und Hochbauverwaltung Baden-Württemberg

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und Hochbauverwaltung Baden-Württemberg

am ziel: ilse lange-Tiedje

hat miterlebt, wie aus dem

ehemaligen industriebau

ein modernes proben-

zentrum mit studiobühne

entstand.

verwandlungskunst: Eine

offene architektur empfängt

die besucher im Foyer

der studiobühne nord –

vor kurzem roch es hier

noch nach maschinenöl und

metallverarbeitung.

Martin Leutgeb, Ensemblemitglied des Schauspiels,

steht ganz oben auf dem Gerüst eines

Bühnenaufbaus im neuen Probenzentrum

NORD der Württembergischen Staatstheater

Stuttgart. Auch in Alltagskleidung mit Jeans

und Hemd hat er die Bühnenpräsenz, die

man als Schauspieler braucht. Die berühmte

Balkonszene aus „Romeo und Julia“ wäre in

dieser Kulisse sehr gut vorstellbar, aber Leutgeb

wechselt spontan in ein anderes Fach. Er

schmettert eine italienische Arie – schließlich

befindet er sich im Bühnenaufbau für eine

Oper, deren Wiederaufnahme im Probenzentrum

vorbereitet wird. „Es ist toll, dass hier

Schauspiel und Oper Seite an Seite arbeiten“,

freut sich Leutgeb. „Bislang waren die Probebühnen

für das Schauspiel auf drei Orte verteilt.

Das heißt, man hat während der Proben

nur die Kollegen aus der jeweiligen Produktion

gesehen. Das ist jetzt ganz anders. Dass

sich hier im Probenzentrum zwei Sparten

begegnen, ist eine große Bereicherung.“

Sechs Probebühnen beherbergt das neue

Probenzentrum unter einem Dach – drei für

das Schauspiel, drei für die Oper. Hier werden

seit Dezember 2010 Neuinszenierungen,

Uraufführungen oder Wiederaufnahmen

vorbereitet, und zwar unter großartigen Probebedingungen,

wie Leutgeb betont: „Wenn

ich eine Rolle einstudiere, brauche ich eine

Art geordnete Leere, die sich langsam füllt.

Und dafür bietet das Probenzentrum einen

hervorragenden Rahmen.“ Martin Leutgeb

gehört zu den meistbeschäftigten Schauspielern

des Staatstheaters Stuttgart, entsprechend

oft ist er im Probenzentrum. Vor kurzem

feierte er seine persönliche Premiere auf

der Studiobühne NORD. „Triumph, du bist

nunmehr am Ziel“, rezitiert er aus Heinrich

von Kleists „Amphitryon“, in dem er den

Sosias spielte. Ganz ohne Pathos hallt dieser

Satz im Probenzentrum der Staatstheater

nach – heute würde man eher profan sagen:

Sie haben Ihr Ziel erreicht.

Vor einigen Jahren lag das Ziel eines Probenzentrums

für die Württembergischen

Staatstheater Stuttgart noch in weiter Ferne.

Damals, erinnert sich Ilse Lange-Tiedje, war

man im Stadtgebiet noch auf der Suche nach

einem geeigneten Ort. Aber das Gedächtnis

der Leiterin des zuständigen Amts Stuttgart

des Landesbetriebs Vermögen und Bau

Baden-Württemberg reicht noch weiter zurück.

Im Jahr 2000 wurde das Amt mit der

Gesamtuntersuchung der Württembergischen

Staatstheater Stuttgart beauftragt.

EinblickE

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