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Das Magazin für die niederbayerische Wirtschaft.

Start-Ausgabe Region Rottal-Inn

WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Region Rottal-Inn Nr. 1 l Verbreitungsgebiet: Landkreis Rottal-Inn l Frühjahr 2018

WirtschaftsLEBEN Region Rottal-Inn

Die Faktoren für den Erfolg.

WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 1


Standort Der Landkreis

Auf geht´s

gemeinsam bauen...

Tradition und Innovation

...mit Herz und Verstand

...in kleinen Teams und starker Mannschaft

...mit Bleistift und App

...an 2.500 Baustellen weltweit – jeden Tag

...von innen nach außen, durch und durch komplett

Kulturpalast, Dresden

© Christian Gahl / gmp Architekten

Wir sind Trockenbauer und Schreiner, stellen Decken-, Boden- und Trennwandsysteme her.

Wir bauen Bürogebäude, Kraftwerke, Konzertsäle, Flughäfen und Kreuzfahrtschiffe aus. Sogar

komplette Operationssäle und die Fassade fürs Krankenhaus drum herum. Auf der ganzen Welt

und daheim in Arnstorf. Hier betreiben wir auch ein Mehrgenerationenhaus. Und gleich in der

Nähe, das Schlossbräu Mariakirchen mit Biergarten und eigener Brauerei. Die Produkte dafür

kommen u. a. von unserer Land.Luft Hofstelle in Leberfing mit eigener Bio Freiland Landwirtschaft.

Landrat

Michael Fahmüller

Werte Leserinnen und Leser,

der Landkreis Rottal-Inn ist ein ländlich geprägter

Landkreis, in dem Traditionen hochgehalten

werden und gleichzeitig Innovation gelebt

wird, ein Anspruch, dem wir immer wieder neu

versuchen, gerecht zu werden.

Wir bewahren unsere Traditionen, dazu gehören

das rege Vereinsleben im Landkreis und das

lebendige Ehrenamt. Wir sind in der glücklichen

Situation, dass sich noch viele Menschen in unserer

Region mit viel Herzblut für ihre Nachbarn

engagieren.

Bei aller Tradition sind wir aber innovationsfreudig

und stehen neuen Technologien immer offen

gegenüber, wenn wir sie für sinnvoll erachten

– auch das haben wir in der jüngsten Vergangenheit

immer wieder bewiesen.

Wir versuchen, unseren Bürgern eine hohe

Lebensqualität zu bieten, dazu gehören attraktive

Arbeitsplätze, eine für einen Flächenlandkreis

besonders wichtige, gesunde Infrastruktur, gute

Bildungs- und Ausbildungsvoraussetzungen sowie

ein vielfältiges Freizeitangebot, beispielsweise im

kulturellen oder im sportlichen Bereich.

Der Landkreis Rottal-Inn ist geprägt von einer

stabilen, bodenständigen regionalen Wirtschaft.

Neben der Landwirtschaft, die für uns immer noch

eine große Rolle spielt, gibt es im Landkreis jede

Menge starke mittelständische Unternehmen, viele

aus dem handwerklichen Bereich, auch echte

„Hidden Champions“, die sich ihre Nische in der

Weltwirtschaft gesucht und gefunden haben und

in ihrem speziellen Bereich zu Marktführern entwickelt

haben.

Und, was das Wichtigste ist: Der Trend bei

Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt zeigt

deutlich nach oben. Unsere Verantwortung ist

es, auch weiterhin optimale Voraussetzungen für

unsere regionale Wirtschaft zu schaffen, um die

Entwicklung des Landkreises weiter voran zu

treiben – denn zur Verantwortung gegenüber der

Zukunft und gegenüber kommenden Generationen

gehört auch, dass man nicht nur den Status Quo

sichert, sondern dafür sorgt, dass sich eine Region

zukunftsfähig weiterentwickelt.

Neben all dem Genannten ist der Landkreis

Rottal-Inn vor allem eines: wunderschön! Wir sind

gesegnet mit einer wunderbaren Natur hier in unserer

Heimat, und es liegt auch in unserer Verantwortung,

diese zu bewahren. Deshalb engagieren

wir uns in vielen Bereichen, um den Erhalt dieser

einmaligen Landschaft zu sichern. Alle Leser, die

den Landkreis Rottal-Inn noch nicht oder nicht so

gut kennen, lade ich herzlich dazu ein, sich davon

selbst zu überzeugen.

Ihr

Michael Fahmüller, Landrat

Wie gemacht für ein erstes Kennenlernen: www.schlossbraeu-mariakirchen.de

www.Lindner-Group.com

2 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 1


Inhalt

WirtschaftsLEBEN l Region Rottal-Inn Nr. 1

WirtschaftsLEBEN l Region Rottal-Inn Nr. 1

Inhalt

Editorial

Landrat Michael Fahmüller 1

Standort

Der Landkreis: das neue Selbstbewusstsein 4

Eggenfelden: Aufbruch digital 4.0 12

Simbach: Alltagsleben weitgehend

normalisiert 14

Simbach und Braunau:

neue Dachmarke „So sind wir“ 16

Im Theater an der Rott wurden 2017 die Top-Unternehmen im Landkreis in den Kategorien Innovation,

Handwerk, Handel, Tourismus und Ausbildung ausgezeichnet.

Seite 5 ff.

KPWT Wirtschaftstreuhand Aktiengesellschaft:

Leitfaden zur Unternehmensnachfolge 34

A.S.T. Sommer GmbH: Von der Garage zum

Kompetenzzentrum mit Online-Shop 36

POLLOZEK: Das Modehaus mit der schönsten

Dessousabteilung Deutschlands 38

30 Jahre WEMA Hard- und Software GmbH:

„Service setzt sich durch!“ 41

Mercedes-Benz Zentrum Rottal: Die Gruppe

Schreiner-Wöllenstein mit zeitgemäßer

Präsenz in Pfarrkirchen 42

Im Gespräch mit WirtschaftsLEBEN

„Die Chancen, die wir jetzt

haben, bekommen wir so

schnell nicht wieder. Deshalb

treiben wir den Aufbruch

voran.“

Wolfgang Grubwinkler,

1. Bgm. Eggenfelden S. 12

„Der Campus ist ein elementarer

Baustein unserer

Entwicklung als Bildungsstadt.“

„Der Hochwasserschutz,

vor allem die

fünf zu erneuernden

Brücken, werden uns

noch ein paar Jahre

beschäftigen.“

Klaus Schmid,

1. Bgm. Simbach a. Inn

S. 14

„Arnstorf ist offensichtlich

attraktiv für Unternehmer mit

Visionen und für Neubürger

mit Sinn für Lebensqualität.“

Pfarrkirchen: Das braucht die Region 18

Pfarrkirchen: European Campus 19

Arnstorf? Läuft. 21

Mittelzentrum Arnstorf:

Marktgemeinde mit Machern 22

Bad Birnbach: Heiße Entwicklung 24

Unternehmen aus der Region

Pröckl: „Prima Klima – fair und familiär“ 6

PETEX: Der starke Autoausstatter 7

Zehn Jahre Autohaus Ostermaier

in Eggenfelden 9

MEDIAltek: „Innovative Medientechnik aus

Niederbayern“ 15

Fokus Technologies:

Industrielle Display-Lösungen 26

Schmidbauer Transformatoren und Gerätebau

GmbH: Qualität, Präzision und Innovation 26

Gfirtner, Strangmüller & Voit: Steuerkanzlei

mit breitem Leistungsspektrum 27

Biedersberger Bürotechnik:

Arbeitsplatz-Lösungen 27

Lindner Group: Gekommen, um zu bleiben –

und viel zu bewegen 28

Lindner AG, Arnstorf: Weiterhin expansiv unterwegs, auch auf neuen Geschäftsfeldern.

Seite 28 ff

Modehaus Pollozek: Deutschlands schönste Dessous-Abteilung. Interview Seite 38

Steuerkanzlei Angela Hundsberger:

Professionelle Hilfe bei Steuerrecht & Co. 45

Ausweger GmbH: Der Spezialist für

Berufsbekleidung seit 1964 45

Stela Laxhuber GmbH:

„Wir leben Trocknungstechnik“ 46

HOCO Gruppe: Aufsteiger im Bauelemente-

Bereich und Top-Arbeitgeber in der Region 48

Knauf Insulation GmbH:

Zentrum des nachhaltigen Bauens 50

Haas Fertigbau legt kräftig zu – auch für

2018 ehrgeizige Ziele 52

Unternehmensgruppe Laumer:

Aus Leidenschaft gebaut 54

Mayerhofer Hoch-, Tief- und Ingenieurbau

GmbH: „Je schwieriger, desto lieber“ 56

happy rain Würflingsdobler GmbH

Teamwork Makes the Dream Work 58

Einrichtungshaus WEKO Familiäre

Einrichtungs- und Karriere-Träume 60

Hartmann – die Schreinerei

mit Referenzen 62

HDG Bavaria: 40 Jahre Leidenschaft für

das Heizen mit Holz 62

Bella Vista: Golfen in Bilderbuchlandschaft 63

Wolfgang Beißmann,

1. Bgm. Pfarrkirchen S. 18

„Wir sind super aufgestellt,

haben gute Entwicklungsmöglichkeiten

in den

verschiedenen Geschäftsfeldern

und wollen uns auch

weiterhin für die Region

engagieren.“

Veronika Lindner, Vorstand

Finanzen, Lindner AG S. 28

Die ‚virtuelle Regalverlängerung‘

schafft eine

interessante Synthese von

Off- und Online.“

Roman Pollozek,

Geschäftsführer

Modehaus Pollozek S. 38

„Neben Fachkräftemangel

macht uns die Tendenz zur

Überregulierung sehr zu

schaffen, zumal manche

Regelungen überhaupt nicht

nachvollziehbar sind.“

Ingrid Laumer,

Unternehmensgruppe Laumer

S. 54

„Am Ende ist es aber das

Ergebnis von großer Leidenschaft,

harter Arbeit der gesamten

Belegschaft, weitsichtiger Entscheidungen

sowie absoluter

Kundenorientierung.“

Alfons Sittinger,

1. Bgm. Arnstorf S. 21

„Besondere Leistungen sind

aber immer mit überdurchschnittlichem

Einsatz

verbunden. Das ist im Beruf

nicht anders als im Sport.“

Kreishandwerksmeister

Hans-Peter Entholzner,

Inhaber Schreinerei

Entholzner S. 32

„Die gesamte Infrastruktur für

Elektrofahrzeuge ausbauen,

aber die für Verbrennungsmotoren

auf neuestem Stand

halten.“

Dipl.-Kfm. Stefan Wöllenstein,

Geschäftsführender

Gesellschafter der Schreiner

Wöllenstein GmbH & Co. KG

S. 42

„Wir können Maßnahmen

abwickeln, die sich vom

Engineering her auf absolut

höchstem Standard bewegen.

Je schwieriger, desto lieber.“

Christian Mayerhofer,

Geschäftsführer Mayerhofer

Hoch-, Tief- u. Ingenieurbau

GmbH S. 56

Kreishandwerksmeister Hans-Peter

Entholzner: „Fleiß wieder mehr belohnen“ 32

Das neue Mercedes-Benz Zentrum Rottal (Grafik): Wachsen oder weichen. Interview Seite 42

IMPRESSUM 64

Claudia Würflingsdobler,

happy rain

Würflingsdobler GmbH S. 58

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Standort Der Landkreis

Eindrücke aus dem Landkreis Rottal-Inn (oben, v. li. im Uhrzeigersinn): Innstraße Simbach, Stadtplätze Eggenfelden und Pfarrkirchen, Knauf in Simbach aus

der Luft, Firmengebäude A.S.T. Sommer, Firmengebäude HDG Bavaria, Genussradfahren im Rottal, Schweißarbeiten bei STELA, Blick aufs Innreservat, Schloss

Schönau, Mostkönigin Juliane Eder, Ortsmitte Massing.

Das neue Selbstbewusstsein

Standort Rottal-Inn I Harte und weiche Standortfaktoren in seltener Harmonie bieten im Landkreis Rottal-Inn eine hervorragende

Grundlage zum Arbeiten, Leben und Wohnen. Günstige Lebenshaltungskosten, die gute Verkehrsinfrastruktur, qualifizierte und hoch

motivierte Mitarbeiter sowie günstige Preise für Grundstücke und Immobilien bilden die Basis für erfolgreiche Unternehmen und

zufriedene Menschen. Drei Städte, sieben Märkte und 21 Gemeinden pflegen ein neues Selbstbewusstsein, und überall sind die

Ärmel hochgestrickt.

Das sagt doch alles: Das Magazin Focus veröffentlicht

in seinem aktuellem „Deutschland Ranking

2018“ einen Vergleich aller 401 Landkreise

und kreisfreien Städte in Deutschland. Untersucht

wird die wirtschaftliche Entwicklung. Erfreulich

für Rottal-Inn: Der Landkreis hat einen großen

Sprung nach vorne gemacht.

In einer Punktewertung gegenübergestellt

werden die Regionen in der Focus-Studie nach fünf

Gesichtspunkten: „Wachstum und Jobs“, „Firmengründungen“,

„Produktivität und Standortkosten“,

„Einkommen und Attraktivität“ sowie „Lebensqualität“.

In der Zusammenfassung aller dieser Werte

rangiert Rottal-Inn auf Rang 61. Im Jahr 2015 landete

der Landkreis noch auf Platz 164.

Sein bestes Einzelergebnis schafft Rottal-

Inn im Bereich „Wachstum und Jobs“. Mit Platz

13 wurden hier die Top Ten nur knapp verfehlt.

Gemessen werden das Bruttoinlandsprodukt pro

Einwohner und die Arbeitslosigkeit. Das andere

Extrem bildet für Rottal-Inn in dieser Focus-

Untersuchung der Bereich „Einkommen und Attraktivität“.

Die Höhe der Arbeitsentgelte sowie der

Haushaltseinkommen und der Saldo aus Zu- und

„Wir sollten selbstbewusster

auftreten“ – Landrat Michael

Fahmüller zum Ergebnis des

aktuellen Regionen-Rankings

vom Focus-

Magazin

Michael Fahmüller,

Landrat.

Wegzügen sind dabei maßgeblich. Mit Platz 255

fährt der Landkreis hier sein schlechtestes Ergebnis

ein. Deutlich bessere Platzierungen gibt es bei

Firmengründungen (Platz 67), Lebensqualität (91)

sowie Produktivität und Standortkosten (104).

Landrat Michael Fahmüller ist „stolz, dass es

unser Landkreis auf Platz 61 geschafft hat und somit

nochmal 100 Plätze im Vergleich zu 2015 gut

machen konnte. Als ländlicher Landkreis diesen

Platz einnehmen zu können, ist eine wunderbare

Sache.“

Der Landkreis Rottal-Inn im Süden Niederbayerns

hat etwa 120.000 Einwohner, die sich auf

insgesamt 31 Gemeinden verteilen. Dazu gehören

die Kreisstadt Pfarrkirchen sowie die größte Stadt

im Landkreis, Eggenfelden, und Simbach am Inn,

an der österreichischen Grenze, aber auch Märkte

wie Arnstorf, Bad Birnbach oder Massing und eine

Vielzahl an Dörfern und Höfen.

Der Landkreis wurde bei der Gebietsreform

1972 im Wesentlichen aus den Landkreisen Pfarrkirchen

und Eggenfelden gebildet. So ziemlich alle

Kommunen, von Arnstorf bis Wurmannsquick,

melden derzeit Rekordhaushalte oder Spitzeninvestitionen.

Auch das akademische Leben hat Einzug

im Landkreis gehalten. Der European Campus in

Pfarrkirchen, eine Außenstelle der TH Deggendorf,

hat seit seinem Start im Jahre 2015 eine rasante

Entwicklung hingelegt, was den Anstieg der Studentenzahlen

und den Ausbau der angebotenen

Fächer angeht. (Siehe S. 19)

FOCUS-Deutschland Ranking:

Der Landkreis hat einen großen

Sprung nach vorne gemacht.

Platz 61 von 401 Landkreisen in

Deutschland.

Die Region Rottal-Inn ist als renommiertes

Kurgebiet deutschlandweit anerkannt. Im „Rottaler

Bäderdreieck“ gibt es viele Kurorte, Hotels,

Golfplätze und mit der Gesundheits- und Wellnessbranche

verbundene Betriebe und Einrichtungen.

Aus diesen Erkenntnissen und Aussichten

haben sich entsprechende Studiengänge am ECRI

herausgebildet. Studierende des European Campus

werden einen akademischen Abschluss, kombiniert

mit internationaler Erfahrung und Kompetenz

nachweisen können.

Karrieremöglichkeiten ergeben sich insbesondere

in der schnell wachsenden Freizeit- und

Gesundheitsbranche, im Hotel-, Wellness- oder

Medizinbereich, bei Reisekonzernen, im Marketing,

IT oder Eventmanagement. Ebenso können

Industrial Engineering Absolventen im komplexen

und interkulturellen Umfeld der Wirtschaft, im

Speziellen der Energie- und Ressourcenwirtschaft,

u

Im Theater an der Rott wurden 2017 die Top-Unternehmen im Landkreis in den Kategorien Innovation, Handwerk, Handel, Tourismus und Ausbildung ausgezeichnet.

Die Preisträger: FotoFinder aus Bad Birnbach (Kategorie Innovation), Schuhbauer GmbH aus Arnstorf (Kategorie Handwerk), Wellnesshotel Sonnengut

in Bad Birnbach (Kategorie Tourismus), WEKO Wohnen aus Pfarrkirchen (Kategorie Handel), Stela Laxhuber GmbH aus Massing (Kategorie Ausbildung). Gewürdigt

wurden insgesamt die herausragende Leistungskraft und das besondere Engagement der Unternehmen in der Region Rottal-Inn.

4 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 5


Standort Der Landkreis

Standort Der Landkreis

sicher agieren und kompetent handeln. (Nähere

Infos zum ECRI Seite 19)

Europareservat am Unteren Inn

Bekannt ist die Region außerdem für ihre

Naturlandschaft. Von Arnstorf im Norden über das

Rottal bis hinunter ins Inntal bietet der Landkreis

Rottal-Inn nicht nur ein landschaftlich sehr attraktives

Hügelland, sondern auch insbesondere im

Süden wichtige Lebensräume für teilweise seltene

Pflanzen- und Tierarten.

Das Europareservat am Unteren Inn, ein echtes

„Juwel“ der Natur, wird derzeit im Rahmen einer

INTERREG-Förderung „auf Hochglanz poliert“.

Die insgesamt acht Schutzgebiete auf beiden

Seiten der Grenze am Unteren Inn bekommen ein

gemeinsames, grenzüberschreitendes und ganzjähriges

Management, das auch Ausstellungen

gemeinsam konzipiert und ein gemeinsames Informations-

und Marketingkonzept entwickelt.

Starke mittelständische

Wirtschaft im Aufschwung

Obgleich Rottal-Inn noch immer durch die

Landwirtschaft geprägt ist, gibt es eine starke

regionale Wirtschaft im Bereich mittelständischer

Unternehmen, die sich deutlich im Aufschwung

befindet.

Der Landkreis ist sehr traditionsbewusst, doch

ist man in Rottal-Inn auch Innovationen gegenüber

stets aufgeschlossen, und der Standort hat

sich so in den letzten Jahren und Jahrzehnten

stetig weiterentwickelt und verbessert. So ging

beispielsweise in Bad Birnbach, dem kleinen Kurort

des Bäderdreiecks, der erste Autonome Bus

Deutschlands im öffentlichen Nahverkehr in Betrieb,

was nicht nur in ganz Deutschland, sondern

sogar international für Aufsehen gesorgt hat. Mittlerweile

kam ein zweiter dazu. In Zusammenarbeit

mit den Kooperationspartnern von Deutscher Bahn

und TÜV haben der Landkreis und die Marktgemeinde

Bad Birnbach damit an der Geschichte

des öffentlichen Nahverkehrs mitgeschrieben und

seine Zukunft, insbesondere im ländlichen Raum,

mitgestaltet. (Siehe auch S. 24)

Die Wirtschaft ist besonders im handwerklichen

Bereich verankert, aber sie ist vielfältig. Zu

nennen ist sicher die Firma Lindner in Arnstorf.

Lindner Group mit rund 6.700

Mitarbeitern Global Player

Die Lindner Group mit über 6.700 Mitarbeitern

ist heute führend in den Bereichen Innenausbau,

Gebäudehülle und Isoliertechnik. Arnstorf ist der

Hauptsitz und wichtigster Fertigungsstandort für

„Prima Klima – fair und familiär“

Das Familienunternehmen Pröckl – nunmehr

seit Jahren Gesamtanbieter für

die Gebäudehülle von Gewerbeobjekten

– hat mittlerweile mehr als 200 Mitarbeiter

und ist bundesweit sowie in Österreich

tätig. Vergangenes Jahr feierte

Pröckl das 70-jährige Firmenjubiläum.

Gemäß dem Motto „Prima Klima – fair

und familiär“ wird schon immer viel Wert

auf ein gutes Betriebsklima gelegt.

Großaufträge, wie zuletzt die Ausführung

der gesamten Gebäudehülle beim prestigeträchtigen

Projekt „Neubau Paulaner

Brauerei“ in München, tragen zum Renommee

und zum Erfolg des Unternehmens

bei. Heute steht mit Florian und Christoph

Pröckl bereits die vierte Generation in den

Startlöchern. Die Geschäftsführer Gert

und Dr. Thomas Pröckl sind sich einig:

„Für die erfolgreiche Entwicklung unseres

Unternehmens sind wir sehr dankbar und

dieser Dank gilt auch unseren Kunden und

Geschäftspartnern, die ihr Vertrauen in unsere

Leistungsfähigkeit gesetzt haben und

weiterhin setzen“ sagt Dr. Thomas Pröckl.

Gert Pröckl ergänzt: „Wir sehen der

Zukunft mit großer Zuversicht und Freude

entgegen. Auf dass es weiterhin heißt:

Pröckl Gebäudehüllen. Das passt.“

Decke, Boden, Wand sowie Fassade. (s. auch Beitrag,

S. 28)

Es gibt darüber hinaus eine Vielzahl an erfolgreichen

Unternehmen aus dem Mittelstand. Als

bodenständige Produzenten und Dienstleister, oft

als Marktführer in einer Nische, haben sie sich teilweise

international hervorragend positioniert und

sind beste Repräsentanten ihres Landkreises. Ausgezeichnete

Ausbildungsprogramme und Karrierechancen

sind ebenfalls Markenzeichen dieser

Firmen. Es ist jedoch schwierig, einzelne Firmen

herauszustellen, und es wird auch der wirtschaftlichen

Struktur des Landkreises letztlich nicht

gerecht.

Fünf Unternehmen wurden beispielsweise

2017 im Rahmen einer feierlichen Gala im Theater

an der Rott, Eggenfelden – dem deutschlandweit

einzigen landkreiseigenen Theater – als „Top-Unternehmen

Niederbayerns“ ausgezeichnet.

WEKO – das drittgrößte

Einrichtungshaus Bayerns

steht in Pfarrkirchen

Überregional bekannt ist das Möbelhaus WEKO

in der Kreisstadt Pfarrkirchen. WEKO Wohnen besteht

seit über 65 Jahren. Alois Weber legte mit

der Gründung einer Schreinerei in Kohlstorf 1948

den Grundstein. 1972 errichtete sein Sohn Helmut

Weber sein erstes Einrichtungshaus in Linden und

schon 1986 wegen Platzmangels ein neues an der

B 388 in Linden. Wenige Jahre später wurde auch

dieser Standort zu klein. Da in Linden keine Erweiterungsmöglichkeit

bestand, errichtete Weber

1994 ein neues Einrichtungshaus in Pfarrkirchen.

Am ehemaligen WEKO-Standort in Linden

wurde ab 1995 ein weiteres, sehr erfolgreiches

Standbein entwickelt – Der SCHLEUDERMAXX –

der größte Sonderpostenmarkt Bayerns. Am

WEKO-Standort in Pfarrkirchen entstand 2014

neben dem Hauptgebäude in siebenmonatiger

Bauzeit der bis dato größte Küchenfachmarkt in

Bayern. Als Geschäftsführer fungieren heute Helmut

Webers Kinder Bernhard Weber und Michaela

Haberger. (Siehe auch Porträt S. 60)

gangen. Das 1963 von Michael Schuhbauer sen.

gegründete Unternehmen entwickelte sich zu einem

stattlichen und mittlerweile hoch spezialisierten

Zulieferer.

Insbesondere in den 1970er-Jahren fand eine

Neuorientierung statt: Mit dem Auftrag zur

Herstellung von Möbelteilen eines großen Industriemöbelherstellers

für technische Arbeitsplatzsysteme

entwickelte sich Schuhbauer „Span um

Span“ zum leistungsfähigen Fertigungsspezialisten

mit heute ca. 70 Mitarbeitern, 8.500 qm Produktionsfläche

und modernem Maschinenpark. Zum

Standardprogramm gehören Möbel- und Innenausbauteile

aller Art und in jedem Vorfertigungsgrad

mit vormontierten Beschlägen bis hin zu kompletten

Korpussen, Systemmöbeln und Containern.

Eine besondere Spezialität des Unternehmens sind

technische und dekorative Arbeitsplatten für Möu

PETEX Der starke Autoausstatter

petexoutlet

Werksverkauf

Seit 1981 ist die Firma PETEX aus Eggenfelden

sowohl Hersteller als auch Importeur

von Autozubehör wie Autoteppichen, Sitzbezügen

und Gummimatten. Das anfangs

noch kleine Familienunternehmen beschäftigt

mittlerweile allein im Raum Eggenfelden

ca. 90 Mitarbeiter, Tendenz steigend.

Branchenintern hat sich PETEX einen

Namen als zuverlässiger Lieferant von

qualitativ hochwertigen Kfz-Zubehörartikeln

gemacht. Große Handelsketten wie Lidl,

Rewe, Penny, Edeka oder Norma, aber

auch Onlinehändler, wie Amazon, Kfzteile24.de

oder Conrad.de vertrauen auf

das inhabergeführte Unternehmen aus Eggenfelden.

Mittlerweile wendet sich PETEX

auch verstärkt an Privatkunden und kleinere

Unternehmen, wie Handwerksbetriebe

oder freie Werkstätten und vertreibt neben

Autozubehör auch Kindersitze, Artikel zur

Ladungssicherung, Zurr- und Hebemittel.

Vor allem das neue PETEX-Outlet, das

sich im Zentrallager in Mitterhof befindet,

bietet Gewerbetreibenden und Privatkunden

aus der Region die Möglichkeit,

zu günstigen Werksverkaufskonditionen

einzukaufen. Wer lieber bequem online bestellt

kann sich ein Bild des umfassenden

Sortiments auf www.petex.net machen. n

Autozubehör zu

Outlet-Preisen!

Direkt vom Hersteller

Die 3. und 4. Generation (v.l.n.r.): Gert Pröckl, Christoph Pröckl, Florian Pröckl, Dr. Thomas Pröckl

Schuhbauer GmbH in Arnstorf:

von der Schreinerei zum hochspezialisierten

Zulieferer

Als durchaus typisch für die Region kann die

Schuhbauer GmbH in Arnstorf gelten. Auch sie ist

ganz aus einer klassischen Schreinerei hervorge-

Werksverkauf:

Mo. - Fr. | 9 - 17 Uhr

Gewerbegebiet Mitterhof 21

84307 Eggenfelden

Hauptgeschäftsstelle und Produktion:

Lauterbachstraße 44 l 84307 Eggenfelden

Tel.: +49 8721 96 97 0

www.petex.net

6 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 7


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CY

CMY

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Standort Der Landkreis

Standort Der Landkreis

bel und Industrieanwendungen aus unterschiedlichsten

Trägerwerkstoffen und mit dekorativen

Belägen aller Art. Mittlerweile hat sich der niederbayerische

Dienstleister mit dreidimensionalen

Formteilen noch schärfer profiliert.

Die Hauptkunden werden seit vielen Jahren

beliefert und Schuhbauer pflegt eine enge Bindung,

die ihm wichtiger ist als schnelles Wachstum. Dazu

gehört, dass das Unternehmen nicht nur sehr spezialisiert

und somit auf die Ansprüche der Kunden

ausgerichtet ist, sondern insbesondere den Bereich

Logistik und Termintreue perfektioniert hat.

STELA kann auf eine langjährige Tradition und

Erfahrung zurückblicken. Bereits 1922 gründete

Stefan Laxhuber eine kleine Werkstatt, die er

Otteneder GmbH

Bauunternehmen

Baustoffhandel

Bahnhofstr. 14

94424 Arnstorf

Tel. 0 87 23 / 96 00-0

Fax 0 87 23 / 96 00-23

info@otteneder.de

www.otteneder.de

gemeinsam mit seiner Ehefrau Juliane zu einem

Betrieb für die Eigenproduktion von Windbrunnen

aufbauen und später noch um den Handel mit

Landmaschinen erweitern konnte. Sohn Stefan

Laxhuber und seine Frau Theresia öffneten sich

ebenfalls neuen Geschäftszweigen und entwickelte

einen davon zum Kernprodukt: die Trocknungstechnik.

Firma STELA gehört zu den

führenden Trocknungsanlagenherstellern

der Welt

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Öffnungszeiten: Mo–Fr: 11–18 Uhr, Sa: geschlossen, So: 11–17 Uhr

In den beiden Unternehmen Stela Elektro und

Stela Laxhuber GmbH sind etwa 170 Mitarbeiter beschäftigt.

Wenige Unternehmen der Region sind im

Bereich Ausbildung so aktiv wie Stela. Laut Rainer

Hettwer, einem der Geschäftsführer, hat man beschlossen,

nicht mehr über mangelnden Nachwuchs

zu jammern, sondern selbst etwas zu unternehmen.

Deswegen ist das Unternehmen auf Rekrutierungsmessen,

insbesondere am Berufsinformationstag

des Landkreises jedes Mal hochaktiv – und zwar

vertreten durch Geschäftsführer Hettwer selbst.

Außerdem stellt man sich an den Schulen vor

und veranstaltet Rekrutierungs-Events wie einen

Berufsinfotag mit Schnitzeljagd durchs Unternehmen,

bei der man die verschiedenen Ausbildungsberufe

kennenlernt. Eine Ausbildungsbroschüre

informiert über die verschiedenen Ausbildungsplätze

und Ansprechpartner. Generell werden Azubis

auch „zukunftsweisend“ eingestellt, das heißt,

dass eine hohe Chance auf Übernahme besteht,

da man vorab prüft, in welcher Abteilung später

jemand gebraucht wird. Man will die Azubis auch

später im Unternehmen halten. (Siehe auch Beitrag

S. 46).

FotoFinder: vom kleinen Softwarehaus

zur erfolgreichen

Medizintechnikfirma

Der niederbayerische Regierungspräsident

Rainer Haselbeck hat Bad Birnbach bei der Vorstellung

des Autonomen Busses als das „Silicon

Valley“ Niederbayerns bezeichnet. Immerhin gibt

es neben dem Autonomen Bus in Bad Birnbach

auch echte High Tech Unternehmen.

FotoFinder ist ein bayerisches Familienunternehmen,

aber ein echter Hidden Champion –

Pionier und weltweit führend auf dem Gebiet

der Hautkrebs-Früherkennung durch bildgebende

Verfahren. Schwerpunkt sind Entwicklung und

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Vertrieb von Systemen für digitale Dermatoskopie,

Body Mapping und Ästhetik. FotoFinder ist weltweit

vertreten mit Niederlassungen in den USA,

Italien und Spanien sowie einem globalen Netzwerk

von Distributoren. Unternehmensmission ist

es, Haut brillant ins Bild zu bringen und die medizinische

Fotografie leistungsstark, zeitsparend und

intuitiv zu gestalten.

Das wird erreicht durch die Verbindung von

Spitzentechnologie bei Software, Hardware und Kameratechnik.

Als Technologieführer ist es Anspruch

des Unternehmens, die Zukunft medizinischer

Bildsysteme mitzugestalten. Meilensteine in der

Hautkrebsdiagnostik wurden von FotoFinder entwickelt

und sind mittlerweile Branchenstandard.

Neben High Tech ist Bad Birnbach aber insbesondere

für den Tourismus im Landkreis von großer

Bedeutung. Der zum bayerischen Bäderdreieck

gehörende Kurort lockt jedes Jahr zahlreiche

Gäste an. Eine wirtschaftliche Größe der Region

sind daher auch die Bad Birnbacher Hotels. Ein

Beispiel: Ruhig gelegen am Sonnenhang des malerischen

Rottals liegt das 4-Sterne-Superior Hotel

Sonnengut.

Ausgezeichnet in Kategorie

Tourismus: Hotel Sonnengut

Die gelungene Mischung aus Tradition und

Moderne ist in jedem Raum des Wellnesshotels

spürbar. Holz aus heimischen Wäldern, warme

Farben und natürliche Stoffe vermitteln ein Gefühl

der Geborgenheit. Das Sonnengut will ein Ort der

Heimat sein, an dem Menschen zur Ruhe kommen

und in wohltuender Atmosphäre Kraft tanken können.

Das Hotel bietet eine eigene Spa- und Wasserwelt

auf 2.500 Quadratmetern. Nonstop sprudelt

hier das 70 Grad heiße Bad Birnbacher Heilwasser

der Therme aus der Erde und bringt Linderung

vor allem bei Wirbelsäulen- und Gelenkserkrankungen,

entspannt die Muskeln, belebt die

Sinne.

1993 wurde das Hotel Sonnengut gebaut und

im März 1994 eröffnet. Bereits 1994 wurde es als

4-Sterne-Hotel und 2001 schließlich als 4-Sterne-

Superior klassifiziert. Die Gästestruktur ist bunt

durchgemischt, von Babys bis zum Alter von 90

Jahren. Einzelreisende, Paare, Freundinnen und

Freunde, vorwiegend in den Ferien Familien mit

Kindern, Wellness- und Gesundheitsgäste, Golfer,

Gourmets, Geschäftsreisende und Feriengäste. Die

meisten sind mittlerweile Stammgäste.

u

Zehn Jahre Autohaus

Ostermaier in Eggenfelden

Autohaus Ostermaier Das komplette Service-Portfolio direkt an der B 388

Mittlerweile ist das Ostermaier-Team in

Eggenfelden auf rund 50 top ausgebildete

Mitarbeiter angewachsen, die sich täglich

um 35 Werkstatt-Durchgänge und zahlreiche

Fahrzeug-Interessenten kümmern.

Um den hohen Qualitäts-Standard auch bei

steigender Auslastung halten zu können,

sucht Ostermaier laufend nach weiteren

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befindet sich das Leistungszentrum für die

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8 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 9


Standort Der Landkreis

Standort Eggenfelden

Zum ersten Mal Klimatage

im Landkreis Rottal-Inn

Zum ersten Mal fanden 2017 im Landkreis

Rottal-Inn die Klimatage statt. Für die Auftaktveranstaltung

im Bösendorfer Saal der Schlossökonomie

Gern konnte Waldemar Herfellner, Leiter der

Kreisentwicklung am Landratsamt Rottal-Inn, drei

spannende Vorträge organisieren: Energieberater

Heribert Ellinger stellte das neue Konzept der

Energieberatung durch den Verbraucherservice

Bayern vor. Ellinger präsentierte dabei das breite

Spektrum der umweltfreundlichen Möglichkeiten,

zu denen eine Beratung stattfinden könne. Franziska

Materne aus dem Expertenteam C.A.R.M.E.N.

e. V. referierte zum Thema „Was passiert nach 20

Jahren Einspeisevergütung mit meiner Photovoltaikanlage?“

Sie machte dabei klar, dass sich eine

solche Anlage auch nach dieser Zeit noch lohnt.

GEGRÜNDET 1987 - KOMPETENZ SEIT ÜBER 30 JAHREN

Höhere Produktivität - Gesunde Mitarbeiter - Intakte Umwelt

30 Jahre zeichnen uns als ein kompetentes und leistungsstarkes Unternehmen im

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sind innovative Firmen mit dem Blick für morgen und im Fokus steht Metallbearbeitung

mit mineralölfreien Hightech-Schmierstoffen. Das Medium Kühlschmierstoff

spielt dabei eine entscheidende Rolle zur Wirtschaftlichkeit und Effizienz. Verschaffen

Sie sich schon jetzt strategische Vorteile mit dieser neuen Technologie.

Martin Siebenmorgen von der Kreisentwicklung

am Landratsamt Rottal-Inn brachte in seinem

Vortrag Licht in das Dunkel der vielen verschiedenen

Fördermöglichkeiten bei der energetischen

Sanierung von Wohnimmobilien. Landrat Michael

Fahmüller betonte in seinem Grußwort die Bedeutung

der Veranstaltung: „Wir können nicht einfach

so weiter machen wie bisher, es ist längst an der

Zeit zu handeln.“ Mit den Klimatagen wolle man

deshalb Anstöße geben und Ideen vorstellen, die

dazu beitragen, den Klimawandel abzuschwächen.

Unternehmertag des Landkreises

Ein voller Erfolg war auch der zweite Unternehmertag

des Landkreises Rottal-Inn. Bei

bestem Wetter hatten sich über 120 Teilnehmer

aus der Region im Freilichtmuseum Massing

eingefunden. Landrat Michael Fahmüller begrüßte

die Anwesenden und betonte, wie wichtig

ihm der Kontakt zu den ansässigen Unternehmen

ist: „Sie schaffen Arbeitsplätze und für

unsere jungen Menschen Ausbildungsplätze“,

so Fahmüller.

In vier Gruppen wurden die zahlreichen Besucher

im Anschluss durch das Freilichtmuseum

geführt. Als Referent konnte Dr. Roman F. Szeliga

mit seinem Vortrag „Humor im Business“ gewonnen

werden.

Der Unternehmertag wird von der Kreisentwicklung

des Landkreises organisiert und hat den

Zweck, die Unternehmer der Region in lockerem

Rahmen zusammen zu bringen.

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Wettbewerb „Zukunftsstadt“

geht in die zweite Phase

Der Wettbewerb „Zukunftsstadt“ geht für den

Landkreis Rottal-Inn in die zweite Phase. Als einer

von bundesweit 20 verbliebenen Teilnehmern

erhält der Landkreis die Fördermittel für die Konzeption

von Projekten dieses Wettbewerbes. Den

Auftakt der zweiten Phase bildete die Veranstaltung

„Innovation – Wie kommt das Neue in die

Region“ im Kolpinghaus Pfarrkirchen.

Landrat Fahmüller betonte in seinenm Grußwort,

dass es bei Fragen nach der Zukunft des

Landkreises einer gemeinsamen Anstrengung

aller Menschen bedürfe: „Wir haben deshalb

die Bürgerinnen und Bürger mit ins Boot geholt.

In den Arbeitskreisen, aus denen heraus unser

Kreisentwicklungskonzept entstanden ist, konnten

sich alle Menschen mit einbringen. Und es

hat sich schnell herausgestellt: die Bürgerinnen

und Bürger haben gute Ideen und sie lassen sich

von den guten Ideen anderer Bürgerinnen und

Bürger auch begeistern.“

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10 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 11


Standort Eggenfelden

Standort Eggenfelden

„Es geht um hoch qualifizierte

Arbeitsplätze. Und dazu brauchen

wir ein Leuchtturmprojekt, ein

Geschäftsfeld, das Zukunft hat.“

Der in den Vorjahren sanierte Stadtplatz Eggenfelden begeistert besonders in der warmen Jahreszeit mit seinem Flair. Die Aufenthaltsqualität ist nicht zuletzt

dank guter Gastronomie sehr hoch.

Aufbruch digital 4.0

Eggenfelden ist in Aufbruchstimmung. l Die Stadt will die derzeit guten Rahmenbedingungen nutzen, um führend im digitalen Zeitalter

anzukommen. Allein im lange vor sich hindümpelnden Stadtteil Gern laufen derzeit Investitionen in der Größenordnung von 30 Mio.

Euro an, darunter das Leuchtturmprojekt RegioLAB. Es gibt weiterhin neue Gewerbe- und Wohnbaugebiete, die sehr gefragt sind.

Einzelheiten erläutert der 1. Bürgermeister Wolfgang Grubwinkler im WirtschaftsLEBEN-Interview.

„Die Chancen, die wir jetzt haben,

bekommen wir so schnell nicht

wieder. Deshalb

treiben wir den

Aufbruch voran.“

Eggenfeldens

1. Bürgermeister

Wolfgang Grubwinkler

Herr Grubwinkler, haben sie noch den Überblick, bei all

den laufenden Projekten?

Es sind bewegte Zeiten, aber wir wollten es so. Die

Zeiten für Aufbruch sind günstig, wie selten. Wir werden

die Chancen, die wir jetzt haben, so schnell nicht

wieder bekommen.

Fangen wir mit dem RegioLAB an. Die architektonische

Frage ist geklärt, wie steht es mit der Finanzierung?

Da reden wir ja von zwei Bereichen, das eine ist die Sanierung,

der Bau an sich. Da bekommen wir Förderung

aus drei verschiedenen Töpfen. Wieviel genau, steht

noch nicht fest. Von den nach heutiger Kostenschätzung

rund 11 Mio. Nettogesamtkosten, wird die Stadt

bis zu 4 Mio. schultern müssen.

Wann wird gebaut?

Die Entwurfsplanung wird der Stadtrat im Sommer verabschieden.

Heuer wird noch mit dem Bau begonnen.

Anfang 2021 wollen wir in Betrieb gehen.

Der zweite Bereich ist die Betreibergesellschaft. Gegner

befürchten spätere Defizite im laufenden Betrieb.

Wir sind da sehr gut unterwegs. 550.000 Euro sind

bereits an Einlagen zugesagt, die die ersten defizitären

Jahre abdecken. Schon im vierten Jahr wollen wir mindestens

den Break-even erreichen.

Ist das realistisch?

Fünf der Gesellschafter haben bereits konkrete Nutzungsvorstellungen.

Darüber hinaus haben wir Voranmeldungen

von mehreren weiteren namhaften Unternehmen

aus der Region. Und die Vermarktung hat noch

gar nicht richtig begonnen. Also ja, ein Break-even im

vierten Jahr ist realistisch.

Man hört, dass sich auch im Umfeld einiges tut.

Sie meinen Gern? Ja, da reden wir derzeit über eine

Gesamtinvestitionssumme von rund 30 Mio. Euro, teils

aus der Wirtschaft, teils von der Öffentlichen Hand.

Ober- und Unterwirt werden saniert bzw. umgebaut,

mit Außengastronomie und Gästehaus, so dass Leben

einkehrt und Übernachtungsmöglichkeiten entstehen.

Wer investiert da groß?

An erster Stelle das Architekturbüro Bauart GmbH, die

hier in Eggenfelden sehr stark investieren. Sie haben

neben dem Oberwirt auch das Haus der Begegnung

übernommen, wo jetzt Wohnungen entstehen.

Dann wird demnächst ein Teil der alten Brauerei abgerissen,

der nicht denkmalgeschützt ist. Da wird die Firma

Coplan ihren Betrieb erweitern, mit 10 bis 15 neuen

Arbeitsplätzen. Das wird nächstes Jahr fertig werden.

Die alte Sparkasse ist ja bereits fertig saniert, von Graf

von Lösch, das sind Büros, eine Kellerbar und Lounge.

Das ist das Gute, dass private und öffentliche Hand hier

an einem Strang ziehen, so dass diese große Investitionssumme

zusammenkommt.

Das klingt nach Aufbruchstimmung.

Absolut, wir sind so richtig am Durchstarten. Es ist ja

nicht nur RegioLAB und nicht nur Gern. Es geht um

hoch qualifizierte Arbeitsplätze. Dabei ist RegioLAB

ein Leuchtturmprojekt. Aber wir brauchen weitere Geschäftsfelder,

die Zukunft haben.

Schon Pläne?

Unser Generalthema ist ja: Aufbruch ins digitale Zeitalter.

Daher implementieren wir weitere Standbeine. Eines

davon wird der digitale Waldlehrpfad sein. Deutschlandweit

meines Wissens einzigartig.

Wald auf dem Monitor?

Auf dem Tablet und in Natura. Wir wollen digitale Technologie

und Naturerlebnis zusammenbringen.

Eigentlich ein Widerspruch in sich.

Das ist das Innovative daran. Stellen sie sich vor, sie

gehen mit Tablet in den Bürgerwald; an eine Stelle, die

vom Borkenkäfer arg dezimiert ist, und können vor Ort

mit Hilfe von Augmented Reality abrufen, wie es da

vorher ausgesehen hat oder in Zukunft aussehen wird;

können erfahren, wie groß der Schaden war oder auch

die Gegenrechnung durch die Holzvermarktung und

-verarbeitung ... Es wird einen virtuellen Avatar geben,

ein Fuchs, mit dem man auch kommunizieren kann.

Und Zielgruppen sind Touristen?

Auch das, wir denken aber ebenso an Schulklassen aus

der ganzen Region, an Forstämter aus anderen Regionen,

Waldbesitzer usw.

Wie refinanziert man sowas?

Die Anschubfinanzierung ist geregelt, über eine Pilotförderung

des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums.

Ergebnis des Wettbewerbs „Waldattraktionen“, bei dem

wir letztes Jahr mitgemacht haben und als eines von

17 Projekten bayernweit ausgewählt wurden. Wegen

dieses innovativen Ansatzes, weil wir eben versuchen,

digitale Technologie mit Naturerlebnis zu verbinden.

Wann geht das los?

Wir sind schon mittendrin, mit 193.000 Euro Förderung.

Der Auftrag zur Durchführung ist vergeben. Das macht

die ARaction GmbH, ein junges Unternehmen, das sich

auf Augmented Reality spezialsiert hat und später auch

im RegioLAB beheimatet sein wird. (siehe auch Infospalte

rechts.)

Und sonst so?

Wir sind auch was die Breitbandversorgung angeht,

ziemlich weit vorne im Landkreis. 2010 hatten wir noch

null Prozent über 30 Mbps, Ende 2019 – wir machen

noch eigenwirtschaftlichen Ausbau – werden wir 96 %

über 90 Mbps haben. Im ganzen Stadtgebiet. Die äußeren

Ortsteile werden wir 2021 zu hundert Prozent mit

schnellem Internet versorgt haben.

Wie schaut es mit Gewerbegebieten aus?

Im vorhandenen Gewerbegebiet Mitterhof sind von insgesamt

rund 60.000 qm noch ca. 28.000 qm zu haben,

davon 6.000 reserviert.

Bei einem weiteren Gewerbegebiet, Tiefstadt 2, läuft

das Bauleitverfahren, das sind ca. 70.000 qm, westlich

von HAWI, bzw. jetzt Bachmeier. Die Erschließung beginnt

noch in diesem Jahr. „Bezugsfertig“ wird es im

2. Quartal 2019 sein.

Ferner ist ein Gewerbegebiet an der B 20 in der Entwicklung,

das Bauleitverfahren steht bevor. Das ist

gegenüber der Fa. Harrer, nochmal 35.000 qm. Sehr

attraktive Flächen mit guter Anbindung.

Sind die Flächen auch gefragt?

Wir haben jetzt schon wieder Vormerkungen für fast

die Hälfte.

Ist schon was spruchreif?

Eine größere Fläche nimmt Rottaler Furnier, ansonsten

diverse andere Firmen.

Hört sich nach Boom an.

Ja, wir können nicht klagen. Eggenfelden ist attraktiv,

das kann man schon sagen. Die Nachfrage zieht spürbar

an. Und das sind auch Betriebe, die aus der Region zu

uns kommen, aus der Nachbarschaft sozusagen.

Wirkt sich das auf die Einwohnerentwicklung aus?

Wir liegen, die Nebenwohnsitze eingerechnet, bei knapp

15.000. Die Prognosen weisen Eggenfelden als die am

drittschnellsten wachsende Gemeinde im Landkreis

aus, hinter Malgersdorf und Arnstorf. Von den Städten

also die am schnellsten wachsende.

Kommen sie da mit Baugebieten nach?

Bauplätze sind natürlich sehr gefragt, aber wir haben

noch genügend Spielraum. Das Baugebiet Bruck ist fast

belegt, da haben wir bei Bedarf aber Ausweitungsmöglichkeiten,

sprich: Die Grundstücke hat die Stadt bereits

in Besitz. Im Moment sind diverse private Projekte am

Laufen, auch Nachverdichtung, Ober/Lettlmühle, das ist

baurechtlich durch; zusammen 60 Einheiten, auch mit

Geschosswohnungsbau.

Und auch in Rott am Wald gibt es private Überlegungen;

ebenfalls um die 60 Einheiten.

Und ein weiteres städtisches Baugebiet, an der Karl-

Rolle-Straße, wird noch heuer erschlossen; zusammen

mit der Sozialen Wohnungsbaugenossenschaft Eggenfelden.

Die machen den sozialen Wohnungsbau, die

Stadt den Rest, mit ca. 20 Einheiten.

n

Architektenentwurf für den Umbau der Alten

Brauerei zum RegioLAB.

Betreibergesellschaft RegioLAB

Die Betreibergesellschaft ist eine privatwirtschaftliche

Gesellschaft, zuständig

für die technische Ausstattung und den

Betrieb. Ein halbes Dutzend Gesellschafter

der in Gründung befindlichen Betreibergesellschaft

steht fest. Jeweils 50.000

Euro Startkapital steuern der Aalener

Fertighaushersteller Kampa, der Solarpark-

Spezialist Amatec aus Hebertsfelden, die

Pfarrkirchener Firma SH GmbH

& Co Projektentwicklungs KG, das

Einrichtungshaus WEKO aus Pfarrkirchen,

der Bauelemente-Spezialist HOCO aus

Eggenfelden und die Bauart GmbH bei.

Mit breiter Mehrheit hat ferner der Stadtrat

beschlossen, mit 250.000 Euro als

Minderheitsgesellschafter einzusteigen.

550.000 Euro Startkapital stehen

also fest und bis das RegioLAB 2021

den Betrieb aufnimmt, können noch

mehr dazukommen.

Weitere Investoren und

Sponsoren willkommen

Eine Bank hat zugesagt, sich für fünf Jahre

als Sponsor zu beteiligen, zwei weitere

potenzielle Sponsoren haben bereits großes

Interesse geäußert.

Fünf der Kapitalgeber sind gleichzeitig

Nutzer des RegioLAB. Dazu kommen

weitere Unternehmen, die Nutzungszusagen

gemacht haben, zum Beispiel

die FotoFinder System GmbH aus Bad

Birnbach, ARaction aus Dietersburg, die

Eggenfeldener Unternehmen Coplan,

Identität & Image sowie der Software-

Entwickler Netxp, der von Hebertsfelden

nach Eggenfelden übersiedeln wird.

Es gibt auch schon einen vorläufigen

Businessplan. Im vierten Jahr soll

der Betrieb schwarze Zahlen schreiben.

800.000 Euro Liquiditätsbedarf

werden bis dahin veranschlagt.

12 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 13


Standort Simbach

Standort Simbach

Blick in die Innstraße: Fast wieder im Normalzustand. Das Bürgerhaus ist von Grund auf erneuert. Luftbild auf Simbach und Braunau.

Im aktuellen Haushalt haben wir 2,8 Mio. Euro für den

Städtebau eingestellt. Ein Großteil davon allein für den

restlichen Grunderwerb zum Hochwasserschutz.

Um welche Summen geht es da?

Etwa noch 12 bis 13 Tausend qm, die wir erwerben

müssen, bei einem Quadratmeterpreis von 40 bis 50

Euro, das ist der Bodenrichtwert, mindestens eine halbe

Million.

Das wird aber der Freitstaat übernehmen?

Den reinen Grunderwerb ja. Beim Rest ist die Verteilung

noch nicht klar. Der Rest, das sind die genannten Maßnahmen

am Bach.

Sie sagten, der Haushalt sieht gut aus. Dann brummt

also die lokale Wirschaft?

Ja, kann man sagen, ich höre nur Gutes.

Sonstige „Baustellen“?

Auf jeden Fall die Trassenführung der A 94, wir sind

sehr froh, dass wir im vordringlichen Bedarf sind. Es

sind ja noch zwei Trassen im Spiel, da wird in absehbarer

Zeit eine Entscheidung fallen. Die ist für uns wichtig,

weil davon zum Teil Ausweisungen von Baugebieten betroffen

sein können.

Und der Verkehr wird ja nicht weniger, die Autobahn

kommt immer näher auf uns zu, da darf bei uns kein

„Die Autobahn kommt immer

näher auf uns zu, da darf bei uns

kein Nadelöhr entstehen. Eine

bessere Anbindung an München

und später auch Passau ist gut für

unsere weitere Entwicklung.“

Nadelöhr entstehen. Und klar ist auch, dass eine bessere

Anbindung an München und später auch Passau gut

ist für unsere weitere Entwicklung.

Apropos Entwicklung, wie sieht es mit Gewerbeflächen

aus?

Unser Gewerbegebiet in Winklham ist gut nachgefragt.

Jüngste Betriebsansiedlung ist die Antersdorfer Mühle.

Ein renommierter Betrieb für erstklassige Mühlenprodukte.

Die bauen jetzt, ein Projekt in der Größenordnung

von 15 Mio. Euro. Ein weiteres Areal von gut

10.000 qm ist gerade verkauft worden ...

Und die Bevölkerungsentwicklung?

Weiterhin steigend. Entgegen den Prognosen gehen wir

kontinuierlich auf die 10.000 zu, und mittelfristig wird

es zumindest nicht bergab gehen.

Bauplätze?

Das Interesse ist riesig. Vor Kurzem haben wir den Verkauf

in Weileiten abgeschlossen, 23 Parzellen. Derzeit

sucht die Stadt Flächen. Es bauen aber private Investoren,

auch Geschosswohnungsbau. Häuser mit 15 bis 20

Eigentumswohnungen, dreistöckig, ein Gutteil ist schon

vor dem Bau verkauft.

Weiß man, wer da kauft?

Ein Großteil sind Zuzüge, auch aus München, weil bei

uns die Preise sowohl für Immobilien wie auch die Lebenshaltungskosten

vergleichsweise niedrig sind. Eine

Penthouse-Wohnung mit 120 qm im 3. Stock kostet um

die 400.000 Euro.

Sind das Käufer, die dann hier auch arbeiten?

Teils schon, es sind aber auch Herrschaften, die hier

ihren Lebensabend verbringen wollen. Wir haben in

Simbach und überhaupt in der Region beste Voraussetzungen

für ein schönes Leben.

n

Das Alltagsleben hat sich weitgehend

normalisiert, und die Wirtschaft brummt

Simbach hat sich berappelt l Die Spuren des Hochwassers sind weitgehend beseitigt. Die Wirtschaft brummt, die Stadt kann in diesem

Jahr ein Investitionsprogramm von 7,5 Mio. Euro stemmen, aber der Hochwasserschutz wird noch einige Jahre auf der Agenda stehen.

Simbachs 1. Bürgermeister Klaus Schmid im Gespräch mit WirtschaftsLEBEN über den Stand der Dinge.

Herr Schmid, die unvermeidbare Frage zuerst: Wie nahe

ist Simbach wieder am Normalzustand?

Wir sind Schritt für Schritt schon sehr weit gekommen,

aber bis alle Brücken gebaut sind, bis der Bachlauf im

Sinne des verbesserten Hochwasserschutzes neu gemacht

ist, da sind wir noch 2 bis 3 Jahre beschäftigt.

Warum zieht sich der Hochwasserschutz so lange hin?

Unser großes Ziel ist ja, den Bach einerseits natürlicher

und erlebbarer zu gestalten, andererseits aber

auch einen massiv verbesserten Hochwasserschutz zu

realisieren. Leider haben wir dazu erst Ende 2017 die

Auswertungen und Gutachten von der BOKU Wien, der

Universität für Bodenkultur, bekommen, die ja vom Bayerischen

Landesamt für Umwelt beauftragt war, daher

waren uns hier zunächst die Hände gebunden.

Und wie geht es jetzt weiter?

In diesem Jahr gehen wir die erste Brücke an, am

Schulzentrum. Da sind wir in der Ausschreibung. Wenn

man sich dann vergegenwärtigt, dass wir insgesamt

fünf Brücken haben ...

„Der Hochwasserschutz, vor allem

die fünf zu erneuernden Brücken,

werden uns noch ein paar Jahre

beschäftigen.“

Simbachs

1. Bürgermeister

Klaus Schmid

Fließen die Gelder, so wie Sie sich das erwartet haben?

Von städtischer Seite war bis 31. 12. 2017 alles im grünen

Bereich, Infrastrukturprogramm – Wiederherstellung

von Gebäuden, Straßen, Kanalisation usw. – toll

gelaufen, bzw. läuft noch, zur vollsten Zufriedenheit, die

Grunderwerbungen durch das Wasserwirtschaftsamt,

also letztlich Freistaat Bayern – gut gelaufen.

Und die eigentliche Schadenbeseitigung?

Das Leben hat sich weitgehend normalisiert. In der Innstraße

sind noch einzelne Geschäfte geschlossen und es

gibt auch noch ein paar Schaufenster mit Spanplatten.

Ein paar Häuser sind noch ohne Putz, weil da auch der

Winter gebremst hat, aber es geht voran.

Liegt also der Fokus immer noch auf Schadenbeseitigung

und Hochwasserschutz?

Nein, der normale Gang wir nicht vernachlässigt. Wir

haben im aktuellen Haushalt – der sehr positiv ausschaut

– auch ein Investitionsprogramm von 7,5 Mio.

– Feuerwehren, Straßen usw.

Der größte Brocken?

„Innovative Medientechnik

aus Niederbayern“

Das Systemhaus MEDIA|tek investiert in einen neuen SHOWROOM in Litzelkirchen

bei Binabiburg. Am 14. Juni erwartet man dort IT-Verantwortliche und Medientechnik-

Beauftragte aus Unternehmen und Kommunen zum ersten „Tag der Medientechnik“.

Das Systemhaus MEDIA|tek GmbH aus dem

südlichen Landkreis Landshut plant und installiert

seit mehr als 20 Jahren Medientechnik für höchste

Ansprüche. Zu den Kunden zählen u. a. das Bayerische

Ministerium des Innern, der Roboterhersteller

KUKA in Augsburg und ganz aktuell das neue Planetarium

in Garching (ESO).

Elf Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen,

Geschäftsführer Thomas Klug legt großen Wert

auf eine gesunde Work-Life-Balance für alle: Ein

Bio-Obstkorb, Businessyoga und ein Arbeitsplatz

im Grünen (im hauseigenen Biergarten!) sind für

die Angestellten inklusive.

Neubau von Lager und Fertigung

in Binabiburg

Doch der denkmalgeschützte Vierseithof wurde

zu klein, die Techniker wünschten sich eine größere,

funktionellere Werkstatt. So investierte das

Unternehmen am Ortseingang von Binabiburg in

einen Neubau – in ein großes Lager mit Fertigung.

Dort werden jetzt sämtliche Systeme vormontiert

und getestet. Spezielle Testumgebungen erlauben

eine Prüfung aller Anlagenkomponenten, damit alle

Systeme bei der Installation einwandfrei arbeiten

und schnell in Betrieb genommen werden können.

Hier findet auch das Oberflächendesign und die

Programmierung der Mediensteuerungen statt.

Mit dem Architekturbüro studiolot aus Altötting

entsteht derzeit am Hauptsitz in Litzelkirchen

ein SHOWROOM mit modernster Medientechnik

für unterschiedliche Anwendungsbereiche. Dazu

zählen kleine, mittelgroße oder große Besprechungsräume,

Hörsäle, sowie Lösungen für den

mobilen Einsatz. Verschiedene Meetingsituationen,

z. B. Collaboration in Huddle-Rooms, Anbindung &

Integration von Skype for Business, Deckenlautsprecher

mit Richtungsbezug sowie neueste interaktive

Displays können hier live erlebt werden.

Am 14. Juni werden an beiden Standorten IT-

Verantwortliche und Medientechnik-Beauftragte

aus Unternehmen und Kommunen zum ersten

„Tag der Medientechnik“ erwartet, um sich über

zuverlässige und innovative Lösungen für die Medien-

und Konferenztechnik und deren Systemintegration

für alle Raumgrößen zu informieren.

Weitere Informationen:

MEDIA|tek ® GmbH, Thomas Klug,

Litzelkirchen 3, 84155

Bodenkirchen,

Tel. +49 8741 925800,

t.klug@media-tek.com

Im denkmalgeschützten

„Droadkasten“ ist der

SHOWROOM untergebracht.

Im Vordergrund der hauseigene

Biergarten, der bei

schönem Wetter für Besprechungen

genutzt wird.

14 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 15


Standort Simbach / Braunau

#sosindwir

WO WOCHENMARKT

UND WELTMARKEN

ZUHAUSE SIND.

WAS UNS

SPASS MACHT

Wir sind gleichermaßen gesellig und

naturverbunden.

KULINARIK- UND

KULTUR-HIGHLIGHTS

Welch Gaumen-, Augen- und

Ohrenschmaus...

Standort Simbach / Braunau

UNSERE WIRTSCHAFTS-

UND SERVICESTÄRKE

Wir haben sie alle: Regionale Betriebe

und internationale Top Brands.

SO SIND WIR.

Und so präsentieren wir

uns nun auch.

Braunau-Simbach am Inn hat seit April 2018 offiziell

eine gemeinsame Marke. Doch was bedeutet

das? Was sich im Fachjargon Urban Branding

nennt, ist einfach ausgedrückt die gemeinsame

Identität der beiden Städte. Es soll dabei kein

künstliches Image erstellt werden, das sich vom

Alltagsleben der EinwohnerInnen unterscheidet,

sondern es wird authentisch abgebildet was täglich

stattfindet. Eine eigene Marke ist identitätsstiftend.

Sie hat gleichermaßen Einfluss auf die

Menschen wie die Menschen auf die Marke. Die

Gründung eines grenzübergreifenden Stadtmarketings

für Braunau am Inn und Simbach am Inn

war der erste Schritt in Richtung einer gemeinsamen

Identität. Was fehlte, war ein kollektives

Erscheinungsbild, das die Gemeinsamkeit und das

Selbstverständnis der neu geschaffenen Region

zum Ausdruck bringt - emotional fassbar und aus

dem Leben gegriffen. Der Slogan „So sind wir“ wird

durch die Markenbotschafter vorgelebt und in der

Kampagne wie folgt vorgestellt.

EINZIGARTIGES

MITEINANDER

Hier findet gelebter Zusammenhalt

sta(d)tt.

Das Miteinander in Braunau-Simbach hat viele Facetten.

Schon vor 150 Jahren gab es beispielsweise

die gemeinsame Feuerwehr. Ein vielfach ausgezeichnetes

Projekt ist die Geothermie Braunau-Simbach.

Auch im sozialen Leben findet ein reger Austausch

statt. Nicht nur die Musikfreunde Braunau-Simbach

braunau-simbach.info

genießen die gemeinsame Freizeit, sondern auch

unsere Senioren tauschen sich bei grenzübergreifenden

Veranstaltungen untereinander aus.

Hermine Agnes Oberhuemer, ehemalige Obfrau der

Goldhaubengruppe Braunau-Stadt, und Alexander

Eiblmeier, Mitglied der freiwilligen Feuerwehr Simbach,

symbolisieren den grenzübergreifenden Zusammenhalt

in unserem Sujet „Wo das Miteinander

gewinnt“. Dass das Miteinander auch in Krisenzeiten

perfekt funktioniert, erlebte Alexander unter anderem,

als das Sägewerk seines Vaters 2016 vom

Hochwasser zerstört wurde, die Feuerwehren beider

Städte aber sofort zur Stelle waren und Hilfe leisteten.

Die Feuerwehr und andere Hilfsorganisationen

tragen – sowohl durch ihre wertvolle Arbeit als auch

durch die Kameradschaft – einen wesentlichen Teil

zur Identität Braunau-Simbachs bei.

Hermine ist in der Region ein Inbegriff für Tradition

und Geschichte. In der Goldhaubengruppe pflegt sie

heimisches Brauchtum, als Stadtführerin bringt sie

Interessierten die Geschichte von Braunau näher. Wer

mehr über unsere Historie und Kulturgüter erfahren

möchte, ist bei ihr genau an der richtigen Adresse.

Dass Braunau-Simbach eine extrem lebenswerte

Region ist, zeigt unter anderem das breite Freizeitangebot.

Radeln entlang des Inns, Wandern auf dem

Schellenberg, Auspowern im Motorikpark – unsere

Natur kann vielfältig erlebt werden. Und wenn einem

der Sinn mehr nach einer geselligen Runde steht, so

kann man zwischen zahlreichen Veranstaltungen und

Festen auswählen, die das ganze Jahr über stattfinden.

Nach einem langen Arbeitstag abschalten und

entspannen, das funktioniert für jeden anders. Bei

der großen Auswahl an Freizeit- und Entspannungsmöglichkeiten

in Braunau-Simbach ist aber für alle

der passende Abend- oder Wochenend-Ausflug mit

dabei.

Diese Vielfalt wird in unserem Sujet durch Gabi Allgeier,

einer Simbacher Wirtin, und Wolfgang Walek,

einem passionierten Sportler, repräsentiert. Mit

Feiern kennt sich Gabi aus. Wie viele Privat- oder

Firmenfeiern sie bereits ausgerichtet hat, kann sie

gar nicht mehr sagen. Im Gasthaus Murauer, das sie

gemeinsam mit ihrem Mann Raphael führt, gastieren

regelmäßig Kabaretts. Auch Live Musik gehört zum

Repertoire. Feiern mit Freunden bei Freunden sozusagen.

Wolfgang genießt seine Freizeit ebenso gerne mit

Freunden, allerdings trifft er sie meist beim Sport.

Gemeinsam Radfahren, Bergwandern oder Skifahren

– das genießt er in vollen Zügen. Wolfgang wohnt

schon sein ganzes Leben lang im Bezirk Braunau, daher

kennt er die Naturlandschaften auch wie seine

Westentasche. Er bezeichnet sich als sehr heimatverbunden

und schätzt an der Region, dass sie alles

bietet, was man zum Wohlfühlen braucht.

Unsere kulinarischen und kulturellen Leckerbissen

überzeugen. In Braunau-Simbach findet man einen

Veranstaltungs-Mix, der Freunde der kreativen Küche

und der Kreativszene gleichermaßen freut. Von

den traditionellen Stadtfesten über das Bauhoftheater,

das European Street Food Festival und das

Hip Hop 4ever Jugendfestival – langweilig wird’s in

Braunau-Simbach nie.

Gemütlich ins Wirtshaus und danach noch auf ein

Konzert oder zuerst ins Theater und danach noch

auf ein Glaserl in die Bar. Das ist in Braunau und

Simbach selbstverständlich möglich. Gastronomie

und Kultur ergänzen einander.

Zwei, die untrennbar mit der Wirtshaus- und Kulturszene

verbunden sind, sind der Wirt Wolfgang

Diegruber und der Obmann des Bauhoftheaters Robert

Ortner. Robert lebt für das Theater. Als Schauspieler

und Regisseur begeistert er das Publikum.

Von Beruf Sozialpädagoge schlüpft er in seinen

Theaterstücken stets in andere Rollen. Besonders

gut ist er uns noch als Mephisto in der Jedermann-Version

von Felix Mitterer in Erinnerung.

Der Gasthof „unseres Woife“ gehört zu den alteingesessensten

der Region. Sein Biergarten wurde

übrigens einmal zu einem der schönsten Biergärten

Bayerns gewählt. Traditionell ist Wolfgang mit

seinem Pfingstfestl-Bierzelt auch beim Simbacher

Volksfest vertreten. In seiner Freizeit ist er begeistertes

Mitglied des Trachtenvereins Inntaler. Ursprünglich,

bodenständig und herzlich – so könnte

man ihn beschreiben.

Stadt-, Tourismus- und Standortmarketing Braunau-Simbach

Johann-Fischer-Gasse 10 | 5280 Braunau am Inn | braunau-simbach.info

Vom frischen Obst auf unserem Teller bis zu den

Teilen in unserem Auto – in Braunau-Simbach wird

geerntet, getüftelt und produziert. Davon profitieren

wir gleich doppelt: Unzählige Arbeitsplätze

direkt vor der Haustüre und vor Ort hergestellte

Produkte und Waren, die nicht erst kilometerweit

verfrachtet werden müssen.

Braunau-Simbach war immer schon ein starker

Wirtschaftsstandort. Das betrifft nicht nur die großen

Industriekonzerne, sondern auch die kleinen

und mittleren Betriebe sowie Einzelunternehmen,

Händler, Landwirtschaftsbetriebe und Start-Ups.

Top Qualität und freundlicher Service zeichnen sie

aus.

Stellvertretend für die vielen Gesichter, die unsere

Arbeits- und Einkaufswelt prägen, stehen in unserem

Sujet Florian Zagler und Sepp Spielbauer. Sepp

ist ein Simbacher Wochenmarkt-Urgestein, dessen

Hof schon in 3. Generation von der Familie bewirtschaftet

wird. Frische und Geschmack sind sein

oberstes Credo. Wer ihn nicht gerade in seinem

Verkaufswagen antrifft, kann sich im Hofladen vom

regionalen Ursprung der Produkte überzeugen.

Florian, ein waschechter Ranshofner, engagiert

sich als Bezirksvorsitzender der Jungen Wirtschaft

stark für junge Unternehmer bis 40. Er möchte, dass

die Anliegen der Jungunternehmer des Bezirks in

Linz und Wien gehört werden. Als Geschäftsführer

ist er selbst 10 bis 15 Wochenenden im Jahr auf

Messen im In- und Ausland unterwegs. Seine Heimat

und seine Wurzeln sind ihm deshalb besonders

wichtig. Unter keinen Umständen möchte er

irgendwo anders sesshaft werden.

16 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 17


Standort Pfarrkirchen

Standort Pfarrkirchen

Deutschland. Jährlich gehen ab der zehnten Klasse viele

Schülerinnen und Schüler in zusätzlichen Unterricht.

Gelehrt werden Inhalte zur erfolgreichen Unternehmensgründung

und -führung wie Finanzierung, Buchhaltung

und Marketing. Jeder Schüler hat dabei einen

Paten aus der lokalen Wirtschaft.

Ist das Ihr Rezept gegen den Fachkräftemangel?

Wir haben auch ein großes Augenmerk auf die Mittelschulen.

Denn wir brauchen gut ausgebildete Handwerker

mindestens genauso wie Ingenieure. Insgesamt haben wir

in Pfarrkirchen einen ausgewogenen und in seiner Vielfalt

herausragenden Mix an Bildungseinrichtungen.

Wächst eigentlich die Bevölkerung in Pfarrkirchen?

Ja, kontinuierlich, und den Prognosen nach wird das

bis auf Weiteres auch so bleiben. Derzeit liegen wir bei

gut 13.000. Aber natürlich steigt auch bei uns der Altersdurchschnitt.

Ein weiteres wichtiges Thema unserer

Stadtentwicklung: das Miteinander der Generationen.

Es sollen sich alle wohlfühlen. Dazu gehören Dinge wie

Barrierefreiheit in der Altstadt, aber auch genügend

Spielmöglichkeiten und Kinderbetreuungseinrichtungen.

Und die Wirtschaft?

Die Unternehmen entwickeln sich insgesamt absolut

positiv. Aber es gilt, diese Entwicklung engagiert zu

begleiten.

Der Bürgermeister als Wirtschaftsförderer?

Die eigentliche Wirtschaftsförderung macht natürlich

der Bezirk. Aber wir sind vor Ort aktiv. Meine Wenigkeit,

dann die Geschäftsleitung und natürlich das Amt für

Bau- und Stadtentwicklung. Wir dürfen uns auf keinen

Fall zurücklehnen.

Wie sieht diese Begleitung aus?

Ganz allgemein heißt das: engagierte Beratung, Ideen

liefern, motivieren, Möglichkeiten zeigen, mit den Unternehmen

an einem Strang ziehen. So konnten z. B. einige

Leerstände in der Innenstadt wiederbelebt werden. Erfreulich

etwa die Ansiedlung eines großen Trachtenmodegeschäfts,

sehr schöne Sache, auf zwei Etagen.

Hat Pfarrkirchen Gewerbegebiete für eventuelle Interessenten?

Wir haben gerade wieder ein neues ausgewiesen,

Schellberg West. Größe 30.000 qm; diverse Pfarrkirchener

Betriebe wollen dort bauen, um sich zu vergrößern.

Aber natürlich freuen wir uns auch über neue Zuzüge.

Gibt es eigentlich keine Interessenten für das leerstehende

Vion-Gelände?

Leider zeigt sich dieses Unternehmen hier wenig kooperativ,

um es vornehm auszudrücken. Aber ich hoffe, es

wird bald eine Lösung für dieses sehr attraktive Areal

geben. Das sind immerhin rund 45.000 qm mit bester

Anbindung.

n

,,Wir kümmern uns um unsere Studenten“

Pfarrkirchner Ansichten: Eine Stadt mit Flair lädt zum Flanieren, Einkaufen und Verweilen ein. Aber sie hat auch Platz und

gute Voraussetzungen für Neuansiedlungen von Unternehmen. Diese und ihre Mitarbeiter finden hier so ziemlich alle „weichen“ Standortfaktoren,

die einen guten Platz zum Leben ausmachen. Links unten das derzeitige Hochschulgebäude.

Das braucht die ganze Region

Pfarrkirchen ist Bildgungsstadt l Die Positionierung Pfarrkirchens als Bildungsstadt strahlt auf die ganze Region aus. Das ist aber nur

einer von vielen Bausteinen der Stadtentwicklung, sagt der 1. Bürgermeister Wolfgang Beißmann im Gespräch mit WirtschaftsLEBEN.

Herr Beißmann, gibt es Wohnungsnot in Pfarrkirchen?

Unser Wohnungsmarkt ist stark ausgelastet, und so

besteht auch ein entsprechender Druck. Natürlich hat

die erfolgreiche Entwicklung des European Campus mit

derzeit knapp 500 Studenten und rund 50 Arbeitsplätzen

auch Folgen für den Wohnungsmarkt. Im Rahmen

unseres großen Themas Stadtentwicklung arbeiten wir

aber mit Hochdruck daran.

Was läuft also beim Wohnungsbau?

Aktuell haben wir gerade Richtfest gefeiert beim neuen

Wohnpark PAN-Mitte auf dem Areal des ehemaligen

Ederhofs. Das sind 131 Appartements, mit Schwerpunkt

auf dem studentischem Wohnen, sowie 140 Stellplätze

auf einem 6.000 Quadratmeter großen Areal. Meines

Wissens ist bereits mehr als die Hälfte verkauft. Das

ist aber nur ein Baustein von vielen, wenn auch ein

wichtiger. Wir haben ja viele sehr aktive Bauträger in

Pfarrkirchen, von der Wohnungsbau GmbH bis zu Privatinvestoren.

Und die anderen?

Im Bereich Wohnungsbau haben wir die Schwerpunkte

Nachverdichtung – auch mit Geschosswohnungsbau –,

„Der Campus ist ein elementarer

Baustein unserer

Entwicklung als Bildungsstadt.“

Pfarrkirchens

1. Bürgermeister

Wolfgang Beißmann

Revitalisierung von Leerständen, Nutzung von Brachflächen

und natürlich Erschließung von Bauland, letzteres

allerdings maßvoll. Aktuell haben wir ein neues Baugebiet

erschlossen, das sind 10.000 qm, mit 12 Einheiten,

ein weiteres folgt gerade in ähnlicher Größenordnung. Es

wird jeweils an bestehende Baugebiete angedockt, um

den Flächenfraß in Grenzen zu halten. Die Revitalisierung

übrigens kann bis hin zu aufgelassenen Hofstellen gehen,

die sich sehr gut für Kleinbetriebe eignen.

Ein aktuelles Beispiel in diesem Zusammenhang ist die

Dorferneuerung in Waldhof, ein Projekt in Zusammenarbeit

mit dem Amt für Ländliche Entwicklung.

Was gehört noch zu den Schwerpunkten der Pfarrkirchener

Stadtentwicklung?

Der Campus ist ein elementarer Baustein unserer Entwicklung

als Bildungsstadt. Das strahlt auf die ganze

Region aus. Nicht zuletzt durch die enge Vernetzung der

Hochschule mit der Wirtschaft. Jobmessen, Bachelor-

Arbeiten usw. Wir werden in einigen Jahren voraussichtlich

die Marke von 1.000 Studierenden erreichen.

Und sonst?

Das ebenfalls regional bedeutende Bildungszentrum des

Kuratoriums Wohnen im Alter entwickelt sich rasant

und plant einen Neubau. Die Ausbildung im Pflegebereich

dort ist natürlich ein Wachstumsfeld.

Auch das Unternehmergymnasium hat eine Strahlkraft

weit in die Region hinein, das einzige seiner Art in ganz

Der European Campus Rottal-Inn (ECRI) in

Pfarrkirchen ist Teil der Technischen Hochschule

Deggendorf, einer herausragenden bayerischen

Hochschule. Dank Partneruniversitäten in Österreich,

Polen, Spanien und Tschechien bietet der

European Campus internationale Bachelor- und

Masterstudiengänge in den Bereichen Tourismusund

Gesundheitsmanagement, Medizinische Informatik

und in den Ingenieurswissenschaften nach

den neuesten akademischen Standards an. Aktuell

zählt die Europa-Hochschule knapp 500 Studierende

mit steigender Tendenz.

Der ECRI ist international ausgerichtet, gelehrt

wird seit dem Start im Oktober 2015 auf

Englisch. Knapp 60 % der Studierenden kommen

aus dem Ausland. Von Asien über Australien bis

hin zu Südamerika finden sich Kommilitonen aus

jedem Kontinent zusammen. Dadurch bilden sich

nicht nur interkulturelle Kompetenzen aus, sondern

es können durch Praktika in regionalen und

internationalen Unternehmen außerdem wertvolle

Erfahrungen gesammelt werden.

Immerhin ein Viertel der deutschen Studierenden

gibt als Beweggrund für ein Studium am ECRI

die Nähe zur Heimat an. Davon kommen etwa 50

direkt aus dem Landkreis Rottal-Inn.

„Mit dem Projekt am Ederhof und

dem der Wohnbau GmbH sind

derzeit ca. 200

Wohneinheiten

im Bau bzw. in

Planung.“

Prof. Horst Kunhardt,

Campus-Leiter

Die Studiengänge am European Campus wurden

von zwei Fakultäten aus Deggendorf aufgebaut.

Die Fakultät Angewandte Gesundheitswissenschaften

und die Fakultät Naturwissenschaften

und Wirtschaftsingenieurswesen. Um auf die

spezifischen Anforderungen einer internationalen

Ausrichtung am European Campus einzugehen, hat

der Hochschulrat die Gründung einer neuen Fakultät

mit dem Namen European Campus Rottal-Inn

zum Wintersemester 2018/2019 beschlossen.

Mit dem Bachelorstudiengang Industrial Engineering

/ Maintance and Operation bereitet die

Fakultät NuW die Studierenden auf die bevorstehenden

Herausforderungen in den Bereichen Instandhaltungstechnik

und -management vor. Wer

sich für Energie- und Ressourceneffizienz interessiert,

dem wird bewusst, dass sowohl fundierte

technische als auch wirtschaftliche Kenntnisse

nötig sind. Zielgruppe sind Studierende, die sich

in den Zukunftsfeldern der regernativen Energien

und Instandhaltungsstrategien in Verbindung mit

Management qualifizieren möchten.

Der Markt im Gesundheitswesen wächst sowohl

in Deutschland als auch weltweit rasant.

Die europäische Bevölkerung wird ständig älter

und die Gesundheitspflege innerhalb der Familie

nimmt tendenziell ab. Deshalb zeichnet sich eine

kontinuierlich steigende Nachfrage für alle Services

und Einrichtungen rund um die Branchen

Gesundheits- und Medizinvorsorge ab. Im Jahr

2020 wird es in Deutschland voraussichtlich drei

Millionen Menschen geben, die auf medizinische

und pflegerische Versorgung angewiesen sein

werden. Aktuell gibt es in Deutschland im Gesundheits-

und Pflegebereich einen Fachkräftemangel

von 18 %. Durch die ansteigende Digitalisierung

der Informationen in diesem Sektor steigt die

Nachfrage nach spezialisierten IT-Absolventen im

Gesundheitswesen.

Passend zur Region Rottal-Inn und dem

deutschlandweit sowie grenzüberschreitend führenden

und bekannten Bäderdreieck mit Kurangeboten,

Rehakliniken, Hotelkliniken, Wellnesseinrichtungen

und Angeboten in der Akutversorgung

wurden die folgenden Studiengänge entwickelt:

• Bachelor International Tourism Management /

Health and Medical Tourism

• Bachelor Health Informatics

• Master International Tourism Management

• Master Medical Informatics

Studierende des European Campus werden

einen akademischen Abschluss, kombiniert mit

internationaler Erfahrung und Kompetenz nachweisen

können. Karrieremöglichkeiten ergeben

sich insbesondere in der schnell wachsenden

Freizeit- und Gesundheitsbranche, im Hotel-, Wellness-

oder Medizinbereich, bei Reisekonzernen, im

Marketing, IT oder Eventmanagement. Auch können

Industrial Engineering Absolventen im komplexen

und interkulturellen Umfeld der Wirtschaft, im

u

18 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 19


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Werbung SVO.pdf 01.06.2016 22:07:05

Standort Pfarrkirchen

Standort Arnstorf

Speziellen der Energie- und Ressourcenwirtschaft,

sicher agieren und kompetent handeln.

Die ersten Absolventen des Master studienganges

Medizininformatik schlossen gerade ihr

Studium ab. Der allererste Absolvent war Dr. Samuel

Onyinzo, der den akademischen Grad Master

Medical Informatics erworben hat. Das Deutschland-Stipendium

hat ihm dabei finanziell durch das

Studium geholfen. Nach seiner Anerkennungsprüfung

möchte Onyinzo gerne den Weg in Richtung

Facharzt für Chirurgie einschlagen. „Ich bin sehr

dankbar und genieße meine Zeit hier sehr. Es ist

anspruchsvoll und herausfordernd, aber gleichzeitig

auch eine wunderbare Erfahrung“, resümiert

Onyinzo. „Ich hatte am Campus starke Mentoren,

die mich stets begleitet haben.“

Derzeit stellt der ECRI laut Campus-Leiter Prof.

Ihr Partner für:

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Von den ca. 500 Studierenden sind rund 60 % inter nationale Studenten, rund 36 % stammen also aus

Deutschland. Von den deutschen Studierenden kommen ca. 50 aus dem Landkreis Rottal-Inn.

Horst Kunhardt weitere Professoren und Mitarbeiter

ein, um die aktuellen und geplanten Studienangebote

fachlich gut zu begleiten. Ferner sind neue

Studiengänge in Planung, die zum Sommersemester

2019 und Wintersemester 2019/2020 eingeführt

werden sollen. Auch der Be reich Forschung und

Entwick lung wird weiter ausgebaut. Als nächstes

Wachstumsziel sind rund 800 Studenten geplant,

um dann bis zum Jahr 2022 mit ca. 1.000 Studenten

das ursprüngliche Ausbauziel zu erreichen. n

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DEGGENDORF

Arnstorf? Läuft.

Arnstorf l Nach 17 Amtsjahren blickt Arnstorfs 1. Bürgermeister Alfons Sittinger auf eine beachtliche Liste von Erfolgen zurück, ist

noch lange nicht „satt“ und lebt seine Vision von der weiterhin prosperierenden Marktgemeinde, seinem „zentralen Ort in Bayern“.

Herr Sittinger wie läuft es in Ihrer Marktgemeinde?

Wir schauen auf ein gutes Jahr 2017 zurück und mit

großem Optimismus in die Zukunft.

Viel beachtet wurde schon im Vorfeld der neue interkommunale

Gewerbepark Kollbachtal ...

Den wir zusammen mit Roßbach entwickeln, ja. Und er

ist schon jetzt eine Erfolgsgeschichte. Die 100.000 qm

sind so gut wie weg.

Wann wird gebaut?

Es läuft das Bauleitverfahren, und ich hoffe, wir können

im Spätsommer mit der Erschließung beginnen. Erste

Ansiedlungen sind dann nach unserer Einschätzung Anfang

2019, vielleicht sogar noch in diesem Jahr möglich.

Und wenn der Gewerbepark Kollbachtal ausverkauft

ist?

Der Eigentümer hat durchblicken lassen, dass er wegen

weiterer Flächen gesprächsbereit ist.

Wie entwickelt sich die Einwohnerzahl?

Arnstorf ist offensichtlich attraktiv für Neubürger. Erstmals

konnte nach den Daten aus dem Einwohnermeldeamt

im letzten Jahr die 7.000 Einwohner-Marke überschritten

werden. Nach den aktuellen Zahlen liegen wir

zusammen mit den Zweitwohnsitzen bei knapp 8.000

Einwohnern.

Da braucht es Wohnbaugebiete ...

Das ist natürlich ein Dauerthema. Aktuell haben wir

22.000 qm gekauft, und die wollen wir heuer erschließen.

Es gibt bereits viele Vormerkungen, und ich hoffe,

wir schaffen es, dass die nächstes Jahr bauen können.

Heuer haben wir ein Baugebiet, das derzeit erschlossen

wird, mit 13 Bauparzellen, die sind schon weg. Die

Nachfrage ist riesig.

„Arnstorf ist offensichtlich attraktiv

für Unternehmer mit Visionen

und für Neubürger

mit Sinn

für Lebensqualität.“

Alfons Sittinger,

1. Bürgermeister Arnstorf

Woher kommen die Zuzüge? Sie haben 151 Einzel

ortschaften – bluten die äußeren Bereiche aus?

Eindeutig nein. Wir machen da auch viel mit speziellen

Außenbereichssatzungen und sorgen z. B. dafür, dass

dort auch junge Leute bauen können.

Arnstorf, hat, wie das gesamte Rottal, ein leicht negatives

Verhältnis von Geburten zu Todesfällen, woher das

Wachstum?

Woher im Detail wissen wir nicht genau. Aber es sind

Personen aus Nah und Fern, auch aus dem Ausland.

Arnstorf wurde kürzlich als einziger Ort in der Region

Landshut neu zum Mittelzentrum aufgestuft. Was

bringt das eigentlich?

Das war ein Schritt, der unserer zentralen Bedeutung

Rechnung trägt. Damit gilt die Marktgemeinde als

„Zentraler Ort Bayerns“ und kann künftig mit besseren

Förderungsmöglichkeiten rechnen. Arnstorf gewinnt

dadurch im Regionalplan an Bedeuutng. Etwa bei der

Fachärzteversorgung, wo wir noch Bedarf haben. Ein

klares Signal an die Kassenärztliche Vereinigung, da

etwas für Arnstorf zu tun.

Halten die sogenannten weichen Faktoren Schritt?

Wir haben alle Einrichtungen, die ein Markt braucht,

und alles andere leicht erreichbar in den Nachbarstädten.

Wie steht es mit dem Breitbandausbau?

Im Zentrum haben wir kein Problem, da hat ja die

Telekom eigenwirtschaftlich ausgebaut, die Gewerbegebiete

sind auch gut versorgt, aber unsere Außenbereiche

sind mit 80 Quadratkilometern eine riesige

Herausforderung. Da hält sich natürlich das Interesse

der T-Kommunikationsunternehmen in Grenzen. Wir

haben jetzt aber nach langem Hin und Her den Auftrag

an die Telekom vergeben. Bei insgesamt zufriedenstellenden

Bedingungen und auch mit Förderung. In absehbarer

Zeit haben wir eine nahezu hundertprozentige

Versorgung mit schnellem Internet.

Wie sieht die weitere Entwicklung in der Arnstorfer Au

aus? Es waren Erlebnisstationen zur Naturerfahrung,

ein „grünes Klassenzimmer“ sowie ein Bewegungsparcours

im Gespräch.

Wir sind im Plan. Die Arnstorfer Au ist ein Juwel für den

Artenreichtum mitten im Ort und ein Gewinn für Mensch

und Natur. Konkret ist heuer z. B. vorgesehen, den Bewegungsparcours

mit Kosten von etwa 75.000 Euro zu

bauen. Dazu erhält der Markt einen Zuschuss von 43.000

Euro aus dem Förderprogramm LEADER. Die Maßnahme

wird demnächst ausgeschrieben und kann dann in der

zweiten Jahreshälfte umgesetzt werden. (Siehe auch

Beitrag auf der Folgeseite.)

n

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20 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 21


Der Landkreis und die Kommunen ARNSTORF

Oben: Markt Arnstorf – im Herzen von Niederbayern; Rathaus, Straßenleben.

Oben: Renovierte Closen-Mittelschule und Staatliche Realschule Arnstorf mit Mensa und Sporthalle, Computer-Arbeitsplätze.

Mittelzentrum Arnstorf:

Marktgemeinde mit Machern

Kaum eine niederbayerische Kommune hat in der jüngeren Vergangenheit eine so dynamische Entwicklung hingelegt, wie der Markt

Arnstorf. Das Fundament lieferten zahlreiche Firmen und mittelständische Handwerksbetriebe, darunter die Hans Lindner AG; aber

längst werkelt in Arnstorf eine Art „Netzwerk für Wachstum“, das auch auf die Umgebung ausstrahlt. Grund ist ein bewundernswerter

Teamgeist zwischen einem ökonomisch orientiertem Rathaus und findigen Unternehmern, die nach vorne denken. Das machte das

frisch gekürte Mittelzentrum als Standort attraktiv und zum zweitgrößten Industriestandort des Landkreises.

Der Markt Arnstorf ist zweitgrößter Industriestandort

des Landkreises nach Eggenfelden und

spielt als Mittelzentrum – ausgezeichnet mit dem

Bayerischen Qualitätspreis – in einer Liga mit den

drei Städten im Landkreis Rottal-Inn.

Mit ca. 250 Betrieben und etwa 5.000 Arbeitsplätzen

ist Arnstorf zu einem zentralen Wirtschaftsstandort

im südlichen Niederbayern geworden.

Die attraktiven Standortfaktoren schätzen

zahlreiche Kleinbetriebe und mittelständische Unternehmen

genauso wie die intenational agierende

Lindner Group.

So bietet der Markt Arnstorf u. a. mit 295 v. H.

einen der günstigsten Gewerbesteuerhebesätze in

Niederbayern. In schwierigen Behördenangelegenheiten,

bei Grundstücksfragen und in Sachen Wirtschaftsförderung

gibt es seitens der Marktverwaltung

unbürokratische und schnelle Hilfestellung.

„Wir arbeiten schon seit Jahren

konsequent daran, möglichst

wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen

zu schaffen: für

effektive Wirtschaftsförderung und

neue Gewerbeansiedlungen.“

1. Bürgermeister Alfons Sittinger mit der

Geschäftsleitenden Beamtin, Roswitha Pöbl.

Konsequent wird der Ausbau des schnellen

Internets weiter vorangetrieben. Dazu werden in

Eigenregie Leerrohrtrassen und Glasfaserleitungen

verlegt und die Investitionen der Netzbetreiber

übernommen. Nach einer aktuellen Bitratenanalyse

verfügen bereits jetzt 78 Prozent der Haushalte

in den 151 Ortsteilen des Marktes über

mehr als 30 Mbit/s. Im April wurde der Auftrag

zur restlichen Erschließung der Außenortschaften

vergeben.

Die Erschließung notwendiger Gewerbeflächen

zu annehmbaren Preisen ist ein Hauptanliegen in

der Gewerbepolitik des Marktes Arnstorf. Um den

Flächenbedarf abzudecken, wurde ein interkommunales

Projekt, der „Gewerbepark Kollbachtal“,

gemäß den Richtlinien des neuen Landesentwicklungsprogramms,

zusammen mit der Gemeinde

Roßbach entwickelt, für den derzeit das Bauleitverfahren

läuft. Auf einer Fläche von zehn Hektar

wird voraussichtlich schon 2019 gebaut Zwei Drittel

der Fläche wurden bereits von Firmen reserviert.

Die Nachfrage ist groß. Bei Mehrbedarf ist auch

eine Erweiterung des Gewerbeparks geplant.

Regionalentwicklung mit benachbarten Gemeinden

zu konzipieren ist für den Markt Arnstorf

kein Neuland. Regionale und überregionale Kooperationen

wie z. B. die Wirtschaftsförderungs- und

Regionalentwicklungs GmbH „XperRegio“ oder der

Verbund Rottaler Hofmarken sind bereits erfolgreich

realisiert worden.

In den Auf- und Ausbau modernster Schulund

Bildungsangebote setzt der Markt Arnstorf

einen seiner Schwerpunkte und achtet sehr genau

auf optimale Rahmenbedingungen. Mit dem Neubau

der Staatlichen Realschule und der Renovierung

der Closen-Mittelschule wurden die Voraussetzungen

für eine moderne medien-technische

Schulausstattung geschaffen. Die Staatliche Realschule

Arnstorf wurde als Netzwerkschule des

„Wirtschaft braucht Fachkräfte.

Und die gibt es nur über

gute Schulbildung und

zertifizierte Weiterbildung.“

„Im Fokus stehen Förderung

und Erhalt der Lebensqualität

in allen Bereichen.“

bayerischen Pilotprojektes „Digitale Schule 2020“

ausgewählt und ist eine von neun Konzeptschulen

in Bayern. Fort- und Weiterbildungen am Campus

Mariakirchen, am Hans Lindner Institut und in Kooperation

mit der kommunalen Volkshochschule

vor Ort bieten Chancen für eine berufliche Weiterentwicklung

und wirken effektiv dem Fachkräftemangel

entgegen.

Vielfältige kulturelle Veranstaltungen und

Feste, sowie ein breitgefächertes Angebot an Freizeit-

und Sportmöglichkeiten zeichnen die Marktgemeinde

aus. Überregional bekannt ist auch das

Mittelalterfest „Auf Heller und Barde“. Das Musikinstitut,

das Kulturzentrum Unteres Schloss, die

VHS, das Arnstorfer Freibad, die Natur- und Freizeitfläche

„Arnstorfer Au“ mit dem geplanten Bewegungsparcour

sowie die XperBike-Radfahrwege

bereichern das Arnstorfer Kulturleben und bieten

eine individuelle Freizeitgestaltung für Kinder,

Jugendliche und Erwachsene. (Siehe auch Interview

auf vorheriger Seite.)

n

Alle Bilder auf dieser Doppelseite: Stefan Schilling Fotografie, Köln

Markt Arnstorf

www.arnstorf.de

80 km² Fläche

ca. 7.000 Einwohner

ca. 250 Gewerbebetriebe

Arnstorf liegt verkehrsgünstig am

Kreuzungspunkt zweier Staatsstraßen

sowie in unmittelbarer Nähe zur

Bundesstraße B 20, die zur A 92

München – Deggendorf führt.

Mittelzentrum Arnstorf –

„Zentraler Ort Bayerns“

• Geburtshaus Rottal-Inn

• Kindertagesstätte

• Grund-, Mittel- und Realschule

• VHS Arnstorf

• Gemeindebücherei

• Musikinstitut Arnstorf

• Kulturzentrum Unteres Schloss

• Campus Mariakirchen

• Berufsfachschule für Altenpflege

• Notariat

• Arnstorfer Au

• XperBike-Radfahrwege

• Arnstorfer Freibad

Unten: Geburtshaus Rottal-Inn, Arnstorfer Au, Musiksaal des Musikinstitutes Arnstorf im Kulturzentrum Unteres Schloss.

Unten: Freibad Arnstorf, Festumzug des Mittelalterfestes „Auf Heller und Barde“, Kulturzentrum Unteres Schloss.

22 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 23


Standort Bad Birnbach

Standort Bad Birnbach

Bad Birnbach, „Das ländliche Bad“: Inmitten dieser Harmonie sprudelt das bis zu 70 Grad Celsius heiße, heilende Thermalwasser in 31 Thermalbecken der Rottal

Terme. In den zahlreichen Außenbecken genießen die Gäste bei einer Badetemperatur von 26 bis 40 Grad Celsius das ganze Jahr über den einzigartig schönen

Heiße Entwicklung

Bad Birnbach l Besser als 1.000 Pillen sei das heiße Heilwasser aus den Tiefen des

Urgesteins unter Bad Birnbach, das sich in den zurückliegenden 40 Jahren als „Das

ländliche Bad“ einen Namen in der deutschen Bäderlandschaft gemacht hat.

Moderne Hotellerie fügt sich nahtlos in einen intakten Ort ein. Vom Urlaub

„ganz privat“ in der Ferienwohnung bis zum komfortablen Vier-Sterne-Hotel

wird nahezu jeder Wunsch erfüllt.

Die Birnbacher sind besonders stolz darauf,

dass trotz der erfolgreichen Entwicklung ihr Kirchturm

der höchste Punkt im Dorf geblieben ist.

Inmitten dieser Harmonie sprudelt das bis zu 70

Grad Celsius heiße, heilende Thermalwasser in 31

Thermalbecken der Rottal Terme.

Alles für die Gesundheit

Immer mehr Menschen finden fernab von Heimat

und Arbeitsplatz einen neuen Zugang zu ihrer

ganz persönlichen Fitness. Beim Training im Thermalwasser

schöpfen Körper und Geist neue Kräfte,

Herz- und Kreislauffunktionen verbessern sich

spürbar. Die Wirkung des Heilwassers ist wissenschaftlich

verbrieft und vor allem zur Vorbeugung

und Behandlung von Wirbelsäulen- und Gelenkserkrankungen

hervorragend geeignet. Bestens geschulte

Therapeuten – Bad Birnbach verfügt sogar

über eine eigene Schule für Physiotherapeuten,

Masseure und medizinische Bademeister – haben

einen hervorragenden Ruf weit über die Grenzen

des Ortes hinaus.

Die Birnbacher Gäste kommen in erster Linie

wegen der Attraktivität der Rottal Terme ins ländliche

Bad. Nichts macht so fit und gesund wie das

Schwimmen und die Gymnastik im heilkräftigen

„Birnbacher Wasser“. Wärme und Auftrieb sind

therapeutisch wertvoll und helfen Gelenken wie

Muskeln. Die Auftriebskraft des Wassers schont

die Gelenke, der Widerstand des Heilwassers

fördert Kraft und Ausdauer und harmonisiert die

Bewegungsabläufe. Im faszinierenden Vitarium mit

seiner exklusiven Thermenwelt strahlt der 105 Meter

lange, europaweit einzigartige Thermenbach

nachts in allen Farben. Und wo könnte man Hitze,

Dampf und Düfte besser genießen, als in der Saunawelt

des Vitariums?

Fitness in freier Natur – Golf,

Wandern, Walken, Radeln

In Bad Birnbach wurden die landschaftlichen

Reize des Rottals genutzt und ein umfangreiches

Wegenetz für Nordic Walking, Wandern, Laufen

und Radfahren erschlossen. Und Dank des Aktivgartens

in der Rottal Terme, mit modernsten

Trainingsgeräten, kann man in Bad Birnbach auch

dem schlechtesten Wetter trotzen.

Wer am Abschlag steht und hinunterschaut auf

Bayerns erholsamsten Urlaubsort, wird verstehen,

warum der Golfpark „Bella Vista“ heißt. Der Golfpark

besteht aus einem 18-Loch Platz, einem 9-Loch

Kurzplatz, einer großzügigen Driving Range und einer

innovativen spiel!Golf-Anlage. Rund herum ein

großzügiges Wegenetz zum Wandern und Walken.

Tourenportal mit Sehenswürdigkeiten

und Birnbach-App

Rund um Birnbach erstreckt sich ein ca. 70

km langes, gut ausgeschildertes Wandergebiet. Um

das Wandern so gesund und erholsam wie möglich

zu gestalten, sind die wenigsten der Wanderwege

asphaltiert. Wer mit Sportschuhen vor die Haustüre

tritt, ist mittendrin im rund 50 km langen Nordic-

Walking- und Laufpark. Das Wegenetz wurde von

Profis erarbeitet, damit die landschaftlichen Reize

des Rottals mit dessen Trainingszielen Hand in Hand

walken. Die Routen führen in die schönsten Ecken

Bad Birnbachs und rund um den ganzen Ort.

Mit reichlich Natur und heilendem Thermalwasser

„gefüllt“ liegt das Rottal zwischen Donau

und Inn. Die Rott, die dem Tal seinen Namen gab,

liegt genau dazwischen. In der Rottaler Hügellandschaft

finden alle Radler-Typen flache, aber auch

anspruchsvolle Touren mit Steigungen und langen

Abfahrten auf gut ausgebauten, verkehrsarmen

Wegen und Straßen.

Ausblick auf die Rottauen im Süden und die Hügellandschaft,

die den Ort umgibt.

Mit einem völlig neuen Tourenportal, das unter

www.maps.badbirnbach.de ebenso zu finden ist wie

auf der Internet-Seite des Landkreises Rottal-Inn

(www.rottal-inn.de), kann der Gast in spe schon

einmal online auf Entdeckungsreise gehen.

Wer will, lädt sich die Routenführung gleich

auf sein Navigationsgerät oder druckt die Karte im

praktischen Faltformat aus. Sogar ein 3-D-Rundflug

ist dank „Google Earth“ möglich. Eine eigene

App für iPhones und Android-Geräte ist verfügbar.

Das Herzstück der Birnbach-App ist zweifelsfrei

das Touren-portal.

ERHOLUNG INMITTEN DER NATUR

Die Applikation beinhaltet den aus dem Tourenportal

bekannten Planer und alle Inhalte und

Funktionen bis hin zu den „Points of interest“,

sowie einem Zugang zum Online-Buchungssystem

für die Bad Birnbacher Gastgeber. Auch in

der Smartphone-Applikation steht eine weltweite

Karte zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es viele

Detailinformationen, die über einen Kategorienbaum

leicht zu finden sind und eine Merkzettelfunktion:

Zu Hause via WLAN geladene und gespeicherte

Karten können auch offline verwendet

werden. Auf diese Weise gibt es keine ungewollten

Pannen, wenn man bei der Wanderung ins

Funkloch gerät.

Autonom gefahren werden

Einen aufsehenerregenden Schritt ins digitale

Zeitalter machte Bad Birnbach mit dem Autonomen

Bus, seit Oktober 2017 zwischen der Rottal

Terme und dem Neuen Marktplatz im Einsatz und

seit kurzem durch einen zweiten verstärkt. Er verbindet

schon bald den etwas außerhalb in Leiten

liegenden Bahnhof mit dem Ort. Die Rottalbahn

bedient Bad Birnbach im Stundentakt. Mit dem

autonomen Bus kann dann jeder an- und abfahrende

Zug bequem erreicht werden – die „letzte

Meile“ zum Ort ist damit geschlossen. Es werden

Neuer Marktplatz, Artrium und Rottal Terme angefahren.

Die Busse können derzeit bis zu 6 Personen

gleichzeitig befördern und sind barrierefrei

und behindertengerecht ausgestattet. Sicherheit

steht stets an oberster Stelle, daher ist das Tempo

vorerst auf 15 km/h beschränkt.

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AGES – Aktiv gegen

Erschöpfung und Stress

Mit dem Projekt „AGES – Aktiv gegen

Erschöpfung und Stress“ ging die Kurverwaltung

Bad Birnbach neue Wege.

Hintergrund ist die Tatsache, dass die

Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen

in letzter Zeit konstant gestiegen

sind, sie nahmen in zehn Jahren um

79,3 % zu, so der AOK-Fehlzeiten-

Report 2017 für Deutschland.

Psychische Erkrankungen führen außerdem

zu langen Ausfallzeiten. „Mit

25,7 Tagen je Fall dauern sie mehr

als doppelt so lange wie der Durchschnitt

mit 11,7 Tagen je Fall.

Gemeint ist vor allem das gefürchtete

Burnout-Syndrom. Ursache: Stress. So

ging man in Bad Birnbach daran, ein Programm

zur Stressprävention zu entwickeln

– in Zusammenarbeit mit der LMU München,

der AOK Bayern und den Fachleuten

vor Ort. Das Projekt wurde vom Freistaat

Bayern mit 100.000 Euro gefördert.

Gemeinsam wurde ein spezielles Programm

entwickelt und testweise mit

drei Studiengruppen durchgeführt. Eine

„Zuhause-Gruppe“, die als Kontrollgruppe

diente, und zwei, die in Bad Birnbach

unterschiedliche Programme absolvierten.

Dabei kamen nicht nur klassische

Anwendungen zum Einsatz.

Gesamtergebnis: „Es lassen sich anhaltend

positive Effekte bei einer Reihe untersuchter

Parameter erkennen, mit Veränderungen,

die sich auch zum Ende der

Nacherhebungsphase nach 12 Monaten

noch signifikant von den Ausgangswerten

zu Studienbeginn unterschieden“,

erklärt Dr. Sandra Kus von der LMU.

Auch die AOK Bayern, die als Projektpartner

aufgetreten ist, zieht eine positive Bilanz:

„Die von der Ludwig-Maximilians-Universität

vorgestellten Ergebnisse sind eindeutig:

Mit dem neu entwickelten Präventionsprogramm

‚Aktiv gegen Erschöpfung und

Stress‘ kann Stress nachhaltig abgebaut

werden. Dies ist eine Vorbeugung gegen

Erkrankungen und erhöht zugleich die

Lebensqualität“, sagt Direktor Daniel Gansmeier

von der AOK Rottal-Inn. n

24 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 25


Mittelstand: Spezialisten

Mittelstand: Spezialisten

Industrielle Display-Lösungen von Fokus Technologies

Fokus Technologies Hochwertige Produkte für die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine

Ziel und Ansporn von Fokus Technologies ist es,

anspruchsvolle und hochwertige Produkte für die

Kommunikation zwischen Mensch und Maschine zu

entwickeln. Gegründet 2006 in Arnstorf, produziert

das Unternehmen heute in Eggenfelden, und auch

die Lieferanten kommen größtenteils aus der

Region.

Die Produktpalette hat sich laufend

erweitert. Hauptgeschäft ist nach wie

vor die 19-Zoll-Technik, insbesondere

Monitor-Tastatur-Schubladen. Eine weitere

Produktlinie sind Medizin-Terminals

für OP-Räume in Kliniken. Das

höhenverstellbare und damit barrierefreie

Infoterminal mit Touch ist ideal für

die Präsentation von Informationen für

Kunden und Besucher in Unternehmen,

Kliniken, Banken, Hotels, Einkaufszentren,

Bahnhöfen und auf Messen.

Zu diesem Bereich gehören auch wegklappbare

Tischmonitore für Schulungsräume oder

Sitzungssäle.

Digitalisierung und Industrie 4.0 ist derzeit in

aller Munde. PC, Display und Tastatur sind auch in

Fertigungsanlagen ein nicht mehr weg zu denkendes

Handwerkszeug. Dafür bietet Fokus hochwertige

Industrie-Monitore für die Bedienung und

Überwachung von Industrieanlagen.

Bei der Produktgestaltung legt Fokus

größten Wert auf Qualität und Design.

Dies wurde beim ersten Fokus-Produkt,

einer Monitor-Tastatur-Schublade

für Rechnerschränke, mit der Auszeichnung

des weltweit anerkannten

Qualitätssiegels „Red Dot Award“

auch entsprechend gewürdigt.

Geschäftsführerin Renate Rickinger:

„Industrielle Display-Lösungen, das

ist das, was wir seit zwölf Jahren machen

und unsere Spezialisten finden für jede

gewünschte Anwendung eine Lösung, denn

unsere Devise ist: ‚geht nicht – gibt’s nicht‘“. n

Weitere Infos: www.fokus-technologies.de

Ganzheitlich betreut in Sachen

Steuer & Betriebswirtschaft

Gfirtner, Strangmüller & Voit Steuerkanzlei mit breitem Leistungsspektrum

Immer die optimale Lösung für jede Steuerangelegenheit:

Die Steuerkanzlei Gfirtner, Strangmüller

& Voit aus Eggenfelden bietet seit über 39

Jahren professionelle Steuerdienstleistungen für

Privatpersonen, Freiberufler, Gewerbetreibende

und Unternehmen.

Das Leistungsspektrum beinhaltet sowohl die

Lohn- und Finanzbuchhaltung, die klassische Steuerberatung,

die Erstellung von Steuererklärungen

und Jahresabschlüssen als auch den Bereich Unternehmensberatung

und Unternehmensnachfolge.

www.steuerkanzlei-gs.de

Neben betriebswirtschaftlichen Faktoren spielen

für Unternehmen auch Steuerlösungen mit

Konzept und Strategie eine wichtige Rolle für den

Erfolg. Die Steuerkanzlei Gfirtner, Strangmüller

& Voit verfolgt hier einen ganzheitlichen Ansatz:

Mandanten bekommen eine umfassende Betreuung

und Beratung zu allen steuerlichen und betriebswirtschaftlichen

Themen im Rahmen einer

individuellen und wirtschaftlichen Komplettlösung,

die das große Ganze im Blick hat.

Auch im Bereich der Unternehmensnachfolge

gilt: Keine Konzepte von der Stange! Erfolg braucht

eine individuelle Strategie. Denn jeder Mandant ist

anders und hat eigene Voraussetzungen und Ziele.

Deswegen entwickeln die Experten der Steuerkanzlei

Gfirtner, Strangmüller & Voit für jeden ihrer

Mandanten ein individuell auf ihn zugeschnittenes

Konzept und prüfen genau, welche speziellen Möglichkeiten

jedem zur Verfügung stehen.

Ebenso von großem Vorteil für die Mandanten:

die Kanzlei verfügt über ein großes Netzwerk aus

Anwälten, Wirtschaftsprüfern und Finanzexperten. n

Mit den Partnern (v. li.) Thomas Gfirtner, Alfred

Strangmüller und Andreas Voit stehen den Klienten

drei langjährig erfahrene Experten in den Bereichen

Steuerberatung, Betriebswirtschaft und Unternehmensnachfolge

zur Seite. Zusammen mit einem

Team aus über 25 Mitarbeitern betreuen sie weit

über die Region Niederbayern hinaus zahlreiche

Privatpersonen, Freiberufler, Gewerbetreibende

und Unternehmen.

Qualität, Präzision und

Innovation bei Transformatoren

Schmidbauer Sieben Jahrzehnte Transformatoren und Gerätebau

Die Schmidbauer Transformatoren und Gerätebau

GmbH, Familienunternehmen in der 3. Generation,

mit mittlerweile weltweit über 200

Mitarbeitern, hat ihren Stammsitz in Spanberg/

Hebertsfelden mit weiteren Tochterunternehmen

in Tschechien und den USA. Schmidbauer steht

für Qualität, Präzision und Innovation bei Transformatoren,

Drosseln, Filtern, Stromversorgungen

und hochfrequenten Wickelgütern

sowie im elektrotechnischen Gerätebau.

Schmidbauer entwickelt und produziert

hochwertige kundenspezifische passive

Bauelemente u. a. für die Antriebs-,

Solar- und Windkrafttechnik, die Leistungselektronik

und Bahnindustrie. Für

Kunden im Bereich des Maschinenbaus

werden komplette elektrische Filterlösungen

angeboten, die dann wiederum von

den Kunden weltweit verbaut werden. Größere

Wickelgüter können auch wassergekühlt

angeboten werden, um dadurch Gewicht

und Größe zu reduzieren. Kundenspezifische

Stromversorgungen, Netzfilter und medizinische

Spannungsversorgungen haben den Gerätebau in

den letzten Jahren um ein Vielfaches erweitert.

Durch die Entwicklung und Fertigung von verlustoptimierten,

wasserdichten HF-Wickelgütern

für Straßenbahnen und U-Bahnen konnte sich das

Unternehmen zudem im Bereich der Bahntechnik

mit weltweiten Kunden einen guten Namen machen.

„Unsere Geschäftserfolge verdanken wir neben

einer innovativen Entwicklung, hoher Flexibilität

in der Fertigung, der Zuverlässigkeit der Mitarbeiter

und Liefertreue, in erster Linie dem hohen

Qualitätsstandard in unserem Unternehmen. Wir

entwickeln die eigene Qualitätsfähigkeit ständig

weiter, um den stetig steigenden Anforderungen

unserer Kunden gerecht zu werden“, umreißt Geschäftsführer

Dominik Reichl den Kern der Unternehmensphilosophie.

Das im Jahr 2012 errichtete ITgestützte

Lager- und Logistikzentrum

ist in den Produktionsablauf integriert

und regelt die Arbeitsvorbereitung für

die Fertigungslinien in Deutschland und

Tschechien. Auf der im Jahr 2014 zusätzlich

geschaffenen 3.000 qm großen

Produktionsfläche werden die größeren

Transformatoren bis 2500 KVA mit

Stückgewichten von bis zu fünf Tonnen

hergestellt.

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www.schmidbauer.net

Arbeitsplatz-Lösungen von BBT

Seit über 32 Jahren steht Biedersberger

Bürotechnik in Eggenfelden für

Fachkompetenz, Beratung und Service

getreu dem Motto: „Alles für Schule

und Büro“. Als inhabergeführtes Unternehmen

bieten Christa und Erwin

Biedersberger auf 600 Quadratmetern

zusammen mit 33 Mitarbeitern ein

breites Spektrum an Beratung, Service

und Waren für Gewerbe, Handel oder

den privaten Bereich.

Mit einem perfekt geplanten Büro

lassen sich Raumkosten sparen, Wege

verkürzen und die Kommunikation

verbessern. Farbe, Licht, Akustik und

Klima spielen bei der Arbeitsplatzgestaltung

eine bedeutende Rolle.

Die BBT-Experten zeigen Ihnen,

wie Sie mit Ihrem nach ergonomischen

Gesichtspunkten gestalteten Sitzmöbel

richtig umgehen. Oder wäre vielleicht

ein Steh-Sitz-Arbeitsplatz Ihre passende

Lösung? Mit einer solchen Arbeitssituation

lassen sich Tastatur und Display

gleichzeitig in der Höhe verstellen, wodurch

komfortables, rückenschonendes

Arbeiten am Computer auch über

längere Zeiträume hinweg ermöglicht

wird.

„Wir sehen uns nicht als reiner Lieferant

von Büromöbeln, sondern unsere

Aufgabe darin, Lösungen für Räume zu

erschaffen, bei denen sich Möbel und

Technik zu einem schlüssigen, überzeugenden

Ganzen fügen. Individuell.

Durchdacht. Und vor allem eins: effizienzsteigernd“,

erklärt Biedersberger.

Schließlich, so Biedersberger, bestimme

das Arbeitsumfeld in gewissem

Maße auch, wie produktiv die Mitarbeiter

am Arbeitslatz oder in Besprechungen

sind: Unser Ziel ist dabei, dass Ihre

Mitarbeiter motiviert und leistungsfähig

bleiben.“

Und das Beste: Stühle von BBT

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26 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 27


Bauwirtschaft: Lindner Group

Bauwirtschaft: Lindner Group

Gekommen, um zu bleiben –

und viel zu bewegen

Bauindustrie l Die Lindner Group ist seit der ersten Stunde ihrer Firmengeschichte

tief im Rottal verwurzelt. Genauer: in Arnstorf. Aus Hans Lindners Einmannbetrieb im

elterlichen Schuppen ist seit 1965 eine international agierende Unternehmensgruppe mit

Tochtergesellschaften auf der ganzen Welt gewachsen. Ein ungewöhnliches Familienunternehmen

und eine fast unglaubliche Geschichte.

Die Basis für den Unternehmenserfolg sind in erster Linie die motivierten Mitarbeiter. Als einer der größten Arbeitgeber in der Region bietet das solide Familienunternehmen

sichere Arbeitsplätze. Viele Mitarbeiter sind schon dementsprechend lange dabei – über 1.000 davon seit mehr als 20 Jahren.

Schon der Größe wegen kommt man in Niederbayern

an Lindner nicht vorbei: 6.700 Mitarbeiter

weltweit sind beim Bauunternehmen tätig

und knapp die Hälfte davon in der beschaulichen

Marktgemeinde Arnstorf. Der größte Arbeitgeber

und Ausbildungsbetrieb im Landkreis Rottal-Inn

beherbergt auf einer Fläche von 200.000 qm Bürogebäude,

Produktionshallen, Lagerflächen und

Parkplätze. Fährt man in den Morgenstunden in

diese Gegend, kann man sich sicher sein, (fast) alle

haben ein gemeinsames Ziel: die Lindner Group in

der Bahnhofstraße und dort eines der beiden begehrten

Parkhäuser. Ein derart heftiges Gewusel an

Mitarbeitern gab es jedoch nicht immer bei Lindner.

Als 1965 Hans Lindner das Unternehmen in

Arnstorf gründete, wurde noch im elterlichen

Schuppen gewerkt und gehämmert bis die erste

Produktionsstätte in der Bahnhofstraße bezogen

werden konnte. Damals ahnte noch niemand, dass

sich dieser kleine Betrieb zu einer weltweit tätigen

Unternehmensgruppe entwickeln würde. Mit den

immer größer werdenden Aufträgen wuchs auch

das Unternehmen stetig. Neue Geschäftsbereiche

wurden erschlossen, Kompetenzen aufgebaut und

Fachpersonal akquiriert. Viele Mitarbeiter, insbesondere

aus der Gegend um Arnstorf, fanden hier

neue Arbeit.

Der Erfolg kam und die Mitarbeiter blieben,

denn Lindner entwickelte sich zu einem soliden

Familienunternehmen, das sichere Arbeitsplätze

bietet – heute für Menschen aus allen Teilen der

Welt. Viele der Mitarbeiter sind dementsprechend

schon sehr lange dabei – über 1.000 davon seit

mehr als 20 Jahren. Jedes Jahr feiern zahlreiche

Mitarbeiter gemeinsam mit der Familie Lindner ihr

25- oder 40-jähriges Jubiläum in einem offiziellen

Rahmen. Man fühlt sich offensichtlich wohl im

„erweiterten Familienkreis“.

„Wir blicken der Zukunft positiv

entgegen: Wir sind super aufgestellt,

haben gute Entwicklungsmöglichkeiten

in den verschiedenen

Geschäftsfeldern und wollen

uns auch

weiterhin für

die Region

engagieren.“

Lindner Hauptsitz in Arnstorf: Der größte Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb im Landkreis Rottal-Inn beherbergt auf einer Fläche von 200.000 qm

Bürogebäude, Produktionshallen, Lagerflächen und Parkplätze.

Veronika Lindner,

Vorstand Finanzen

Hans Lindners Leitspruch:

„Zum Erfolg braucht man Können,

Fleiß und Glück.“

Hans Lindner,

Gründer und

Vorstandsvorsitzender

Die Lindner Group ist als Hersteller und ausführendes

Bauunternehmen auf Gebäudehülle, Innenausbau

und Isoliertechnik spezialisiert. „Täglich

arbeiten wir gemeinsam an über 2.500 Projekten“,

erzählt Vorstandsmitglied Heinrich Büchner, der

vor 40 Jahren selbst als Lehrling im Unternehmen

anfing. Und es braucht wirklich jeden einzelnen

Auszubildenden und Mitarbeiter, um ein derart

breites Spektrum an Projekten, Produkten und

Dienstleistungen möglich zu machen.

Bauen mit neuen Lösungen

Mitdenken wird großgeschrieben bei Lindner

und so finden kluge Köpfe immer eine Lösung für

die teils sehr außergewöhnlichen Aufgabenstellungen

der Kunden – ganz nach dem Motto „Geht

nicht, gibt’s nicht!“, das sich die Forschung und

Entwicklung von Lindner auf die Fahne geschrieben

hat. Mehr als 200 Systemplaner, Techniker

und Ingenieure sind alleine in diesem Bereich

tätig. Durch die vielen Produktions- und Vertriebsstandorte

auf der ganzen Welt können komplette,

projektspezifische Baulösungen im In- und Ausland

zügig realisiert werden.

Denkt man an große Bauwerke wie das Bundeskanzleramt

in Berlin oder die Europäische Zentralbank

in Frankfurt – Lindner war dabei. Kommt

man auf seiner Reise am Flughafen London Heathrow

oder in Hongkong an, hatten Mitarbeiter von

Lindner bei diesen Bauten ihre versierten Finger

im Spiel. Lauscht man den Konzertklängen in der

Philharmonie de Paris, summt im Hintergrund leise

Lindner mit, der auch bei diesem Projekt beteiligt

war.

Und mit ziemlich hoher Sicherheit ist jeder

von uns schon einmal über einen von Lindner

installierten Doppelboden gelaufen oder hat die

faszinierende Fassade eines herausragenden Bauwerks

betrachtet, das ebenfalls die Handschrift

von Lindner trägt. Seit einigen Jahren zählt sogar

der Ausbau von Kreuzfahrtschiffen zu den Lindner

Geschäftsbereichen. Die Liste an Referenzen ist

inzwischen schier endlos.

Bei dieser Vielfalt und Fülle an Projekten

scheint keine Langeweile aufzukommen, weswegen

Hans Lindner auch selbst mit seinen 76

Jahren täglich im Familienunternehmen aktiv

ist. An der Spitze steht mittlerweile ein starkes

Team aus zwölf Bereichsvorständen und vier Vorstandssprechern

– darunter auch einige Mitglieder

der Familie Lindner. Gut aufgestellt für die

Zukunft, expandiert die Lindner Group fröhlich

weiter, erschließt neben der Bauindustrie weitere

Geschäftsfelder und ist auch in der Region selbst

sehr engagiert.

Hans Lindner Stiftung

„Wenn es einem gut geht, soll man andere

daran teilhaben lassen“, besagt eine von den bekannten

Redewendungen Hans Lindners. Darum

gründete er 1991 die Hans Lindner Stiftung mit

dem Ziel, in Not geratenen Menschen zu helfen,

Existenzgründer in Niederbayern und der Oberpfalz

zu fördern und dadurch neue Arbeitsplätze

zu schaffen. Dabei entstehen im Laufe der Jahre

zahlreiche soziale Einrichtungen und Initiativen im

Inland, aber auch in Uganda und Rumänien für die

Förderung von Jugendlichen.

Parkwohnstift: Mehrgenerationenhaus

mit Vorbildcharakter

Überregional bekannt ist auch, was die Hans

Lindner Stiftung seit der Übernahme des ehemaligen

Arnstorfer Krankenhauses in den letzten

25 Jahren geschaffen hat: das Parkwohnstift

Arnstorf. Nach umfassender Renovierung entwickelte

sich ein modernes Mehrgenerationenhaus

mit Vorbildcharakter. Hier finden Senioren mit

unterschiedlichen Pflegeansprüchen individuelle

Wohnmöglichkeiten, die leistbar geblieben sind.

Jung und Alt aus der Gegend kommen zusammen,

um gemeinsam an vielseitigen Aktionen

und Veranstaltungen teilzunehmen oder eine der

vielen Dienstleistungen im Haus zu nutzen. Dazu

gehören unter anderem eine Berufsfachschule für

Altenpflege und Altenpflegehilfe, ein Kindergarten

und ein Geburtshaus mit fachärztlicher Betreuung.

Spätestens jetzt denkt man sich, wie das

alles unter einen Hut zu bringen ist. Voraussetzung

sind in erster Linie die vielen motivierten

u

28 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 29


Bauwirtschaft: Lindner Group

Bauwirtschaft: Lindner Group

Mitarbeiter. Lindner bietet Arbeitsplätze in den

unterschiedlichsten Bereichen und Branchen und

bildet ständig junge Leute in mehr als 25 verschiedenen

kaufmännischen und handwerklichen

Lehrberufen aus.

Basis sind motivierte Mitarbeiter

Eine Vielfalt von Möglichkeiten für die bestehenden

und zukünftigen Angestellten, von der

andere Unternehmen nur träumen können. Sie

ermöglicht es auch, im Lauf einer Karriere in mehreren

Berufen zu arbeiten – ohne den Arbeitgeber

wechseln zu müssen. „Einmal Lindner, immer

Lindner“ hört man häufig und man sieht den Kolleginnen

und Kollegen die Freude an ihrer Arbeit

an. Viele von ihnen begeistern auch ihre Kinder

für Lindner und bleiben bis zur Rente im Unternehmen.

Selbst Gebrautes mit Herz

Auch wenn man Lindner vor allem für seine

Bautätigkeit kennt, so pochte im Hintergrund immer

auch das Herz des Wirtssohns Hans Lindner

für die Gastronomie. 2003 verwirklichte er seinen

Traum, selbst Bier zu brauen und auszuschenken.

Er eröffnete neben dem Schloss Mariakirchen eine

eigene Brauerei: das Schlossbräu Mariakirchen.

Seither sind der schattige, unter Kastanien gelegene

Biergarten und das gemütliche Schlossbräu

mit traditioneller, bayerischer Küche ein beliebtes

Ausflugsziel in der Region, das auch von den Mitarbeitern

aus Arnstorf gerne besucht wird.

Das romantische Wasserschloss ist nach umfangreicher

Restaurierung eine begehrte Lokalität

für Hochzeiten und Familienfeiern geworden.

Gerne wird es auch als Tagungsstätte genutzt. Im

Schlosspark trifft historisches Gemäuer auf moderne

Architektur: Mit dem ****Schlossparkhotel

gibt es in Mariakirchen auch gehobenen Übernachtungskomfort

für Gäste. Das wäre doch einen

Besuch wert, oder?

Eigene Hotels in mehreren

deutschen Städten

Aus der Anforderung heraus, Mitarbeiter auf

Dienstreisen an weiteren Unternehmensstandorten

außerhalb von Arnstorf unterzubringen, entstanden

die mk | hotels in mehreren deutschen Städten

sowie in London. Das erste Hotel eröffnete Lindner

mitten in München. Es folgten weitere in Stuttgart,

Berlin, Frankfurt, Eschborn, Remscheid und Rüsselsheim,

oft verbunden mit einer nahegelegenen

„Täglich arbeiten wir gemeinsam

an über 2.500 Projekten“, erzählt

Vorstandsmitglied Heinrich Büchner,

der vor 40 Jahren selbst als

Lehrling ins

Unternehmen

kam.

Niederlassung des Baugeschäfts von Lindner und

einer gemütlichen Wirtshausbrauerei.

„Wer hart arbeitet, darf auch ausgiebig feiern“,

meint die Vorstandsrunde zu Recht. Darum ist

das jährliche Betriebsfest der erweiterten „Lindner

Familie“ mitten im Sommer fester Bestandteil für

die Belegschaft geworden. Aus der ganzen Welt

tummeln sich mehr als 3.000 Mitarbeiter mit ihren

Lebenspartnern auf diesem Großereignis, das in

bayerischer Tradition in einem Bierzelt mit lokalen

Spezialitäten, Livemusik und guter Unterhaltung

ausgiebig gefeiert wird. Diese offene Unternehmenskultur

wird täglich gelebt und so trifft man

sich das ganze Jahr über bei verschiedenen internen

Veranstaltungen, wie einem Fußballturnier

oder einem Ski-Wochenende.

Feiern und entspannen

Heinrich Büchner,

Vorstand Inland

und Produktion

Bereits seit mehr als 40 Jahren gibt es bei

Lindner eine weitere besondere Art des Ausgleichs

für die Mitarbeiter: firmeneigene Ferienhäuser zur

kostenlosen Nutzung. Mehr als 1.000 Mitarbeiter

machen jedes Jahr mit ihren Familien Urlaub in

den 15 Häusern in acht Ländern. Irland, Kroatien,

Österreich, Slowakei, Spanien – passende Urlaubsgegenden

für jede Jahreszeit.

Viele erfolgreiche Jahre liegen zurück. Aber

was wünscht sich der Führungskreis um die Familie

Lindner für die Zukunft? Gesundheit, Glück und

Zufriedenheit. Und abgesehen davon? Wie soll es

mit dem Erschaffenen weiter gehen?

Auch beim Blick in die Zukunft steht eine verantwortungsvolle

und nachhaltige Unternehmensausrichtung

an oberster Stelle – und dafür ist es

entscheidend, immer einen Schritt voraus zu sein.

Das Hauptgebäude in Arnstorf.

Für den „Raum der Stille“ am Frankfurter

Flughafen entwickelte und produzierte Lindner

Sonder-Einhängedecken.

Ein Projekt der Hans Lindner Stiftung: Das Mehrgenerationenhaus

Parkwohnstift mit Kindergarten und

Geburtshaus mit fachärztlicher Betreuung.

Der neue Geschäftszweig „Land.Luft“ steht ganz

unter dem Zeichen des Tierwohls.

Im Kulturpalast Dresden war Lindner Gesamtkoordinator

aller Gewerke im Konzertsaal.

Foto: Christian Gahl / gmp Architekten

Schloss Mariakirchen samt Schlossbräu und

daneben das moderne Schlossparkhotel.

Zum Konzept gehören auch Bio-Anbau und Verarbeitung

vor Ort. So kommt Gutes aus der Region auf den Tisch.

Alle Bilder, sofern nicht anders vermerkt: © www.Lindner-Group.com

„Insbesondere vor dem Hintergrund

der Internationalisierung ist

es eine große Stärke der

Lindner Group, seine Wurzeln im

Landkreis

Rottal-Inn

zu pflegen.“

Helmut Lang,

Vorstand Ausland

Digitalisierung wichtiger Baustein

für die Zukunftsfähigkeit

Dementsprechend dreht sich auch bei Lindner

alles um Digitalisierung, um innovative Methoden

und Werkzeuge, die den Arbeitsalltag vereinfachen.

Nach dem Lean-Prinzip werden Prozesse

durchleuchtet, um die Leistungen für die Kunden

weltweit zu optimieren.

Entscheidend für die Zukunft des Unternehmens

wird aber weiterhin jeder einzelne Mitarbeiter

sein. Seit jeher tut sich bei Lindner viel im

Bereich Weiterbildung. Gerade durch effektives

internes Training bereiten sich die Mitarbeiter gegenseitig

auf die Herausforderungen der Zukunft

vor.

Eine immer wichtigere Rolle nimmt bei

Lindner das Thema Gesundheit ein. Die Verantwortung

gegenüber Mitarbeitern wird ernst genommen

– deutlich über den üblichen Rahmen eines

betrieblichen Arbeitsschutzes und Gesundheitswesens

hinaus: Wussten Sie, dass es am Hauptsitz

Arnstorf ein firmeneigenes Fitnesscenter gibt, das

die Mitarbeiter jederzeit und auch am Wochenende

kostenlos nutzen können?

Umweltschonend Bauen mit

nachhaltigen Ressourcen

Die konsequente Ausrichtung an der Gesundheit

des Menschen und der Umwelt gewinnt auch

für das Kerngeschäft an Bedeutung. Eine wirklich

begrüßenswerte Entwicklung in der Architektur

der Zukunft. Bauen mit nachhaltigen Ressourcen,

umweltschonend und schadstofffrei liegt international

groß im Trend. Ergonomie und Komfort

erhalten mehr Aufmerksamkeit in der Gestaltung

von Arbeitsbereichen. Lindner steckt seit mehr

als zehn Jahren viel Aufwand in das sogenannte

„Green Building“, ist Gründungsmitglied der

Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen

(DGNB) und hat inzwischen weltweit an hunderten

nachhaltigen Gebäudeprojekten mitgewirkt.

Dieser Erfolg und die Anpassungsfähigkeit des

Unternehmens wird auch nach über 50 Jahren

von seiner Heimatverbundenheit getragen. Insbesondere

vor dem Hintergrund der Internationalisierung

ist es eine große Stärke, auf seine Wurzeln

im Landkreis Rottal-Inn zu setzen. „Zum Erfolg

braucht man Können, Fleiß und Glück“ ist der

Leitsatz von Hans Lindner. Daraus ist eine Unternehmenskultur

entstanden, in der Zuverlässigkeit,

Eigenmotivation und Einsatzfreude einen hohen

Stellenwert genießen. Dadurch fällt es Lindner

scheinbar recht leicht, offen und mutig zu sein

und sich ständig ein bisschen neu zu erfinden. Das

wird der überaus aktiven und finanziell sehr stabilen

Unternehmensgruppe auch weiterhin gutes

Wachstum bescheren.

Bio-Marke „Land.Luft“ im Aufbau

Das neueste Projekt der Unternehmensgruppe

im Bereich Land- und Forstwirtschaft entwickelt

sich bestens: In Leberfing, unweit des Firmenstandorts

Arnstorf, bestimmen Weidetiere den Arbeitsalltag.

Neben der Aufzucht in Freilandhaltung

wird auch die Verarbeitung vor Ort durchgeführt,

langwierige Tiertransporte entfallen somit. Dabei

steht das Tierwohl im Vordergrund. Auch die

Schlachtung erfolgt stressfrei für die Tiere direkt

auf der Weide. Seit kurzem sind Produkte aus

eigenem Bio-Anbau und Schlachtung vielerorts

unter der Marke Land.Luft erhältlich.

Die Zukunftsstrategie ist vielversprechend.

Es bleibt spannend, wohin sich das Unternehmen

noch entwickeln wird. Die große Vielfalt der nationalen

und internationalen Geschäftstätigkeit bietet

unzählige Möglichkeiten. Das Unternehmen erkannte

schon immer sehr zeitig zukunftsträchtige

Chancen und entwickelt daraus mit dem gewissen

Fingerspitzengefühl rasch Ideen, die durch ein einsatzfreudiges

starkes Team erfolgreich umgesetzt

werden. Bei all dem Erfolg steht für die Familie

Lindner eines fest: „Wir sind stolz auf das, was

alle Mitarbeiter täglich gemeinsam leisten und wir

werden auch in Zukunft ein 100 %-iges Familienunternehmen

bleiben.“

n

Mehr Infos: www.Lindner-Group.com

30 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 31


Handwerk: Entholzner

Handwerk: Entholzner

„Wir müssen Fleiß wieder mehr belohnen“

Handwerk l Kreishandwerksmeister Hans-Peter Entholzner ist im Hauptberuf Inhaber der Schreinerei Entholzner in Kirchdorf am Inn,

die Schwesterunternehmen Domini Design GmbH und MOBOXO GmbH sind außerdem mit patentierten Produkten auf dem Markt, die

auch online erhältlich sind. Hier im Gespräch mit WirtschaftsLEBEN – u. a. über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Nachwuchsgewinnung

und die notwendige Wiederaufwertung der alten Tugend Fleiß.

Herr Entholzner, Ihr Betrieb hat sich über Jahre blendend

entwickelt, dazu das zeitaufwändige Ehrenamt

als Kreishandwerksmeister. Wissen Sie noch, wie man

Freizeit schreibt?

Freizeit ist wichtig zum Regenerieren. Sie ist die Grundlage

für die Leistungsfähigkeit im Beruf. Mit zunehmendem

Alter – ich werde im Juni 59 – werden Erholungsphasen

vor allem an den Wochenenden wichtig.

Und das Familienleben?

Handwerksbetriebe sind immer dann am erfolgreichsten,

wenn sich auch der Ehepartner in die Firma

einbringt. So ist es auch bei uns. Meine Frau ist für

die Auftragsabwicklung bei Moboxo und der Mobilo

Box verantwortlich sowie für die Lohn- bzw. Finanzbuchhaltung.

Außerdem hält Sie mit Ihrer positiven Ausstrahlung

auch die Kunden bei Laune, die mal länger

warten müssen. Unsere beiden Kinder sind mittlerweile

erwachsen. Als die Kinder klein waren, hatten wir viel

mehr Zeit, weil wir von meiner Mutter und meinem

Vater, von denen wir die Firma übernommen hatten,

tatkräftig unterstützt wurden. Diese Zeit haben wir alle

sehr genossen.

Sie haben mit Moboxo und Mobilo Box zwei innovative

Produktlinien entwickelt – muss man im Handwerk

heute Erfinder sein, um herausragenden Erfolg zu haben?

Mit Moboxo und der Mobilo Box haben wir zwei Serienprodukte,

für die wir im Schnitt fünf Mitarbeiter abstellen

müssen. Außerdem haben wir vier Meister, die

Aufträge von vorne bis hinten selbstständig durchziehen

und Mitarbeiter binden. So erreichen wir eine hohe

Qualität und Kundenzufriedenheit. Im Prinzip haben wir

vier kleine Schreinereien in einer großen vereint und

können auch größere Aufträge abwickeln.

Aus den Entwicklungsaktivitäten hat sich ihre zweite

Firma Domini Design GmbH entwickelt, ist das die Zukunft

des Handwerks: Design und kreatives Gestalten

in hoher Qualität?

Erfindungen sind nicht planbar. Sie sind das Ergebnis

kontinuier licher und beharrlicher Entwicklungsarbeit.

Wenn die Erfindungen tatsächlich zu marktfähigen

Produkten führen wie bei uns, hat man den ersehnten

Erfolg. Besondere Leistungen sind aber immer mit

überdurchschnittlichem Einsatz verbunden. Das ist im

Beruf nichts anderes wie im Sport.

Gutes Design entsteht bei uns immer aus der Funktion

heraus. Neue Funktionen werden überall gebraucht. In

der Büro- und Arbeitswelt genauso wie im Wohnbereich.

Bereits im Anfangsstadium von Entwick lungen

haben wir immer auch das Design im Auge. Nur wenn

Funktion und Form passen, haben Produkte eine Marktchance.

Kann man heute noch klare Grenzen zwischen Handwerk

und Industrie ziehen?

Handwerk ist individuell, wendig, anpassungsfähig,

hungrig und kann damit sehr schnell auf veränderte

Kreishandwerksmeister Hans-Peter Entholzner

„Besondere Leistungen sind aber

immer mit überdurchschnittlichem

Einsatz verbunden. Das ist im

Beruf nicht anders als im Sport.“

Kundenanforderungen eingehen. Industrie bedeutet für

mich Fließband, Serie, Stückzahl. Dies wiederum führt

zwangsläufig zu Behäbigkeit. Entwicklungen dauern

in diesen Strukturen sehr lange. Aktuelles Beispiel die

Elektro mobilität.

Alle klagen über Nachwuchsmangel – Handwerker in

der Region Rottal-Inn auch?

Großes Bild: Die MOBILO

BOX 63 Classic ist eine von

mehreren Varianten des

patentierten klappbaren

Werkzeugkastens. Inneneinteilung

und Werkzeugsortiment

wurden für die

Anforderung auf Montage

ausgelegt. Hier ist

ausreichend Platz für

einen leistungsfähigen

Akku-Schrauber inkl. Ladegerät

und Ersatzbatterie.

Der Nachwuchsmangel ist überall. Wenn man aber in

die Ausbildungsarbeit eine kontinuierlich hohe Qualität

reinsteckt, bekommt man immer noch den Nachwuchs,

den man benötigt.

Sehen Sie Chancen auf Abhilfe durch Zuwanderung

bzw. Flüchtlinge?

Zuwanderung aus unseren südlichen und östlichen

Nachbarländern – aktuell vor allem vom Balkan – funktioniert,

weil die Menschen unbedingt wollen. Und die

schaffen es auch, weil ihre Grundausbildung und ihre

Grundeinstellungen passen. Mit den Flüchtlingen aus

Afrika und den arabischen Staaten funktioniert es nach

meiner Erfahrung nicht so gut, wobei es natürlich immer

Ausnahmen geben kann.

Wie wichtig ist gute Schulbildung fürs Handwerk heute?

Eine breite praxisgerechte Schulbildung ist für uns elementar.

Sehr wertvoll für Schüler und Handwerksbetriebe

sind dabei die Praktikumswochen.

„Durch den Einsatz von CNC-

Maschinen konnten wir in unserer

Firma in den letzten 30 Jahren

unsere Produktivität fast verdoppeln.

CNC-Maschinen sind

mittlerweile auch bei den

Kleinbetrieben Standard.“

Gerti Entholzner, verantwortlich für die Auftragsabwicklung

bei Moboxo und der Mobilo Box sowie

für die Lohn- bzw. Finanz buchhaltung.

Bilder oben: Das Betriebsgelände und Eindrücke

aus der Produktion.

Die Automatisierung breitet sich auch im Handwerk

aus. Wann und wo übernehmen Roboter?

Durch den Einsatz von CNC-Maschinen konnten wir in

unserer Firma in den letzten 30 Jahren unsere Produktivität

fast verdoppeln. Ich bin sicher, dass dieser

Prozess in den nächsten 30 Jahren in der gleichen Geschwindigkeit

weitergeht. In den größeren Handwerksbetrieben

gehören solche Automaten mittlerweile dazu.

Vor allem in der Oberflächentechnik. CNC-Maschinen

sind mittlerweile auch bei den Kleinbetrieben Standard.

In welchen Bereichen sehen Sie für das Handwerk eine

besonders rosige Zukunft?

Seit 2010 erlebt das Handwerk einen regelrechten

Boom der sicher noch viele Jahre anhalten wird.

Geht es allen Branchen gut, oder gibt es auch Sorgenkinder

und den Handwerksbereichen im Rottal?

Sehr gut geht es den technischen Berufen, den Bauund

Ausbauberufen. Schwieriger ist es aktuell nur im

Metzger- und Bäckerhandwerk.

Ist Handwerk immer noch durchgängig Männersache?

In den letzten 50 Jahren ist der Anteil der Frauen ständig

gestiegen. Auch dieser Trend wird sich fortsetzen.

Was haben die Betriebe eigentlich von einer Mitgliedschaft

in der Kreishandwerkerschaft?

Wir Betriebe brauchen eine starke Vertretung unserer

Interessen. Um nicht abgeschnitten zu sein, ist die Mitgliedschaft

in der jeweiligen Innung und im Verband für

uns unabdingbar. Es geht um Lobbyarbeit, Marketing

für Branchen und Betriebe, branchenspezifische Tarifverträge,

Berufsbildung usw.

Augenzwinkerfrage: Was würden Sie ändern, wenn Sie

Bundeskanzler wären?

Wir müssen wieder mehr denn je Fleiß belohnen, in allen

Bereichen und in allen Facetten, damit der erreichte

Wohlstand in Deutschland erhalten werden kann. n

Über die Schreinerei Entholzner

1954 machte sich Hans Entholzner mit

einer Schreinerei in Kirchdorf am Inn

selbstständig. Sein Sohn Hans-

Peter war von klein an dabei und

übernahm offiziell 1998. Heute ist

die dritte Generation am Start.

Bereits 1989 wurde die Schreinerei

im örtlichen Gewerbegebiet auf 5.000 qm

erweitert.

Das Unternehmen Domini Design GmbH

ist Ausgründung, die sich heute mit dem

Bau von funktionalen und attraktiven

Möbeln und prozessorientierten

Arbeitsmitteln befasst.

Auszeichnungen

Bayerischer Staatspreis 1998 und 2007

IF Product Award 2013

German Design Award 2014

32 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 33


Service: KPWT

Service: KPWT

Fokus: Unternehmensnachfolge

KPWT Kirschner Wirtschaftstreuhand Aktiengesellschaft l Lebenswerke zukunftssicher machen. Unternehmen erfolgreich übergeben

und übernehmen: Das Thema Unternehmensnachfolge betrifft alle Betriebe früher oder später. Gut, sich rechtzeitig damit zu befassen.

Hier ein Leitfaden in 5 Schritten aus dem Hause KPWT.

Für einen mittelständischen Firmeninhaber

ist es eine schwierige Entscheidung: Wem soll

er einst sein Unternehmen übergeben, wann sich

von seinem Lebenswerk trennen? Die Unternehmensnachfolge

ist eines der interessantesten, aber

auch komplexesten Gestaltungsfelder von Unternehmen.

In diesem Gestaltungsfeld treffen neben

psychologischen vor allem betriebswirtschaftliche,

steuerliche, gesellschaftsrechtliche und erbrechtliche

Faktoren aufeinander.

Die optimale Organisation des Generationenwechsels

bei einem Unternehmen – sei es intern

oder extern – erfordert Zeit. Grundsätzlich sollte

ein Unternehmer sich spätestens fünf Jahre vor

der Übergabe des Unternehmens Gedanken über

die Ausgestaltung machen. Die optimale Gestaltung

des Generationenwechsels kann dabei in fünf

Schritte unterteilt werden.

Schritt 1: Strategische Planung

Definieren Sie für sich und zusammen mit

Ihrer Familie die Ziele, die Sie mit der Übergabe

des Unternehmens erreichen wollen. Planen Sie

von Beginn an schriftlich und mit Zeitvorgaben.

Mögliche Fragestellungen dabei sind:

• Welche Alternativen und Optionen kommen

für Sie in Frage? Scheidet ein Unternehmensverkauf

für Sie von vorneherein aus?

• Was soll übergeben werden

(z. B. Gesamtvermögen, Anteile, etc.)?

• Wer kommt für Sie als möglicher Nachfolger

in Frage (familienintern oder extern)?

• Wollen Sie selbst einen möglichen

Nachfolger einarbeiten? Wenn ja, wie lange

soll diese Einarbeitungsphase dauern?

• Welchen Einfluss wollen Sie weiterhin

auf das Unternehmen haben (z. B. Berater,

Aufsichtsrat, Beirat o. Ä.)?

• Wann wollen Sie das Unternehmen

übergeben (z. B. zu einem bestimmten,

ggf. altersbedingten Anlass)?

• Was wollen Sie nach der Übergabe tun (z. B.

Engagement in Ehrenämtern, Berufsverbänden,

Aufsichtsräten, Parteien, Hobbys, etc.)?

• Entwickeln Sie gemeinsam mit Ihren

Beratern und ggf. auch zusammen mit dem

potenziellen Nachfolger eine Übergabestrategie

und legen Sie einen konkreten

Fahrplan fest, der Ihre Ziele widerspiegelt.

Schritt 2: Nachfolgeentscheidung

Kernpunkt bei der Entscheidung über ein

Nachfolgemodell ist die Frage nach einem geeigneten

Nachfolger. In einer Vielzahl der Fälle

wünschen sich die Firmeninhaber ihre Tochter /

ihren Sohn als Nachfolger. Neben der emotionalen

Komponente wird dabei häufig die fachliche und /

oder persönliche Qualifikation zur Führung eines

Unternehmens vollkommen außer Acht gelassen.

Stellen Sie sich die Frage, ob nicht vielleicht andere

Personen besser für Ihre Nachfolge geeignet

Optimale Gestaltung – Nachfolge in 5 Schritten

sind (z. B. Personen aus dem Gesellschafterkreis,

leitende Mitarbeiter, externe Personen, etc.)? Versuchen

Sie dabei so objektiv wie möglich zu sein

und beurteilen Sie die fachlichen und menschlichen

Qualifikationen, die Sie für notwendig erachten,

um das Unternehmen in der Zukunft erfolgreich

zu führen.

Bei einem externen Nachfolgemodell bzw.

Verkauf des Unternehmens ist insbesondere darauf

zu achten, was (komplettes Unternehmen,

geschlossene Unternehmensteile, Anteile) und an

wen verkauft werden soll (z. B. Gesellschafterkreis,

Marktkonkurrent, Mitarbeiter). Grundsätzlich

kann derzeit von einem sehr guten Marktumfeld

für M&A-Transaktionen im deutschen Mittelstand

gesprochen werden. Nicht nur die strategischen

Marktteilnehmer stehen mit hohen Liquiditätsreserven

bereit, sondern auch Finanzinvestoren

sind aufgrund attraktiver Fremdfinanzierungen

derzeit unter Umständen bereit, hohe Kaufpreise

zu bezahlen. Die Unternehmensbewertungen bewegen

sich in vielen Branchen derzeit auf einem

nachhaltig hohen Niveau. Allerdings erwarten die

Wirtschaftsforschungsinstitute für 2019 bereits

eine Abschwächung des Wachstums.

Schritt 3: Optimierung

In der Optimierungsphase geht es darum, die

Übertragung des Unternehmens sowohl für den

Firmeninhaber als auch für den Nachfolger bestmöglich

zu gestalten. Hierbei können insbesondere

folgende Aspekte eine Rolle spielen:

• Ermittlung / Festlegung des

Unternehmenswerts

• Art der Übertragung (z. B. Erbfolge,

Schenkung, Verkauf)

• Rechtsform des Unternehmens vor

und nach der Übertragung

• Steuerliche Auswirkungen / Gestaltungsspielräume

• Rechtliche Fragen (z. B. Vertragsgestaltung,

Haftung, Arbeitsrecht)

• Weitere Einbindung des übergebenden

Unternehmens (z. B. Berater, Beirat)

• Strategische Ausrichtung des Unternehmens.

Im Hinblick auf die steuerlichen Auswirkungen

bzw. Gestaltungsspielräume sind bei

einer Erbfolgeregelung insbesondere die Verschonungsregelungen

des ErbStG von wesentlicher

Bedeutung. Dabei spielen vor allem die Aspekte

Unternehmensgröße, Verwaltungsvermögen und

Lohnsummenkontrolle eine wichtige Rolle. Auch

die regelmäßige Ausnutzung von Freibeträgen ist

zu beachten. Die Weichen für einen optimalen, die

Steuerbelastung für alle Beteiligten minimierenden

Übergang sollten dabei frühzeitig gestellt werden.

Schritt 4: Übergabe / Übernahme

Eine Unternehmensnachfolge ist ein Gemeinschaftsprojekt.

Ob das Unternehmen erfolgreich

weiterbestehen kann, hängt natürlich in erster

Linie von den unternehmerischen Fähigkeiten des

Nachfolgers ab. Gerade in der Übergabephase

(Einarbeitung des Nachfolgers, Beratertätigkeit

des Firmeninhabers) bis zur endgültigen Übergabe

des Unternehmens haben aber auch der Firmeninhaber,

die Mitarbeiter und Geschäftspartner in

einem erheblichen Maße Einfluss darauf, ob die

Nachfolge nahtlos und erfolgreich vonstatten geht.

Schritt für Schritt sollte in der Übergabephase

auch die Nachfolge an Mitarbeiter und Geschäftspartner

kommuniziert werden. In dieser Phase

kann sich der Nachfolger die Erfahrungen des Firmeninhabers

zunutze machen, denn dieser kennt

den spezifischen Markt mit allen Risiken, kann

z. B. vor bestimmten Kunden warnen oder seine

Erfahrungen mit Lieferanten weitergeben. Allerdings

muss der Nachfolger auch lernen seine Entscheidungen

eigenständig zu treffen. Im Idealfall

lässt der Vorgänger nur auf Wunsch und Nachfrage

seine Erfahrungen einfließen.

Regelmäßig auftretenden Interessenskonflikten

sollte dabei durch ein hohes Maß an Offenheit

und Kommunikationsfähigkeit beider Parteien begegnet

werden. Gerade bei externen Nachfolgern

kann es dabei sinnvoll sein, regelmäßig Feedback

einzuholen oder zur besseren Einschätzung der

Situation sachverständige Dritte zur Unterstützung

einzubeziehen. Die Bereitschaft, seinen eigenen

Anteil an einem Interessenskonflikt zu erkennen

und daran zu arbeiten, ist häufig Voraussetzung

für dessen Lösung.

Schritt 5: Nach dem Wechsel

Nach der endgültigen Übergabe kann der ehemalige

Firmeninhaber dem Nachfolger weiterhin

als Berater o. Ä. im Hintergrund zur Verfügung

stehen. Die Tätigkeit sollte sich aber auf einen vereinbarten

Zeitrahmen begrenzen. Der ehemalige

Firmeninhaber sollte sich nach und nach verstärkt

seiner persönlichen Zukunft, z. B. als Privatinvestor

oder Privatier widmen.

Für den Nachfolger ist es nun endgültig an der

Zeit, seine eigenen Konzepte und Vorstellungen für

das Unternehmen einzuleiten bzw. umzusetzen.

Dabei können insbesondere folgende Aspekte eine

Rolle spielen:

• Änderung des Produkt- bzw.

Dienstleistungsangebots

• Innovationsmanagement

• Expansion in neue Märkte /

Internationalisierung

• Optimierung der Geschäftsprozesse.

Und beachten Sie: nach der Weitergabe ist

vor der Weitergabe! Auch der Nachfolger sollte

sich bereits frühzeitig Gedanken um seine Zukunft

machen.

Gerne gestalten wir mit Ihnen gemeinsam das

Übernahmekonzept und finden mit Ihnen in allen

Phasen der Unternehmensübergabe für Sie die

richtige Lösung.

n

Albert Schick

Wirtschaftsprüfer,

Steuerberater

Vorstand KPWT

Collin Späth

Wirtschaftsprüfer,

Prokurist KPWT

KPWT begleitet Sie.

Kompetent. Einfach. Nah.

Die Qualität einer Beratungsleistung ist

eine Frage der richtigen Entscheidungen

und Verbindungen. Dies gilt für das Zusammenspiel

zwischen Steuern, Wirtschaft

und Recht ebenso wie für ein aktives

Beraternetzwerk. Bei KPWT leben wir

dieses Netzwerk und haben uns zum Ziel

gesetzt, über die eigentliche Beratungstätigkeit

hinaus zu denken und Verbindungen

für unsere Kunden zu schaffen,

von denen sie nachhaltig profitieren.

Wir erkennen Potenziale und führen

Banken, Kapitalgeber und Unternehmen

zusammen, um Erfolg und Mehrwert zu

generieren. Dabei begleiten wir unsere

Mandanten mit einer Wirtschaftsprüfung,

die Chancen entdeckt, und mit einer

Steuerberatung, die über den Jahresabschluss

hinaus wirkt. Mit einer Unternehmerberatung,

die Potenziale erschließt,

und einer Rechtsberatung, die langfristig

auf Sicherheit setzt. Das alles

mit einem Partner, aus einer

Hand, persönlich und nah.

Unser Leistungsspektrum:

• Wirtschaftsprüfung

• Steuerberatung national / international

• Finanz- und Lohnbuchhaltung

• Unternehmerberatung: Planung,

Controlling, Kostenrechnung,

Finanzierungslösungen,

Unternehmenskäufe und -verkäufe

• Rechtsberatung.

Unser umfassendes Beratungskonzept

bringt Ihnen Vorteile und verschafft uns

einen klaren Wettbewerbsvorteil. Durch

unser Netzwerk unter dem Dach der

KPWT-Gruppe verfügen wir über ein

umfangreiches Spezialwissen, das jeder

unserer Berater projektbezogen nutzen

kann. Wir kombinieren damit die Vorteile

einer kleinen, flexiblen Beratungseinheit vor

Ort mit denen einer großen Gruppe. Dabei

bleibt Ihr persönlicher Berater Ihr erster

Ansprechpartner – in steuerlicher, betriebswirtschaftlicher

und rechtlicher Sicht.

Die KPWT Eggenfelden mit den Niederlassungen

in Burghausen und Altötting

beschäftigt derzeit mehr als 30 Mitarbeiter,

zu denen 10 Wirtschaftsprüfer

und Steuerberater zählen. Wir betreuen

zahlreiche Unternehmen, Gewerbetreibende,

Freiberufler und Privatpersonen

in der Region und darüber hinaus.

KPWT Kirschner Wirtschaftstreuhand

Aktiengesellschaft – Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Steuerberatungsgesellschaft

Im Schlosspark Gern 1

84307 Eggenfelden

Telefon: 08721 9611-0

Fax: 08721 9611-55

Mail: info@kpwt-eg.de

34 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 35


Bauwirtschaft: A.S.T. Sommer

Bauwirtschaft: A.S.T. Sommer

Von der Garage zum Kompetenzzentrum

mit Online-Shop

Bauunternehmen l Die Akustik-, Stuck- und Trockenbau Sommer GmbH in Kirchdorf/Inn ist ein leistungsstarkes Familienunternehmen,

gestartet vor bald 30 Jahren im Trockenbau, heute mit vielfältigem Leistungsspektrum und spezialisiert auf Akustik, Stuck und

Brandschutz. Das Unternehmen präsentiert sein ganzes Angebot in einem modernen Kompetenzzentrum, das von Angeboten zur

Raumausstattung bis hin zum Fachmarkt alles bietet, was man für Innenausbau und Trockenbau allgemein braucht.

A.S.T. Sommer in Kirchdorf/Inn ist ein leistungsstarkes

Familienunternehmen auf dem Weg

in die 2. Generation, relativ jung also noch. Gegründet

1989 von Heinrich und Hildegard Sommer

als Trockenbau-Unternehmen hat A.S.T. Sommer

seine Kompetenzen kontinuierlich erweitert und

legte ein rasantes Wachstum auf heute knapp 70

Mitarbeiter hin. Das Team besteht aus engagierten

und bestens ausgebildeten Fachspezialisten.

Neben dem Gründerehepaar sind heute Sohn

Christian und Tochter Michaela schon dabei, und

deren Sohn Niklas macht gerade eine Lehre als

Trockenbaumonteur.

Das Leistungsspektrum umfasst heute über

den standardmäßigen Trockenbau hinaus vor

allem Innenausbau und Raumausstattung, inklusive

Akustik und Stuck aber auch Brand- und

Schallschutz sowie Beschattungen und Markisen.

Mittlerweile hat sich A.S.T. Sommer auch mit der

Übernahme von Projektleitungen einen Namen gemacht,

um für den Bauherrn die einzelnen Gewerke

zu koordinieren.

Die Kunden kommen aus dem privaten, gewerblichen

und öffentlichen Sektor, und abgewickelt

werden Projekte jeglicher Größenordnung,

vom kleineren Umbau bis hin zur Großbaustelle.

Familie Sommer (v. li.): Michaela, Heinrich, Hildegard, Christian. Unten: Ein Teil des Teams.

Dabei ist A.S.T. Sommer mit rund 25 modernen

Montagefahrzeugen im gesamten deutschsprachigen

Raum unterwegs und immer bemüht, alle Aufträge

auf höchstem Qualitätsniveau zu erledigen.;

inklusive Überwachung aller Arbeitsprozesse: die

Einhaltung von Vorschriften und Qualitätsstandards

erfolgt durch eigene Fachspezialisten.

Die aktuelle Referenzliste kann sich sehen

lassen, Auszug: Zugspitze Bergstation (Brandschutzverkleidungen,

Nassräume, Wände, Decken,

Speisesaal), Zugspitze Talstation (Streckmetalldecken),

Residenz München (Gelbe Treppe), Museum

der Bayerischen Geschichte in Regensburg

(Wände, Vorsatzschalen, Brandschutzschachtwände,

STO-Akustikdecken und Wandverkleidungen),

Haus der bayrischen Wirtschaft (Veranstaltungsraum,

Vorsatzschalen, Akustikdecken)

Der Firmenstandort in Kirchdorf wurde – nachdem

es einmal in der Garage begonnen hatte –

immer wieder erweitert und in den vergangenen

Jahren zu einem beeindruckenden Kompetenzzentrum

ausgebaut. Heute erwarten den Besucher

auf dem 15.000 qm großen Gelände ein exklusives,

ca. 400 qm großes, modernes Ausbaustudio, das

eine exklusive Auswahl an Markisen und Rollläden

und vor allem Böden bietet; wobei insbesondere

großflächige Auslagen von Parkettbelägen ein besonderes

Ausstellungserlebnis garantieren.

Zusätzlich hat A.S.T. Sommer starke Partner,

wie den Küchenspezialisten „planküchen“, integriert.

Zuverlässige Betriebe aus den Bereichen

Sanitär und Bauwesen sollen noch dazu kommen,

sodass der Kunde von Synergien profitiert und bei

A.S.T. Sommer umfassende Beratung und Planung

aus einer Hand bekommt. Selbstverständlich stehen

kompetente Fachberater stets mit Rat und Tat

zur Seite.

Zum Kompetenzzentrum gehören auch ein

Baustoffhandel sowie ein Fachmarkt für Werkzeuge

und Maschinen, der auf rund 400 qm

gleichermaßen die Ansprüche von Heimwerkern

und Fachbetrieben erfüllt – mit einem vielfältigen

A.S.T. Firmengebäude in Kirchdorf/Inn: Von hier aus sind die Teams mit rund 25 modernen Montagefahrzeugen

im gesamten deutschsprachigen Raum unterwegs.

Blick in den Ausstellungsraum.

Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH, Düsseldorf Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH, Düsseldorf

Sortiment, vom Akkuschrauber bis hin zu Formatkreissäge

und Gartengeräten stehen ca. 2.000 Produkte

zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis

zur Verfügung. Auch hier mit fachlicher Beratung,

versteht sich.

Und wer es lieber von zuhause aus macht: Bei

A.S.T. Sommer kann man schon seit 2016 auch bequem

online shoppen und liefern lassen. (Nähere

Infos und das komplette Sortiment unter www.

ausbaushop24.com).

Zum Thema Fachkräfte sagt Christian Sommer

schlicht „katastrophal“. A.S.T. Sommer sucht

z. B. händeringend einen Raumausstatter. Um

kompetenten Nachwuchs kümmert sich Familie

Sommer selbst. „Weil man sich die Fachkräfte

selber heranziehen muss.“ Ausgebildet wird zum

Trockenbaumonteur/in und zum Kauffrau/mann

für Büromanagement – in beiden Bereichen sind

Bewerber willkommen. Ganz nach Wunsch läuft

es dabei auch nicht. Derzeit sind fünf junge Leute

in Ausbildung. Ziel ist eigentlich, in jedem Ausbildungsjahr

drei Lehrlinge zu haben. „Wir suchen

also.“

Digitalisierung spielt sich bei Sommer vor allem

im Verwaltungsbereich ab. Derzeit wird eine

neue Software zur umfassenden Dokumentenverwaltung

in Betrieb genommen. Alle Vorgänge eines

Auftrages werden dann dokumentiert, bis hin zu

Briefwechsel und Bildern einzelner Arbeitsschritte.

Alle an der Abwicklung beteiligten haben dann

über Inter- oder Intranet einfachen Zugriff auf Informationen.

Auf der Baustelle selber sieht Sommer in

naher Zukunft keine Möglichkeiten zur Automatisierung,

abgesehen von diversen Fertigteilen. „Der

Rest ist handwerkliches Können, und das wird auf

absehbare Zeit auch so bleiben.

Gefragt, was ihn antreibe, quasi das ganze

Leben an der Firma auszurichten, sagt Sommer

Junior: „Es ist schön, wenn man sieht, was man

geschafft hat. Unser Fach ist so vielfältig; es

ist immer wieder spannend, neue Leute, neue

Herausforderungen, interessante Bauwerke, auch

historische ...“

n

Eines der aktuellen A.S.T. Sommer-Projekte:

Zugspitz-Bergstation und Talstation. Das Kirchdorfer

Unternehmen ist dort z. B. zuständig für

Brandschutzverkleidungen, Nassräume, Wände,

Decken, Speisesaal. Im unteren Bild ist die von

A.S.T. Sommer erstellte Streckmetalldecke

zu sehen.

36 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 37


Handel POLLOZEK

Handel POLLOZEK

Das Modehaus mit der

schönsten Dessousabteilung

Deutschlands

Modehaus POLLOZEK l Als der Gründer Hugo Pollozek einst mit Mode anfing, war noch

nicht mal der BH erfunden. Heute bekommt das herausragende Modehaus Preise für

eine der schönsten Dessous-Abteilungen Deutschlands und bietet insgesamt auf einer

Fläche von 8.000 qm ein faszinierendes Einkaufserlebnis.

Herr Pollozek, tragen Dessous entscheidend zum Umsatz

bei, oder ist das eher das Sahnehäubchen?

Pollozek: Bei der vorhandenen Größe kann von „Sahnehäubchen“

keine Rede mehr sein, schon eher Krönung.

Umsatzanteil?

Etwa zehn Prozent.

Wie kam es zu dieser herausgehobenen Stellung?

Der Großvater hat einen Großhandel aufgebaut und dabei

hatten wir schon einen großen Anteil an Dessous,

und unser Vater war auch in verschiedenen Ausschüssen

der Wäscheindustrie und in Entwicklungssgruppen

usw. dabei. Diese Kompetenz haben wir uns bei der

Umstellung auf Einzelhandel gleich zu Nutze gemacht.

Also mehr eine pragmatische Entscheidung?

Nein. Es ist natürlich ein sehr schöner Bereich, sehr

schöne Artikel. Man braucht allerdings viel Fachwissen,

im Einkauf genauso wie im Verkauf. Viele Kniffe, viele

Formen, wie was sitzen muss und wie es aussehen soll.

Es kommt sehr aufs Detail an, und es steckt mehr Innovation

drin, als mancher denkt. Mittlerweile werden z.

B. die Kanten mit Lasern geschnitten, damit sich nichts

mehr durchdrückt, dass man keine Nähte mehr hat

usw. All diese Aspekte machen die Arbeit damit zum

Vergnügen.

Wer fährt denn zu Ihnen, um Unterwäsche oder Dessous

zu kaufen. Wie weit fährt man da?

Wir haben nicht nur die größte solche Abteilung hier in

Niederbayern, sondern auch die höchste Kompetenz. Da

fährt man schon mal ein Stück.

Wir groß ist das Haupteinzugsgebiet?

Nach unserer Erfahrung bei etwa einer Stunde Fahrzeit.

Das heißt zwischen 60 und 80 Kilometern, je nach

Anbindung.

Das sind dann so die Eckpunkte Landshut, Deggendorf

Passau, Simbach und auch Oberösterreich?

Genau, das ist so etwa unser Radius

Wie kamen Sie zu dem Titel „beliebtestes Modehaus“?

Sind da Kunden befragt worden?

Nein, genauer gesagt, sind wir zum beliebtesten Geschäft

gewählt worden, und nein, es waren nicht Kunden,

es war eine unabhängige, öffentliche Umfrage im

Pfarrkirchener Raum.

Wie ist ihre Strategie in Sachen Online-Handel?

Wir haben – sehr früh für den Textileinzelhandel – vor

Jahren versucht, einen eigenen Shop mit aufzubauen.

Aber wir waren eigentlich zu früh. Es gab noch nicht

die Voraussetzungen in der Zusammenarbeit mit den

Herstellern. So waren die Kosten nicht in einem vertretbaren

Verhältnis zum Ertrag. Break-even in unklarer

Ferne. Drum haben wir das gestoppt und beschlossen,

uns auf unser Kerngeschäft zu konzentrieren, Fokus auf

Erlebnis- und Beratungsqualität.

Und die Zukunft?

Wir sind durchaus dabei, neue Wege zu gehen. Unser

Stichwort heißt „virtuelle Regalverlängerung“. So können

wir die Grenzen zwischen Online und Offline quasi

verschwinden lassen.

Was können wir uns darunter vorstellen?

Wir fangen gerade an, Schnittstellen zu den Lieferanten

zu schaffen. Konkret werden wir Tabletts auf den Verkaufsflächen

haben, wo wir auf die Lagerkapazitäten

der Lieferanten direkt zugreifen können.

Die „virtuelle Regalverlängerung“

schafft eine interessante

Synthese von Off- und Online.

Und dann?

Na ja, der Kunde kann dann zum Beispiel die Hose in

grün probieren und sagt, die gefällt mir zwar, aber gibt

es die auch in blau? Heißt: er kann die Hose anfassen,

anprobieren, wie sie passt etc. Mit Hilfe der Tabletts

können wir dann auf einen größeren Bestand zugreifen,

die gewünschte Farbe etwa für den Kunden bestellen

und direkt zu ihm nach Hause liefern lassen.

Klingt nach einer ziemlich perfekten Synthese von Offund

Online.

Genau. Es macht für den Kunden eigentlich von der

Auswahl her keinen Unterschied mehr.

Oben: Hausansicht Pollozeck. Die Kunden kommen

aus einem Radius von etwa einer Fahrstunde.

Gleichzeitig hat er aber die Beratung und das Einkaufserlebnis

...

Das sehe ich auch so. Denn gerade in der Mode sind die

Haptik und die Passform wichtig. Darum ja die hohen

Retourenquoten im reinen Online-Handel.

Und der, also der Online-Handel, ist für Sie im Moment

nicht das Thema?

So ist es, das können andere besser. Wobei wohl die

Anfangseuphorie schon etwas verflogen ist.

Wie das?

Naja, die prognostizierte Break-even-Kurve des Online-

Handels wurde all die Jahre immer weiter nach hinten

gestreckt. Anfangs war noch von drei Jahren die Rede,

dann hieß es nach fünf bis sieben Jahre, dann waren

es zehn. Heute legt sich kaum noch ein Institut fest.

Reden wir doch kurz über Zalando, Outfittery & Co ...

Da haben wir im Moment eine extreme Wettbewerbsverzerrung.

Gerade die Genannten tragen sich ja überhaupt

noch nicht selbst, brauchen immer wieder neues

Kapital.

Wegen der Verluste zahlen sie kaum Steuern. Dass sie

irgendwann mal Ausschüttungen schaffen, ist im Moment

nicht viel mehr als eine Hoffnung. Und wo genau,

in welchem Land, sie dann gegebenenfalls Steuern be-

Unten: Die Dessous-Abteilung ist wiederholt zu

einer der schönsten in Deutschland gekürt worden.

zahlen, lässt sich heute auch nicht sagen.

Dazu kommt, dass sie die Mitarbeiter nicht ordentlich

bezahlen und behandeln. Geduldet wird es trotzdem.

Gleichzeitig haben diese Online-Händler 24 Stunden an

sieben Tagen die Woche und 365 Tagen im Jahr geöffnet

...

Das ist der Punkt. Da herrscht keine Chancengleichheit.

Eigentlich ist da die Politik gefordert, faire Rahmenbedingungen

zu schaffen.

Wie sollte das konkret aussehen?

Gerade die Ladenöffnungszeiten sind ja ein Punkt, der

relativ einfach zu korrigieren wäre. Die Online-Umsätze

weisen am Sonntag Spitzen aus.

Heißt, Sie würden eine Sonntagsöffnung grundsätzlich

befürworten?

Ich bin der Meinung, das sollte man jedem Inhaber

selbst überlassen.

Es geht aber nicht nur um den Sonntag. Für uns

z. B. sind Abend-Events ein großes Thema. Da ist aber

Umsatz Fehlanzeige.

Weil Sie zwar schöne Events machen, aber dabei nicht

verkaufen dürfen ...

Eben, aber genau das müsste eigentlich Hand in Hand

gehen. Das könnte man schon deutlich flexibler ma-

Oben: Bei einer Pollozek-Modenschau ist das Haus voll. Unten: Die Brüder Roman (re.) und Fabian

Pollozek führen die Geschäfte. „Weg vom Warenversorger, hin zum Freizeitgestalter.“

chen. Wenn bei unserer Modenschau das Haus voll ist,

das ist ja ein Erlebnis, ein Freizeitwert für den Kunden,

und kein Powerselling.

Merken sie konkret, dass Ihnen Online Umsatz wegnimmt?

Was wir feststellen: Man muss wesentlich mehr Aufwand

betreiben, um sich Frequenz zu schaffen. Einfach

den Laden aufzusperren und dann zu hoffen, dass die

Kunden kommen, die Zeiten sind schon lang vorbei.

Wir haben uns daher frühzeitig Gedanken gemacht,

wo können wir ansetzen. Was müssen unsere USP,

was unsere Kernkompetenzen sein. Und natürlich: Wie

behalten wir die Kosten im Griff? Das sind unsere Stellschrauben.

„Das Ladenschlussgesetz

zementiert eine Chancenungleichheit

gegenüber

dem Online-Handel.“

Ihr USP, das sind Beratung, das Erlebnis ...?

Wir sind unterwegs – weg vom Warenversorger, hin

zum Freizeitgestalter. Wir müssen mit Events punkten,

mit einem tollen Ambiente, mit Überraschungen auf der

Fläche. Und natürlich das Sortiment möglichst genau

für den Kunden passend machen.

Woher wissen Sie, was Ihr Kunde will?

Da ist die Digitalisierung ein Segen. Man kriegt sehr

direkt Kunden-Feedback; wenn ich mir anschaue, was

wir über Facebook Feedback bekommen, über Google,

oder direkt, wenn uns Kunden anschreiben ... Dadurch

ist man heute viel näher am Kunden als früher.

Es gibt jetzt auch eine Pollozek-App.

Ja, weil wir auch hier in eine neue Zeit gehen, weg

von der Plastik-Karte. Und auch da kann man seine

Einkäufe bewerten. Und wir nehmen diese Kundenbewertungen

sehr ernst.

Insgesamt, die ganzen sozialen Netzwerke: Wenn man

das gut macht, hat man auch eine ganz andere Sichtbarkeit

als früher, wo es nur die Zeitung gab.

Experten prophezeien ja ein raumgreifendes Sterben

im Einzelhandel ...

Wer sich nicht verändert, den wird es einfach nicht

mehr geben.

u

38 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 39


Handel POLLOZEK

IT-Branche: Hard- und Software GmbH

Online ist die Zukunft?

Nicht „die“ Zukunft, aber wir müssen damit klarkommen.

Es prophezeien ja auch Experten, dass 90 % der

reinen Online-Händler wieder verschwinden werden,

weil sie keinen Break-even erreichen.

90 Prozent? In der Modebranche oder allgemein?

Allgemein, die reinen Onlinehändler. Und das ist eine

ernstzunehmende GfK-Prognose.

Das heißt, das Heil liegt in der Kombination?

Ich denke schon. Der Markt reguliert sich nach jedem

Ausschlag auch wieder in irgendeiner Mitte. Wir wollen

„Wer nicht aus Freude

an der Sache dabei ist,

ist falsch bei uns.“

dabei sein, wenn die Kunden sich wieder stärker auf

attraktiven Einzelhandel konzentrieren.

Was ist, vom Online-Handel abgesehen, für Ihr Unternehmen

die größte Herausforderung?

Wir stellen uns immer wieder die Frage: Wie fühlt sich

unser Kunde? Geht er mit mehr positiver Energie aus

unserem Geschäft wieder raus als er gekommen ist?

Diesen positiven Kontakt immer aufrecht zu halten und

neu zu gestalten, das ist die eigentliche Herausforderung.

Man hat nur eine Chance, wenn der Kunde ins

Haus kommt, wenn man die vergeigt ...

Das hängt doch vor allem an guten Mitarbeitern. Wie

motivieren Sie die? Umsatzprovision gibt es ja nicht,

Die GfK prognostizierte, dass

etwa 90 % der reinen Online-

Händler es auf Dauer nicht

schaffen werden.“

kann man auf ihrer Homepage lesen. Das sei „entspannend“.

Wie also sonst motivieren Sie?

(Lacht) Punkt eins ist: unsere Kunden dürfen und sollen

Vertrauen zu uns haben. Dazu gehört eine ehrliche Beratung,

die nicht auf den Umsatz schielt, sondern sich

voll auf den Kunden einlassen kann.

Zweitens glauben wir, dass ohne Provisionen das Betriebsklima

besser ist.

Reicht das als Motivation? Sind Ihre Leute einfach aus

Freude an der Sache dabei?

Müssen sie. Sonst sind sie falsch bei uns. Dabei ist es

wichtig, dass die Unternehmensführung das vorlebt.

Man muss für eine Sache brennen, man muss Lust darauf

haben. Die Motivation muss von innen raus kommen

und nicht vom Gehaltszettel.

Vom Schneidereibedarf zum Modekult

Das Unternehmen POLLOZEK wurde

ursprünglich 1882 in Schlesien als

Handel für Schneidereibedarf gegründet

und hat seinen Sitz seit 1945 in Pfarrkirchen.

Zunächst Großhändler, hat sich

POLLOZEK Anfang der 1990er zum

Einzelhandelsunternehmen transformiert.

Seitdem ist das Mode & Lifestyle Haus

kontinuierlich auf 8.000 qm Verkaufsfläche

gewachsen. Rund

50.000 Stammkunden

werden von 130 Mitarbeitern

mit 350

weltbekannten Marken

betreut. Geschäftsführer

sind die Brüder Fabian

und Roman Pollozek

in der 5. Generation.

Bei POLLOZEK erlebt

man großzügige, klar

designte Flächen,

eine übersichtliche Anordnung der verschiedenen

Stil- und Lifestylewelten,

genügend Platz zum gemütlichen Beisammensitzen

und Inspiration auf jedem

Schritt, insgesamt ein unverwechselbares

Ladenkonzept. Dabei sieht POLLOZEK

Alle reden von Fachkräftemangel. Stehen die Leute bei

Ihnen Schlange?

Sagen wir so: Mit Fachkräftemangel, haben wir auch zu

tun. Dass wir Mitarbeiter bekommen, die davor in der

Modebranche schon groß geworden sind, das kommt

kaum vor.

An Bewerbungen fehlt es uns aber nicht. Das sind

hauptsächlich Quereinsteiger, die wir dann qualifizieren,

die wir aufbauen, auf Schulungen schicken, bis sie das

Beratungsniveau und das Modeverständnis haben, das

wir wollen und leben.

Heißt das, da bewerben sich Leute, die – sagen wir

Bäckereifachverkäufer – gelernt haben, aber irgendwie

ein Faible und Begeisterung für Mode haben ...?

Etwa so kann man sich das vorstellen, ja.

Thema Migranten, Flüchtlinge ...?

Die meisten unserer Mitarbeiter kommen hier aus Bayern,

aber wir haben viele tolle Mitarbeiter mit Migrationshintergrund.

Russland ist vertreten, Spanien, Syrien,

Kroatien, Bosnien, Kosovo, Tschechien, Kasachstan ...

Wir sind beeindruckt.

Uns ist erst mal egal, wo die Person herkommt, der

Mitarbeiter muss eine Freude an der Mode haben, den

Einsatz und die soziale Kompetenz mitbringen; und natürlich

sind für eine Beratung im Verkauf gute Deutschkenntnisse

unverzichtbar. Auch wenn wir durchaus mit

Mitarbeitern starten, die noch nicht perfekt deutsch

sprechen, wenn alle anderen Voraussetzungen erfüllt

sind.

Wenn man in so einen Betrieb hineingeboren wird ...

Kann man da überhaupt auch einen anderen Weg gehen?

Ich glaube, man muss die Möglichkeit haben, sonst wird

seine Hauptaufgabe darin, eine Auswahl

an trendigen Produkten erlesenen Geschmacks

auf vielen Messen auszusuchen

und im Haus anregend zu präsentieren.

So besucht man als Kunde verschiedene

Welten: Mode und Dessous, Düfte und

Accessoires, Wohnaccessoires und viele

Geschenkideen, sowie ein Beauty-Institut.

Im Herzen des Hauses:

ein großer Lichthof mit

einem 15 m hohen Urwaldbaum,

unter dessen

Blätterdach ein großer

provenzalischer Bauerntisch

mit buntem Gestühl

zum Verweilen einlädt.

An manchen Tagen

erlebt der Ruhe stiftende

Baum gesellige Betriebsamkeit:

Dann ruft

POLLOZEK zur großen

Fashion-Show, zur After-Work-Party, zur

Weinverköstigung oder Dessous-Modenschau.

„Wir wollen unseren Kunden ein

Erlebnis neben den schönen Produkten

bieten und alle Sinne unserer Kunden

ansprechen“, sagt Fabian Pollozek.

man da nicht glücklich. Bei uns war es auf jeden Fall so,

wir hatten die freie Wahl, was wir machen.

Wir sind ja insgesamt fünf Geschwister, und es war

uns immer freigestanden, in welche Richtung wir gehen

wollen.

Sie führen das Unternehmen jetzt zusammen mit Ihrem

Bruder Fabian. Die anderen drei machen was ganz

anderes?

„Die eigentliche Herausforderung

ist, den positiven Kontakt zum

Kunden aufrecht zu halten und

immer wieder neu zu gestalten.“

So ist es. Und Fabian hat sich ja auch erst später entschieden

einzusteigen. Am Anfang war ich alleine.

Und für mich stand schon in ganz jungen Jahren eigentlich

nichts anderes zur Debatte. Schon mit 13 habe

ich immer wieder hier in der Firma gearbeitet, hab jede

Abteilung durchgemacht. Mir hat das schon immer

sehr gut gefallen, die Mode und das Drumherum: Selbst

gestalten, Ideen einbringen und umsetzen. Die Frage,

ob ich was anderes machen möchte, hat sich für mich

nie gestellt. Die Wahl hätte ich trotzdem gehabt. Und

das ist auch wichtig. Wenn man nicht dahintersteht und

wenn man das nicht liebt, was man macht, dann hat

man auch keinen Erfolg damit.

n

30 Jahre WEMA Hard- und Software GmbH:

„Service setzt sich durch!“

WEMA Hard- und Software GmbH l Das Spektrum der WEMA Hard- und Software GmbH umfasst Dienstleistungen

im IT-Bereich – mit Schwerpunkt auf Netzwerktechnologie sowie Software-Erstellung. Geschäftsführer Werner Martl

erklärt seine Positionierung und seine Philosophie.

Herr Martl, herzlichen Glückwunsch zum 30-jährigen

Firmenjubiläum! Wie schafft man es, sich in einer derart

schnelllebigen Branche so lange zu behaupten?

Das hat sicherlich viel mit persönlicher Betreuung und

dem damit gewachsenem Vertrauen zu tun, viele Kunden

halten uns seit Jahrzehnten die Treue. Das macht

uns stolz und motiviert uns, weiter an uns zu arbeiten

und unser Bestes zu geben! Wir haben uns den Höhen

und Tiefen des Marktes angepasst und konnten unser

Geschäftsfeld deutlich erweitern. Angefangen hat alles

mit einem kleinen Ladengeschäft in Garching an der

Alz mit dem Verkauf von Hard- und Software und der

Erstellung von kaufmännischen Programmen nach Kundenbedürfnis.

Bereits nach kurzer Zeit zählten viele regionale

Betriebe zu unseren Kunden: Handwerk, Handel,

Privatkunden und die chemische Industrie. 1999 verlegten

wir den Firmensitz ins niederbayerische Triftern und

sind seither ausschließlich im B2B-Bereich tätig. Heute

umfasst das Leistungsspektrum der WEMA Hard- und

Software GmbH Dienstleistungen im IT-Bereich mit den

Schwerpunkten Netzwerktechnologie und Erstellung

von Software. So konnten wir auch international agierende

Konzerne als Kunden gewinnen.

Das ist ein erstaunlich breites Spektrum. Sind kleinere Unternehmen

für Sie als Kunden überhaupt noch interessant?

Selbstverständlich! Handwerksbetriebe und der Mittelstand

gehören nach wie vor zu unserem wichtigsten

Kundenkreis. Sie schätzen das Persönliche und sie

„Das Besondere an unserer

Software ist, dass wir sie den

individuellen Bedürfnissen unserer

Kunden anpassen können und

diese schon bei der Entwicklung

mit einbeziehen.“

Werner Martl, Geschäftsführer

WEMA Hard- und Software GmbH

vertrauen in die jahrelang gewachsene Beziehung.

Was können Kunden erwarten, die von Ihnen betreut

werden?

Unsere Kunden können sich stets auf schnelle Unterstützung

und kompetente Beratung verlassen. Uns

ist der persönliche Kontakt wichtig. Wir sind zu den

Bürozeiten jederzeit erreichbar, bieten erfolgreich seit

knapp 20 Jahren einen 24-Stunden-Service und sind

bei Bedarf schnell vor Ort.

Wie werden Sie den Anforderungen von großen Industriebetrieben

gerecht?

Bei großen Konzernen werden wir teils mit sehr speziellen

Aufgabenbereichen betraut, die durchaus eine

Herausforderung darstellen können. Dabei kommt uns

zugute, dass unsere Mitarbeiter aus unterschiedlichsten

Branchenbereichen kommen und sich im Laufe der

Jahre ein breit gefächertes Wissen erwerben konnten.

Wir legen großen Wert auf die Fortbildung unserer Mitarbeiter

und verfügen über ein deutschlandweites Netz

von freien Mitarbeitern, die uns bei Bedarf jederzeit unterstützen.

Seit 2017 bilden wir auch selbst aus!

Sie haben ein eigenes Warenwirtschaftsprogramm

entwickelt, worin unterscheidet sich dieses von den

gängigen Programmen?

Bei den bekannteren Herstellern gibt es meist ein

fertiges Produkt und der Kunde muss vorgegebene

Strukturen akzeptieren. Wirkliche Unterstützung kann

er nicht erwarten, teure Hotlines sind Standard. Das

Besondere bei unserer Software ist, dass wir sie den

individuellen Bedürfnissen unserer Kunden anpassen

können. Bei Fragen und Anregungen sind wir direkt erreichbar

und helfen kompetent weiter. Unsere Software

wird laufend weiterentwickelt, auch davon profitieren

unsere Kunden. Die WEMA Warenwirtschaft, die Finanzbuchhaltung

und das Lohnprogramm sind einfach

und intuitiv zu bedienen und selbstverständlich untereinander

kompatibel mit vielen externen Schnittstellen

wie Shopsysteme, Datev etc. Damit können sich gerade

kleinere Firmen die hohen Kosten für die externe Vergabe

der Buchhaltung sparen.

Wie sieht die Zukunft der WEMA Hard- und Software

GmbH aus?

Aktuell steht der Ausbau unserer Geschäftsräume auf

dem Plan, um Platz zu schaffen und personell weiter

aufstocken zu können. Wir beobachten die Entwicklungen

unserer Branche genau und schulen unsere Mitarbeiter

entsprechend, um auch weiterhin den bestmöglichen

Service bieten zu können. Denn unser oberstes

Ziel ist die Kundenzufriedenheit!

n

www.wema-gmbh.de

40 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 41


Automotive Schreiner-Wöllenstein

Automotive Schreiner-Wöllenstein

Wachsen oder weichen

Mercedes-Benz Zentrum Rottal l Die Gruppe Schreiner-Wöllenstein ist einer der großen

Partner der Daimler AG. Mit allein neun Mercedes Vertretungen in Bayern und dem

neuen, zeitgemäßen Mercedes-Benz Zentrum Rottal in Pfarrkirchen stellt sich das

Unternehmen den Herausforderungen des Zukunftsmarktes. Dazu der Geschäftsführende

Gesellschafter Dipl.-Kfm. Stefan Wöllenstein im WirtschaftsLEBEN-Interview.

Herr Wöllenstein, wenn man die letzten 25 Jahre Ihrer

Unternehmensgruppe anschaut, fragt man sich zwangsläufig:

Was ist das Erfolgsgeheimnis, mal abgesehen

von der Premium-Marke Mercedes-Benz?

Wenn es eines gibt, dann ist das unsere Organisation

als Familienbetrieb.

Wie das?

In unserer Familie hatten wir immer ausreichend

Führungskapazitäten. Wir brauchten kein Spitzenmanagement

von außen. Dazu kommen eine langfristige

Strategie und gemeinsame Ziele innerhalb des

Gesellschafterkreises.

So ein Kurs funktioniert also dann gut, wenn die Führung

in der Familie liegt?

Zumindest ist es ein großer Vorteil. Mein Vater alleine,

der wäre doch nicht auf die Idee gekommen, solch

große Schritte in den neuen Ländern mit fremdem Management

zu machen. Er hat uns immer unterstützt, als

Spiritus Rector, und nie gebremst. Aber er wusste auch:

Einsatz vor Ort ist notwendig.

Und Familie macht dieses über Jahrzehnte hin rasante

Wachstum möglich?

Ich würde das Wachstum nicht als rasant bezeichnen,

kontinuierlich gefällt mir besser. Wir hatten ja immer

wieder Konsolidierungsphasen dazwischen. Sonst zerreißt

einen das.

Gut, aber im Vergleich zu vielen anderen ...

Es kam ja fast von außen auf uns zu. Durch die neuen

Bundesländer und durch wirtschaftliche Schwierigkeiten

anderer Mercedes-Vertreter. Wir haben

Chancen erkannt und sie wenn möglich ergriffen.

Und so gehören heute acht Standorte in Bayern zu

Ihrer Unternehmensgruppe, Sie sind einer der größten

Vertreter in den neuen Bundesländern.

Mit Schloz-Wöllenstein, ja, aber jeder einzelne Schritt

war eine Herausforderung und ein Risiko zugleich. Keine

Neugründung – damals in Karlsbad, Tschechien, und

Annaberg-Buchholz, im sächsischen Erzgebirge – war

ein Selbstläufer.

Wie geht so etwas?

Nach der Eingliederung der neuen Bundesländer

brauchte Mercedes natürlich Vertreter mit entsprechendem

Potenzial, um in den Gebieten angemessen

vertreten zu zu sein. Da kam auch zu uns ein Angebot.

Und wir haben zugegriffen.

Warum tut man sich das an?

Da kann ich nur für mich reden. Ich war jung, unternehmungslustig,

ehrgeizig, wollte was bewegen. Mein Vater

Stefan Wöllenstein: „Die größte Herausforderung

ist die Komplexität der Entwicklung aufgrund

von Digitalisierung und zugleich Einführung der

Elektromobilität.“

„Die Expansion in Sachsen

hätte im schlimmsten Fall an

die Substanz unseres Stammhauses

gehen können.“

hat hier in Landshut nicht wirklich jemand gebraucht ...

Dann sind Sie sozusagen Sachse geworden?

Das war 1991, Zunächst bin ich gependelt. Wochenendheimfahrer

sozusagen, später ist meine Familie

nachgezogen.

Aber mit Annaberg war es nicht getan.

Stimmt. 1994 wiederholte sich das gleiche in Tschechien.

Wir gründeten in Karlsbad. Das lag sozusagen

auf der Strecke. Als mein Bruder Andreas mit dem

Studium fertig war, hat er für Karlsbad verantwortlich

gezeichnet.

Und was hat es mit Schloz-Wöllenstein auf sich?

Auch so eine Geschichte. Es ergab sich, dass der

Mercedes-Nachbar in Sachsen in wirtschaftliche Schieflage

geriet. Wir standen vor der Wahl, mitzubieten oder

einem anderen das Feld zu überlassen.

Mein Bruder und ich haben uns nach reichlicher Überlegung

entschlossen dort als Existenzgründer anzutreten.

Unabhängig von der Firma Schreiner, aber in strategischer

Allianz mit einem anderen Nachbarn, der Firma

Schloz. Daraus entstand Schloz-Wöllenstein. Da ist

heute mein Bruder Geschäftsführender Gesellschafter.

Ein Schnäppchen?

Überhaupt nicht. Das war höchstes Risiko und hat

uns vielfach Sorgen bereitet. Hätte auch brutal schief

gehen können. Drum wollten wir die Firma Schreiner

da raushalten. Das wäre im schlimmsten Fall an

die Substanz gegangen. Bei diesen Fusionen gibt es

keine Gewähr, dass die funktionieren. Im Gegenteil:

Viele gehen in die Hose.

Sie sind inzwischen wieder in Bayern, Ihr Bruder verantwortet

den Rest ...

Ja, im Jahr 2000 ging ich zurück nach Landshut, und

da stand die nächste Gebietserweitweiterung im Rahmen

der bundesweiten Netzwerkstrukturbereinigung

an ...

Faltermeier in Mühldorf, der inzwischen unter Ihrer

Flagge fährt. Ebenso wie Ihr früherer Landshuter Konkurrent

Jackermeier, mit zweitem Standort in Pfarrkirchen.

Beide haben Sie übernommen ...

Der Trend heißt Marktbereinigung. Um 2000 rum gab

es noch 300 Mercedes-Vertreter in Deutschland. Heute

haben wir so um die 70 Eigentümerfamilien. Und in

zehn Jahren werden es vielleicht 30 sein.

Wie kommt diese Prognose zustande, was sind die

Ursachen für den Rückgang oder besser: Die Konzentration?

Die Größe ist ganz einfach ein wesentlicher Erfolgsfaktor

für die Zukunft. Der Umsatz, den Sie machen

müssen, um überhaupt diese ganzen Kostenstrukturen

zu bewältigen.

Man muss sozusagen den Wasserkopf breiter verteilen?

(lacht) Auch das. Früher hat jeder Mercedes-Vertreter

seine eigene Disposition, Buchhaltung, Geschäftsleitung

usw. gehabt, das geht heute gar nicht mehr.

Warum eigentlich nicht?

Um das zu verstehen, muss man wissen: Der Automobilhandel

hat heute eine Marge zwischen 1,5 und

2 Prozent – vor Steuern. Da brauchen Sie einen spitzen

Bleistift. Daher muss man wachsen, sonst fressen einen

die Kosten innerhalb weniger Jahre auf.

Wer nicht wächst, der ist in absehbarer Zeit weg?

So kann man das auf den Punkt bringen. Und das zeigt

sich ja auch. In der Bundesrepublik gab es einmal

21.000 Automobilhandelsunternehmen. Heute liegen

wir in der Größenordnung 12.000. In absehbarer Zeit

wird es die Hälfte davon sein.

Ist das eine markenunabhängige Tendenz?

Die Tendenz betrifft den Gesamtmarkt, auch wenn es

bei Massenherstellern wohl etwas anders läuft als im

Premium-Bereich.

Zu Pfarrkirchen – warum war der Neubau notwendig,

warum der Rückzug aus Eggenfelden und Pocking?

Ein – neben der geringen Marge – entscheidender

Grund für die gegenwärtige Marktbereinigung in ganz

Deutschland ist ja der ständig steigende Kapitalbedarf

für Werkstatt-Equipment, Ausstellungsräume und Per-

Ausstellungraum im neuen Mercedes-Benz Zentrum Rottal: Das Internet kommt ins Autohaus und das Autohaus wandert ins Internet.

sonalqualifizierungen. Deshalb muss aus wirtschaftlichen

Gründen die Anzahl der Standorte reduziert

werden, was gerade in Flächengebieten schwierig ist.

Wir erleben es gerade im Rottal. Unsere Standorte in

Eggenfelden, Pfarrkirchen und Pocking mit dem Vertriebsauftrag

für Neuwagen waren neben den reinen

Servicepartnern in Burghausen, Altötting, Simbach und

Arnstorf nicht rentabel zu betreiben.

Deshalb konzentrieren wir uns auf Pfarrkirchen, auch

weil das in der Mitte der beiden anderen Standorte

liegt. Die Liegenschaft war mit dem Kauf von Jackermeier

in unserem Besitz. Die beiden anderen Liegenschaften

waren angemietet und konnten anderweitig

vermarket werden.

Hier schaffen wir ein zeitgemäßes Mercedes Benz Zentrum

Rottal und hoffen, dass möglichst viele Kunden das

annehmen und teilweise einen weiteren Weg in Kauf

nehmen. Ein Selbstläufer ist das bei Weitem nicht.

Und was konkret ist neu in Pfarrkirchen?

Vollkommen neu ist der Ausstellungsraum. Die gesamte

Architektur sowie das Ambiente sind nach der neuen CI

von Mercedes-Benz erstellt worden.

Konkreter Kundennutzen für das Rottal?

Wenn Sie z. B., wie wir das tun, am Samstag für Ihre

Nutzfahrzeugkunden offen haben, brauchen Sie genügend

Personal, damit die Mitarbeiter auch mal am Wochenende

frei haben können. Nutzfahrzeug-Service am

Wochenende ist bundesweiter Standard, alles andere

wäre ein Standort-Nachteil.

Und gerade am Samstag stehen ja die Fahrzeuge bei

den Fuhrunternehmen und können in die Werkstatt.

Ein wichtiger Punkt. Aber wir versuchen insgesamt,

mehr Dienstleistung zu bringen. Größeres Angebot an

Jahreswagen und Gebrauchtwagen; und es sind zum

ersten Mal mehrere Verkäufer in einem Ausstellungsraum

präsent. So können wir mehr Beratungskompetenz

bieten. Neu ist in diesem Zusammenhang auch

unser neues Jobprofil „Produktexperte“: Mitarbeiter,

die ohne Verkaufsauftrag ausschließlich beraten sollen.

Also im Haus dann mehr Kundennähe.

Und auch mehr Kompetenz. Wir wollen außerdem einen

Vermietstützpunkt von Mercedes einrichten. Und zwar

nicht nur Autos, sondern auch LKWs.

Der neue Ausstellungsraum in Pfarrkirchen: „Wir

sind im Internet, aber anfassen und erleben kann

der Kunde nur bei uns“.

LKW vermieten, ist das eine Nische?

Mehr als eine Nische, Charterway und Van Rental, Nutzfahrzeuge

also, sind ein schnell wachsender Markt.

Und um all das an einem Standort anbieten zu können,

braucht man dort auch mehr Mitarbeiter und muss

mehr Umsatz generieren, als es uns an drei Standorten

einzeln möglich war.

Welchen Anteil hat der Nutzfahrzeugbereich bei Ihnen?

Hälftig. Wir verkaufen mittlerweile fast genauso viel

neue Nutzfahrzeuge wie PKWs.

In Umsatz oder Stückzahlen?

Stückzahlen. In manchen Monaten mehr neue Transporter

als neue PKW. Gerade der Transportermarkt boomt.

Stichwort Internet.

„Bei den heutigen Anforderungen

an Technik und Personal

können Sie nicht mehr alle paar

Kilometer eine Niederlassung

wirtschaftlich betreiben.“

Sie meinen die Online-Händler bzw. den Zustellverkehr?

Sie merken das ganz konkret am Umsatz?

Ja, unglaublich. Nutzfahrzeuge spielen bei uns eine

ganz entscheidende Rolle.

Über das Wachstum bei Nutzfahrzeugen hinaus – welche

Rolle spielt Digitalisierung für Ihr Unternehmen?

Wir stehen im Handel und bei den Herstellern vor großen

Veränderungen. Das Internet gewinnt an Bedeutung.

Früher informierte sich der Kunde in unseren Häusern

über die Produkte, und unser Part waren Information

und Beratung inklusive Prospektmaterial.

Heute kommt der Kunde und weiß, was er will.

Etwa die Hälfte unserer Wertschöpfung ist durch das

Internet ersetzt worden. Die Frage ist, ob sich dieser

Trend so weiter fortsetzt. Ich persönlich meine: mit hoher

Wahrscheinlichkeit.

Sind Sie quasi, salopp gesagt, nur noch der Auftragsabwickler

beim Hersteller?

Soweit sind wir dann doch noch nicht. Der Kunde

braucht einen Experten, der seine Fahrzeugkonfiguration

positiv bestätigt. Er braucht einen Erklärer für

neue technische Ausstattungsmerkmale. Und er kann

die Fahrzeuge bei uns erleben, sie im wahrsten Sinne

anfassen und probefahren.

Im Falle von Finanzierung oder Leasing müssen

vielleicht noch Gespräche mit der Bank geführt werden

... Schließlich muss das Auto ausgeliefert werden,

was wir für den Kunden zu einem emotionalen Augenblick

machen wollen.

Und wenn die Autos, Stichwort Alexa und Siri, immer

intelligenter werden?

Klar ist, dass die Autos in Zukunft mit uns, als Service-

Werkstatt, kommunizieren werden. Zukünftig werden

alle Aggregate einen Fehlerspeicher oder ein Diagnosesystem

haben, der gegebenenfalls Handlungsbedarf

anzeigt. Das meldet das Auto an den Hersteller, der es

an die zuständige Werkstatt weiterleitet. Und wir müssen

dann diesen Bedarfsfall bearbeiten. Heute managen

wir so einen Bedarf eines Kunden noch nicht proaktiv.

Er kommt oder er kommt nicht.

Digitalisierung bedeutet natürlich auch autonomes Fahu

42 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 43


Automotive Schreiner-Wöllenstein

Mittelstand: Spezialisten

Das Team vom Mercedes-Benz Zentrum Rottal: „Wir hoffen, dass unsere Kunden das annehmen, weil sie insgesamt mehr Vorteile haben.“

ren. Ich gehe zum Beispiel davon aus, dass die Fahrzeuge

innerhalb der nächsten zehn Jahre selbstständig in

die Werkstatt fahren.

Was ja die etwas längere Anfahrt marginalisiert.

Auch das ein Gedanke, der bei unseren Überlegungen in

Pfarrkirchen eine Rolle spielte. Wir reden ja über einen

Amortisierungszeitraum von mindestens 15 Jahren. Da

werden längst autonome Fahrzeuge serienmäßig unterwegs

sein.

Beunruhigen Sie die Automobil-Ambitionen von Google,

Amazon usw.?

Ich glaube, wenn es keine disruptive Entwicklung

gibt, also keine neue Technologie, wie damals Pferdekutsche-Auto;

dann müssen die Hersteller nur auf einen

Aspekt achten: nämlich den Gedanken des „iPhones auf

Rädern“ konsequent weiter zu verfolgen. Denn dann ist

es einfacher, ein Smartphone in ein Auto zu integrieren,

als umgekehrt, um das mal scherzhaft zu sagen.

Und Elon Musk, Tesla?

Schwer zu beurteilen. Richtig war noch bis vor kurzem,

dass die deutschen Automobilhersteller in Bezug auf

autonomes Fahren einen technischen Rückstand hatten.

Nach den tödlichen Unfällen von Tesla und Google

scheint die systematische Weiterentwicklung vorhandener

Technologien doch der richtige Weg zu sein.

Außerdem überzeugt das Elektroauto insgesamt derzeit

noch nicht, weder technisch, nehmen Sie nur das enorme

Gewicht, noch von der gesamten Ökobilanz her. Von

Infrastruktur wie Ladestationen, Stromerzeugung etc.

ganz zu schweigen.

Was sonst sind Ihre größten Herausforderungen?

Die Komplexität insgesamt. Weil wir z. B. heute existenzielle

Dinge doppelt bewältigen müssen. Wir haben eine

Parallelität zwischen der analogen Autowelt und der

digitalen, die sich rasant entwickelt. Gleichzeitig nimmt

in der analogen Welt das Elektroauto Platz.

Das heißt für uns zunächst, wir brauchen eigentlich

nicht mehr Standorte, sondern wir brauchen das Autohaus

in der digitalen Welt. Und zwar in naher Zukunft

das komplette, wo der Kunde zu allen Funktionen digitalen

Zugang hat.

Der Kunde kann dann in seinem Wohnzimmer vom Sessel

aus virtuell ins Autohaus gehen?

Ja, wir sind auf dem Weg dahin.

Welche Schritte haben Sie schon hinter sich?

Wir haben unsere ganze Leistungspalette bereits im Internet,

vom Gebrauchtwagen bis hin zur Buchung eines

Service-Termins. In Zukunft werden sie mit uns chatten

und in absehbarer Zeit den kompletten Kaufprozess,

bis zur Inzahlungnahme des Fahrzeugs virtuell bei uns

abwickeln können.

Das heißt, Sie investieren nicht nur in den eigentlichen

Ausstellungsraum, sondern auch in dessen Digitalisierungstechnik?

Wir arbeiten daran, das reale Autohaus und die Internetwelt

in unseren Ausstellungsräumen zu verbinden.

Das sind z. B. riesige Investitionen in Präsentationstechnologien

wie Videowalls, wo man dann eben virtuell

das Auto oder eine bestimmte Ausstattungsvariante etc.

erleben kann.

Auch das ein Grund, warum wir nicht mehr so viele

Ausstellungsräume haben können.

„Die gesamte Infrastruktur für

Elektrofahrzeuge ausbauen, aber

die für Verbrennungsmotoren auf

neuestem Stand halten.“

Und in der Endstufe hat der Kunde dann ein virtuelles

3-D-Autohaus zuhause auf seinem Großbildschirm, das

er betreten kann, bis hin zu den Modellen, mit Beratung

von Alexa?

Auch das vielleicht, irgendwann. Das nächste wird wohl

die virtuelle Probefahrt sein. Ansonsten: Ich vermute

mal, der Kunde spricht lieber mit einer Person aus

Fleisch und Blut.

Und wenn die Alexa von einer echten Person kaum noch

zu unterscheiden ist? Hologramm?

Das ist dann doch noch Zukunftsmusik.

Aber das Elektroauto ist aktuell, ob Sie wollen oder

nicht.

Auch das meinte ich mit Komplexität Wir müssen die

gesamte Infrastruktur jetzt für Elektrofahrzeuge ausbauen,

aber die für Verbrennungsmotoren aufrecht

erhalten und sogar noch weiterentwickeln. Also auch

hier zweigleisig.

Das geht ja bis hin zur Ausbildung der Leute, die Mechatroniker

müssen dann mit Hochspannungsmotoren

zurechtkommen. Wir müssen Elektrotankstellen an unseren

Standorten installieren, Lehrgänge ...

Dann kommt ja mittelfristig noch ein neuer Ausbildungsberuf

auf Sie zu: Elektromechatroniker.

Wahrscheinlich. Momentan sind das Zusatzqualifikationen.

Aber eben auch Zusatzinvestionen und Kosten. Da

müssen wir erst mal in Vorleistung gehen.

Fachkräftemangel?

Ich glaube, wir kommen da relativ glimpflich davon, weil

wir doch als attraktiver Arbeitgeber auf dem Markt sind.

Von der Marke her, aber auch von unserem Namen her.

Genug Bewerbungen also?

Ja, aber wir merken schon im gewerblichen Bereich

einen deutlichen Rückgang, in den Werkstätten, aber

auch ein wenig im Bereich Verkauf.

Beschäftigen Sie Migranten?

Wir haben z. B. einen jungen Mann aus Afghanistan,

Verkäufer ... Ein toller Kerl.

Wie lange schon?

Der ist jetzt schon anderthalb Jahre bei uns, wie lange

er in Deutschland ist, weiß ich nicht.

Welche Ausbildung hat er?

Kaufmann, bei BMW. Auch einen Karosseriebauer aus

Syrien beschäftigen wir. Im Herbst kriegen wir noch

zwei Lehrlinge mit Migrationshintergrund.

Bewusste Entscheidung?

Bei uns ist jeder willkommen, der außergewöhnliches

Engagement zeigt.

Macht Ihnen der Einstieg des chinesischen Investors

Geely bei Daimler Sorgen? Der ist jetzt größter Aktionär.

Ach, Gründe gibt es genug, sich Sorgen zu machen.

Aber wenn wir uns nichts als Sorgen machen, kommen

wir zu gar nichts mehr ...

n

Professionelle Hilfe bei Steuerrecht & Co.

STEUERKANZLEI Angela Hundsberger: „Ihre Zufriedenheit ist unser oberstes Gebot“

Durch das immer komplexer werdende und

sich laufend weiterentwickelnde Steuer- und Abgabenrecht

fühlen sich viele Steuerpflichtige überfordert.

Die Steuerkanzlei Angela Hundsberger in

Eggenfelden bietet professionelle und verlässliche

Hilfe.

Als Ihr Berater in allen steuerlichen Angelegenheiten

übernehmen Angela Hundsberger und

ihr Team für Sie neben der laufend zu führenden

Buchhaltung sowie der Lohn- und Gehaltsabrechnung

und der Erstellung des Jahresabschlusses

gerne die Lösung Ihrer individuellen steuer- und

abgabenrechtlichen Probleme. Dazu gehört auch

die Vertretung vor den Finanzbehörden.

Damit Sie permanent über Ihre steuerliche

Situation informiert sind, erstellen Angela Hundsberger

und ihr Team für Sie gerne Planungsrechnungen,

in denen aus den bisher vorliegenden

Steuerberaterin Angela Hundsberger (Bildmitte) mit

ihrem Team (v. li.): Sylvia Knappe, Renate Reitmeier,

Michaela Orthuber, Petra Weiherer, Elke Mischinger

und Sandra Nußbaumer.

Ausweger GmbH: Individuelle Funktionstextilien für Beruf Sport und Freizeit

Daten ein Jahresergebnis und die daraus resultierende

steuerliche Belastung berechnet werden.

Das ermöglicht Ihnen, rechtzeitig Ihre Unternehmenspolitik

zu korrigieren und entsprechende

Maßnahmen zu ergreifen, um ein optimales steuerliches

Ergebnis zu erzielen.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass

Sie Ihre Buchhaltung teilweise oder vollständig

selbst bearbeiten. In diesem Fall werden Sie von

der Steuerkanzlei Angela Hundsberger bei der

Auswahl einer geeigneten Buchhaltungs-Software

beraten und die Schulung Ihres Buchhaltungspersonals

mit angeboten. Auch über aktuelle Änderungen

aus dem Steuer- und Handelsrecht werden

sie kompetent informiert.

STEUERKANZLEI

Angela Hundsberger, Rathausplatz 8

84307 Eggenfelden, Tel.: 08721 911 720

Fax: 08721 911 779

E-Mail: info@steuerkanzlei-hundsberger.de

Homepage: www.steuerkanzlei-hundsberger.de

Der Spezialist für Berufsbekleidung seit 1964

Berufsbekleidung für Metzgerei/Bäckerei, Gastronomie,

sowie Bau- und Industriefirmen, aber

auch Freizeit-Sportkleidung für Vereine aller Art,

vom T-Shirt bis zum Hemd mit Vereinslogo, das alles

liefert der Familienbetrieb Ausweger bereits in der

dritten Generation. Rund 20 Fachkräfte, ausgerüstet

mit modernsten Maschinen sorgen für Qualität und

termingerechte Lieferung individuell angefertigter

Texitilien für (fast) jeden Bedarf.

Logoerstellung und Musterstick für die Stickerei

sind dabei kostenlos. Beratung gerne auch im

Rahmen eines Hausbesuchs. Stickarbeiten werden

ab ein Teil ohne Einrichtkosten oder sonstige Ne-

benkosten erstellt. Zum gleichen Preis wie bei 100

Teilen. Ausweger gewährleistet eine Nachbestellmöglichkeit

für zehn Jahre mit Preisgarantie. Die

Kleidung für Metzgerei/Bäckerei/Gastronomie/

Supermärkte werden komplett selber und zu

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mit namhaften Herstellern zusammen.

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(Außendienst), der kürzlich verstorbene Gründer

Adolf Ausweger mit Ehefrau Christine,

Gabriele Ausweger (Leiterin der hauseigenen Nähund

Stickerei), Geschäftsführer Jürgen Ausweger.

44 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 45


Industrie: STELA Laxhuber

Industrie: STELA Laxhuber

Firmengeschichte

Stela Laxhuber GmbH

Stela Hauptgebäude in Massing.

„Wir leben Trocknungstechnik“

Stela Laxhuber GmbH l STELA hat sich seit der Produktion des ersten Schubwendtrockners im Jahre 1967 zu einem führenden und

weltweit agierenden Industriebetrieb im Bereich des Trocknungsanlagenbaus entwickelt. STELA Trocknungsanlagen sind mittlerweile

auf jedem Kontinent zu finden. Hier lesen Sie, was STELA anderen voraus hat.

„Wir haben unser gesamtes Knowhow und unsere

langjährige Erfahrung in die Entwicklung und

Optimierung dieser einen Technologie gesteckt:

die Trocknung“, bringt Geschäftsführer Thomas

Laxhuber die Unternehmenskompetenz auf den

Punkt.

Hand in Hand mit den Kunden entwickelt

STELA individuell genau die eine Lösung für jedes

Trocknungsgut. Seite an Seite begleiten kompetente

Mitarbeiter das Projekt – vom ersten Kontakt

bis hin zur Inbetriebnahme der Trocknungsanlage,

denn die enge Zusammenarbeit mit den Auftraggebern

steht auch in der hauseigenen Fertigung

im Vordergrund.

Individuelle Lösungen gehen bei STELA jedoch

nicht auf Kosten der Schnelligkeit: STELA ist bekannt

für Zuverlässigkeit und kurze Lieferzeiten

ganzer Maschinen sowie prompten Service von

bestehenden Anlagen. Kunden erhalten immer und

Die Firma stela Laxhuber GmbH wurde 2017 mit

dem Preis „Top Unternehmen Niederbayern“ für

den Bereich Ausbildung ausgezeichnet. Bei der

feierlichen Preisverleihung (v. li.): Thea Laxhuber,

Rainer Hettwer, Martina Graf.

jederzeit umgehend verlässlichen Support. Selbst

40 Jahre alte STELA-Maschinen können wir noch

mit Ersatzteilen versorgen – haben wir sie nicht

auf Lager, werden sie kurzerhand produziert.

42 Millionen Tonnen Getreide – diese unvorstellbar

große Menge wird pro Jahr mit STELA-

Anlagen getrocknet, verbunden mit entsprechendem

Energiebedarf. Genau da setzt STELA an:

Möglichst wenig Energie verbrauchen, um möglichst

viel Wasser zu verdampfen – zum Vorteil der

Umwelt und der Kunden.

Und die hochmoderne STELA-Technik legt da

ordentlich vor. Denn STELA hat sich seit der Produktion

des ersten Schubwendtrockners im Jahre

1967 zu einem führenden und weltweit agierenden

Industriebetrieb im Bereich des Trocknungsanlagenbaus

entwickelt und etabliert. Bei herkömmlichen

Maschinen werden bis ca. 40 Millionen

Kubikmeter Luft pro Stunde mit Temperaturen von

Links oben und unten: Stela Niedertemperatur Bandtrockner; Mitte oben: stationäre Agrartrocknungsanlage,

Mitte unten: Mobile Umlauftrockner; rechts Einblicke in die Produktion.

60, 80 oder 100° C ungenutzt in die Luft geblasen.

Nicht so mit der Bandtrockner-Technologie von

STELA. Dabei wird niederkalorische Wärme genutzt,

z. B. aus Kraftwerksprozessen – ein System,

das von den Kunden gern angenommen wird. Zwei

Vorteile sind klar erkennbar: die Wertschöpfung

durch die Trocknung eines hochwertigen Produktes

sowie die Nutzung einer vorhandenen Energiequelle

quasi zum Nulltarif

Weltweit werden noch immer zu viele veraltete

Trocknungssysteme verwendet. Ein hoher Energieverbrauch

ist die Folge, selbst die als „niedrig“

bezeichneten Werte liegen immer noch bei

1,5 kWh oder gar 2,0 kWh pro kg verdampftes

Wasser. Ein Großteil der Systeme von STELA dagegen

erreicht einen Spitzenniedrigverbrauch von

weniger als 1,0 kWh/kg. Ziel ist, dies ausnahmslos

bei allen unseren Anlagen zu realisieren – und

noch weiterzuentwickeln: Bei Berücksichtigung

der Kondensationswärme modernster Bandtrockner

sind sogar Werte von 0,4 kWh/kg realisierbar.

Der zweite entscheidende Faktor für technologische

Führung ist schonendes Trocknen, das eine

bestmögliche Qualität des behandelten Produktes

gewährleistet, also ein behutsamer Umgang mit

dem Produkt. Das bedeutet bei STELA: Arbeiten mit

Temperaturen, die genau für das jeweilige Produkt

geeignet sind. Die künstliche Leistungssteigerung

einer Maschine durch Überhöhung der Trocknungstemperatur

auf Kosten der Produktqualität ist bei

STELA kein Thema. Ziel ist vielmehr, ein qualitativ

hochwertiges Endprodukt gewährleisten zu können.

Höhere Wertschöpfung bei

weniger Energieverbrauch

Das erhöht für den Kunden zum einen die

Wertschöpfung durch schonende Trocknung, zum

anderen kann eine vorhandene Energiequelle genutzt

werden.

Die STELA-Technologie ist für viele Branchen interessant,

einige Beispiele: Agrarwirtschaft, Holzwerkstoffindustrie,

Lebensmittelindustrie, Futtermittelindustrie,

Zellstoff- und Papierindustrie, Landwirtschaft,

Pelletindustrie, Zementindustrie, Entsorgungsindustrie,

Wasserwirtschaft / Kläranlagen. n

Weitere Infos, auch zu den einzelnen

Produktserien: www.stela.de

Bereits 1922 gründete Stefan

Laxhuber eine kleine Werkstatt, in den

Nebengebäuden der damaligen Laxhuber-

Gaststätte. Hergestellt werden vor allem

Windturbinen für die Wasser- und Stromversorgung

der einzelnen Gehöfte.

1947 – nach dem Krieg beginnt der

Wiederaufbau und damit auch die

durch den Krieg unterbrochene

Mechanisierung der Landwirtschaft.

1967 wird die erste Trocknungsanlage

für Getreide und Mais gebaut. Es handelt

sich um einen auch heute noch aktuellen

Flachtrockner mit Schubwendesystem

unter dem Markenzeichen STELA. Von

diesem Zeitpunkt an beginnt der langsame,

aber kontinuierliche Wandel vom

reinen Handel mit Fremderzeugnissen

hin zur Herstellung eigener Produkte.

Im Jahr 1972, nach 50 Jahren Erfolgsgeschichte,

übergab der Gründer die Firma

an seinen Sohn Stefan Laxhuber. Mit

der Unterstützung seiner Frau, Theresia

Laxhuber, investierte dieser wie sein Vater

vor ihm viele Jahre harter Arbeit in sein

Lebenswerk. Und ebenso wie sein Vater

öffnete er sich neuen Geschäftszweigen.

Einen davon entwickelte er zum Kernprodukt:

die Trocknungstechnik. Mit dem

Bau der ersten Bandtrocknungsanlage

zur Trocknung von Lebensmitteln im Jahr

1975 konnte ein Bereich außerhalb der

Landwirtschaft neu erschlossen werden.

Der erste STELA Niedertemperatur-

Bandtrockner für Sägespäne wurde 2002

gebaut. Damit fängt auch die Erfolgsgeschichte

von STELA an, die sich bis zum

Markführer von Trocknungsanlagen im Bereich

der Pelletproduktion entwickelt hat.

2004 wurde die weltweit erste Maistrocknungsanlage

mit Hackschnitzelbefeuerung

gebaut und 2005 entwickelte

man Trocknungsanlagen zur Abwärmenutzung

aus Biogasanlagen, die anfallenden

Gärsubstrate trocknen können.

Stefan Laxhuber übergibt 2014 den

Betrieb an die dritte Generation, seinen

Sohn Thomas Laxhuber.

2015 war der Spatenstich zum Bau eines

neuen Produktions-und Verwaltungsgebäudes

in Morolding/Massing: auf 67.000 qm,

Platz für 140 Mitarbeiter, davon 26 Azubis.

Im Laufe der Jahre wurden mehrere

Patente angemeldet, das jüngste 2017:

Mit Hilfe des patentierten stela RecuDry

Systems wird die herkömmliche Trocknungstechnologie

noch energieeffizienter.

Energieeinsparungen bis zu 55 % bei

Neu- sowie Bestandsanlagen sind möglich.

Die Firma stela Laxhuber GmbH wird

2017 mit dem Preis „Top Unternehmen

Niederbayern“ für den Bereich Ausbildung

ausgezeichnet. (siehe auch S. 4)

46 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 47


Bauwirtschaft: HOCO Gruppe

Bauwirtschaft: HOCO Gruppe

Zum Portfolio der HocoHolz gehören innovative massive, furnier- und folienummantelte Leisten sowie ein spezielles Parkettsortiment mit 2-Schicht und

3-Schicht-Parkett, ebenso Handlaufsysteme und Treppenstufen. Die HOCO Fenster und Haustüren GmbH hat ihre Kernkompetenzen in der Herstellung und im

Vertrieb von Fenstern, Haustüren und Sonnenschutzprodukten.

HOCO setzt auf eine qualitativ hochwertige Fertigung „Made in Germany“. Unter dem Namen „HOCO Transport International“ tritt die Gruppe seit kurzem auch

als europaweiter Logistik-Dienstleister für beide HOCO-Unternehmen wie auch für Drittkunden am Markt auf.

Aufsteiger im Bauelemente-Bereich

und Top-Arbeitgeber in der Region

HOCO Gruppe l Seit Mitte 2017 sind die zwei Eggenfeldener Traditionsunternehmen HOCO Fenster und Haustüren GmbH und die

HocoHolz Hofstetter GmbH & Co. KG wieder unter einem Dach vereint. Hinter der HOCO Gruppe stehen die Investoren Philipp Stiehl

und Harald Meyer, die als Inhaber und Geschäftsführer beide Unternehmen durch eine Bündelung der Kompetenzen und die Nutzung

von Synergieeffekten auf Wachstumskurs bringen wollen.

Ursprünglich gehörten beide Firmen zur

Haas Group. Ende 2015 verkaufte die Haas Group

dann seine gesamte Bauelementesparte, darunter

auch die HOCO Fenster und Haustüren GmbH,

an die Industrieholding Adcuram; die HocoHolz

blieb hingegen zunächst bei Haas. Bereits im

August 2016 trennte sich die Adcuram wieder

von HOCO Fenster und Haustüren, da man innerhalb

der Holding mit Bayerwald gegenseitig im

Wettbewerb stand.

Beide Unternehmen sind gut

eingeführte Qualitätsanbieter mit

führenden Marktpositionen

Als Käufer fanden sich die ausgewiesenen

Branchenexperten Philipp Stiehl und Harald Meyer.

Knapp ein Jahr später konnten die beiden dann

auch die HocoHolz von der Haas Group übernehmen

und so beide Unternehmen wieder unter

einem Dach vereinen.

Die beiden mittelständischen Unternehmen

sind im Markt gut eingeführte Qualitätsanbieter

mit führenden Marktpositionen. Produziert wird

mit einer überdurchschnittlichen Fertigungstiefe

ausschließlich „Made in Germany“ in handwerklicher

Tradition und Qualität. Die HocoHolz Hofstetter

& Co. Holzindustrie GmbH hat sich in ihrer über

60-jährigen Firmengeschichte zu einem der europaweit

führenden Markenhersteller für innovative

Sockelleisten und Parkett entwickelt. Zum Sortiment

gehören massive, furnier- und folienummantelte

Leisten sowie ein spezielles Parkettsortiment

mit 2-Schicht und 3-Schicht-Parkett. Handlaufsysteme

und Treppenstufen vervollständigen das

Produktportfolio. Die HOCO Fenster und Haustüren

GmbH operiert ebenfalls europaweit und hat ihre

Kernkompetenzen in der Herstellung und im Vertrieb

von Fenstern, Haustüren und Sonnenschutzprodukten.

Sie begeht dieses Jahr ihr 50-jähriges

Betriebsjubiläum.

„Die Übernahme von HocoHolz war für uns die

logische Konsequenz, um HOCO wieder zu einer

starken Dachmarke zu machen. Nachdem beide

Unternehmen im Markt gut eingeführte Qualitätsanbieter

mit führenden Marktpositionen sind, wird

die Zusammenführung unter dem Dach der HOCO

Gruppe viele positive Impulse bringen und den

Erfolg langfristig sicher stellen. Zum anderen ist

auch der Standort Eggenfelden für die kommenden

Jahre gesichert“, konstatiert Geschäftsführer

Harald Meyer.

Attraktiver Ausbildungsbetrieb

und Arbeitgeber mit ausgezeichneten

Karriereperspektiven.

„Aus der Kombination der Produkte – Fenster

und Haustüren auf der einen Seite und Parkett,

Leisten, Treppenstufen und Handläufe auf

der anderen Seite – ergibt sich eine einzigartige

Marktposition. Zwar gibt es in jedem einzelnen

Bereich große Wettbewerber, aber diese Produktbreite

können nur ganz wenige anbieten“, ergänzt

Die Geschäftführer Philipp Stiehl (li.) und Harald Meyer.: „Die Übernahme von HocoHolz war für uns die

logische Konsequenz, um HOCO wieder zu einer starken Dachmarke zu machen.“

„Aus der Kombination der Produkte – Fenster und Haustüren auf der

einen Seite sowie Parkett, Leisten, Treppenstufen und Handläufe auf

der anderen Seite – ergibt sich eine einzigartige Marktposition.“

Geschäftsführer Philipp Stiehl. Synergieeffekte

ergeben sich beispielsweise im Vertrieb. „Baustoffhändlern

oder Handwerksbetrieben, die bisher

nur mit einem der beiden Unternehmen zusammen

arbeiteten, könne man nun die gesamte Breite des

Sortiments offerieren.“

In der Region präsentiert sich die HOCO Gruppe

als attraktiver Ausbildungsbetrieb und Arbeitgeber

mit ausgezeichneten Karriereperspektiven.

Mit derzeit insgesamt rund 450 Mitarbeitern zählt

sie zu den größten eigenständigen Arbeitgebern im

niederbayerischen Rottal.

Ökologisches Engagement und der schonende

Umgang mit den Ressourcen nehmen bei HOCO

einen hohen Stellenwert ein. Aus diesem Grund

gibt es auf dem Betriebsgelände zum Beispiel

ein eigenes Kraftwerk, das mittels Kraft-Wärme-

Kopplung das Unternehmen mit Wärme und Energie

versorgt und so eine CO 2 -neutrale Produktion

von Leisten und Parkett ermöglicht.

Die HocoHolz legt großen Wert auf eine nachhaltige

Forstwirtschaft und bezieht ihre Rohstoffe

überwiegend aus regionalen und nachhaltig bewirtschafteten

Wäldern. Bei HOCO Fenster und

Haustüren sorgt die hauseigene Recyclinganlage

für eine vorbildliche Ökobilanz. Alle Überreste der

Profilabschnitte werden aufbereitet und wieder in

den Produktionskreislauf zurückgeführt.

HOCO Transport International

auch als Dienstleister für

Drittanbieter unterwegs

Unter dem Namen „HOCO Transport International“

tritt die Gruppe seit kurzem auch als europaweiter

Logistik-Dienstleister für beide HOCO-

Unternehmen wie auch für Drittkunden am Markt

auf. In den letzten Monaten sind dazu fünf brandneue

LKWs angeschafft worden. Zwei weitere

werden noch folgen. Insgesamt besteht der runderneuerte

Fuhrpark aus derzeit gut elf ziehenden

Einheiten. Dabei hat sich HOCO auch hier im Rahmen

der Nachhaltigkeitsstrategie ganz der Green

Logistics verschrieben. Alle neuen Fahrzeuge der

Marke Mercedes Benz erfüllen die EURO 6-Norm

und verbrauchen wesentlich weniger Kraftstoff als

ihre Vorgänger.

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48 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 49


Bauwirtschaft: Knauf Insulation GmbH

Bauwirtschaft: Knauf Insulation GmbH

Rosige Aussichten

In Deutschland produzieren neben dem Werk

Simbach noch zwei weitere Fabriken Knauf Insulation

Dämmprodukte. Diese liegen in Bernburg

(Sachsen-Anhalt, Glaswolle-Dämmstoffe) sowie

in St. Egidien (Sachsen, Steinwolle-Dämmstoffe).

Der allgemeine Trend zum nachhaltigen Bauen

und verschärfte Bauvorschriften sorgen aus Sicht

der Knauf Insulation GmbH für Rückenwind. Das

schlägt sich auch in einem stetigen Wachstum des

Unternehmens und seiner Belegschaft nieder.

Personelle Verstärkung in allen

Unternehmensbereichen gesucht

Der nachwachsende Rohstoff Holz ist Basis der Heraklith Dämmplatten. Das Endprodukt hat hervorragende Dämm- und Brandschutzeigenschaften und wird

beispielsweise auch in Tiefgaragen eingesetzt.

Simbach am Inn:

Zentrum des nachhaltigen Bauens

Knauf Insulation GmbH l Knauf Insulation ist der Dämmstoffspezialist der weltweit erfolgreichen Knauf Unternehmensgruppe, einem

der führenden Akteure der Baustoffbranche mit Sitz im unterfränkischen Iphofen. In Simbach am Inn werden seit 1928 die Dämmstoffe

hergestellt, die als Inbegriff des nachhaltigen Bauens gelten: Holzwolle-Produkte der Marke Heraklith ® .

Die im Volksmund als Sauerkrautplatten bekannten

Dämmplatten werden seit 2006 unter

der Regie der Knauf Insulation GmbH gefertigt

und vertrieben. Aufgrund der stetig steigenden

Nachfrage nach natürlichen Bauprodukten sind sie

heute gefragter denn je, was dem Hersteller Knauf

Insulation rosige Aussichten an seinem niederbayrischen

Hauptsitz für die Region Deutschland, Österreich

und die Schweiz beschert.

Nachhaltig bauen bedeutet heutzutage auch,

ein besonderes Augenmerk auf die Materialauswahl

zu legen. Moderne Bauprodukte sollen

möglichst natürlich sein und trotzdem bezahlbar

bleiben. Gleichzeitig müssen sie mit Leistung,

Langlebigkeit und vor allem Sicherheit überzeugen

– von Natur aus, ohne chemische Zusätze

wie Flammschutzmittel. Für diesen schwierigen

„Unsere Dämmstoffe schaffen

den Spagat zwischen Natürlichkeit

auf der einen Seite sowie

Leistung, Langlebigkeit und

vor allem

Sicherheit

auf der

anderen.“

Michael Huesmann,

Vorsitzender der

Geschäftsführung,

Knauf Insulation

Spagat hat sich Knauf Insulation gerüstet – mit

Dämmstoffen, die sowohl mit ihrer Funktion als

auch mit ihren „inneren Werten“ in jeder Hinsicht

punkten.

Der Erfolg sitzt in Simbach

Knauf Insulation ist der Dämmstoffspezialist

der weltweit erfolgreichen Knauf Unternehmensgruppe,

einem der führenden Akteure der Baustoffbranche

mit Sitz im unterfränkischen Iphofen.

Weltweit beschäftigt Knauf Insulation rund 5.000

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 40 Produktionsstandorten

in 15 Ländern. In Simbach am Inn

befindet sich der Hauptsitz für die Region Zentraleuropa

(DACH) des Unternehmens. Hier arbeiten

rund 200 Menschen.

Heraklith – eine Erfolgsgeschichte

mit Zukunft

Außerdem beherbergt Simbach am Inn das

größte Werk für Heraklith Holzwolle-Produkte – die

Dämmstoffe, die bereits 1908 patentiert wurden

und sich auch heute größter Beliebtheit erfreuen.

Sie sind wahre Multitalente und werden praktisch

überall in Gebäuden eingesetzt: In Tiefgaragen

und Kellern sorgen sie beispielsweise als Tektalan

Mehrschichtplatten mit Holzwolle-Deckschicht und

Mineralwolle-Kern für exzellenten Brandschutz. Im

Innenausbau werden Wände und Dachschrägen

mit reinen Holzwolle-Platten verkleidet, was für

hervorragenden Wärme- und Schallschutz sorgt. In

Gebäuden modernster Holzbauweise sind Ein- und

Mehrschichtplatten der Marke Heraklith bedeutende

Elemente beim Bau von Fassaden und Decken.

Natürlich besser

Doch nicht nur mit seinen Holzwolle-Produkten

liegt Knauf Insulation voll im Trend. Das Unternehmen

setzt bei der Herstellung aller Dämmstoffe

auf Rohrstoffe, die in der Natur beinahe unerschöpflich

vorhanden sind, schnell nachwachsen

oder recycelt wurden – zum Beispiel Gestein und

Recyclingglas für Mineralwolle und eben zertifiziertes

Holz für Heraklith. Aus den Rohstoffen

entstehen in hochmodernen Produktionsanlagen

Dämmlösungen, die Gebäude energieeffizienter,

sicherer und komfortabler machen. Chemische

Flammschutzmittel wie Borate, die Naturdämmstoffen

häufig zugefügt werden müssen, um die

Sicherheit des Materials zu gewährleisten, kommen

bei Knauf Insulation Mineralwolle- und Heraklith

Holzwolle-Dämmstoffen nicht zum Einsatz.

Alleine am Standort Simbach weisen die

Wachstumspläne der Unternehmensleitung in

Richtung einer vielversprechenden Zukunft. Personelle

Verstärkung wird praktisch in allen Bereichen

des Unternehmens gesucht – sei es in der Verwaltung,

dem Vertrieb oder der Fertigung.

All das macht Knauf Insulation zum attraktiven

Arbeitgeber und Motor des nachhaltigen

Wachstums der Region und Heraklith zu einer

Erfolgsgeschichte, die eng mit Niederbayern verbunden

ist.

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50 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 51


Bauwirtschaft: Haas Fertigbau

Bauwirtschaft: Haas Fertigbau

Haas Fertigbau legt kräftig zu

Bauunternehmen l Haas ist eines der führenden Holzfertigbauunternehmen in Europa und legt schneller zu als der ohnehin kräftig

wachsende Markt: 24 % Steigerung der Verkaufszahlen im Jahr 2017. Auch für 2018 hat das Unternehmen ehrgeizige Ziele: Geplanter

Umsatz 2018: knapp 200 Mio. Euro, nach 180 Mio. in 2017. Dabei hilft, dass Holzbau voll im Trend liegt.

Haas Fertigbau in Falkenberg konnte im Jahr

2017 nicht nur absolut zulegen, sondern auch

Marktanteile gewinnen. Während der Holzfertigbau

2017 gegenüber dem Vorjahr einstellig wuchs,

verzeichnete Haas Fertigbau ein Plus von 24 %.

Holzbau ist im Trend. Diesen Eindruck bestätigen

auch die Zahlen des statistischen Bundesamtes,

das im Jahr 2017 eine weitere Steigerung der Baugenehmigungen

bei Ein- und Zweifamilienhäusern

in Holzbauweise verzeichnet.

„Wir haben gut verkauft 2017 und sind auch

sehr zufrieden mit der aktuellen Entwicklung im

neuen Jahr,“ hört man aus der Firmenzentrale

in Falkenberg: „Besonders erfreulich ist, dass

die Zuwächse aus allen Regionen kommen. Wir

konnten nicht nur in unserem Heimatmarkt Bayern,

sondern auch im holzbauaffinen Südwesten

und in der Mitte Deutschlands kräftig zulegen.“

„Wir bauen unseren Kunden ihr

Traumobjekt. Dabei garantieren

wir maximale Kosten- und Terminsicherheit

und machen ihnen die

Entscheidungen und das Leben

während der gesamten

Projektlaufzeit einfach.“

Xaver A. Haas,

Geschäftsführer Haas Fertigbau

Die klare Positionierung als Partner der Kunden

zahle sich aus, davon ist man überzeugt bei Haas.

Der Fertigbauanteil lag von Januar bis November

2017 mit 19,8 % deutlich über dem vergleichbaren

Wert im Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr

2016 betrug der Fertigbauanteil noch 17,8 %.

Für das Gesamtjahr 2017 geht die Branche

auch in diesem Jahr wieder von gut 100.000 Einund

Zweifamilienhäusern aus, die in Deutschland

genehmigt werden. Da der Trend zum Fertigbau

weiter anhält, dürfte der Fertigbauanteil in

Deutschland 2018 die Marke von 20 % überschreiten.

Um die mittelfristigen Wachstumsziele auch in

der Abwicklung realisieren zu können, wurden bereits

Investitionen für die Zukunft eingeleitet, wie

Beispiele aus den Haas-Geschäftsbereichen: Der Bau von teil- und schlüsselfertigen Gewerbe- und Industrieprojekten ist seit den 80er Jahren eine tragende

Säule des Haas Geschäftsmodells. Ein- und Zweifamilienhäuser sind das Hauptgeschäft von Haas Fertigbau – mit über 60 % Anteil am Umsatz des Unternehmens.

Seit über 45 Jahren werden bei Haas Gebäude für die Landwirtschaft gebaut (15 % Umsatzanteil);

Unten rechts: Unternehmer-Familie Haas: (hinten, v. li.): Xaver A. Haas, Dr. Tanja Haas-Lensing, Katharina Haas, vorne: Xaver Haas, Marianne Haas.

z. B. die Erweiterung der Kapazität am Standort

Falkenberg mit einer vollautomatischen Wandlinie,

die seit Mai in Betrieb ist.

Im Anfang des Jahres neu eröffneten Kundenforum

bietet Haas eine zentrale und übersichtliche

Anlaufstelle für alle Haas-Bauherren

und Bauinteressierten. Von hier haben sie Zugang

zu drei Etagen und insgesamt 3.000 qm Ausstellungsfläche

mit Produkten von 39 Herstellern, zum

Schulungszentrum sowie zum Musterhauspark und

zu Werksführungen. In der modernen Ausstellung

erhalten Bauherren und solche, die es werden wollen,

von kompetenten Fachberatern ganz konkrete

Gestaltungsvorschläge für Fenster-, Türen, Bodenbeläge,

Treppenanlagen, Beschattungssysteme,

Bäder, Heizung und Sanitär.

„Die Prioritäten unserer Bauherren

hinsichtlich Gebäudeautomation,

Sicherheit oder Design sind

einfach ganz individuell. Deshalb

hat jeder Kunde innerhalb dieser

Themen die Möglichkeit,

Ausstattungspakete zu wählen,

die den persönlichen Schwerpunkten

perfekt gerecht werden.“

Xaver A. Haas,

Geschäftsführer Haas Fertigbau

Inspiration und Information für Bauherren auf 3.000 qm Ausstellungsfläche

im neuen Kundenforum in Falkenberg.

Die Ausstattungsberater von Haas haben aufgrund

ihrer jahrelangen Erfahrung in der Beratung

von Bauherren und der intensiven Zusammenarbeit

mit namenhaften Herstellern eine Produktauswahl

getroffen und darüber hinaus Ausstattungspakete

zusammengestellt, die auf unterschiedliche

Bedürfnisse und Budgets abgestimmt sind.

„Damit man nicht vor lauter Auswahl gar nicht

mehr weiß, was sinnvoll und richtig ist, haben

wir für unsere Kunden Pakete zusammengestellt,

die Sinn machen. Viele Entscheidungen rund um

das Bauvorhaben können und wollen wir unseren

Kunden nicht abnehmen. Schließlich bauen wir für

jeden Bauherren sein ganz individuelles Zuhause.

Wohl aber können wir ihnen die Entscheidungen

leicht machen, indem wir unsere Erfahrung einbringen

und konkrete Vorschläge an die Hand geben“,

so Haas.

Mit dem neuen Aushängeschild an der Firmenzentrale

in Falkenberg hat Haas den Mehrwert

der großen Ausstellung mit angeschlossenem

Musterhauspark für Bauinteressenten und Bauherren

weiterentwickelt und ein ganzheitliches

Kundenforum geschaffen: Wege wurden verkürzt,

Produktbereiche thematisch zusammengefasst,

anwendungsbezogene Gestaltungsvorschläge statt

Einzelexponaten ausgestellt.

Dabei bleibt genügend Raum für individuelle

Beratung und Verwirklichung von ganz besonderen

Anforderungen. Auch für Rückzugsraum und

angenehme Pausen ist gesorgt: Das hauseigene

Café Siesta lädt zur Stärkung ein und bietet einen

zentralen Platz für Erholung und Snacks, das zentral

gelegene Kinderland bietet die Möglichkeit zum

Spielen für die kleinsten Gäste.

n

Haas ist ein Familienunternehmen

in der Fertigbaubranche, das seit 45 Jahren

im gehobenen Segment Einfamilienhäuser,

Gewerbe- und Industriebauten

sowie landwirtschaftliche Bauten in Holzund

Hybridbauweise als Teil- oder Komplettanbieter

plant, produziert und errichtet,

aber auch neue Geschäftsbereiche, wie

Bausätze für Zimmereien und Bauunternehmen

sowie Wohnbau erschließt.

Das Unternehmen beschäftigt rund 1.000

Mitarbeiter und ist mit Gesellschaften in

Deutschland, Österreich und Tschechien

regional verwurzelt, aber – insbesondere

durch exportfähige Bauteillieferungen im

B2B-Geschäft – auch in benachbarten

Ländern Zentraleuropas tätig.

Haas Fertigbau

Die Geschäftsbereiche sind:

Hausbau: Ein- und Zweifamilienhäuser

in Holzfertigbauweise als

Ausbauhäuser oder in variablen

Stufen bis zum schlüsselfertigen

Gebäude (62 % Umsatzanteil)

Gewerbe- und Industriebau:

Bürogebäude, Produktions- und

Lagerhallen (16 % Umsatzanteil)

Landwirtschaftsbau: Ställe,

Hallen, Reitanlagen (15 % Umsatzantei)

Holzbausysteme: Konstruktionsbausätze,

Wand-, Dach- und Deckensysteme für

Zimmereien und Bauunternehmen (4 %)

Wohnbau: mehrgeschossiger Holzbau

für Geschosswohnbau, Wohnheime,

Kliniken (3 %)

Haas Fertigbau repräsentiert über 90 %

der Gruppenleistung: Daneben gibt es

noch eine regionale Bauträgertätigkeit.

52 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 53


Bauwirtschaft: Unternehmensgruppe Laumer

Bauwirtschaft: Unternehmensgruppe Laumer

Das Verwaltungsgebäude der Laumer-Firmengruppe in Massing mit Übergang zum Erweiterungsbau „Büro am Bahnhof“. Dieses entstand 2009 aus Betonfertigteilen

und Raummodulen aus dem eigenen Werk, nach einem Entwurf des hauseigenen Architekten. Es wurde von der Bayerischen Architektenkammer

in die „Architektouren 2010“ aufgenommen. Daneben die Raummodul-Halle. Sie beherbergt eine der ersten vollflexiblen Raummodulschalungen Europas

mit 1.800 Kombimöglichkeiten an Länge, Breite, Höhe und Wandstärken sowie eine weitere Schalung, mit der Garagen bis zu neun Metern Länge hergestellt

werden. Der Bau selbst ist architektonisch gestaltet mit Bändern aus (von unten nach oben) braun durchgefärbtem Beton, Weißbeton und Graphic Concrete mit

einem Muster aus dunklen Linien auf beigem Untergrund. Mit einem am Kran hängenden Raummodul zeigt das Fotobeton-Beispiel an der Südseite das Produkt,

das in der Halle entsteht. Die Flachdachkonstruktion mit gedämmten Holzbalkendachelementen wurde ebenfalls im eigenen Werk gefertigt. Das rechte Bild zeigt

aus der Luft, wie das Unternehmen nach und nach mehr auf 75.000 qm gewachsen ist und aus allen Nähten platzt.

Aus Leidenschaft gebaut

Bauunternehmen l Die Unternehmensgruppe Laumer aus Massing ist ein klassisches Beispiel, wie mittelständische Familienbetriebe

durch Leidenschaft, engagierte Arbeit und Innovationskraft die Wirtschaft voranbringen und maßgeblich zum deutschen Wohlstand

beitragen, ohne viel Aufhebens davon zu machen. Hier Ingrid Laumer im WirtschaftsLEBEN-Interview.

Frau Laumer, was machte das über Jahrzehnte hin kontinuierliche

Wachstum Ihres Unternehmens möglich?

Als mein Schwiegervater 1956 das Unternehmen gründete,

tat er das als begeisterter Bauingenieur. Ihm ging

es darum, den technischen Fortschritt auf dem Bausektor

mitzugehen und mitzugestalten. Er war ein Tüftler

mit Leidenschaft.

Was ja nicht zwingend zum geschäftlichen Erfolg führt.

Das Tüfteln hatte natürlich auch immer die beste und

wirtschaftlichste Lösung für den Bauherrn als Bezug.

Das Prinzip Laumer ist Leidenschaft?

Jedenfalls hat sie ansteckend gewirkt, sie hat sich auf

seinen Sohn übertragen, auf die ganze Familie – und

auch auf die Belegschaft, die von dieser Firmenphilosophie

bis heute durchdrungen ist. Auch der erste unserer

beiden Söhne ist bereits mit Leidenschaft in der Firma.

Wir wollten einfach immer besser werden.

Ihr Unternehmen hebt sich vom Markt auch durch eine

besondere Vielfalt und Flexibilität in den Leistungen ab,

während andere sich immer stärker spezialisieren. Hilft

das, konjunkturelle Schwankungen besser zu meistern?

Ja, aber vor allem, weil wir dadurch unterschiedlichste

Zielgruppen bedienen können. Wir bauen sowohl für Industrie

und Gewerbe als auch für die Landwirtschaft und

mit unseren Fertiggaragen und dem Modulbau auch für

den Wohnbau und den Privatkunden. Wenn eine Sparte

schwächelt, kann häufig eine andere ausgleichen.

Die Vielfalt unserer Leistungen kommt aber eigentlich

gar nicht aus solchen Überlegungen heraus, sondern

leitet sich in erster Linie von einem allgemeinen Inte-

Im Familienunternehmen Laumer sind derzeit drei Generationen tätig. Neben Firmenchef Richard Laumer

(2. von links), seiner Frau Ingrid und seinem Bruder Christian (2. v. re.) arbeitet bereits Sohn Moritz in der

Firma mit. Aber auch Seniorchefin Dorle Laumer ist immer noch im Geschäft.

resse für neue Technologien am Bau ab. Es kam einfach

eins zum anderen.

Am Anfang war da ja ein Ingenieurbüro.

Aber es dauerte nicht lange, bis die Firma in die Produktion

ging – mit Betonfertigteilbau, der damals ja

eine Revolution darstellte und das Bauen zu einem Gutteil

von der Baustelle ins Werk verlagerte. In den 1960er

Jahren dann wurden erstmals ganze Gebäude im Werk

hergestellt und fertig angeliefert: die Fertiggarage hat

ihren Siegeszug angetreten, und mit ihr wurde Laumer

dann auch erst richtig bekannt.

Wie kommt man von Betonfertigbau zum Holz?

Das war in den 1970er Jahren. Die sogenannte „Nagelplatte“

ermöglichte, dass das Prinzip der Vorfertigung

auch auf den Holzbau übertragen werden konnte. So

entstand bei Laumer die Holzbauabteilung.

Nagelplatte?

Das sind Verbindungsstücke aus Metall, die neue Möglichkeiten

im Holzbau eröffnet haben, eben auch eine

weitergehende Vorfertigung im Werk.

Hätten wir noch den Bereich Sanierung ...

Mein Schwiegervater wälzte ja in jeder freien Minute

Fachliteratur und wurde 1980 auf ein Schweizer Verfahren

aufmerksam, mit dem Bauwerke nachträglich

verstärkt werden können, z. B. wenn sie aufgestockt

oder anders genutzt werden und dafür etwa Fenster

oder Türen ausgeschnitten werden müssen – schon war

die Abteilung Bausanierung geboren.

Auf Ihrer Internetpräsenz findet man auch eine

Laumer CSV Bodenstabilisierung. Wir nehmen an, das

hat nichts mit Fußbodenbelag zu tun?

Es geht um den Untergrund der Bauwerke. Heute

wird auf immer schlechteren Böden gebaut, und die

müssen dann eben ertüchtigt werden. 1999 ergab sich

die Möglichkeit, eine Firma zu übernehmen, die darauf

spezialisiert war – seither gibt es die Laumer CSV Bodenstabilisierung.

Vergangenes Jahr haben Sie eine sogenannte Raummodulschalung

in Betrieb genommen, mit der besonders

maßflexible Stahlbeton-Raummodule gefertigt werden

können, ein weiterer Schritt zur Automatisierung?

Es ist die konsequenteste Form des Fertigteilbaus und

mit einem enormen Zeitgewinn verbunden. Für sich

betrachtet, ist diese Schalung nicht als Schritt zur Automatisierung

zu sehen. An ihr stehen genauso viele

Arbeiter wie an vergleichbaren Schalungen. Sie kann

nur wesentlich mehr, und liefert eine noch bessere,

praktisch perfekte Qualität.

Heißt aber doch, dass auch höchste Qualitiät mit immer

weniger Personal geht.

Natürlich spart Raummodulbau Personal auf der Baustelle

ein. Aber genau das macht diese Bauweise so

zeitgemäß und zukunftsträchtig.

Wie das.?

Weil überall Fachkräfte fehlen. Auch bei uns. Vor allem

solche, die auch bereit sind, an auswärtigen Baustellen

zu arbeiten. Das beginnt schon bei den Ausbildungsplätzen,

die teilweise frei bleiben.

Was ist Ihr wichtigstes Standbein?

Insgesamt schon eher Beton. Aber auch der entwickelte

sich weiter – und gerade in jüngster Zeit mehr denn

je. Mit dem Zuschlag von Granulaten und Pigmenten

„Neben Fachkräftemangel macht

uns die Tendenz zur Überregulierung

sehr zu schaffen,

zumal manche Regelungen überhaupt

nicht nachvollziehbar sind.“

konnten Sonderbetone hergestellt werden, die die Aufmerksamkeit

von Architekten und Künstlern erregten.

Beton als Design-Element?

Auch das. Die Entwicklung des Architekturbetons fiel

bereits in die Zeit meines Mannes und wurde inzwischen

von unserem Sohn aufgegriffen, der sich mit

Feuereifer darum kümmert: Textilbeton, Graphic Concrete,

Fotobeton sind hier Stichworte für neueste Verfahrenstechniken.

Heute bauen Sie aber auch ganze Gebäude.

Natürlich lag es irgendwann nahe, die Kompetenzfelder

zusammenzuführen. Außerdem hatten viele Bauherren,

vor allem aus dem Gewerbebereich, den Wunsch, alles

aus einer Hand und damit mehr Planungs- und Kostensicherheit

zu bekommen. Diese Aufgabe übernimmt seit

den 1990ern unsere Komplettbau GmbH, die sich als

Generalunternehmer um alle Gewerke kümmert, um ein

Bauwerk am Ende schlüsselfertig zu übergeben.

Was bedeutet Digitalisierung konkret für die zukünftige

Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens?

Die Digitalisierung durchdringt alle Bereiche, von der

Planung über die Verwaltung bis zur Produktion. Bereits

heute wird zum Beispiel unsere Mattenschweißanlage

für die Herstellung der Bewehrung vom Ingenieurbüro

aus direkt mit den Produktionsdaten gefüttert. In aller

Munde ist BIM, Building Information Modeling oder zu

Deutsch Bauwerksmodellierung. Dabei geht es um die

gesamtheitliche Planung, Ausführung und Bewirtschaftung

von Gebäuden mit Hilfe von Software. Wir arbeiten

bereits mit BIM-Programmen.

Wohin entwickelt sich, Stichwort Industrie 4.0, die

Bauwirtschaft? Bauen bald Automaten ganze Gebäude?

Dass so auch ganze Gebäude entstehen können, wurde

in Russland und China schon vorgeführt. Trotzdem

klingt es in meinen Ohren noch sehr nach Zukunftsmusik.

Mit dem Thema wird sich vielleicht die nächste

Generation auseinandersetzen müssen.

Was sind aktuell die größten Herausforderungen?

Was uns zu schaffen macht, ist eine Überregulierungstendenz.

Ob das Genehmigungsverfahren sind, die sich

über Gebühr in die Länge ziehen, starre Regelungen wie

das Arbeitszeitgesetz, die Anforderungen, die mit dem

neuen Datenschutzgesetz gestellt werden – die Verwaltungsaufgaben

nehmen immer mehr Raum ein. Manche

Vorgaben sind auch überhaupt nicht nachvollziehbar.

Was wäre das z.B.?

Wir dürfen seit Januar 2017 keine zwei Garagen

mehr zusammen transportieren. Statt des Anhängers,

mit dem bislang die zweite Garage einfach mitgezogen

wurde, muss jetzt parallel ein zweites, schweres

Fahrzeug fahren. Für uns bedeutet das hohe zusätzliche

Kosten – zusätzliche teure Fahrzeuge, zusätzliche

Fahrer – und auch die Umwelt muss das Doppelte an

Emissionen verkraften.

Beschäftigen Sie Migranten oder würden Sie welche

beschäftigen, wenn es sich anböte?

Mitarbeiter mit Migrationshintergrund gehören seit

Jahrzehnten zu unserer Stammbelegschaft; sie kommen

aus aller Herren Länder. Trotzdem ist bei uns der

Anteil vergleichsweise niedrig, und es dominiert auf alle

Fälle das Bayerische. Für Neuankömmlinge ist das oft

schwierig, und die Sprachbarriere, mit der die meisten

von Haus aus zu kämpfen haben, wird dadurch eher

noch höher.

n

54 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 55


Bauwirtschaft: Mayerhofer GmbH

Bohrpfahlherstellung in sehr beengten

Verhältnissen an der Porta praetoria in Regensburg.

Bauwirtschaft: Mayerhofer GmbH

Je schwieriger,

desto lieber

Ingenieurbau l Die Firma Mayerhofer Hoch-, Tief- u. Ingenieurbau GmbH hat sich einen

Namen mit der Abwicklung anspruchvoller Projekte gemacht. Das familiengeführte,

mittelständische Bauunternehmen bietet mit 125 Mitarbeitern um ein Vielfaches

größeren Konkurrenten bei öffentlichen Aussschreibungen auf höchstem Niveau des

Ingenieurbaus die Stirn. Hier schildert Geschäftsführer Christian Mayerhofer im

Gespräch mit WirtschaftsLEBEN, worauf es dabei ankommt.

Herr Mayerhofer, was ist Ihr USP, was haben Sie, was

die Großen nicht haben?

Mein Vater hat sich von Anfang an auf Ingenieurbau

spezialisiert, die Firma hat sich immer weiterentwickelt,

ein entsprechendes Knowhow ist im Laufe der

Jahre gewachsen. Sowohl draußen auf der Baustelle

wie auch im Büro, bei Bauleitern und Kalkulatoren. Wir

können schwierigste Aufgaben erfolgreich meistern – je

schwieriger, desto lieber. Weil wir dafür das top qualifizierte

Personal haben und die modernste Gerätetechnik.

Geht es nicht letztlich bei den Ausschreibungen um die

Kosten?

Natürlich, unsere Auftraggeber kommen ja zu rund

85 % aus dem öffentlichen Sektor, sind also haushaltsorientierte

Körperschaften.

Und wie punkten Sie?

Zum Knowhow kommen bei uns die kurzen Wege,

wir sind schlank organisiert, vor allem im Büro- und

Verwaltungsbereich. Wir müssen keinen Wasserkopf

mitfinanzieren.

Laufen Sie bei der Fülle und Größe der Aufträge nicht

ständig Gefahr, sich zu verheben?

Da müssen wir natürlich schwer aufpassen. Da muss

vor allem die Vorplanung der Projekte sehr gut passen,

damit am Ende Qualität und Termin stimmen. Termintreue

und Qualität sind unser A und O.

Und bei uns ist die Zusammenarbeit eher partnerschaftlich,

mehr ein Miteinander als mit Konzernen, wo

das Ganze mehr anonym und und nach formaljuristischen

Kriterien abläuft. Auch das ein großes Plus, das

wir gegenüber Großfirmen haben.

Wenn Sie mit 125 Mitarbeitern den gleichen Leistungsumfang

abdecken wie andere mit weit mehr als 1.000

Mitarbeitern, wo ist da das Geheimnis?

Zunächst einmal: Da viele Aufträge abzuarbeiten sind,

würden wir gerne Leute einstellen, aber der Arbeitsmarkt

ist leer.

Und dann: Die 125 eigenen Leute sind natürlich nicht

alles. Wir behelfen uns mit ausländischen Werksvertragsfirmen

und auch mit Leiharbeit.

Werksverträge, da denkt man an polnische Subunternehmen,

deren Mitarbeiter ausgebeutet werden ...

Das gibt es so bei uns nicht. Wir arbeiten mit wenigen

Firmen schon viele Jahre zusammen. Die müssen alles

nachweisen – vor allem, dass sie in Deutschland auch

die Sozialabgaben usw. entrichten, alle gesetzlichen Auflagen

erfüllen und einen anständigen Stundenlohn bezahlen.

Das geht im Ingenieurbau auch gar nicht anders, weil

du qualifizierte Leute mit Knowhow brauchst.

Stellen Sie sich dauerhaft auf solche Organisationsstrukturen

ein?

Das müssen wir. Die Fachkräftesituation wird nicht besser

werden, ich fürchte sogar: noch schlimmer.

Wie das?

Ich habe z. B. Bedenken, wie wir überhaupt noch Knowhow

im Unternehmen generieren sollen, wenn die heutigen

kompetenten Leute nach und nach altersbedingt

ausscheiden und zu wenig Nachwuchs da ist.

Aber es kommen doch Ingenieure nach, mehr junge

Leute denn je studieren, auch für Ihre Branche.

Die Bachelor-Studiengänge bescheren uns Bewerber,

die teilweise nicht die Qualifikation haben, die wir brauchen.

Bachelor geht relativ einfach, aber der Ingenieur

von früher ist das nicht einmal annähernd. Die kommen

rein und meinen, wie gut sie sind, aber dann stellen sie

fest, dass sie gnadenlos überfordert sind.

Ich bin davon überzeugt, dass früher solche Leute eher

in die Berufsausbildung gegangen wären; bei uns z. B.

Bauzeichner gelernt hätten, und dadurch viel mehr

praktische Kompetenz erworben hätten,

Fehlt den Bachelorabsolventen einfach die Praxisnähe?

Ja, und vor allem fehlen diese Leute im Handwerk.

Ohne diese Bachelor-Studiengänge hätten wir das

Nachwuchsproblem im Handwerk wahrscheinlich nicht

so stark.

Beschäftigen Sie Migranten?

Derzeit nein.

Würden Sie, wenn es sich anböte?

Prinzipiell ja. Im Moment geht das bei uns schon wegen

der Sprache in der Regel nicht. Unsere Abläufe sind

vergleichsweise komplex. Dazu kommt häufig der Druck

Mayerhofer-Baustellen: Oben Autobahnkreuz

München Ost – Rück- und Neubau

mit Erweiterung, inkl. Verkehrswegebau.

draußen auf der Baustelle. Da muss die Kommunikation

reibungslos sein. Aber auch die Qualifizierung würde in

den meisten Fällen lange dauern.

Gute Erfahrungen machen wir mit Leuten aus dem früheren

Jugoslawien, Kroatien vor allem. Da stimmt die

Qualifikation eher und sie haben teilweise auch sehr

gute Deutschkenntnisse.

Sie arbeiten unter anderem derzeit an zwei Autobahnbaustellen,

eines davon ein Teilstück der A 94, wie läuft

es aus Ihrer Sicht?

Das ist einmal das Autobahnkreuz in Feldmoching,

A 99 und dann noch das Autobahnkreuz München Ost,

A 94. Das läuft beides ganz gut, aber solche Projekt sind

schon auch eine Herausfoderung.

Inwiefern?

Der Verkehr soll so wenig wie möglich behindert wer-

„Wir können Maßnahmen

abwickeln, die sich vom

Engineering her auf absolut

höchstem Standard bewegen.

Je schwieriger, desto lieber.“

Geschäftsführender Gesellschafter

Dipl.-Ing. (FH) Christian Mayerhofer.

Rechts: Überführungsbauwerk

als Monobogen an der A 3 bei Aschaffenburg.

den. Die Termine sind entsprechend eng gestrickt. Und

der Auftraggeber verlangt an so exponierten Stellen

Tageslichtbaustellen. D. h., da muss möglichst von Sonnenaufgang

bis Sonnenuntergang gearbeitet werden.

Arbeiten dann dort zwei Schichten?

Das ist die Herausforderung, da sind es ja im Sommer

vielleicht 16 Stunden am Tag. Die BG Bau begrenzt die

Arbeitszeit auf 10 Stunden, inklusive Hin- und Rückweg.

Bei 16 Stunden läuft es auf zwei 8-Stundenschichten

hinaus, die Leute wollen aber lieber länger arbeiten,

als nach 8 Stunden im Container zu sitzen. Denn um

heimzufahren sind sie zu weit weg. Dazu kommt als

Kostenfaktor: jede Übergabe ist natürlich Zeit- und damit

Leistungsverlust ...

Sind Sie im Zeitplan?

Ja, unsere Projekte werden termingerecht fertig.

Wie sind Sie eigentlich in Simbach beim Hochwasserschutz

dabei?

Das erste Projekt, das realisiert wurde, haben wir ausgeführt.

Das war eine Wand zur Sicherung bestehender

Deiche, wo wir bei der Ausschreibung auch stark unter

Konkurrenz gestanden sind.

Das zweite ist momentan in der Ausschreibungsphase,

da werden wir sehen, ob wir zum Zuge kommen. Es ist

natürlich immer schöner, wenn man die Baustellen vor

Ort hat und die Leute nicht in ganz Bayern rumfahren

müssen. Aber was zählt, ist das günstigste Angebot. So

Firmensitz in Simbach: „Top qualifiziertes Personal

und modernste Gerätetechnik.“

ist das nun mal.

Was ist das für ein Projekt, das gerade in der Ausschreibung

ist?

Das ist jetzt in Fließrichtung gesehen die rechte Seite.

Wieder eine Dichtwand aus überschnittenen Ortbetonpfählen,

inklusive Deichbau.

Anschließend kommen dann noch diverse Brücken und

Hochwasserschutzmauern sowie Ausbaumaßnahmen.

Sie stecken ja gerade mittendrin in solchen Arbeiten, in

der Deggendorfer Gegend.

Ja, wir sind dort mit sämtlichen Maßnahmen im Hochwasserschutz

beauftragt, die mit Beton zusammenhängen.

Da haben wir einschlägige Expertise.

Thema Digitalisierung. Was bedeutet das konkret für

Ihre zukünftige Konkurrenzfähigkeit? Über Büroabläufe,

Planung usw. hinaus.

Digitalisierung wird auch draußen auf der Baustelle immer

wichtiger. Vermessung z. B.. läuft immer mehr über

GPS. Die Großbaustellen brauchen Internet, da ist in

der Regel auch der Bauleiter vor Ort, muss schnell reagieren

können. Handy reicht da nicht mehr. Da ist ein

PC angesagt. Und auch bei kleineren Baustellen ist das

mehr und mehr notwendig. Weil es oft um komplexe

Informationen geht. Austausch von Plänen etc.

Und Automatisierung auf der Baustelle?

Automatisierung auf der Baustelle ist schwierig. Da

geht es allenfalls um die Erhöhung des Fertigteileinsatzes.

Oder um die Schalungsvorbereitung, soweit sie im

Werk gemacht werden kann.

Aber insgesamt ist bei uns im Ingenieurbau jeder Arbeitsschritt

so individuell, dass eine Automatisierung

kaum denkbar ist.

Ein Roboter, der eine Autobahn baut, ist noch Science-

Fiction?

Natürlich gibt es schon Maschinen, die so manche

menschliche Qualifikation überflüssig machen. Bagger

z. B., die anhand von einem 3-D-Modell automatisch die

Geländekontur usw. herstellen.

Was genau kann so ein Bagger? Der sieht doch nicht,

ob z. B. ein unvorhergesehenes Hindernis auftaucht, ein

Kabel z. B.

Das nicht, da muss der Baggerfahrer schon präsent

sein. Aber der Bagger kann die Struktur von einem Erdkörper,

einem Aushub oder Damm oder ähnlichem genauso

herstellen, wie es im 3-D-Modell vorgegeben ist.

Der Fahrer muss dann nur noch Hebel ziehen oder

Knöpfe drücken und ein wenig überwachen. Er braucht

nicht mehr die ganze Motorik des Baggers beherrschen

und nicht das Feingefühl der heutigen Baggerfahrer.

Dann werden sich diese Bagger und ähnliche Maschinen

doch in den nächsten 10 bis 20 Jahren durchsetzen,

spätestens wenn die alten abgeschrieben sind.

Natürlich, weil das wieder eine Erleichterung ist, Stichwort

Facharbeitermangel.

Sonstige Herausforderungen am Horizont?

Wie vorher schon angedeutet: Der Nachwuchs. Wir

würden gerne viel mehr Lehrlinge ausbilden. Aber leider

hat das Handwerk nicht mehr den Stellenwert, den es

früher hatte.

Und das, obwohl Facharbeiter heute gut verdienen und

manchen Akademiker hinter sich lassen.

Derzeit hört man ja eher, dass Handwerksbetriebe ihre

Mitarbeiter zu schlecht bezahlen, um für den Nachwuchs

attraktiv zu sein, der auch die Option eines

Studiums hat ...

„Man hat Verantwortung, und es

macht ja auch Spaß.“

Wir zahlen mindestens Tariflöhne, teilweise deutlich

darüber ... Dazu kommen Auslösen, wenn die Leute

unterwegs sind. Und es gibt ja auch viele Aufstiegsmöglichkeiten.

Was treibt einen als Unternehmer an, sein Leben so

sehr an der Entwicklung der Firma auszurichten?

Zwölfstundentag, Arbeit am Wochenende ...

Ich bin da hineingewachsen, war mit 13 das erste Mal

auf der Baustelle, Ferienarbeit. Meine Eltern haben das

Unternehmen aufgebaut. Da wird man früh gefordert.

Und entsprechend hat man sozusagen den Unternehmergeist

von klein auf eingeatmet. Das ist dann eine

grundlegende Einstellung: Dass Leistung nichts Schlimmes

ist, sondern eher was Positives.

Der Leistungswille also treibt einen an?

Hinzu kommt: Man hat Verantwortung. Man muss die

Arbeit herbringen für die Leute. Die gehen mit mir

durch dick und dünn und genauso muss ich handeln.

Und natürlich möchte man immer sein Unternehmen

weiterentwickeln.

Nicht zu vergessen: Es macht Spaß. Von daher ist das

für mich keine Belastung, sondern ich mache es gerne.

Freilich gibt es Zeiten, wo man seine Bedenken hat, wie

es weiter geht und ob das alles so funktioniert, wie man

es sich vorstellt.

Aber deswegen ist man ja Unternehmer geworden, dass

man das Positive sieht und daran arbeitet, die nötigen

Voraussetzungen zu schaffen, dass es funktioniert. n

56 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 57


Hersteller: happy rain Würflingsdobler GmbH

Hersteller: happy rain Würflingsdobler GmbH

happy rain Gelände in Simbach.

Claudia Würflingsdobler mit Mutter Ilse und

Vater Klaus.

Regenschirmproduktion: Sehr viele Einzelteile, die in einzelnen Arbeitsschritten zusammengesetzt werden müssen, überwiegend in Handarbeit.

Für die happy rain Fertigung sind mehr als dreitausend Beschäftigte an den Standorten in China und Kambodscha tätig.

Teamwork Makes the Dream Work

Hersteller l Die happy rain Würflingsdobler GmbH in Simbach ist ein echter Global Player und eine der führenden Adressen Europas

in Sachen Regenschirm. happy rain verkauft weltweit viele Millionen Regenschirme jedes Jahr. Ob Lederwarenfachhandel, renommierte

Großkaufhäuser, Schuhhändler und -ketten, Drogerie- und Parfümerieketten: Sie alle beziehen Schirme aus Niederbayern.

Claudia Würfingsdobler erzählt im WirtschaftsLEBEN-Gespräch, wie das funktioniert.

Frau Würflingsdobler, Ihr Unternehmen hat in 41 Jahren

eine fast märchenhafte Entwicklung vom Kleinbetrieb

zum Marktführer Europas hingelegt. Was sind die

Erfolgsfaktoren?

Für ein mittelständisches Unternehmen, das damals mit

einer kleinen Produktion in den privaten Wohnräumen

meiner Eltern begann, hört sich das wirklich märchenhaft

an. Am Ende ist es aber das Ergebnis von großer

Leidenschaft für das Produkt, harter Arbeit der gesamten

Belegschaft, weitsichtiger Managemententscheidungen

sowie absoluter Kundenorientierung und -nähe.

Was heißt das konkret?

Gelebte Kundennähe erfordert einen ständigen Austausch,

intern genauso wie mit Handelspartnern, Produktionspartnern,

Designern, Spezialisten – sodass

wir am Ende für jeden Kunden ein auf seine Wünsche

abgestimmtes Konzept präsentieren können. Daneben

ist unsere Basis ein sehr loyales Team von Mitarbeitern.

Teamwork makes the dream work – das leben wir bei

happy rain jeden Tag.

Bis zu diesem Punkt könnten das viele Firmen sagen ...

Dazu kommt: man muss im richtigen Moment effiziente

Entscheidungen treffen, auch Risiken auf sich nehmen.

Da hat happy rain in den letzten Jahrzehnten viel richtig

gemacht. Politische Verschiebungen und wirtschaftliche

Umbrüche brachten Chancen und Risiken mit sich, aber

die Gründergeneration hat es meisterlich verstanden,

„Am Ende ist es aber das

Ergebnis von großer Leidenschaft

für unser Produkt, harter Arbeit

unserer gesamten Belegschaft,

weitsichtiger Managemententscheidungen

sowie absoluter

Kundenorientierung.“

die Chancen zu nutzen und die Risiken zu umschiffen.

Was ist z. B. so ein richtiger Moment gewesen?

Unsere Branche durchlebte in den letzten drei Jahrzehnten

– schon lange vor der Digitalisierung – einen

rasanten Umbruch. Von zig deutschen Anbietern und

Unternehmen im Regenschirmbereich ist gerade mal

eine Handvoll übrig geblieben. Den prominentesten Untergang

hat sicher die Firma Knirps/Bremshey hingelegt,

die bekannteste deutsche Marke im Regenschirmbereich,

die den Anforderungen des sich ändernden

Marktumfeldes einfach nicht mehr gewachsen war.

Was haben die falsch gemacht?

Großes Bild: Wilhelmine Wulff_pixelio.de; alle anderen: happy rain Würflingsdobler GmbH

Sie haben vor allem die Globalisierung verschlafen.

happy rain hat rechtzeitig große Teile der Produktion

in asiatische Länder verlegt, wo heute mehr als 90 %

der weltweiten Regenschirmproduktion stattfindet, um

die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, und neue Märkte

wurden konsequent und mit intelligenten Konzepten

erschlossen.

Ihr Produktsortiment zeugt von schier endloser Ideenvielfalt.

Ist noch Luft nach oben?

Es wäre schlimm wenn es anders wäre. Wir sind immer

nah am Trend, tauschen uns mit findigen Köpfen aus,

testen neue Erfindungen auf ihre Marktreife, suchen

Lösungen für die Probleme unserer Kunden und verlieren

dabei eins nie aus den Augen: den Spaß und die

Leidenschaft für unser Produkt.

Wir haben noch einen ordentlichen Fundus an Ideen, an

denen wir weitertüfteln…

Ist der Schirm schon ein Mode-Accessoire?

Der Schirm bewegt sich in einem sehr interessanten

Spannungsfeld zwischen notwendigem Gebrauchsartikel

und geliebtem Modeaccessoire. Deshalb bringen wir

jede Saison eine Vielfalt an neuen Modellen, Farben und

Designs, passend zu den neuesten Trends, und leben

trotzdem in der Gewissheit, dass schwarze Schirme in

jeder Ausprägung der absolute Bestseller bleiben werden.

Aber die saisonal wechselnden Kollektionen bringen

Abwechslung in die Schaufenster und ziehen Aufmerksamkeit

auf sich. Sie sind das Salz in der Suppe.

happy rain ist global unterwegs. Wo sind derzeit Ihre

wichtigsten Märkte und wo spielt die Musik in der mittelfristigen

Zukunft?

Unser Kernmarkt ist Mitteleuropa und hier insbesondere

Deutschland und Frankreich, wo wir über eine große

Marktdurchdringung verfügen. Aber auch die asiatischen

Länder und den Rest der Welt bedienen wir über

unser Schwesterunternehmen rain power, und dort gibt

es noch großes Wachstumspotenzial. Ebenso sehen wir

in unseren herkömmlichen Märkten große Chancen, die

uns die fortschreitende Digitalisierung bietet.

Was bedeutet Digitalisierung konkret für die zukünftige

Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens?

Das ist die nächste große Herausforderung. Doch wir

bei happy rain stellen uns dieser Herausforderung mit

der gleichen Neugier und Leidenschaft, die unser Handeln

immer geprägt hat. Eine spannende Zeit steht uns

bevor.

Was steht an?

Was gelebte Kundenorientierung angeht, eröffnen sich

natürlich völlig neue Möglichkeiten. Die Geschwindigkeit

in der Kommunikation steigt rapide, aber wir sehen

auch hier das Potenzial, noch besser, noch schneller

noch näher am Kunden zu sein.

Warum sind Sie eigentlich nicht als Online-Händler

tätig?

Sind wir natürlich indirekt, über viele Händler, die unsere

Waren im Sortiment haben. Überhaupt überlassen

wir den Absatz gern dem Handel. Die haben das Ohr

näher am Kunden und geben die Infos an uns weiter.

Allerdings machen wir uns jetzt in einzelnen Bereichen

dran: Werbeschirme z. B., die sind ja individualisiert und

dann meist in größerer Stückzahl.

Wohin entwickelt sich, Stichwort Industrie 4.0, ihre

Branche bei der Fertigung? Braucht es auf absehbare

Zeit noch Menschen in der Produktion?

„Wir legen größten Wert darauf,

dass unsere Produktionsstätten

nach modernen Standards zertifiziert

sind und die strengen Regeln

der BSCI eingehalten werden.“

Ein Regenschirm erfordert immer noch viel Handarbeit.

Er hat eben sehr, sehr viele Einzelteile, die in einzelnen

Arbeitsschritten zusammengesetzt werden müssen,

teilweise natürlich schon mit Maschinen, aber die werden

von Menschen bedient. Für die Fertigung unserer

Produkte sind mehr als dreitausend Menschen an den

Standorten in China und Kambodscha beschäftigt, das

wird auch in näherer Zukunft so sein.

Es tut sich nichts in Sachen Automatisierung?

Es steht momentan nicht an. Und es gibt derzeit auch

noch keine Bemühungen in diese Richtung.

Sind automatisierte Produktionsstraßen einfach zu

teuer?

Es lohnt sich nicht. Erst wenn die asiatischen Länder

soweit sind, dass die Lohnstückkosten sich dem westlichen

Niveau angleichen ...

Und intelligente Roboter kostenmäßig mithalten können

... Sind sie darauf vorbereitet?

Wir können auf lückenlose Jahre in den schwarzen

Zahlen zurückblicken und sind für die Zukunft gut gerüstet.

Entsprechend können wir bei Zeiten die Weichen

stellen.

Apropos Lohnstückkosten. Wie managen Sie die Arbeitsbedingungen

in den asiatischen Ländern?

Wir legen größten Wert darauf, dass all unsere Produktionsstätten

nach modernen Standards zertifiziert sind

und die strengen Regeln der BSCI für alle Produktionsstandorte

gelten und kontrolliert werden.

(BSCI: Business Social Compliance Initiative, d. Red.)

Was sind aktuell die größten Herausforderungen neben

der Digitalisierung? Drängen z. B. Unternehmen aus

Niedriglohnländern auf den Markt?

Natürlich drängen Direktvermarkter aus Niedriglohnländern

insbesondere über das Internet auf den Markt.

Aber ähnlich wie im Modebereich lernen die Konsumenten

am Ende recht schnell, dass die billig direkt

aus China gelieferten Schirme aus nicht zertifizierten

Betrieben nur selten den Ansprüchen der europäischen

Konsumenten oder auch nur den normalen rechtlichen

Vorschriften genügen.

Sie produzieren in Asien nach europäischen Kriterien?

Wir können garantieren, dass jeder Schirm, der unser

Haus verlässt, allen aktuellen europäischen Vorschriften

genügt und wir haben freiwillig die Latte beispielsweise

in der Freiheit von Schadstoffen noch höher gelegt. So

sind alle Produkte frei von Fluorcarbon in der wasserabweisenden

Beschichtung.

Gelten diese Qualitätskriterien auch für die Produktion

in Kambodscha?

Dafür gibt es ein mehrstufiges Qualitätssicherungssystem,

mit speziell dafür geschulten Inspektoren, die

bereits in der Produktion, vor Verschiffung und nach

Ankunft in Deutschland Qualitätskontrollen nach einem

bewährten System durchführen. Ebenso arbeiten wir

ausschließlich mit zertifizierten Produktionspartnern,

die unseren hohen Standards gerecht werden.

Ist Fachkräftemangel für Ihr Unternehmen ein akutes

Problem?

Wir konnten bisher alle vakanten Stellen zu unserer

Zufriedenheit besetzen. Das liegt aber auch daran, dass

die Mitarbeiterzufriedenheit uns sehr wichtig ist und

wir daher eine geringe Fluktuation haben. Viele Mitarbeiter

werden im Unternehmen für die entsprechenden

Stellen weiterentwickelt. Zudem ist die Lebensqualität

in der Region sehr hoch und besonders junge Familien

zieht es eher wieder aus den Metropolen zurück in die

ländlicheren Gebiete.

n

58 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 59


Handel WEKO

Handel WEKO

Oben: Hausansicht WEKO – „Fühlen Sie sich wie zu Hause“, bringt seit vielen Jahren die

Philosophie, auf den Punkt, die für alle Kunden, aber auch für die Mitarbeiter gilt.

Oben: Aufwändig inszenierte Wohnwelten für jeden Geschmack. Rechts: Unterschiedliche Restaurant-

Bereiche mit „Live Cooking“ und leckeren Buffets im WEKO-Restaurant.

Links: WEKO-Kinderland – verschiedenste altersgerechte Spielestationen, liebevoll

dekorierte Themenbereiche und eine zuverlässige Kinderbetreuung.

Familiäre Einrichtungsund

Karriere-Träume

Einrichtungshaus WEKO l Das Familien-Unternehmen WEKO steht im Jahr 2018 nicht nur für eine lange Handwerks- und

Einrichtungstradition, sondern hat es geschafft, sich fernab der Möbel-Giganten und Rabatt-Schlachten an seinen Standorten in

Pfarrkirchen und Rosenheim sowie dem Küchenfachmarkt in Eching mit ehrlichen, fairen Preisen, zuverlässiger Qualität und hervorragendem

Kundenservice fest zu behaupten. Das „bayerische Traditions- & Innovations-Unternehmen“ in Pfarrkirchen erfüllt

Einrichtungs- und Karriere-Träume.

Angefangen hat es 1948 mit einer kleinen

Schreinerei in Kohlstorf, mit der Alois Weber sein

Glück als Unternehmer versuchte und fand. WEKO

ist auch heute noch ein Familienunternehmen,

genauer: ein Möbelhaus in Pfarrkirchen und eines

in Rosenheim sowie ein Küchenfachmarkt in

Eching bei München, nicht zu vergessen die beiden

Schleudermaxx-Sonderpostenmärkte in Linden

und Rosenheim. „Fühlen Sie sich wie zu Hause“,

bringt seit vielen Jahren die Philosophie, auf den

Punkt, die für alle Kunden, aber auch für die Mitarbeiter

gilt. Insgesamt mehr als 1.100 genießen

Für Kunden will WEKO zudem immer weit

mehr als ein Möbelhaus sein. Die lebensnahen

Wohnwelten für jeden Wohnbereich sind auf einsichere,

faire und vielseitige Arbeitsbedingungen.

In Zeiten von „Job-Hopping“ und schnell wechselnden

Arbeitsplätzen schafft es WEKO, dass die

Mitarbeiter gerne bleiben. Und das oft für Jahrzehnte.

Der Anspruch: weit mehr

als ein Möbelhaus sein.

Die vielen Vorzüge der familiären Umgebung,

soziale Sicherheit, die vielschichtigen Aufstiegsmöglichkeiten,

die unterschiedlichen Fachbereiche

sowie der hohe Schulungseinsatz der für die Entwicklungschancen

der Mitarbeiter betrieben wird,

machen WEKO attraktiv. Nicht weniger als 155

Jubilare mit Firmenzugehörigkeiten bis zu 45 Jahren

wurden dieses Jahr wieder in einer Feierstunde

geehrt.

zigartige und liebevolle Weise in Szene gesetzt,

um die Besucher zu begeistern und zu inspirieren.

Das Zuhause soll dadurch gemütlicher, schöner

und behaglicher werden, egal ob mit klassischen

oder modernen Wohnelementen. Ob Küche, Wohnzimmer,

Esszimmer oder Badezimmer, ob kreative

Wohnaccessoires oder hochwertige Küchenmaschinen,

bei WEKO erhalten Kunden höchste Qualität,

faire Preise und beste Beratung. Dabei bietet

das Einrichtungsunternehmen perfekten Service

vor, während und auch nach dem Kauf.

Eine Leistung, die wahrgenommen und honoriert

wird. So holten sich „Bayerns schönste Einrichtungshäuser“

(WEKO) zum wiederholten Mal den

1. Platz im Deggendorfer, Mühldorfer, Passauer

und Rosenheimer Kundenspiegel, dabei ließen sie

manch namhafte Möbelhäuser hinter sich.

„Alles aus einer Hand“ – Der

WEKO-Handwerkerservice

Ein echtes Highlight, das sich in Pfarrkirchen

bewährt hat, ist der WEKO-Handwerkerservice.

Dieses einmalige, zusammen mit Strobl Wohnbau

angebotene Service-Paket bietet für WEKO-

Kunden neben der klassischen Einrichtung auch

verschiedenste praktische Zusatzleistungen wie

Abbrucharbeiten, Komplettsanierung, Heizungsbau,

Sanitärarbeiten, Elektroarbeiten, Malerarbeiten,

Trockenbau sowie Fliesen und Bodenbeläge.

Dank dieses „Rundum-Sorglos-Service“ aus einer

Hand kann sich der Kunde entspannt auf einen

einzigen Ansprechpartner und auf die eigentliche

Einrichtung konzentrieren. Zeitraubende Termine

mit verschiedensten Handwerkern gehören so der

Vergangenheit an.

Kulinarischer Hochgenuss mit

Blick auf den Gartlberg

„Unsere Mitarbeiter sind Grundstein

für das bisher Erreichte

und die Basis für

den zukünftigen

Erfolg.“

WEKO-Geschäftsführer

Bernhard Weber

Wer einen tollen Einkaufstag bei WEKO mit

der Familie, mit Freunden oder Geschäftskollegen

mit einem kulinarischen Highlight beschließen

möchte, hat dazu im WEKO-Restaurant die Möglichkeit.

Modernes Design, nationale und internationale

Gerichte, hervorragender Service und ein

wahrlich schöner Blick auf den Gartlberg machen

das Restaurant zum beliebten Treffpunkt in Pfarrkirchen

und der Region.

Spiel & Spannung für Kids im

WEKO-Kinderland

Damit der Einkaufsbummel nicht nur für

Erwachsene, sondern auch für alle Kinder zum

Abenteuer wird, nimmt WEKO die jüngsten Besucher

im WEKO-Kinderland mit auf eine spannende

Entdeckungsreise. Verschiedenste altersgerechte

Spielestationen, liebevoll dekorierte Themenbereiche

und eine zuverlässige Kinderbetreuung lassen

garantiert jede Langeweile vergessen.

Dass das Unternehmen immer wieder für neue

Ideen gut ist, zeigt das WEKO-Autokino: Schon im

dritten Jahr ist es in Pfarrkirchen und zum zweiten

Mal in Rosenheim ein riesiger Erfolg. n

60 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 61


Handwerk: Schreinerei Hartmann

Freizeit: Bella Vista

Links: Firmengebäude der Schreinerei Hartmann in Falkenberg-Taufkirchen. Rechts: Blick in die Brauerei-Gaststätte „Paulaner am Nockherberg“.

Die Schreinerei mit Referenzen

Schreinerei Hartmann l Die Schreinerei Hartmann hat sich nach einem Strategiewechsel

in wenigen Jahrzehnten zu einem überregional gefragten Gastronomie-Spezialisten entwickelt.

Jüngstes Vorzeige-Projekt: das „Paulaner am Nockherberg“.

Das vergangene Jahr war für die Schreinerei

Hartmann aus Taufkirchen bei Eggenfelden ein

besonders intensives. Grund: die Generalsanierung

des „Paulaner am Nockherberg“, geplant und realisiert

unter der Federführung des Eggenfeldener

Architekten Markus Frank, der es als eine Herausforderung

bezeichnete.

Immerhin sollte in eine bestehende Gastronomie

eine Brauerei integriert werden, so die Vorgabe

von Paulaner-Chef Andreas Steinfatt. 2017 war

die Brauerei mit einem Neubau nach Langwied an

den Stadtrand Münchens gezogen. Heute können

40 Jahre Leidenschaft für das Heizen mit Holz

HDG Bavaria l 2018 blickt der Massinger Holzheizkessel-Hersteller HDG Bavaria auf die

Gründung des Unternehmens vor 40 Jahren zurück.

Vier Jahrzehnte, die geprägt waren von der

Verbindung aus innovativem Denken und nachhaltigem

Handeln, der Leidenschaft für den heimischen

Rohstoff Holz und gelebter Verantwortung

für Mensch, Gesellschaft, Wirtschaft, Umwelt und

Klima. Die Erfolgsgeschichte begann 1978 mit einem

Patent für die nahezu rauchfreie Verbrennung

fester Brennstoffe und mit der Erfahrung und dem

Engagement einiger Pioniere im Bereich ‚Heizen

mit Holz‘. Seitdem ist viel passiert: „Als vor 40 Jahren

die ersten Holzheizkessel entwickelt wurden,

steckte die Technik noch in den Kinderschuhen.

Heute stehen die Kessel in Sachen Komfort, Bedienung

und Emissionen anderen Heizsystemen in

nichts nach“, umreißt HDG Geschäftsführer Martin

Ecker die Entwicklung der letzten vier Jahrzehnte.

Es hat sich also viel verändert, doch eines ist

bei HDG gleichgeblieben: „Als bayerisches Familienunternehmen

sind wir stolz darauf, in der Region

zu produzieren und so flexible Lösungen ‚made in

Germany‘ anbieten zu können“, erklärt Eigentümerin

Alfons Hartmann mit Sohn Alexander: „Auf der

Baustelle war ein einziges Gewusel wegen des

Termindrucks.“

Das HDG Führungsteam: Eigentümerin Eva Ackermann

mit den Geschäftsführern Stefan Kinateder,

Martin Ecker und Harald Benkert (v. li.).

Eva Ackermann. Das 40-jährige Jubiläum zieht sich

wie ein roter Faden durch das ganze Jahr. Dabei

hat sich die Unternehmensleitung bewusst gegen

ein zentrales ‚Großevent‘ entschieden. „Stattdessen

möchten wir mit unseren Interessenten und Kunden

das ganze Jahr feiern, z. B. im Rahmen unserer

regelmäßigen Heizvorführungen“, erklärt Geschäftsführer

Martin Ecker. Auf der eigens eingerichteten

Webseite 40.hdg-bavaria.com finden sich alle Infos

kompakt zusammengefasst.

n

die Gäste auf dem Nockherberg dem Brauer über

die Schulter schauen.

In nur zehn Monaten Bauzeit hat das „Paulaner

am Nockherberg“ ein neues Gesicht bekommen.

Das Wirtshaus im Paulaner wurde kernsaniert

und die Brauereigaststätte dabei zeitgemäß,

aber traditionsbewusst umgestaltet. Optisch setzte

Architekt Frank auf den Kontrast zwischen Industrielook

und bayerischer Wirtshausatmosphäre.

Die Inneneinrichtung stammt von der Schreinerei

Hartmann. „Wir haben Möbel gebaut, wie

sie vor gut 100 Jahren in den Münchner Lokalen

verwendet wurden“, erklärt Senior-Chef Alfons

Hartmann. Hier setzte man beim Holz auf dunkle

Räuchereiche alten Stils, gleichzeitig unterstreichen

Stehtische den modernen Charakter. Die

Handschrift der Schreinerei findet sich auch im

großen Saal wieder, der ebenfalls modernisiert

wurde.

Beim diesjährigen Starkbier-Anstich konnten

dann Politiker-Prominenz und das Fernsehpublikum

bei der Live-Übertragung einen ersten Blick in

den modernisierten Saal werfen, in dem stilisierte

Bäume, die bis zur 7,50 Meter hohen Decke hinauf

ragten, ein zusätzlicher Hingucker waren. Projektierung

und Elektroprojektierung haben übrigens

ebenfalls Rottaler Unternehmen übernommen: das

Ingenieurbüro Schöftenhuber aus Eggenfelden und

das Ingenieurbüro Graf aus Pfarrkirchen.

Den Familienbetrieb Hartmann gibt es sage

und schreibe seit 1876. Bis 1980 fertigte man

vor allem ausgefallene Stühle aber auch komplette

Wohnungseinrichtungen für den privaten

Bereich.

Mit dem Umzug in die neue Werkstatt außerhalb

Taufkirchens begann 1984 die Ausrichtung

auf Gastronomie. Seitdem folgten namhafte Objekte

im In- und Ausland wie das P1 in München oder

der Club Aldiana in Portugal. Heute ist der Betrieb

auf die Einrichtung von Gastronomie und Hotels

spezialisiert und unterstützt von der Planung bis

zur Umsetzung. Bei Bedarf übernimmt Hartmann

auch die Bauleitung oder organisiert die Dekoration.

Persönliche Beratung, handwerkliche Qualität

und Termintreue sind dabei immer Leitlinie aller

Aktivitäten.

n

Golfen in einer Bilderbuchlandschaft

Bella Vista, der erste kommunal betriebene Golfplatz Deutschlands, befindet sich direkt am Rande des Urlaubsortes Bad Birnbach.

Und er verfügt über das wohl schönste 19. Loch – die einzigartige Rottal Terme.

Bad Birnbach, der Ort mit seinen Gastgebern,

die Terme und der Bella Vista Golfpark sind über

das sogenannte „Golfer-Brückerl“ so eng miteinander

verbunden, dass zwischen Morgengeläut,

Aufstehen und dem ersten Abschlag nur ein halbes

Stündchen vergeht, ohne dass Golfer ihr Auto

bewegen müssen. Wenn man dann oben steht und

hinunterschaut auf Bad Birnbach und das Rottal,

dann versteht man, warum der Golfpark „Bella

Vista“ heißt.

Der Bella Vista Golfpark erstreckt sich über

eine Fläche von über 70 Hektar und teilt sich

auf in einen 18-Loch-Golfplatz und einen Akademiebereich.

Die Golfanlage besteht aus einer

großzügigen Driving Range mit mehr als 40 Abschlagplätzen,

die teilweise überdacht sind, zwei

Pitching- und Chipping-Bereichen, einem Putting

Green, einem 9-Loch-Kurzplatz (Par 3) sowie einer

innovativen „spiel!Golf-Anlage“.

Rund um die Greens sind die Bunker

und Wasserflächen geschickt kombiniert

und verteidigen die Fahne recht anspruchsvoll.

Gerade die Herausforderung

macht das Golfspiel aber so

reizvoll. Das Relief des Golfparks

ist durchaus sportlich und ein

echter Fatburner: Auf einer

vierstündigen Runde bleiben

schon mal 3.000 Kalorien auf

der Strecke. Wer es weniger

anstrengend mag, kann die

Genussvariante wählen und

die Runde mit dem Trolley zurücklegen

– oder, noch bequemer,

mit einem Golfcart vom Golfpark oder vom

Gastgeber in Bad Birnbach.

Die Facetten des Golfsports

entdecken

Für alle Golfstarter hat sich der Bella Vista

Golfpark ein ganz besonderes Programm einfallen

lassen. Auf der „spiel!Golf-Anlage“ mit 18 individuellen

Bahnen zwischen acht und 15 Metern

Länge und auf dem 9-Loch-Kurzplatz mit Längen

von 80 bis 100 Metern, der auch ohne Platzreife

bespielbar ist, erleben Anfänger alle Facetten des

Golfens auf kleinen Bahnen. Hier kann man der

Experimentierfreude freien Lauf lassen und in aller

Ruhe seine Golferseele entdecken. Schon mancher

Schnuppergolfer wurde hier „süchtig“ und meldete

sich daraufhin schnurstracks zu einem Golfkurs

an. Doch zuvor kann man gerne zusätzlich an einer

der kostenlosen Schnupperstunden der Golf-

Professionals teilnehmen. Nach einem abenteuerlichen

Tag können Golfer entspannen, und zwar in

dem wohl schönsten 19. Loch – der einzigartigen

Rottal Terme.

n

www.badbirnbach.de/bella-vista-golfpark

62 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Rottal-Inn 1 l Frühjahr 2018 63


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WirtschaftsLEBEN

Das Magazin für die niederbayerische Wirtschaft.

Herausgeber und v.i.S.d.P.:

Wolfgang Asenhuber

Freischaffender Kommunikationsfachmann, Publizist

Florastraße 13

84036 Landshut

0871 14277222

asenhuber@wirtschaftsleben.net

Erscheinungsweise je zweimal jährlich in allen niederbayerischen

Landkreisen.

Termine der einzelnen Regionalausgaben: siehe Mediadaten

Verbreitungsgebiet:

Landkreis der jeweiligen Ausgabe

Druckauflage dieser Ausgabe: 6.000,

Druck: Bugl Druck, Essenbach

Satz und Layout: WL-Team, Landshut

Anzeigenberatung:

Ausgaben Landshut und Rottal-Inn:

Heinrich Aumer

aumer@wirtschaftsleben.net

Ausgaben Passau, Deggendorf,

Straubing, Freyung-Grafenau,

Dingolfing-Landau, Regen, Kelheim:

Christine Schenkenbach

schenkenbach@wirtschaftsleben.net

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