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CHRONIK
Die <strong>Chronik</strong> des<br />
Trommler- und Pfeiferkorps<br />
Selfkant-Schalbruch e.V.<br />
Die Inhalte dieser <strong>Chronik</strong> wurden zusammengetragen<br />
und aufgezeichnet durch Willi Deckers.<br />
- 2 -
<strong>Chronik</strong> des Trommler- und Pfeiferkorps<br />
Selfkant-Schalbruch e.V.<br />
Um die Aufzüge zu beleben, suchte die Schützenbruderschaft in den eigenen Reihen musikinteressierte Leute. Es<br />
meldeten sich Michael Knarren (Tambourmajor), Wilhelm Quix (Trommel), Wilhelm Diecks und Leo Spätgens (beide<br />
Flöte). Diese vier Spielleute legten damit auch gleichzeitig den Grundstein für die spätere Entstehung des heutigen<br />
Trommler- und Pfeiferkorps. Man wählte gängige, bekannte Marschlieder aus und verließ sich beim Einstudieren<br />
aufs Gehör. Im Jahre 1921 marschierten sie - ausstaffiert mit schmucken Husaren-Jacken, dunklen Hosen,<br />
Schirmmützen und an der Seite eine Feldflasche - erstmals stolz an der Spitze der Schützenbruderschaft durch die<br />
Schalbrucher Straßen.<br />
In den folgenden Jahren wuchsen sie zu einer festen Einheit zusammen und entwickelten einen eigenen<br />
Vereinsgeist. So war es nicht verwunderlich, dass diese vier im Jahre 1927 beschlossen, sich von der<br />
Schützenbruderschaft zu trennen und einen selbstständigen, größeren Verein zu gründen. Von den vier<br />
Vereinsgründern lebt heute leider keiner mehr. Sowohl die Kosten für die Anschaffung neuer Instrumente (Flöte =<br />
6,50 RM / Trommel 42,00 RM) als auch die im Jahre 1929 gekaufte erste Uniform bezahlte jedes Mitglied aus eigener<br />
Tasche. Wer über die entsprechenden Beträge nicht verfügte, erhielt von Wilhelm Diecks einen „Vorschuss“ und<br />
musste jeden Sonntag 1,00 RM abstottern. Zur allgemeinen Freude wurde die große Trommel von der<br />
Schützenbruderschaft gespendet.<br />
Wilhelm Quix (Trommel) und Wilhelm Diecks (Flöte) übernahmen die Übungsleitung. Beim Einüben des ersten<br />
Marsches, es war der „Torgauer“ stieß man jedoch schon an seine Grenzen. Weiterhin konnte keiner Noten lesen.<br />
Alles ging nach Gehör und die Griffe wurden abgeschaut. Da sich die meisten die Melodie – im Gegensatz zu den<br />
bisher gespielten und bekannten Marschliedern – nicht merken konnten, geriet das Üben ins Stocken. Um die<br />
Situation zu retten und die Existenz des Vereins nicht zu gefährden, erlernte Leo Spätgens bei einem Lehrmeister in<br />
Heinsberg das Noten lesen und den „Torgauer“ auf der Flöte und das Trommeln bei einem Lehrmeister in<br />
Kirchhoven. Zweimal pro Woche setzte er sich nach getaner Arbeit auf die „Schulbank“. Nach Abschluss seiner<br />
Lehre wurde er Lehrmeister des Trommler- und Pfeiferkorps Schalbruch.<br />
Jede freie Minute wurde nun zum Üben genutzt. Aufgrund seiner erworbenen Grundkenntnisse studierte Leo<br />
Spätgens binnen kurzer Zeit den „Torgauer Marsch“ ein. Jetzt ging es stetig bergauf. Das musikalische Repertoire<br />
vergrößerte sich schnell und schon bald folgten die ersten öffentlichen Auftritte. Leo Spätgens übernahm von<br />
Michael Knarren in 1929 auch den Tambourstab und führte das Korps an.<br />
Im Jahre 1930 wurde das Korps dann vollkommen neu formiert. Die meisten alten Mitglieder schieden aus und<br />
Lehrmeister Leo Spätgens bildete mit folgenden Leuten ein neues Korps.<br />
Wilhelm Huben, Leo Spätgens, Johann Schmitz, Arnold Mohren, Andreas Busch,<br />
Andreas Schmitz, Johann Spätgens, Franz Schneiders, Theo Schneiders,<br />
Richard Diecks. Es fehlen: Heinrich Deckers und Heinrich Busch.<br />
- 3 -
Zweimal pro Woche wurde geübt und Leo Spätgens bildete dieses Korps zu einem der schlagkräftigsten in der<br />
Vereinsgeschichte aus. Nicht nur im Dekanat Gangelt, sondern auch in den benachbarten Niederlanden genoss der<br />
Verein einen ausgezeichneten Ruf und war bei Trommlerwettstreiten von den Konkurrenten als starker Gegner<br />
„gefürchtet“. Das Korps spielte ausnahmslos in der spielstärksten A-Klasse und viele Ehrenpreise wanderten in<br />
den Schalbrucher Trophäenschrank. Auch die Jugendarbeit wurde nicht vernachlässigt. Im Jahre 1934<br />
präsentierte sich erstmals ein Jugendkorps – bestehend aus 13 Mann – der Öffentlichkeit.<br />
Im gleichen Jahr fand in Saeffelen das 1. Dekanatsfest des Verbandes Gangelt, der im Jahr davor gegründet<br />
worden war, statt. Neben Aufzug und Vorbeimarsch sollte auch ein Trommlerwettstreit ausgetragen werden. Der<br />
Erfolg für beide Korps - unter Leitung von Tambourmajor Leo Spätgens - war überwältigend. Das Seniorenkorps<br />
holte in der A-Klasse in Bühnenspiel und Vorbeimarsch die Ehrenpreise und das gleiche gelang dem Jugendkorps<br />
gegen starke Seniorenkonkurrenz in der B-Klasse. Außerdem gewann man den 1. Preis im Aufzug. Für das<br />
Schlagen des Parade- und Präsentiermarsches erhielt das Seniorenkorps außerdem noch die höchste<br />
Auszeichnung das „Diploma“.<br />
Das Jugendkorps 1934: Leo Spätgens, Heinz Salentin, Peter Jeurissen, Johann Deckers,<br />
Johann Dohmen, Peter Spätgens, Theo Schlebusch, Josef Wolters, Hermann Jansen,<br />
Wilhelm Knarren, Wilhelm Küppers. Es fehlen: Hubert v.d.Burg und Willi Koken<br />
Als große Auszeichnung betrachtete man im Jahre 1934 ebenfalls die Einladung des Trommlerkorps Montfort, um<br />
beim „Ouwe Limburger“ den Aufzug mit über 100 Schützenbruderschaften anzuführen.<br />
Nur durch Aufnahme eines Darlehens gelang im Jahre 1934 die Anschaffung der ersten kompletten Uniform. Diese<br />
Uniform setzte sich zusammen aus blauer Mütze mit schwarzem Rand, blauer Uniformjacke mit rotweiß gestreiften<br />
Schwalbennestern und schwarzer Hose. Diese Farben sind bis zum heutigen Tag die Vereinsfarben unseres Korps<br />
geblieben.<br />
Die dreißiger Jahre kann man wohl als die erste Blütezeit des Vereins bezeichnen. Diese wurde durch den<br />
Ausbruch des 2. Weltkrieges jäh beendet. Durch den Einzug der meisten Aktiven zum Militärdienst musste der<br />
Spielbetrieb im Jahre 1939 eingestellt werden.<br />
Im Jahre 1947 entstanden dann die ersten Nachkriegsaktivitäten. Arnold Mohren ergriff als erster die Initiative und<br />
versuchte den verbliebenen Rest der alten Stammmannschaft wieder zu vereinen. Aber der Krieg hatte Lücken<br />
hinterlassen. Es waren Spielleute gefallen oder galten noch als vermisst. Andere standen aufgrund ihrer<br />
Kriegsverletzungen oder aus Altersgründen für den Wiederaufbau nicht mehr zur Verfügung. Die vorhandene Basis<br />
reichte für einen geregelten Spielbetrieb nicht aus. Er suchte somit nach Neuzugängen, die er dann auch fand.<br />
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Am 2. Weihnachtstag des Jahres 1947 kam es zu einer ersten Lagebesprechung bei Johann Schmitz (Jän van Pier)<br />
in „de Küek“. Es hatte sich eine stattliche Anzahl von Musikfreunden eingefunden. Schnell war man sich einig und<br />
fasste die notwendigen Beschlüsse. Nachdem man die Neuzugänge den Flötisten und Tambouren zugeteilt hatte,<br />
stellte man fest, dass beide Instrumentengruppen gut besetzt waren und einem Neuanfang somit nichts mehr im<br />
Wege stand.<br />
Für den Januar 1948 wurden dann auch sofort die ersten Proben angesetzt. Bei der Wahl des Übungsleiters<br />
sprachen sich alle einstimmig für den alten Lehrmeister Leo Spätgens aus. Nach anfänglichen Gesamtproben<br />
trennte man sich, um schneller voran zu kommen. Die Tambouren übernahm Arnold Mohren und die Ausbildung der<br />
Flötisten und die Gesamtproben leitete weiterhin Leo Spätgens. Trotzdem war man zur Sommerkirmes 1948 noch<br />
nicht so weit, dass es für einen Umzug reichte.<br />
Da aber zur Kirmes ein Trommler- und Pfeiferkorps durch Schalbruch ziehen sollte, wurde die „alte<br />
Garde“ nochmals angesprochen und aktiviert. Einmalig zog ein so genanntes „Notkorps“ unter Leitung von<br />
Tambourmajor Andreas Schmitz durch den Ort. Den Rest des Jahres wurde dann fleißig weiter geprobt und im<br />
Frühjahr 1949 war es dann endlich so weit.<br />
In folgender Besetzung gab das erste offizielle Korps nach dem Krieg sein Debüt:<br />
Tambourmajor:<br />
Trommel:<br />
Flöte:<br />
Gr. Trommel:<br />
Arnold Mohren<br />
Paul Dahlmanns, Hans Schlebusch, Josef Luxenburg,<br />
Ludwig Huben, Gerhard Quix, Leo Neutgens<br />
Heinz Diecks, Heinz Flecken, Christian Scheeren,<br />
Hans Mohren, Theo Reyans, Franz Diecks, Richard Diecks<br />
Wilhelm Diecks<br />
Arnold Mohren blieb auch weiterhin die treibende Kraft im Verein. Er war in den fünfziger und sechziger Jahren<br />
Tambourmajor, 1. Vorsitzender, Schriftführer und Kassierer in einer Person. Erst ab Mitte der sechziger Jahre<br />
wurde er als Schriftführer durch Heinz Flecken und Heinz Diecks entlastet und ab 1970 übernahm Leo Neutgens die<br />
Funktion des Kassierers.<br />
Der Klangkörper verbesserte sich schnell und stetig. Der Verein nahm jetzt regelmäßig an Trommelwettstreiten,<br />
Freundschaftstreffen und Schützenfesten teil. Mancher 1. Preis und viele schöne Pokale sowohl im Zusammen- als<br />
auch im Einzelspiel konnten gewonnen werden. Bereits im Jahre 1952 konnte man sich wieder einheitliche<br />
Uniformen anschaffen.<br />
Da Leo Spätgens inzwischen in Höngen wohnte und als Übungsleiter noch verschiedene andere Vereine ausbildete,<br />
stand er den Schalbruchern nicht mehr so oft zur Verfügung. Der Verein konnte sich jedoch glücklich schätzen, mit<br />
Heinz Diecks in den eigenen Reihen einen Mann zu haben, der anfangs nur in Vertretung die Proben leitete, später<br />
jedoch die Übungsleitung ganz übernahm. Spätgens kam nur noch gelegentlich, um dem Ganzen den nötigen Schliff<br />
zu geben.<br />
Trotz verschiedener<br />
Neuzugänge konnten die<br />
Abgänge in den Jahren<br />
1952 bis 1958 nicht<br />
kompensiert werden.<br />
Im Jahre 1958 hatte sich<br />
die Zahl der Aktiven so<br />
dezimiert, dass man<br />
gezwungen war, eine<br />
gezielte Aktion zu starten,<br />
um Neuzugänge zu<br />
werben. Das Echo war<br />
riesengroß. Es fanden<br />
sich 28 Interessenten. 24<br />
davon wählten die Flöte<br />
und 4 die Trommel. Heinz Diecks und Christian Scheeren übten mit den Flötisten und Arnold Mohren und Paul<br />
Dahlmanns mit den Tambouren. Nach fast 2 Jahren harter Arbeit standen am 1. Mai 1960 bei der Einführung des<br />
neuen Pfarrers Struth noch ganze 6 übrig gebliebene auf der Straße. Bei den Flötisten Willi Linden und Heinz<br />
Jeurissen und bei den Tambouren Willi Deckers, Peter Mohren, Michael Knarren und Willi Vroemen.<br />
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In den Jahren 1964 bis 1968 konnten verschiedene wichtige Vorhaben umgesetzt werden. Das gute Ergebnis einer<br />
Dorfsammlung ermöglichte es, die inzwischen abgetragenen Uniformen durch neue (blaue Jacke, schwarze Hose)<br />
zu ersetzten. An Stelle der bisher benutzten Holz- und Bakelitflöten bekamen die Spielleute neue leichtere<br />
Metallflöten. Die mit wetteranfälligen Ziegenfellen bespannten rotgold gestreiften Trommeln hatten ausgedient und<br />
an ihre Stelle traten silberne Konzerttrommeln, die mit Kunstfellen bespannt waren und auch bei Regen nicht rissen.<br />
Die herkömmliche - von zwei Mann getragene - große Trommel wich einer Bauchtrommel. Den Klangkörper<br />
vervollständigte die Anschaffung einer Lyra.<br />
Im Jahre 1971 konnten wiederum 20 Neuzugänge geworben werden und erstmals in der Vereinsgeschichte waren<br />
auch Mädchen dabei. Bisher verzeichnete der Verein nur männliche aktive Mitglieder. Aber schon Ende der<br />
sechziger Jahre hatte sich abgezeichnet, dass die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs und der Personalbedarf des<br />
Vereins auf Dauer nur durch die Aufnahme von Mädchen und Frauen gesichert werden können.<br />
Nun wurde der erste Schritt gemacht und das Vorhaben in die Tat umgesetzt. Nach einjähriger Ausbildung durch<br />
Heinz Diecks und Paul Dahlmanns sowie Leo Corsten, der inzwischen die musikalische Leitung des Korps<br />
übernommen hatte, marschierte 1972 ein Jugendkorps bestehend aus 20 Jungen und Mädchen in weißen Hosen,<br />
blauen Umhängen und blauen Schiffchen vor dem Seniorenkorps und präsentierte sich erstmals der Öffentlichkeit.<br />
Ein schwerer Schlag traf das Korps im Januar 1975. Nach 45-jähriger aktiver Mitgliedschaft, davon 25 Jahre als<br />
Tambourmajor und 1. Vorsitzender, verstarb Arnold Mohren. Die Lücke, die er hinterließ, erforderte eine<br />
vollständig neue Aufgabenverteilung. Auf der Jahres-Hauptversammlung im Januar 1975 wurde der erste<br />
ordentliche Vorstand nach dem Krieg gewählt:<br />
1. Vorsitzender: Christian Scheeren<br />
2. Vorsitzender: Andreas Dahlmanns<br />
Schriftführer: Willi Deckers<br />
Kassierer: Leo Neutgens<br />
Beisitzer:<br />
Hans Jansen<br />
Heinz Flecken wurde zum neuen Tambourmajor gewählt.<br />
Im Jahr 1975 gab es für Schalbruch noch 2 historische Tage, an denen unser Korps teilnahm und zwar am 17.08.75<br />
die Einweihung des Schalbrucher Friedhofs und am 24.08.75 die Grundsteinlegung für die neue Schalbrucher<br />
Kirche.<br />
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Im Jahre 1976 wurde von Willi Deckers eine neue Satzung ausgearbeitet und am 23.08.76 auf einer<br />
außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen. Der Verein wurde ins Vereinsregister eingetragen und war<br />
nun berechtigt den Zusatz e.V. zu führen.<br />
Nach vorübergehender Dirigententätigkeit von Leo Corsten stand das Korps ab 1976 wieder unter der<br />
musikalischen Gesamtleitung von Heinz Diecks. Seine erste Aufgabe war es die vielen Probenausfälle des letzten<br />
Jahres aufzuholen und den Verein wieder auf eine solide musikalische Basis zu stellen. Was ihm auch innerhalb<br />
kurzer Zeit gelang. Dabei spielten Jugendarbeit und Nachwuchsförderung immer eine zentrale Rolle in seiner<br />
Ausbildungsphilosophie. Im Jahre 1977 wurden wieder fünfzehn Jungen und Mädchen in den Spielbetrieb integriert.<br />
Einen guten und ausgeglichenen Klangkörper konnte man als herausragende Eigenschaft des Korps bezeichnen.<br />
Dies war bei der dauernden Neueingliederung von jungen Spielleuten nicht immer leicht zu erreichen und<br />
verdeutlicht das große Einfühlungsvermögen des Ausbilders und musikalischen Leiters Heinz Diecks.<br />
Im Jahre 1977 wurde mit einem großen Freundschaftstreffen verbunden mit der Ausspielung der Selfkantplakette –<br />
erstmals in Schalbruch - das 50-jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Über 20 Vereine waren zu Gast in Schalbruch. Wir<br />
präsentierten uns als einheitliches Bild in komplett neuen Uniformen. Bei der Ausspielung belegten wir hinter<br />
Höngen den 2. Platz. Erstmals wurde auch von Willi Deckers eine Festschrift mit einer <strong>Chronik</strong> nach mündlichen<br />
Überlieferungen erstellt.<br />
Zum 55-jährigen Jubiläumsfest im Jahre 1982 übernahm der Verein zum ersten Mal, unterstützt von vielen Freunden<br />
und Gönnern, die Zeltbewirtung in eigener Regie. Es war ein Volltreffer für die Vereinskasse und ermöglichte die<br />
längst notwendige Anschaffung neuer Instrumente und Uniformen.<br />
Im Jahre 1983 gab Heinz<br />
Flecken den Tambourstab<br />
ab. Willi Deckers wurde<br />
zum neuen Tambourmajor<br />
gewählt und marschierte<br />
ab sofort bei Aufzügen an<br />
der Spitze des Korps.<br />
In den letzten Jahren war<br />
die Anzahl der aktiven<br />
Mitglieder<br />
sehr<br />
zurückgegangen.<br />
Deshalb waren alle<br />
Spielleute froh, dass im<br />
Jahre 1984 nach 2-<br />
jähriger Ausbildungszeit<br />
wieder zwölf Jungen und<br />
Mädchen das Korps<br />
verstärkten.<br />
Zum 60-jährigen Vereinsjubiläum im Jahre 1986 wurde in Schalbruch zum 2. Mal die Ausspielung der<br />
Selfkantplakette ausgetragen. Auf einem Festbankett am Samstag wurden die ältesten Mitglieder Heinz Diecks,<br />
Christian Scheeren, Paul Dahlmanns, Andreas Dahlmanns und Leo Neutgens vom Verein für 40-jährige aktive<br />
Mitgliedschaft geehrt. Mit einer Urkunde für besondere Verdienste als langjähriger musikalischer Leiter des Korps<br />
wurde Heinz Diecks ausgezeichnet. Außerdem erhielten Gründer Leo Spätgens und die Mitgründer Anton Deckers<br />
und Franz Kelleners die goldene Vereinsnadel.<br />
21 Vereine waren nach Schalbruch gekommen. Es gab einen schönen Festzug und ein spannendes Bühnenspiel.<br />
Wir konnten wieder unseren „Heimvorteil“ nutzen und belegten hinter Höngen den 2. Platz. Dieser Erfolg wurde auf<br />
dem Hutball am Montag dann auch noch ausgiebig gefeiert.<br />
Der Rest der achtziger Jahre lässt sich in Kürze zusammenfassen. So holten wir im Jahre 1988 nochmals einen 3.<br />
Platz bei der Selflkantplakette und spielten zusammen mit dem Musikverein beim Schalbrucher Schützenfest zum 1.<br />
Mal den „Großen Zapfenstreich“. Nach über 40-jähriger aktiver Mitgliedschaft und über 30-jähriger Tätigkeit als<br />
Ausbilder der Tambouren beendete im Jahre 1989 Paul Dahlmanns seine „aktive Laufbahn“. Der Verein bedankte<br />
sich nochmals herzlich für die erbrachten Leistungen und ernannte ihn 1991 zum Ehrenmitglied. Personell wurde in<br />
den Folgejahren die Lage wieder etwas schwieriger, da es uns nicht mehr gelang alle Abgänge zu kompensieren.<br />
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Im Jahre 1990 gab es dann einen Wechsel in der musikalischen Leitung des Vereins. Heinz Diecks übergab nach<br />
fast 40-jähriger Tätigkeit sein Amt an Pascal Janssen und trat in den verdienten Ruhestand. Besonders<br />
hervorzuheben ist, dass Heinz Diecks seine Funktion immer unentgeltlich und ehrenamtlich ausübte. Dank und<br />
Anerkennung gebühren ihm für die Dienste, die über viele Jahre zum Wohle des Vereins geleistet hat. Noch unter<br />
seiner Leitung hatte der Verein eine neue musikalische Richtung eingeschlagen. Weg vom militärischen Drill und<br />
den größtenteils aus der Militärzeit stammenden Märschen. Die Musik sollte im Vordergrund stehen, was dem<br />
Zeitgeschehen entsprach. Bei unseren Nachbarn in den Niederlanden gab es inzwischen Komponisten, die neue<br />
Stücke speziell für Trommler- und Pfeiferkorps schrieben. So holten wir uns dort den Marsch „Moldow Klänge“.<br />
Die von Heinz Diecks begonnene Arbeit führte Pascal Janssen mit Nachdruck und Intensität fort. Die Umstellung auf<br />
diese Musikrichtung erforderte bei fast allen Spielleuten ein totales Umdenken und Umlernen. Die Grundkenntnisse<br />
des Notenlesens mussten erweitert und vertieft werden und für die Tambouren ergab sich ein völlig neues<br />
Schlagrepertoire. Dies führte natürlich hin und wieder zu Reibungspunkten. Doch bei zunehmendem Erfolg kam<br />
auch der Spaß an der Sache. Die gute Zusammenarbeit warf schon nach kurzer Zeit die ersten Früchte ab. Zur<br />
Überraschung vieler errangen wir bei der Ausspielung der Selfkantwanderplakette 1991 in Havert einen 2. Platz.<br />
Die Preisrichter waren neben dem guten Spiel vor allen Dingen durch die neue Musikrichtung beeindruckt, die für<br />
das Spielmannswesen neue Wege und Möglichkeiten aufzeige.<br />
Mittlerweile hat sich dieser Trend im hiesigen Kreisgebiet durchgesetzt. So kann man sagen, dass wir in gewisser<br />
Weise Trendsetter waren. Immer mehr neue Stücke kamen auf den Markt. Den Märschen folgten Konzertstücke.<br />
Dadurch veränderte sich das Instrumentarium. Böhmflöten, Konzerttrommeln, Bongos, Maracas, Cow-Bells,<br />
Marimbas usw. mussten angeschafft werden, damit man diese Stücke spielen konnte. Endlich hatten die Trommlerund<br />
Pfeiferkorps eine eigene Musikwelt. Die besseren Grundkenntnisse ermöglichten auch ein schnelleres und<br />
saubereres Einüben von Stücken. Es kamen Original-Kirchenstücke hinzu und wir konnten erstmals in 1993 eine<br />
Messe vollständig selber gestalten.<br />
Auch die Erfolge bei<br />
Wettstreiten und<br />
Wertungsspielen stellten<br />
sich jetzt ein. Zuerst<br />
spielten wir noch in der<br />
Mittelstufe und erreichten<br />
1993 in Aachen-Hörn<br />
einen 1. Rang mit<br />
Auszeichnung und 1994<br />
in Wehr einen 1. Platz<br />
sowie<br />
beim<br />
Landesmusikfest in<br />
Erkelenz als Punkbester<br />
einen 1. Rang mit<br />
Belobigung.<br />
Ab 1995 spielten wir in<br />
der Oberstufe und<br />
erreichten jeweils 1. Ränge mit Auszeichnung bei den Wertungsspielen in Havert (1995), Kinzweiler (1996) und<br />
Höngen (1997) und gewannen damit den Wettstreit in der Oberstufe. 1998 holten wir einen 2. Platz in Birgden und in<br />
Aachen-Hörn einen 1. Rang mit Auszeichnung, wodurch wir auch den „Euregio-Pokal“ für den Punktbesten aller<br />
Klassen gewannen.<br />
1999 gab es in Stolberg einen 1. Platz und 2000 beim Landesmusikfest in Mönchengladbach einen 1. Rang mit<br />
Belobigung in der Oberstufe und in 2001 in Kinzweiler ebenfalls einen 1. Platz in der Oberstufe mit Höchstpunktzahl<br />
und damit den Sieg im Wettbewerb.<br />
Neben den Leistungen des Korps konnten sich die Erfolge der Solisten durchaus sehen lassen. So gab es von 1994<br />
bis 2000 bei Solistenwettbewerben 15x einen 1. Rang, 24x einen 1. Rang mit Belobigung, 13x einen 1 Rang mit<br />
Auszeichnung und 8x konnte ein Schalbrucher Solist in seiner Stufe den Wettbewerb gewinnen. Gemessen an der<br />
personellen Ausstattung unseres Vereins ist dies schon ein beachtliches Ergebnis. Entscheidenden Anteil an dieser<br />
Entwicklung hat sicherlich unser Dirigent Pascal Janssen, der die Jugend für diese Musik zu begeistern weiß.<br />
Neben den Leistungen der jüngeren sollte man jedoch auch die Verdienste älterer Mitglieder gebührend würdigen.<br />
Nach 46 Jahren beendete 1992 auch Andreas Dahlmanns seine aktive Laufbahn. Über ein Jahrzehnt hat er als 2.<br />
Vorsitzender auch im Vorstand des Vereins mitgewirkt. Als Dank und Anerkennung für seine Leistungen verlieh der<br />
Verein auch ihm umgehend die Ehrenmitgliedschaft.<br />
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1994 fand zum dritten Mal die Ausspielung der Selfkantwanderplakette in Schalbruch statt. Im Rahmen eines<br />
Festabends wurden Christian Scheeren, Willi Deckers und Leo Neutgens für ihre langjährige Vorstandsarbeit<br />
geehrt und erhielten die „Landesplakette des Volksmusikerbundes NRW für besondere Verdienste“.<br />
Für seine jahrzehntelange Übungsleitertätigkeit ernannte der Verein Heinz Diecks zum Ehrendirigenten und der<br />
Bundesverband Deutscher Volks- und Blasmusik verlieh ihm die höchste Auszeichnung die „Verdienstmedaille in<br />
Gold“.<br />
26 Vereine nahmen am Fest teil. Die Selfkantplakette gewann Höngen und wir belegten einen guten 3. Platz. Nicht<br />
nur mit diesem Ergebnis, sondern auch mit dem Verlauf des ganzen Festes konnten wir sehr zufrieden sein.<br />
Zur Schalbrucher Kirmes 1995 präsentierten wir uns dann in neuen Uniformen mit einem moderneren Schnitt. Die<br />
Grundfarben blau/schwarz waren geblieben. Die Schirmmütze wurde jedoch durch eine etwas höhere Fellmützen<br />
abgelöst und anstatt der rot/silbernen Schwalbennester erhielten Mütze und Jacke einige gold/gelbe Verzierungen.<br />
Zu unserem nächsten Fest im Jahre 1998 folgten 24 Vereine der Einladung nach Schalbruch. Leider war das ganze<br />
Wochenende verregnet. Lediglich den Aufzug am Sonntag konnten wir noch einigermaßen trocken über die Bühne<br />
bringen. Bei den Wertungsspielen gewannen in der Mittelstufe-Hillensberg, Oberstufe-Süsterseel und Höchststufe-<br />
Saeffelen.<br />
Mit diesem Fest beendete Leo Neutgens nach über 50-Jähriger aktiver Mitgliedschaft seine aktive Laufbahn. Sein<br />
erstes Instrument war die kleine Trommel. Später spielte er dann noch die große Trommel, Becken und andere<br />
Rhythmusinstrumente. Über 20 Jahre gehörte er als Kassierer dem Vorstand an. Wir sagen herzlichen Dank für die<br />
zum Wohle und Fortbestands unseres Vereins geleistete Arbeit. Ausdruck dieser Würdigung war auch die<br />
Ernennung zum Ehrenmitglied.<br />
So gingen die 90-ziger Jahre, die man wohl als die erfolgreichste Zeit in der Vereinsgeschichte bezeichnen darf, zu<br />
Ende. Neben den bereits vorher erwähnten Erfolgen bei Wertungsspielen konnten wir auch bei der Ausspielung der<br />
Selfkantplakette nie da gewesene Erfolge feiern. Bei dem seit 1971 stattfindenden Wettstreit waren wir bis 1991<br />
erst dreimal unter den drei Besten (2x Zweiter/1x Dritter). Nach einem 2. Platz 1991 folgten 1993 und 1994 jeweils<br />
dritte Plätze.<br />
In 1996 konnten wir die<br />
von<br />
allen<br />
Selfkantvereinen so<br />
begehrte Wanderplakette<br />
dann endlich erstmals<br />
gewinnen und im Jahr<br />
1997 diesen Erfolg sogar<br />
nochmals wiederholen.<br />
Auch in den Jahren 1999<br />
mit dem 2. Platz und in<br />
2000 mit dem 3. Platz<br />
schnitten<br />
wir<br />
hervorragend ab.<br />
Im gesamten Zeitraum<br />
von 1991 bis 2004 waren<br />
wir bis auf das Jahr 1995<br />
immer unter den besten vier Vereinen bei der Ausspielung der Selfkantplakette. Ein wahrhaft stolzes Ergebnis,<br />
dass jedoch auf harter und disziplinierter Arbeit basierte.<br />
So wurde ab 1991 jedes Jahr ein so genanntes „Play In“ abgehalten. Dies umschrieb einen Samstag, an dem von<br />
früh morgens bis in den späten Nachmittag sowohl in Registergruppen als auch mit dem Gesamtkorps geübt und<br />
bekannten Stücken den Feinschliff gegeben oder vollständig neue Musikwerke einstudiert wurden. Das verbesserte<br />
die musikalischen Grundkenntnisse und das harmonische Zusammenspiel im Korps und förderte gleichzeitig die<br />
Kameradschaft unter den Mitgliedern. Ein weiterer Punkt für das erreichte hohe musikalische Niveau war sicherlich,<br />
dass wir in den 90-ziger Jahren bis über die Jahrtausendwende hinweg über eine gute personelle Ausstattung<br />
verfügten. Mit durchschnittlich 25 bis 30 Spielleuten, die zudem noch eine gute Qualität hatten, waren wir in der<br />
Lage bei den gewählten Musikstücken alle geforderten Instrumente zu besetzen und die Werke entsprechend ihrer<br />
Schwierigkeit bis hin zur Höchststufe zu interpretieren und musikalisch auszugestalten.<br />
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Im Jahre 2000 gab es dann einen Wechsel an der Führungsspitze unseres Vereins. Nach 25 Jahren als 1.<br />
Vorsitzender übergab Christian Scheeren aus Altersgründen sein Amt an Willi Deckers. Dieser dankte ihm im<br />
Namen aller Mitglieder für die unermüdliche Arbeit, die er über diesen langen Zeitraum für den Verein geleistet hat<br />
und brachte die Freude der Aktiven zum Ausdruck, dass Scheeren auch weiterhin an Aufzügen und Konzerten<br />
teilnehmen möchte. Anschließend wurde er zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt.<br />
Im Jahre 2002 feierten wir dann unser 75-jähriges Vereinsjubiläum. Ein internationales Freundschaftstreffen mit<br />
Wertungsspiel und der Ausspielung der Selfkantwanderplakette - zum vierten Mal in Schalbruch - bildeten einen<br />
würdigen Rahmen. Das umfangreiche Programm begann am Freitag mit einem Festabend für ehemalige Mitglieder<br />
und viele andere Gäste. Es gab zahlreiche Ehrungen. Die bedeutendsten vom Verein waren für aktive Mitgliedschaft<br />
45 Jahre für Willi Deckers und 55 Jahre für Christian Scheeren, der auch Schirmherr des Festes war. Vom VMB<br />
erhielt Uwe Muckel die Landesehrenmedaille mit Urkunde für 15 Jahre Vorstandsarbeit und Willi Deckers -<br />
mittlerweile über 25 Jahre im Vorstand aktiv – bekam vom internationalen Verband die CISM-Medaille.<br />
Am Samstag und Sonntag begrüßten wir insgesamt 20 Gastvereine. Alles war gut geplant, das Wetter spielte mit<br />
und es gab keine nennenswerten Vorfälle. Sieger des Wettstreits wurden in der Unterstufe Aachen-Hörn,<br />
Mittelstufe Bocket und Höchststufe Montfort. Die Selfkantplakette ging an Wehr und wir verpassten mit dem 4. Platz<br />
knapp das „Treppchen“. Die Enttäuschung hielt sich aber in Grenzen, da die meisten Spielleute durch die viele<br />
Arbeit ziemlich geschlaucht waren und sich aufgrund der späten Spielzeit nur schwer konzentrieren konnten. Mit<br />
dem Klompeball am Montag ging ein gelungenes Fest zu Ende.<br />
In 2003 holten wir dann bei Wertungsspielen jeweils in der Höchststufe in Havert einen 3. Platz und in Aachen Hörn<br />
einen 1. Platz und gewannen damit zum zweiten Mal den „Euregio-Pokal“. Im Alter von 73 Jahren verstarb unser<br />
Ehrenmitglied Leo Neutgens. Wir werden ihm ein würdiges Andenken bewahren. Christian Scheeren übernahm<br />
nochmals die Funktion des 1. Vorsitzenden.<br />
Da es in der Vergangenheit im Sommer bei großer Hitze zu Debatten zwischen den Spielleuten wegen der warmen<br />
Jacken gekommen war, schafften wir uns in 2004 Sommerwesten an, um eine Alternative für diese Jahrzeit zu<br />
haben.<br />
Das bedeutendste Ereignis des Jahres war jedoch am 06.12.2004 die Trennung von unserem Dirigenten Pascal<br />
Janssen. Fast genau auf den Tag war er 14 Jahre Dirigent und Übungsleiter unseres Vereins. Eine erfolgreiche Ära<br />
ging damit zu Ende. Aufgrund der sowohl personell als auch finanziell angespannten Lage des Vereins, sahen sich<br />
beide Seiten auch nach intensiven Gesprächen nicht mehr in der Lage, gemeinsam ihre Ziele zu verwirklichen,<br />
sodass es zu einer einvernehmlichen Trennung kam. In einer geselligen Runde wurde Pascal gebührend<br />
verabschiedet. Rückwirkend darf man sagen, dass es wohl überwiegend harmonische und auch erfolgreiche 14<br />
Jahre waren. Die Erfolge in dieser Zeit sprechen für sich und bleiben untrennbar mit dem Namen Pascal Janssen<br />
verbunden.<br />
- 10 -
Nach Erörterung der Lage und einigen Sondierungsgesprächen durch den Vorstand unter Berücksichtigung der<br />
finanziellen Situation des Vereins, übernahm dann im Januar 2005 nach Zustimmung aller aktiver Mitglieder vorerst<br />
mit Uwe Muckel ein Spielmann, der Pascal Janssen bereits seit vielen Jahren bei den Registerproben der Flöten<br />
unterstützt hatte, die musikalische Gesamtleitung des Korps.<br />
Uwe Muckel, der alle Instrumente gespielt hat und beherrscht, erklärte sich bereit, diesen Posten ehrenamtlich und<br />
unentgeltlich auszufüllen. Unterstützung erhielt er durch Ralf Muckel, der ebenfalls schon seit vielen Jahren für die<br />
Ausbildung der Tambouren zuständig war, und in der Jugend- und Nachwuchsarbeit durch Katharina Warnke. Ziel<br />
sollte es sein, in den nächsten Jahren den Verein auf einem niedrigeren Niveau wieder auf ein solides Fundament zu<br />
stellen.<br />
Die Lage stabilisierte sich wieder und dabei half auch, dass wir in 2006 beim Wertungsspiel des Förderkreises in<br />
Aachen-Hörn in der Mittelstufe einen 1. Rang mit Belobigung holten und als Punktbester den Wanderpokal<br />
gewannen.<br />
Willi Deckers übernahm wieder von Christian<br />
Scheeren das Amt des 1. Vorsitzenden.<br />
Ende des Jahres 2006 sorgte dann ein weiteres<br />
herausragendes Ereignis zu Schlagzeilen. Für 60<br />
Jahre im Dienst an der Volksmusik bekam Christian<br />
Scheeren vom VMB die goldene Ehrennadel mit<br />
Diamant und Urkunde überreicht. Im Jahre 2007<br />
beendete dann Christian Scheeren seine aktive<br />
Laufbahn. 60 Jahre war er Flötist und 28 Jahre 1.<br />
Vorsitzender. Mit ein paar Worten lässt sich kaum<br />
beschreiben, was dieser Spielmann während dieser<br />
Zeit für den Verein geleistet hat. Wir legen all unsere Hochachtung und Anerkennung in die Worte „Herzlichen<br />
Dank“.<br />
Im Jahre 2007 feierten wir im Rahmen der Kirmes unser 80-jähriges Vereinsjubiläum. Am Sonntag zum Festzug<br />
konnten wir acht Trommlerkorps einen Musikverein und drei Schützenbruderschaften begrüßen.<br />
Die musizierenden Vereine spielten noch alle zwei Stücke auf der Bühne.<br />
Nach 25 Jahren als Tambourmajor des Trommler- und<br />
Pfeiferkorps Schalbruch übergab Willi Deckers im Jahre<br />
2008 den Tambourstab und die Tambourmajorsplakette<br />
an seinen Nachfolger und bisherigen Stellvertreter Ralf<br />
Muckel.<br />
Neben seinem Alter hatten ihn leider zuletzt auch<br />
gesundheitliche Gründe dazu bewogen, sein Amt in<br />
jüngere Hände zu legen. Er bleibt jedoch stellvertretender<br />
Tambourmajor, nimmt an Proben und Bühnenauftritten<br />
teil und wenn Not am Mann ist, wird er auch weiterhin zur<br />
Stelle sein.<br />
Als Anerkennung für seine Verdienste ehrte ihn der VMB<br />
mit der Dirigentennadel in Gold mit Diamant für 25 Jahre<br />
musikalische Leitung. Aber das war noch nicht Alles.<br />
Willi Deckers konnte ebenfalls noch auf 50 aktive<br />
Mitgliedsjahre zurückblicken. Dafür erhielt er auch vom<br />
VMB die goldene Verdienstnadel mit Kranz und<br />
Jahreszahl.<br />
- 11 -
Im Jahre 2009 war Uwe Muckel, der zuerst nur als „Übergangslösung“ gedacht war, bereits über 4 Jahre<br />
musikalischer Leiter des Vereins. Er hatte den Verein über eine schwierige Zeit hinweggeholfen, die sehr von<br />
personellen Problemen geprägt war. Es konnten zwar keine herausragenden Ergebnisse bei Wettbewerbenden<br />
erzielt werden, aber ein 4. Platz bei der Selfkantplakette in diesem Jahr zeigte, das wir wieder auf einem guten Weg<br />
waren. Die Situation des Vereins hatte sich sowohl personell wie finanziell entspannt und verlief wieder in<br />
geordneten Bahnen. Schon Ende des Jahres 2008 hatten die Aktiven mit unserem Übungsleiter darüber diskutiert,<br />
ob es sinnvoll wäre, wieder einen „auswärtigen“ musikalischen Leiter zu suchen.<br />
Laut mehrheitlicher Meinung sollte sich der Vorstand in Ruhe umsehen und wenn ein geeigneter Kandidat gefunden<br />
war, einen reibungslosen Übergang planen. Da sich die Sache aber länger hinzog, als alle gedacht hatten, und<br />
sowohl der Übungsleiter und als auch die Aktiven mit bestehenden Situation immer unzufriedener wurden, erklärte<br />
Uwe Muckel im Sommer ein wenig überraschend seinen Rücktritt vom Posten des musikalischen Leiters.<br />
Auch wenn es keinen zufrieden stellenden Abschluss seiner Tätigkeit gab, so kann man Uwe Muckel für die stets<br />
ehrenamtlich und unentgeltlich geleistete Arbeit nur großen Dank und Anerkennung aussprechen.<br />
Damit spitzte sich die zu diesem Zeitpunkt im Verein bereits bestehende schwierige Situation noch mehr zu, da wir<br />
auch keinen 1. Vorsitzenden hatten, weil Willi Deckers im Januar sein Amt niedergelegt und sich bisher kein neuer<br />
Kandidat für diese Position gefunden hatte.<br />
Im Oktober entspannte sich dann die Lage ein wenig, da mit David Wolter auf einer außerordentlichen<br />
Mitgliederversammlung wieder ein 1. Vorsitzender gewählt werden konnte. Bei der Suche nach einem neuen<br />
musikalischen Leiter traten wir jedoch weiter auf der Stelle und erzielten keine Fortschritte. Erst Anfang des Jahres<br />
2010 gelang es uns dann endlich mit Jan Stelten einen Übungsleiter zu finden, der sowohl musikalisch als auch<br />
menschlich gut zu unserem Verein passte. Den aktiven Mitgliedern gilt ein besonderer Dank des Vereins, dass sie<br />
während dieser musikalisch „führungslosen“ Monate die Ruhe bewahrt und kameradschaftlich zusammengehalten<br />
haben.<br />
Nun wurde ab sofort wieder mit Eifer geprobt, um den musikalischen Stillstand wieder aufzuholen. Im Mai 2010 fand<br />
dann in Schalbruch in Verbindung mit der Kirmes ein Kaiserfest zu Ehren des 4. Kaisers Andre’ Poerteners statt.<br />
Aufgrund einiger Missverständnisse veranstaltete Süsterseel zu unser aller Leidwesen gleichzeitig die Ausspielung<br />
der Selfkantpklakette. Zusätzlich gab es dann noch bei unserer Ankunft in Süsterseel kommunikative Probleme und<br />
wir hätten wegen des engen Zeitrahmens fast nicht gespielt. Letztendlich konnten uns aber der Bürgermeister und<br />
unser Übungsleiter überzeugen an der Ausspielung teilzunehmen. Zum Lohn und Trost für unseren ganzen Ärger<br />
erfuhren wir dann abends in Schalbruch auf dem Festzelt, dass wir den 3. Platz gewonnen hatten. Dies freute<br />
natürlich Alle und stimmte ein wenig versöhnlich für die ertragenen Strapazen.<br />
Nach aller Hektik kehrte dann endlich Ruhe ein und das Jahr 2010 verlief geordnet seinem Ende entgegen. Da die<br />
Überschüsse aus Festen und Kirmessen in den letzten Jahren stetig rückläufig waren, wurde es immer schwieriger<br />
mit den bisherigen Einnahmequellen alle Kosten zu decken. Deshalb war auf der Jahreshauptversammlung<br />
beschlossen worden, nach Möglichkeiten für bezahlte Aufzüge und anderen Einnahmequellen zu suchen.<br />
So nahmen wir erstmals im Oktober am Erntedankfest in Aachen-Walheim teil. Dieses Fest ist bis zum heutigen<br />
Tage ein fester Bestandteil unseres Terminkalenders geblieben und die Aufzüge machen den Aktiven immer viel<br />
Spaß.<br />
Nach einem Jahr Pause (kein Übungsleiter/Dirigent) nahmen wir im November wieder am Gemeinschaftskonzert<br />
der musizierenden Vereine teil. Auch diese Veranstaltung ist mittlerweile ein fester Bestandteil in unserem<br />
Programm und die erzielten Einnahmen können wir gut gebrauchen.<br />
Aber nicht nur der Kassenbestand macht uns fortlaufend Sorgen. Auch die Anzahl der aktiven Mitglieder ist seit<br />
Jahren rückläufig. Abgänge können nicht mehr 1 zu 1 durch Nachwuchs ersetzt werden. So lag die Anzahl der<br />
Aktiven in den vergangenen Jahren meistens zwischen 15 und 20. Dies macht es schwer, bei Konzertstücken alle<br />
Instrumente zu besetzen.<br />
Wir ließen uns aber hierdurch nicht entmutigen. Nachdem wir über den Winter intensiv geprobt hatten, nahmen wir<br />
im April 2011 am Wertungsspiel des Förderkreises neue Spielleutemusik in Aachen teil. Bei schönem Wetter und in<br />
bester Besetzung konnten wir in der Mittelstufe mit 49 Punkten einen 1. Rang erreichen.<br />
- 12 -
Vom 17.06. bis 20.06.2011 organisierten wir ein internationales Freundschaftstreffen. Höhepunkt der Veranstaltung<br />
war am Sonntag die Ausspielung der Selfkantwanderplakette, die zum 5. Mal in Schalbruch stattfand. Das Wetter<br />
war an allen Tagen nur mäßig. Vor allem am Sonntag war Petrus ein echter Spielverderber und sorgte für einen<br />
verregneten Tag. Glücklicherweise flaute es kurz vorm Aufzug ab, so dass dieser trocken über die Bühne gehen<br />
konnte. Leider hatten wir nicht so viele Gastvereine wie erhofft, da an diesem Wochenende noch andere<br />
Veranstaltungen stattfanden. Das Bühnenspiel verlief reibungslos und somit konnte die Preisverteilung erstmals<br />
nach vielen Jahren wieder pünktlich zum vorgesehenen Zeitpunkt erfolgen. Durch eine starke Leistung gelang es<br />
uns wieder einen 3. Platz zu erringen, was bei der Ausspielung im eigenen Ort auch unser heimliches Ziel gewesen<br />
war.<br />
Sieger wurde in diesem<br />
Jahr der Spielmannszug<br />
aus Saeffelen, der das<br />
Trommler-, Pfeifer- und<br />
Fanfarenkorps aus Höngen<br />
auf den zweiten Platz<br />
verwies. Insgesamt waren<br />
wir mit dem Festverlauf<br />
nicht so zufrieden.<br />
Die investierte Arbeit für<br />
alle Festtage brachte nicht<br />
den erhofften Lohn.<br />
Erfreulich war jedoch eine<br />
andere Entscheidung.<br />
Unser Übungsleiter und<br />
Dirigent Jan Stelten hatte<br />
sein Engagement nur bis zu<br />
dieser Veranstaltung<br />
zugesagt. Vorstand und<br />
Mitglieder waren sich<br />
jedoch einig, dass wir ihn<br />
gerne längerfristig als<br />
Übungsleiter behalten<br />
möchten. Alle hatten in der<br />
Zwischenzeit festgestellt, dass wir mit Jan nicht nur einen guten musikalischen Leiter haben, sondern das er auch<br />
menschlich gut zum Verein passt. Auf Anfrage des Vorstands zögerte er nicht lange und gab uns eine unbefristete<br />
Zusage. Alle Aktiven waren erleichtert und freuten sich riesig. Am 18.09.2011 nahmen wir noch an der Einweihung<br />
des neu gestalteten Kriegerdenkmals teil. Mit dem Gemeinschaftskonzert und dem jährlichen<br />
Kameradschaftsabend ging das Jahr 2011 zu Ende.<br />
Auf der Jahreshauptversammlung im Januar 2012 gab es eine Änderung in der Führung des Vereins. Unser<br />
Tambourmajor Ralf Muckel wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Der Vorstand bedankte sich bei David Wolter, der<br />
in einer Notlage den Posten übernommen und den Verein die letzten 3 Jahre geführt hatte.<br />
Unser erster Auswärtstermin in 2012 führte uns Ende April nach Breberen. Dort fand ein Freundschaftstreffen in<br />
Verbindung mit einem Wertungsspiel statt. Den Wettstreit wollten wir zur Vorbereitung auf die<br />
Selfkantwanderplakette nutzen. Da in Schalbruch gleichzeitig Königsvogelschuss war, nahmen wir nicht am Aufzug<br />
teil und traten als allerletzter Verein zum Wertungsspiel in der Klasse B an. Zur allgemeinen Überraschung belegten<br />
wir den 1. Platz und hatten in einem starken Teilnehmerfeld 8 Vereine hinter uns gelassen.<br />
Die diesjährige Ausspielung der Selfkantwanderplakette fand am 08.07.2012 in Saeffelen statt. Leider spielte das<br />
Wetter nicht wirklich mit, so dass der Aufzug aufgrund eines kräftigen Regengusses ins Wasser fiel. Nachdem sich<br />
die Wolken ausgetobt hatten, wurde noch kurz der Vorbeimarsch durchgeführt. Im Anschluss folgte das<br />
Wertungsspiel. Wir konnten mit unseren Vorträgen Cortego Florido und Brno überzeugen und erreichten stolze 288<br />
Punkte, was in manchem Jahr sicher für den Sieg gereicht hätte. In diesem Jahr aber langte es nur zum<br />
unglücklichen 4. Platz hinter dem verdienten Sieger aus Wehr sowie Höngen und Saeffelen.<br />
- 13 -
In Bocket fand am 17.03.2013 das Verbandsfest des Fachverbandes „Neue Spielleutemusik“ statt, das nach einer<br />
Umstrukturierung nur noch alle zwei Jahre ausgetragen wurde. Früher als ursprünglich geplant mussten wir auf die<br />
Bühne und es blieb nur wenig Zeit zum Einspielen. Mit den Vorträgen Brno und Cortego Florido erreichten wir mit<br />
49,50 Punkten einen 1. Platz und erhielten zusätzlich den Wanderpokal in der Mittelstufe. Die detaillierte Kritik des<br />
Wertungsrichters zeigte jedoch, dass wir noch fleißig üben und noch manches Detail bis zur Ausspielung der<br />
Selfkantwanderplakette verbessern müssen.<br />
Die Schalbrucher Kirmes vom 24.05. bis 27.05.2013 wurde in diesem Jahr als Gemeinschaftsjubiläum der<br />
Schützenbruderschaft (100 Jahre) und des Musikvereins (60 Jahre) gefeiert. Das Wetter war, wie schon in den<br />
letzten Jahren, nicht überragend. Es blieb aber glücklicherweise fast durchweg trocken und so erlebten wir ein<br />
paar schöne Festtage.<br />
Am 27.07.2013 fand dann endlich der langersehnte offizielle Spatenstich für den Umbau der Kirche zum<br />
Bürgerhaus statt. Da viele Mitglieder so kurzfristig nicht teilnehmen konnten, spielten das Trommlerkorps und der<br />
Musikverein gemeinsam einige Stücke. Leider sollte es aufgrund der fehlenden Baugenehmigung noch bis zum<br />
Frühjahr 2014 dauern, ehe tatsächlich mit den Arbeiten begonnen werden konnte.<br />
Am 18.08.2013 fand die Ausspielung der Selfkantwanderplakette in Isenbruch statt. Aufgrund des Termins in den<br />
Ferien konnten wir nicht vollzählig teilnehmen und es fehlten zusätzlich einige Proben. Aber auch die Mitgliederzahl<br />
der anderen Vereine war kleiner als üblich. Hillensberg konnte gar nicht antreten und war nur mit einer Delegation<br />
anwesend. Nach dem Aufzug, der uns kurz vor Schluss noch mit einem ordentlichen Regenguss beglückte, startete<br />
das Bühnenspiel. Wir brachten wieder eine gute Leistung und verpassten am Ende den 3. Platz nur um einen Punkt.<br />
Höngen gewann in diesem Jahr die Wanderplakette vor Saeffelen und Wehr. Vor allem in Hinblick auf die<br />
personellen Probleme waren wir mit den Leistungen der zurückliegenden Jahre zufrieden. Konnten wir uns doch in<br />
den letzten fünf Jahren jeweils unter den ersten Vier platzieren (4, 3, 3, 4, 4).<br />
Am 15.09.2013 brachten wir der Löschgruppe Schalbruch-Havert ein Ständchen zum 50jährigen Jubiläum.<br />
Auf dem Kameradschaftsabend im Dezember bedankte sich der Verein bei Petra Köhnen und Christoph Deckers,<br />
die inzwischen seit 10 Jahren dem Vorstand angehörten.<br />
Auf Jahreshauptversammlung am 12.01.2014 stellte der Vorstand den Antrag Willi Deckers aufgrund seiner<br />
langjährigen Verdienste (56 Jahre aktives Mitglied davon 31 Jahre Vorstandsarbeit und 25 Jahre Tambourmajor)<br />
zum Ehrenmitglied zu ernennen. Der Antrag wurde einstimmig bewilligt. Die 2. Vorsitzende Petra Köhnen<br />
gratulierte Willi Deckers und überreichte ihm stellvertretend für Ralf Muckel, der krankheitsbedingt verhindert war,<br />
die Ernennungsurkunde.<br />
Große Sorge bereitete in der Zwischenzeit dem Vorstand die finanzielle Situation des Vereins. Seit ein paar Jahren<br />
verzeichneten wir jährliche Verluste. Die Überschüsse aus Festen und Kirmessen schrumpften immer mehr. Das<br />
diesjährige Minus war wieder beachtlich und ließ vorausschauend erahnen, dass der Kassenbestand in kurzer Zeit<br />
aufgebraucht wäre. Da unser Terminkalender in diesem Jahr nicht so umfangreich war, wurde in Absprache mit<br />
den Mitgliedern und dem Übungsleiter die Probenzeit von 2 auf 1 Stunde gekürzt, um einen Teil der Kosten für den<br />
Dirigenten einzusparen.<br />
Am 13.01.2014 gratulierten wir unserem Ehrendirigenten Heinrich Diecks zu seinem 85. Geburtstag und spielten für<br />
ihn ein kleines Ständchen.<br />
Am 18.05.2014 gratulierten wir dem Kindergarten Schalbruch zu seinem 40-jährigen Bestehen.<br />
Am 07.09.2014 fand dann schließlich die Selfkantwanderplakette in Wehr statt. In optimaler Besetzung machten wir<br />
uns bei sehr angenehmem Wetter auf den Weg nach Wehr. Nach dem Aufzug, der recht kurz ausfiel, startete das<br />
Bühnenspiel. Wir brachten, wie in den vergangenen Jahren, eine gute Leistung und wurden am Ende mit dem 3.<br />
Platz belohnt. Der Sieg ging in diesem Jahr nach Saeffelen. Den zweiten Platz belegte Höngen. Wir drehten vor<br />
Freude noch eine Ehrenrunde in Schalbruch und feierten feuchtfröhlich im Kindergartenkeller. Somit konnten wir<br />
uns im sechsten Jahr in Folge unter den ersten 4 Vereinen platzieren.<br />
Durch die beschlossenen Maßnahmen am Anfang des Jahres hatte sich die Kassenlage erfreulicher Weise etwas<br />
entspannt. Für 10-jährige Vorstandstätigkeit (Kassiererin) bedankte sich der Vorstand bei Jennifer Rose.<br />
- 14 -
Der erste Termin 2015 führte uns am 14.03. nach Heinsberg. Hier traten wir beim Verbandsfest des Fachverbandes<br />
„Neue Spielleutemusik“ in erstmals seit vielen Jahren wieder in der Oberstufe an, da die von uns gewählten Stücke<br />
dort eingestuft wurden. Wir brachten eine gute Leistung und erreichten mit 50,00 Punkten einen 1. Rang.<br />
Den emotionalsten Moment in diesem Jahr erlebten wir am 23.08.2015 in Hillensberg bei der Ausspielung der<br />
Selfkantwanderplakette. Nach dem Einspielen am Morgen im Kindergarten waren alle zuversichtlich. Wir erhofften<br />
uns, wenn alles gut lief, einen 3. Platz. Doch am Ende kam alles anders. Nach dem „Bergaufzug“, der teilweise über<br />
noch unfertige Straßen führte, bereiteten wir uns auf das Bühnenspiel vor. Karlovy Vary und Paramaribo Baion<br />
gelangen uns gut und auch unser Dirigent Jan Stelten<br />
war mit der Leistung sehr zufrieden. Andere Vereine<br />
und Übungsleiter sahen uns als Mitfavoriten auf den<br />
Sieg. Die Anspannung vor der Preisverteilung war<br />
groß. Das der 3. Platz an die Gastgeber aus<br />
Hillensberg ging, war schon eine kleine Überraschung.<br />
Der 2. Platz, den der Spielmannszug Wehr belegte,<br />
eher weniger. Da die Konkurrenz aus Saeffelen und<br />
Höngen in den vergangenen Jahren starke Vorträge<br />
gebracht und jeweils Topplätze belegt hatte, erschien<br />
es jetzt vermessen, noch vom Gewinn der<br />
Selfkantplakette zu träumen. Als Bürgermeister<br />
Herbert Corsten dann jedoch Schalbruch als Sieger<br />
verkündete, brachen bei uns alle Dämme. Wir feierten<br />
ausgelassen und genossen diesen Erfolg.<br />
Nach einer Zeitspanne von 18 Jahren hatten wir zum 3.<br />
Mal die Plakette gewonnen. Nach einem Autokorso<br />
durch Schalbruch wurde noch ausgiebig im<br />
Kindergartenkeller gefeiert. Am darauffolgenden<br />
Montagabend folgte dann ein kleiner Umzug durch<br />
den Ort.<br />
Beim Freundschaftstreffen in Kreuzrath am 12.09.15 und beim Bundesschützenfest in Büttgen (zusätzliche<br />
Einnahme) am 20.09.15 konnte unser 1. Vorsitzender und Tambourmajor Ralf Muckel die Selfkantwanderplakette<br />
stolz präsentieren.<br />
Im Januar 2016 wechselten wir dann unser Übungslokal. Nachdem wir uns über Jahrzehnte im Kindergartenkeller<br />
für die anstehende Saison vorbereitet und fleißig geprobt hatten, zogen wir in das neue Bürgerhaus um.<br />
Die erste Veranstaltung im Bürgerhaus fand am 09.01.2016 statt, denn die musizierenden Vereine holten an diesem<br />
Tag das Ende letzten Jahres aufgrund der Bauarbeiten ausgefallene Gemeinschaftskonzert nach.<br />
Am 19.03.2016 wurde dann nach 2-jähriger Bautätigkeit und vielen schweißtreibenden Stunden endlich die<br />
Einweihung des Schalbrucher Bürgerhauses gefeiert. Alle waren froh, dass die Vereine und die Dorfbevölkerung<br />
endlich wieder ein „eigenes“ Zuhause haben.<br />
Leider währte die Freude über den Gewinn der Selfkantplakette nicht lange. Denn bereits am 24.04.2016 fand die<br />
diesjährige Ausspielung der Selfkantwanderplakette in Havert statt. Somit konnte Tambourmajor Ralf Muckel die<br />
Plakette weder bei der Schalbrucher Kirmes noch bei einem Schützenfest im Jahr 2016 tragen.<br />
Das war ein wenig frustrierend. Unserem Antrag - jeder Verein sollte die Plakette 1 Kalenderjahr tragen – stimmten<br />
die Vereine mehrheitlich zu. Die Abstimmung wurde jedoch anschließend wegen eines Verfahrensfehlers (2/3<br />
Mehrheit) annulliert. Beim Bühnenspiel präsentierten wir die Stücke „Under the Sea“ und „Karlovy Vary“.<br />
Am Ende belegten wir einen 5. Platz. Der Spielmannszug aus Wehr gewann in diesem Jahr verdient den Wettbewerb.<br />
Im Mai hatte der Verein dann gleich zwei Schicksalsschläge zu verkraften. Am 13.05.2016 verstarb unser<br />
Ehrendirigent Heinrich Diecks. Wir begleiteten seinen Sarg musikalisch bis zum Grab und verabschiedeten uns mit<br />
ein paar bewegenden Worten von Willi Deckers und spielten zum Schluss „Ich hat einen Kameraden“.<br />
Kurz danach am 23.05.2016 verstarb unser Ehrenvorsitzender Christian Scheeren. Zur Verabschiedung gestalteten<br />
wir musikalisch die Messe und Willi Deckers hielt zum Ende der Messe einen Nachruf auf Christian, der alle<br />
Anwesenden sehr berührte. Wir werden beiden Spielleute ein ehrendes Andenken bewahren.<br />
- 15 -
Am ersten Montag im Dezember fand anstelle der Probe eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Im<br />
Laufe des Jahres war es leider immer wieder zu Spannungen mit unserem Dirigenten Jan Stelten aufgrund von<br />
Meinungsverschiedenheiten bei der musikalischen Ausrichtung des Vereins gekommen. Die Stimmung auf den<br />
Proben war nicht gut und die meisten Aktiven waren nicht mehr mit Freude bei der Sache. Es wurde rege diskutiert,<br />
wie es im kommenden Jahr weitergehen sollte. Am Ende stimmte die überwiegende Mehrheit der Anwesenden<br />
dafür, die Zusammenarbeit mit Jan Stelten zu beenden und sich nach einem neuen Übungsleiter umzuschauen.<br />
Aus menschlicher Sicht fiel diese Entscheidung nach fast 8 Jahren der Zusammenarbeit sehr schwer. Aber im<br />
musikalischen Bereich waren wir nicht mehr auf einem gemeinsamen Nenner, was letztendlich den Ausschlag gab<br />
und eine Veränderung nötig machte. Am 19.12.2016 verabschiedeten wir uns dann in einer kleinen Feierstunde von<br />
Jan Stellten und der Vorstand bedankte sich bei ihm für die geleistete Arbeit.<br />
So fand das Jahr 2016 einen nicht so schönen Abschluss.<br />
An erster Stelle im Jahr 2017 stand natürlich die Suche nach einem neuen Übungsleiter und Dirigenten. Wichtig war<br />
vor allen Dingen, dass dieser die Stücke aussuchte und den musikalischen Weg des Vereins bestimmte. Die Suche<br />
nach einem neuen Übungsleiter war dann auch das vorherrschende Thema auf der Jahreshauptversammlung. Es<br />
verblieben nur noch wenige Monate bis zur Selfkantwanderplakette. Die Vorbereitungszeit würde also relativ kurz<br />
ausfallen.<br />
Der Vorstand hatte sich im Vorfeld schon Gedanken gemacht. Ron Roemen, früherer Übungsleiter von Höngen,<br />
wohnte seit einigen Jahren in Schalbruch. Bei Veranstaltungen hatte es immer wieder mal Kontakt gegeben. Wir<br />
waren aber skeptisch, weil Ron seit 2012 keine Ausbildertätigkeit mehr ausgeübt hatte.<br />
Ralf Muckel war jedoch der Meinung, wir sollten ihn fragen, ob er uns zumindest bis zur Selfkantplakette aushelfen<br />
könnte. Dann stünde uns mehr Zeit zur Verfügung, um nach einer dauerhaften Lösung zu suchen. Die anwesenden<br />
Mitglieder waren mit diesem Vorschlag einverstanden.<br />
Nach den Karnevalstagen nahm die Verpflichtung eines neuen Übungsleiters Formen an. Ron Roemen hatte sich<br />
tatsächlich bereit erklärt, uns zumindest bis zur Selfkantwanderplakette zu unterstützen und anschließend auch bei<br />
der Suche eines geeigneten Nachfolgers zu helfen. Auch wenn das für den Verein wieder einen deutlich höheren<br />
finanziellen Aufwand bedeutete, zeigten sich die Mitglieder mit dieser Lösung einverstanden.<br />
Die Arbeit konnte beginnen. Nachdem Ron sich ein Bild von unserem Repertoire gemacht hatte, entschied er, zwei<br />
komplett neue Stücke für die Selfkantplakette einzustudieren. Dafür blieben uns jetzt noch 3 Monate. Es wurde eine<br />
harte Zeit und weder Ron noch wir wussten, ob dieses Vorhaben zu einem guten Ende führen würde.<br />
Nach intensiver Vorbereitung und einigen zusätzlichen Proben, war es am 25.06.2017 soweit. Die Ausspielung der<br />
Selfkant-Wanderplakette fand in Höngen statt. Ron hatte uns in den letzten Monaten wieder den Spaß an der Musik<br />
zurückgebracht. Genau das waren auch seine letzten Worte nach dem Einspielen an diesem Tag. „Ihr müsst Spaß<br />
haben und Musik machen“ sagt er, bevor wir auf die Bühne gingen. Die Auslosung hatte ergeben, dass wir als Nr. 1<br />
spielen mussten. Sowohl „Disney Favourites“ als auch „De Naborch“ trugen wir zufriedenstellend vor. Jetzt begann<br />
die lange Zeit des Wartens.<br />
Aber die ganzen Mühen hatten sich gelohnt. Nach der Preisverteilung befanden wir uns – mal wieder – in einem<br />
totalen Freudentaumel. Am Ende belegten wir mit nur 1 Punkt Rückstand auf den Sieger aus Höngen den 2. Platz.<br />
Der 3. Platz ging in diesem Jahr an den Spielmannszug aus Saeffelen. Wir waren aufgrund des fehlenden Punktes<br />
auf Höngen nicht enttäuscht, sondern einfach nur glücklich über das, was wir in der kurzen Zeit mit Ron auf die<br />
Beine gestellt hatten. Dieser Erfolg wurde natürlich noch ausgiebig gefeiert.<br />
Noch viel schöner aber war das Kompliment von Ron, dass ihm die bisherige Zeit mit uns so viel Spaß gemacht<br />
hatte, dass er nach einem Gespräch mit dem Vorstand anbot, uns auch über die Selfkantplakette hinaus weiter<br />
musikalisch zu betreuen. Das nahm eine Last von unseren Schultern, weil wir nicht weiter nach einem Übungsleiter<br />
suchen mussten. Ron hatte uns in der kurzen Zeit wirklich wieder den Spaß an der Musik zurückgebracht und die<br />
Kameradschaft innerhalb der Mitglieder gefestigt.<br />
Alle waren rundum zufrieden.<br />
- 16 -
Als nächstes standen die Vorbereitung auf das Gemeinschaftskonzert am 04.11.2017 und die Gestaltung der hl.<br />
Messe am 26.11.2017 auf dem Übungsplan. Unter der Leitung von Ron konnten wir beim Konzert auch einige neue<br />
Stücke vortragen und das Publikum begeistern. Auch für die in der Messe gespielten Stücke gab es sowohl vom<br />
Pastor als auch von den Messebesuchern viel Lob.<br />
So ging ein erlebnisreiches aber auch sehr schönes Jahr zu Ende. Der Verein konnte sich auch noch bei unserem<br />
1. Vorsitzenden Ralf Muckel für 10-jährige Vorstandsarbeit bedanken.<br />
In den letzten Jahrzehnten verfügte der Verein über einen festen Stamm an aktiven Mitgliedern. Dies spiegelt sich<br />
auch in Mitgliedsjahren vieler Aktiver wieder.<br />
So konnten zahlreiche Ehrungen durchgeführt werden:<br />
für 10-jährige aktive Mitgliedschaft:<br />
Marvin Köhnen (2013), David Wolter (2014), Marc Reyans, Frank Köhnen, Melina Köhnen (2015)<br />
für 15-jährige Mitgliedschaft:<br />
Marianne Rose (2013)<br />
für 20-jährige Mitgliedschaft:<br />
Jenny Winzen (2015), Jenny Rose (2017)<br />
für 25-jährige Mitgliedschaft:<br />
Christoph Deckers (2015), Carina Deckers, Diana Deckers, Katharina Lenzen (2017)<br />
für 30-jährige Mitgliedschaft:<br />
Tanja Jeuken-Wolter (2013)<br />
für 40-jährige Mitgliedschaft:<br />
Ralf Muckel, Petra Köhnen (2017)<br />
für 55-jährige Mitgliedschaft:<br />
in 2013 Willi Deckers (2013)<br />
Aber so schön auch alle Erlebnisse und Erfolge der Vergangenheit sind, man kann und darf sich darauf nicht<br />
ausruhen. Die wichtigste Aufgabe für Vorstand und Mitglieder wird es sein, den Fortbestand des Vereins sowohl in<br />
personeller als auch in finanzieller Hinsicht zu sichern. Die Basis des Vereins sind nun mal seine aktiven Mitglieder<br />
und eine ausreichende Anzahl von Nachwuchsmusikanten-/innen, die entstehende Lücken wieder auffüllen.<br />
Doch jetzt freuen wir uns alle auf das Internationale Freundschaftstreffen vom 25. bis 28. Mai <strong>2018</strong> verbunden mit<br />
der 6. Ausspielung der Selfkantplakette in Schalbruch und hoffen, dass es ein schönes und gelungenes Fest wird.<br />
Unser Bestreben wird es auch zukünftig sein, dass kulturelle Dorfleben durch unsere Auftritte zu beleben und<br />
durch unsere Musik zu bereichern. Wir werden auch weiterhin unser Heimatdorf bei Schützen- und Musikfesten<br />
diesseits und jenseits der Landesgrenzen würdig vertreten, damit die Schalbrucher auch in Zukunft stolz auf ihr<br />
Trommler- und Pfeiferkorps sein können.<br />
- 17 -
Der Vorstand<br />
im Jahr <strong>2018</strong><br />
(von links nach rechts)<br />
Ralf Muckel (1. Vorsitzender), Petra Köhnen (2. Vorsitzende),<br />
Marvin Köhnen (Beisitzer), Jennifer Rose (Kassiererin),<br />
Christoph Deckers (Schriftführer)<br />
Der Dirigent im Jahre <strong>2018</strong><br />
Ron Roemen<br />
- 18 -
Das Trommler- und Pfeiferkorps<br />
im Jahr <strong>2018</strong><br />
(von links nach rechts)<br />
Marc Reyans, Petra Köhnen, Ron Roemen. Nicky Hoofwijk, Melina Köhnen,<br />
Frank Köhnen, Nico Küsters, Marianne Rose, Diana Welters, Marvin Köhnen, Aaron Wolter,<br />
Tanja Jeuken-Wolter, Maren Robertz, Carina Deckers, Ralf Muckel, Maxime Loomans,<br />
Jennifer Rose, Mikey Tiggelovend, Willi Deckers, Katharina Lenzen, Jennifer Winzen,<br />
David Wolter, Christoph Deckers, Lina Wolter<br />
- 19 -