Der Krippenfreund

Krippenfreunde

Juni 2018

Der Krippen

Juni 2018 - Nr. 2 (400) - Jahrgang 105

www.krippe.at - verband@krippe.at

freund


2 Inhalt

Aus dem Inhalt:

Der Krippenfreund Juni 2018 - Nr. 2 (400) - Jg. 105

Vorwort........................................................................................................... 3

Kulissengräber in Niederösterreich................................................................ 4

Interview....................................................................................................... 10

Zu Besuch..................................................................................................... 14

Redaktionsschluss 2018................................................................................. 16

Berichte der Landesverbände

Oberösterreich........................................................................................ 17

Steiermark............................................................................................... 33

Vorarlberg................................................................................................ 34

Wien........................................................................................................ 36

Wir gedenken der verstorbenen Krippenfreunde....................................... 42

Wir gratulieren unseren Jubilaren................................................................ 42

Abgabetermin für den Krippenfreund September ist der 29. Juni 2018.

Titelseite: Hauskrippe von Günther Mayregger: Brunnenszene

Foto: Günther Mayregger

Impressum: „Der Krippenfreund” - Verbandsorgan der Krippenfreunde Österreichs mit dem Sitz in Kematen und der

Krippenfreunde Liechtensteins mit dem Sitz in Schaanwald. Offenlegung gemäß Mediengesetz § 25

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Für den Inhalt verantwortlich: die Vorsitzenden HR Prof. Dr. Franz Grieshofer und Dipl. Ing. (FH) Klaus Gspan.

Die als Leserbriefe gekennzeichneten Artikel stellen nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers dar.

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Wir bedanken uns bei den Urhebern für die zur Veröffentlichung freundlicherweise zur Verfügung gestellten Bilder,

Zeichnungen, Scherenschnitte oder Texte. Alle nicht gekennzeichneten Fotos stammen aus Privatbesitz.


Vorwort

3

Liebe Krippenfreundinnen

und Krippenfreunde,

ihr werdet euch wundern, dass der Krippenfreund

diesmal nicht in der gewohnten

Druckversion erscheint, sondern online

auf der Homepage des Krippenverbandes

(www.krippe.at). Der Grund dafür ist finanzieller

Natur. Die vier Hefte des „Krippenfreundes“

werden ausschließlich aus dem

Erlös der Mitgliedsbeiträge bestritten. Die

Produktionskosten, vor allem die Versandgebühren,

sind in den letzten Jahren jedoch

so rasant gestiegen, dass die Deckung

durch die Mitgliedsbeiträge nicht mehr gegeben

ist. Dazu kommt, dass die Zahl der

Mitglieder leider rückläufig ist. Um den

Verband vor einem ständig steigenden Defizit

zu bewahren, beschloss der Vorstand

in seiner letzten Sitzung, ein Heft einzusparen.

Das heißt, der „Krippenfreund

wird zwar in gewohnter Weise redigiert,

nur eben nicht gedruckt und verschickt,

sondern online ins Netz gestellt. Es ist

aber nicht daran gedacht, diese Lösung zu

einer Dauereinrichtung werden zu lassen.

Die nächsten „Krippenfreunde“ werden

wieder in gewohnter Weise erscheinen. Der

Vorstand wird bei seiner nächsten Sitzung

im Herbst nach Lösungen suchen, die die

Finanzierung des „Krippenfreundes“ sicherstellen.

Erfreuliches gibt es von der Generalversammlung

des Verbandes am 5.5.2018

in Vösendorf zu berichten, die vom Obmann

des Niederösterreichischen Landesverbandes,

Klaus Kurzmann, mit großem

Einsatz und Erfolg organisiert wurde. Danke!

Zahlreiche Mitglieder waren bereits am

Vortag angereist – die Vorarlberger und

mit ihnen Hugo Lins, der Altpräsident

von Liechtenstein, hatten den weiten Weg

nicht gescheut und waren mit einem Bus

gekommen - um bei einem vorzüglichen

Buffet einen netten Abend zu verbringen.

Zu Sitzungsbeginn war der Saal bis auf den

letzten Platz gefüllt. Wie die Verbandsvorsitzenden

bei ihrer Begrüßung mit Freude

feststellten, waren alle Bundesländer, mit

ihren Obleuten an der Spitze, in Vösendorf

vertreten. Von offizieller Seite waren

die Bundesrätin Mag. Marlene Zeidler-

Beck, die Grüße der Landeshauptfrau

überbrachte, und die Bürgermeisterin von

Vösendorf, Andrea Stipkovits, erschienen,

die in ihrem Statement betonte, dass der

Krippenverein Vösendorf, der heuer sein

20-jähriges Bestehen feiert, aus dem Kulturleben

der Gemeinde nicht mehr wegzudenken

sei.

Wichtigster Tagesordnungspunkt war die

Neuwahl der Verbandsführung, die ein

gravierendes Ergebnis brachte. Als neuer

Präsident konnte DDr. Herwig van Staa,

eine allseits bekannte und gewichtige Persönlichkeit

aus Tirol, gewonnen werden.

Wir sind guten Mutes und voller Zuversicht,

dass das Krippenwesen in Österreich

mit dem neuen Präsidenten eine positive

Entwicklung nehmen wird.


Gloria et pax



Einen schönen Sommer


wünscht euch Franz Grieshofer

Verbandsvorsitzender


4 Kulissengräber in Niederösterreich

Kulissengräber in Niederösterreich


von Franz Grieshofer

Der Beitrag von Andreas Gamerith über

das eindrucksvolle Heilige Grab in der

Stiftskirche Zwettl im „Krippenfreund

Heft 1/2018 zeigt, dass auch in Niederösterreich

barocke Kulissengräber zu finden

sind. Im Gegensatz zu Tirol, das mit

einer unglaublichen Dichte an derartigen

Gräbern aufwarten kann, wie man dem

von Reinhard Rampold herausgegebenen

Buch über Heilige Gräber in Tirol entnehmen

kann (1), sind in Niederösterreich

aber nur wenige Beispiele erhalten

geblieben. Man darf jedoch annehmen,

dass es um die Mitte des 18. Jahrhunderts

auch in Niederösterreich zahlreiche

Kulissengräber gab. Als Ergänzung zum

Artikel über das Heilige Grab im Stift

Zwettl, soll hier auf weitere erhalten gebliebene

Ostergräber in Niederösterreich

aufmerksam gemacht werden.

und Theateraufführungen. In den Rechnungsbüchern

des Stiftes Dürnstein findet

sich ein Eintrag, aus dem die Kosten

für das neue Kulissengrab hervorgehen:

„H(err) Bibiena, kay(serlicher) theatral

ingenieur. Wegen gemachten heyl(igen)

grab ex mea cassa 50 fl. Geben, dan in

wein 200 fl. also omnibus kommet dißes

grab auf 500 fl.“ (2)

Das Heilige Grab, das während des

ganzen Jahres zu besichtigen ist, vermittelt

den illusionistischen Eindruck eines

tonnengewölbten Kirchenschiffes. Sieben

Kulissenbögen, die von Säulen getragen

werden, untergliedern den schmalen

Raum, dessen Niveau durch einen Absatz

im hinteren Teil um circa einen Meter

höher liegt als im vorderen Bereich.

Dürnstein

Als erstes Beispiel sei das Kulissengrab im

Kreuzgang des Augustinerstiftes Dürnstein

genannt. Im Dehio-Handbuch der

Kunstdenkmäler Niederösterreichs nördlich

der Donau ist darüber zu erfahren,

dass sich an dieser Stelle im Kreuzgang

bereits seit 1668 ein Heiliges Grab befand.

Im Zuge der Barockisierung des

Stiftes wurde der Kreuzgang jedoch umgestaltet

und das alte Grab durch ein

neues Kulissengrab ersetzt. Der Auftrag

dazu wurde 1731 an den italienischen

Theateringenieur und Dekorationsmaler

Antonio Galli Bibiena (*~16.1.1697

bis †28.1.1774) erteilt. Zusammen mit

seinem Bruder Giuseppe Galli Bibiena,

der 1. Hoftheateringenieur in Wien

war, entwarf er viele Dekorationen für

Trauerfeiern und Hochzeiten, für Feste


Kulissengräber in Niederösterreich

5

Dadurch entsteht im Vordergrund eine

Art Vorhalle oder, um in der Welt des

Theaters zu bleiben, ein Proszenium, das

früher für Aufführungen genutzt worden

sein dürfte. An den Seiten befinden sich

in der Sockelzone Darstellungen aus der

Leidensgeschichte Jesu. Darüber sieht

man beiderseits Balustraden aufgemalt,

die den Blick in imaginäre Oratorien

freigeben. An den seitlichen Wänden

sind auf Sockeln je zwei ausgeschnittene

Engel mit Lanzen und vor dem Bühnenabsatz

zwei Postamente mit Vasen

aufgestellt. In einer ovalen Aushöhlung

im Bühnenabsatz, dem eine Kulisse mit

Rocaillemalerei vorgesetzt ist, liegt ein

vollplastischer Leichnam Christi. Darüber

steht eine aus Brettern umrisshaft

ausgeschnittene Mater Dolorosa. Sie

greift sich mit der rechten Hand an ihr

Herz, das von einem Dolch durchbohrt

wird. An Stelle des Herzen befindet sich

jedoch ein Loch, hinter dem eine rote,

beleuchtete Glaskugel angebracht ist.

Verschieden färbige Glaskugeln sind auch

an den Kulissensäulen befestigt. Sie lassen

den Raum mit seinen Scheinkuppeln

und der abschießenden Apsis in einem

mystischen Licht erscheinen. Insgesamt

weist das Heilige Grab im Kreuzgang des

Stiftes Dürnstein eine Tiefe von circa 8

m auf, wobei der vordere Teil, das sogenannte

Proszenium mit einer Tiefe von

3 m, den Platz für die Gläubigen bietet.

Großweikersdorf

Eine weitere Arbeit der Brüder Galli da

Bibiena stellt laut Kirchenführer das

Kulissengrab in der mächtigen Pfarrkirche

zum hl. Georg in Großweikersdorf

im Bez. Tulln dar. (3) Da die alte Kirche

nach einem Brand derart beschädigt war,

entschloss sich der Patronatsherr, Graf

Enkevoirt von Grafenberg, zu einem

Neubau, den er nach Plänen des kaiserlichen

Hofbaumeisters Joseph Bernhard

Fischer von Erlach, einem Sohn

des berühmten Barockbaumeisters Johann

Bernhard Fischer von Erlach, in

der Mitte des Dorfes errichten ließ. Die

Bauausführung lag in den Händen von

„Maurermeister“ Johann Martinelli. Die

Bauarbeiten dauerten von 1733 bis 1740,

wobei der Bauherr, Graf Enkevoirt, die

Fertigstellung der Kirche nicht mehr erlebte,

da er bereits 1738 starb. Auch die

Ausstattung erfolgte erst nach und nach.


6 Kulissengräber in Niederösterreich

Bemerkenswert sind das große Gemälde

des Hauptaltars, eine Apotheose des hl.

Georg von Martino Altomonte, das große

Bild des rechten Seitenaltars von Johann

Martin Schmidt, das den Brückensturz

des hl. Nepomuk in Prag zeigt, und ein

gleich großes Bild am linken Seitenaltar,

das 1740 von Carl Aigen gemalt wurde

und den hl. Ivo von Chartres darstellt.

Das Interieur der Kirche wurde 1742

durch ein Heiliges Theater bereichert,

das in der rechten Seitenkapelle aufgestellt

wurde. Es besteht aus zwei Kulissenbögen,

die den Blick in eine Felsengrotte

öffnen, in deren Hintergrund

die bewegte Szene der Kreuzabnahme

Christi zu sehen ist. Im Zentrum steht

das Kreuz, an das 4 Leitern angelehnt

sind. Zwei Helfer haben den Leichnam

Jesu vom Kreuz gelöst und lassen ihn in

die Arme von Josef aus Arimathäa gleiten.

Nikodemus umfängt mit einem Arm

die Füße Jesu und mit dem anderen berührt

er Maria von Magdala. Sie kauert

mit einer weiteren Frau unter dem Kreuz

des Schächers. Schräg davor stehen die

weinende Maria und eine alte Frau. Als

Pendant sieht man auf der rechten Seite

den Lieblingsjünger Johannes und einen

Mann mit erhobenen Armen. Alle

Personen, die sich perspektivisch dem

Kreuz zuwenden, sind aus zusammengefügten

Brettern umrisshaft ausgesägt und

entsprechend bemalt. Sie fungieren als

erstarrte Akteure in der österlichen Passionsgeschichte.

In den Kartagen erfährt

diese Szene durch die Gläubigen jedoch

eine Vergegenwärtigung bei der Anbetung

des Allerheiligsten.

Sonntagberg

In der Wallfahrtskirche zur Hl. Dreifaltigkeit

am Sonntagberg, die zum Einflussbereich

des Stiftes Seitenstetten gehört,

gibt es ebenfalls ein Heiliges Grab.

(4) Die weithin sichtbare Kirche, die in

der Zeit von 1706 bis 1732 von den berühmten

Baumeistern Josef Munggenast

und Jakob Prandtauer neu erbaut wurde,

zählt zu den frequentiertesten Wallfahrtszielen

Niederösterreichs. Im Zuge

der barocken Ausgestaltung der Basilika

schuf der Dekorationsmaler Kürchmayr

in den Jahren 1739 und 1740 auch ein

Heiliges Grab. (Dehio, 2262) Es besteht

aus einzelnen, aus Brettern gefertigten,

illusionistisch bemalten Kulissenteilen,

die hintereinander aufgerichtet sind und

dadurch eine Scheinarchitektur erzielen.

Die erste Kulisse zeigt einen Vorhang,

der wie bei einer Bühne den Blick auf die

Szenerie freigibt. Die nächsten, in einem

Abstand von 80 cm aufgestellten Kulissen

sind perspektivisch eingerückt. Sie

zeigen gedrehte Säulen, die von stuckverzierten

Gurtbögen überspannt werden.

Den Abschluss bildet ein Rundtempel

mit Ausblick in die Natur. Im Zentrum

der Scheinarchitektur befindet sich ein

Sarkophagaltar, der die Skulptur eines


Kulissengräber in Niederösterreich

7

Leichnams Christi enthält. Auf dem Altar

erhebt sich ein Tabernakel, der von

der Bundeslade mit dem Lamm Gottes

bekrönt wird. Dieser Tabernakel und die

beiden knienden Engel wurden erst um

1900 hinzugefügt.

Ursprünglich dürfte das Kulissengrab

an einem anderen Ort gestanden beziehungsweise

dürfte es nur zu den Kartagen

aufgebaut worden sein, denn bestimmte

Vorrichtungen wie Türen, Notenpulte,

Lichthalter, die an der Rückseite der Kulissen

zu sehen sind, weisen darauf hin,

dass das Grab früher eine größere Fläche

beanspruchte. Das Grab wurde nämlich

ähnlich einer Bühne bespielt und war in

den Kartagen in die Liturgie eingebunden,

um den Gläubigen die Leidensgeschichte

Jesu augenscheinlich vorzuführen.

Mariabrunn bei Wien

In der Wallfahrtskirche „Maria Heimsuchung

in Mariabrunn“ in Hadersdorf-

Weidlingau nahe der Wiener Stadtgrenze

zu Niederösterreich erwartet die frommen

bzw. kulturell interessierten Menschen

ein sogenanntes „Heiliges Theater“.(5)

Dieses aus der Mitte des 18. Jahrhunderts

stammende Theater befindet sich in der

geräumigen Seitenkapelle der 1639-1655

erbauten Klosterkirche der Augustiner-

Barfüßer (in der übrigens der Augustiner

Barfüßer Abraham a Sancta Clara

predigte). Die Kapelle führt den Namen

„Wies-Kapelle“, weil sie eine Kopie des

„Wiesheilands“ enthält, einer Figur, die

Christus an der Geißelsäule zeigt. Ihr gegenüber

befindet sich der Bühnenraum

mit einer Länge von 6 m und einer Breite

von 3,70 m. Er ist durch ein etwa 1 m ho-


8 Kulissengräber in Niederösterreich

hes Podium vom übrigen Raum abgesetzt

und normalerweise durch zwei große Flügeltüren

verschlossen. Öffnet man diese

Flügeltüren, ergibt sich der Blick auf eine

barocke Säulengalerie, die in einen Park

führt. In diese Szenerie werden entsprechend

dem Karwochengeschehen ausgeschnittene

Bretterfiguren gestellt. Am

Gründonnerstag steht die Abendmahlszene

im Mittelpunkt. Sie zeigt die Jünger

um den Tisch versammelt. Im Zentrum

sitzt Christus mit erhobenem Blick, die

Hostie in Händen haltend, d.h. an Stelle

der Hostie befindet sich ein Loch, in

das vermutlich eine echte Hostie gesteckt

werden konnte. Im rechten Vordergrund

veranschaulicht eine Figurengruppe die

Verklärung Christ am Ölberg, auf der gegenüberliegenden

Seite ist der Bruderkuss

des Judas auf einem Bretteruntergrund

szenisch dargestellt.


Kulissengräber in Niederösterreich

9

Jesus und einen Engel, ein zweites den

hl. Josef. Dazu kommen Hirten, Schafe

und die heiligen drei Könige als Versatzstücke.

Wie gesagt, es ist anzunehmen, dass im

Land unter der Enns noch weitere barocke

Kulissengräber aus der Zeit um 1740,

in der das Aufstellen von Kulissenbühnen

eine Modeerscheinung gewesen sein

dürfte, im Verborgenen schlummern.

Der größte Teil scheint jedoch den Verboten

Kaiser Joseph II. zum Opfer gefallen

zu sein.

Am Karfreitag wird ein Heiliges Grab auf

die Bühne gestellt, aus dem am Karsamstag

der Leichnam entfernt wird, um so

die Auferstehung zu symbolisieren. Das

Heilige Theater in Mariabrunn trägt zu

Recht diesen Namen, denn in den Weihnachtstagen

werden seit 1997 bemalte

Konturensägebilder aufgestellt, die der

böhmische Künstler Ferenc Borsodi im

Stil des 18. Jahrhunderts nach Papierkrippenfiguren

anfertigte. Eines zeigt Maria,

(1) Reinhard Rampold (Hrsg): Heilige Gräber in

Tirol. Nordtirol - Osttirol – Südtirol. Mit Beiträge

von: Leo Andergassen; Herta Arnold; Franz

Caramelle; Herlinde Menardi, Bozen 2009

(2) Zit. Nach Karner , Kreuzgang und Krypta

Dürnstein, 2010, S. 165

(3) Christliche Kunststätten Österreichs, Nr.

191, Verlag St. Peter Salzburg, 1. Aufl. 1990

(4) Sarah Seidl, „Das Benediktinertheater in

Österreich bis 1800 – unter besonderer Berücksichtigung

des Klosters Garsten“- Diplomarbeit

Univ. Wien 2013, Abb. 27 (othes.univie.ac.

at/30329/1/2013-09-16_0704923.pdf)

(5) Herbert Killian: Das Heilige Theater zu Mariabrunn

im Wandel des Kirchenjahres. (Penzinger

Museumsblätter. Wien: Museumsverein

Penzing 1962- Heft 41, S.10 ff.)

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der Krippenfreunde Österreichs, Dorfstraße 4, 6175 Kematen,

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PREIS-HIT


10 Interview

Aus der Serie:

Interview …

von Mag. Maria-Gracia Winkler, BA

mit dem Krippenschnitzer Günther Mayregger

Günther Mayregger

• geboren am 15.3. 1956 in Innsbruck;

wohnhaft in Igls (Tirol)

• verheiratet, Kinder

• bis zur Pensionierung Beamter beim

Stadtmagistrat Innsbruck

• Krippenbauer und -schnitzer, Hintergrundmaler

• Besitzer einer Hauskrippe im orientalischen

Stil mit über 100 Figuren

Fotos: Günther Mayregger

Krippenfreund: Wie sind Sie zum Krippenbau

gekommen?

Mayregger: Der Krippenbaukurs hat in Igls

schon in der Volksschule eine riesengroße

Rolle gespielt, und zwar hat der Hannes

Hundegger - der große Krippenbaumeister

in Igls - die Kurse geleitet. Bei ihm habe

ich vier Jahre hintereinander Kurse besucht

und das war eigentlich mein erster Schritt

zum Krippenwesen.

Krippenfreund: Welche Krippenschnitzer oder

KünstlerInnen haben Sie beeinflusst?

Mayregger: „Beeinflusst“ ist schwierig,

weil ich Hintergründe male, Krippenberge

baue, schnitze – ich habe schon in allen

Bereichen meine speziellen Künstler, die

mich inspirieren. Einer, der mir besonders

am Herzen liegt, ist der Rupert Reindl, der

beim Speckbacher in die Schule gegangen

ist und in Igls seine Werkstätte gehabt hat.

Er hat im Nazarener-Stil geschnitzt und ist

schon ein ganz besonderer Schnitzer und

auch ein Vorbild für mich gewesen.

Krippenfreund: Wie ist der Wunsch nach einer

Hauskrippe entstanden?

Mayregger: Ich habe schon damals in der

Volksschule circa 7 bis 8 Krippen gebaut,

ich habe meinen Eltern eine gebaut, ich

habe eine größere Tiroler Krippe gebaut

und bin dann irgendwann zu dem Schluss

gekommen, dass ich selber eine Krippe haben

möchte. Ein Grund dafür war auch,

dass ich mich in der Schnitzerei versucht

habe und gewusst habe, dass ich die Krippe

selber bestücken kann. Ansonsten ist das

Hauskrippe von Günther Mayregger


Interview

11

in der heutigen Zeit kaum mehr erschwinglich.

Ich habe dann Schritt für Schritt eine

Krippe gebaut, die mir dann zu klein geworden

ist. Diese habe ich dann nach

Omes [Anm. d. Verf.: Ortsteil von Axams]

verkauft und vor 12 Jahren habe ich begonnen,

die größere Krippe, die eine Länge

von 3,20 m hat, zu bauen – meine jetzige

Hauskrippe.

Mayregger: Ja ….. der Stadtteil um den

Brunnen. Bei diesem ist Speckbacher Vorläufer

– wobei ich nie nachschnitze – und

da gibt es eine Figurengruppe vor dem

Brunnen, die von Kasper Falschlunger aus

Patsch – ebenfalls ein Vorbild von mir –

inspiriert ist, und das ist eigentlich meine

Lieblingsgruppe.

Krippenfreund: Was ist das Besondere an Ihrer

Hauskrippe? Was unterscheidet sie von anderen

Hauskrippen?

Mayregger: Ich glaube nicht, dass es viel

gibt, was meine Krippe von anderen unterscheidet.

Allerdings unterscheidet sie

sich sicher dadurch, dass ich alles selber

gemacht habe: Bis auf die Vergoldung ist

der Großteil der Krippe – also der Krippenberg,

die Figuren, die Fassungen und der

Hintergrund – von mir. Das ist schon etwas

Besonderes, weil es das in der heutigen Zeit

fast nicht mehr gibt. Ich kenne zwei oder

drei Künstler im Unterland und einen im

Stubaital, die alles selbst machen, aber der

Rest ist entweder Schnitzer oder Krippenbergbauer

oder Hintergrundmaler.

Hauskrippe von Günther Mayregger: Ausschnitt

Krippenfreund: Haben Sie eine bestimmte Lieblingsfigur

oder Lieblingsszene in Ihrer Hauskrippe?

Hauskrippe von Günther Mayregger: Brunnenszene

Krippenfreund: Ihre Krippe wurde immer wieder

durch verschiedene Szenen oder Teile ergänzt,

beispielsweise durch die Herbergssuche im Jahr

2016 oder die Flucht nach Ägypten 2012. Sind

weitere Ergänzungen geplant oder ist sie vorläufig

abgeschlossen?

Mayregger: Nein, es sind schon noch Ergänzungen

geplant. Ich habe jetzt in der

Stadt noch relativ wenig Leben – da möchte

ich noch ein paar Hühner hineinschnitzen.

Auf den Stufen vor der Stadt möchte ich einen

Bettler installieren und es werden noch

in etwa 50 bis 60 Schafe in die Krippe kommen.

Ansonsten ist sie komplett und mit

106 Figuren eigentlich schon ziemlich voll.

Krippenfreund: Kann Ihre Krippe in der Weihnachtszeit

auch besichtigt werden?

Mayregger: Sehr gerne sogar. Ab Weihnachten

bis Lichtmess ist sie aufgebaut und

speziell am Wochenende – Freitag, Samstag,

Sonntag – sind immer wieder Leute

bei uns, die unsere Krippe anschauen. Seit

12 Jahren - seit sie steht - haben wir auch


12

Interview

Hauskrippe von Günther Mayregger: Ausschnitt

ein Krippenbuch installiert, in das sich jeder

eintragen und seinen Kommentar hinterlassen

kann. Jetzt sind wir schon beim

zweiten Buch, und das ist fast schon voll.

Daran sieht man schon, dass relativ viele

Leute auf Besuch kommen.

Krippenfreund: Was bedeutet die Krippe für

Sie persönlich?

Mayregger: Die Krippe hat schon eine

ganz besondere Anziehungskraft. Wenn

man gläubig ist, dann bedeutet eine Krippe

sehr viel. Für mich ist es so, dass ich

Günther Mayregger beim Aufbau seiner Hauskrippe

immer wieder – ich würde nicht sagen

vor der Krippe Kraft suche, aber schon in

mich gehe und jeden Abend vor ihr stehe

und schaue, ob noch alles da ist, dann das

Licht ausschalte und schlafen gehe. Das ist

jeden Tag der Fall, das ist eigentlich Usus.

Krippenfreund: Wie sehen Sie die Zukunft der

Krippe?

Mayregger: Die Zukunft der Krippe sieht

aktuell eher besser aus als vor Jahren.

Ich glaube, dass die Krippe immer mehr

gefragt ist, und man hört, dass die Krippenbaukurse

ausgebucht sind. Ich glaube

schon, dass die Krippe speziell im Tiroler

Raum einen riesen Stellenwert innerhalb

der Familie hat und einfach in die Wohnung

integriert werden muss. Das ist für

mich fast ein Muss. Wenn man sich umhört,

ist es allseits bekannt, dass man immer

mehr Krippenfreunde bekommt.

Krippenfreund: Haben Sie nähere Pläne für

die Zukunft? Sind beispielsweise weitere Krippen

geplant?


ORIGINAL GRÖDNER SCHNITZEREIEN

Interview

13

Mayregger: Ja, ich arbeite gerade an einer

Krippe mit größeren, 15 cm hohen

Figuren. Ich fasse eventuell den Bau einer

Fastenkrippe ins Auge, der vermutlich

mehrere Jahre dauern wird. Ein großes

Anliegen ist mir auch eine Krippe im

Dorf, die seit 60 Jahren nicht mehr aufgestellt

worden ist, die aber noch relativ

gut „erhalten“ ist und die ich vielleicht

restaurieren möchte, wenn es mir die Zeit

erlaubt.

Krippenfreund: Ist das die „Brosenkrippe“?

Diese Krippe hat auch geschnitzte Figuren,

oder?

Mayregger: Ja, genau. Die „Brosenkrippe“

hat geschnitzte Figuren. Es handelt

sich dabei um vier Schnitzer, die ich übers

Internet ausfindig machen konnte. Da ist

der bekannte Zirler Schnitzer Alexander

Öfner vulgo „Xander“, dann gibt es einen

„Pendl“, einen „Löderle“ und einen

„Schnaiter“ - nicht der „Schnaiter“ von

Inzing, sondern einer aus Wilten, der hier

mit seinen drei Schnitzern gearbeitet hat.

Von der Jahreszahl her dürfte der Hintergrund

– weil „ein Flaurlinger Schnitzer

und ein Götzener Hintergrundmaler“

steht - am ehesten von Georg Haller sein.

Auf jeden Fall ist es eine riesen Krippe,

die über 5 Meter misst und über 300 Figuren

hat.

Krippenfreund: Wo ist die Krippe zurzeit?

Mayregger: Die steht in Teilen in einem

alten Bauernhaus, das beim Verfallen ist.

Das Bauernhaus ist verkauft worden, die

Krippe muss heraus und so wie es ausschaut,

muss jetzt irgendwo schnell ein

Platz gefunden werden, damit sie abgelagert

werden kann. Wenn eine Krippe restauriert

wird, ist das eine ganz sensible

Angelegenheit, weil das Krippenbild von

vor 100 Jahren nicht verfälscht, sondern

so gut wie möglich erhalten oder optisch

ergänzt werden soll. Da muss man sehr

vorsichtig sein.

Krippenfreund: Möchten Sie nur den Krippenberg

restaurieren, oder auch die Figuren

und den Hintergrund?

Mayregger: Die Figuren sind zur Gänze

erhalten und in Kisten verpackt. Es handelt

sich eigentlich nur um den Krippenberg,

da der Hintergrund auch erhalten

ist. Es wäre also nur der Berg zum Restaurieren,

der Rest ist zum Aufstellen.

G S

Dürr OHG I Talweg 5 I 86978 Hohenfurch

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14 Zu Besuch

Aus der Serie:

Zu Besuch ...

von Mag. Maria-Gracia Winkler, BA

... in einer Pop-up-Krippenausstellung des Dornbirner Stadtmuseums

Das Stadtmuseum Dornbirn zeigte

in der vergangenen Weihnachtszeit

unter dem Titel ,,Dort, wo Ochs und Esel

stehn“ Pop-up-Krippen aus der Sammlung

von Hubert Borger.

Hubert Borger ist ein Vorarlberger, der

in Wien lebt und dessen Papierkrippensammlung

auf eine jahrelange Sammeltätigkeit

zurückzuführen ist. Den Anfang

machte das Exemplar in seinem Elternhaus,

wie er in einem Brief an das Museum

schreibt: „Eine einzige Papierkrippe

in dieser Sammlung musste ich nicht berappen,

nämlich Position 90, denn dieses

gute Stück erinnert mich an meine

glückliche Kindheit – verlebt im Montafon

– sie stammt aus meinem Elternhaus

in Schruns.“

Falt-Papierkrippe aus dem Elternhaus von Hubert

Borger, Chromolithodruck auf Karton, Verlag: Carl

Hirsch/Konstanz, 19. Jh. Fotos: Stadtmuseum Dornbirn

In der Ausstellung wurden die Pop-up-

Krippen hinter roten Wänden mit fensterartigen

Öffnungen präsentiert, um

ihren tiefenräumlichen Charakter zu betonen.

Die Kuratorin Gerti Furrer hatte

sich bei einem Besuch der Felsenreitschule

in Salzburg zu dieser Installation inspirieren

lassen.

Blick in den Ausstellungsraum Foto: Maria-Gracia Winkler

Unter den ausgestellten Exponaten fanden

sich zahlreiche Krippen im orientalischen

Stil, die von Palmen flankiert

werden, aber auch solche, bei denen das

Geschehen in eine Schneelandschaft versetzt

wird. Zu den typischen Figuren der

Pop-up-Krippe zählen neben der Heiligen

Familie zumeist ein oder zwei Hirten

und die Heiligen Drei Könige. Diese treten

gleichzeitig, aber auf verschiedenen

Ebenen mit unterschiedlichen tiefenräumlichen

Dimensionen auf. Einige der

Pop-up-Krippen dienten auch als weihnachtliche

Glückwunsch-Billets. Neben

dieser Art von Krippe beinhaltete die

Ausstellung auch die klassischen Krippenbögen

mit Figuren zum Ausschneiden,

wie beispielsweise die Serien von Josef

Führich und Heinrich Kluibenschedl.


Zu Besuch

15

Qualität der Farbe und des Papiers abhängig.

Häufig gab es auch mehrere Versionen

von einer Krippe, wie beispielsweise

eine einfache und eine Luxus-Variante.

Hinter den Krippen platzierte man gerne

ein Kerzenlicht, dessen warme Luft dann

– ähnlich wie bei den Weihnachtspyramiden

- darüber hängende Gebilde wie einen

Engelsreigen zum Rotieren bringen

konnte.

Heinrich Kluibenschedl, Krippenfiguren-Ausschneidebogen

(Teil einer Serie von 8 Bögen), 4 Farben

Offset-Druck, Verlag: Tyrolia/Innsbruck, Neuauflage

Die Krippenbögen mit Figuren zum

Ausschneiden markieren den Beginn der

Entwicklung der Klappkrippen. Diese

entstanden dann gegen Ende des 19. Jahrhunderts,

wobei sicherlich auch die Erfindung

der Messerstanze eine entscheidende

Rolle gespielt hatte. Im Gegensatz

zu anderen Krippen hatten sie den Vorteil,

sofort aufstellbar zu sein und wenig

Platz zu beanspruchen. Auch ihr Ruf als

„Arme Leute-Krippe“ traf nicht immer

zu: Ihr Preis war nämlich stark von der

Größe, der Anzahl der Figuren sowie der

Pop-up-Krippen konnten bereits im 19.

Jahrhundert auch über den Versandhandel

bezogen werden. Manche von ihnen

dienten als Werbegeschenk bekannter

Firmen, wie beispielsweise der Wiener

Schokolade- und Zuckerwarenfabrik

MANNER.

Falt-Papierkrippe mit der Aufschrift „Josef Manner

et Comp. Wien“, Chromolithodruck auf Karton, um

1900

Luxus-Papierkrippe, Chromolithodruck auf Karton,

Verlag: Carl Hirsch/Konstanz, Ende 19. Jh.

Die in der Ausstellung präsentierten Exponate

stammen aus dem 19. und 20.

Jahrhundert und wurden größtenteils im

Verfahren des Chromolithodrucks hergestellt,

das bis etwa 1930 angewendet

wurde. Heute erfreut sich die Neuauflage

von Pop-up-Krippen insbesondere in den

USA großer Beliebtheit, wobei diese – im

Gegensatz zu früher – im billigen Offset-

Verfahren gedruckt werden. Im 19. und

beginnenden 20. Jahrhundert hingegen

wurden vielfältige und kostbare Papiersorten

für ihre Herstellung verwendet.


16 Zu Besuch / Verbandsnachrichten

Vojtech Kubasta, Klapp-Papierkrippe im orientalischen Stil, polychromer Offsetdruck auf

Karton und Papier, Tschechien, um 1960

Die Ausstellung im Stadtmuseum Dornbirn

erwies sich als sehr interessant, da

sie einen Einblick in eine umfangreiche

Krippensammlung ermöglichte, aber

auch eine wenig beachtete Art der Krippe

in den Mittelpunkt stellte.

Katalog zur Ausstellung:

Stadtmuseum Dornbirn (Hg.): Dort, wo Ochs

und Esel stehn. Papierkrippen aus zwei Jahrhunderten.

Dornbirn 2017.

Verbands

nachrichten

Der Krippenfreund” Redaktionsschluss 2018

Verbindliche Abgabetermine der Beiträge aus den Landesverbänden:

Jahresplan: Ausgabe September Freitag, 29. Juni 2018

Ausgabe November Freitag, 7. September 2018

Beiträge der Vereine können nur berücksichtigt werden, wenn sie beim jeweiligen

Landesverband eingereicht und an die Redaktion weitergeleitet werden.

Beiträge, die nach den fälligen Abgabeterminen einlangen, können in der jeweilig darauf folgenden

Ausgabe nicht mehr berücksichtigt werden. Wenn möglich, bitten wir um Einsendung der Beiträge

und Fotos in digitaler Form. Bitte Bildunterschriften zu den Fotos mitliefern.


Landesverband Oberösterreich

17

Landesverband

Oberösterreich

Obmann: Konsulent Karl Hennerbichler, Bogenhausstraße 8, 4400 Steyr,

Tel.: 07252/81280, Mobilnetz: 0699/10996794, E-Mail: karl.hennerbichler@ipa.at

Frankenmarkter Palastkrippe

Zwischen der schönen gotisch-barocken

Pfarrkirche und dem etwas tiefer gelegenen

Pfarrhof von Frankenmarkt liegt

nach Süden, vor dem Abbruch zur

Vöcklaniederung, ein kleines Haus, das

ehemalige Kaplanstöckl, das nach der

sorgfältigen Restaurierung zur idealen

Heimstatt für die Weihnachtskrippe der

Pfarrkirche wurde.

Ein ganzes Haus für eine Krippe? Eigentlich

sollte uns diese Vorstellung nicht so

merkwürdig vorkommen, wenn wir nur

an die Stuben im Salzkammergut denken,

die oft in den kleinsten Häusern

für die alte Weihnachtskrippe zur Verfügung

stehen, um der hohen kirchlichen

Festzeit mit menschlich warmherziger

Empfindung und Anschauung Genüge

zu tun. Es ging aber nicht um das Haus,

es ging in Frankenmarkt um die Wiederentdeckung

der über 250 Jahre alten Barockkrippe

selbst. Wenn auch das Salzkammergut

als bedeutendes Krippenland

Oberösterreichs gilt, die Frankenmarkter

Krippe stellt das Weihnachtsgeschehen

nicht in eine felsige Landschaft, sondern

in den prunkvollen Rahmen einer Palastarchitektur.

Diese aber war nur mehr

in geringen Teilen vorhanden und musste

Frontansicht der Palastkrippe

Fotos: Kons. Gerhard Hofmann


18 Landesverband Oberösterreich

rekonstruiert werden. Es gab glücklicherweise

noch ein Bild des ursprünglichen

Tempelstalls für die Weihnachtsszene

und auch die Herodesresidenz konnte

stilrichtig wiedererrichtet werden.

Der Figurenbestand alleine ist in vier

Etappen zum heutigen Ausmaß zusammengewachsen.

1720 wurde von einem

nicht mehr bekannten Auftraggeber bei

Anton Koch in Mondsee, also in der

ehemaligen Guggenbichler-Werkstatt,

eine Krippe bestellt. Aus dieser frühen

Zeit stammen die prachtvoll gekleideten,

45 cm hohen Gliederpuppen, mit je acht

hölzernen Kugelgelenken, deren Proportionierung

auch von den späteren

Erzeugern übernommen wurde, mit äußerst

kunstvoll geschnitzten Köpfen,

deren blitzende Glasaugen im Verein

mit den lebensvollen Gesichtsfarben

wesentlich zur lebendigen Gesamtwirkung

dieses Krippenensembles beitragen.

Dieselbe Werkstätte in Mondsee lieferte

ein zweites Mal im Jahre 1750 Figuren

ohne Glasaugen, 1795 kam es dann noch

zu einer Bestellung bei Johann Georg

Schwanthaler in Gmunden, und 1842 zu

Ergänzungen durch einen unbekannten

Meister.

Zur Geschichte dieser Krippe schrieb

Prof. Otfried Kastner: „Noch aus dem

Ende des 18. Jh. mag die großfigurige

Kirchenkrippe in Frankenmarkt ohne

Überlieferung des Schöpfers stammen.

Sie hat leider ihren alten Hintergrund

verloren, ist jedoch mit ihren vielen Krippenfiguren

(Gliederpuppen mit Stoffgewändern)

sehr eindrucksvoll. Hier zeigen

sich deutliche Zusammenhänge mit den

gleichzeitigen Wachsfigurenkrippen; der

Unterschied liegt ja nur darin, welches

Material man für die Köpfe verwendet.

Anbetung der Hirten


Landesverband Oberösterreich

19

Wiederholt scheinen beide Typen in

einer Krippe auf. Die Frankenmarkter

Krippe ist der kleinfigurigen Mondsee-

(Stifts-)Krippe verwandt. Ferner schließt

sich die Reihe der Mattigtaler Krippen

an, so: Friedburg, Lochen, Jeging,

Pfaffstätt, Mattighofen, Neukirchen an

der Enknach und Braunau.“

Für die Aufstellung der Figuren wurde

eine Illusionsarchitektur in Form eines salomonischen

Tempels geschaffen. Diese

Krippenherrlichkeit wanderte aber schon

1756 wegen Wiederaufbauarbeiten an der

durch Brand beschädigten Pfarrkirche in

ein Depot, wo sie dann auch wegen des

Josephinischen Krippenverbotes bis 1794

verbleiben musste. Bei der damaligen

Wiederaufstellung kamen schon mit den

Neuangefertigten die 70 alten Figuren

zusammen. Das Werk wirkte wie aus

einem Guss. Aber nun folgten Kriegswirren,

die die Krippe um 1800 wieder ins

Depot brachten, das diese erst im Jahre

1842 verließ. Um die Mitte des 19. Jh.

wurde aber bei der Neuaufstellung aus

der Palastkrippe eine Landschaftskrippe

mit Krippenberg und Wildnis, nach

dem Muster der Salzkammergut-Tradition.

Nach weiteren dürftigen Instandsetzungen

1910 und 1925 war die Krippe

komplett dem Verfall preisgegeben.

Das Erneuerungswerk geschah durch die

gute Zusammenarbeit von der Pfarre mit

der örtlichen Gemeinde, Diözese und

dem Land OÖ., wodurch die erforderliche

Finanzierung sichergestellt werden

konnte. Für die fachgemäße Restaurierung

der Krippenfiguren und die Rekonstruktion

der Palastarchitektur waren

mehr als dreitausend Arbeitsstunden nötig.

Es mussten die zerschlissenen alten

Gewänder erneuert und mit Stickerei,

Hl. Drei Könige mit Gefolge


20 Landesverband Oberösterreich

Krippenstall

Spitzen und Filigranarbeiten dekoriert

werden. Beim Palast waren Kunsttischlerarbeiten,

Vergoldungen und Tapezierungen

erforderlich.

Aus dem Bestand der über 60 bekleideten

Gelenkfiguren lassen sich acht biblische

Szenen darstellen: Die Geburt Christi, die

Beschneidung, die Darstellung im Tempel,

die Hl. Drei Könige, der Bethlehemitische

Kindermord, der zwölfjährige Jesus

im Tempel, die Hl. Familie in Nazareth

sowie die Hochzeit zu Kana.Mitte und

Herz ist der Krippenstall mit einer ungewohnten

Heiligen Familie in Hoftracht.

Auf dem Dach dieses Stalles stehen drei

Engel mit goldenen Stiefeln. Darüber und

dahinter baut sich der neue Herodespalast

auf. Die Gewänder der Könige sind

ebenfalls auf das Reichste geschmückt.

Die Frankenmarkter setzen sich mit dieser

Krippe über die notvolle Realität der

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Landesverband Oberösterreich

21

Hochzeit zu Kana

ersten Weihnacht hinweg, schließlich

stammten Maria und Josef aus dem Hause

Davids. Der geziemende Prunk sollte einfach

der größeren Verherrlichung dienen.

Das ist barocke Denkweise, die hier wieder

einmal anschaulich ist. Mit einem Zitat

aus dem bekannten Krippenbuch Prof.

Otfried Kastner, er unterstützte auch die

Arbeiten bei der Erneuerung, soll dieser

Bericht schließen, es fasst die denkmalpflegerischen

Probleme wie auch das geistige

Anliegen zusammen:

„Anfälligkeit der Krippen, vor allem

aber Unverstand, waren auf die Dauer

gesehen, größere Krippenfeinde als aufgeklärte

Kaiser. Das Einzige, was wir für

eine Krippe brauchen, ist seelische Bereitschaft.“


Krippenfreunde des Bezirkes Vöcklabruck

Quelle:

Informationen des Diözesan-Kunstvereines

Linz. Redaktion: Dr. Erich Widder

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22 Landesverband Oberösterreich

Dankesworte des LO in der Kirche

Kassabericht von Herbert Klein

Jahrestagung bzw.

Jahreshauptversammlung

der OÖ. Krippenfreunde

Just am Jahrestag der OÖ. Krippenfreunde

hatte der Winter nochmals seine Macht und

Wirkung gezeigt. Seit den frühen Morgenstunden

schneite es und gebietsweise musste

man mit unterschiedlichsten Neuschneemengen

rechnen, da der Winterdienst

teilweise schon eingestellt war. Trotz der

Wetterkapriolen hat die Bezirksorganisation

der Krippenfreunde Wels mit herzlicher

Gastfreundlichkeit in professioneller Art

diese Jahreshauptversammlung organisiert.

Eingeleitet wurde die jährliche Veranstaltung

mit der heiligen Messe in der Pfarrkirche

zum Hl. Jakobus d. Ä. in Buchkirchen

bei Wels. Der neue Seelsorger des Landesverbandes

OÖ., Dechant Mag. Franz Asen,

von der Pfarre Traun/St. Martin, der eine

für die Krippenfreunde abgestimmte Predigt

vollzog, zelebrierte erstmals gemeinsam

mit dem Pfarrer von Buchkirchen, DI.

Mag. KonsR. Pater Gotthard Niedrist OSB,

den Eingangsgottesdienst. Die musikalische

Gestaltung erfolgte durch den Chor der

Goldhaubengruppe Buchkirchen mit der

„Bauernmesse von Annette Thoma“.

Im großen Saal des GH Waldschänke hatten

sich trotz der Witterung weit über 100 Damen

und Herrn der OÖ. Krippenfreunde

zum legistischen Teil des Jahrestages eingefunden.

Bedingt durch verschiedene Terminkollisionen

mussten einige Ehrengäste

aus dem Kulturbereich des Landes OÖ

und dem Vorstand des Österr. Krippenverbandes

entschuldigt werden, die jedoch die

besten Grüße und Glückwünschen zum

Event übermitteln ließen. Der Landesobmann,

Kons. Karl Hennerbichler, skizzierte

Obmann Kurt Klenner , Bericht der Linzer Krippenfreunde

Buchkirchner Gitarren- und Hackbrettgruppe


Landesverband Oberösterreich

23

Silberne Ehrennadel – Uschi Vachon

Silberne Ehrennadel – Brigitte Stelzhammer

äußerst kurz, aber präzise, das gesamte Geschehen

des abgelaufenen Verbandsjahres,

unter anderem erwähnte er die positive

Auswirkung der stets aktuellen Homepage

als öffentliches Nachschlagewerk und Informationsinstrumentarium

für alle Krippenfreunde

sowie die derzeitige Stellung des

Landesverbandes Oberösterreich im gesamten

österreichischen Verbandsgefüge. Erfreulich

konnte berichtet werden, dass vom

Verband der Krippenfreunde Österreichs an

zwei Krippenfreunde das Ehrenzeichen in

Gold aufgrund von besonderen Leistungen

auf dem Kultursektor des Krippenwesens

bei der kommenden GV verliehen werde.

Er gab auch als Resümee die mahnenden

Worte bekannt, dass dieser innerhalb der

letzten Jahre erzielte nationale und internationale

Erfolg nur in Zusammenarbeit mit

allen Mitgliedern möglich war, und um diesen

Label zukunftsorientiert ausbauen zu

können, liegt der Schwerpunkt weiterhin

bei der gemeinsamen Basisarbeit mit den

einzelnen Mitgliedern und Organisationseinheiten.

Die Obfrauen und Obmänner

der dreizehn Bezirks- und Ortsgruppen sowie

der Leiter der OÖ. Landeskrippenbauschule

präsentierten sehr ausführlich mit

profundem Wissen ihren Jahresrückblick

und kündigten gleichzeitig die Vorhaben

im neuen Vereinsjahr an, um den Krippenbaugedanken

über unsere Landesgrenzen

hinaustragen zu können.

Der vom Kassier vorgetragene Kassabericht

wurde von allen Mitgliedern erfreulich angenommen,

da aus seinem Zahlenbericht

ein ökonomischer Stil im Rahmen einer gemeinnützigen

Verbandsgebarung zu erkennen

war. Aufgrund des ausführlichen Berichtes

der Kassaprüfer wurde dem Kassier

einstimmig die Entlastung erteilt. In Vollziehung

des Tagesordnungspunktes „Totengedenken“

wurde für alle im abgelaufenen

Landesverbandsjahr verstorbenen Mitgliederinnen

und Mitglieder eine Gedenkmi-

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24

Landesverband Oberösterreich

Silberne Ehrennadel – Mag. Astrid Slattenschek

nute eingelegt. Besonders hervorgehoben

wurde der Verlust unseres Hergottschnitzers

Karl Gruber, der zu Jahresbeginn im

96. Lebensjahr verstarb.

Der Höhepunkt des Landeskrippentages

waren die Ehrungen der verdienten Mitglieder.

Die Ehrennadel in Silber des Landesverbandes

OÖ. erhielten Brigitte Stelzhammer,

Franz Jetzinger, Georg Krutzler

und Johann Koller (alle Krippenfreunde

Altenhof Hausruckviertel), Mag. Astrid

Slattenschek, Ursula Vachon, Ingeborg

Heidlberger und Helmut Pölzleithner (alle

Linzer Krippenfreunde). Mit der Ehrennadel

in Gold des Landesverbandes OÖ.

wurden Christine Friedl und Heinz Berngrube

(beide Bezirksgruppe der Welser

Krippenfreunde) sowie Mag. Josef Mitterlehner

(Bezirksgrippe der Krippenfreunde

Vöcklabruck) geehrt.

Silberne Ehrennadel – Johann Koller

Prof. Dr. Dietmar Assmann (1. LOStv. von

OÖ) wurde im Namen des Präsidenten der

UN-FOE-PRAE, Johann Dendorfer, als äußeres

Zeichen seiner bereits im Jahre 1972

verliehenen UN-FOE-PRAE-Medaille, der

neu geschaffenen UN-FOE-PRAE-Pin in

Gold überreicht.

Im Anschluss an die Laudationes bedankte

sich der LO bei Veronika und Herbert

Klein, die neben der nervenaufreibenden

und äußerst präzisen Kassatätigkeit auch

noch die gesamte Mitgliederverwaltung und

die Homepagebetreuung vollziehen, mit lobenden

Worten für ihren unermüdlichen

Einsatz. Dem Obmann der Bezirksgruppe

der Welser Krippenfreunde, Konsulent

Erich Steindl, wurde für die hervorragende

Organisation und vorbildliche Durchführung

des Jahrestages 2018, stellvertretend für

die gesamte Krippenorganisationseinheit,

Silberne Ehrennadel – Georg Krutzler

Silberne Ehrennadel – Franz Jetzinger


Landesverband Oberösterreich

25

Silberne Ehrennadel – Helmut Pölzleithner

Goldene Ehrennadel - Christine Friedl

als Zeichen für Dank und Anerkennung

ein Tischbanner mit Ständer des Landeskrippenverbandes

überreicht. Gleichzeitig

dankte der LO auch allen jenen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern, die dem örtlichen

Obmann bei der Ausrichtung tatkräftig beigestanden

haben, und der „Buchkirchner

Gitarren- und Hackbrettgruppe“ für ihre

musikalischen Gustostückerln im Rahmen

der Veranstaltung.

In seinen Schlussworten dankte der LO allen

Teilnehmerinnen und Teilnehmern der

JHV für ihre im letzten Jahr vollbrachten

Aktivitäten und die geleistete Zusammenarbeit

sowie für das gegenseitige Vertrauen.

Er kündigte auch eine produktive und zukunftsorientierte

Weiterführung des bereits

eingeschlagenen Weges sowie eine gedeihliche

Verbandsarbeit zur Vollziehung des

statutengemäßen Zwecks und Zieles des

Goldene Ehrennadel – Mag. Josef Mitterlehner

Landesverbandes Oberösterreich des Verbandes

der Krippenfreunde Österreichs an.

Abschließend erfolgten das gemeinsame

Mittagessen und ein gemütlicher Nachmittag

mit zahlreichen Fachgesprächen ohne

offizielles Protokoll.


Gloria et pax


OÖ. Krippenfreunde

Goldene Ehrennadel – Heinz Berngruber

UN-FOE-PRAE-Pin – Prof. Dr. Dietmar Assmann


26 Landesverband Oberösterreich

Beschreibung der Figurengruppen

aus der Sondervitrine

der Lamberg´schen

Krippenfiguren.

Fortsetzung vom Bericht des LV OÖ. Heft

1/2018 „In Steyr haben zwei

historische Krippen eine Herberge

bekommen“

Figurine eines Riesenmenschen

Die Körperproportionen

dieser Figurine

mit den überaus langen

Beinen erinnern

an den Riesen von

Lengau, als den man

Franz Winkelmeier

(1860 – 1887) mit seiner

angeblichen Körpergröße

von 2,58

Meter bezeichnete.

Da aber die Züge dieser

Figurine mit dem

Schnauzbart mit jenen

des „Riesenmenschen“

nichts gemein

haben, könnte es sich

hier auch nur um eine

Anspielung oder um

Figurine Riesenmensch

eine gestalterische Manieriertheit

handeln.

Figurine eines k.u.k. Regimentstambours

Zweite Hälfte 19. Jahrhundert

Diese Figurine stellt einen k.u.k. Regimentstambour

dar. Er trägt die in der

österreich-ungarischen Armee von 1867

bis 1918 vorgeschriebene Infanterieuniform.

Die Bezeichnung Tambour leitet

sich von der französischen Bezeichnung

für Trommler ab. Der Regimentstambour

geht der Regimentsmusik mit seinem langen

verzierten Taktstock, dem Tambourstock,

voran. Er ist mit dem dunkelblauen

Uniformrock der „deutschen“ Infanterieregimenter

bekleidet, erkennbar nach

den geraden farbigen

Ärmelaufschlägen.

Je nach Regiment

waren die Farben

der Ärmelaufschläge

und des Kragens unterschiedlich

ausgeführt.

Am Rock des

Regiments-tambours

sind die Aufschläge

zweifelsfrei als rot zu

erkennen. Er trägt

dazu die lichtblaue,

später aber nachgedunkelte

Uniformhose

der „deutschen“

Infanterieregimenter,

sowie - als Kopfbedeckung

– den Infanterietschako.

All diese Uniformstücke sind

bereits in der Adjustierungsvorschrift für

das k.u.k. Heer von 1871 festgelegt und

bleiben bis zum Ende der Monarchie 1918

nahezu unverändert.

Figurinen mit blau-rotem Uniformrock

Bei diesen beiden Figurinen handelt es

sich wohl um preußische Infanteristen. Die

Zusammenstellung, bzw. die Kombination

vom dunkelblauem Rock mit roten Aufschlägen,

weißer (ärmellosen) Weste und

weißer Kniehose sowie Stoffgamaschen

sind – wie deren Schnitt – typische Merkmale

der preußischen Infanterie Friedrichs

des Großen. Die

Zopfperücken

mit nur einer

Locke links und

rechts, deuten

ebenfalls auf die

Figurine mit blaurotem Uniformrock

Figurine k.u.k. Regimentstambour

zweite Hälfte

des 18. Jahrhunderts

hin. Es

fehlen den Figuren

jedoch die

Kopfbedeckung

– entweder die


Landesverband Oberösterreich

27

Grenadiermütze mit vorne spitz zusammenlaufendem

Messingschild oder der

Hut in Form eines schwarzen Dreispitzes

aus Filz.

Zwei Figurinen in grünen Gehröcken

Ob es sich bei den Figuren mit ihren grünen

Röcken, roten Westen und schwarzen

Kniehosen um reguläre Soldaten handelt,

lässt sich nicht

mit Bestimmtheit

sagen. Die

Uniformierung

der Jägertruppe

als leichte

Infanterie in

den europäischen

Ameen

Zwei Figuren in grünen Gehröcken

leitete sich

von den zivilen

Jägern ab

und da beide

Figuren über

keine militärspezifischen Merkmale wie

Blank- oder Feuerwaffen, Gamaschen

oder Sonstiges verfügen, könnten die beiden

ebenso Leibjäger eines Grafen oder

Fürsten sein.

Figurine in hellblauem Dolman - Figurine

in rotem Dolman

Es gab Husaren nicht nur in der Armee

Maria Theresias. So wurden beispielsweise

in Frankreich,

Bayern oder

auch in Preußen,

ja sogar selbst

in Schweden,

Husarenformationen

nach ungarischem

Vorbild

aufgestellt.

Da nahezu jedes

Regiment über

eigene Uniformfarben,

Schnur-

Figurine in hellblauem und

rotem Dolman

collection IMMANUEL

faszinierend bis ins kleinste Detail


28 Landesverband Oberösterreich

verzierungen, usw. verfügt, und erst gegen

Ende des 18. Jahrhunderts / Anfang des

19. Jahrhunderts sich ein Trend in Richtung

Vereinheitlichung innerhalb der jeweiligen

Armeen bemerkbar machte, ist

eine genaue Zuordnung dieser Figuren

kaum möglich. Neben den berittenen Husaren

gab es jedoch auch die sogenannten

Panduren, wie die Soldaten entlang

der Militärzone zum Osmanischen Reich

bezeichnet wurden, die sich zumeist aus

Kroaten, Rumänen, Serben und Ungarn

zusammensetzten und die ebenfalls ihre

regionale Bekleidung mit Verschnürungen

und Verzierungen trugen.

Figurine in weiß-rotem Uniformrock

Der Schnitt der Uniformröcke mit den

geschweiften offenen Vorderteilen, das

Fehlen von Uniformkrägen, die verhältnismäßig

knapp geschnittenen und eng

anliegenden Ärmel sowie die weiten, langen

Rockschöße einerseits, und anderseits

die kurzen, verschnürten Dolmane

und die eng anliegenden ungarischen

Hosen, lassen eine zeitliche Zuordnung

der Uniformierten in die zweite Hälfte

des 18. Jahrhunderts zu, also in die

Zeit des Siebenjährigen

Krieges

(1756 – 1763) oder

kurz danach. Der

Schöpfer dieser

Figuren scheint

über große Detailkenntnisse

verfügt

zu haben, stimmt

doch die Uniform

bis in kleinste

Details wie

Figurine in weiß-rotem Uniformrock

Schnitt, Farbzusammenstellung,

Rockaufschläge

oder Knöpfe mit

beispielsweise

preußischen Originaluniformen

überein, die sich in der Sammlung des

Berliner Zeughauses im Deutschen Historischen

Museum aus der Zeit Friedrich des

Großen erhalten haben. War der Puppenmacher

vielleicht selbst Angehöriger einer

kriegsführenden Macht im Siebenjährigen

Krieg und vielleicht auch Augenzeuge bei

Gefechten oder Kampfhandlungen? Bei

dem hier vorgestellten Soldaten in weißer

Uniform dürfte es sich aufgrund der hohen

ledernen Stiefel um einen Berittenen,

also um einen Kavalleristen handeln.

Gruppe von Figurinen mit hellblauen

Dolmans

Die Figuren tragen allesamt ungarische

Nationaltracht, also mit reicher Schnurverzierung

und enganliegenden ungarischen

Hosen, die an den Nähten und am Oberschenkel

ebenfalls Schnurverzierungen

zeigen. Sie tragen auch sogenannte Säbeltaschen,

die ursprünglich reiche Verzierungen

aufweisen – meist verschlungene

Initialen des jeweiligen Herrschers oder

Fürsten („MT“ für Maria Theresia oder

„E“ für Esterházy). Die Husaren, die im

Gegensatz zu den Kürassieren als leichte

Kavallerie für schnelle Vorstöße und Erkundungsdienste

eingesetzt wurden, leiteten

ihre Uniform von der ungarischen

Nationaltracht ab.

Gruppe von Figurinen mit hellblauen Dolmans


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Dieses umfangreiche Krippenbaubuch ist durchgehend bebildert und zeigt überwiegend Werke

und Arbeiten aus meiner Krippenwerkstatt. Dabei wird nicht nur Interessantes über den Orientalischen-

und Heimatlichen Krippenbau angeführt, sondern erstmalig der Bau von Kastenkrippen,

Fasten- und Papierkrippen auf einfachster Weise vorgestellt. Anleitungen über Kleistertechnik,

Marmorieren und Krippenbotanik kann man darin ebenso erfahren, wie Wissenswertes über das

Krippenbergmalen, Beizen und Figurenfassen. Wer sich für die umfangreiche Krippenbaukunst

interessiert, wird dieses Buch mit Vergnügen lesen und in die Praxis umzusetzen verstehen.

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Landesverband Oberösterreich

29

Vier Mohrenkönige mit Federschmuck

Bis ins 17. Jahrhundert galt in den Allegorien

der Erdteile der Federschmuck

als Hinweis auf Amerika. Im Barock

spiegelt sich dies auch in der Darstellung

der Heiligen Drei Könige, die nun

auch vermehrt Federschmuck auf ihren

Kopfbedeckungen trugen. Ausladender

und farbenprächtiger Federschmuck

ziert im Barock aber auch die Kopfbedeckung

von Regenten, Schauspielern,

Sängern und auch von Pferden. Bei den

Rossballetten am Hof des französischen

Sonnenkönig Ludwig XIV, traten beispielweise

die Akteure als Vertreter damals

exotischer Nationen wie Türkei,

Persien oder Indien auf. Ihm machte es

Kaiser Leopold I. bald nach und trat mit

seltenen Straußen- und Raigerfedern als

Kopfbedeckung auf. Der Federschmuck

wurde im Verlauf des 18. Jahrhunderts

aber nicht mehr allein als exotisches Accessoire

eingesetzt, sondern als Ausdruck

modischer Extravaganz.

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Mit diesem Film werden brauchbare Anleitungen zur

Herste lung von kleinen Ziergegenständen und

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Tiroler Kastenkrippe

selber bauen

von Peter Schre tl

Der Wunsch eine Weihnachtskrippe zu bauen erfasst in

unserer Zeit immer mehr Menschen. Dieser Krippenbaufilm

zeigt, wie eine Tiroler Kastenkrippe vom Aufbau - Schri t für

Schri t bis zur Fertigste lung - gebaut wird.

Dazu haben sich ein Filmemacher und ein Krippenbauer

zusammengetan, um einen Film zu scha fen, der ausführlich

zeigt wie’s gemacht wird, so dass auch Neueinsteiger mit

etwas Geschick, mühelos eine Krippe nachbauen können.

Beginnend mit dem Bau des Kastens und der Krippe, wird

a les Wichtige an Hand zahlreicher, klarer Anleitungen und

origine ler Ideen, in einer leicht verständlichen Art vermi telt.

Des weiteren zeigt der Film eine Reihe von Beispielen aus der

Praxis. Das Anrühren von Krippenmörtel oder Krippenschnee

wird ebenso gezeigt, wie das Mischen von Farben und

Beizen.

Auch das Gestalten und Malen eines dazu passenden

Hintergrundes, der Beleuchtung des Sternenhimmels oder

dem Anfertigen von gläsernen Eiszapfen ist ein Teil des Films

gewidmet.

A les in a lem ein sehenswerter Krippenbaufilm, den sich jeder

Krippenbauer anschauen so lte!

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Tiroler Kastenkrippe

selber bauen

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Teil 2

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Vier Mohrenkönige mit Federschmuck

Fotos: Ing. Wolfgang Hack



Steyrer Krippenfreunde

Ausstellungstext: Dr. Hannes Etzlsdorfer

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30 Landesverband Oberösterreich

Passionskrippenseminar

in Höhnhart

In einer Ortsgruppe der Bezirksorganisation

der Krippenfreunde Oberes Innviertel,

wurde das für einen Krippenbauer

unliebsame Thema „Passion Christi“ aufgegriffen.

Das Eingehen auf dieses Thema

erfordert vom Krippenbauer eine größere

Hinwendung zum Glauben, als die Errichtung

einer Weihnachtskrippe mit der

fröhlichen Geburt von Jesus. Zugegeben,

es besteht eine innerliche Abneigung zum

Mysterium am Leidensweg Christi mitzuwirken,

welcher mit Trauer und Tod verbunden

ist. Dies dürfte wohl der Grund

einer begrenzten Mitwirkung an dieser

Aufgabenstellung sein.

Fasten- oder Passionskrippen sind Krippen,

die das Leiden und Sterben Jesus

Christus darstellen. Die „Ernste Krippe“,

wie sie auch oft genannt wird, umfasst die

Kirchenjahreszeit, vom Palmsonntag bis

Ostermontag. Ebenso wie die Weihnachtskrippe

geht die Entstehung der Fastenkrippe

in die Zeit des frühen Mittelalters

zurück. Besonders gefördert wurde sie

von den Jesuiten in der Zeit der Gegenreformation.

Die Idee von der Darstellung

des Heiligen Grabes dürfte wohl von den

Teilnehmern der Kreuzzüge stammen. Zuerst

standen die Fastenkrippen nur in den

Kirchen und Klöstern, ab dem späten 18.

Segnung der Krippen

Jahrhundert dann auch in Privathäusern.

Fastenkrippen stellen szenisch die Passion

Christi dar und stehen vor allem eng

mit dem geistlichen Schauspiel der Barockzeit

in Verbindung. Beginnend mit

dem Einzug in Jerusalem am Palmsonntag

werden die einzelnen Geschehen gereiht,

bis zur Kreuzigung, manchmal auch bis

zur Auferstehung. Große Fastenkrippen

sind meist aus Holz geschnitzt oder ausgesägt.

Zur Aufstellung in den privaten

Häusern wurden häufig Papierkrippen

geschaffen. Sie wurden von bekannten

Künstlern gezeichnet oder gemalt (die

Fastenkrippe von Götzens/Tirol mit über

250 Figuren, gezeichnet von Georg Hallers

1772 – 1838), dann in großer Auflage

als Ausschneidebögen verlegt. Die Landesobfrau

von Steiermark hatte 2015 mit

den Mitgliedern ihres Krippenbauvereins

als Gemeinschaftsarbeit eine rund vier

Quadratmeter große Fastenkrippe für die

Pfarre der Gemeinde Grafendorf Stmk geschaffen.

Seminarteilnehmer

Fotos: Manfred Priester

Unter fachspezifischer Anleitung und

Mitwirkung des Krippenbaumeisters Josef

Manglberger, gleichzeitig auch Obmann

der Bezirksorganisation Oberes Innviertel,

und des Krippenbaulehrers Manfred Priester

haben 7 Krippenfreunde (4 Damen

und 3 Herrn) je eine Fasten- bzw. Passionskrippe

nach ihren Vorstellungen in den

unterschiedlichsten Größen und Ausfüh-


Landesverband Oberösterreich

31

rungen angefertigt. Für dieses Vorhaben

war die kleine Kellerwerkstätte des Mag.

Michael Ridler an zahlreichen Abenden

ausgebucht. Jede errichtete Fasten- bzw.

Passionskrippe lebt durch die kreative Idee

des Erbauers und konnte im Vergleich in

ihrer Art nicht unterschiedlicher sein. Am

vergangenen Ostermontag wurden die sie-

ben Passionskrippen in der Pfarrkirche von

Höhnhart zur Betrachtung aufgebaut und

in einer liturgischen Feierstunde vom Pfarrer

Kons. Mag. Franz Girlinger gemeinsam

mit der Pastoralassistentin Mag. Christine

Gruber-Reichinger gesegnet.



Krippenfreunde Oberes Innviertel

Erbauer Josef Friedl

Erbauer Mag. Michael Ridler

Erbauer Josef

Erbauerin Manuela Reinthaler

Erbauerin Helga Wölflingseder

Erbauer Hannes Schober

Erbauerin Maria Pieringer


32 Landesverband Oberösterreich

Schwanthalerkrippe –

Altmünster –

Figurenbeschreibung, 5.Teil

„Da kamen d'Rössa schwarz und

braun, drauf saßen hohe Herrn“

Tierfiguren in der Kirchenkrippe

von Altmünster (Auswahl)

fremdländischen Tiere basiert zu dieser

Zeit nur auf Beschreibungen und ließ

fantastische Wesen entstehen, Kamele

und Dromedare mit überlangen Hälsen,

Elefanten eigenartig proportioniert und

mit einem originellen Rüssel versehen.



Krippenfreunde Bad Ischl

Dr. Mag. Elisabeth Maria Wimmer

Johann Georg Schwanthaler legte großen

Wert auf die naturalistische, lebensnahe

und lebendige Gestaltung der

heimischen Tiere. Die Ausführung der

Schalmei spielender „Juchheißa“ mit tanzendem

Bock

Hirten mit Schafen und Rindern

Dromedar; in der Krippe befindet sich weiters ein

zweihöckriges Kamel


Landesverband Oberösterreich / Landesverband Steiermark

33

Einer der drei Rossknechte mit Fuchs


Fotos: Dr. Mag. Elisabeth Maria Wimmer

Elefant mit Truhen beladen; er weist vom Körperbau

einige Merkmale anderer Tiere auf

Landesverband

Steiermark

Obfrau: Waltraude Lechner, Lechen 32, 8232 Grafendorf/Hartberg, Tel. 0664/4864721

E-Mail: waltraudelechner@gmx.at, www.krippenfreundeoststmk.at

Krippenfreunde Oststeiermark

20 Jahre Dorfkrippe Grafendorf/H.

Im Takt stimmungsvoller, vorweihnachtlicher

Klänge der Waisenbläser sind sie in

Form einer Sternwanderung, kommend

aus allen Katastralgemeinden mit flackernden

Laternen vor der lebensgroßen

Dorfkrippe erwartungsvoll eingetroffen.

13 geschnitzte/bekleidete Figuren zählt

die gesamte Szenerie zur Zeit. Kinder und

Erwachsene lauschten der Herbergsuche

mit Maria, Josef und dem Wirt, ehe das

beeindruckende Krippenspiel der Theatergruppe

zur Aufführung gelangte. In einem

Reim zusammengefasst, gab die Initiatorin

Waltraude Lechner Einblick in die Entstehungsgeschichte

der Krippe. Ehe Geistl.

Rat. Pfr. Mag. Alois Puntigam Juritsch den

Segen spendete und zur heiligen Messe

einlud, dankte Bgm. Johann Handler allen

Mitwirkenden, die zum Gelingen des Festabends

beigetragen haben.

Dorfkrippe von Grafendorf/ Hartberg

Einladung zur Fuß- u.

Bus-Wallfahrt nach Mariazell

26. Juni, Abmarsch in Birkfeld

28. Juni Buswallfahrer ab Hartberg,

Wortgottesdienst um 15 Uhr beim

Gnadenaltar mit

Krippenfreund Franz Kopper

Info: 0664/4864721


34

Landesverband Vorarlberg

Landesverband

Vorarlberg

Obmann: Josef Hagen, Kirchgasse 17c, 6804 Altenstadt, Tel. 05522/81811

info@krippevorarlberg.at

Abschlussabend der

Vorarlberger Krippenschule

Die Vorarlberger Krippenschule zeichnet

seit vielen Jahren für die ständige Qualitätsverbesserung

in den Krippenbauvereinen

verantwortlich. Und das Interesse der

Krippeler an den zahlreichen Kursen ist

nach wie vor ungebrochen. Nicht weniger

als 93 Teilnehmer konnten in den 13

verschiedenen Kursen der Krippenschule

gezählt werden. Auch das Kursangebot

ließ in seiner Vielfalt keine Wünsche offen

und deckte ein breites Spektrum im

Krippenbau ab: neben der klassischen

Ausbildung zum Krippenbaumeister,

standen Kurse in den verschiedensten

Bereichen auf dem Programm. Polystyrolkurse,

diverse Malkurse, Fassmalkurs,

Dekorationsvergolden, Marmorierkurse,

Botanik und ein Bewerterkurs standen

heuer zur Auswahl. Die 18 Kurslehrer,

die teilweise in mehreren Kursen unterrichteten,

standen mit Rat und Tat den

Teilnehmern zur Seite. Den größten Zuspruch

fanden die Ausbildungskurse zum

Krippenbaumeister. Alleine 41 Teilnehmer

besuchten diese Vorbereitungskurse.

Eine kleine Änderung in der Umsetzung

des Lehrplanes gab es heuer, denn es lag

der Foklus nicht mehr allein darauf, dass

am Ende der Ausbildungskurse 2 und 3

jeweils eine fertige Krippe präsentiert

werden konnte. Der Schwerpunkt lag

darauf, dass jeder Kursteilnehmer alle

verschiedenen Details auf seiner Krippe

ausprobieren konnte. Auch in Bezug auf

das Fassen der Krippen gab es eine Neuerung:

erstmals stellte die Krippenschule

einheitliche Farbkästen zur Verfügung,

die von den Kursteilnehmern begeistert

aufgenommen wurden.

Gleich 5 Absolventen, die alle Ausbildungskurse

absolviert haben, traten heuer

zu Meisterprüfung an. Sie alle bauten

nach eine gezogenen Prüfungsaufgabe

eine heimatliche oder eine orientalische

Krippe. Dieser Kurs fand heuer in Hard

statt und unser stellvertretende Landesobmann

Dietmar Schneider leitete als

Hausherr diesen Kurs. Nach einer Woche

intensiven Bauens stellten sich die Kandidatinnen

und Kandidaten mit ihren Krippen

einer strengen Jury und groß war die

Freude, als klar war, dass alle mit Bravour

bestanden haben.

Natürlich muss ein solcher Erfolg auch in

einem würdigen Rahmen gefeiert werden.

Und so lud der Landesverband zum Abschlussabend

der Krippenschule Vorarlberg

nach Koblach. Auch heuer wieder

fanden viele Ehrengäste den Weg nach

Koblach. Unter ihnen der Vorsitzende

des Österreichischen Krippenverbandes,

Herr Klaus Gspan, die Präsidentin der

Krippenfreunde Liechtensteins, Frau

Cornelia Konrad und der Altpräsident

Hugo Lins mit seiner Gattin Edith. Am

Beginn des Abends stand eine Ehrung

durch den Landesobmann Josef Hagen

an, der die Gelegenheit nutzte, um den

Krippenfreund Johann Feurle aus Sulzberg

zu ehren. Johann konnte bei der

Landesverbandstagung in Koblach leider

krankheitsbedingt nicht teilnehmen und

so nutzte Josef diesen Abend, um Johann


Landesverband Vorarlberg

35

Hans Steidl und Heinrich Sorko. Den

Vorsitz der Prüfungskommission hatte

der Koordinator der Krippenschule Österreich,

Kurt Hofer. Unter großem Applaus

überreichte Klaus Gspan den neuen

Krippenbaumeisterinnen und -meistern

ihre Diplome.

Vlnr.: Reinhard Feiersinger – Krippenzeitung, Geschäftsführerin

Cilli Linher. Landesobmann Stellvertreter

Dietmar Schneider, der geehrte Johann Feurle

und Landesobmann Josef Hagen

die verdiente Ehrung mit dem «Silbernen

Ehrenzeichen des Vorarlberger Krippenverbandes»

zu überreichen.

Dann übergab Josef das Mikrofon an

die Leiterin der Krippenschule, Carmen

Lassnig. In gewohnt eloquenter Manier

überreichte sie den Absolventen der verschiedenen

Kurse ihre Diplome. Den Höhepunkt

aber stellte natürlich die Verleihung

der Meisterdiplome dar. Nach einer

Woche Bauzeit präsentierten die 5 Kandidatinnen

und Kandidaten ihre Werke der

Jury, bestehend aus Alois Aufschnaiter,

Dass diese Meisterfeier etwas Besonderes

werden würde, lag nicht nur an der Tatsache,

dass es erstmals mehr Frauen als

Männer im Meisterkurs gab, sondern

auch daran, dass die Meisterinnen sich etwas

ganz Besonderes ausgedacht hatten.

Sie präsentierten sich in eigenen T-Shirts,

die mit der Aufschrift «Krippenbaumeischtare»

oder «Krippenbaumeischtar»

versehen waren. Auch der «Bauleiter»,

Dietmar Schneider, wurde in ein solches

Shirt gesteckt, sehr zur Freude aller Anwesenden.

Nach der Diplomverleihung feierten die

neuen Meisterinnen und Meister noch

lange mit ihren Freunden, und der Abschlussabend

der Krippenschule endete

erst spät. Wir gratulieren unseren neuen

Krippenbaumeistern noch einmal ganz

herzlich und wünschen ihnen noch viel

Freude beim Krippen bauen und lehren.


Clemens Feßler

LO Josef Hagen mit den neuen Krippenbaumeistern Anita Malin, Karl Teußl, Bernhard Matt, Sabine Blauensteiner

und Kornelia Tiefenthaler und der «Bau-Aufsicht» Dietmar Schneider


36 Landesverband Wien

Landesverband

Wien

Obfrau: DDr. Ilse Ofner, Kierlingerstraße 24 B, 3400 Klosterneuburg, Tel. 0650 8809460

ofner.ilse@web.de · www.krippe-wien.at

Krippenfahrt 2018 nach

Böhmen, ins

„Land der Krippen“

vom 05.01.-06.01.2018.

Bei dieser Reise in unser Nachbarland

Tschechien besichtigten wir eine Auswahl

besonders wertvoller Krippen. „Weihnachtsgeschichte

und Szenen aus dem

Volksleben“ so könnte man das beschreiben,

was in den Krippen aus Böhmen

zu sehen ist. Die Tschechische Republik

zählt zu den „Weltmächten in Sachen

Krippen“.

1562 stellten Jesuitenpater in Prag die

erste Weihnachtskrippe nördlich der Alpen

auf. Mit der figürlichen Darstellung

der Heilsgeschichte versuchten sie den

katholischen Glauben in die reformierten

Gebiete Böhmens und Mährens zurückzubringen.

Die Krippe war ein Missionsmittel,

um auch den ungebildeten Menschen

Glaubensinhalte näher zu bringen.

Rasch verbreitete sich die Weihnachtskrippe

im Prager Umland und wurde

von den katholischen Ordensbrüdern in

die Kirchen des Landes gebracht. Durch

das Krippenverbot Ende des 18. Jahrhunderts

(Joseph II.) entwickelte sich die

Weihnachtskrippe zum festen Brauch der

Bauern und Bürger. Besonders in den

Haushalten der Vorgebirgsgebiete war

das Aufstellen von selbst gebauten Krippen

sehr verbreitet. Die Anfertigung von

Krippen, egal ob aus Holz, Papier, Gips,

Keramik oder Lebkuchen, wurde Tradition,

die bis heute gepflegt wird.

In den Notzeiten der Weltkriege gab es

ein besonderes Verbundenheitsgefühl zu

Krippe. Ihr kam eine völkerverbindende

und tröstende Funktion zu. Der Weihnachtskrippenbrauch

brachte inmitten

der Kriegswirren ein Stück Normalität in

den Alltag der Menschen zurück.

Flucht und Vertreibung leiteten den Niedergang

des böhmisch-mährischen Krippenbaus

ein. Wenige Krippen fanden

ihren Platz im Fluchtgepäck. Dennoch

nahmen die „Mannlbauer“ ihr Können

und Wissen in die neue Heimat mit und

schufen teilweise dort weiter Krippen.

Die Region der ehemals deutschen Gebiete

Tschechiens war besonders vielfältig

in ihren Stilrichtungen, der Herstellung

und der verwendeten Materialien.

Anfangs noch klassisch aus Holz geschnitzt,

verwendeten die Krippenhersteller

bald auch Ton, Porzellan, Brotteig,

Pappmaché als Werkstoffe. Bauern,

Bergleute, Handwerker, vor allem Weber,

entdeckten im „Mannlmachen“ einen

gewinnbringenden Nebenerwerb und

brachten neue Einflüsse und Ideen in

ihre Arbeiten ein. Die unterschiedlichsten

Materialien zur Anfertigung der Figuren

und zum Bau der Szenerie wurden

aus der näheren Umgebung kostenlos

oder zumindest günstig beschafft. Entweder

sammelte man das, was die Natur

oder der eigene Haushalt hergab oder

man bediente sich der Werkstoffe, die

das Handwerk und die Industrie verarbeiteten.

Dazu gehörten Holz und Papier

genauso wie Brotteig.


Landesverband Wien

37

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts fand

die Romantik Einzug in den Krippenbau,

schwärmerisch heimatliche Landschaften

wurden mit morgenländisch gekleideten

Figuren besetzt. Die Besinnung auf die

tschechische Heimat brachte volkstümliche

Krippen mit charakteristischer

regionaler Tracht und Sitte; sie waren

Ausdruck der regionalen Identität der

Menschen. Mit der Industrialisierung

wurde Papier zur Massenware und zum

beliebten Krippenbaustoff. Bilderbögen

der einheimischen Verlage fanden als „Armeleutekrippe“

Einzug in viele Wohnhäuser.

In der typisch tschechischen Weihnachtskrippe

sind die Berge und Städte neben

der Darstellung von Christi Geburt, der

Heiligen Familie, den Engeln und Hirten

mit Schafen sowie Szenen aus dem

Alltagsleben nachgestellt. Die Menschen

dieser Gegend - Landarbeiter und Stadtbewohner,

Vertreter der unterschiedlichsten

Berufsgruppe, zum Beispiel der Jäger

mit geschultertem Gewehr - der Christus

symbolisiert, der das Böse aus der Welt

jagt; der Rauchfangkehrer mit Leiter, der

als Bote des Übergangs, vom Irdischen

zum Himmlischen gesehen wird; der Fischer

mit Fisch; der Wilddieb, der sich

ein Reh über den Arm gelegt hat; der

Nachtwächter der ins Horn bläst; der

Gastwirt, Bauern und Bäuerinnen, Mägde,

Knechte und Kinder. Außerdem ist

eine tschechische Weihnachtskrippe ohne

Musikanten fast nicht vorstellbar. Zu

guter Letzt auch Ziegen und Enten. Kurz

und gut - das ganze Dorf und alles was zu

ihm gehört, erweisen dem kleinen Messias

ihre Ehre und sind Überbringer von

Geschenken, wie beispielsweise Lamm,

Mehl, Gans, Bierfass. Damit findet die

Geburt Christi mitten in der Alltagswelt

des Betrachters statt.

Ab dem 18. Jahrhundert entstanden

große Krippenlandschaften, sogenannte

Krippenberge, die ganze Zimmer einnahmen

und die von Jahr zu Jahr reicher


38 Landesverband Wien

ausgestattet und vervollständigt wurden.

Sie erzählen rund um die Weihnachtsgeschichte

mit einer Fülle von Szenen vor

bunter Stadtkulisse vom Alltagsleben,

originalgetreu der böhmischen Heimat

nachempfunden.

1. Tag - Jindrichuv Hradec (Neuhaus)

Das Bezirksmuseum, das im Renaissancegebäude

des ehemaligen Jesuitenseminars

seinen Sitz hat, beherbergt die größte

volkstümliche mechanische Weihnachtskrippe

der Welt:

• die Krippe ist 17 m lang, 2 m hoch, mit

einer Fläche von 60 m 2

• sie enthält mehr als 1 398 Figuren von

Menschen und Tieren, von denen 133 beweglich

sind

• die Tier- und Menschenfiguren sind

etwa 16 cm groß, aus Holz, manche aus

kaschiertem Stoff - einem besonderen

Gemisch aus Mehl, Sägespäne, Gips und

Leim. Und das alles ist mit Kleisterfarbe

bemalt

• die ganze Landschaft, einschließlich der

Felsen, sind aus Packpapier hergestellt,

dann mit Staub aus Bleierz überzogen.

Bei der Erzgrube sind sogar die Adern im

Gestein nachgebildet

• die Bewegungen gehen von einem einzigen

Zentrum aus. An der Mechanik

wurde im vergangenen Jahrhundert so

gut wie nichts verändert. Nur einige der

Stoffriemen und Lederbänder mussten

ausgewechselt werden. Der Mechanismus

besteht aus Federn, Drähten, Zahnrädchen,

Riemen und sogenannten Endlosbändern,

die über kleine Spulen geführt

werden. Die Tierfiguren laufen auf Bändern

befestigt über die Krippe. Zurück

geht es dann kopfüber bis sie wieder

richtig herum oben in der Krippe auftauchen.

Und so läuft das immer im Kreis.

Das sieht alles recht primitiv aus, ist aber

absolut zweckmäßig konstruiert

• der Sohn des Krippenbauers widmete

1936 die Weihnachtskrippe dem Museum

• 1936 wurde zu beiden Seiten Krippen

der Gebrüder Steinocker aufgebaut und

1967 zu einem Komplex zusammengesetzt

• der Handbetrieb wurde 1966 auf Strom

umgestellt

• 1998 erfolgte die Eintragung ins Guinness-Buch

der Rekorde, 80 Jahre nach

dem Tod des Erbauers

Der Erbauer der Krippe war Tomás Kryza,

der als Meister der Strumpfstrickerzunft,

im südböhmischen Städtchen Hradec,

seine Familie ernährte. Die Krippe war

ein leidenschaftliches Hobby, mit dem

er sich 60 Jahre seines Lebens unablässig

beschäftigte. Gebaut wurde aus dem,

was gerade zur Hand war. Am Ende ist

es ihm gelungen, die größte mechanische

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Landesverband Wien

39

Weihnachtskrippe der Welt, im Format

einer 2-Zimmer-Wohnung, zu bauen.

Der älteste Teil ist die Darstellung der

biblischen Ereignisse, umringt von städtischer

Architektur und ländlicher Umgebung.

Drumherum ist im Laufe eines

Lebens ein Gewimmel von Häusern, Palästen,

Hütten und Tempeln entstanden.

Hier schlägt ein Schmied sein Eisen, dort

melkt ein Mädchen eine Kuh, zwei Ziegenböcke

schlagen krachend ihre Hörner

gegeneinander und Bergleute fördern das

schwarze Gold ans Tageslicht. Mensch

und Tier sind in diesem Krippenkosmos

in geschäftiger Bewegung.

Mit seinem Weihnachtswunder hat Tomás

Kryza seiner Welt des 19. Jahrhunderts

ein liebevolles Denkmal gesetzt.

2. Tag - Karlstejn (Karlstein) und

Krystofovo Údolí (Christophsgrund)

Im privaten Weihnachtskrippenmuseum

in Karlstein, untergebracht im barocken

Pfarrhof aus dem 18. Jahrhundert, sind seit

1995 Krippen verschiedener Epochen zur

Schau gestellt. Es ist die größte Krippensammlung

der Tschechischen Republik.

Unter den ausgestellten Krippen befinden

sich Raritäten wie Krippen aus Brot,

Zucker oder Wachs. Einmalig sind auch

die Miniaturkrippen in einer Kokosnuss-,

Walnuss- oder sogar in einer Haselnussschale.

Die Krippen, die bis 150 Jahre alt

sind, haben einen großen historischen

Wert. Das älteste Exponat zeigt das

Christkind in einer ziemlich kompromittierenden

Situation - während der Beschneidung.

Zu den wertvollsten Stücken zählt die

mechanische Königskrippe, die ganze

80 m 2 beansprucht und seit 1998 im

Dachgeschoß untergebracht ist. Die Krippe

vereint in sich biblische und tschechisch-historische

Elemente. Außer dem

Riesenmodel der Burg Karlstein wird sie

mit 46 Holzfiguren der böhmischen Geschichte

geschmückt. Fast wird der Eindruck

erweckt, als wäre Jesus am Fuße

der Burg, in einer Höhle zur Welt gekommen

- und das auch nicht vor 2000

Jahren, sondern zur Zeit der Ritter. Mit

Geschenken kommen alle Persönlichkeiten

von Rang und Namen zu ihm und

wurden verewigt. Dazu gehören unter

anderem der Heilige Wenzel, Kaiser Karl

IV., sein Hofmaler Meister Theoderich

von Prag, Kaiserin Maria Theresia, Georg

von Podiebrad (1458-1471 König von

Böhmen und erster König in Europa der

dem katholischen Glauben abschwor) sowie

Tomás Garrigue Masaryk (1918-1935,

Mitbegründer und erster Präsident der

Tschechoslowakei). Auch die Weiße Frau

kommt, um mit Wein anzustoßen; eine

Hussitenhorde läuft zum Burgtor; selbst

ein Ritterturnier ist im Gange; Bauern

bereiten die Weinlese vor und am Bach

wird Wäsche gewaschen. Die aus Holz

geschnitzten Marionettenfiguren sind in

zeitgemäßer Kleidung angezogen.

Im Dorf Christophsgrund in Nordböhmen,

nicht weit vom Dreiländereck mit


40 Landesverband Wien

Polen und Deutschland entfernt, empfangen

auf einem kleinen Parkplatz in der

Mitte des Dorfes, Josef, Maria und das

Christuskind in Lebensgröße, den Besucher.

Schöpfer dieser 16 m großen Krippe

ist der tschechische Künstler Jozef Jira,

Maler, Grafiker und Illustrator.

Schräg gegenüber, auf der anderen Straßenseite,

befindet sich ein altes Schulgebäude

mit der Aufschrift „Gastwirtschaft

Zum Christophorus“.

Eine Holztreppe führt in das obere Stockwerk,

wo sich zwei ehemalige Klassenzimmer

befinden, die heute das Krippenmuseum

beherbergen. Mehr als zwanzig

Krippen sind hier aufgestellt - große,

kleine, statische oder mechanische, aus

Papier, Pappmasche, Holz oder Zinn.

Manche ähneln Landschaften von Modelleisenbahnen

und füllen den halben

Raum aus, andere sind gestaltet wie kleine

Guckkästen, die einen fast intimen

Blick mitten in das Geschehen der Heiligen

Nacht gewähren.

Viele der Krippen, vor allem die großen,

stammen noch aus der Zeit vor dem

Zweiten Weltkrieg, als sich in Christophsgrund

über 96 Prozent der Bevölkerung

zur deutschen Nationalität bekannten.

Im 19. bis ins beginnende 20. Jahrhundert

hinein fertigte man in Krystofovo

Údolí noch Krippen im so genannten

Tiroler Stil an - Berglandschaften mit Almen,

Kühen und Waldarbeitern. Das älteste

Exponat der Tiroler Krippen stammt

von 1846 von Franz Pohl. Zu den interessantesten

Ausstellungsstücken zählt auch

die Weihnachtskrippe im orientalischen

Stil des Bauern Müller; die vor dem Krieg

noch 35 m 2 maß, von der allerdings nur

noch ein Drittel erhalten blieb.

Eine weitere Besonderheit im Museum

stellt die sogenannte Cikorka-Krippe aus

der Zeit der ersten Tschechoslowakischen

Republik dar. Cikorka war ein Ersatzkaffee.

Wenn einem Kolonialwarenhändler

dieser Ersatzkaffee geliefert wurde, fand

er in der Kiste obenauf einen großen farbigen

Bogen - eine Papierkrippe mit Figuren

zum Ausschneiden. Und wenn der

Händler neue Kunden gewinnen wollte,

so verschenkte er sie zu Werbezwecken.

Das Museum bot auch Sehenswertes

rund um Weihnachten an, wie Christbaumständer,

und Glasschmuck in den

vielfältigsten Varianten, wie sie in Böhmen

erzeugt wurden.

3. Tag - Trebechovice (Hohenbruck)

Das Museum Betlém zählt mehr als vierhundert

Exponate, gefertigt aus verschiedenen

Werkstoffe, aus allen Gebieten

der Tschechischen und Slowakischen

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Landesverband Wien

41

Republik. Die wertvollste und meistbewunderte

Weihnachtskrippe ist die mechanische

Krippe der Kunstschnitzer

Josef Probost und Josef Kapucián und

von Josef Friml, der das feine mechanische

System herstellte. Die Krippe samt

Mechanik wurde vor mehr als einhundert

Jahren, in mehr als vierzigjähriger Tätigkeit,

komplett aus Holz geschnitzt.

Die Krippenlänge beträgt 6,89 m, die Tiefe

1,89 m und die Höhe 2,35 m. Sie besteht

aus etwa 2 000 geschnitzten Teilen,

darunter sind 373 Figuren, von denen 51

verschiedene Arbeitsabläufe darstellen

und 120 auf mechanischen Ketten bewegt

werden. Der feine Antriebsmechanismus

wurde ursprünglich mit einer Handkurbel

in Bewegung gesetzt, ein kleiner Elektromotor

ersetzt diese seit dem Jahr 1935.

Die Krippe zeigt die biblische Geschichte

von der Geburt Christi bis zu seiner

Auferstehung und Himmelfahrt. Um das

Zentralmotiv Heilige Familie findet man

auf sieben Ebenen Szenen aus dem Leben

einfacher Leute, Bauern und Handwerker.

Bei deren Darstellung waren den

Schnitzern die Leute aus Hohenbruck

und Umgebung Vorbild. Vor die Krippe

treten ein Knabe und ein Mädchen mit

Zinnschüsseln in Händen - ein taktvoller

Hinweis für damalige Besucher, wohin

sie das Geld zu legen hatten. Im Jahre

1967 repräsentierte die Krippe die Tschechische

Republik auf der Weltausstellung

in Montreal. Seit 1972 hat die Krippe einen

festen Platz im Museum.

Die Weihnachtskrippe wurde 1999, als

die einzige Weihnachtskrippe in der

Tschechischen Republik, zum sogenannten

„Staatlichen Kulturdenkmal“.

Mit diesem Besuch endete unsere Krippenreise.

Wie bei den anderen Fahrten

auch, war für die Krippenbauer Gelegenheit

zum „Fachsimpeln“, zum Vergleichen

und auch Anregungen für den Eigenbedarf

zu holen. Für die mitfahrenden

Laien war es ein wunderbarer Einblick in

eine vergangene Zeit, die wieder in Erinnerung

gerufen wird. Es war für mich eine

große Freude dabei gewesen zu sein.

Unser Dank geht an Herrn Heinz Kanhäuser

für die Zusammenstellung der Reise

und die erstklassige Reiseleitung.

DANKE LIEBER HEINZ, BIS ZUM

NÄCHSTEN MAL!


Ilse Krones

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42 Wir gedenken / Unsere Jubilare

Wir gedenken der verstorbenen Krippenfreunde

Name Ort Verband Ortsgruppe

Leo Möse Kramsach Kramsach

Gebhard Kieber Mauren Liechtenstein

Ludwig Konzett Satteins Satteins

Josef Tscharnig Lienz Lienz

Manfred Schönfelder Lustenau Lustenau

Friedrich Kreidl Kirchbichl Kirchbichl

Alois Unterwurzacher Karrösten Tirol

Hans Funder Schwaz Schwaz

Anton Schreder Waidring Waidring

Hilda Bauer Hollabrunn Hollabrunn

Wilhelmine Klocker Längenfeld Sölden-Gurgl

Hans Perberschlager Burgkirchen Oberes Innviertel

Raimund Reich Wenns Wenns

Wir gratulieren unseren Jubilaren!

Zum 70. Geburtstag

Richard Fercher

Gert Lampert

Theresia Hinterlechner

Georg Pfaffelmoser

Engelbert Surer

Fritz Atzl

Hannelore Koban

Waltraud Jakobitsch

Max Klade

Anton Huber

Susanne Anton

Reinhard Jankowski

Walter Breyner

Stefan Bodner

Wilfried Eberle

Anna Kogler

Erwin Engensteiner

Marion Bigontina

Irmgard Dietrich

Maria Schmid

Wolfgang Luger

Erwin Mayer

Karl Bischof

Burgi Franzl

Blanka Höfle

Johann Triendl

Abt Mag. German Erd

Baumkirchen

Satteins

Geretsberg

Emmerting

Salzburg

Jenbach

Nußdorf-Debant

Feldkirchen

Spielberg

Wien

Wien

Braunau Am Inn

Ternitz

Häselgehr

Hittisau

Lengau

Piesendorf

Hohenweiler

Braz

Oberperfuss

Dornbirn

Nüziders

Fussach

Kirchbichl

Krumbach

Aldrans

Stams

Herta Greilberger

Heidi Nisic

Hermann Falkner

Walter Weder

Christa Metz

Renate Sabernig

Johanna Ballerin

Maria Rupf

Rudolf Dittrich

Wolfgang Lackner

Martha Tutschek

Herbert Kuchling

Monika Melcher

Erich Ruech

Maria Baschnegger

Elfriede Rathberger

Edeltraud Auderer

Ludwig Mischu

Viktor Schwab

Ulrich Ziegler

Josef Redl

Lois Hauser

Josef Weberberger

Gudrun Heinz

Heinz Scheiber

Karl Fröhle

Klara Marksteiner

Karl Mutschlechner

Gertrude Schandor

St. Andrä

Lienz

Ranggen

Au

Pfaffenhofen-Beuren

Wernberg

Bad Ischl

Halbturn

Eggenburg

Rum

Baden bei Wien

Wien

Köttmannsdorf

Mieders

Sulzberg

Linz

Vils

Wien

Abtenau

Lindau

Großmugl

Hippach

Oberhofen

Innsbruck

Mils

Röthis

Thiersee

Debant

Fürstenfeld


Unsere Jubilare

43

Zum 75. Geburtstag

Rita Fritsch

Josef Gross

Waltraud Ainetter

Werner Jirkowsky

Walter Kritzinger

Annemarie Happacher

OSR Reinhard Lechner

Prof. Ingrid Romani

Renate Amlacher

Reinhold Neuper

Konrad Spöttl

OSR Erwin Bartl

Lothar Reinking

Meinhard Kronister

Salvatorkolleg Bruder Klaus

Walpurga Pfneiszl

Gerda Scheidle

Josef Eberle

Anton Brunner

Albin Heindl

Manfred Koch

Annemarie Salzburger

Wilhelmine Dax

Johann Melchart

Franz Pawischitz

Werner Seelos

Josef Wesenauer

Günther Arnold

Robert Gassler

Ria Krump

Josef Goldinger

Karl Faik

Manfred Schneider

Klara Brantner

Herbert Fürweger

Hans Kraxner

Hans Rinner

Hermann Föger

HR DI Hans Simmerstätter

Helmut Bögl

Herbert Brunner

Renate Hoffelner

Gustav Schöpf

Toni Außerhofer

Werner Ritschel

Ignaz Gasser

DI Walter Höll

Reinhilde Zauchner

Hermine Flecker

Hans Haas

Ludwig Plattner

Brigitte Koch

Zum 80. Geburtstag

Emmi Bender

Dkfm. Fritz Mayrhofer

Lauterach

Innsbruck

Seeboden

Kaisersdorf

Kufstein

Nußdorf-Debant

Feldkirchen in Kärnten

Innsbruck

Klagenfurt

Bad Mitterndorf

Absam

Rietz

Nußdorf-Debant

Vösendorf

Hörbranz

Draßmarkt

Innsbruck

Buch

Kramsach

Heiligenbrunn

Klagenfurt

Kramsach

Eggelsberg

Bad Blumau In Steiermark

Wulkaprodersdorf

Hall

Oberwang

Wörgl

Uttendorf

Schwirzheim

Lengau

Baumkirchen

Bodolz

Waidring

Grinzens

Lustenau

Radmer

Silz

Salzburg

Attnang-Puchheim

Almere

Villach

Rottenmann

Innsbruck

Hörbranz

Terenten

Graz

Lustenau

Voitsberg

Ma.Enzersdorf

Ried

Klagenfurt

Schwaz

Wels

Walter Schiele

Walter Kaufmann

Helga Linser

Dr. Anton Thurner

Karl Schnegg

Hannelore Gruber

Ernst Aigner

Walter Boch

Ludwig Unterluggauer

Adolf Westreicher

Hans Rainer

Wolfgang Schöpflin

Eva Skokan

OSTR. Gerhard Weißer

Wolfgang Schäfer

Pfarrer Norbert Gapp

Walter Govekar

Ing. Peter Decristoforo

Paul Hrdlovics

SR. Herbert Ecker

Clemens Herrmann

Raimund Pöllmann

Adolf Rehm

Helmut Scheichl

Rita Zechner

Peter Nenning

Johann Spiegl

Gertrud Kriegl

Pupert Kreuzberger

Horst Piffer

Adolf Wagner

Franziska Rettenbacher

Frieda Alessandri

Hildegard Büchel

Zum 85. Geburtstag

Karl Klotz

Gottfried Hepperger

Hubert v. Walterskirchen

Ferdinand Mayr

Anna Brunner

Norbert Wimmer

Traudl Boesmiller

Hubert Brandstätter

Georg Rösler

Dr. Anton Oppitz

Franz Schwarz

Max Mitterer

Dr. Anton Weigl

Josef Plattner

Helga Meusburger

Zum 90. Geburtstag

Konrad Wegscheider

Helena Bernhard

Ing. Norbert Cufer

Zum 95. Geburtstag

Etelka Hajto

Langenau

Waidendorf

Wörgl

Schwaz

Rietz

Saalfelden am Steinernen Meer

Neufeld /L.

Hohenweiler

Lienz, Osttirol

Grinzens

Telfs

Linz

Gablitz

Horb

Studenzen/Eichkögl

Patsch

Wölfnitz

Natters

Zirl

Wels

Freilassing

Schwandorf-Ettmannsdorf

Garmisch-Partenkirchen

Hohenems

Pinkafeld

Hittisau

Sellrain

Götzis

Bischofshofen

Zirl

Mils

Simbach a. Inn

Rum

Feldkirch-Tisis

Innsbruck

Axams

Landeck, Tirol

Kufstein

Aldrans

Waidring

München

Altenhof

Tosters

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Innsbruck

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