Jahre

Frauenstimmrecht

Am «Tag der Menschenrechte

2007» gab die Regierung bekannt, dass die UNO

einen Länderbericht Liechtensteins über die Umsetzung

der UN-Konvention zur Beseitigung von

Diskriminierungen der Frauen

anstatt sich nach dem zur Kenntnis genommen habe.

gleichheitsgrundsatz der

Der UNO-Ausschuss war zum

Schluss gelangt, dass Liechten-

verfassung zu richten, überliess stein zwar die rechtliche Gleichstellung

von Mann und Frau weitman

dieses menschenrecht

gehend realisiert habe, gleichzei-

der Parteipolitik tig aber «Handlungsbedarf in der

faktischen Gleichstellung» bestehe.

Eine Anfrage des FL-Abgeordneten Pepo Frick

im Landtag liess Aussenministerin Rita Kieber-

Beck den Handlungsbedarf benennen: Bei der Situation

der Frauen im Erwerbsleben, bei der Vertretung

von Frauen in der Politik und allgemein in

Führungspositionen, bei den noch vorhandenen

Rollenmustern und Stereotypen in der Gesellschaft.

Nachdem Liechtenstein in der Zwischenzeit wieder

einen Länderbericht an die UNO verschicken musste,

darf man gespannt sein, ob weiterhin Hand-

heute beherrscht das thema gleichstellung die gesellschaftliche agenda.

vor 25 Jahren ging es noch in erster Linie um die politische gleichberechti-

gung. der Landtag stimmte am 11. april 1984 dem frauenstimmrecht zu. die

abstimmung folgte am 1. Juli.

Foto: Michael Zanghellini

lungsbedarf besteht oder ob die angeprangerten

Diskriminierungen in den Augen der UNO abgebaut

worden sind. Einen ersten Hinweis könnte das

Wahlergebnis 2009 geben. Bernadette Kubik-Risch,

Leiterin der Stabsstelle für Chancengleichheit, hat

herausgefunden, dass die Wahl von sechs Frauen in

den Landtag – international gesehen – eine Verschlechterung

bedeute: Im Landtag sitzen wiederum

gleich viel Frauen wie 2005, aber die internationale

Rangliste liess Liechtenstein vom 24. auf den

39. Platz abrutschen. Anderswo scheint der Frauenanteil

in der Politik höher geworden zu sein als die

24 Prozent in unserem Land.

Gleich – aber doch nicht gleich

Das Negativ-Ranking trifft sich

schlecht mit dem Anlass, der als kleines Jubiläum

gefeiert werden könnte. Im Jahr 1984, also vor 25

Jahren, hat Liechtenstein das Stimm- und Wahlrecht

für die Frauen eingeführt. Ein Vierteljahrhundert

können die Frauen bereits das Stimm- und

Wahlrecht ausüben, doch der Zuerkennung dieses

demokratischen Rechts gingen Diskussionen und

Debatten, Polemiken und Streit während fast zwei

Jahrzehnten voraus. Als markanter Punkt in der

Geschichte des Frauenstimmrechts gilt die Diskussion

im Jahr 1965 im Landtag über das nur den Buben

zugängliche Gymnasium Marianum in Vaduz,

das eine kurze Debatte über die politische Gleichberechtigung

von Mann und Frau auslöste. Anstatt

sich nach der Verfassung zu richten, die damals

schon alle Landesangehörigen als «gleich» betrachtete,

überliess man dieses Menschenrecht der Parteipolitik.

Alle Versuche, vor allem später, den Gleichheitsgrundsatz

ohne Wenn und Aber auch auf die

politische Gleichberechtigung anzuwenden, schei-


terten – entweder am Willen der politischen Parteien

oder am fehlenden Mut des Staatsgerichtshofes.

Die Parteien stritten sich über den richtigen Zeitpunkt

der Vorstösse im Landtag zur Einführung

des Frauenstimmrechts und diskutierten über die

absolute Notwendigkeit einer nur von den Männern

bestrittenen Volksabstimmung, anstatt mit

einem Federstrich die politische Gleichberechtigung

der Frauen anzuerkennen. Der Staatsgerichtshof

anerkannte zwar in einer authentischen Interpretation

eines Verfassungsartikels, dass mit dem

Begriff «gleich» sowohl Männer als auch Frauen gemeint

seien, hatte aber nicht den Mut, den Gesetzgeber

zum entsprechenden Handeln und zur Umsetzung

des bestehenden Gleichheitsartikels aufzufordern

– sondern verwies auf die Notwendigkeit,

diese Angelegenheit auf der politischen Ebene

durch die Männer regeln zu lassen.

Dritte Volksabstimmung statt

Landtagsbeschluss

Bezeichnend für diese Befindlichkeit

war die Debatte, die am 11. April 1984 im

Landtag geführt wurde. Die meisten der 11 Gemeinden

hatten aufgrund einer Verfassungsänderung

im Jahr 1976 den Frauen das Stimm- und Wahlrecht

auf Gemeindeebene zuerkannt, als sich der

Landtag mit dem Frauenstimmrecht auf Landesebene

befasste. Im Hintergrund der Debatte stand

die Forderung der «Aktion Dornröschen», die in-

zwischen auch viele Politiker er- Liechtensteins Frauen erhielten

hoben, den Frauen das Stimm- 1984, beim dritten Anlauf, das

und Wahlrecht über einen Land- Stimm- und Wahlrecht in einer

tagsbeschluss zu geben, anstatt Volksabstimmung zuerkannt.

nochmals eine Volksabstimmung

durchzuführen. Überdies stand Liechtenstein

seit 1978 in der Pflicht des Europarates, die

politische Gleichberechtigung für die Frauen einzuführen.

Die Aufnahme Liechtensteins in den

Europarat war mit der moralischen Verpflichtung

verbunden worden, die Ungleichheit von Frau und

Mann zu beseitigen. Im 1984 noch herrschenden

Zweiparteien-System erfolgte die Lösung der

Gleichberechtigungsfrage haarscharf entlang der

Parteilinien: Die FBP als Minderheitspartei in der

Regierung und als Opposition im Landtag stellte

den Antrag, das Frauenstimmrecht mit Beschluss

des Landtags, als Vertretung des Volkes einzuführen,

während die VU als Mehrheitspartei für eine

Volksabstimmung plädierte. Die VU liess durch ihren

Fraktionssprecher erklären, es sei «höchst bedenklich

und gefährlich, eine Verfassungsänderung

von solcher eminenter Wichtigkeit innert einiger

Minuten durchzuführen». Den eigentlichen

Grund für die ablehnende Haltung nannte der VU-

Fraktionssprecher etwas später: Die FBP habe die

VU vor vollendete Tatsachen gestellt, der FBP gehe

es nur darum, eine Schau abzuziehen: «Wir sind die

grossen Helden, wir haben es geschafft». Die VU

setzte sich mit ihrer Stimmenmehrheit durch, der

april 2009

Foto: Marco Nescher


8

gLEichbErEchtigung

Wichtige stationen

Die Zuerkennung der politischen Gleichberechtigung an die Frauen

ist in liechtenstein eine lange Geschichte, die ein bezeichnendes

Bild auf die gesellschaftlichen Verhältnisse, auf traditionelles rollen-

verhalten, auf politisches Unvermögen und parteipolitisches Kalkül

wirft.

1965 – Diskussion im Landtag

im Zusammenhang mit der Diskussion über das Kollegium Maria-

num in Vaduz, das damals als Bubengymnasium geführt wurde, ent-

spann sich eine Debatte über die politischen rechte der Frauen. Die

regierung erhielt den auftrag, die Sache mit dem Frauenstimmrecht

rechtlich abzuklären. Die Vorsteherkonferenz beschloss die Durch-

führung einer Meinungsumfrage.

1968 – Konsultativ-Abstimmung

Die Konsultativ-abstimmung, die für Frauen und Männer offen stand,

ergibt gesamthaft ein negatives resultat gegen das Frauenstimm-

recht. Die Frauen stimmen mit 1265 Ja gegen 1241 Nein zu, die

Männer lehnen mit 887 Ja gegen 1341 Nein ab.

1971 – Erste Volksabstimmung

Der landtag verabschiedet am 17./18. Dezember 1970 ein Verfas-

sungsgesetz zur Einführung des Frauenstimmrechts. an der Volks-

abstimmung erteilen die Männer dem Frauenstimmrecht mit 1816 Ja

gegen 1897 Nein eine knappe ablehnung.

1973 – Zweite Volksabstimmung

Der zweite anlauf für das Frauenstimmrecht endet mit einer deutli-

chen ablehnung. Bei einer Stimmbeteiligung von 86 prozent stim-

men nur noch 1675 Männer mit Ja, aber 2126 werfen ein Nein in die

Urne.

1976 – Frauenstimmrecht in den Gemeinden

Nachdem der Weg von oben herab, das Frauenstimmrecht zuerst auf

landesebene einzuführen, zweimal gescheitert war, wird der Weg

von unten nach oben eingeschlagen. Die Gemeinden erhalten mit

Verfassungsgesetz die Möglichkeit, das Frauenstimmrecht auf Gemeindeebene

einzuführen. Vaduz führt als erste Gemeinde am

17./19. September 1976 das Stimm- und Wahlrecht für die Frauen

ein.

1984 – Zustimmung zum Frauenstimmrecht

Beim dritten anlauf gelingt das Vorhaben, das Frauenstimmrecht

einzuführen. am 29. Juni/1. Juli 1984 stimmen 2370 Männer für die

politischen rechte der Frauen, 2251 lehnen ab.

Landtag beschloss die Einführung des Frauenstimmrechts,

unterstellte den Beschluss aber der

Volksabstimmung, die am 29. Juni/1. Juli über die

Bühne ging. Seither können die Frauen auch politisch

mit entscheiden – gleichberechtigt, aber noch

nicht überall gleichgestellt.

Guter Wille bei Wahlen

schlecht belohnt

Was mit dem Handlungsbedarf

in der faktischen Gleichberechtigung gemeint ist,

illustriert der Länderbericht 2006 an die UNO,

wenngleich auch nur zahlenmässig, nicht aber qualitativ.

Dort wird erwähnt, dass derzeit alle 11 Gemeindevorsteher

männlich seien – der Vollständigkeit

halber sei aber erwähnt, dass die Gemeinde

Gamprin im Jahr 1991 die vorherige Gemeinderätin

Maria Marxer (FBP) zur ersten und bisher einzigen

Vorsteherin wählte. In den Gemeinderäten,

geht die Auflistung weiter, sitzen deutlich mehr

Männer als Frauen. In den über 50 Kommissionen

und Beiräten sind die Frauen nach dem Länderbericht

deutlich in der Minderzahl, nur 6 Kommissionen

werden von Frauen geleitet. In Landeskommissionen

stehen nach dem UNO-Bericht den 298

Männern (79 Prozent) lediglich 79 Frauen (21 Prozent)

gegenüber. Nicht viel anders sieht die Lage in

den öffentlich-rechtlichen Stiftungen aus. Obwohl

die Frauen als Mitglieder in den Laiengerichten in

den letzten Jahren etwas aufgeholt haben, sind die

Gerichtshöfe von Männern dominiert. Ein Blick in

die Parteizentralen verdeutlicht, dass auch dort

Frauen mit gewichtigen Funktionen stark untervertreten

sind. Bei den Wahlen 2009, nur kurze Zeit

vor dem Jubiläum «25 Jahre Frauenstimmrecht»,

haben die Frauen die weibliche Stellung mit 6 von

25 Mandaten halten, aber nicht ausbauen können.

Dass sich guter Wille nicht immer auszahlt, musste

die Freie Liste schmerzlich erfahren: Angetreten

mit einer ausgewogenen, gleich grossen Anzahl von

Kandidatinnen und Kandidaten, kann die Freie

Liste nur einen Stuhl im neuen Landtag besetzen –

und ausgerechnet mit einem Mann! |


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11

Von Günther Meier

EnErgiE

Vollgas

mit Erdgas

neben benzin und diesel steht zunehmend Erdgas als treib-

stoff für fahrzeuge zur verfügung. gute Erfahrungen mit Erdgas

als treibstoff hat die Liechtenstein bus anstalt (Lba), deren

flotte schon mehrheitlich mit Erdgasbussen ausgerüstet ist.

Erdgasfahrzeuge, die serienmässig

schon seit Mitte der 1990er-Jahre angeboten

werden, galten bisher als antriebsschwach und nicht

sehr spurtstark. Neuerdings rollen von den Autoherstellern

aber Serienfahrzeuge

die meisten neuen mit Erdgasantrieb, die Werte in

Bezug auf Beschleunigung und

Erdgasautos gehören zu den

Spitzengeschwindigkeit aufwei-

bivalenten fahrzeugen, die sen, die denen von Benzinern

oder Dieseln nur wenig nachste-

sowohl mit Erdgas als auch

hen. Die Entwicklung wird auch

mit benzin fahren in diesem Segment weiter voranschreiten,

und sobald die Nachfrage

nach Autos mit Erdgas stärker ansteigt, wird

es nochmals einen Schub nach vorne geben. Trotz

Anreizen bei der Motorfahrzeugsteuer und niedrigerem

Treibstoffverbrauch sind auf den Strassen

nur wenige private Erdgasfahrzeuge anzutreffen.

Die Zuwachsraten allerdings weisen auf eine steigende

Tendenz hin: Wurden 2005 in der Schweiz

und in Liechtenstein erst 3000 Erdgasfahrzeuge registriert,

so lauten Schätzungen bis Ende 2010 auf

mindestens 30'000. Auch das dünne Tankstellennetz,

das viele bisher vom Kauf eines Erdgasautos

abschreckte, wird laufend verdichtet und passt sich

der Nachfrage an.

Erdgasantrieb als

günstige Alternative

Mit den technischen Innovationen,

die auf den Markt kommen, dürfte sich das

Auto mit Erdgasantrieb zu einer echten und günstigen

Alternative zu Benzin und Diesel entwickeln.

Die meisten neuen Erdgasautos gehören zur Kategorie

der bivalenten Fahrzeuge, die sowohl mit dem

Erdgas als auch mit Benzin als Treibstoff fahren.

Der kleine Benzintank, der zusätzlich

eingebaut wird, gibt dem

Fahrer eine gewisse Sicherheit,

wenn sich nicht gerade eine Erdgastankstelle

in der Nähe befindet.

Mit Turboladern oder Kompressoren

steigern die Hersteller

die Leistungen der Autos, die teilweise schon konkurrenzfähig

mit Dieseln und reinen Benzinern

sind. So verfügt beispielsweise der neue Passat TSI

EcoFuel über einen Kompressor wie einen Turbolader,

die automatisch dazugeschaltet werden, wenn

Leistung gefragt ist. Bei der neuen Generation von

Erdgasfahrzeugen übernimmt die Elektronik die

Aufgabe, Erdgas oder Benzin nachzuschieben, dass

auf die früheren Umschalter von Erdgas auf Benzin

verzichtet werden kann.

Lange Geschichte der

Erdgasfahrzeuge

Vor ein paar Jahren erweckten

Erdgasfahrzeuge noch den Eindruck von Exoten,

die gerade erst eine neuartige Technologie eingebaut

erhalten haben. Dabei reicht die Geschichte

des Erdgasmotors weit zurück. Technische Geschichtsbücher

weisen darauf hin, dass der Franzose

Etienne Lenoir schon 1862 ein Gasmotorfahrzeug

gebaut habe, also schon vor Benzin- und Dieselfahrzeugen.

In der Pionierepoche der Automobilindustrie

wurden verschiedene Antriebsmodelle

ausprobiert, die in Konkurrenz nebeneinander bestanden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlegten

sich die Autobauer auf Benziner und Diesel, so dass

Erdgas als Treibstoff praktisch in Vergessenheit geriet.

Nach der Ölkrise boten einige Hersteller die

Umrüstung auf Erdgas an, doch bis Serienfahrzeuge


Die Gasversorgung hat in

von den Fabrikbändern liefen,

Liechtenstein zwei Tankstellen für dauerte es noch längere Zeit. Im

Erdgasfahrzeuge eingerichtet. Zuge erster Anzeichen einer globalen

Klimakatastrophe erlebt

Erdgas als Treibstoff wieder einen Aufschwung:

Heute bieten immer mehr Autobauer Erdgasautos

an, die dank technischen Innovationen konkurrenzfähig

im Alltagsverkehr sind.

Vorreiterrolle der

Liechtenstein Bus Anstalt

Wer in Liechtenstein von Erdgasautos

spricht, hat wohl in erster Linie die Busse der

Liechtenstein Bus Anstalt (LBA) im Kopf. Mehr als

die Hälfte der LBA-Busse fahren derzeit mit Erdgasmotoren.

Die ersten derartigen Fahrzeuge wurden

2001 in Betrieb genommen. Nach Angaben von

LBA-Geschäftsführer Ulrich Feisst haben die Erdgasbusse

seither rund 13 Millionen Kilometer zurückgelegt.

Über 70 Prozent der gesamten Fahrleistungen

im öffentlichen Verkehr werden mit Erdgas

erbracht. Aufgrund der Topografie des Landes eignen

sich die Erdgasbusse nicht für die steilen Strassen

nach Triesenberg, Malbun und Gaflei, so dass

dort weiter Dieselfahrzeuge zum Einsatz kommen.

Die LBA spielte mit der Anschaffung von Erdgasfahrzeugen

eine Vorreiterrolle in Liechtenstein.

Hintergrund bildete die Überlegung, die Emissionen

des öffentlichen Verkehrs zu reduzieren. Der

Einsatz hat sich gelohnt, wie Ulrich Feisst mit Blick

auf die Vermeidung von Schadstoffen betont: «Der

Einsatz von Erdgasfahrzeugen und die Erneuerung

des Fahrzeugparks haben dazu geführt, dass in den

letzten sieben Jahren im öffentlichen Verkehr –

nebst anderen Schadstoffen – die Stickoxidemissionen

um 58 Prozent und die Feinstaubemissionen

um ganze 96 Prozent reduziert werden konnten.»

Bei einer Totalfahrleistung von über 2 Millionen

Kilometer pro Jahr mit der Erdgasflotte werden die

CO2-Emissionen jährlich um 500'000 Kilogramm

gegenüber früher reduziert.

In der Spitzengruppe der

umweltfreundlichen Autos

Die Liechtensteinische Gasversorgung

(LGV) bezeichnet Erdgas deshalb als den

«mit Abstand umweltverträglichsten Treibstoff».

Mit Erdgas als Treibstoff, zieht die LGV Bilanz, könne

die Umweltbelastung im Strassenverkehr – insbesondere

der Anteil der Treibhausgase – deutlich

gesenkt werden. Erdgasfahrzeuge gehören regelmässig

der Spitzengruppe in der Umweltliste des

Verkehrsclubs der Schweiz (VCS) an – für 2009 ermittelte

der VCS den Honda Insight Hybrid (Kombination

von Elektro- und Benzinbetrieb) als Sieger,

dicht gefolgt vom Fiat Punto 1,4 Erdgas. In den Top-

Ten des VCS mischen insgesamt vier Erdgasfahrzeuge

mit. |

april 2009

Foto: lGV


12

koPf dEs monats monats

Der Osterhase

Bemalte Eier verstecken

Kaum jemand an Ostern, der so viel Arbeit

hat wie der Osterhase. Er bringt den Kindern die

bemalten Eier und versteckt sie irgendwo im Haus

oder im Garten. Wahrscheinlich hat er gar keine

Zeit, um die fröhlich suchenden

Kinder bei ihrer Suche zu beobachten.

Zunehmend hat der Osterhase

noch mehr Arbeit als früher,

denn in den Osternestern

finden die Kinder nicht nur bemalte Eier, sondern

auch Osterhasen aus Schokolade und andere Schleckereien.

Der Osterhase ist heute ein anerkannter

Arbeiter, der die Ostereier bemalt und den Kindern

ins Osternest legt. Wenn sich die

Osterhasen an frühere Zeiten erinnern,

so hatten sie damals noch

Konkurrenz von allerlei anderen

Tieren, die das gleiche Gewerbe

betrieben und den Kindern bemalte

Ostereier in ein Osternest

legten. In weiten Teilen der

Schweiz soll der Kuckuck die Eier

Der Osterhase

gelegt haben, berichten alte Ha-

An Ostern bringt er die

sen. An verschiedenen Orten in

bemalten Eier den Kindern. Deutschland trieb sich der Osterfuchs

herum, an den die Hasen

aus bekannten Gründen nicht nur gute Erinnerungen

haben. Anderswo, wissen die Geschichtsbücher

der Hasen, hatte sich der Storch als Konkurrenz

versucht. Sogar Hähne sollen die Verteilung der

Ostereier übernommen haben. Doch solche und

andere Geschichten gehören der Vergangenheit an.

Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts beherrscht

die Zunft der Osterhasen das Feld.

Wie die Hasen zu ihrem Ostergewerbe kamen,

lässt sich nicht mehr feststellen. Auch die Geschichtsbücher

der Hasen geben keine klare Auskunft.

Dafür mangelt es nicht an Fabelgeschichten,

die wahrscheinlich alle ein Körnchen Wahrheit

enthalten. Die Hasen sind stolz darauf, dass sie

schon vor Christus als Symbol für Fruchtbarkeit

galten und etliche heidnische Göttinnen einen Hasen

im Wappen hatten. Dass die Hasen die Ge-

april 2009

Foto: Marco Nescher

die hasen sind stolz, dass schon etliche heidnische

göttinnen einen hasen im Wappen hatten

wohnheit haben, längere Zeit regungslos an einem

geschützten Ort zu verharren und dann plötzlich

loszuhoppeln, regte die Fantasie der Menschen

ebenfalls an: Da habe ein Hase gerade Eier gelegt

und rase nun dem nächsten Osternest zu – die Hasen

schmunzeln bei dieser Version und schweigen.

Auch eine andere Version ringt ihnen ein leichtes

Schmunzeln ab: Weil die Kinder wussten, dass

Hennen keine bunten Eier legen, habe man die

schön bemalten Ostereier dem Hasen zugeschrieben

– dem Osterhasen, der nur einmal im Jahr auf

Tour ist.

Was über den Osterhasen nicht schon alles gedeutet

und geschrieben wurde. Den Hasen ist es

egal. Wichtig ist, dass ihre Zunft seit Mitte des

19. Jahrhunderts das Feld konkurrenzlos beherrscht.

Mitgeholfen bei dieser Globalisierung haben die

Zuckerbäcker, die zahlreichen Kinderbücher und

nicht zuletzt die kitschigen Osterhasen-Postkarten,

die sich die Leute früher mit den besten Ostergrüssen

zugeschickt haben.

Auch in Liechtenstein hat der Osterhase inzwischen

viele Helferinnen und Helfer erhalten, die

vor Ostern kunstvoll Eier bemalen. Sogar ein Jahres-Ei

ist entstanden – von Künstlerhand entworfen

und von der Keramik Schaedler aus Ton hergestellt.

Und in den Bäckereien und Konditoreien sind die

Regale prallvoll von Schokolade-Hasen und verführerischen

Ostereiern. Wenn die Hasen an diesen

Auslagen vorbeihoppeln, freuen sie sich über

die kreativen und fantasievollen Nachbildungen.

Wenn ihre Vorfahren schon gewusst hätten, zu welchen

Ehren man kommt, wenn man farbige Eier

legen kann! |


Der Schlüssel zu Ihrem Eigenheim.

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Mit der Centrum Bank Premium Hypothek bieten wir Ihnen

eine massgeschneiderte und flexible Lösung zur Finanzierung

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professionelle und umfassende Lösungen im Immobilienbereich

anbieten.

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«Die Zeit für den Erwerb von Wohneigentum

ist günstig. Persönliche

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von entscheidender Bedeutung.»

Stefan G. Huber,

Stellvertretender Direktor,

Bereichsleiter Kredite

und Hypotheken

der Centrum Bank

Herr Huber, warum ist jetzt der ideale Zeitpunkt

für den Kauf von Wohneigentum?

Die Hypothekarzinsen befinden sich derzeit auf einem

historisch tiefen Niveau. Das macht Kaufen

im Vergleich zu Mieten besonders attraktiv. Zudem

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Unikat. Der Wert muss deshalb vor dem Kauf mit

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der jeweiligen Tranche gewechselt werden. Ein Zusatzvertrag

ist nicht notwendig.

Wie sehen Sie die Zinsentwicklung bei den

Hypotheken in Zukunft?

Wir erwarten, dass sich das Zinsniveau in CHF im

ersten Halbjahr 2009 auf tiefem Niveau seitwärts

bewegen wird. Längerfristig dürften die Zinsen

tendenziell eher wieder etwas steigen. Wann dieser

Trend einsetzen wird, ist schwierig zu prognostizieren.

Dies hängt unter anderem von der weiteren

Entwicklung der aktuellen Finanzkrise ab.

Centrum Bank

Bereich Kredite und Hypotheken

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3666.09


14

15

Von Günther Meier

Wirtschaft

Vom Prügelknaben

zum Modellfall

Düstere Wolken zogen vor einem

Jahr über Liechtenstein auf. Mit geklauten Daten in

der Hand brachten deutsche Steuerbehörden eine

Reihe von «Steuersündern» zur Selbstanzeige, Vermögen

nach Liechtenstein ver-

die vorwärtsstrategie der schoben und Steuern am deutschen

Fiskus vorbei hinterzogen

regierung wurde anfänglich

zu haben. Manche sahen in der

als eine verzweiflungstat Inszenierung der Verhaftung

des Vorzeige-Hinterziehers Klaus

gebrandmarkt – heute ist

Zumwinkel schon das Ende

sie vorzeigemodell des Finanzplatzes Liechtenstein,

manch andere verbreiteten ätzende

Kommentare, die Krise des Finanzplatzes sei

durch zu späte Reaktion und falsche Einschätzung

der Lage selbst verschuldet. Andere vermittelten

mit ihren pointierten Stellungnahmen den Eindruck,

jetzt könne endlich einmal ein fragwürdiges

System aus den Angeln gehoben werden. Die Prognosen

waren düster und der Druck aus dem Ausland

so gross wie nie zuvor.

noch im februar 2008 stand der finanzplatz Liechtenstein international am

Pranger und füllte negative schlagzeilen in aller Welt. nur ein Jahr nach der

datenklau-affäre bei der Lgt treuhand steht Liechtenstein mit seiner vor-

wärtsstrategie als modell für andere da.

Retten, was noch zu retten ist

Ein Jahr später ist aus dem Prügelknaben

ein Vorzeigemodell geworden, das als

Vorbild für andere so genannte Steueroasen gilt.

Die «Erklärung Liechtensteins» zur internationalen

Steuerkooperation katapultierte Liechtenstein an

die Spitze der Länder, die bisher im Kampf gegen

die Steuerflucht als unkooperativ bezeichnet und

mit dem Bann des Erscheinens auf einer «schwarzen

Liste» belegt wurden. Möglich wurde der internationale

Sinneswandel durch die Vorwärtsstrategie

von Regierungschef Otmar Hasler, der zusammen

mit Erbprinz Alois einen Schritt nach vorne

wagte, um zu retten, was noch zu retten ist. Am

Staatsfeiertag 2008 bemerkte der Erbprinz in seiner

Ansprache, Liechtenstein sollte in Zukunft all jenen

Staaten eine umfassende Kooperation anbieten, die

an einer fairen und konstruktiven Zusammenarbeit

mit Liechtenstein interessiert und auch bereit

seien, eine sinnvolle Lösung für die gewachsenen

Kundenbeziehungen zu finden bereit sind. Die aus

diesem Angebot erwachsene Vorwärtsstrategie der

Regierung wurde anfänglich als eine Verzweiflungstat

gebrandmarkt, das Informationsabkommen mit

den USA als eine Kapitulation vor der Grossmacht

abgetan und als Einladung an die Europäische Union,

beim bereits ausgehandelten Betrugsbekämpfungsabkommen

noch etwas draufzusatteln.

Vom Pranger zu den positiven

Schlagzeilen

Die Zeitspanne vom Pranger zu

positiven Schlagzeilen war sehr kurz. Zwar tauchte

nochmals das Wort «Kapitulation» auf, als Liechtenstein

die Anerkennung des OECD-Standards in

Steuerfragen verkündete, doch dann schlossen sich


andere, von Deutschland und einigen anderen Ländern

als Steueroasen gebrandmarkte Staaten dem

Vorbild Liechtenstein an. Aus dem Prügelknaben

war urplötzlich der Modellfall geworden. «Liechtenstein

war schneller als die Schweiz», lautete eine

anerkennende Schlagzeile in einer Schweizer Zeitung,

die weiter prognostizierte: «Die Abkommen

des «Ländles» mit den USA und der EU werden

wegweisend für den hiesigen Finanzplatz». Am Einschwenken

auf die Auskunft zu Steuerbetrug und

Steuerhinterziehung in begründeten Fällen führe

kein Weg mehr vorbei, schrieb eine andere schweizerische

Zeitung: «Nur so kann die Schweiz Schlimmeres

verhindern – zum Beispiel den völligen Zusammenbruch

des Bankgeheimnisses und die Einführung

des gläsernen Bürgers, wie ihn sich der

deutsche und der französische Finanzminister erträumen.»

Andorra und Monaco kündigten nach

der «Erklärung Liechtensteins» ihre Bereitschaft an,

auf die Linie Liechtensteins zu kommen. Ein Einschwenken

wurde in der Schweiz erwogen, sogar

Singapur und Hongkong kündigten ein ähnliches

Vorgehen wie Liechtensteins Vorwärtsstrategie an.

Die Banken gehen in die Nähe

der Kunden

Regierungschef Otmar Hasler

konnte Staaten wie Deutschland und den USA, die

unbedingt die «Steueroasen» austrocknen wollen,

indirekt den Spiegel vorhalten: «Der Finanzplatz

Liechtenstein hat sich während der aktuellen Fi-

nanz- und Wirtschaftskrise als Die Vorwärtsstrategie der Regie-

sehr zuverlässig erwiesen, mit eirung ist zum Modell für andere

nem stabilen Bankensystem, das

«Steueroasen» geworden.

sich ohne staatliche Unterstützung

bewährt.» Staunend nehmen viele Kritiker

zur Kenntnis, dass ausgerechnet die vor einem Jahr

arg gebeutelte LGT Bank in Liechtenstein ein gar

nicht so schlechtes Jahresergebnis 2008 erzielt hat.

Eine der Erklärungen dafür ist, dass die «Fürstenbank»

schon vor zehn Jahren begonnen hat, ihre

neue Strategie vom Offshore- zum Onshore-Banking

umzusetzen – mit lokalen Banken in der

Schweiz, in Deutschland, in Österreich, in Singapur.

|

Erklärung Liechtensteins

«Mit dieser Erklärung verpflichtet sich liechtenstein zur Umsetzung

der durch die OECD entwickelten globalen Standards der Transparenz

und des informationsaustausches in Steuerfragen sowie zu einer

intensivierten Teilnahme an internationalen Bemühungen zur

Bekämpfung der Nichteinhaltung ausländischer Steuergesetze. Ferner

verdeutlicht liechtenstein seinen Standpunkt zum Schutz der

privatsphäre und zum Bankkundengeheimnis und bekräftigt seine

Bereitschaft, die Verhandlungen über abkommen betreffend den

informationsaustausch in Steuerfragen und anderen abkommen zu

beschleunigen, um so bald wie möglich über ein Netz solcher abkommen

zu verfügen, damit sowohl dem globalen problem des Steuerbetrugs

und der Steuerhinterziehung als auch der Doppelbesteuerung

begegnet werden kann.»

april 2009

Fotos: Marco Nescher


innovation

16 Auf den Zentimeter genau

Massanzüge aus dem Hause Zegna

Ein Massanzug ist handwerkliche Zum perfekten Auftritt gehört

Schneiderkunst und garantiert ein perfekt geschnittener Anzug,

eine perfekte Passform.

der perfekt zur Person passt. Viele

sind von der Natur gesegnet

oder trimmen sich im Fitness-Studio, so dass ihre

Figur wie gegossen in die Norm von der Stange

passt. Bei anderen greift das Verkaufspersonal zu

Metermass und Abstecknadel, gibt hier etwas dazu

oder nimmt dort etwas weg. Es gibt einen dritten

Weg, der nicht nur jenen offen steht, die ihre eigenen

Vorstellungen von Figur und Geschmack haben:

Ein Massanzug, perfekt auf den Leib geschneidert

und mit handwerklicher Kunst hergestellt.

VIPS MENSFASHION in Vaduz bietet diesen

dritten Weg an. Die Massanzüge, in der Regel von

Zegna geschneidert, brillieren mit tadellosem

Schnitt, ausgesuchten Stoffen und individuell assortierten

Accessoires. Über 400 exklusive Stoffe

stehen zur Auswahl, dazu die passende Auswahl für

das Futter und eine beinahe unübersehbare Menge

an verschiedenen Knöpfen steht zur Verfügung.

Wer einen Massanzug anfertigen lässt, wählt kein

fertiges Stück von der Stange, sondern stellt Teil um

Teil nach dem persönlichen Geschmack zusammen.

Erich Lins lässt den Kunden in einen Musteranzug

schlüpfen. Sein geschultes Auge hat sofort erkannt,

dass die Grösse 52 grundsätzlich passt. Dann beginnt

jene Feinarbeit, die den Massanzug vom An-

april 2009

zug von der Stange unterscheidet.

Jede Partie wird genau vermessen,

von der Schulterbreite über

die Armlänge bis zum Hosenbund.

Hier etwas enger, da etwas

weiter, dort ein Stückchen optimaler

– das geschulte Auge von

Erich Lins erkennt den Handlungsbedarf

sofort. Einmal richtig

vermessen, geht es zur Auswahl

von Stoff, Futter und Knöpfen.

Die Fachberatung verhindert

unpassende Zusammenstellungen,

ermuntert aber auch zum

mutigen modischen Auftritt und

rät zu den entsprechenden Stoffen, die von den besten

Webereien stammen. Zu den Rolls Royce der

Massanzüge gehören die Modelle von Zegna. Innerhalb

von vier bis fünf Wochen kommt der Anzug

aus dem Zegna-Massatelier. Das Meisterwerk

wird nochmals auf jeden Zentimeter überprüft.

Auch Kravatten und Hemden mit individuellem

Monogramm kann man dazu nach Mass anfertigen

lassen.

Die Gruppe Ermenegildo Zegna ist weltweit

führend im Segment hochwertiger Männerbekleidung.

Jährlich werden rund 2,3 Millionen Meter an

Stoff produziert, 600'000 Kleidungsstücke, 1,6 Millionen

Sportswear-Artikel und 1,750 Millionen

Textilaccessoires. Die Gruppe Zegna wurde 1910

von Ermenegildo Zegna in Trivero gegründet, einer

kleinen Stadt in der italienischen Provinz Biella.

Ziel des mutigen jungen Unternehmers war es,

hochwertige Stoffe für Männerbekleidung herzustellen.

Neben seiner unternehmerischen Berufung

träumte Ermenegildo Zegna davon, dem Bergland,

wo sich der Sitz der Weberei befindet, ein neues Gesicht

zu verleihen. Im Laufe der 30er-Jahre wurde

das öde Land mit Nadelbäumen und Rhododendren

bepflanzt. Nach seinem Vorbild hat die Zegna-

Familie 1993 das Naturschutz-Gelände Oasi Zegna

mit dem Ziel geschaffen, Besuchern den direkten

Zugang zur Natur zu ermöglichen. www.vips.li |

Foto: Günther Meier


Ab 6. April

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18

19

Von Walter Nobel

LEbEnsfragEn

Ein Abenteuerspielplatz

Ort der Kraft

Tagesheim rund um den Schlossgarten Walensee

Es gibt in unserer Gesellschaft

wohl kaum einen Menschen, der nicht mit der Vorstellung

liebäugelt, einst in hohem Alter ohne

Krankheiten und Gebresten, vor allem auch mit

klarem Verstand das Zeitliche zu segnen, lebens -

satt, alttestamentlichen Gestal-

alt werden bedeutet abschied ten gleich. Dieser Traum mag

nehmen. das alles ist nicht tröstlich sein, nur wenigen wird

er erfüllt werden. Wir sind ja kein

beunruhigend, es ist vielmehr ewiger Jungbrunnen, unser Kör-

ganz natürlich per ist dem Alterungsprozess unterworfen.

Das merken wir spätestens

dann, wenn die ersten Haare ausfallen, die

Figur sich trotz Fitness und Diätkalamitäten ausdehnt,

sich Wortfindungsstörungen einschleichen,

die Augen nicht mehr so klar sehen und die Ohren

nicht mehr so gut hören. Das Leben zwingt uns, auf

Vertrautes zu verzichten. Alt werden bedeutet Abschied

nehmen. Das alles ist nicht beunruhigend, es

ist vielmehr ganz natürlich. Mehr zu schaffen macht

uns, wenn wir Menschen loslassen müssen, die in

unserem Leben eine Rolle gespielt haben. Je älter

wir werden, desto öfter machen wir diese Erfahrung

des endgültigen Abschiednehmens und desto

bedrängender wird sie. Aber auch sie ist eingebunden

in den natürlichen Prozess des Lebens.

ältere menschen verlieren oft die fähigkeit, sich zu erinnern oder sich in

der Welt zurechtzufinden. demenz ist eine besondere form des abschied-

nehmens. im tagesheim schlossgarten in balzers sind diese menschen gut

aufgehoben.

Herausforderung für die

Mitmenschen

Eine besonders beunruhigende

und herausfordernde Form des Abschiednehmens

zeigt sich bei Menschen, die an Demenz leiden. Das

Hirn als wesentliches Organ, das unsere Lebensabläufe

und Lebensvollzüge ohne Bewusstheit und

Zutun steuert, das unser Denken wach und bereit

hält, das Scharnierstelle ist zwischen uns und der

Welt, dieses Organ kann ausfransen und absterben

mit für den betroffenen Menschen «ver-rückten»

Folgen: Orts- und Zeitsinn verflachen und lösen

sich ganz auf, gespeicherten Erinnerungen fehlen

Vernetzung, Zeitgerüst und Struktur. Angstzustände

können folgen, oft auch Aggressionen und Depressionen.

Die Angehörigen dementer Menschen

sind besonders gefordert. Sie müssen lernen, Menschen

loszulassen, die sie lieben. Sie müssen zusehen,

wie sich der demente Mensch – nicht plötzlich,

aber stetig – aus der Wirklichkeit entfernt, und sie

müssen erfahren, nicht mehr als Gattin oder Gatte,

als Kinder, als Freundin oder Freund erkannt zu

werden. Sie machen die Erfahrung des Abschiednehmens

in einer ganz extremen Form. Da scheint

es keinen Trost zu geben.

Zuneigung und Respekt

im Tagesheim

Im Schlossgarten in Balzers gibt

es seit 1. Mai 2008 ein Tagesheim für Menschen mit

Demenz, die hier optimal begleitet und betreut

werden. Hier können sie einfach «sein», unabhängig

vom übrigen Heimbetrieb. Sie können essen,

wann und wie es ihnen beliebt, sie können ruhen,

wann es ihnen passt, sie können sich in freundlichen

Räumen und im geschützten Gartenbereich

aufhalten, betreut von einem motivierten und gut

ausgebildeten Team. Im Tagesheim behalten Menschen

mit Demenz Würde. Hier begegnet man ihnen

mit Zuneigung und Respekt. Im Tagesheim

werden Ressourcen erhalten oder geweckt, wird auf

nonverbalen Ebenen «kommuniziert» (Basale Stimulation),

werden Gefühle ernst genommen. Kurz,

das Tagesheim ist ganz fokussiert auf die Betreuten,

die Atmosphäre ist heimelig und familiär.


Langsamer Prozess

des Verwelkens

Angehörige brauchen Halt, Aufmunterung

und Hilfe. Das Team gibt Unterstützung

und vermittelt Trost, denn zu allem Belastenden

gehören auch ermutigende Erfahrungen und

Erkenntnisse:

n Die Zeit des Abschiednehmens wird gedehnt.

Das gilt es auch als Chance zu erkennen. Diese Zeit

ist ja nicht nur reich an Sorgen, Kummer und

(Über)Belastung, sie ist auch reich an neuen Erfahrungen,

an Freude und Liebe.

n Die an Demenz erkrankten Menschen brauchen

unsere Zuwendung im langsamen Prozess des Verwelkens.

Sie fordern unsere Fürsorge in ihrer Verwirrtheit,

unsere Begleitung in ihrem Bewegungsdrang,

unseren Schutz in ihren Angstzuständen,

unsere Nähe und Zärtlichkeit in ihrem Verlorensein.

Es ist eine Zeit, die Sinnerfahrungen ermöglicht.

n Wenn der demente Menschen in seiner, für uns

verschlossenen Wirklichkeit angekommen ist, ist er

ganz bei sich, ledig aller Belastungen und Verpflichtungen,

ledig der Zeit. Er ist uns Ichgestärkten, die

wir von Sorgen und Ängsten gequält werden, weit

voraus.

n Menschen, die wir lieben, lieben wir auch dann

noch, wenn sie sich verändert und von uns entfernt

haben. Die Erinnerung an schöne, erfüllte Tage, an

die gemeinsam gestaltete Vergangenheit, kann zu

einem Zentrum der Kraft werden.

n Menschen mit Demenz sind

Die Würde der Person

weiterhin kommunikativ, sie ha- bleibt bestehen, an ihr rüttelt

ben Gefühle, reagieren auf Zu-

keine Demenz.

wendung und Berührung. Sie

lassen uns erfahren, dass Menschen mehr sind als

biologische Apparaturen. Sie zeigen, dass das Psychophysikum

einer Erweiterung bedarf, die wir

sprachlich mit Geistigkeit umschreiben können.

n Die Würde der Person bleibt bestehen, an ihr

rüttelt keine Demenz.

Das Tagesheim ist ein Ort der Kraft für die Betreuten,

für Begleiterinnen und Begleiter und für die

Angehörigen. Eine Bewohnerin des Schlossgarten,

die das Tagesheim besucht hat, sagte zu mir: «Ich

habe keine Angst mehr, wenn mich das Schicksal

Demenz einholen sollte. Ich habe gesehen, wie geborgen

und aufgehoben diese Menschen sind.» |

zur Person

Walter Nobel ist diplomierter Theologe. Er leitet das

alters- und pflegeheim Schlossgarten in Balzers.

informationen zum apH-Schlossgarten:

www.aph-schlossgarten.li, aph@schlossgarten.li

Telefonische auskunft:

Mo bis Fr von 8.00 bis 11.00 Uhr

über die Nummer 388 13 13.

april 2009

Foto: Walter Nobel


auchtum

20 In den April schicken

Der Spott folgt auf dem Fuss

Wer am 1. April einem Scherz Aufgepasst am 1. April. An die-

auf den Leim geht, braucht für sem Tag fordert der Humor sein

den Spott nicht zu sorgen. Recht. Mehr oder weniger humorvolle

Zeitgenossen versuchen,

andere mit harmlosen

Scherzen zu narren oder mit Neuigkeiten zu versorgen,

deren Unmöglichkeit eigentlich auf der Hand

liegen sollte. Ahnungs- und arglose Erdenbewohner

werden, wie es im Volksmund heisst, an diesem

Tag «in den April geschickt». Es ist kein typischer

liechtensteinischer Brauch, weil er auch in anderen

Ländern üblich ist. Typisch aber ist für Liechtenstein,

dass Spottverse auf die Erwischten im Umlauf

waren, wie etwa in Vaduz, wo sich die Leidtragenden

früher folgendes Sprüchlein anhören mussten:

«Aprelakalb, Schottakalb,

scheck an alti Geiss i d’Alp.»

Wie der Brauch nach Liechtenstein kam und

wie lange die Leute schon versuchen, einander in

den April zu schicken, lässt sich nicht herausfinden.

Anders wo gibt es schriftliche Quellen, die den

Brauch belegen, doch geht man davon aus, dass der

Brauch schon länger existierte, bevor er Eingang in

die hohe Literatur fand. Schon der grosse Goethe

(1749 – 1832) reimte über das Thema zusammen:

«Willst du den März nicht ganz verlieren, so lass

nicht in April dich führen. Den ersten April musst

april 2009

überstehen, dann kann dir manches

Gute geschehen.» Zu Goethes

Zeiten dürfte auch der Begriff

«Aprilscherz» Eingang in

die Umgangssprache gefunden

haben. Frühere Wörterbücher,

wie das Wörterbuch der Gebrüder

Grimm, enthalten diesen Begriff

noch nicht, aber von Aprilnarr

ist dort schon die Rede. Woher

das «In-den-April-schicken»

kommt, kann niemand mit Sicherheit

sagen. Dafür gibt es eine

Menge von Deutungsversuchen,

die vom schlechten Aprilwetter

bis zu den Römern reichen, die den 1. April als Unglückstag

«feierten». In der heutigen Zeit der Massenmedien

spielen sich die Aprilscherze nicht nur

innerhalb der Familie oder des Kollegenkreises ab,

sondern auch Zeitungen, Radio und Fernsehen versuchen,

mit erfundenen Geschichten die Leute auf

den Leim zu locken. Für die Medien haben diese

Geschichten den Vorteil, dass gleich zweimal oder

mehrmals darüber berichtet werden kann, wie beispielsweise

vor Jahren über den Besuch der Boxerlegende

Muhammed Ali, der ausgerechnet am

1. April Liechtenstein besuchen wollte. An die Medien

stellen die Aprilscherze hohe Anforderungen,

wenn sie nicht sofort erkannt werden sollen. Vieles

ist schon probiert worden, teilweise mit Erfolg. So

führte das englische BBC-Fernsehen seine Zuschauer

einmal mit einem Film an der Nase herum,

der die «Spaghetti-Ernte» in Italien zeigte.

Während man den Ursprung des Aprilscherzes

bisher nicht herausfinden konnte, wollen eifrige

Forscher aber den ersten Aprilscherz gefunden

haben, der in einer Zeitung stand: Am 1. April 1774

berichtete eine deutsche Zeitung, dass man nicht

nur Eier in allen möglichen Farben anmalen könne,

sondern es auch möglich sei, Hühner in verschiedenen

Farben zu züchten. Zu diesem Zweck müsse

man nur den Hühnerstall in der gewünschten Farbe

streichen! |

Foto: Marco Nescher


LichtbLicke und SchattenSpieLe

PubLirEPortagE

Atelier für schönes Wohnen

Quaderer AG Vaduz mit eigener Vorhangnäherei

Wer möchte das nicht? «Jeden Tag wie der Frühling erwachen: Mit

der Sonne im Herzen, mit Schmetterlingen im Bauch und mit der Lust

und Laune einer ganzen Blumenwiese». Solche Träume lassen sich verwirklichen.

Im «Atelier für schönes Wohnen» in Vaduz werden solche

Träume wahr – mit traumhaften Vorhängen.

Vorhänge sind Scharniere zwischen Innenleben und Aussenwelt,

aber sie sind auch Blickfang und vermitteln die richtige individuelle

Atmosphäre, die bei der Ausstattung einer Wohnung gewünscht wird.

Vorhänge sind ein Sonnen- oder Lichtschutz, sie gestatten aber auch

jene Einblicke oder Aussichten, die man persönlich zulässt. Intimität

und Individualität gehen hier Hand in Hand, gehen reizvolle Spiele ein

zwischen Offenheit und Privatsphäre.

Das Atelier für schönes Wohnen weiss aus reicher Erfahrung, wie

eine attraktive Verbindung zwischen Wohngefühl und Individualität

geschaffen werden kann. Vorhände bilden nicht einfach eine Barriere

zwischen Offenheit und dem Schutz vor neugierigen Einblicken. Vielmehr

sind sie gleichzeitig Blickfang und Schutz, dienen dem Wohnkomfort,

verbreiten Stimmung und persönliche Atmosphäre. Vorhänge

gestatten auch das reizvolle Spiel mit Licht und Schatten, erlauben

Farbenspiele für ein individuelles Wohnambiente.

Ein vollendetes Erlebnis bilden Vorhänge aber nur, wenn ein Einklang

zwischen Form und Funktion besteht, wenn Farben, Gestaltung,

Design und Technik eine Einheit verkörpern. Das Atelier für schönes

Wohnen bietet in dieser Beziehung ganzheitliche Lösungen an – von

der ersten Beratung nach den Vorstellungen der Kunden über die Auswahl

von Stoffen, Funktionalität und Stil bis zur Montage der Vorhänge.

Die sachkundige Beratung schliesst auch die Berücksichtigung der

Akustik und des Raumklimas mit ein, die farbliche und stilsichere Abstimmung

mit Teppichen, Lampen und Polster. Und selbstverständlich

werden die Vorhänge im eigenen Atelier genäht.

Ob innovativ und vielseitig, ob dezent und anpassungsfähig, ob

elegant und edel, ob klassisch oder exotisch – das Atelier für schönes

Wohnen hat die individuelle und massgeschneiderte Lösung: Stilsicher,

funktionell, eindrucksvoll. ästhetisch und souverän.

Atelier für schönes Wohnen · Quaderer AG

Aeulestrasse 2 · 9490 Vaduz

Telefon 00423 232 31 18

In unserem eigenen Nähatelier werden die

Vorhänge gefertigt.

Persönliche Beratung wird bei uns grossgeschrieben.

Lassen Sie sich inspirieren von den verschiedenen

Ideen.

Passende Accessoires werten den Raum auf.


22

23

Von Kornelia Pfeiffer

LifEstyLE

Barbara Schädler

Schmuck zum Staunen

der ring am finger spiegelt wider, wie eine frau sich selbst sieht. die gold-

schmiedin barbara schädler hat in triesenberg den «sinusring» designed.

klassisch, tragbar, sinnlich. schmuck, der selbstbewusst und mit stilempfin-

den getragen sein will.

Ein Taxi hält, eine junge Frau

steigt aus. Sie trägt ein schlichtes schwarzes Kleid,

eine schwarze Sonnenbrille und eine breite Perlenkette,

die ihren Hals wie ein Reif umschliesst. In der

Hand ein Croissant und einen

die designerin nennt ihre

Becher Kaffee. Sie guckt ins

Schaufenster, ihre Blicke verlie-

ringe «sinusringe», weil ren sich zwischen Schmuck und

Juwelen. Voller Neugier, voller

sie aneinander gereiht eine

Sehnsucht. Die Szene mit Audrey

sinuskurve ergeben Hepburn als Holly Golightly in

New York gehört zu den schönsten

der Filmgeschichte. Später wird sie sagen: Ein

Taxi nehmen und zu Tiffany zu fahren – das beruhigt

mich sofort, da ist es so still, und alles sieht so

vornehm aus.

«Für aussergewöhnliche Frauen»

«Schmuck weckt auf eine geheimnisvolle

Weise Gefühle», sagt Barbara Schädler.

Die Goldschmiedin sitzt an ihrer Werkbank,

mit ruhiger Hand drückt sie einen Goldring an den

Feilnagel – einen Keil aus Hartholz in einer Ver-

tiefung in der Kante der Tischplatte – um den Rohling

zu bearbeiten. An diesem Feilnagel feilt, sägt,

schleift sie seit ihrem ersten Lehrtag vor 21 Jahren.

Mittlerweile arbeitet sie seit bald 15 Jahren als selbständige

Schmuck-Designerin. Still ist es in ihrem

Atelier, im schlicht und sorgfältig eingerichteten

Haus hoch über dem Rheintal. Nur eine junge Frau

in Jeans und schwarzem Pulli schaut in die eleganten

kleinen Vitrinen, begutachtet, beäugt, legt eine

Kette aus Tahitiperlen an, rückt den Spiegel zurecht,

und probiert den Ring dazu.

Die Schmuckstücke in den Vitrinen

haben Charakter: ob aus Gelbgold mit leuchtenden

naturfarbenen Diamanten oder aus Weissgold

mit schmeichelnden Südseeperlen. Jede

Kreation ist ein Unikat. Besonders aber Barbara

Schädlers Ringe sind wie geschaffen «für aussergewöhnliche

Frauen», wie sie sagt. Sie nennt sie «Sinusringe»,

weil sie aneinander gereiht eine Sinuskurve

ergeben. Wichtigster Grundsatz der Goldschmiedin:

Schmuck muss sich dem Körper mit

seinen zahlreichen Bewegungen perfekt anpassen.

Entsprechend formte sie vor über zehn Jahren das

Wachsmodell eines Ringes mit kleinen Flügeln an

den Seiten. Aus Zufall entstand so der erste Sinusring:

ihr heutiges Markenzeichen.

Männer wählen mit

Leidenschaft

Die Designerin selber trägt einen

mit Naturdiamanten. Ihre sportliche Gestalt und

ihre sachliche Art lassen nicht gleich darauf schliessen,

dass sie tagtäglich von Juwelen umgeben ist.

Ihr Lieblingsfach in der Schule war denn auch: Mathematik.

All das, was die Glamourwelt umweht,

die Sehnsucht schöner Frauen nach noch schöneren


Die Goldschmiedin sitzt an ihrem Edelsteinen, war nie ihre Sache.

Werkbrett. Mit ruhiger Hand Für Barbara Schädler zählen die

drückt sie einen Goldring an den Qualität des Materials, die per-

Feilnagel, um die Ringfassung zu fekte Verarbeitung, die Reinheit

bearbeiten.

eines Edelsteins, der Schliff, das

edle Design – und die Frau, die

das Schmuckstück tragen wird. «Oft kaufen Männer

Schmuck», sagt sie. Damit sich ihre Frauen im

Glanz von Juwelen spiegeln können? «Vielleicht»,

überlegt die Goldschmiedin, «jedenfalls sind die

Männer mit viel Leidenschaft dabei, um für ihre

Frau auch sicher das Richtige zu finden.»

Die Schönheit bei Barbara Schädlers

Ringen, Colliers, Ohrschmuck liegt oft in einem

Detail. Das kann ein Diamant in edlem Cognac-Ton

sein, eine zartrosa Perle, ein Aquamarin

im lichten Blau des Himmels. Vertrauen spielt eine

grosse Rolle, die meisten Kunden bestellen nach einem

Entwurf, einer Zeichnung. «Ein Traumstück

fürs Leben kann seine Trägerin Tag für Tag begleiten

oder die Blicke bei seltenen Gelegenheiten auf

sich ziehen», erklärt die Designerin. Ihr Lieblingsstein

ist der funkelnde Diamant, der König der

Edelsteine. Doch Schmuck darf heute wieder farbig

sein. 2009 nun will sich die Goldschmiedin ver-

stärkt Farbsteinen widmen, und da besonders den

Braun-, Orange-, Gelb- und Grüntönen. Top-Steine

sind Naturschönheiten. Und nur solche kommen

für die mathematisch perfekte Juwelen-Künstlerin

in Frage.

Über Modetrends

und Zeit hinweg

Als Gesicht für ihre kleine Kollektion,

mit der sie in den Vitrinen in ihrem Atelier

Sehnsucht und Neugier weckt, hat sie die Miss

Schweiz von 2006, Christa Rigozzi, ausgewählt.

«Sie ist spontan und echt, ihr markantes Gesicht

passt zu meinen Schmuckstücken», ist Barbara

Schädler überzeugt. So trägt Rigozzi auf einem Bild

zur weissen Bluse und zum schlichten blonden

Haar einen Sinusring mit einem grossen naturfarbenen

Diamanten. Dazu Collier und Ohrschmuck.

Pur und schnörkellos aber wirkungsvoll, ein Stil,

der über alle Modetrends und die Zeit hinweg Bestand

hat. Fast scheint es, als wolle uns die junge

Frau in den Sinn bringen, was einmal Coco Chanel

gesagt hat: Schmuck ist nicht dazu da, Neid zu erwecken,

sondern bestenfalls Staunen.

www.goldschmiede.li |

april 2009

Fotos: Close Up


24

kunstdEnkmäLEr

Fürstlicher Meierhof

Gamanderhof in Schaan

Der Gamanderhof in Schaan ist Der Gamanderhof in Schaan,

1720/21 als Fürstlicher Meierhof idyllisch gelegen ausserhalb des

erstellt worden. Heute hat der His- Siedlungsgebietes an der Strasse

torische Verein seine Geschäfts- nach Planken, beherbergt die

stelle im historischen Gebäude. Geschäftsstelle des Historischen

Vereins. Bis zum Kauf des historischen

Gebäudes durch das Land Liechtenstein

im Jahre 2001 war das herrschaftliche Haus mit behäbigem

Stall und grossem Umschwung im Besitz

der Familie von Halem. Erbaut wurden Haus und

Stall schon um 1720 als Fürstlicher Meierhof zur

Bewirtschaftung der Herrschaftsgüter in Schaan.

Damals dürfte das Bauwerk mit Absicht an diesen

heute abgelegenen Standort gebaut worden sein,

denn nur wenig oberhalb führte der Verkehrsweg

«Obere Reichsstrasse» vorbei, die von Nendeln über

Schaaner Dux, Schloss Vaduz, Triesner Meierhof

nach Balzers führte und einst die Wirtschaftszentren

Deutschlands und Italiens verband. Offenbar

wurde nicht die erhoffte Rendite mit dem Gamanderhof

erzielt, so dass der Hof schon 1735 verpach-

das buch zum thema

Die Kunstdenkmäler des Fürstentums liechtenstein.

Cornelia Hermann: Das Oberland.

Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. 2007

april 2009

Foto: Marco Nescher

tet und 1780 an die Gemeinde Schaan verkauft wurde.

Sieben Jahre später ging das Herrschaftshaus in

Privatbesitz über, wobei als neue Besitzer die beiden

Schaaner Christoph und Anton Frommelt in den

Urkunden aufscheinen. Das Gamanderhof-Ensemble

besteht aus einem Wohnhaus, einer frei stehenden

Stallscheune und einem Gartenhaus. In früheren

Zeiten, als die Mauer rund um die drei Gebäude

noch vollständig erhalten war, erweckte die Liegenschaft

stärker den Eindruck eines Hofs. Der

Gamanderhof ist 1951 unter Denkmalschutz ge-

stellt worden, weil es sich bei diesem Ensemble um

den einzigen erhaltenen, in barocker Bauweise erstellten

Herrenhof in Liechtenstein handelt. Die

Familie von Halem, die 1943 in den Besitz des Gamanderhofes

kam, bot die Gebäulichkeiten in den

1990er-Jahren zum Kauf an. Die private Planung einer

Überbauung, die den historischen Kern des Hofes

aber beibehalten hätte, war weit gediehen, als

sich die Meinung durchsetzte, das Land Liechtenstein

sollte den historisch wertvollen Gamanderhof

erwerben. Nur mit dem Erwerb durch die öffentliche

Hand könne sichergestellt werden, war eine der

Hauptbegrün dungen, dass die Liegenschaft nicht

zerstückelt und eine massive Überbauung verhindert

werde. Für knapp 6 Millionen Franken ging

der Gamanderhof 2001 an das Land Liechtenstein

über. Schon 1721 wird der Gamanderhof auf der berühmten

Heber-Karte verzeichnet, was einen bestimmten

Hintergrund hat. Der Geometer Johann

Jakob Heber aus Lindau hatte nämlich im Auftrag

des Fürsten die Gebäulichkeiten in Grundrissen gezeichnet.

Bei diesen zwei Grundrissen und einem

Planprospekt handelt es sich um den ältesten erhaltenen

Bauplan in Liechtenstein. Als das Land Liechtenstein

2001 in den Besitz des Gamanderhofs kam,

war noch nicht klar, wie die künftige Nutzung aussehen

könnte. Die Regierung versprach dem Landtag

jedoch, ein Nutzungskonzept zu erarbeiten, das

zum dauerhaften Erhalt und zur sachgerechten

Nutzung führen soll. Mit der Einmietung des Historischen

Vereins ist dieses Versprechen zweifellos

gut eingelöst worden. |


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zEitgEschEhEn

26 Es stimmt etwas nicht!

11. april 1984 – landtag für Frauenstimmrecht

Der Landtag führte am 11. April «Die (männlichen) Stimmbürger

1984 das Frauenstimmrecht ein, unseres Landes werden voraus-

gab die Entscheidung aber sichtlich noch vor Beginn der

zur Volksabstimmung weiter. Sommerferien erneut darüber zu

befinden haben, ob das Frauenstimm-

und -wahlrecht in Landesangelegenheiten

nun eingeführt werden soll oder nicht», schrieb das

Liechtensteiner Volksblatt nach der Landtagssitzung

vom 11. April 1984. Die Prognose sollte in Erfüllung

gehen, denn auf den 1. Juli setzte die Regierung die

Volksabstimmung über die Einführung des Frauenstimmrechts

fest – und beim dritten Anlauf klappte

es. Im Verlaufe der Landtagssitzung vom 11. April

1984 zeigten sich unterschiedliche Auffassungen über

den Weg zur politischen Gleichberechtigung der

Frauen. Die FBP wollte das Frauenstimmrecht, nachdem

schon fünf Gemeinden den Frauen das Stimmund

Wahlrecht erteilt hatten, mit Landtagsbeschluss

einführen. Der Antrag von FBP-Fraktionssprecher

Josef Biedermann, das Verfassungsgesetz sofort zu

verabschieden, scheiterte am Widerstand der VU-

Mehrheit. Der Fraktionsführer

der VU, Georg Gstöhl, fand es

«höchst bedenklich und gefährlich,

eine Verfassungsänderung

von solcher eminenter Wichtigkeit

innert einiger Minuten durchzuführen.»

Seine Haltung stiess

april 2009

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bei der FBP auf Unverständnis,

zumal es sich beim Frauenstimmrecht

um eine Grundsatzfrage

handelte, die schon seit 1968 im

Landtag und in der Bevölkerung

leidenschaftlich diskutiert worden

war. «Die VU sprach sich für

eine Männerabstimmung aus, die

FBP für einen Landtagsbeschluss»,

heisst es im Buch «Inventur», das

zum 10-jährigen Rückblick auf

das Frauenstimmrecht 1994 erschien.

1968, im Jahr der Studentenunruhen,

befasste sich das

politische Liechtenstein erstmals

ernsthaft mit den politischen Rechten der Frauen.

Die Regierung zögerte, wies auf die «bisher nicht

wirksame Initiative der liechtensteinischen Frauen in

der öffentlichen Meinungsbildung» hin und setzte

anstelle einer Volksabstimmung eine Volksbefragung

an. Am 4. Juli 1968 konnten alle, Frauen wie

Männer, ihre Meinung zur Einführung des Frauenstimmrechts

abgeben. An der Befragung beteiligten

sich mehr Frauen, die dem Frauenstimmrecht relativ

knapp zustimmten, während die geringere Zahl von

Männern mit einem kräftigen Überhang an Nein-

Stimmen das Schicksal der Volksbefragung besiegelte.

Die erste Volksabstimmung 1971 ging noch relativ

knapp zu Ungunsten des Frauenstimmrechts aus,

zwei Jahre später folgte dann eine wuchtige Verwerfung

durch die Männer. Die Debatte am 11. April

1984 im Landtag ist in die Geschichte eingegangen.

Die FBP drängte auf eine Volksabstimmung, Fraktionssprecher

Josef Biedermann argumentierte, der

Landtag sollte das Frauenstimmrecht einführen,

dann wären die Gegner gezwungen, aktiv zu werden.

Foto: landesarchiv/Eddy risch

Demgegenüber hielt die VU fest,

dass es zwar unbefriedigend sei,

dass die Demokratie in Liechtenstein

allein die Männer umfasse,

aber das Frauenstimmrecht nur

über eine Volksabstimmung eingeführt

werden dürfe. |


Neue Ära mit Erdgas

VW passat 1.4 TSi EcoFuel

Den legendären Sprint von 0 auf

100 km/h legt das Auto in 9,7 Sekunden

zurück. Ein ausgezeichneter

Wert für ein sportliches

Fahrzeug. Und noch ausgezeichneter

für den VW Passat 1.4 TSI

EcoFuel, der als bivalentes Auto

mit Gas oder Benzin betrieben

wird. Erdgas-Autos galten bisher

als träge, wenig kraftvoll und am

Berg ziemlich lahm. Damit ist es

nun vorbei. Der VW Passat 1.4

TSI EcoFuel ist der erste Erdgas-

Direkteinspritzer mit Doppelaufladung,

was wesentlich zur

enormen Leistungssteigerung beigetragen hat. Unter

der Motorhaube werkeln jetzt 150 Pferdestärken

und schieben den Turbo-Direkteinspritzer auf

mindestens 210 km/h. Bereits ab 1500 Umdrehungen

entwickelt der Motor ein kraftvolles Drehmoment

von 220 Newtonmetern, was die sportlichen

Leistungen erklärt. Dafür ist vor allem auch das

Twincharger-Modell verantwortlich: Die Aufladung

erfolgt durch einen Kompressor und einen

Turbolader. Bei niedrigen Drehzahlen arbeitet nur

der Kompressor, ab etwa 1500 Umdrehungen schaltet

sich der Turbo dazu und verrichtet die Arbeit gemeinsam

mit seinem Kompressorkollegen. Bei hohen

Drehzahlen verabschiedet sich der Kompressor

und der Turbo übernimmt allein die Kraftentfaltung.

Der Kompressor, der sich schon bei niedrigen

Drehzahlen einschaltet, verhindert das Turboloch,

so dass die Beschleunigungswerte stetig und ohne

Unterbruch zur Verfügung stehen. Der VW TSI

EcoFuel ist wie geschaffen für jene Kunden, die ein

geräumiges, sportlich zu fahrendes und dennoch

sparsames Auto wollen. Freude

bereitet in diesem Zusammenhang

die ungeheure Reichweite.

Mit dem 31-Liter-Benzintank

und den drei Unterflurtanks für

das Erdgas kommt man auch bei

zügiger Fahrt etwa 1000 Kilome-

Foto: VW

Garage

Elmar Falk AG

Service Service

Benderer Strasse 19, Schaan, T 232 29 92

auto

ter weit. Die Hälfte davon schafft

der Erdgas-Betrieb, was sich aufgrund

des günstigeren Gaspreises

positiv auf die Fahrkosten

niederschlägt. Hinzu kommt der

schonende Umgang mit der Umwelt. Der Schadstoff-Ausstoss

ist deutlich geringer als bei einem

Benziner oder Diesel – und ausserdem erfüllt der

VW TSI EcoFuel bereits jetzt die Euro-5-Abgasnorm.

Für den Fahrer ist der Zwei-Treibstoff-VW

unproblematisch. Kein Umschalten von Gas- auf

Benzin, das regelt der Motor von sich aus. Aber über

den Bordcomputer lässt sich die Rest-Reichweite

ständig abrufen, wobei der Gas- wie der Benzin-

Füllstand permanent angezeigt wird. Hilfreich ist

auch die Gangempfehlung für das 6-Gang-Getriebe

(wenn nicht gegen Aufpreis die Automatik geordert

wird), die immer den optimalen Schaltpunkt

angibt und damit die ökonomische Fahrweise unterstützt.

Den Erdgas-Passat gibt es in drei Ausstattungsvarianten:

Trendline, Comfortline und Highline.

Damit können die Käufer

aus einer reichhaltigen Palette

die für sie richtige Linie wählen.

Natürlich in der bewährten Passat-Qualität

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Passat TSI EcoFuel, der mit Gas

und Benzin betrieben wird.

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Ausgabe von «der Monat» auf der Rätselseite veröffentlicht.

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30

schLussPunkt

Fabian Frommelt

recht auf Nahrung

Die Fastenzeit erinnert an das 40-tägige Fasten Jesu,

auf das sein öffentliches Wirken folgte. Nach diesem Vorbild soll die

Fastenzeit eine Zeit der Besinnung sein, die zu einem aktiven Engagement

hinführt. Zum Christ-Sein, so zeigt uns das Leben Jesu, gehört

auch die tätige Anteilnahme

an der Welt. Daraus können sich Wie vereinbaren wir es mit dem christlichen Liebesgebot,

unbequeme Fragen ergeben: Wie

vereinbaren wir es mit dem christ- dass 860 millionen menschen hunger leiden

lichen Liebesgebot, dass 860 Millionen

Menschen Hunger leiden – obwohl genügend Nahrungs mittel

für alle produziert werden? Wie betrifft es uns, wenn wir vom Dachverband

der katholischen Hilfswerke Europas und Nordamerikas vernehmen,

dass die Kapital- und Steuerflucht aus der Dritten Welt die

gesamte Entwicklungshilfe mehrfach übersteigt?

Und das entsprechende Steuergeld dann dort für

die Finanzierung von Infrastruktur, Bildungs- und

Gesundheitsprogrammen fehlt? Wie betrifft es uns,

dass viele Länder des Südens von den Folgen der

Klimaerwärmung am meisten betroffen sein werden?

Die Stiftung WIR TEILEN: Fastenopfer Liechtenstein

will das Verantwortungsbewusstsein der

liechtensteinischen Bevölkerung für das in der Allgemeinen

Menschenrechtserklärung verankerte

Recht auf Nahrung fördern und weltweit Projekte

Fabian Frommelt

zugunsten benachteiligter Menschen unterstützen.

Fastenopfer WIR TEILEN

Dabei knüpfen wir an den offenen Geist der ab 1971

Liechtenstein

vom ehemaligen Dekanat Liechtenstein getragenen

und im Jahr 2000 aufgelösten Liechtensteinischen

Fastenopferkommission an: Die Mitarbeit von Laien, Frauen und

Männern, die Ökumene, die Zusammenarbeit mit dem Schweizer

Fastenopfer sowie die ideelle und materielle Unterstützung der Entwicklungszusammenarbeit

sind uns wichtig.

Heuer finanzieren wir in der von Bischof Erwin

Kräutler geleiteten Diözese Xingu im Amazonasgebiet/Brasilien einen

Rechtsbeistand für arme Landarbeiter und in Ecuador ein von

Thomas und Annette Gappisch-Hitz betreutes Bewässerungsprojekt.

Wir helfen Sr. Leoni Hasler in Namibia bei ihrem Einsatz für AIDS-

Kranke und Sr. Raphaela Händler in Tansania beim Aufbau einer

Sekundarschule. Schliesslich unterstützen wir zwei Projekte des

Schweizer Fastenopfers in Burkina Faso und in Laos, die sich der Spenden: liechtensteinische

Verbesserung der Ernährung der Bauern und dem Schutz land- landesbank aG, Vaduz,

wirtschaftlicher Ressourcen widmen. Für jede Spende danken wir Konto: 218.075.56

her z l ich ! |

april 2009

Foto: Marco Nescher


PubLirEPortagE

Liechtenstein-Journal

Eine neue Publikation zu Rechtsfragen

Eine neue Publikation, die sich ausschliesslich Rechtsfragen in

Liechtenstein widmet, ist auf den Markt gekommen. Geschäftsführender

Herausgeber ist Rechtsanwalt Jürgen Wagner, der gleichzeitig

die Redaktion der Zeitschrift besorgt.

Jürgen Wagner ist Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht

mit Firmen in Konstanz, Zürich und Vaduz. Sein neues «liechtenstein-journal»

soll informieren, diskutieren, manchmal auch provozieren.

Den entscheidenden Klick für die Herausgabe eines Fachmagazins

für Rechtsfragen gab dem Rechtsanwalt ein Urteil des Staatsgerichtshofes,

der in einem Urteil das Fehlen von umfassenden

Kommentaren zum Stiftungsrecht beklagt hatte. Dieser Zustand sollte

dringend geändert werden, sagte sich Jürgen Wagner, der bereits

eine Reihe von Büchern veröffentlichte, einige davon über Liechtenstein

und seinen Finanzplatz.

Das erste Magazin, das im März herausgegeben wurde, gibt einen

Überblick über den künftigen Inhalt der Publikation, die im Abonnement

erhältlich ist und ständig über www.liechtenstein-journal.li aktualisiert

und ergänzt wird. Vier Beiträge im ersten Magazin beleuchten

aktuelle Themen für den Finanzplatz Liechtenstein:

Rechtsanwalt Dr. Adrian Plüss (Zürich) schreibt über die «Verantwortlichkeit

des Stiftungsrats: Risiken erkennen und vermeiden».

Rechtsanwalt Dr. Rolf Schwedhelm (Köln) befasst sich mit dem

Thema «Tax Compliance – mehr als ein Trend? Im Spannungsfeld zwischen

Haftungsvermeidung und Steueroptimierung».

Rechtsanwalt Dr. Helmut Schwärzler (Schaan) widmet seinen

Beitrag der Thematik «Extensive Anwendung des Vertrauensgrundsatzes

in Rechtshilfeverfahren».

Herausgeber und Rechtsanwalt Jürgen Wagner (Vaduz) schreibt

über «Noch nicht erledigt: Die Anerkennung von Gesellschaften».

Das neue Magazin für Rechtsfragen enthält neben diesen Beiträgen

einen Serviceteil, der auf Veranstaltungen im Zusammenhang mit

dem Stiftungsrecht hinweist und auf interessante Literatur im Finanz-

und Rechtsbereich aus den letzten Jahren aufmerksam macht. Zu finden

ist auch der Entwurf eines «Gesetzes zur Bekämpfung schädlicher

Steuerpraktiken und der Steuerhinterziehung» aus Deutschland, das

früher oder später auch in Liechtenstein ein interessantes Thema sein

wird.

liechtenstein-journal

recht in liechtenstein

Erscheint viermal jährlich

und ist im Jahresabonnement

für CHF 98.– erhältlich

redaktion und geschäftsführender

Herausgeber:

Jürgen Wagner

ll.M. rechtsanwalt, postfach 803

abtswingertweg 4, 9490 Vaduz

redaktion@liechtenstein-journal.li

www.liechtenstein-journal.li

Druck und Vertrieb sowie

anzeigen und abonnements:

Gutenberg AG, Schaan

Telefon +423 239 50 50


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